Pascal Mercier
Pascal Mercier, 1944 in Bern geboren, lebt in Berlin und ist Professor für Sprachphilosophie und Analytische Philosophie an der FU Berlin. 2006 wurde ihm der "Marie Luise Kaschnitz-Preis" verliehen.
Kundenbewertungen
Simon Leyland ist Übersetzer und lebt in Triest, der Stadt der Wörter. Er hat zwei Kinder, Sophia und Sydney. Seine Frau Livia ist einem plötzlichen Herztod erlegen. Leyland erhält eines Tages die Diagnose eines Hirntumors. Der Arzt, Dr. Leonardi schaut auf das Röntgenbild und sagt ihm, dass er ein Glioblastom hab...
Simon Leyland ist Übersetzer und lebt in Triest, der Stadt der Wörter. Er hat zwei Kinder, Sophia und Sydney. Seine Frau Livia ist einem plötzlichen Herztod erlegen. Leyland erhält eines Tages die Diagnose eines Hirntumors. Der Arzt, Dr. Leonardi schaut auf das Röntgenbild und sagt ihm, dass er ein Glioblastom habe. Wie lange noch? fragt Leyland ihn. Und er antwortet: Ein paar Monate. Leyland verzweifelt an dieser Diagnose, er beginnt, die Zeit, die er noch hat, anders einzuordnen. Keine Zeit zu verschwenden. Was ist wichtig, was unwichtig. Elf Wochen lebt er mit dieser Diagnose, die sein ganzes Leben verändert. Nach diesen elf Wochen stellt sich heraus, dass alles ein Irrtum war. Jetzt hat Leyland wieder eine Zukunft und muss sich wiederum damit erst einmal arrangieren.
Leyland hat als Junge bei seinem Onkel eine Karte vom Mittelmeer an der Wand gesehen. Spontan sagt er zu seinem Onkel: Ich will alle Sprachen lernen, von den Ländern, die ans Mittelmeer grenzen. Und genau das tut er auch. Er lernt alle verschiedenen Sprachen. Und das Wichtigste von allem sind Leyland die Worte.
Zitat Seite 20:
"Oft hatte er sich gewünscht, ohne Worte bei den Sachen zu sein, bei den Sachen und den Menschen und den Gefühlen und den Träumen - und dann waren ihm doch wieder die Worte dazwischengekommen. Er erlebe die Dinge erst, wenn er sie in Worte gefasst habe, sagte er manchmal, nur dann sahen ihn die Leute ungläubig an".
Er richtet sich sein neues Leben langsam wieder ein, schließt Freundschaften, und hat plötzlich wieder eine Zukunft vor sich. Mit vielen neuen Dingen und großen Plänen.
Eine meiner Lieblingsstellen aus dem Buch: Seite 361:
"Was ist eigentlich Poesie? Die poetische Gegenwart ist wie herausgehoben aus dem Fluss und der drängenden Abfolge des zeitlichen Geschehens. Poesie erlaubt einem, ganz bei einer Sache zu sein. Etwas Poetisches, ein Satz, ein Bild, ein Klang: Es fesselt einen wie nichts sonst. Man möchte, dass es nicht aufhört oder verschwindet, man möchte immer mehr davon... Etwas Poetisches, auch wenn es nur etwas Kleines ist, ein winziges Detail, gibt dem Leben im Moment der Betrachtung eine Tiefe, die es sonst nicht hat".
Pascal Mercier hat mit diesem Roman ein so wundervolles, wunderschön geschriebenes Buch geschaffen, das mich sehr begeistert hat. Der Schreib- und Erzählstil sind so tiefgehend, poetisch und philosophisch, wie es selten alles in einem Roman vereint ist. Ich bin hinabgetaucht in die Geschichte von Simon Leyland und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Dieser Roman hat mich gefangengenommen und gefesselt, durch die außergewöhnliche Sprache und den Tiefgang. Einfach wundervoll. Dieser Roman ist für mich gehobene, anspruchsvolle Literatur, gepaart mit Poesie, Philosophie und Tiefgang.
Dies ist eines der wenigen Bücher, die ich auf jeden Fall noch einmal lesen werde.
Fazit:
Mein Lesehighlight für 2020. Ein wundervoller, wunderschön geschriebener Roman, poetisch, philosophisch, voller Tiefgang. Er hat mich einfach nur begeistert.
