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Benutzername: buchina
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Bewertungen

Insgesamt 120 Bewertungen
Bewertung vom 25.02.2019
Bekenntnisse einer Maske
Mishima, Yukio

Bekenntnisse einer Maske


sehr gut

Ein Roman, der von den ersten Seiten an mich herausfordert und gleichzeitig fasziniert. Der Autor erzählt in der Ich-Form sein Leben. Es gibt immer wieder Zeitsprünge aber im Groben ist es chronologisch.
Schon seine Kindheit ist außergewöhnlich. Von Geburt an gilt schwächlich und seine Gesundheit als schnell angreifbar. Auch aus diesem Grund wächst er zum großen Teil bei seiner Großmutter auf. Sie verbot ihm mit anderen Jungen zu spielen oder Sport zu machen. Sehr reflektiert beschreibt Mishima seine Kindheit. Seine Andersartigkeit wird ihm früh bewusst oder im Rückblick auf seine Kindheit. Ganz genau wurde mir das nicht klar. Früh zeigen sich seine homoerotischen Neigungen und auch Gewaltphantasien. Diese beschreibt er sehr ehrlich. Er weiß früh was ihm gefällt, gleichzeitig weiß er, dass er sich dafür verstecken muss und bildet langsam seine Maske. Nur selten zeigt er sein wahres ich. Die Angst ist zu groß.
Mishima ist ein wirklich interessanter Mensch, auch wenn er mir trotz seiner Ehrlichkeit fremd blieb. Dafür bewegt er sich in einer mir völlig fremden Gesellschaft. Die mir das Buch leider auch nicht wirklich näher brachte. Gerne hätte ich mehr über die japanische Gesellschaft erfahren, in der er aufwächst. Aber er gibt eben nur das wieder, was er auch als Kind mitbekommen hat und keine weitreichenden Informationen zur Gesellschaft. Das passt natürlich zum Roman. Lässt mich aber trotzdem etwas unbefriedigt zurück.
Ich kannte den Autor, bevor ich das Buch gelesen habe. Es hat mich aber neugierig gemacht, mehr über diese zerrissene, aber auch geniale Person zu erfahren.

Bewertung vom 22.02.2019
Saligia
Oppermann, Swantje

Saligia


sehr gut

Schon allein das Cover ist ein Hingucker. Hat für mich was von Graphic Novel Stil. Aber auch die der Geschichte ist ungewöhnlich: Menschen, die übernatürliche Kräfte, angelehnt an die bekannten Todsünden, haben. Protagonistin Keira weiß zu anfangs erst einmal nicht, dass sie zu diesem speziellen Kreis an Menschen gehört. Sie fühlt sich zwar immer als Außenseiterin, aber sie weiß nicht wie anders sie ist. Aber sie wird gefunden und darf auf ein Internat nur für Jugendliche, die die Kräfte der Todsünden haben. Dort findet auch nicht zur Ruhe, denn eines der Mädchen ist verschwunden und es gibt überall Geheimnisse.
Die Idee anhand der Todsünden jungen Menschen besondere Fähigkeiten zuzuschreiben, finde ich sehr interessant. Keiras Kraft, die Wut, konnte ich mir sehr gut vorstellen. Auch weil sie natürlich im Mittelpunkt steht und man sehr viel über Gefühle erfährt. Die anderen Todsünden blieben dagegen etwas im Dunkeln, weshalb ich mir das Leben der anderen Schüler voll von Neid, Völlerei etc. nicht richtig vorstellen konnte. Da hätte die Autorin meiner Meinung nach, mehr darauf eingehen können. Aber vielleicht wird das noch, da es sich wahrscheinlich um einen Mehrteiler handelt. Die Beziehung von Keira zu ihrer Mutter blieb für mich auch zu oberflächlich, denn die Nichtreaktion ihrer Mutter auf Keiras Weggehen, konnte ich nicht nachvollziehen.
Der Schreibstil gefiel mir ganz gut. Der Roman lässt sich, typisch für ein Jugendbuch, gut lesen. Ist ohne komplizierte Satzstrukturen. Dennoch insgesamt hätte man dank des wirklich spannenden Themas, mehr in die Tiefe gehen können. So blieb es eine typische Teenagergeschichte mit Selbstzweifeln, ersten Liebesgefühlen etc. Da der Roman aber dennoch sehr spannend war und das Ende mit richtig guten Cliffhangern gestaltet ist, werde ich den Folgeroman auch lesen und hoffe, dass die Todsünden noch eine größere Rolle spielen werden

Bewertung vom 04.01.2019
Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9 (9 Audio-CDs)
Neuhaus, Nele

