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In «Blinde Geister» erzählt Lina Schwenk eine berührende Familiengeschichte von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Mit ihrem eindringlichen Romandebüt schreibt sie in eine Zeit hinein, in der drängende Fragen auf ein tiefes Schweigen prallen. Olivia, die Tochter von Rita und Karl, kennt seit jeher die Angst der Erwachsenen vor einem erneuten Krieg, obwohl seit Jahren Frieden herrscht in Deutschland. Beharrlich überprüft Karl die Speisekammer auf Vorräte, und immer wieder sucht die Familie gemeinsam Zuflucht im Keller, wenn der Vater den Einfall der Russen fürchtet. Für Olivia u...
In «Blinde Geister» erzählt Lina Schwenk eine berührende Familiengeschichte von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Mit ihrem eindringlichen Romandebüt schreibt sie in eine Zeit hinein, in der drängende Fragen auf ein tiefes Schweigen prallen. Olivia, die Tochter von Rita und Karl, kennt seit jeher die Angst der Erwachsenen vor einem erneuten Krieg, obwohl seit Jahren Frieden herrscht in Deutschland. Beharrlich überprüft Karl die Speisekammer auf Vorräte, und immer wieder sucht die Familie gemeinsam Zuflucht im Keller, wenn der Vater den Einfall der Russen fürchtet. Für Olivia und ihre Schwester Martha ist es ein Spiel, dem sie sich still fügen, auch weil sie längst wissen, dass den Eltern die Worte für Erklärungen fehlen und das Schweigen nur umso lauter wird, je mehr sie fragen. "Bald bin ich tot", denkt auch Olivia, als die Unruhe der Eltern schleichend zu ihrer eigenen wird. In ihrer ersten eigenen Wohnung fehlt Olivia der Keller - dieser kleine Schutzbunker ihrer Kindheit, der immerhin eins bedeutete: Familienzeit. Die langen Risse, die von den Eltern bis in ihre Generation reichen, erkennt sie erst, als sie später versucht, ihre eigene Tochter vor jenem Bedrohungsgefühl zu schützen. Doch dann kommt der Februar 2022, und das, was zuvor wie ein Phantom wirkte, wird plötzlich erschreckend real. "Blinde Geister" ist ein vielschichtiger und bewegender Roman, der vor dem Hintergrund deutscher Zeitgeschichte tief verwurzelte Ängste freilegt und mit feinem Gespür das Sonderbare und Entrückte im Menschen ergründet.
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Lina Schwenk, geboren 1988 in Bochum, arbeitete zunächst als Krankenschwester und in der medizinischen Flüchtlingshilfe. Anschließend studierte sie Medizin in Witten, St. Etienne und Cardiff und ist seither als Ärztin tätig. Mit einem Romanauszug aus «Blinde Geister» war sie 2022 Finalistin beim Open Mike, 2025 beim Alfred-Döblin-Preis. 2024 erhielt sie für das unveröffentlichte Manuskript den GWK-Förderpreis für Literatur. Der Roman ist außerdem auf der Shortlist für den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals 2025.
Produktdetails
- Verlag: C.H. Beck
- Seitenzahl: 192
- Erscheinungstermin: 21. August 2025
- Deutsch
- ISBN-13: 9783406837050
- Artikelnr.: 74334444
... einer so poetischen, eindringlichen Sprache, dass einem die Protagonisten auf fast schon beunruhigende Weise nahe kommen und man beim Zuklappen des Buches diesen leisen Stich des Abschiednehmens spürt.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Melanie Mühl
Behutsam und doch eindringlich.
SPIEGEL, Felix Bayer
Lina Schwenk ergründet in ihrem Debütroman Blinde Geister auf so eindringliche Weise das Seelenleben der Nachkriegsgeneration, dass man meinen könnte, sie hätte diese Zeit selbst durchgemacht ... Schwenks Feingefühl und ihrer Fähigkeit zur Empathie verdanken wir ein fesselndes Buch über Erinnerung und Nähe.
