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Berlin im Juni 1896. Als ein jüdischer Zeitungsunternehmer im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes wird, gerät Kriminologe Dr. Otto Sanftleben in einen Sumpf aus Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus. Seine Ermittlungen führen ihn in die Welt der Deutschen Kolonialausstellung, wo er auf einen jungen Herero-Prinzen aus Deutsch-Südwestafrika trifft. Welchen Plan verfolgt der wahnsinnige Mörder, und wer wird sein nächstes Opfer sein?
Tim Pieper, geboren 1970 in Stade, studierte nach einer Weltreise Neuere und Ältere deutsche Literatur und Recht. Mit seiner Familie lebt er im Havelland, nur wenige Kilometer vor den Toren Potsdams, und liebt es, die idyllische Landschaft Brandenburgs mit dem Fahrrad zu erkunden.
Produktdetails
- Otto Sanftleben 2
- Verlag: Emons Verlag
- Artikelnr. des Verlages: 1178
- 1. Auflage
- Seitenzahl: 256
- Erscheinungstermin: 10. Oktober 2013
- Deutsch
- Abmessung: 205mm x 135mm x 18mm
- Gewicht: 304g
- ISBN-13: 9783954511785
- ISBN-10: 3954511789
- Artikelnr.: 38139188
Herstellerkennzeichnung
Die Herstellerinformationen sind derzeit nicht verfügbar.
6 Jahre nach seinem ersten Fall wird Dr. Otto Sanftleben erneut in einen verzwickten Kriminalfall verwickelt. Der jüdische Zeitungsunternehmer Salomon Hirsch wird im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes. Als Commissarius Funke, der mit dem Fall betraut ist, Otto um Hilfe bittet, …
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6 Jahre nach seinem ersten Fall wird Dr. Otto Sanftleben erneut in einen verzwickten Kriminalfall verwickelt. Der jüdische Zeitungsunternehmer Salomon Hirsch wird im Zoologischen Garten Opfer eines Ritualmordes. Als Commissarius Funke, der mit dem Fall betraut ist, Otto um Hilfe bittet, gerät dieser in einen wahren Sumpf aus Antisemitismus, Rassismus und Nationalstolz. Doch er trifft auch auf die faszinierende Künstlerin Igraine Raab, die er noch aus Jugendtagen kennt und die ihn mit ihrer unkonventionellen Art in ihren Bann zieht.
Auch mit seinem 2. Fall für Dr. Sanftleben und den schrägen Commissarius Funke, ist es Tim Pieper gelungen, neben einem spannenden Krimifall ein stimmiges und detailgetreues Bild vom Berlin Ende des 19. Jahrhunderts zu zeichnen und einen Einblick in eine Gesellschaft im Umbruch zu geben.
Otto Sanftleben hat sich in den 6 Jahren seit seinem letzten Fall doch etwas verändert, er hat den Radsport an den Nagel gehängt und seine Vorliebe für gutes Essen spiegelt sich in seinem etwas füllig gewordenem Leibesumfang wieder. Während er beruflich weiterhin gut voran kommt, ist er im Privaten immer noch allein und so wird die Begegnung mit der unkonventionellen Malerin Igraine Raab zu einem Wendepunkt. Da sein Freund und Leibdiener Moses auf Grund seiner Hautfarbe nicht zum Medizinstudium zu gelassen wird, läßt er sich auf einen Segelwettstreit mit Professor Trittin ein, einem ebenso bornierten wie von Vorurteilen geleitetem Mann, der offen seinen Rassismus zur Schau trägt und schon bald auch in Ottos Ermittlungen einen Platz einnimmt.
Schon im Vorgänger war Commissarius Funke ja meine Lieblingsfigur um so mehr hat mich gefreut, dass er auch diesmal wieder mit dabei war. Der Commissarius ist arg gebeutelt, wird er doch Opfer einer Erpressung und hat auch so ein paar private Probleme, die er mit dem Konsum von Alkohol in den Griff zu kriegen versucht. Gerade diese "alkoholgetränkten" Szenen haben bei mir für viel Heiterkeit gesorgt und ich hab mich hier bestens amüsiert!
Neben den privaten Episoden der Hauptfiguren ist aber gerade der Krimifall wieder sehr undurchsichtig und raffiniert in Szene gesetzt. Zwar ist hier der Aufbau wie im Vorgänger, in einem Prolog der 7 Jahre früher spielt, lernt man bereits den späteren Mörder kennen ohne natürlich seine Identität lüften zu können. Dann startet die Geschichte im aktuellen Geschehen durch und hier wechseln wieder die Perspektiven zwischen Sanftlebens und Funkes Ermittlungen und Einblicken in die Psyche des Täters. So bleibt das Buch spannend und abwechslungsreich und liest sich ruck zuck weg. Diesmal nimmt auch Ottos berufliches Gebiet, die Erforschung der Körpersprache von Kriminellen etwas mehr Raum ein, was mir sehr gut gefallen hat.
Obwohl die Thematik um Antisemitismus und Rassenhass natürlich ein ernstes Thema ist, ist es dem Autor gelungen, seine Geschichte mit leichter Feder flott und eingängig zu erzählen und auch wieder einige launige Szenen einzubauen. Dass der Antisemitismus bereits zu dieser Zeit so stark ausgeprägt war und die Gemüter der damaligen Gesellschaft beschäftigte, war mir gar nicht so bewußt und hier ist es dem Autor gelungen, Motive und Beweggründe der Anhänger und die Ursachen dazu immerhin so weit anzuschneiden, dass man einen guten Einblick in diese Zeit erhält.