21 von 22 finden diese Rezension hilfreich
Feinsinnige Kurzgeschichten;
Für mich war es die erste Erfahrung mit Werken von Pascal Mercier und bin begeistert vom wunderschönen, federleichten Schreibstil. Inhaltlich fand ich alle fünf Kurzgeschichten sehr ansprechend. Sie sind sehr feinsinnig und psychologisch nachvollziehbar. Selbst ungewöhnliches Verhalten...
Feinsinnige Kurzgeschichten;
Für mich war es die erste Erfahrung mit Werken von Pascal Mercier und bin begeistert vom wunderschönen, federleichten Schreibstil. Inhaltlich fand ich alle fünf Kurzgeschichten sehr ansprechend. Sie sind sehr feinsinnig und psychologisch nachvollziehbar. Selbst ungewöhnliches Verhalten der Charaktere wird glaubhaft und stimmig beschrieben. Jede Geschichte ist auf ihre Weise wunderschön und ich kann mich gar nicht entscheiden, welche mir am Besten gefällt. Sie verfügen alle über eine große psychologische, ja philosophische Tiefe, die ich beeindruckend finde. Gerade weil es sich um kurze Geschichten handelt, sind sie sehr pointiert, ohne aufdringlich zu sein. Für mich sind sie meisterhaft geschrieben, da Inhalt und Schreibstil wunderbar harmonieren und sie gute Gedankenanstöße geben.
08.01.2026
Kurze, berührende Erzählungen
Mitten aus dem Leben gegriffen, gut beobachtet und gefühlvoll erzählt
In diesem Buch werden fünf bisher unveröffentlichte Erzählungen des 2023 verstorbenen Autors Pascal Mercier posthum einem interessierten Publikum vorgestellt. Er thematisiert in diesem tollen Erzählband die...
Kurze, berührende Erzählungen
Mitten aus dem Leben gegriffen, gut beobachtet und gefühlvoll erzählt
In diesem Buch werden fünf bisher unveröffentlichte Erzählungen des 2023 verstorbenen Autors Pascal Mercier posthum einem interessierten Publikum vorgestellt. Er thematisiert in diesem tollen Erzählband die Themen Zeit, Erinnerung, Vergänglichkeit; er zeigt unterschiedliche Sichtweisen und Aspekte dieser Themen auf. Die sensibel beobachteten Situationen erzählt er sehr einfühlsam und bringt uns seine lebensnahen Protagonisten auf eine emotionale und glaubwürdige Art und Weise näher.
Seine Charaktere sind hier häufig melancholisch, aber immer authentisch. Mich haben alle fünf Geschichten dieses Meisters des philosophischen Erzählens sehr berührt. Sein Name war mir bisher nur im Zusammenhang mit Romanen bekannt, dass er auch kurze Erzählungen geschrieben hat, kam überraschend. Aber ich bin froh, darauf aufmerksam geworden zu sein. Denn die Lektüre ist absolut empfehlenswert, da es sich meines Erachtens um gute Literatur mit Tiefgang handelt.
Über das Loslassen
Pascal Mercier ist mir vor allem vom NACHTZUG NACH LISSABON bekannt. Fünf Erzählungen aus dem Nachlass von ihm sind es, die den FLUSS DER ZEIT thematisieren, ein schmaler Erzählband über das Loslassen oder davon, dass dies nicht jedem gut gelingen mag.
Wie etwa Karl Prager, dessen Familie...
Über das Loslassen
Pascal Mercier ist mir vor allem vom NACHTZUG NACH LISSABON bekannt. Fünf Erzählungen aus dem Nachlass von ihm sind es, die den FLUSS DER ZEIT thematisieren, ein schmaler Erzählband über das Loslassen oder davon, dass dies nicht jedem gut gelingen mag.
Wie etwa Karl Prager, dessen Familie 99 Jahre in dem Haus gelebt hat, das er nun an ein junges Paar verkauft hat. Die Übergabe berichtet davon. Er hat alles akribisch vorbereitet, ist stolz auf seinen Besitz, seinen ehemaligen Besitz, denn das Notarielle ist schon erledigt. Man spürt seine innere Zerrissenheit, sein ganzes Leben steckt in diesem Haus, seine Vergangenheit, all die schönen Momente und die Erinnerungen daran. Und dann kommt dieser schmerzliche Moment, in dem es kein Zurück mehr gibt.
