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Nach seinem Bestseller ›Der Klang der Zeit‹ erforscht Richard Powers, was Familien im Innersten zusammenhält: das zerbrechliche Geflecht aus Gefühl und Erinnerung. Die ergreifende Geschichte eines Geschwisterpaares und ein Panorama des heutigen Amerikas vereinen sich hier in seinem neuen großen Roman. Kearney ist die geographische Mitte der USA - und die Mitte von Nirgendwo. In einer Winternacht überschlägt sich Mark mit dem Auto. Als er wieder ins Leben zurückfindet, hält er seine Schwester Karin für eine feindliche Doppelgängerin. Sie hingegen versucht alles, um ihm ein normales Leben zu…mehr

Produktbeschreibung
Nach seinem Bestseller ›Der Klang der Zeit‹ erforscht Richard Powers, was Familien im Innersten zusammenhält: das zerbrechliche Geflecht aus Gefühl und Erinnerung. Die ergreifende Geschichte eines Geschwisterpaares und ein Panorama des heutigen Amerikas vereinen sich hier in seinem neuen großen Roman. Kearney ist die geographische Mitte der USA - und die Mitte von Nirgendwo. In einer Winternacht überschlägt sich Mark mit dem Auto. Als er wieder ins Leben zurückfindet, hält er seine Schwester Karin für eine feindliche Doppelgängerin. Sie hingegen versucht alles, um ihm ein normales Leben zu ermöglichen. Auf einer bewegenden Reise in das Innerste einer Familie macht uns Richard Powers mit dem größten Geschichtenerzähler bekannt: unserer Erinnerung. Sie schafft das Echo unseres Lebens, das uns trägt, umfängt und bisweilen grausam täuscht.

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Autorenporträt
Wie kaum ein anderer ist Richard Powers der Gegenwart auf der Spur: Das Wissen unserer Zeit will er in Geschichten erfahrbar, die Verwerfungen emotional erlebbar machen. Er wurde 1957 geboren und lebt in den USA. Auf sein Romandebüt ›Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz‹ (1985) erschienen neun weitere Romane. Sie wurden Bestseller wie ›Der Klang der Zeit‹ und mehrfach preisgekrönt. 2006 erhielt er den National Book Award für ›Das Echo der Erinnerung‹, es folgte ›Das größere Glück‹. In der Reportage ›Das Buch Ich #9‹ beschreibt Richard Powers den Prozess, als neunter Mensch überhaupt sein Genom vollständig entschlüsseln zu lassen. Für seinen Roman ›Die Wurzeln des Lebens‹ (2018) wurde Richard Powers mit dem Pulitzer Prize ausgezeichnet. 2021 erschien sein Roman ‹Erstaunen‹, der für den Booker Prize und den National Book Award nominiert ist, Heute lebt Richard Powers in den Great Smoky Mountains der Appalachen. Literaturpreise: Pulitzer Prize 2019 für »Die Wurzeln des Lebens« National Book Award 2006 für »Das Echo der Erinnerung« Manfred Allié, geboren 1955 in Marburg, übersetzt seit über dreißig Jahren Literatur. 2006 wurde er mit dem Helmut-M.-Braem-Preis ausgezeichnet. Neben Werken von Jane Austen, Joseph Conrad und Patrick Leigh Fermor übertrug er unter anderem Romane von Yann Martel, Richard Powers, Joseph O'Connor, Reif Larsen und Patricia Highsmith ins Deutsche. Er lebt in der Eifel.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 18.02.2010

DAS HÖRBUCH
Gefangen in einem anderen Ich
„Das Echo der Erinnerung” von Richard Powers als Hörspiel
„Das Echo der Erinnerung”: Dieser Titel verfügt über einen eher melancholischen Beiklang. Lauscht man der Hörspielversion des 2006 erschienen Romans von Richard Powers, glaubt man sich allerdings in eine Schauergeschichte, in ein Horrorhörspiel versetzt. Nicht um nostalgische Reminiszenzen nämlich geht es, sondern um die unheimliche, zutiefst beängstigende Auflösung aller Ordnung.
Die äußere Handlung ist rasch beschrieben: Ein junger Mann, Mark mit Namen, hat einen Autounfall; eine Weile liegt er im Koma, und die körperlichen Schäden scheinen zuerst gering. Als er jedoch erwacht, zeigt sich, dass in seinem Kopf etwas nicht stimmt: Er kann sich zwar daran erinnern, wer er ist, wo er herkommt, er kann sprechen, gehen, denken. Nur kann er seine einzige und innig geliebte Schwester nicht mehr erkennen. Sie steht vor ihm, er aber hält sie für eine Kopie, für einen Roboter. Er kann, kurz gesagt, keine emotionale Beziehung mehr zu dem Bild herstellen, das er vor sich sieht.
Diese Störung, das sogenannte Capgras-Syndrom, bezieht sich nicht nur auf seine Schwester, nicht einmal nur auf menschliche Wesen (auch seine Wohnung hält Mark für eine gut gemachte Filmkulisse). Was wie eine Kuriosität, eine seltene neurologische Absonderlichkeit anmutet, führt Richard Powers allerdings zu den generellen Fragen der Neurologie: Wie hängen Gefühle und Gedanken miteinander zusammen? Was heißt Bewusstsein? Wie funktioniert das menschliche Gehirn überhaupt und wie fragil ist seine Konstruktion?
Für die literarische Umsetzung dieser Fragen wurde Powers euphorisch gelobt (SZ vom 4. 10. 2006). Die akustische Fassung nun, so sehr sie auch auf Kürzungen angewiesen war, besitzt gleichwohl ihren ganz eigenen Reiz: Der Hörer wird keinen Moment in Ruhe gelassen, es herrscht eine leise, unterschwellige, doch ständige Verunsicherung. Mal klingen die Stimmen wie von Ferne, mal ganz metallisch, als wären sie stark komprimiert, dann wieder hallen sie den Ohren intensiv entgegen.
Zuweilen ist es, als läge man mit geschlossenen Augen im Bett und als würde die Migräne die von außen eindringenden Geräusche verzerren. Und wenn das Außen unberechenbar ist, wo hat man sich dann selbst zu verorten? Mehr noch als durch die Stimmen illustriert der Regisseur Fabian von Freier die elementare Verunsicherung der Figuren durch Musik und Geräusch, durch ein unablässig bebendes Klangbild. Marion Wöhrle und Maciej Sledziecki haben diese Musik komponiert, das seltsame, an die Luft in einem Akkordeon erinnernde Surren, die klackernden Hölzer, hallenden Metallstäbe, vereinzelten Gitarrentöne, den Eindruck tiefer Blasinstrumente und das elektronische Pochen.
So dezent sich all diese Elemente ausnehmen – nicht zu vergessen die besonnene Art der Sprecher, vor allem die Stimme des großartigen Florian Lukas – so scheinen sie doch mitzurütteln an der festen Überzeugung, dass Ich Ich ist. „Ich fühle mich gefangen in den Gedanken eines anderen”, sagt Mark einmal. Mit diesem Hörspiel, so meint man, lässt sich in manch verborgenen Winkel unserer Selbst hineinhorchen.TOBIAS LEHMKUHL
RICHARD POWERS: Das Echo der Erinnerung. Regie: Fabian von Freier, Sprecher: Annett Renneberg, Florian Lukas u. a. Der Hörverlag, München 2009,
2 CDs, 110 Min., 19,95 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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