FaziT: Interessantes, humorvolles und spannendes Sittengemälde, das wie der Vorgänger viel Lokalkolorit und Einblick in eine Zeit im Umbruch bietet. In den historischen Hintergrund ist der Krimifall stimmig eingebettet und bietet unterhaltsames Lesevergnügen. Schade dass es bisher keine weitere Fortsetzung gibt!
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Historischer Kriminalroman
Der Kriminologe Dr. Otto Sanftleben unterstützt die Polizei und recherchiert zu mehreren Morden im Berlin des Jahres 1896.
Der Roman besticht durch die gehobene / gewählte Ausdrucksweise des Autors.
Hier ein Beispiel für eine gelungene Formulierung …
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Historischer Kriminalroman
Der Kriminologe Dr. Otto Sanftleben unterstützt die Polizei und recherchiert zu mehreren Morden im Berlin des Jahres 1896.
Der Roman besticht durch die gehobene / gewählte Ausdrucksweise des Autors.
Hier ein Beispiel für eine gelungene Formulierung darüber, wie es sich anfühlen kann, wenn sich zwei Personen zur Begrüßung die Hände reichen:
„… wie Treibgut, das aufgrund eines formellen Begrüßungsrituals in der Hand des anderen gestrandet war.“, S. 210.
Die Charaktere sind gut entwickelt und realistisch und die Geschichte ist in sich schlüssig.
Der Roman ist ein gutes Zeitzeugnis und es macht Spaß ihn zu lesen.
Mir persönlich gefallen solche Krimis, in denen das Verbrechen / die Gewalttat an sich gar nicht so sehr im Vordergrund steht – sondern eher die Ermittlungen und das Warum.
Und dass nebenbei auch noch Einblicke in das damalige Leben der Kaiserzeit und andere geschichtliche Zusammenhänge präsentiert werden, macht den Roman an sich nur noch mehr lesenswert.
Fazit: Ein spannender Kriminal-Roman.
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„Meistens erkenne ich die Kriminellen durch den Widerspruch zwischen Aussagen und Körpersprache.“
Berlin im Jahre 1896. Dr. Otto Sanftleben ist Kriminologe und wenn er nicht gerade Bücher schreibt, ist er als Berater bei der Polizei tätig. Seit er vor einigen Jahren …
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„Meistens erkenne ich die Kriminellen durch den Widerspruch zwischen Aussagen und Körpersprache.“
Berlin im Jahre 1896. Dr. Otto Sanftleben ist Kriminologe und wenn er nicht gerade Bücher schreibt, ist er als Berater bei der Polizei tätig. Seit er vor einigen Jahren geholfen hat, einen Serienmörder zu überführen, wurde er schon häufig zur Unterstützung gerufen. Und auch diesmal scheint der Rat eines Spezialisten nötig zu sein, denn der Tote, der ermordet im Tiergarten aufgefunden wurde, war ein jüdischer Zeitungsunternehmer. Und er wurde nicht einfach „nur“ ermordet, sondern das Opfer einer rituellen und ausgesprochen blutigen Tötung. Vor dem Hintergrund eines sich ausbreitenden Antisemitismus in Berlin beginnt Otto mit der Suche nach dem Täter.
Ein tolles Buch, ein großes Lesevergnügen! Ich konnte es nach „Mord unter den Linden“ kaum abwarten, Neues von Otto zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Kombination aus einem spannenden Krimi mit vielen historischen Hintergründen macht richtig viel Spaß.
Besonders schön finde ich Ottos Gedanken, sobald er auf irgendeinen Menschen – egal ob Freund oder Verdächtiger – trifft. Denn geradezu automatisch setzt bei ihm ein Analyseprozess ein, der das Auftreten und Benehmen seines Gegenübers auswertet.
„Die Reaktion des Professors war hochinteressant. Anstatt Ottos Hand zu ergreifen, legte er den Arm eng an den Körper, winkelte den Unterarm ab und streckte seinerseits die Hand aus. Wollte Otto einen Körperkontakt herbeiführen, musste er einen Schritt auf Trittin zugehen, was er auch tat. Dadurch kam er ihm nicht nur in räumlicher Hinsicht entgegen, sondern gestand dem Wissenschaftler auch die Entscheidung über den Ablauf der Begrüßung zu. Nachdem er den Kontakt hergestellt hatte, griff der Professor sofort fest zu und kippte Ottos Hand zur Seite und nach unten, sodass er im wahrsten Sinne des Wortes „die Oberhand“ gewann.“
Neben Otto sind glücklicherweise auch wieder der Commissarius Funke und Ottos Ziehsohn und „Leibdiener“ Moses dabei. Funke hat außer dem Mordfall – der sich übrigens erneut zur Serie entwickelt – noch ganz eigene Probleme, denn ein Unbekannter erpresst ihn und droht bekanntzumachen, dass Funke dem „Dritten Geschlecht“ angehört. Und Moses, gebürtiger Herero, leidet unter den Vorurteilen, die ihm aufgrund seiner Hautfarbe entgegengebracht werden.
Otto selbst hat neben dem Fall erneut alle Hände voll zu tun. Er – der noch nie gesegelt ist – hat sich zu der Teilnahme an einer Regatta überreden lassen. Und eine wichtige Zeugin im aktuellen Mordfall entpuppt sich als sehr gute alte Bekannte… Nur, dass sie damals ein Mädchen war und heute eine äußerst attraktive Frau geworden ist.
Der Fall selber ist spannend bis zum Schluss. Immer wieder gab es neue Verdächtige, mehrfach glaubte ich, den Täter entdeckt zu haben. Was soll ich sagen? Zum Glück war das nicht so! Und am Ende bleibt mir nur zu hoffen, dass uns Tim Pieper nicht zu lange auf den dritten Band warten lässt.
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