A. Rae Dunlap
Broschiertes Buch
Wer die Toten stört
Historischer Thriller über Grabräuber, Serienkiller und den unbändigen Wunsch nach Wissen und medizinischen Fertigkeiten. Historischer Roman
Übersetzung: Franken, Axel
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Schottland, 1828. Der naive, aber unbeirrbare James Willoughby gibt sein behütetes Leben in Oxford auf, um in Edinburgh Medizin zu studieren. Die Universität der Stadt bietet alles - außer der Möglichkeit, an einem menschlichen Leichnam zu arbeiten und somit chirurgisches Wissen zu erlangen. Nye MacKinnon, ein schneidiger junger Sezierer, verspricht James zu helfen. Doch Nye ist ein Grabräuber, ein Leichenfledderer. Und James ist unwissentlich sein Komplize geworden. Schon bald geraten die beiden zwei besonders zwielichtigen Grabräubern namens Burke und Hare in die Quere, deren Nachschub...
Schottland, 1828. Der naive, aber unbeirrbare James Willoughby gibt sein behütetes Leben in Oxford auf, um in Edinburgh Medizin zu studieren. Die Universität der Stadt bietet alles - außer der Möglichkeit, an einem menschlichen Leichnam zu arbeiten und somit chirurgisches Wissen zu erlangen. Nye MacKinnon, ein schneidiger junger Sezierer, verspricht James zu helfen. Doch Nye ist ein Grabräuber, ein Leichenfledderer. Und James ist unwissentlich sein Komplize geworden. Schon bald geraten die beiden zwei besonders zwielichtigen Grabräubern namens Burke und Hare in die Quere, deren Nachschubbedarf an Toten so hoch ist, dass sie dafür bereit sind, über Leichen zu gehen ...
Rae Dunlap studierte Filmwissenschaft und viktorianische Literatur an der Northwestern University und arbeitet als Redakteurin bei Walt Disney, wo sie für die Trailer der wohl einflussreichsten Geschichten-Schmiede der Welt zuständig ist. Sie lebt mit ihrem Mann in einer kleinen Bergstadt in Kalifornien. Mehr Informationen unter ARaeDunlap.com
Produktdetails
- Verlag: Bastei Lübbe
- Originaltitel: The Resurrectionist
- Artikelnr. des Verlages: 0141
- 1. Aufl. 2025
- Seitenzahl: 416
- Erscheinungstermin: 28. November 2025
- Deutsch
- Abmessung: 216mm x 140mm x 40mm
- Gewicht: 526g
- ISBN-13: 9783757701413
- ISBN-10: 3757701410
- Artikelnr.: 73833663
Herstellerkennzeichnung
Lübbe
Schanzenstraße 6-20
51063 Köln
vertrieb@luebbe.de
Ziemlich cooler historischer Roman
Vorab: ich bin nicht sicher wie akkurat diese historische Erzählung ist, grob könnte das auf jeden Fall hinkommen. Bin aber auch ehrlich, ich fand die Geschichte selbst so packend, dass es mir eigentlich ziemlich egal ist, wie akkurat sie ist. Ich …
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Ziemlich cooler historischer Roman
Vorab: ich bin nicht sicher wie akkurat diese historische Erzählung ist, grob könnte das auf jeden Fall hinkommen. Bin aber auch ehrlich, ich fand die Geschichte selbst so packend, dass es mir eigentlich ziemlich egal ist, wie akkurat sie ist. Ich hatte einfach ne richtig gute Zeit mit diesem Buch, gefangen zwischen Schaudern und Faszination. Die Atmosphäre Edinburghs wurde auf jeden Fall total gut getroffen und die makaberen, effektheischerischen anatomischen Vorführungen tun ihr übriges um der Geschichte einen tollen Vibe zu verpassen.
Das Thema rund um das Medizinstudium, die Anatomie-Stunden und die Leichenbeschaffung war toll getroffen und das Buch passt damit perfekt in diese Jahreszeit. Es wird schaurig, blutig und ein bisschen zwielichtig. Also eigentlich alles, was ein guter historischer Schauer-Roman braucht um auch wirklich spannend zu sein. Hat außerdem so ein bisschen einen Banden-Vibe und die Dynamik innerhalb der Leichengräber-Gruppen war absolut catchy.