Galore, Anna Chiara Doil
Besonders überzeugend ist ihr genauer Blick für Details, ihre Befähigung, charakteristische Episoden in gut sitzende aufs Wesentliche konzentrierte Sätze zu fassen. Lina Schwenk gelingt es, ein ganzes Frauenleben vor den Leseraugen entstehen zu lassen. Ein bemerkenswertes Debüt.
Deutschlandfunk Büchermarkt, Julia Schröder
Blinde Geister ist ein Roman, der an einem Nachmittag gelesen werden kann, aber lange nachhallt. Das Buch bietet Einblicke in die Weiterwirkung von Geschichte in Familien und präsentiert sich als literarisch präzises und emotional waches Debüt.
Ippen Media, Sven Trautwein
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Melanie Mühl
Behutsam und doch eindringlich.
SPIEGEL, Felix Bayer
Lina Schwenk ergründet in ihrem Debütroman Blinde Geister auf so eindringliche Weise das Seelenleben der Nachkriegsgeneration, dass man meinen könnte, sie hätte diese Zeit selbst durchgemacht ... Schwenks Feingefühl und ihrer Fähigkeit zur Empathie verdanken wir ein fesselndes Buch über Erinnerung und Nähe.
Galore, Anna Chiara Doil
Besonders überzeugend ist ihr genauer Blick für Details, ihre Befähigung, charakteristische Episoden in gut sitzende aufs Wesentliche konzentrierte Sätze zu fassen. Lina Schwenk gelingt es, ein ganzes Frauenleben vor den Leseraugen entstehen zu lassen. Ein bemerkenswertes Debüt.
Deutschlandfunk Büchermarkt, Julia Schröder
Blinde Geister ist ein Roman, der an einem Nachmittag gelesen werden kann, aber lange nachhallt. Das Buch bietet Einblicke in die Weiterwirkung von Geschichte in Familien und präsentiert sich als literarisch präzises und emotional waches Debüt.
Ippen Media, Sven Trautwein
Ein ruhiges Buch, aber sehr kraftvoll und intensiv. Es beschreibt uns das Zusammleben einer Familie, geprägt von Ängsten.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Olivia erzählt, die in den 50er Jahren aufwächst. Ihre Kindheit ist geprägt von den …
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Ein ruhiges Buch, aber sehr kraftvoll und intensiv. Es beschreibt uns das Zusammleben einer Familie, geprägt von Ängsten.
Die Geschichte wird aus der Perspektive von Olivia erzählt, die in den 50er Jahren aufwächst. Ihre Kindheit ist geprägt von den Ängsten ihres Vaters, der ein Kriegstrauma hat. Jedesmal, wenn er im Radio etwas von einem Krieg hört, bringt er seine Familie in den Keller. Dort verharrt die Familie dann oft tagelang.
Olivia, die jüngere der beiden Geschwister, steckt das alles nicht so leicht weg. Sie kommt im Leben nur schwer zurecht. Erst mit Mann und Kind wird es für sie besser.
Ein Leben auf 181 Seiten zu erzählen ist ambitioniert. Ich war neugierig ob das gelingen kann.
Mein Fazit: Mir haben zu viele Jahre gefehlt und damit die Entwicklung der Charaktere. Vielleicht blieben sie mir deshalb fremd. Aus diesem Grund von mir nur 3 Sterne.
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Olivia wächst zusammen mit ihrer Schwester Martha in den 50er Jahren auf. Die Eltern Rita und Karl haben den Krieg mit erlebt und leider noch immer unter Ängsten, vor allem Karl. Für die beiden Kinder wie ein Spiel, hieß es für die Familie oft tagelang überleben im …
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Olivia wächst zusammen mit ihrer Schwester Martha in den 50er Jahren auf. Die Eltern Rita und Karl haben den Krieg mit erlebt und leider noch immer unter Ängsten, vor allem Karl. Für die beiden Kinder wie ein Spiel, hieß es für die Familie oft tagelang überleben im Keller für den Ernstfall zu trainieren. Ein baldiger Tod erscheint der kleinen Olivia daher nicht abschreckend, sondern völlig normal. Schöne Momente gab es für die Familie mit dem Campingbus am Meer. Olivia genoss die Nähe.
