Navid Kermani
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Sozusagen Paris
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Ein Schriftsteller hat einen Roman geschrieben über die große Liebe seiner Jugend. Nach einer Lesung steht eine Frau vor ihm, die er nicht erkennt. Aber sie ist es trotzdem. Er ist jetzt Autor, sie ist seine Romanfigur - und aus dem jungen Mädchen von damals ist ganz offensichtlich eine interessante, auch anziehende, aber verheiratete Frau geworden. Die Situation wird etwas komisch: Man setzt sich zusammen, trinkt ein Glas Wein, redet über französische Liebesromane, fragt sich, was man von der Liebe erwartet, wenn man älter geworden ist, Juttas Mann sitzt im Nebenzimmer - wie soll das al...
Ein Schriftsteller hat einen Roman geschrieben über die große Liebe seiner Jugend. Nach einer Lesung steht eine Frau vor ihm, die er nicht erkennt. Aber sie ist es trotzdem. Er ist jetzt Autor, sie ist seine Romanfigur - und aus dem jungen Mädchen von damals ist ganz offensichtlich eine interessante, auch anziehende, aber verheiratete Frau geworden. Die Situation wird etwas komisch: Man setzt sich zusammen, trinkt ein Glas Wein, redet über französische Liebesromane, fragt sich, was man von der Liebe erwartet, wenn man älter geworden ist, Juttas Mann sitzt im Nebenzimmer - wie soll das alles enden? Navid Kermani schreibt einen Liebesroman ganz eigener Art, tiefgründig, überraschend, witzig.
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Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt in Köln. Für sein literarisches und essayistisches Werk erhielt er u. a. den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis, den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2015, den ECF Princess Margriet Award for Culture 2017, den Staatspreis des Landes NRW 2017, den Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg 2020 und den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels 2021. Zuletzt erschienen bei Hanser Dein Name (Roman, 2011), Über den Zufall (Edition Akzente, 2012), Große Liebe (Roman, 2014), Album (Das Buch der von Neil Young Getöteten / Vierzig Leben / Du sollst / Kurzmitteilung, 2014) und Sozusagen Paris (Roman, 2016). Ayda, Bär und Hase (2017) ist sein erstes Buch für Kinder. 2022 folgte Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen.
©Julian Baummann/www.julianbaumann.com
Produktdetails
- Verlag: Hanser
- Artikelnr. des Verlages: 505/25276
- 6. Aufl.
- Seitenzahl: 283
- Erscheinungstermin: 26. September 2016
- Deutsch
- Abmessung: 192mm x 123mm x 30mm
- Gewicht: 354g
- ISBN-13: 9783446252769
- ISBN-10: 3446252762
- Artikelnr.: 44881238
Herstellerkennzeichnung
Hanser, Carl, Verlag GmbH & Co. KG
Kolbergerstr. 22
81679 München
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www.hanser.de
+49 (089) 99830-0
"Eine große Erzählung. ... Es gehört zu den Stärken des Romans, dass er so viele Ausgänge hat. Dass er unter alltäglichen Figuren spielt, die alltägliches Deutsch reden. Dass er die Frage nach dem 'richtigen Leben im falschen' nicht mit philosophischer Unbarmherzigkeit durchpeitscht, sondern nach dem Möglichen fragt." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 11.01.17 "Kermani ist ziemlich raffiniert in der Art und Weise, wie er verschiedene literarische Formen ineinander übergehen lässt, ohne dass es anstrengend ist. Es ist auch wahnsinnig humorvoll und wahnsinnig poetisch." Nicola Steiner, SRF 1 "Literaturclub", 13.12.16 "Wer die alltägliche Verquickung von Liebessehnsucht und Ehedramen liebt, kommt auf seine Kosten." Marie Luise Knott,