Muttertag / Oliver von Bodenstein Bd.9 (9 Audio-CDs)


sehr gut

Dies ist jetzt bereits der 9. Krimi um die Ermittler Bodenstein und Sander ehemals Kirchhoff. Man muss die Vorgängerbände nicht unbedingt gelesen haben, da die Fälle abgeschlossen sind. Um die Ermittler und ihr Privatleben besser zu verstehen und einzuordnen können, ist empfehlenswert der Reihe nach zu lesen.
Der Roman beginnt mit einer Szene am See mit Jugendlichen, bei denen am Ende ein Mädchen stirbt. Die Szene ist natürlich ein Schlüssel, für was genau, ist rauszufinden. Szenenwechsel: Theo Reifenrath wird tot in der Nähe von Frankfurt aufgefunden. Da es nach ersten Anzeichen wahrscheinlich um einen natürlichen Tod handelt, wäre alles schnell erledigt gewesen für Pia Sander, aber unter dem Hundezwinger finden sich Leiche mehrerer Frauen. Ist Reifenrath ein Serientäter? Dadurch das Reifenrath und seine Frau Pflegeeltern für eine Vielzahl von Kindern waren, gibt es eine Menge Verdächtiger.
Schon mit den ersten Buchseiten wird man zum miträtseln ermuntert und das liebe ich an den Neuhaus Krimis. Man wird lange im Dunkeln gelassen, es eröffnen immer neue Handlungsstränge und ich versuche das Puzzlebild zusammenzusetzen und scheitere doch.
Gleichzeitig spricht Neuhaus interessante Themen an, allen voran der Schwerpunkt Pflegekinder und Adoption. Das Ende war für mich wirklich überraschend, vor allem das auch Pia privat so beteiligt ist. Diesmal gibt es einen wirklichen Showdown, der etwas übertrieben war und auch nicht hätte sein müssen. Es wirkte auf mich etwas unrealistisch. Insgesamt wurde die Geschichte durch manche Nebenhandlung etwas aufgebläht. Die Ermittler agierten für mich nicht immer schlüssig und waren zum Teil sehr mit privaten Problemen beschäftigt. Dennoch, ich wurde sehr gut unterhalten und freue mich schon auf den nächsten Band.
Da ich das Hörbuch genießen durfte, noch kurz zur Sprecherin Julia Nachtmann. Es ist nicht ihr erster Neuhaus Krimi. Sie spricht auch diesen sehr gut, ohne übertriebene Betonungen. Dennoch klar trennbar die einzelnen Charaktere. Sie hat eine angenehme Stimme, die sich nicht in den Vordergrund drängt und sehr gut zu den Neuhaus Krimis passt.

Bewertung vom 21.12.2018
Kathrinchen Zimtstern
Backstein, Bastian

Kathrinchen Zimtstern


ausgezeichnet

Ich bin selbst mit den Schnitzereien aus dem Erzgebirge aufgewachsen und liebe sie bis heute. Mit diesem Buch möchte ich auch meine Tochter von diesen wunderbaren Schnitzereien überzeugen.
Das Buch ist in 24 Kapitel aufgebaut, so dass man diese sehr gut als tägliche Vorleseadventskalender nutzen kann. Es fällt aber schwer nicht weiter zu lesen, denn oft gibt es einen Cliffhanger. Dazu gibt es ein paar schöne Illustrationen, die einen die bekannten Figuren näherbringen. Wenn man sich aber mit den Figuren der erzgebirgischen Schnitzerei auskennt, hat man auch ohne die Illustrationen ein Bild im Kopf, denn es sind die typischen Formen wie die bekannten Engel, Pflaumentoffel oder Nussknacker.
Die Geschichte dreht sich um den kleinen süßen Engel der pünktlich zur Weihnachtszeit aus seiner Kiste verschwunden ist. Seine Freunde wollen das nicht hinnehmen und machen sich auf die Suche nach ihr. Es handelt also von wahrer Freundschaft, füreinander da sein, aber auch großen Abenteuern. Die Geschichte ist sehr süß erzählt, ich fieberte mit und konnte mir das Geschehen sehr gut vorstellen.
Das Vorwort des Autors gefiel mir sehr gut, da wurde deutlich mit wieviel Liebe er dieses Buch verfasste und das es auch eine Hommage an seine Kindheit ist. Ich fühlte mich verstanden.
Auch die Aufmachung des Buches ist gut gelungen, quadratisch, aber nicht zu klein mit Hardcovereinband und schönen dicken Seiten. Auch als Geschenk ein Hingucker! Insgesamt absolute Kaufempfehlung!