Doch auch sie hat diese Art der Kindheit geprägt. Sie braucht Nähe, viel Nähe.
Eine sanfte Geschichte, die zeigt wie die Kriegszeit auch danach noch nachwirkte und die Generationen beeinflusste. Ganz unaufgeregt erzählt die Autorin die Geschichte von Rita und Karl, die tief verbunden auch den letzten Schritt gemeinsam gehen, und die von Olivia. Lina Schwenk greift in ihrem Debüt ein schwieriges Thema auf, welches sicherlich unter einigen Oberflächen gebrodelt hat, um verpackt es in eine berührende Geschichte. Ein sehr gelungener Debütroman.
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Gebundenes Buch
»Ich kenne diese Stille. Musste sie als Kind so oft ertragen. Früher hat sie in den Sätzen selbst angefangen, in Antworten, die nicht mehr zu den Fragen passten, sich zwischen den Worten breitgemacht und so weiter ausgedehnt, bis irgendwann gar nicht mehr gesprochen wurde.« …
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»Ich kenne diese Stille. Musste sie als Kind so oft ertragen. Früher hat sie in den Sätzen selbst angefangen, in Antworten, die nicht mehr zu den Fragen passten, sich zwischen den Worten breitgemacht und so weiter ausgedehnt, bis irgendwann gar nicht mehr gesprochen wurde.« (Seite 103)
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Karl und Rita gehen mit ihren Töchtern Martha und Olivia regelmäßig in den Keller. Es sind die 1950er Jahre in Deutschland, der Krieg ist vorbei, außer für Karl, der die Lebensmittelvorräte überprüft und permanent am Radio klebt, um zu hören, ob die Russen kommen. Lange Zeit glaubt Olivia, dies sei normal, erst als Erwachsene verarbeitet sie, was in ihrer Kindheit geschah.
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Die Ich-Erzählerin Olivia fängt an über ihr Leben zu sprechen, da ist sie elf Jahre alt. Wirr und ungeordnet ist ihre Geschichte, die Erzählung springt von Ereignis zu Ereignis, so richtig schlau wird man anfangs nicht daraus. Dies ist stimmig und passend, versteht sie als Kind ja nicht wirklich, was da passiert, dieses Gefühl transportiert sie auf mich als Leserin und kommt mir so ganz nah. Je älter Olivia wird, desto weniger mag ich sie, kann nicht nachvollziehen, warum sie so handelt, wie sie es tut, bis sie erwachsen wird, mehr reflektiert und mit mir zusammen aus den vielen kleinen Stücken ein Ganzes erschafft. Langsam dämmert mir, was in Olivias Kindheit geschah, und erst da erschließt sich auch mir die gesamte Breite der Geschehnisse. Verständnis kommt auf und eine Versöhnung mit der Figur ist zum Greifen nah.
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Der Debütroman von Lina Schwenk wurde für zahlreiche Preise nominiert, unter anderem für den Deutschen Buchpreis 2025. Zuletzt wurde das Buch mit dem Publikumspreis des Harbour Front Literaturfestivals 2025 ausgezeichnet. Für mich ein großartiges Werk über die Nachkriegsgeneration, die Sprachlosigkeit in den Familien, die Worte zwischen den Zeilen und darüber, ob und wie eine Heilung möglich ist. Sprachlich einfach meisterhaft lässt mich das Werk ergriffen und bewegt zurück. Grandios!
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Gebundenes Buch
Passend zu Lebensversicherung von Kathrin Bach folgt hier Blinde Geister, denn auch in diesem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman geht es um Angst. Olivia übernimmt die Traumata ihres Vaters, die Angst, die durch Sprachlosigkeit nicht aufgelöst wurde, geht über in die …
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Passend zu Lebensversicherung von Kathrin Bach folgt hier Blinde Geister, denn auch in diesem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman geht es um Angst. Olivia übernimmt die Traumata ihres Vaters, die Angst, die durch Sprachlosigkeit nicht aufgelöst wurde, geht über in die Tochter und lebt fort.
