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Benutzername: Raumzeitreisender
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Über mich: Buchwurm, der sich durch den multidimensionalen Wissenschafts- und Literaturkosmos frisst
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Bewertungen

Insgesamt 618 Bewertungen
Bewertung vom 07.06.2021
Bis wir uns wieder begegnen
Hyde, Catherine Ryan

Bis wir uns wieder begegnen


gut

Freundschaft kennt keine Grenzen

Die Geschichte spielt im Jahre 1959 in einem kleinen Ort in Texas. Catherine Ryan Hyde behandelt in ihrem Roman eine Vielzahl sozialer Themen, die auch heute – nicht nur in den USA - aktuell sind.

Die Ärztin Dr. Lucy Armstrong hat sich zurückgezogen und behandelt vorwiegend nur noch Tiere, weil ihr dörfliches Umfeld einer alleinstehenden selbstständigen Frau misstrauisch gegenübersteht.

Der 12-jährige Pete Solomon leidet unter seinem tyrannischen Vater, der ihn misshandelt. Er ist ein Junge mit Prinzipien, der viel Wert auf echte Freundschaft legt und sich für das Wohl verletzter Tiere einsetzt.

Der farbige Calvin Bell und sein Sohn Justin sind erst vor wenigen Tagen in das Dorf gezogen und machen böse Erfahrungen mit Gewalt und Rassendiskriminierung. Die Gesellschaft ist ihnen gegenüber feindlich gestimmt.

Das Leben von Lucy Armstrong ändert sich, als eines Tages Pete mit einem verletzten Wolfshund bei ihr vor der Haustür steht. Pete lernt unterwegs den etwas jüngeren Justin kennen und befreundet sich mit ihm. Das hat für beide Folgen.

Hinzu kommt, dass sich eine juristisch verbotene und gesellschaftlich verachtete Liebe zwischen der Ärztin und Calvin Bell entwickelt, die im Zuge der Entwicklung auf eine harte Probe gestellt wird.

Das sind Themen, mit denen ganze Bibliotheken gefüllt werden können. Insofern kommen einige Beschreibungen zu kurz. Das Vorleben von Petes Vater hätte mich interessiert und auch die Hintergründe, warum Calvin Bell umgezogen ist.

Die Liebesbeziehung zwischen Calvin Bell und Lucy Armstrong entsteht nach dem ersten Kontakt ohne Entwicklung urplötzlich. Und auch das feindliche gesellschaftliche Umfeld wird nur punktuell betrachtet. Der Feind hat, abgesehen von Petes Vater, kein Gesicht.

Der Fokus liegt auf den genannten Protagonisten, insbesondere auf Pete und Lucy Armstrong und deren Sicht der Dinge. Die gesellschaftlichen Spannungen hätten viel umfassender und differenzierter beschrieben und analysiert werden können.

Insofern wirkt der sehr wohl lesenswerte Roman ein wenig klischeehaft und vorhersehbar. Ein Lichtblick ist der Wolfshund Prinz, der die wichtigen Tugenden Unabhängigkeit, Freundschaft und Freiheit verkörpert.

Bewertung vom 19.05.2021
Die 100 besten Eco Hacks
Schickling, Katarina

Die 100 besten Eco Hacks


sehr gut

Tipps für einen schonenden Umgang mit Ressourcen

Mit den Auswirkungen ökologischer Misswirtschaft haben sich bereits in den 1970er und 1980er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Aufklärer wie Heinz Haber und Hoimar von Ditfurth beschäftigt. Unbegrenztes Wachstum kann es bei endlichen Ressourcen nicht geben. Eine Balance zwischen Ökonomie und Ökologie ist erforderlich.

Maßnahmen, die seit dem ergriffen wurden, um gegenzusteuern, reichen nicht aus. Der Klimawandel schreitet voran, die Weltmeere werden vermüllt und die tropischen Regenwälder abgeholzt. Die Probleme sind global und erfordern globale Antworten. Was aber kann der Einzelne in seinem eigenen kleinen Umfeld tun?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Autorin Katarina Schickling in ihrem Ratgeber, der unter dem Motto Nachhaltigkeit steht. Sie gibt in übersichtlicher Form Tipps, wie man klimaschonend isst, Müll reduziert, ökologisch verreist, Energie einspart und wie man beim Konsum die CO2 Bilanz verbessert.