Nen Pluspunkt gibts von mir für die unerwartete, aber total gut angelegte Lovestory. Hab ehrlich gesagt nicht unbedingt damit gerechnet in diesem Buch eine Liebesgeschichte zu finden, aber es passt einfach. Nimmt nicht zu viel Raum ein, gibt der Geschichte aber einen Ruhepol und bildet einen guten Ausgleich zu den eher abstoßenden Szenen.
Der Erzählten ist schon etwas rauer, die Charaktere ungeschliffen und die Beschreibungen rund um die anatomischen Versuche durchaus bildlich. Diese Kombination ist einfach fantastisch und macht das Buch dadurch wirklich unterhaltsam.
Fands richtig gut.
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"Wer die Toten stört" ist ein Buch, das sich gar nicht so leicht in ein Genre einordnen lässt. Ist es eher ein historischer Roman, ein Medizinthriller oder eine queere Romance? Es ist auf jeden Fall ein kleines Überraschungspaket, das mich durchweg begeistert hat.
Darum …
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"Wer die Toten stört" ist ein Buch, das sich gar nicht so leicht in ein Genre einordnen lässt. Ist es eher ein historischer Roman, ein Medizinthriller oder eine queere Romance? Es ist auf jeden Fall ein kleines Überraschungspaket, das mich durchweg begeistert hat.
Darum geht's:
Etwas naiv startet James Willoughby in sein Medizinstudium im schottischen Edinburgh. Schnell wird klar: wenn er praktisches medizinisches Wissen erlangen will, muss er einen Platz an einer der chirurgischen Privatschulen ergattern. Doch James muss bald feststellen, dass hinter den Privatschulen ein düsteres und illegales Geschäft mit Leichen steht - und er sich wohl oder übel darauf einlassen muss.
Meinung:
Gleich von der ersten Seite an hat mich der Schreibstil in Bann gezogen. Gehoben und bildgewaltig entspricht er James' Herkunft und der damaligen Zeit und versetzt einen sofort ins Edinburgh des 19. Jahrhundert.
Der moralische Konflikt zwischen wissenschaftlichem Fortschrittsdrang und ethischen Bedenken der damaligen Zeit wird durch James' Augen eindrucksvoll dargestellt. Er macht eine erstaunliche Charakterentwicklung durch: vom naiven Sohn aus gutem Hause zu einem bodenständigem Mann, der seine familiären Fesseln abstreift und seinen eigenen Weg geht.
Nicht ganz unschuldig daran ist der Einfluss des wissenschaftlichen Assistentin Aneurin. Er ist zunächst eine etwas mysteriöse Figur, deren Hintergrundgeschichte sich nach und nach entfaltet.
Zwischen turbulenten Verfolgungsjagden mit der Polizei und hartem Konkurrenzkampf mit den berühmte berüchtigten Leichenräubern Burke und Hare erwächst zwischen James und Aneurin ein zartes Band, aus dem bald schon mehr wird. Diese Liebesgeschichte kam für mich ganz unerwartet und ist ein schöner Kontrast zur eher düsteren Leichenraub-Geschichte.
Fazit: gelungene Mischung aus historischer Fiktion und wahrem Verbrechen, mit vielschichtigen Figuren und einer unerwarteten Liebesgeschichte.
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Anders, aber es lohnt sich
Nachdem ich die Kurzbeschreibung und die Leseprobe dieses Buchs gelesen hatte, wollte ich es unbedingt lesen. Vor einiger Zeit habe ich Anatomy gelesen, wo es im Prinzip um das gleiche Thema ging, und das hat mich sehr fasziniert. Daher war ich natürlich neugierig, …
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Anders, aber es lohnt sich
Nachdem ich die Kurzbeschreibung und die Leseprobe dieses Buchs gelesen hatte, wollte ich es unbedingt lesen. Vor einiger Zeit habe ich Anatomy gelesen, wo es im Prinzip um das gleiche Thema ging, und das hat mich sehr fasziniert. Daher war ich natürlich neugierig, wie es hier umgesetzt wird. Und jetzt kann ich sagen, dass auch dieses Buch mir sehr gut gefallen hat. Leider ist die manchmal doch etwas altmodisch oder gestelzte Sprache wirklich anstregend zu lesen, gerade am Anfang. Aber das Durchhalten lohnt sich, denn die Geschichte nimmt dann doch recht schnell Fahrt auf.