Ihre Frage, repräsentativ für die Fragen der Nachgeborenen an die Kriegsgeneration, laufen ins Leere, werden rigoros geblockt. Mehr und mehr wird dieses Schweigen in der zeitgenössischen Literatur thematisiiert. Kürzlich erfuhr ich, dass die Krautrockbewegung auf dieser Ohnmacht fusst und mit neuem künstlerischen Ausdruck eine Sprache fand.
In Olivia stecken also tief verwurzelte Ängste. Sie wächst auf mit der Angst der Eltern vor einem neuen Krieg, und irgendwo ist immer Krieg. Der Vater prüft ständig die Vorräte im hauseigenen Schutzkeller, in den sich die Familie immer wieder tagelang flüchtet. Die wachsende Unruhe geht auf Olivia über, die latente Bedrohung ist überall. Beim Namen genannt werden diese Ängste erst, als Olivia selbst eine Tochter hat, die sie auch - längst erwachsen - vor diesem Gefühl schützen möchte. Erst als 2022 der Krieg vor der eigenen Haustür scheint, beginnt die Tochter zu verstehen, das vorher Belächelte wirkt greifbar nahe.
Ich weiss wie das ist. Ich weiss, wie das ist, wenn Ängste über Generationen in der Familie weitergegeben werden. Die älteren Jahrgänge hatten weder die Zeit noch den Luxus, sich darum zu bemühen, diese Ängste aufzulösen. Wir sind die Privilegierten, die das können. Keine Kriege, keine Not, Raum für Reflexion, eine psychotherapeutische Landschaft, die jedes menschliche Befinden kennt.
Mir hat das Buch gefallen. Bis zum Ende hab ich nicht ganz verstanden, warum die Eltern am Anfang auf dem Boden liegen, aber das ist unwichtig. Der Umgang mit der fremden Angst, den Rissen in der Geschichte, das Suchen nach sich selbst in all den Gefühlen auferlegter Verantwortung für das Wohlbefinden anderer, das ist hier mal ganz anders umgesetzt und bezieht die stumme Nachkriegszeit mit ein, die immer noch Wellen schlägt. Wie gut, dass sie in der Literatur immer weiter Einzug hält.
Allein das Fazit am Ende lehne ich ab. Entschieden. Die Angst gehört nicht dazu.
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Gebundenes Buch
Ein Buch, welches zurecht für den Buchpreis in diesem Jahr normiert wurde.
Im Buch geht es um Trauma,
Olivia, die Tochter von Rita und Karl, wird groß in der Nachkriegszeit. Vom Krieg gezeichnet, bleiben bei nahezu allen Familienmitgliedern Traumatisierungen übrig. Für …
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Ein Buch, welches zurecht für den Buchpreis in diesem Jahr normiert wurde.
Im Buch geht es um Trauma,
Olivia, die Tochter von Rita und Karl, wird groß in der Nachkriegszeit. Vom Krieg gezeichnet, bleiben bei nahezu allen Familienmitgliedern Traumatisierungen übrig. Für Olivia und ihre Schwester gehört die Angst und der Gang in den Luftschutzbunker zum Alltag. Als Olivia erwachsen wird, kann sie diese Situation nicht aushalten, kommt in die Psychiatrie und lässt sich behandeln. Als das Leben wieder in Bahnen läuft, beginnt der Krieg in der Ukraine, Eine Heilung, welche über Generationen passierte, droht aufgrund der Retraumatisierung zu kippen.
Dieses kurze Buch (es sind gerade einmal 190 Seiten) beinhaltet so viel. Viel Trauma, viel Suche nach dem Ich, viel Wunsch nach Verarbeitung. Es machte mich von Beginn an traurig, über die Sätze legte sich eine schwere, die ich kaum beschreiben kann. Das Thema transgenerationale Traumatisierung beschäftig mich schon länger, ich finde die Autorin hat diese Thema und die Folgen über mehrere Generationen hinweg, ganz wunderbar gezeichnet. Ich konnte sämtliche Gefühle und den Schmerz, hören und fühlen - und das muss man erst mal schaffen. Ein ganz beeindruckendes Buch!