Viele Vorschläge können mit wenig Aufwand umgesetzt werden. Mit unseren Kaufentscheidungen beeinflussen wir "was" und "wie" produziert wird. Nicht erst Corona hat uns gelehrt, wie wichtig eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln ist. Reparieren statt wegwerfen, spart Ressourcen und Geld.

Auch wenn manche Tipps bekannt sind, müssen sie in den Fokus gerückt werden. Das einzige, was – im Verhältnis zu anderen Vorschlägen - überrascht, ist das Herunterspielen positiver Auswirkungen eines Tempolimits. Gelten "geringe" Auswirkungen nicht auch für einige der anderen genannten Maßnahmen?

Bewertung vom 16.05.2021
Trans-Amerika
McNab, Tom

Trans-Amerika


gut

Wettlauf von West nach Ost

Autor Tom McNab, einst selbst Leistungssportler, beschreibt in diesem Roman einen Marathonlauf der Superlative. Geplant ist der Lauf von Los Angeles an der Westküste der USA bis nach New York an der Ostküste, über eine Distanz von 5000 km.

Es ist 1931 und die USA stecken mitten in einer Wirtschaftskrise. Den Menschen geht es schlecht und so werden einige zähe Burschen aus zahlreichen Ländern von den versprochenen Preisgeldern angelockt, um an dem Rennen teilzunehmen.

Der Autor stellt die Protagonisten einschließlich ihrer Lebensgeschichten ausführlich vor. Ihre Motivation wird deutlich. Über 2000 Läufer und Läuferinnen starten den Wettkampf in LA, der mangels Geld und sonstiger Unterstützung zu scheitern droht.

Veranstalter Flanagan muss sich einiges einfallen lassen und so werden Wettrennen gegen ein Pferd, ein Boxkampf und sonstige originelle Schaukämpfe eingebaut, um Sponsorengelder und das Interesse der Bevölkerung zu sichern.

So beeindruckend der Sportsgeist der Protagonisten dargestellt wird, so unwahrscheinlich sind einige Ereignisse. Das gilt sowohl für die Fähigkeit der Läufer, zwischendurch Wettkämpfe bestreiten zu können, als auch für die eingestreuten Gangsterstorys.

Es handelt sich nicht um hohe Literatur, dafür sind die Charaktere zu klischeehaft gezeichnet und die Story ist ab einer gewissen Stelle vorhersehbar. Dennoch liest sich das Buch leicht und hat einen hohen Unterhaltungswert.

Bewertung vom 29.04.2021
Die rote Koppel : Eine Fuchsgeschichte. [Aus d. Dän. übertr. von Thyra Dohrenburg] / Goldmanns Jugendtaschenbücher ; Bd. 10
Fleuron, Svend

Die rote Koppel : Eine Fuchsgeschichte. [Aus d. Dän. übertr. von Thyra Dohrenburg] / Goldmanns Jugendtaschenbücher ; Bd. 10


sehr gut

Eine großartige Tiergeschichte

Der dänische Schriftsteller Svend Fleuron, 1874 – 1966, wurde durch seine Natur- und Tiergeschichten bekannt. Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um eines seiner bekanntesten Werke, eine Fuchsgeschichte aus dem Jahr 1922. Der Autor ist mit der Natur sehr vertraut. Seine Perspektive ist die der Füchse.

Ein alter Rüde kümmert sich um vier junge Füchse, deren Mutter getötet wurde. Deutlich wird dabei, dass jeder Fuchs einen eigenen Charakter besitzt. Der Autor schreibt, als hätte er die Füchse eine Zeit lang auf ihrer Jagd begleitet, durch Wiesen, Wälder und Höhlen. Er beschreibt sie individuell mit ihren Stärken und Schwächen.

Fleuron vermittelt den Lesern den harten Überlebenskampf der Füchse. In seinen naturnahen Erzählungen gebraucht er viele Fachbegriffe aus der Jägersprache. Menschen, hier als „Gesichter“ herabgewürdigt, spielen in dieser Geschichte nur eine Nebenrolle, insbesondere als Gefährder des Lebensraumes der Füchse.