Mich hat fasziniert, dass es hier einerseits um historische Tatsachen geht, gleichzeitig um die Geschichte der Medizin und die Frage, woher die Leichen kommen sollen, an denen die Studenten üben und ihre anatomischen Kenntnisse ausweiten sollen, und auch noch eine Liebesgeschichte, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Allerdings passte das für mich gut und ich mochte die Beschreibungen sehr. Es gibt keine expliziten Sexszenen, dafür viele wunderbare Begegnungen der beiden, die sehr anrührend und faszinierend beschrieben sind. Das hat mir wirklich gut gefallen.
Die Geschichte selbst beruht lose auf wahren Tatsachen und hat mich wieder fasziniert. Ein System, das sich immer weiter dreht und neue Facetten erschafft. Nicht nur Geschichtsbegeisterte werden an diesem Buch ihre Freude haben.
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Ich bin begeistert!
James beginnt sein Medizinstudium in Oxford, da diese Uni 1828 die fortschrittlichste in dem Bereich ist. Doch das Studium ist nur theoretisch, die praktische Übung müssen sich die angehenden Ärzte in privaten chirurgischen Lehranstalten holen, die aber auch …
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Ich bin begeistert!
James beginnt sein Medizinstudium in Oxford, da diese Uni 1828 die fortschrittlichste in dem Bereich ist. Doch das Studium ist nur theoretisch, die praktische Übung müssen sich die angehenden Ärzte in privaten chirurgischen Lehranstalten holen, die aber auch eine Menge Geld kosten. James‘ finanzielle Unterstützung wird immer geringer, weshalb er durch Aneurins Hilfe einen ungewöhnlichen Weg wählt, um sich diese zusätzliche unabdingbare Bildung zu leisten. Direkt zu Beginn des Studiums trifft er in seiner Unterkunft auf Charlie und seine Clique, mit denen er oft den Abend ausklingen lässt.
Ich mag die Atmosphäre des Buches sehr! Realistisch gesehen sind die damaligen Zustände in der Medizin und wie manche Erkenntnisse erlangt wurden, schockierend, aber in einem Buch sind die Anfänge der modernen Medizin total faszinierend und auch die Leichenraube auf dem Friedhof ein passendes Detail. Manchmal makaber, aber auch sehr abenteuerlich tragen so einige Momente zu einem düsteren Dark Academia-Vibe bei. Wobei ich finde, dass die Geschichte auch viel Augenmerk auf die Charaktere legt. James‘ Art ist einfach unglaublich sympathisch und seine Entwicklung schön mitzuverfolgen. Auch wenn seine Clique aus Kommilitonen und Mitbewohnern immer mehr untergeht, ist es eine tolle Truppe mit so einigen Eigenheiten. Die Liebesgeschichte hat mir auch unglaublich gut gefallen, weil man einerseits am Anfang noch nicht erahnen kann, in wen sich James verliebt (diese Tatsache ist ungewöhnlich und sehr erfrischend) und die beiden eher unspektakulär zusammen finden und es auch keine expliziten spicy Szenen gibt, sodass die Liebesgeschichte einfach nur herzerwärmend ist. Und absolut spannend ist die Geschichte natürlich ebenfalls. Für die Leichenräuber wird es einige Male ganz schön knapp, ich habe bei einigen actionreichen Szenen die Luft angehalten, später wird es zunehmend gefährlich und die Autorin konnte mich auch oft überraschen.
»Was denn? Leichen sind keine unangenehme Gesellschaft. Sie sind zwar miserable Gesprächspartner, aber ich kann bestätigen, dass sie ausgezeichnete Zuhörer sind.« S. 107
Ich bin kein großer Fan davon, wenn Protagonisten uns Leser/innen ansprechen, aber hier gefällt es mir. Diese Andeutungen von James machen mich eher noch neugieriger. Der Schreibstil der Autorin ist total lebendig und James‘ Erzählung bereitet mir dadurch noch mehr Spaß. Der Protagonist ist vornehm und deshalb auch teilweise unbedarft und unwissend, auf eine liebenswerte Weise. Ich finde es lustig, wenn er sich über den Kleidungsstiel Gedanken macht oder entrüstet ist, wenn jemand nicht seinem gewohnten Standard der Höflichkeit entspricht. Ich finde das Buch hat einige amüsante Momente, weshalb ich schon öfter schmunzeln musste. Ja, die Geschichte ist mit den Leichenrauben und Sektion düster und manchmal makaber, aber sie hat eben auch eine gewisse Leichtigkeit und macht einfach Spaß.