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Gebundenes Buch
"Die Stille zu viert gehört für mich zu den großen Momenten." (Seite 31)
Lina Schwenk präsentiert uns hier ein ruhiges Buch, dass aber dennoch voll aufwallender Kräfte ist. Eine kleine feine Familiengeschichte, so mutet es zunächst an, mit Eltern, die bis …
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"Die Stille zu viert gehört für mich zu den großen Momenten." (Seite 31)
Lina Schwenk präsentiert uns hier ein ruhiges Buch, dass aber dennoch voll aufwallender Kräfte ist. Eine kleine feine Familiengeschichte, so mutet es zunächst an, mit Eltern, die bis ins hohe Alter voller Liebe sind, die sich immer halten und brauchen. Karl und Rita, geprägt vom Krieg. Mit Ängsten und Traumata, die ihr Leben im Allgemeinen nicht beeinflussen, das Familienleben im Kleinen aber schon. Eine Einzelfallgeschichte, die zeigt, wie die Nachkriegsgeneration mit den Wunden der Eltern zu kämpfen hat und diese Traumata übernimmt bzw. verinnerlicht.
Rita und Karl sind liebende Eltern, aber sie merken nicht bzw erst spät, wie sich der Krieg in ihren Köpfen vor allem auf ihre jüngere Tochter Olivia auswirkt. Olivia, die lange, die engen Räume ihrer Kindheit sucht und sich nie wirklich davon befreien kann. Scheinbar erst mit der übernächsten Generation setzt ein Heilen ein. Ein Heilen, dass durch einen weiteren Krieg in Europa bedroht ist.
Lina Schwenk vermag es auf nicht einmal 190 Seiten, mehr als ein halbes Jahrhundert Familiengeschichte, teilweise fragmentartig aber doch immer ganz rund zu erzählen. Ein Snackbook, dass den Namen nicht verträgt, weil es keinen Snacks sondern eher einem Mehr-Gänge-Menü entspricht.
Und ich freue mich sehr, dass Lina Schwenk mit 'Blinde Geister' für den Deutschen Buchpreis nominiert ist.
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Gebundenes Buch
Blinde Geister habe ich schon vor Wochen beendet und es hallt noch immer in mir nach, vorallem in den Gesprächen in meiner Familie. Die Art und Weise, wie Lina Schwenk das Schweigen der Nachkriegszeit beschreibt, wie sie die Auswirkungen der Geheimnisse in einer Familiengeschichte schildert, …
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Blinde Geister habe ich schon vor Wochen beendet und es hallt noch immer in mir nach, vorallem in den Gesprächen in meiner Familie. Die Art und Weise, wie Lina Schwenk das Schweigen der Nachkriegszeit beschreibt, wie sie die Auswirkungen der Geheimnisse in einer Familiengeschichte schildert, hat etwas in mir bewegt. Plötzlich fiel es mir leichter alte Fragen wieder anzusprechen. Eine absolute Leseempfehlung von mir, einmal wegen der klaren, wunderschönen Sprache, aber auch wegen dem Sog, den dieses Buch aufbaut. Dem Gefühl, das hinter jedem dieser Sätze noch etwas anderes steckt, wie auch die Geheimnisse in einer Familie immer hinter der Normalität verborgen sind. Ich werde es noch oft verschenken, in der Hoffnung, dass es anderen, das geben kann, das es mir gegeben hat. Einen neuen Zugang zur Vergangenheit, neuen Mut. Ich kann verstehen, warum Blinde Geister für zig Preise nominiert ist und bin sehr dankbar, dieses Buch durch die Longlist des Buchpreises entdeckt zu haben.
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Gebundenes Buch
Blinde Geister – Lina Schwenk
Dieser Roman hat es 2025 auf die Longliste des Deutschen Buchpreises geschafft. Mich persönlich konnte er nicht so sehr begeistern.
