Gertraud Klemm
Gebundenes Buch
Muttergehäuse
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Eine Frau will ein Kind, aber ihr Körper versagt es ihr. Also nimmt sie den Kampf gegen sich selbst auf und macht ihre Umgebung zum Feind. Als sie sich zur Adoption eines afrikanischen Kindes entscheidet, ist ihr Versagen für alle sichtbar. Freunde werden zu Fremden, der Alltag wird zum Hürdenlauf, der auch dann nicht endet, als das Kind kommt. Die Mühlen der Bürokratie tun ihr Übriges. Ein kämpferischer Roman, ein Plädoyer für ein Leben abseits der Norm. Gertraud Klemm ist Meisterin darin, der Gesellschaft einen schonungslosen Spiegel vorzuhalten. In wütender und poetisch kraftvolle...
Eine Frau will ein Kind, aber ihr Körper versagt es ihr. Also nimmt sie den Kampf gegen sich selbst auf und macht ihre Umgebung zum Feind. Als sie sich zur Adoption eines afrikanischen Kindes entscheidet, ist ihr Versagen für alle sichtbar. Freunde werden zu Fremden, der Alltag wird zum Hürdenlauf, der auch dann nicht endet, als das Kind kommt. Die Mühlen der Bürokratie tun ihr Übriges. Ein kämpferischer Roman, ein Plädoyer für ein Leben abseits der Norm. Gertraud Klemm ist Meisterin darin, der Gesellschaft einen schonungslosen Spiegel vorzuhalten. In wütender und poetisch kraftvoller Sprache entblößt sie ihre Figuren, bis sie vollkommen nackt vor uns stehen.
Gertraud Klemm, 1971 in Wien geboren. Biologiestudium, Gutachterin bei der Stadt Wien, seit 2006 freie Autorin. Ihr zuletzt erschienener Roman "Aberland" wurde für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 nominiert. Etliche Preise und Stipendien, u.a.: Wiener Literatur Stipendium, Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014 www.gertraudklemm.at
Produktdetails
- Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
- Seitenzahl: 157
- Erscheinungstermin: Februar 2016
- Deutsch
- Abmessung: 208mm x 131mm x 22mm
- Gewicht: 286g
- ISBN-13: 9783218010238
- ISBN-10: 3218010233
- Artikelnr.: 44143590
Herstellerkennzeichnung
Kremayr und Scheriau
Rotenturmstraße 27/5
1010 Wien, AT
0043 1713877010
„Muttergehäuse“ ist ein Roman von Gertraud Klemm und ist 2016 im Kremayr & Scheriau Verlag erschienen.
Die Aufmachung ist im Hardcover und wirkt hochwertig und stabil. Das Cover hat ein ungewöhnliches Muster in blau-und orangtönen und sticht direkt ins Auge.
Der …
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„Muttergehäuse“ ist ein Roman von Gertraud Klemm und ist 2016 im Kremayr & Scheriau Verlag erschienen.
Die Aufmachung ist im Hardcover und wirkt hochwertig und stabil. Das Cover hat ein ungewöhnliches Muster in blau-und orangtönen und sticht direkt ins Auge.
Der Titel ist auch außergwöhnlich. Er vermittelt Härte und Schutz gleichzeitig. So ungewöhnlich wie der Titel ist auch der Roman.
Es war mein erstes Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe.
Der Roman handelt von einer Frau mit unerfüllten Kinderwunsch, unglücklich mit den eigenen Körper und der Gesellschaft. Sie entscheidet sich zu Adoption. Ein schwieriges Thema und eher ein Tabuthema.
Es ist in drei große Kapitel unterteilt:
Mutter: Da handelt es sich um die kinderlose Frau, die mit ihrem Schicksal hadert, wütend auf ihren Körper ist.
Papier: Der Weg zur Adoption. Unglaublich komplizierte Weg über Papierberge und Bürokratie und dem Entsetzen der Gesellschaft, dass man sich dafür entscheidet.
Kind: Das Leben mit dem adoptierten Kind. Mutterglück und doch anders sein und auffallen müssen.
Der Roman hat mich im warsten Sinne des Wortes umgehauen und bewegt. So wortgewaltig. Man erlebt die Gefühle, Wut, Verzweiflung, Unglück der kinderlosen Protoganistin hautnah mit und kann sich sich in die schlimme Lage hineinversetzen. Auch die Hoffnung, Bürokratie, Anstrengungen zur Adoption. Das Glück mit dem adoptierten Kind, der Wut auf die Gesellschaft, die Adoption als was „anderes“ betrachten.
Es ist kein Roman, den man als Gute-Nacht-Geschichte lesen kann. Nein, ich musste viel nachdenken. Es sind viele Emotionen, die gelesen werden und hochkommen. Es gibt Ungerechtigkeit und Wut und die Gesellschaft, über die man beim Lesen nachdenkt. Mit hat das Buch sehr gut gefallen, ein Roman den ich so noch nicht gelesen habe und kann ihn trotz, oder wegen dem schwierigen Thema weiterempfehlen.