Fazit:
„Wer die Toten stört“ ist eine großartige und total fesselnde Geschichte! Mit einem anschaulichen Schreibstil, Humor, liebenswerten Charakteren, einer sanften Liebesgeschichte und so einigen erschreckenden und abenteuerlichen Momenten, hat diese Geschichte alles, was man sich nur wünschen kann. Ich bin begeistert von A. Rae Dunlaps Dark Academia-Geschichte und möchte unbedingt mehr von ihr lesen!
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Dieser Krimi beschreibt die Anfänge der Medizin. Viele Arten und Praktiken würden heute nicht bestehen, wenn man es damals nicht auf die ein oder andere Art ausprobiert hätte .
Auch die Story von James und Nye ist sehr schön aufgebaut. Man liest über ihre Liebe aber es …
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Dieser Krimi beschreibt die Anfänge der Medizin. Viele Arten und Praktiken würden heute nicht bestehen, wenn man es damals nicht auf die ein oder andere Art ausprobiert hätte .
Auch die Story von James und Nye ist sehr schön aufgebaut. Man liest über ihre Liebe aber es ist nie drüber oder zu spicy.
Dieses Debüt ist sehr gelungen und ein Lob an die Autorin.
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Gruselig nd spannend
James Willoughby ist ein junger Mann aus gutem, aber verarmtem Hause. Er will Arzt werden und kommt zum Studium nach Edinburg. Hier arbeiten die besten Anatomen jener Zeit an echten Leichen.
Die Geschichte ist sprachlich ganz im Stile jener Zeit geschrieben. Das Gruselige, das …
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Gruselig nd spannend
James Willoughby ist ein junger Mann aus gutem, aber verarmtem Hause. Er will Arzt werden und kommt zum Studium nach Edinburg. Hier arbeiten die besten Anatomen jener Zeit an echten Leichen.
Die Geschichte ist sprachlich ganz im Stile jener Zeit geschrieben. Das Gruselige, das Toten anhaftet, weht geradezu durch durch die Buchseiten. Huh! Manche der eigentlich grauenhaften Szenen erscheinen durchaus komisch. Und es ist schließlich der Beginn der modernen Medizin. Nur so kann man erfahren, wie es im menschlichen Körper aussieht: indem man ihn aufschneidet und hineinsieht.
In diesem Spannungsfeld entwickelt sich der junge James, und ebenso der Roman. Stehen zuerst noch der Gruselaspekt und die Faszination im Vordergrund, so wird das Ganze schnell zu einem Krimi und dann zu einem Thriller, in dem es darum geht, nicht selber zur Leiche zu werden, sondern Mörder zu überführen. Ganz nebenbei erlebt James noch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.
Es passiert also eine ganze Menge auf diesen vierhundert Seiten. Lesen!
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Jahreshighlight 2025
„Wer die Toten stört“ von A. Rae Dunlap ist mein persönliches Highlight für das Jahr 2025 geworden. Mit großer Finesse vereint der Roman einen gut recherchierten historischen Hintergrund, True-Crime Elemente und eine Liebesgeschichte, die mich …
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Jahreshighlight 2025
„Wer die Toten stört“ von A. Rae Dunlap ist mein persönliches Highlight für das Jahr 2025 geworden. Mit großer Finesse vereint der Roman einen gut recherchierten historischen Hintergrund, True-Crime Elemente und eine Liebesgeschichte, die mich vollkommen verzaubert hat.
Das düstere und dreckige Setting im Edinburgh des 19. Jahrhunderts schafft eine beklemmende Atmosphäre und die Thematik des Leichenraubs für medizinische Fakultäten ist ebenso makaber wie faszinierend.