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Deutschlandfunk "Büchermarkt", 28.10.16 "Als Liebesgeschichte umwerfend, weil sich die Realitäten wie im Traum ineinanderschieben. ... Kermani bringt alles zum Schweben - so wie die Liebe in ihren besten Momenten." Brigitte Wir, 05/2016 "Eine schöne Gelegenheit für alle, die den Schriftsteller Navid Kermani noch nicht kennen, diesen Mann von seiner gefühlvollen und witzigen Seite kennenzulernen." Brigitte, 12.10.16 "Entlang von Juttas Eheproblemen, enttäuschter Hoffnungen und dem lähmenden Alltagstrott sinniert der Ich-Erzähler über die Möglichkeit und Unmöglichkeit der Liebe. Er schweift ab, verknüpft Philosophisches mit Banalem. Authentisch, ehrlich und zuweilen urkomisch inszeniert Navid Kermani die nächtliche Unterhaltung. "Sozusagen Paris' ist eine raffiniert komponierte Geschichte über ein Gefühl, das sich eigentlich nur schwer in Worte fassen läßt." Tobias Pollok, Nordwestradio, 10.10.16 "Das sensationellste Buch über die Liebe in dieser Saison. Ein Buch, das nachdenkt über die Ehe im Wandel der Zeiten und im Spiegel der großen französischen Literatur von Balzac, Zola bis Julien Green und Marcel Proust. ... Kermani hat für 'Sozusagen Paris' eine sensationelle Form erfunden. ... Wenn Sie ein Buch über die Liebe und die Ehe lesen in dieser Saison, dann bitte dieses." Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 25.09.16 "Kermani, der Friedenspreisträger und öffentlich wichtige Intellektuelle, hat ein sattes Wechselspiel aus Trivialem und Klugem arrangiert. Er dringt tief ins 'ganz normale Leben' ein, um diesem Proust und Stendhal entgegenzuhalten, und er lässt seinen Erzähler permanent über das Schreiben reflektieren, spielt also stets damit, dass letztlich alles ein Konstrukt ist - wie vielleicht auch die Liebe?" Süddeutsche Zeitung, 29.09.16 "Navid Kermani ist ein feines Gewebe gelungen und im Kern ein Plädoyer für die Zweisamkeit - und zwar die des Lesers mit der Literatur." Katrin Schumacher, MDR Kultur, 28.09.16 "Kermanis Erzählweise ist andeutungs- und assoziationsreich, sie erzeugt Bilder und Rätsel. ... Der Autor hasst und liebt und sehnt sich nach der Liebe: Die des Lesers soll er bekommen für diesen inspirierenden, merkwürdigen Roman voller hinreißender Makel." Alexander Solloch, NDR Kultur, 27.09.16 "In seinem neuen Roman jedenfalls zeigt sich, wie Kermani mit Fragen ringt, ernsthaft und doch mit menschlichem Humor. Kermani glaubt an den Menschen, ohne ihn pathetisch zu überhöhen. Er lässt sich von der Vernunft leiten und weiß doch, dass sie gegen das Irrationale oft machtlos ist. Er glaubt an das Licht der Aufklärung, ohne der Illusion zu verfallen, sie werde die Welt einmal überstrahlen.(...) Aus dem Roman spricht ein zutiefst humaner Geist und ein warmes Herz." Frankfurter Neue Presse, 07.10.16 "Dem Schriftsteller Navid Kermani ist mit "Sozusagen Paris" ein findiger Ehe-Roman über den Sinn und Unsinn der Liebe geglückt." Christian Mückl, Nürnberger Zeitung, 11.10.16
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Als Liebesgeschichte umwerfend, weil sich die Realitäten wie im Traum ineinanderschieben. ... Kermani bringt alles zum Schweben - so wie die Liebe in ihren besten Momenten. Brigitte WIR
Es gibt kein richtiges Leben im falschen
Der neue Roman «Sozusagen Paris» von Navid Kermani kreist auf originelle Weise um das uralte Thema der Liebe zwischen Mann und Frau. Sein nicht gerade konventioneller Plot, trickreich ersonnen von dem als Intellektueller hoch angesehen Autor, …
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Es gibt kein richtiges Leben im falschen
Der neue Roman «Sozusagen Paris» von Navid Kermani kreist auf originelle Weise um das uralte Thema der Liebe zwischen Mann und Frau. Sein nicht gerade konventioneller Plot, trickreich ersonnen von dem als Intellektueller hoch angesehen Autor, erzeugt gleich zu Beginn einen heftigen Sog, man will wissen, wohin das steuert.