Dabei ist das Thema interessant. Es geht um Kriegstraumata und die transgenerationale Weitergabe derer. PTBS war nach den …
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Blinde Geister – Lina Schwenk
Dieser Roman hat es 2025 auf die Longliste des Deutschen Buchpreises geschafft. Mich persönlich konnte er nicht so sehr begeistern.
Dabei ist das Thema interessant. Es geht um Kriegstraumata und die transgenerationale Weitergabe derer. PTBS war nach den beiden Weltkriegen sicherlich noch weniger bekannt und die allerwenigsten ließen sich deshalb wohl psychotherapeutisch behandeln. Und so machte man einfach weiter mit dem Leben, wie es halt möglich war. Über die Kriegszeit wurde entweder geschwiegen oder ständig geredet. Ich kenne das aus meiner Großelterngeneration.
Olivia wächst in einem seltsamen Elternhaus auf. Vater Karl ist schwerst traumatisiert und hat nach wie vor Angst vor den Russen. Mutter Rita lässt ihn. Regelmäßig verbringt die Familie ganze Tage und Nächte im Keller. Eine wirkliche Begründung erhalten die Kinder nicht. Wen wundert es da, dass Olivia ebenfalls eine Angststörung und Verhaltensauffälligkeiten entwickelt…
Psychologen haben vermutlich ihre Freude an dem Roman. Sind Olivias Probleme das Ergebnis einer transgenerationalen Weitergabe des Traumas der Eltern und Großeltern? Oder liegt es einfach an der unsicheren Bindung, der ständigen Konfrontation mit den Ängsten des Vaters?
Ist die Sprache angenehm und eingängig, so ist es der Aufbau dieser Geschichte leider nicht. Die Handlung springt in der Zeit hin und her – es ähnelt Puzzlestücken, die man nach und nach zusammensetzen muss. Am Ende haben wir Olivia fast ein ganzes Leben lang begleitet – viele Leerstellen bleiben trotzdem.
Es ist ein wichtiges und berührendes Thema. Leider konnte ich eine gewisse Distanz zu den Figuren nicht überbrücken.
3 Sterne.
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Gebundenes Buch
Blinde Geister von Lina Schwenk steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025. Das mit knapp 200 Seiten nicht sehr umfangreiche Buch lässt mich etwas ratlos zurück.
Karl und Rita haben zwei Töchter: Olivia und Martha. Die Mädchen werden irgendwann in den 1950er …
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Blinde Geister von Lina Schwenk steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025. Das mit knapp 200 Seiten nicht sehr umfangreiche Buch lässt mich etwas ratlos zurück.
Karl und Rita haben zwei Töchter: Olivia und Martha. Die Mädchen werden irgendwann in den 1950er Jahren geboren. Seit dem Krieg hat Karl Angst vor Bombardierungen, regelmäßig packt er einen Koffer, nimmt Vorräte mit und zieht mit Frau und Töchtern in den Keller. Irgendwann weigert sich Martha, ihre Eltern und die Schwester in den Keller zu begleiten.
„Es ist ständig irgendwo Krieg. Bloß stört das die meisten nicht. Für uns hieß das Familienzeit, die Füße in dicken Strümpfen, ohne Tageslicht zusammenhocken, nächtelang.“
Als junge Frau ist Olivia eine Zeitlang in der Psychiatrie. Sie heiratet Paul, der aus einer deutsch-norwegischen Familie stammt. Über Martha und Olivias Tochter Ava erfahren wir nur wenig.
Der Roman besteht aus Momentaufnahmen aus Olivias Leben, ihrer Kindheit, Jugend, ihrem Berufsleben als Krankenschwester bis hin zum Ruhestand. Die großen Zeitsprünge lassen zu viele Fragen offen, Jahresangaben fehlen, so dass ich oft nicht wusste, in welchem Jahr die Handlung gerade spielt. Cover und Schreibstil gefallen mir sehr. Es ist kein Buch, das man in einem Rutsch durchliest, es regt zum Innehalten und Nachdenken an. Es lässt mich bedrückt zurück, das einzig Schöne im Buch ist die tiefe Liebe zwischen Karl und Rita.