Besonders angetan hat es mir aber der außergewöhnliche und äußerst humorvolle Schreibstil der Autorin, der dem Roman eine ganz einzigartige Stimme verleiht. Ich hoffe sehr, dass in Zukunft noch mehr Bücher der Autorin ihren Weg auf den deutschen Markt finden!
Den Protagonisten James lernen wir zunächst als etwas tollpatschigen und naiven Medizinstudenten kennen. Im Laufe des Romans durchläuft er aber eine bemerkenswerte Entwicklung, die authentisch erzählt wird. Mir ist er bereits nach kurzer Zeit ans Herz gewachsen.
Auch die übrigen Figuren sind durchweg interessant und gut ausgearbeitet - mein persönlicher Favorit ist der geheimnisvolle und charismatische Grabräuber Nye.
Für meinen Geschmack hätte der Roman gerne etwas länger ausfallen dürfen. Ich hätte mir noch mehr Einblicke in die anatomischen Lehranstalten und den damaligen Unterricht gewünscht. Umso mehr hoffe ich, dass die Autorin eine Fortsetzung von James und Nyes Abenteuern plant.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Fans von düsteren historischen Romanen. Auch Liebhaber von True-Crime Geschichten kommen hier voll auf ihre Kosten.
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Eigentlich ist James nur nach Edinburgh gereist, um dort das beste und modernste medizinische Studium zu absolvieren und dem Einfluss seiner Familie zu entgehen, die ganz andere Pläne für ihn hat. Doch widrige Umstände führen dazu, dass James bei einer Bande von Grabräubern …
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Eigentlich ist James nur nach Edinburgh gereist, um dort das beste und modernste medizinische Studium zu absolvieren und dem Einfluss seiner Familie zu entgehen, die ganz andere Pläne für ihn hat. Doch widrige Umstände führen dazu, dass James bei einer Bande von Grabräubern einsteigen muss - erst nur als Ausguck und Wächter, später dann auch mit Spaten und Leichensack. Doch wie sonst soll James das für das Studium benötigte Geld aufbringen? Zumal die Leichen, die auch er selbst in einer privaten Lehranstalt obduziert, irgendwo herkommen müssen. Da dies aber der alten traditionellen Medizin widerspricht, muss sich die moderne Wissenschaft eben dieser nicht ganz legalen Mittel bedienen, um dem Fortschritt zu dienen.
Es ist faszinierend zu lesen wie die damaligen "Gepflogenheiten' waren, welchen Ehrenkodex es selbst unter den Grabräubern gab und wie ausgefeilt die Techniken in diesem Gewerbe zuweilen waren.
James macht im Laufe der Geschichte eine erstaunliche Entwicklung durch: vom verweichlichten unsicheren Schnösel zum selbstbewussten und entschlossenen jungen Mann, der sich letztlich sogar seiner Familie widersetzt, um seinen eigenen Weg zu gehen. Sein Mitstreiter Nye - Assistent in der Lehranstalt, Partner bei den nächtlichen Raubzügen und schließlich auch noch mehr - hat dabei nicht unwesentlichen Einfluss auf diese bemerkenswerte Wandlung. Überhaupt entpuppt sich der anfangs grobe Nye als sehr feinfühliger und vielschichtiger Charakter, der James als Schlüsselfigur des Romans immer mehr den Rang abläuft.
Mit dem Erscheinen des berühmten Duos Burke und Hare wandelt sich die Geschichte dann sogar in einen spannenden historischen Krimi, der James und Nye in große Gefahr bringt.
Insgesamt hat mir die düstere und historisch dichte Atmosphäre des Buches sehr gut gefallen, auch wenn die Romanze die Spannung für meinen Geschmack etwas verwässert hat. Einige fast schon Slapstick-artige Szenen, die vor allem auf James unbeholfener Art fußen, haben die Stimmung ebenfalls immer wieder aufgelockert.
Fazit: ein sehr interessanter historischer Roman, der mich vor allem mit den Details rund um das Thema Grabräuberei und medizinische Forschung der damaligen Zeit gefesselt hat.