Bewertung vom 24.04.2021
Gefangen und frei
Sheff, David

Gefangen und frei


sehr gut

Eine bewegende Lebensgeschichte

Jarvis Jay Masters befindet sich seit mehr als dreißig Jahren im Todestrakt von San Quentin. Er ist verantwortlich für viele Straftaten, die er in seiner Jugend begangen hat. Dagegen gibt es erhebliche Zweifel an seiner Täterschaft an dem Mord eines Gefängniswärters, für die er zum Tode verurteilt wurde.

Der US-amerikanische Schriftsteller David Sheff beschreibt in seinem Buch die bewegende Lebensgeschichte von Jarvis Jay Masters, der im Laufe seines Lebens zum Buddhismus konvertiert ist. Es ist die wahre Geschichte eines verzweifelten desillusionierten Menschen, der einen radikalen Wandel vollzogen hat.

Es ist ein Buch voller Höhen und Tiefen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Da Masters selbst schon Bücher geschrieben hat, fragt man sich, warum er keine Autobiographie geschrieben hat, in der er seine Emotionen aus erster Hand hätte beschreiben können, sondern seine Biographie einem Dritten überlassen hat.

Ohne, dass es primär Thema ist, enthält das Buch eine deutliche Kritik am amerikanischen Justizsystem. Republikanische Politik, so der Eindruck, beeinflusst das Strafsystem. Es wird politischer Wille umgesetzt, der Einzelne geht in diesem System unter. Umso erstaunlicher, dass Masters im Laufe der Jahre seinen inneren Frieden gefunden hat.

Bewertung vom 15.04.2021
Wie wir die Welt verändern
Klein, Stefan

Wie wir die Welt verändern


ausgezeichnet

"Keiner denkt für sich allein" (37)

Wissenschaftsautor Stefan Klein nimmt die Leser mit auf eine Zeitreise durch die menschliche Kulturgeschichte. Der Mensch verändert zunehmend die Welt. In Ostafrika am Turkana-See sind erste Spuren schöpferischen Denkens in Form von Steinwerkzeugen zu finden. Sie wurden vor 3,3 Millionen Jahren angefertigt. Es ist die Zeit, in der das Bewusstsein erwacht ist.

Die Zahl unterschiedlicher Werkzeuge stieg seitdem exponentiell an. Die Kultur entwickelte sich. Um zu Überleben ist jeder Einzelne auf die Ideen und das Wissen anderer Menschen angewiesen. Neue Ideen entstehen durch Kombination bisherigen Wissens und auf Basis von Erfahrungen, die andere gemacht haben. Keiner denkt für sich allein. Geniale Köpfe sind abhängig vom kollektiven Wissen.

Es wurden Wandmalereien gefunden, die älter als 64000 Jahre sind. Klein zeichnet die Entwicklung der Kreativität nach, er erläutert die Bedeutung von Symbolen und den Einfluss der Kunst auf die Kulturgeschichte. Die naiven Realisten haben unrecht. Der Mensch konstruiert Wirklichkeit. Er entwickelt Prognosen aufgrund von Vorurteilen, die sich in der Realität bewähren oder widerrufen werden müssen.

Der Einfluss der Druckerpresse auf die Entwicklung der Menschheit kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Wissen ging in die Breite und die Kreativität wuchs. Sie erreichte mit der "Transformativen Kreativität", die das vertraute Weltbild überschreitet, einen höheren Level. Der Grad der Abstraktion in Mathematik und Naturwissenschaften und parallel dazu in der Kunst wuchs an.

In den letzten Kapiteln erläutert Klein Möglichkeiten und Grenzen künstlicher Intelligenz. Auch wenn Computer den Menschen im Schach schlagen, gibt es systemimmanente Unterschiede. Der Mensch ist ein emotionales Wesen. Gefühle steuern unser Verhalten. Sie sind für Entscheidungen lebensnotwendig. Das sind Prinzipien, die auch für künftige Computer nicht gelten.