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Gebundenes Buch
Das Gestern und das Heute
Eine Familiengeschichte. Auf 191 Seiten. Nun könnte man meinen, dass diese Seitenanzahl es schwierig machen könnte, glaubhaft und vor allem überzeugend auf die verschiedenen Generationen einer Familie zu schauen. Aber dieses Kunststück auf diesen doch …
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Das Gestern und das Heute
Eine Familiengeschichte. Auf 191 Seiten. Nun könnte man meinen, dass diese Seitenanzahl es schwierig machen könnte, glaubhaft und vor allem überzeugend auf die verschiedenen Generationen einer Familie zu schauen. Aber dieses Kunststück auf diesen doch wenigen Seiten einen intensiven Blick auf eine Familie zu werfen, gelingt Lina Schwenk wirklich grandios und diese Autorin begeistert mich hier ungemein. Das erste Buch der diesjährigen Longlist für mich und ich bin gleich hellauf entzückt. „Blinde Geister“ ist ein so schöner Blick auf Fritzchen, auf Rita und Karl, auf Martha, auf Olivia und Paul, auf Joris, auf Ava und Ilja, ein absolut gelungener Blick, liebe ich, sehr!
Die verschiedenen Generationen werden beleuchtet und mit ihnen ihre Sichten, diese Sichten und Erlebnisse, die Menschen beeinflussen, etwas mit ihnen machen. Und natürlich beeinflussen die verschiedenen Generationen einer Familie einander. Elter und Kinder. Was gibt man in der Elternrolle an die Kinder weiter, was nehmen diese an und geben es ihrerseits weiter? Immerzu und so fort. Was bemerkt man an negativen Einflüssen innerhalb einer Familie und versucht dagegen zu steuern, mehr oder weniger erfolgreich, denn völlig abgrenzen gelingt in einer Familie natürlich schlechter, gerade wegen der bestehenden Verbindungen. Trotz der geringen Seitenanzahl brenne ich und bin fast sofort in diesem Buch angekommen. Natürlich begeistern mich die weiblichen Charaktere mehr. Denn was in einer Familie liegt meist in den Händen der Frauen?
„Blinde Geister“ ist aber nicht nur ein Blick auf eine Familie. Hier geht es auch um Ängste, und speziell der Angst vor einem Krieg. Die Nachkriegsgeneration empfindet diese Angst sehr stark, nachvollziehbar stark, gibt diese Angst weiter, beeinflusst die Nachkommenden. Und viele Jahre später entstehen neue Ängste. Was macht man dann? Wie viel Raum lässt man diesen Ängsten, wenn man sich einem Szenario gegenübersieht, welches wieder in Richtung Angst vor einem Krieg geht. Diese Frage dürfen wir uns gerade selbst beantworten. Das Buch zeigt die Umgangsweise der Personen darin. Denn was ist wichtig? Angsterfüllende Situationen. Oder unser Hier und Jetzt. Unser begrenztes Hier und Jetzt. Lässt man die Angst das Leben bestimmen? Oder arbeitet man bewusst dagegen? Dies sind Dinge, mit denen wir uns in den Psychiatrien tagtäglich befassen. Aber mittlerweile nicht nur wir in den Psychiatrien. Leider. Von daher ist „Blinde Geister“ ein gerade sehr richtiges und wichtiges Buch, dem ich viele Leser wünsche.
Olivia und Martha. Ihr Gestern, ihr Heute und ihr Morgen. Wunderschöne Blicke. Auf Ursachen und Möglichkeiten. Man geht einen Weg mit Olivia und Martha. Erlebt ihre Welt und schaut auch etwas auf die Eigene.
Mich hat „Blinde Geister“ begeistert und überzeugt. Eine wunderschöne Familiengeschichte auf 191 Seiten. Dies muss man erst einmal in dieser Eindringlichkeit hinbekommen. Chapeau! Liebe ich und empfehle ich natürlich. Sehr!
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