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Edinburgh, 1828: James Willoughby, ein junger Gentleman aus verarmten Haus, brennt für die medizinische Wissenschaft. Leider ist erfordert ein erfolgreiches Medizinstudium mehr Mittel, als ihm zu Verfügung stehen. Entschlossen seinem Traum zu folgen, setzt er sich Schritt für Schritt …
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Edinburgh, 1828: James Willoughby, ein junger Gentleman aus verarmten Haus, brennt für die medizinische Wissenschaft. Leider ist erfordert ein erfolgreiches Medizinstudium mehr Mittel, als ihm zu Verfügung stehen. Entschlossen seinem Traum zu folgen, setzt er sich Schritt für Schritt über gesellschaftliche und gesetzliche Grenzen hinweg und entdeckt die Schattenwelt der Anatomie zu des 19. Jahrhunderts.
Die Geschichte der Medizin ist ein Thema, das mich fasziniert, also war ich sofort vom Roman angetan. Ich hoffe in Zukunft mehr von der Autorin lesen zu können, denn der Schreibstil hat es mir wirklich angetan: er erinnert an den der erzählten Zeit, ist aber gleichzeitig moderner gehalten und dadurch flüssig und angenehm zu lesen. Zusammen mit der düsteren Thematik und den bildlichen Beschreibungen von Armut und Elend der sozialen Unterschicht sowie ungeschönt blutigen Szenen des Sezierens und Erforschung menschlicher Anatomie entsteht eine wundervoll makabre Atmosphäre, die immer wieder durch humorvolle Momente aufgehellt wird. Alles, was mit der Leichenbeschaffung zu tun hat, ist unglaublich gut recherchiert und wird voll spannender Details erzählt. Stellenweise hätte ich mir allerdings gewünscht auch mehr über das reguläre, offizielle Medizinstudium zu erfahren. Der Klappentext greift sehr weit in die Handlung voraus, Thrillerelemente kommen eigentlich erst im letzten Drittel auf.
Ein paar der historischen Charaktere fand ich etwas blass dargestellt, aber die fiktiven Hauptfiguren James und Aneurin sind gut ausgearbeitet, besonders James wächst im Laufe des Romans weit über seine Anfänge hinaus. Die sich entwickelnde Liebesgeschichte war ganz nach meinem Geschmack: dezent, ohne explizite Sexszenen und unnötige Kommunikationsprobleme und nicht im Vordergrund der Handlung. Es hat sich sehr natürlich gelesen, die Figuren passen zueinander und wurden nicht auf die Beziehung zueinander reduziert.
Alles in allem eine wundervolle Anreicherung historischer Wahrheit um fiktive Figuren, perfekt für alle Fans historischer Romane und Krimis.
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*Zwischen Leichen, Liebe und Moral - Ein fesselnder historischer Roman*
Mit ihrem Debüt „Wer die Toten stört“ hat A. Rae Dunlap einen vielschichtigen historischen Spannungsroman vorgelegt, in dem dunkle Aspekte der Medizingeschichte, True-Crime-Elemente und eine zarte queere …
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*Zwischen Leichen, Liebe und Moral - Ein fesselnder historischer Roman*
Mit ihrem Debüt „Wer die Toten stört“ hat A. Rae Dunlap einen vielschichtigen historischen Spannungsroman vorgelegt, in dem dunkle Aspekte der Medizingeschichte, True-Crime-Elemente und eine zarte queere Liebesgeschichte geschickt verwoben sind. Die Handlung spielt im Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts, wo die Anatomiestudien der Medizinstudenten an privaten Instituten einen florierenden Leichendiebstahl nach sich ziehen, um den wachsenden Bedarf an Präparaten zu decken. Es entfaltet sich eine faszinierend düstere Geschichte vor historischem Hintergrund, die mit morbiden Szenen, nachdenklichen Passagen und humorvollen Episoden zu unterhalten weiß.
Im Mittelpunkt steht der junge Medizinstudent James aus einer verarmten englischen Adelsfamilie, der rückblickend erzählt und sich direkt an uns Leser wendet, sodass wir seine Erlebnisse hautnah miterleben. Um seine ehrgeizigen Zukunftspläne voranzutreiben und sein Studium zu finanzieren, geht er eine Zweckgemeinschaft mit dem charismatischen Anatomieassistenten und Grabräuber Aneurin ein und beteiligt sich an nächtlichen Ausgrabungen der benötigten Leichen.