Bewertung vom 30.11.2018
Als das Leben vor uns lag
Santos, Care

Als das Leben vor uns lag


ausgezeichnet

Fünf sehr unterschiedliche Mädchen besuchen in den 1950ern ein Internat der katholischen Kirche in Spanien. Bis eines Tages ein Ereignis dazu führt, dass eines dieser Mädchen, Julia, die Schule verlassen muss. 30 Jahre später hat Olga, die selbsternannte Anführerin der Mädchenclique, die Idee, die Freundinnen für ein gemeinsames Essen wieder zusammenzuführen. Denn alle fünf haben sich in den Jahren auseinandergelebt und nur sporadisch Kontakt untereinander gesucht.
In Rückblicken erfährt man von den sehr unterschiedlichen Leben der Frauen. Sie sind ein Spiegel der weiblichen spanischen Gesellschaft in diesen Jahrzehnten. Und so erfuhr ich auch noch ein wenig Geschichte, von der ich ehrlich gesagt, vorher kaum etwas wusste. Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Ich konnte mir die Frauen sehr gut vorstellen und ihr Verhalten war oft überraschend, aber stimmig zum Charakter. Es gibt immer wieder Überraschungen mit denen ich nicht gerechnet hätte. Der Spannungsbogen war für mich auch aus diesem Grund immer hoch. Dazu der angenehme Schreibstil sorgten dafür, dass die Seiten nur so dahinflogen. Am Ende geht es nochmal hoch her und dann plötzlich ist das Buch zu Ende und ich musste die liebgewonnenen Charaktere verlassen. Das war einerseits sehr schade, da vieles offen blieb. Aber anderseits wurde ich dadurch animiert selbst das Weiterleben der Protagonistinnen zu fantasieren.
Für mich ein sehr unterhaltsames Buch, dass mich dazu gebracht mehr über die spanische Franco-Ära zu lesen. Manchmal hätte es vielleicht mehr in die Tiefe gehen können, aber um diesen fünf verschiedenen Frauen Raum zu geben, musste eben einiges gekürzt werden, denn das Leben von manchen dieser Frauen hätte genug Stoff für ein eigenes Buch gegeben. Die Autorin werde ich mir jedenfalls merken.

Bewertung vom 26.11.2018
Ca. 750 g Glück - Das kleine Buch über die große Lust sein eigenes Sauerteigbrot zu backen
Stoletzky, Judith; Geißler, Lutz

Ca. 750 g Glück - Das kleine Buch über die große Lust sein eigenes Sauerteigbrot zu backen


sehr gut

Auf das Buch wurde ich eigentlich nur aufmerksam, weil ich das Brotbackbuch von Lutz Geißler habe und liebe. Außerdem wollte ich mich schon immer mal an einen Sauerteig wagen und dachte, das ist endlich die Gelegenheit. Aber „ca. 750g Glück“ ist viel mehr als ein Backbuch. Es ist, ich weiß es nicht, denn so eine ungewöhnliche Mischung ist mir noch nie in die Hände gefallen.
Keine Angst, es gibt ein Sauerteigrezept und der Teig ist mir auch gelungen. Es ist aber eher eine Liebesgeschichte für das Sauerteigbrot inklusive Rezepten, statt einem Backbuch. Vor allem der erste Teil ist philosophischer Natur. Es geht um Brot und Glück, wie ist das verbunden. Und auch wenn mir manches etwas weit ausgeholt vorkam, ging es leicht zu lesen und hat mich zum Nachdenken gebracht. Dazu passen die wirklich schönen Fotos, sie sind professionell gemacht. Es gibt kein Schnickschnack Drumherum, sondern das Brot und der Weg zum Brot stehen allein im Vordergrund. Ähnlich sieht es mit dem Einband aus, der hochwertig wirkt und gleichzeitig minimalistisch in der Gestaltung.
Danach geht es zum Backen, die Rezepte bleiben dabei sehr überschaubar. Da hätte ich mir einfach mehr Differenziertheit gewünscht.
Mir fällt es schwer eine Zielgruppe für dieses Buch zu finden. Es ist wahrscheinlich für Menschen perfekt, die backen nicht nur aus Geschmacks- und Spargründen, sondern die Backen, weil sie etwas Reales schaffen wollen und bei der eigenen Herstellung von Lebensmitteln mehr sehen als nur das Ergebnis. Dieses Buch regt zum Nachdenken an und ist dennoch leicht zu Lesen. Es hat mir gefallen bis auf ein paar kleine Abstriche.