Jede Geschichte ist besonders, jede behandelt ein anderes Thema. Und doch geht es um das Leben, zuweilen um das Überleben müssen und darum, ob dies für den Einzelnen möglich ist. Es geht um die Stille, die ein Mann sucht, die er in seinem lauten Umfeld unbedingt braucht, ein anderer wartet auf einen Befund, der ungeahnte Ängste auslöst, der Nächste sieht sich durch einen Schicksalsschlag ohne jegliche Perspektive da stehen und wieder ein anderer kehrt nach vierzig Jahren zu dem Ort seiner Studienzeit zurück, schwelgt in Erinnerungen, verklärt das Vergangene.
Es sind kurze Episoden, die vom Sinn des Lebens berichten. Vom FLUSS DER ZEIT, der sich durch das Leben schlängelt. Es sind ganz und gar unterschiedliche Charaktere, denen ich begegne, alle kommen sie mir nahe. Es sind meist ältere Menschen, deren Geschichten mich nachhaltig beeindrucken, denen ich ein Weilchen zusehe, wie sie mit den Unzulänglichkeiten des Lebens fertig werden müssen. Oder auch nicht. Mercier, der Philosophie-Professor war, bringt diese Kurzgeschichten auf den Punkt. Jede einzelne dieser fünf Geschichten lässt mich nachdenklich zurück, jede ist in sich stimmig.
Fünf Kurzgeschichten, die das Leben in ihrer ganzen Realität abbilden. Es sind keine spektakulären Ereignisse, die hier benannt werden, dennoch berühren sie und machen uns nachdenklich. Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die es wert sind erwähnt zu werden. Pascal Mercier hat damit genau den richtigen Ton getro...
Fünf Kurzgeschichten, die das Leben in ihrer ganzen Realität abbilden. Es sind keine spektakulären Ereignisse, die hier benannt werden, dennoch berühren sie und machen uns nachdenklich. Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die es wert sind erwähnt zu werden. Pascal Mercier hat damit genau den richtigen Ton getroffen und den Menschen eine Stimme gegeben, die sonst schnell vergessen werden. Die Geschichten werden noch lange in mir nachhallen und sehr gerne spreche ich eine Leseempfehlung aus.
Lesenswert
Der Autor und Philosoph wurde weltweit bekannt durch den „Nachtzug nach Lissabon“. Zwei Jahre nach seinem Tod erscheint nun ein Band mit Kurzgeschichten.
Die Zeit vergeht. Während sie das tut, verändert sich die Welt. Auch wir verändern uns. Dem ist diese Geschichtensammlung auf der Spur.
Es geht u...
Lesenswert
Der Autor und Philosoph wurde weltweit bekannt durch den „Nachtzug nach Lissabon“. Zwei Jahre nach seinem Tod erscheint nun ein Band mit Kurzgeschichten.
Die Zeit vergeht. Während sie das tut, verändert sich die Welt. Auch wir verändern uns. Dem ist diese Geschichtensammlung auf der Spur.
Es geht um Dankbarkeit, die sich im Laufe der Zeit verändert. Es geht um vergangenes Leben, das plötzlich gegenwärtig wird und kaum wiederzuerkennen ist. Es geht um den einen Moment, in dem ein Leben kulminieren kann. Und schließlich geht es auch um das Warten.
Mercier ist ein toller Erzähler. Man wird sofort in seine Geschichten hinein gezogen. Der philosophische Aspekt erschließt sich nicht immer, manchmal muss man ein bisschen nachdenken, warum er genau diese Geschichte erzählt. Besonders berührt hat mich der Busfahrer in Töten mit Lärm. Auf kleinstem Raum stehen hier menschliche Universen und Abgründe nebeneinander, fein beobachtet und mit großer Distanz vorgestellt.
Fünf Häppchen Literatur für Zwischendurch, sehr lesenswert.
Erzählungen mit psychologischer Tiefe
Den Schriftsteller Pascal Mercier habe ich in seinem Roman ‘Nachtzug nach Lissabon‘ kennen und schätzen gelernt. Nun wurden von dem bereits verstorbenen Autor fünf Geschichten aus seinem Nachlass beim Hanser Verlag unter dem Titel ‘Der Fluss der Zeit‘ veröffentlicht....
Erzählungen mit psychologischer Tiefe
Den Schriftsteller Pascal Mercier habe ich in seinem Roman ‘Nachtzug nach Lissabon‘ kennen und schätzen gelernt. Nun wurden von dem bereits verstorbenen Autor fünf Geschichten aus seinem Nachlass beim Hanser Verlag unter dem Titel ‘Der Fluss der Zeit‘ veröffentlicht. Es ist ein Buch, dass sich poetisch in seiner Sprache und mit einer gewaltigen psychologischen Tiefe menschlicher Gefühle und Gedanken präsentiert, dass einen Nachhall bei mir erzeugt hat und die Freude am Lesen hervorbringt.
