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Sharon Dogar
Gebundenes Buch
Prinsengracht 263
Die bewegende Geschichte des Jungen, der Anne Frank liebte
Mitarbeit: Kopp, Suse; Übersetzung: Spang, Elisabeth
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Er wurde nur achtzehn Jahre alt. Der Junge, der von 1942 bis 1944 mit Anne Frank in einem Hinterhaus in Amsterdam lebte, starb 1945 an Entkräftung im KZ Mauthausen, kurz bevor die Amerikaner das Lager befreiten. Wer war dieser Peter van Pels, den Anne in ihrem berühmten Tagebuch beschrieb? Wie hat er selbst die Zeit in der Prinsengracht 263 erlebt? Sharon Dogar macht die Geschichte des Hinterhauses lebendig und fühlbar, aus einer ganz neuen Perspektive.
Geschichte, begreifbar und lebendig gemacht. Für Jugendliche ab 13 Jahren
Geschichte, begreifbar und lebendig gemacht. Für Jugendliche ab 13 Jahren
Sharon Dogar, geboren 1962, lebt mit ihrer Familie in Oxford. Von Beruf Jugendtherapeutin schreibt sie einfühlsame Romane, die sich speziell an junge Erwachsene richten.
Produktdetails
- Verlag: Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
- Originaltitel: Annexed
- Seitenzahl: 365
- Altersempfehlung: von 13 bis 16 Jahren
- Erscheinungstermin: 19. Juli 2011
- Deutsch
- Abmessung: 221mm x 143mm x 35mm
- Gewicht: 617g
- ISBN-13: 9783522201247
- ISBN-10: 3522201248
- Artikelnr.: 33347255
Herstellerkennzeichnung
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Darf man das? Darf man ein historisches Dokument als Grundlage für einen Roman nehmen und Fiktion und Wirklichkeit vermischen? Oder entzaubert das in diesem Fall gar den "Mythos" Anne Frank?
Ich bin zwar nicht skeptisch, aber voller Neugierde an Sharon Dogars Roman über den …
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Darf man das? Darf man ein historisches Dokument als Grundlage für einen Roman nehmen und Fiktion und Wirklichkeit vermischen? Oder entzaubert das in diesem Fall gar den "Mythos" Anne Frank?
Ich bin zwar nicht skeptisch, aber voller Neugierde an Sharon Dogars Roman über den Jungen, der Anne Frank liebte herangegangen, und muss gleich zu Anfang sagen: Ja, man darf und man sollte historisch wichtige und prisante Themen für die Jugendlichen von heute aufarbeiten, damit sie sich wieder mehr damit beschäftigen. Mit Sharon Dogars Roman bekommt also nicht nur eine zweite Person des Hinterhauses in der Prinsengracht eine Stimme verliehen, sondern eine weitere Generation entdeckt die Geschichte von Anne und den anderen Bewohnern durch Peters Stimme vielleicht zum ersten Mal.
Natürlich wusste ich von Anfang an, was mit den Franks und den van Pels passiert. Und auch für alle jugendlichen Leser, die zum ersten Mal auf Anne Frank treffen, bleibt das zukünftige Schicksal der acht Hinterhausbewohner nicht lange im Dunkeln: parallel zu der Hinterhausgeschichte, die sich zwischen Juli 1942 und August 1944 abspielt, und deren Kapitel mit dem jeweiligen Datum übertitelt sind (genau wie ein Tagebuch), kommen immer wieder kursiv gedruckte Zwischenspiele, die während Peters Zeit im Lager stattfinden. Peter erzählt also seine Zeit im Hinterhaus rückblickend und somit wird jedem klar, dass die Franks und die van Pels sich nicht bis zum Kriegsende verstecken konnten. Trotzdem saß mir häufig ein Kloß im Hals. Zum einen, weil man in diesem Roman mehr übe die Zeit im Lager erfährt und zum anderen, weil ich die Enge im Hinterhaus besser spüren konnte als bei der Lektüre von Anne Franks Tagebuch. Wie lächerlich wirken doch die eigenen Probleme und Sorgen, wenn man darüber liest, dass es der größte Wunsch einer eingesperrten Person ist, einmal frei auf den Straßen herumlaufen zu können, einmal frische Luft atmen zu dürfen!