In "Alles Zufall" macht Stefan Klein deutlich, dass Zufall eine Folge von Unwissenheit ist, in "Die Glücksformel" erläutert er, dass der Mensch auf Glück programmiert ist und Glück nur in der Gegenwart existiert. Vertieft wird der Gedanke in "Der Sinn des Gebens", denn Glück entsteht, wenn wir anderen Menschen helfen. Mit seinem aktuellen Buch unterstreicht Stefan Klein, dass er interdisziplinäre Themen verständlich darstellen kann.

Bewertung vom 07.04.2021
Madame Bovary
Flaubert, Gustave

Madame Bovary


sehr gut

Das Scheitern der Romantik

Der französische Autor Gustave Flaubert schuf Mitte des 19. Jahrhunderts mit „Madame Bovary“ einen originellen Roman, der nach Ansicht mancher Zeitgenossen gegen die guten Sitten verstieß. Damit setzte er gegenüber den bekannten Romanciers Balzac und Stendhal einen eigenen Akzent, der ihm Ruhm einbrachte.

Protagonistin Emma Bovary ist keine heroische Gestalt einer romantischen Geschichte. Sie ist eine attraktive Frau, die auf dem Land aufgewachsen ist und in einer Traumwelt lebt. Ihr zwar treuer, aber einfach strukturierter Ehemann Charles, langweilt sie. Er passt nicht in ihr Weltbild. Sie vermisst ein gesellschaftliches Leben.

„Und doch war sie [Madame Bovary] nicht glücklich, war es nie gewesen. Weshalb war das Leben so unzulänglich, weshalb fiel alles, worauf sie sich stürzte, gleich verfaulend in sich zusammen?„ (329) Die Realität zeigt ihr Grenzen auf. Sie stürzt sich in außereheliche Abenteuer, die ihr keine echte Befriedigung bringen.

Sie unterschreibt Wechsel, häuft Schulden an, findet keine Unterstützung durch ihre Liebhaber und auch nicht durch den Kaufmann Lheureux, der ihr, ganz im Gegenteil, nutzlose Dinge verkauft. Die Realität holt sie ein und so endet die Geschichte dramatisch. Aber Autor Flaubert urteilt nicht. Markant ist seine Liebe zum Detail.

Bewertung vom 27.03.2021
Mitternachtsfalken
Follett, Ken

Mitternachtsfalken


sehr gut

Ein spannender Spionagethriller

Im Kriegsjahr 1941 machen die englischen Kampfflugzeuge vor der dänischen Küste unliebsame Bekanntschaft mit der effektiven deutschen Flugabwehr. Die Verluste sind hoch. Die gebürtige Dänin und nunmehr englische Agentin Hermia Mount eruiert, woher die hohen Verluste kommen. Sind in Dänemark Radarsysteme installiert, die den englischen Systemen weit überlegen sind? Sie hat in Dänemark einen Agentenring, die Mitternachtsfalken, aufgebaut, der ihr bei der Beantwortung dieser Frage helfen soll.

Hermias Verlobter Arne Olufsen lebt in Dänemark und ist dort Pilot. Sein jüngerer Bruder Harald ist ein Technikfreak. Die beiden Pastorensöhne werden – ohne es zunächst voneinander zu wissen - in die folgenden Ereignisse hineingesogen. Mit den benachbarten Flemmings, reiche Hotelbesitzer, haben sich die Olufsens überworfen. Deren kaltherziger Sohn Peter Flemming ist bei der dänischen Polizei beschäftigt. Aus Karrieregründen arbeitet er den deutschen Besatzern zu. Im Fokus steht der Agentenring.

Die Geschichte ist extrem spannend, aber teilweise auch unrealistisch. Dennoch wird deutlich, in welche Gefahr sich Menschen begeben haben, die dem aktiven Widerstand angehörten. So sind auch in dieser Geschichte einige Opfer zu beklagen. Auf der anderen Seite gibt es Opportunisten, die mit den Besatzern zusammenarbeiten, um für sich Vorteile herauszuschlagen. Ken Follett lässt in seinen Geschichten, so auch in dieser, keinen Zweifel daran bestehen, wer zu den Guten und wer zu den Bösen zählt.