Immer stehen Menschen an einem Wendepunkt ihres Lebens im Mittelpunkt des Geschehens, der aus unterschiedlichen Gründen hervorgerufen wurde. Dabei werden Themen wie das Abschiednehmen von einem lieb gewonnen Ort, das Unbehagen darüber, ein Geschenk in einer Notsituation anzunehmen, Erinnerungen an eine unbeschwerte Jugendzeit, das Nichtaushalten können einer extremen Lebenssituation und die unbändige Angst vor einer medizinischen Diagnose angesprochen und mit einer psychologischen Tiefe beschrieben, die eine Sogwirkung beim Lesen erzeugt.
Wer gern in diese brillant erzählten Geschichten, die vom Leben der Menschen in existentiellen Situationen berichten, eintauchen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Wie ist das, wenn man in die Vergangenheit eintaucht und noch einmal ganz lebendig in Erinnerungen schwelgen will? Wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann und der Abschied einen Neuanfang überschattet? Wenn Dankbarkeit zur Last wird oder der Fluss der Zeit sich in einem angstvollem Moment des Wartens ewig hinz...
Wie ist das, wenn man in die Vergangenheit eintaucht und noch einmal ganz lebendig in Erinnerungen schwelgen will? Wenn man die Vergangenheit nicht loslassen kann und der Abschied einen Neuanfang überschattet? Wenn Dankbarkeit zur Last wird oder der Fluss der Zeit sich in einem angstvollem Moment des Wartens ewig hinzieht? Diese fünf Kurzgeschichten vereinen sprachliche Präzision und erzählen mit philosophischer Tiefe von eindrücklichen Momenten. Dabei endet jede Geschichte mit einem gefühlten Paukenschlag, manchmal laut und manchmal leise. Wobei «Tödlicher Lärm» mich in seiner Drastik am meisten überrascht hat und das Konzept umzukehren scheint.
Unverkennbar betrachtet Pascal Mercier nicht nur die direkte Erfahrung seiner männlichen Figuren, sonder zeigt auch außenstehende Personen und ihre Eindrücke, wie in «Die Übergabe», in der der Vorbesitzer den Käufern sein Haus übergibt, wobei seine Gefühlswelt sich nur durch seine skurrilen Handlungen erahnen lässt: „…kaum auszuhalten…Wir gehen auf dünnem Eis.“ Oder Jan Winter, der sich mit seinem Sohn unterhält und unerwarteten Halt bei seiner Familie findet. Im Fluss der Zeit stehen wir nie allein und begeben uns in Momente der Nostalgie, Angst, Vorfreude, Dankbarkeit und ihren Schattenseiten.
„Wir hatten es nicht in der Hand, wie wir empfanden, und das Empfinden war mächtiger als unser Wunsch, es möge ein anderes Empfinden sein.“
Wenn man kurze Geschichten, besondere Momentaufnahmen, eine fokussierte und doch tiefgründige Handlung mit wenigen Charakteren mag und Lust hat, auf unterschiedliche Ausgänge, die zum Nachdenken anregen und sprachlich überzeugen, dann ist «Der Fluss der Zeit» wunderbar für Zwischendurch und alle Kurgeschichten-Fans geeignet.
Triest. In diese wunderschöne Hafenstadt im Nordosten Italiens folgt Simon Leyland seiner Frau Livia, welche dort ihr Erbe eines Verlags antritt. Die „Molo Audace“, ein Steinpier aus dem 18. Jahrhundert, ist ein wunderbarer Ort um das Leben auf sich wirken zu lassen. Doch wie das Leben so spielt, ereignen sich Sch...
Triest. In diese wunderschöne Hafenstadt im Nordosten Italiens folgt Simon Leyland seiner Frau Livia, welche dort ihr Erbe eines Verlags antritt. Die „Molo Audace“, ein Steinpier aus dem 18. Jahrhundert, ist ein wunderbarer Ort um das Leben auf sich wirken zu lassen. Doch wie das Leben so spielt, ereignen sich Schicksalsschläge, die Simon einen ganz anderen Blick auf sein Leben gewähren. Plötzlich findet Simon sich in London wieder und kommt zu einer unerwarteten Begegnung woraus eine wahre Freundschaft erwächst.