Bewertung vom 13.10.2018
Das Geheimnis der Grays
Meredith, Anne

Das Geheimnis der Grays


gut

Der Klappentext, von diesem äußerlich sehr ansprechenden Buches, verspricht eine traditionelle Krimihandlung im Agatha Christie Stil. Zu Weihnachten trifft sich die Familie Gray im väterlichen Herrenhaus. Der Vater selbst bei allen seinen Kindern unbeliebt, wird in der Weihnachtsnacht ermordet. Nun ging ich davon aus, dass man als Leser nun auf die Suche nach dem Mörder geschickt wird, was ja interessant ist, da alle anwesenden Familienmitglieder ein Motiv haben, wie vorher schon erklärt wurde. Aber nein, kurz nach dem Mord, erfährt man vom Mörder selbst, wie es geschehen konnte und wie er von sich selbst ablenken will.
Das hat mich überrascht und auch ein wenig enttäuscht. Denn die Krimihandlung tritt damit sehr in den Hintergrund. Es wird dadurch eher eine psychologische Analyse eines Mörders. Die Spannung hat für mich besonders im Mittelteil dadurch sehr gelitten, erst am Ende stieg die Spannung bis zum Finale wieder an.
Vielleicht wäre man bei dem Roman, lieber beim englischen Originaltitel „Portrait of a murderer“ geblieben, denn der sagt genau das aus was der Roman ist. Der deutsche Titel passt meines Erachtens überhaupt nicht, denn ein wirkliches Geheimnis, was alles erklären würde, wurde nicht wirklich aufgedeckt. Der Schreibstil ist trotz des Alters des Romans gut zu lesen. Die anfänglichen langen Beschreibungen der Charaktere und der Umgebung fand ich gelungen. Die Charaktere sind interessant, mir aber fast durchweg unsympathisch. Aus diesem Grund hielt sich auch mein Mitleid gegenüber des Getöteten und seines Mörders in Grenzen.
Trotz, dass der Roman zur Weihnachtszeit spielt, ist die weihnachtliche Stimmung eher gering und die Autorin legt auch wenig Wert darauf einen Roman mit weihnachtlichem Flair zu schreiben. Insgesamt ein gut geschriebener Roman, aber kein spannender Krimi, wie ich erwartet habe.

Bewertung vom 31.08.2018
Königskinder
Capus, Alex

Königskinder


ausgezeichnet

Alex Capus versteht zu erzählen. Schon nach den ersten Sätzen bin ich in die Geschichte eingetaucht. Das gegenseitige Necken des Pärchens Max und Tina, die in ihrem Auto eine verschneite Bergstraße hochfahren, haben mich zum Schmunzeln gebracht. Der abwechslungsreiche Dialog zwischen den beiden macht richtig Spass zu lesen. Dann beginnt der zweite Handlungsstrang. Max erzählt eine Geschichte, die in den Schweiz des 18 Jh. beginnt und über Versailles große Geschichte im Kleinen zeigt. Es geht um Liebe, zeigt aber auch wunderbar der Verfall der feudalen Herrschaft. Immer wieder wird dieser Erzählstrang von Dialogen zwischen Max und Tina unterbrochen. Das empfand ich aber nicht als störend, sondern sie lockert die Geschichte sehr auf.
Ich hatte lange kein Buch mehr, was so positiv war ohne ins kitschige abzurutschen. Die Geschichte ist rund und macht Freude zu lesen. Sprachlich ist sie top. Oft wirkt es märchenhaft, obwohl es vor einem realen Hintergrund spielt, die Absetzung der Monarchie in Frankreich, aber auch die ersten Versuche von Heißluftballons. Oft war ich hin und her gerissen, ob es vielleicht wirklich so geschah oder alles erdacht ist. Denn durch die Nutzung realer historischer Ereignisse wirkte die Geschichte sehr authentisch auf mich. Durch die Erzählform von Max gewann sie dagegen wieder etwas Märchenhaftes. Am Ende ist das auch egal, aber diese Mischung zwischen Märchen und Realität ist in meinen Augen gelungen.
Kritik muss ich eigentlich nur am Cover äußern. Irgendwie wirkt es auf mich traurig und trostlos. Und das passt so gar nicht zur Geschichte, zu beiden Geschichten nicht. Denn es ist ein rein positives Buch, dass hätte man auch durch das Cover ausdrücken können.
Es ist ein dünnes Buch, das locker Stoff für einen dicken Schmöker bietet, aber so ist es für mich eine wirklich runde Geschichte, die entspannt und dennoch nachwirkt. Großartige Leistung.