«Aber nicht für Jutta» lautet der erste Satz, der von einer attraktiven Frau um die vierzig gesprochen wird, die nach einer Dichterlesung in einer Kleinstadt dem signierenden Schriftsteller ihr Buch hinhält. Und die, nicht gerade alltäglich, sich selbst in dem Buch als Hauptfigur erkannt hat, obwohl der Name natürlich verändert wurde. Als «Schulhofschönheit» hatte sie einst mit dem Ich-Erzähler ein kurzes, aber heftiges Techtelmechtel. Und seither fungiert sie als ewige Sehnsuchtsfigur für den Autor, der damals fünfzehn Jahre alt war, - in den vielen Jahren dazwischen haben sie nie mehr etwas voneinander gehört. Was man als neu aufflammende Liebesgeschichte vorausahnt, die der Ich-Erzähler sich tatsächlich auch erhofft, das entwickelt sich im Gegenteil zunehmend zu einem soziologischen Exkurs über die Ehe in allen ihren vielen Aspekten. Ersteres zu thematisieren wäre profan gewesen, da erwartbar, die eheliche Liebe hingegen ist ein weites Feld, um Fontane zu zitieren, - und ein ergiebiges!
Der Ich-Erzähler ist geschieden, hat einen Sohn, mit dem er sich nicht versteht, viel mehr erfährt man nicht von ihm. Autobiografische Bezüge sind allerdings unverkennbar, das Buch in der Lesung dürfte Kermanis Roman «Große Liebe» gewesen sein. Er spielt gekonnt mit Identitäten, spricht von seinem «geplanten» Roman über die Begegnung mit Jutta, ein Fortsetzungsroman mithin. Der Leser wird häufig mit einbezogen in dessen Entstehungsprozess, sogar der Lektor des neuen Buches ist beteiligt, stellt kritische Fragen. Die Protagonistin ist Ärztin, mit einem praktischen Arzt verheiratet, der in Südamerika gearbeitet hat, wo sie sich einst kennen lernten. Sie haben drei Kinder zusammen und wohnen in einer schönen Altbauvilla in einer Kleinstadt, deren Bürgermeisterin die politisch ambitionierte Jutta ist, die sich so ganz nebenbei auch noch als Tantra-Lehrerin betätigt. Ihr Mann ist strikt ökologisch orientiert, treibt exzessiv Sport, hat sich zum Veganer entwickelt. Beide haben sich mit den Jahren weit auseinander gelebt, ihre Liebe ist erkaltet, obwohl der Sex nach wie vor für beide zufrieden stellend ist. Kermani bedient hier nahezu alle gängigen Klischees, sprach im ZEIT-Interview allerdings von bundesdeutscher Normalität, über die er da schreibe. Für Jutta in ihrem «Scheißkaff», wie sie ihr Provinznest selbst manchmal nennt, steht ihr Freund von einst als freier Schriftsteller für Gedankenreichtum, Weltläufigkeit, «sozusagen Paris», jener Chiffre für erotische Abenteuer in der französischen Literatur.
Jutta und ihr Ex landen nach dem Essen und einem anschließenden Rundgang durch die Kleinstadt spät in ihrer stattlichen Villa. Die Kinder schlafen schon, der Ehemann ist noch mit seinen Abrechnungen als niedergelassener Arzt beschäftigt, er lässt sich nicht sehen, es gab Streit. Was folgt ist ein stundenlanges Gespräch der Beiden über vergangene Zeiten, das sich schon bald nur noch um Juttas Eheprobleme dreht, ihre enttäuschten Hoffnungen, den drögen Alltagstrott. Der Ich-Erzähler zitiert dabei immer wieder aus der einschlägigen Literatur, Proust vor allem, aber auch Stendhal, Balzac und viele andere, sogar ein Song von Neil Young ist dabei. Diese ausufernde Intertextualität verhilft zu den verschiedensten Perspektiven und bestätigt Adorno, es gibt kein richtiges Leben im falschen. All diese Reflexionen werden abrupt beendet durch eine Kloszene am Ende, womit der Ich-Erzähler seinem Lektor zuwiderhandelt, denn das Klo gehöre nun mal nicht in die Literatur. Die so fulminant gestartete Geschichte versickert regelrecht in langweiligem Geschwafel über die Ehe, schade!
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