Ich muss ehrlich gestehen, dass mir Anne Frank nach diesem Roman sympathischer ist als nach dem Lesen ihres Tagebuches, darin kam sie mir oft sehr altklug und ein wenig eingebildet vor, aber ich denke, es ist normal, dass man jemanden von außen ganz anders betrachtet als von innen. Das Tagebuch ist ja aus Annes Sicht und kommt mir nach "Prinsengracht 263" etwas eindimensional und ichbezogen vor, obwohl sie es wie einen Briefwechsel mit einer lieben Freundin führte und alle ihre Mitbewohner darin vorkamen. Trotzdem hatte ich das Gefühl in "Prinsengracht 263" viel mehr über Annes Familie und die anderen Hinterhausbewohner erfahren zu haben und sie kamen mir dadurch lebendiger und plastischer vor. Annes Schwester Margot - die wohl nie aus dem Schatten ihrer Schwester herauskommt - und der Zahnarzt Fritz Pfeffer wirkten auf mich zwar immer noch etwas blaß, aber Peter und selbst die Eltern beider Familien haben durch dieses Buch richtig ein Gesicht für mich bekommen.
Im Buch kommt es an mehr als einer Stelle zu einer Diskussion über den Glauben. Ich persönlich bin zwar kein gläubiger Mensch, aber die verschiedenen Standpunkte der einzelnen Personen waren trotzdem allesamt nachzuvollziehen, auch wenn ich mich persönlich am besten mit Peter identifizieren konnte, der nicht Jude, nicht Deutscher und nicht Holländer sein will, sondern einfach nur Peter van Pels!
Insgesamt wirkt der Roman frischer und etwas erwachsener als das Tagebuch der Anne Frank. Ein Roman lässt sich in der Regel doch flüssiger als ein Tagebuch oder ein Briefwechsel lesen. Die Sprache ist authentisch und jugendlich und spricht den Leser direkt an, so dass man sich dem Sog der - obwohl bekannten - Geschichte einfach nicht entziehen kann!
Fazit:
Gegen das Vergessen: Sharon Dogar verleiht der Geschichte der Anne Frank eine zweite - wenn auch fiktive - Stimme. Ich hoffe, ihr Roman macht noch viele Generationen auf das Tagebuch und das Schicksal der Anne Frank aufmerksam und findet vielleicht sogar seinen Weg als Sekundärliteratur in die Schulen.
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Wstawac´! – Aufstehen!
Die Autorin Sharon Dogar hat eine Idee. Neu, anders und doch beschäftigt sie sich mit den so bekannten Tagebüchern der Anne Frank. Wer waren die Menschen, die ebenfalls Jahre in dem holländischen Hinterhaus ausharren mussten? Anne erzählte …
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Wstawac´! – Aufstehen!
Die Autorin Sharon Dogar hat eine Idee. Neu, anders und doch beschäftigt sie sich mit den so bekannten Tagebüchern der Anne Frank. Wer waren die Menschen, die ebenfalls Jahre in dem holländischen Hinterhaus ausharren mussten? Anne erzählte aus ihrem Blickwinkeln, aber wie sieht es in Peter van Pels aus? Sharon Dogar packt die unerbittliche und so unendlich traurige Geschichte deren Personen in einen Roman, die gemeinsam auf ein gutes Ende hofften… An den Daten und Fakten hält sie sich ohne Kompromiss an die wahren Begebenheiten.
Peter ist ein junger Mann. Träumt von der Liebe und von dem Leben. Aber er ist Jude und das bedeutet, dass er im 2. Weltkrieg jeder Freiheit beraubt ist. Judenstern, Ausgrenzung, Hass. Er und seine Eltern haben das Glück, zusammen mit den Franks in einem scheinbar sicheren Versteck unterzukommen. Peters Gedanken und Ängste kurz vor dem eintauchen in das Hinterhaus sind so bedrückend und intensiv beschrieben, dass ich ebenfalls diese Beklemmung und Angst spüre.
Durch den Aufbau des Buches bekommt Peters Charakter Tiefe und Farbe. Er befindet sich im Todeslager. Diese Gedanken werden in Kursivschrift gehalten und sind unglaublich ergreifend. Er erzählt in Gedanken seine Geschichte im Hinterhaus von Prisengracht 263. Jeder neue und zu überlebende Tag ist mit einem Datum versehen.
Der Alltag ist extrem eingeengt. Die Stimmung und die Gefühle bringt die Autorin außerordenlicht gut auf das Papier. Die Tagebücher und die Geschichte sind bekannt, dennoch leide ich mit. Als dann das Versteck auffliegt und die 8 Personen aus ihrem dunklen Loch gezerrt, abtransportiert und verteilt werden, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Das Leben im Todeslager, die Qualen und die Ängste haben mich sehr berührt. Und wieder einmal stellte sich mir die Frage: wie konnten Menschen so grausam und bestialisch sein? Dafür wird es wohl nie ausreichende Antworten geben…
Dieses Buch ist wunderbar geglückt. Die Autorin versteht es, den Leser in die Welt der Protagonisten zu führen. Erbarmungslos und schonungslos brasseln die Gefühle und Ängste der Familien auf einen ein. Danke, Sharon Dogar, dass Sie es mit diesem fantastischen Roman geschafft haben, die dunkle Geschichte lebendig zu halten!