Bewertung vom 23.03.2021
Der zwölfte Planet
Sitchin, Zecharia

Der zwölfte Planet


weniger gut

Waren die Götter Astronauten?

Vor langer Zeit ist der Planet Nibiru in unser Sonnensystem eingedrungen und mit dem zwischen der Mars- und der Jupiterbahn befindlichen Planet Tiamat kollidiert. Tiamat sei in zwei Hälften gespalten worden - aus der einen Hälfte entstand der Asteroidengürtel, aus der anderen Hälfte die Erde, die in einen neuen Orbit geschleudert wurde und dabei den Mond einfing. Der Eindringling Nibiru wurde 12. Planet unseres Sonnensystems, mit einer stark elliptischen Umlaufbahn von 3.600 Jahren.

Dennoch habe sich auf Nibiru eine blühende Zivilisation entwickelt. Deren Bewohner, die Anunnaki, haben wegen erheblicher Umweltprobleme vor 445.000 Jahren die Erde aufgesucht. Die Invasoren hätten, um ihren eigenen Planeten zu retten, auf der Erde Gold abgebaut und nach Nibiru verfrachtet. Sie sollen die Erde kolonisiert und den Menschen als Arbeitssklaven erschaffen haben, der im Auftrag der Außerirdischen vor allem im Bergwerk arbeiten musste.

Das sind Thesen von Zecharia Sitchin, der die archaischen Texte und Bilder der Sumerer in diesem Sinne deutet. Nach seiner Ansicht muss die Entstehungsgeschichte der Erde und der Menschheit neu geschrieben werden. Ein berechtigter Einwand von ihm ist die Tatsache, dass in Sumer, nach einer hunderttausende von Jahren andauernden Entwicklung mit wenigen Fortschritten, in kurzer Zeit eine hochentwickelte Kultur entstanden ist. Die Sumerer verfügten u.a. über astronomische Kenntnisse.

Der Autor glänzt mit Detailwissen, welches der Leser ohne archäologische Kenntnisse und ohne intensive Studien der alte Schriften nicht nachvollziehen kann. Dennoch taucht sein Name in seriöser Literatur nicht auf. Er interpretiert archaische Texte und Funde einseitig im Sinne seiner Thesen, ohne Abgleich mit den Naturwissenschaften. Seine Ausführungen sind spekulativ. Nicht nur das: Sie widersprechen aktuellen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen über die Entstehung unseres Sonnensystems.

Auf einem (Eis-)Planeten wie wie Nibiru, der sich auf einer Bahn weit außerhalb unseres Sonnensystems befinden soll, könnte sich kein Leben entwickeln. Auch wundert man sich über die unsere biologischen Erkenntnisse außer Kraft setzenden langen Lebensspannen der Protagonisten. Viele Rätsel der Menschheit sind ungelöst. Sitchin liefert keine Beweise, die einer wissenschaftlichen Überprüfung standhalten, sondern bietet eine weitere fantastische Theorie auf dem Markt der Möglichkeiten an.

Bewertung vom 15.03.2021
Erste Person Singular
Murakami, Haruki

Erste Person Singular


weniger gut

Beziehungen, Erinnerungen, Träume

In diesen Kurzgeschichten, erzählt in der Ich-Perspektive, gibt Haruki Murakami Einblick in seine eigene Vergangenheit. Seine Erinnerungen sind eingebettet in kleine Geschichten über Baseball, klassische und populäre Musik und Beziehungen zu Frauen. Er gibt Einblick in seine literarische Vergangenheit. Die Übergänge zwischen Realität und Fiktion sind fließend und nicht immer so offensichtlich, wie in der Geschichte mit dem gebildeten Affen.

Murakami glänzt mit Kenntnissen und Einsichten über die westliche Kulturgeschichte, insbesondere über Musik und Literatur. Dennoch fühle ich mich von seiner Poesie, seiner Mystik, seiner Leidenschaft für Baseball nicht angesprochen. Seine Beziehungen zu Frauen wirken befremdlich. Die einzelnen Facetten, getragen von einer melancholischen Grundstimmung, fügen sich nicht zu einem plausiblen Gesamtbild zusammen. Vielleicht sind die Kulturunterschiede zu groß.