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Gertraud Klemms Roman „Muttergehäuse“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, was es in einer Frau auslösen kann, wenn sie keine eigenen Kinder bekommen kann und wie ihr die Gesellschaft dabei begegnet. Mit einer kraftvollen und bildhaften Sprache beschreibt die Autorin die …
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Gertraud Klemms Roman „Muttergehäuse“ zeigt auf eindrucksvolle Weise, was es in einer Frau auslösen kann, wenn sie keine eigenen Kinder bekommen kann und wie ihr die Gesellschaft dabei begegnet. Mit einer kraftvollen und bildhaften Sprache beschreibt die Autorin die Gefühlslage ihrer Protagonistin, die zunächst von Freunde und Glück über die Entscheidung, mit ihrem Mann ein eigenes Kind zu wollen geprägt ist, dann aber schnell umschlägt in Frustration, Wut und Verzweiflung. Sie müssen lernen, dass nicht jeder einfach ein Kind bekommt, sondern es für sie ein harter Weg wird, von Arzt zu Arzt, von Beratung zu Beratung. „Die Kinderwunschindustrie eröffnet sich einem erst, wenn Defizite im Raum stehen. Sie ist allerdings eine verschwiegene, heimlich Industrie, nicht so eine hoffnungsvolle, sich überall anbietende und aufdrängende wie die Gebär- und Babyindustrie.“
Dabei beginnt ihr Verhältnis einen Sprung zu bekommen, Schuldzuweisungen stehen im Raum, die Wut gegen sich selbst richtet die Protagonistin gegen ihren Partner. Diese Situationen sind sehr bewegend beschrieben, danach folgt der Weg über die Adoption zu einem Kind, doch die Probleme werden scheinbar nicht weniger, nur anders.
Beeindruckend ist vor allem die Bildhaftigkeit der Sprache, dies beginnt schon mit dem Titel. „Muttergehäuse“ hatte mich zunächst an etwas technisches denken lassen, ist in der Gesamtheit mit dem Cover aber auch ein Schneckenhaus, eine fragile Hülle, die gefüllt werden soll, wie die Protagonistin ihren Körper mit einem Baby zu füllen wünscht. Die „Akten wachsen wie ein Tumor“, der „Embryo wird in Papier gepackt“ durch die ganzen Dokumente der Adoption, dies sind nur zwei Beispiele für die wunderbare und aufrüttelnde Sprache von Gertraud Klemm.
Eingeschoben sind immer wieder Traumsequenzen, in denen die Protagonistin mit ihren Ängsten konfrontiert wird, die Angst nicht schwanger zu werden, das ungeborene Baby zu verlieren, nicht gut genug aufzupassen, das Kind bei einem Unfall zu verlieren. Mit all diesen Dingen konfrontiert sie sich tags wie nachts und hat so kaum noch eine Möglichkeit, dem Thema auszuweichen. Zur eigenen Angst kommt die ständige Bewertung durch das eigene Umfeld und die Gesellschaft hinzu, die ihr das Leben nicht erleichtert.
„Muttergehäuse“ ist ein sehr bewegendes Buch, wahrscheinlich ein Frauenbuch, das auch ein Mann einmal lesen sollte. Es zeigt viel über die Emotionen und die Psyche während des ganzen Prozesses, ohne Klischees zu verwenden und einen Schutzwall zum Leser zu ziehen. Gertraud Klemm ist ein bedrückendes und bewegendes Buch gelungen, das einfach nur außergewöhnlich ist in seiner Art.
Die wunderschön gemachte Ausgabe ist erschienen im Verlag Kremayr & Scheriau.
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Ein aufwühlender Roman über den es mir schwer fällt eine Rezension zu schreiben. Das Buch erzählt die Geschichte einer Frau, die sich ein Kind wünscht, keins gebären kann und sich schließlich für eine Auslandsadoption entscheidet. So einfach die Geschichte, …
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Ein aufwühlender Roman über den es mir schwer fällt eine Rezension zu schreiben. Das Buch erzählt die Geschichte einer Frau, die sich ein Kind wünscht, keins gebären kann und sich schließlich für eine Auslandsadoption entscheidet. So einfach die Geschichte, so kompliziert die Gefühle. Denn es ist ein Buch der Gefühle: der Trauer, der Enttäuschung, aber vor allem der Wut. Der Wut auf das eigene Versagen, auf den eigenen Körper, auf die Freunde, die sie nicht verstehen und schließlich auch auf die Bürokratie, die eine Adoption mit sich bringt.
Das Buch ist dreigegliedert. Der erste Teil befasst sich mit dem Versuch schwanger zu werden, es folgt die alternative Mutterschaft in Form einer Adoption und schließlich die Adoption. Dazwischen gibt kurze Einschübe von kryptischen Träumen der Protagonistin, die ihre Ängste nochmals widerspiegeln. In allen Teilen ist neben der eigenen Gefühlswelt der Protagonistin, vor allem die Reaktionen der Mitmenschen Thema. Die Fragen der Freunde, die immer wieder die Wunde aufreißen und ihre eigenes Versagen in den Augen der Gesellschaft deutlich machen.
Es gibt im Roman nur wenige positive Momente. Selbst als die Adoption gelingt und sie endlich ihr Kind haben, tritt keine Freude in den Vordergrund, sondern auch wieder die Fragen und Blicke der Menschen außerhalb. Denn durch die Adoption wird das Versagen der Mutter ein Kind zu gebären noch deutlicher. Es gibt kein versönliches Ende.
Dieser Roman ist ehrlich und schonungslos. Dabei sprachgewaltig. Es wenn es wirkt als ob die Gefühle und Gedanken der Protagonistin einfach nur so heraussprudeln, ist jedes Wort genau gewählt. Dabei erschafft die Autorin wunderbar geschaffene Vergleiche für die Gefühle der Frau. Ein Roman der mich sehr ergriffen, aber auch etwas ratlos zurück ließ, denn wie ich auf eine Adoption im Bekanntenkreis am besten reagiere, weiß ich jetzt noch immer nicht. Ehrlich gesagt, habe ich jetzt noch mehr Angst falsch zu reagieren. Aber ich werde dank des Buches behutsamer an das Thema herangehen und offener darüber sprechen.
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