Was aus existenzieller Not als nüchterne Geschäftsbeziehung beginnt, entwickelt sich zu einem gefahrvollen Unterfangen, das James’ moralische Grenzen ins Wanken bringt. Geplagt von Zweifeln und Schuldgefühlen spürt er zunehmend eine Anziehung zu dem unnahbaren Aneurin. Mit ihrem pointierten, bildreichen Stil entführt Dunlap ins düstere Edinburgh des 19. Jahrhunderts. Trotz der morbiden Grundstimmung sorgt ihr trockener, schwarzer Humor für Momente wohltuender Leichtigkeit.
Vor farbenprächtigem Setting verwebt sie reale Hintergründe mit fiktiven Elementen zu einer spannenden und nachdenklich stimmenden Geschichte. Es geht nicht nur um skurrile Praktiken der Grabräuber und eine erschütternde, historisch verbürgte Mordserie, sondern auch um Standesdünkel, Korruption und die dunklen Machenschaften der medizinischen Zunft jener Epoche.
Dunlap gelingt es, durch lebendige Milieubeschreibungen und anschauliche Schilderungen des gesellschaftlichen Klimas ein facettenreiches, glaubwürdiges Bild einer Zeit zu entwerfen, in der wissenschaftlicher Fortschritt und moralische Verrohung eng verflochten waren.
Besonders spannend ist der Einblick in die Welt der frühen Medizin und die Philosophie des Männerbunds der „Auferstehungsmacher“, die den Leichen durch ihren Einsatz ein zweites sinnvolles Leben verschaffen wollten. Ob gruselige Details nächtlicher Bergungen, kollegiale Zusammenkünfte der Studenten in schäbigen Kneipen oder das erbarmungslose Leben der einfachen Bevölkerung – all diese Facetten verwebt Dunlap zu einem atmosphärischen Porträt jener Zeit. Eindringlich beleuchtet sie ethische Fragen und moralische Graubereiche rund ums Grabräubertum sowie Machtstrukturen des Adels und starre gesellschaftliche Konventionen, die das Leben ihrer Figuren einengen.
Hervorragend sind die vielschichtig gestalteten Charaktere, allen voran Protagonist James, dessen Entwicklung einfühlsam und überzeugend gezeichnet wird. Mit seiner Mischung aus Unsicherheit, Naivität, Idealismus und Talent in der Anatomie wächst er rasch ans Herz. Im Ringen um Freiheit und Selbstbestimmung setzt er sich mit Widerstandskraft über Zwänge und Erwartungen hinweg und wächst trotz Gefahren über sich hinaus.
Auch der finstere Aneurin überzeugt mit seiner charismatischen, komplexen Persönlichkeit und problematischen Vergangenheit. Die Darstellung ihrer Gedanken- und Gefühlswelt ist nachvollziehbar und stimmig. Die Nebenfiguren sind durchweg interessant gestaltet und sorgen für Abwechslung.
Die komplexe Beziehung zwischen James und Aneurin bringt Dynamik in die Handlung, und ihre Wortgefechte sorgen selbst in makabren Szenen für charmant-humorvolle Momente. Die sich langsam entwickelnde Zuneigung wird durch gesellschaftliche Barrieren herausgefordert. Nach einem gemächlichen Einstieg, in dem Setting, medizinischer Hintergrund und James’ innere Konflikte eingeführt werden, zieht das Tempo an. Der True-Crime-Anteil tritt lange hinter der Liebesgeschichte zurück und rückt erst im späteren Verlauf in den Vordergrund. Das packende, filmreife Finale wird allerdings knapp erzählt und hätte breiter ausgestaltet werden können.
Dennoch überzeugt die gut recherchierte Geschichte nicht nur als queere Coming-of-Age-Erzählung, sondern auch als spannender, auf wahren Begebenheiten beruhender Kriminalfall mit lebendigem Zeitporträt und aufschlussreichen Einblicken in die Medizingeschichte. Mit dem offenen Ausklang macht Dunlap neugierig auf mögliche weitere Abenteuer von James und Aneurin im historischen London.
Fazit:
Ein atmosphärisch dichter historischer Roman, der Schauermomente und ein eindrucksvolles Zeitkolorit mit Gay Romance, facettenreichen Charakteren und einer moralisch komplexen Thematik der Medizingeschichte verbindet.
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