Bewertung vom 29.08.2018
Der Sturm
Jacuba, Tom

Der Sturm


sehr gut

Diesmal wagt sich der Autor, den ich schon durch seine großartige „Kalypto-Reihe“ kenne an ein Shakespeare Werk. Ich gehöre leider zu denjenigen, die „Der Sturm“ von Shakespeare nicht kennen und deshalb auch nicht sagen inwieweit sich der Autor an das Original hält. Aber die Idee einen Klassiker, dazu noch ein als Theaterstück neu aufzulegen, ist interessant und mutig zugleich.
Der Roman ist in 4 Bücher aufgeteilt, die an die einzelnen Akte eines Theaterstückes erinnern. Auch das anfängliche Personenregister erinnert an Shakespears Werk. Der Protagonist Prosperos, Herrscher von Milano, wird detailliert vorgestellt. Seine Kindheit, seine Herrschaft, seine große Liebe und natürlich das Verhältnis zu seinem Bruder. Auch sein Eingang zur magischen Welt wird viel Raum gegeben. Bis es zum ersten großen Höhepunkt, die Verbannung Properos auf eine einsame Insel, lässt sich der Autor viel Zeit. Dabei erhält sogar das ungeborene Baby Miranda eine Stimme und sie erzählt aus ihrer Sicht die gefühlten Ereignisse. Aus meiner Sicht zog es eher die Handlung, als das es sie weiter brachte.
Interessanter wird es dann wieder auf der Insel auf die er zusammen mit seiner Tochter und seinen treuesten Diener verbannt wird. Auf der Insel tritt immer mehr der Fantasyaspekt in den Vordergrund, ein Hexensohn und komische, hundsgesichtete Wesen treten auf. Aber auch hier zieht sich für mich die Handlung, es wird sehr viel Wert auf die alltäglichen Dinge gelegt und auf die Beziehungen der Menschen untereinander. Dafür wird kaum erklärt, woher z.B. die Wesen kommen und warum sie noch niemand kannte.
Die Motive Rache, Verlust und Liebe, die auch bei Shakespeares Werken fast immer zu finden sind, werden auch in diesem Roman zelebriert. Für mich manchmal schon fast ins kitschige, aber wahrscheinlich ist das gewollt, um den Roman näher an Shakespeare heran zu bringen.
Insgesamt ein ungewöhnlicher und gut zu lesender Roman, der für mich aber nicht an die anderen Fantasyromane des Autors heran kommt. Dafür war hier der Fantasybereich nur Mittel zum Zweck, ohne das groß Hintergründe erklärt wurden. Das fand ich etwas schade. Dennoch ich hatte Spass den Roman zu lesen und es ist mal wirklich etwas anderes.

Bewertung vom 22.08.2018
Todeskäfig (MP3-Download)
Cooper, Ellison

Todeskäfig (MP3-Download)


ausgezeichnet

Das Hörbuch beginnt wie viele Thriller, mit dem Fund einer Leiche. Aber auch schon hier gibt es einige Überraschungen. Nicht nur das Opfer, ein junges Mädchen, und die Todesart, verdurstet, verlangen FBI Special Agent Sayer Altair alles ab, sondern auch der Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus ist. Dann kommt es zu einer Wendung, die nicht nur Sayer, sondern mich als Hörerin völlig umhaut.
Dieser Roman hat es in sich. Während zum einen die Opfer und auch ihre Todesart bei Thrillerkennern nicht unbedingt grandios neu sind, aber die Hintergründe haben es in sich und machen den Roman zu etwas besonderen. Die Protagonistin ist sympathisch und hat noch mit vergangenen Dämonen zu kämpfen, die zwar immer wieder im Roman angesprochen werden, sich aber nicht in den Vordergrund drängen. Sehr gut gelöst fand ich, dass die Hautfarbe von Sayer nur kurz angesprochen wurde und dann kaum eine Rolle spielte, nur bei manchen ihrer Gegenüber, die mit Vorurteilen behaftet sind. Sayer bietet auf alle Fälle viel Potenzial für weitere Teile.
Der Roman hat mich gefesselt, weil er nicht vorhersehbar ist, der Spannungsbogen lässt nie nach und die Ermittlungen wirken auf mich sehr realistisch. Dazu gibt es viele interessante und sympathische Nebencharaktere wie zum Beispiel der Nachbar oder die Großmutter von Sayer. Ein Roman, der sehr gut unterhält und alles hat, was man von einem Thriller erwartet. Ich kann es kaum erwarten weitere Bände der Reihe zu lesen/hören.
Auch den Sprecher des Buches fand ich sehr angenehm. Peter Lontzek passt seine Stimme sehr gut den verschiedenen Charakteren und der Stimmung im Roman an. Er spricht einen angeberischen Psychologen genauso gut, wie ein ängstliches Mädchen.