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Die meisten Menschen kennen es, das Tagebuch der Anne Frank, des jüdischen Mädchens, das sich mit seiner Familie zwei Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus in der Prinsengracht 263 versteckt hielt, bevor es entdeckt und in ein KZ deportiert wurde, in dem es, wie so viele andere Juden auch, …
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Die meisten Menschen kennen es, das Tagebuch der Anne Frank, des jüdischen Mädchens, das sich mit seiner Familie zwei Jahre in einem Amsterdamer Hinterhaus in der Prinsengracht 263 versteckt hielt, bevor es entdeckt und in ein KZ deportiert wurde, in dem es, wie so viele andere Juden auch, unter menschenunwürdigen Bedingungen starb.
Sharon Dogar hat sich in dieser fiktiven Biografie nun einem anderen Bewohner des Hinterhauses gewidmet: Peter van Pels, im Tagebuch „Peter van Daan“ genannt, dem Jungen, in den Anne sich während ihres Aufenthalts in der Prinsengracht 263 verliebte.
Die Handlung setzt am 13. Juli 1942 ein, dem Tag, an dem sich die Familien van Pels und Frank in ihr Versteck begaben und endet mit Peters Tod im KZ Mauthausen. Sie wird rückblickend erzählt, von einem gebrochenen, kranken Peter, der im KZ mehr tot als lebendig vor sich hinvegetiert und sich an die Zeit im Hinterhaus erinnert. Der Leser ist von Anfang an dabei und bekommt das, was Peter fühlt, hautnah mit. Sharon Dogar gelingt es, seine Gefühle und Gedanken so transparent und nachvollziehbar darzustellen, dass sie mit denen des Lesers verschmelzen und quasi zu seinen eigenen werden. Man kann Peters Schmerz, seinen Kummer und seine Verzweiflung beinahe am eigenen Leib spüren. Ein beängstigendes Gefühl, vor Allem, als die Gruppe entdeckt und deportiert wird.
Berührend hingegen sind die Gefühle, die sich langsam zwischen Peter und Anne entwickeln. Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung und des Lichts, das in der Dunkelheit der Bedrohung zu wachsen beginnt. Anne ist zu Beginn ein freches, unsympathisches und von sich selbst sehr eingenommenes Mädchen, dem Peter (und man selbst auch) nur wenig Sympathie entgegenbringt. Doch mit der Zeit verändert sie sich zum Positiven und das, was zwischen Peter und ihr passiert, ist ein nur allzu verständlicher Lauf der Dinge. Dass es für sie beide kein Happy End gab, ist mehr als traurig.
Während der Zeit im Versteck ist Peter zwischen 15 und 18 Jahren alt. Er macht sich viele Gedanken um die Liebe, besonders um seine Freundin Liese, die allerdings von Sharon Dogar frei erfunden ist. Peter zweifelt daran, dass er überleben wird, und fragt sich oft, ob er sterben muss, ohne jemals mit einem Mädchen geschlafen zu haben. Dass Sexualität durchaus ein Thema im Hinterhaus war, ist durch Anne Franks Tagebuch belegt. Mir persönlich stellte sich jedoch beim Lesen von „Prinsengracht 263“ immer wieder die Frage, ob die größte Sorge eines Jungen in Peters Situation wirklich ein jungfräulicher Tod sein kann.
Obwohl Sharon Dogars Biografie über Peter van Pels fiktiv ist, halte ich sie für gut recherchiert und sehr realitätsnah. Es gelingt ihr, dem Leser die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg, aber auch die im Hinterhaus nahezubringen und ihm zumindest ein wenig zu vermitteln, wie sich die versteckten und vom Tode bedrohten Juden gefühlt haben müssen. Ihre Absicht, „die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs für alle neuen Generationen lebendig zu schildern, damit diese hoffentlich nie vergessen, was Hass für verheerende Auswirkungen haben kann“, hat sie auf jeden Fall erfüllt. Auch wenn „Prinsengracht 263“ fiktiv ist, ist es doch ein wertvolles Buch im Kampf gegen das Vergessen.
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