Mit „Das Gewicht der Worte“ ist Pascal Mercier ähnlich wie „Nachtzug nach Lissabon“ ein sehr bewegender philosophischer Roman gelungen. Als Leserin habe ich oft innegehalten und mich gefragt „wie ist das eigentlich bei mir?“, „geht es mir ähnlich?“, „was empfinde ich in einem solchen Moment?“. Augenblicke die mich als Leserin abholen und in diesen Roman eintauchen lassen.
Beispielsweise seien hier Sätze wie „Trotzdem war es anders als bei ihm. Er hatte den Eindruck, Jahre mit etwas verschwendet zu haben, was er überhaupt nicht wollte und nicht genoss. Mit etwas, was ihm jetzt als ganz und gar entfremdet vorkam, eine Zeit, in der er nicht bei sich selbst war.“; „Doch nun spürte ich: das konnte nicht alles gewesen sein, es gab da noch ein anderes Leben zu entdecken, oder sogar viele andere.“; „Das können nur Menschen, sagte sie: ihr Leben verpassen, sich selbst verpassen in dem, was sie vielleicht hätten werden können, hingegeben an eine hektische, tyrannische, gebieterische Zeit. Tieren kann das nicht zustoßen: Sie sind in jedem Augenblick, was sie sind, versunken in blinde Gegenwart und Selbstvergessenheit..
Und obwohl „Das Gewicht der Worte“ in mir als Leserin viel bewegt hat (und auch immer noch bewegt) entwickelt sich eine Leichtigkeit und Freiheit der Literatur („Die Phantasie ist der eigentliche Ort der Freiheit.“ ) die ihres gleichen sucht. Wieder ein Roman der noch einige Zeit nachhallen wird.
Es ist kein Buch, welches man „mal eben“ zwischendurch lesen können wird. Ich gebe hier aber eine ganz klare Leseempfehlung.
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Fünf Erzählungen, die zum Nachdenken anregen
Buchmeinung zu Pascal Mercier – »Der Fluss der Zeit«
»Der Fluss der Zeit« ist eine Sammlung von fünf Erzählungen von Pascal Mercier, die 2026 bei Hanser erschienen ist.
Zum Autor:
Peter Bieri (geboren 23. Juni 1944 in Bern; gestorben 27. Juni 2023 in Ber...
Fünf Erzählungen, die zum Nachdenken anregen
Buchmeinung zu Pascal Mercier – »Der Fluss der Zeit«
»Der Fluss der Zeit« ist eine Sammlung von fünf Erzählungen von Pascal Mercier, die 2026 bei Hanser erschienen ist.
Zum Autor:
Peter Bieri (geboren 23. Juni 1944 in Bern; gestorben 27. Juni 2023 in Berlin) war ein Schweizer Philosoph mit Beiträgen insbesondere zur Analytischen Philosophie, Erkenntnistheorie und Ethik. Ab 1995 wurde er unter dem Pseudonym Pascal Mercier vor allem als Autor von fünf literarischen Werken bekannt. Besonders erfolgreich war der Roman Nachtzug nach Lissabon.
Zum Inhalt:
Das Buch enthält die Erzählungen
- Die Übergabe
- Die Wohnung
- Warten auf den Befund
- Tödlicher Lärm
- Noch einmal die Mansarde
Meine Meinung:
Mich haben jede der fünf Geschichten beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Meist konnte ich mich in die Figuren hineinversetzen und ihre Situation nachvollziehen. Aus eigener Erfahrung hat mich das Warten auf den Befund besonders mitgenommen. Der Ton der fünf Erzählungen ist eher leicht dunkel und doch entsteht ein positiver Eindruck. Der alte Mann, der sich nur schwer von seinem Geburtshaus trennen kann, hatte etwas anrührendes. Der Zusammenhang zwischen Generösität und Dankbarkeit und die Auswirkungen auf die Beteiligten wird am Beispiel einer geschenkten Wohnung diskutiert. Tödlicher Lärm war die Erzählung, mit der ich wenig anfangen konnte. In der fünften Erzählung erlebt ein Professor, das die Erinnerungen manchmal mehr versprechen als die Realität bieten kann.
Jede der Erzählungen bot Ansätze zum eigenen Nachdenken und was kann man mehr von kurzen Erzählungen erwarten.
Fazit:
Fünf Erzählungen, die unspektakulär wirken, und mich doch zum Nachdenken gebracht haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.