Hannah Häffner
Gebundenes Buch
Die Riesinnen
Roman - 'Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.' DORIS KNECHT
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Erscheint vorauss. 25. Februar 2026
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»'Die Riesinnen' saugen einen auf der ersten Seite ein, und am Ende dieses Drei-Generationen-Porträts großer Frauen wird man atemlos ausgespuckt. Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.« DORIS KNECHT»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer and...
»'Die Riesinnen' saugen einen auf der ersten Seite ein, und am Ende dieses Drei-Generationen-Porträts großer Frauen wird man atemlos ausgespuckt. Wüst, wild, bewegend und voller Poesie.« DORIS KNECHT
»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.«
Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.
In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.
»Mager ist sie, wie ein Kleiderhaken, zurechtgebogen zu Menschenform. Dünn und stark und langgestreckt: Keine ist größer als sie, im Dorf nicht, und auch nicht im nächsten. Dazu die Kupferwollehaare, die wütend nach dem Himmel greifen. Wer sie sieht, weiß, wer sie ist, man weiß es sofort, und sie hasst es, hasst es, hasst es. Vielleicht hätte sie es, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, auch lieben können, aber das geht nicht, nicht hier.«
Wittenmoos, ein kleines Dorf im Schwarzwald, ist die Heimat dreier Frauen. Groß und dünn überragen sie alle anderen und wollen so gar nicht in die Dorfgemeinschaft passen. Und doch sind sie hier verwurzelt und müssen ihren eigenen Weg in den engen Grenzen des Dorfes finden. Liese, die still und unerbittlich die Metzgerei führt. Cora, ihre Tochter, die Wütende, die ausbrechen wird und lernen muss, dass Heimkehr keine Niederlage ist. Und Eva, Coras Tochter, die den Wald so sehr liebt und sich dessen erst bewusst werden muss.
In dunkler, satter, aber auch zarter Poesie erzählt Hannah Häffner mit stilistischer Präzision, feinem Humor und einer subtilen Beobachtungsgabe die Geschichte dreier Frauen, die sich von den 60-er Jahren bis in unsere Zeit spannt. Ein lange nachhallender Roman über die Sehnsucht nach Freiheit und Wurzeln, über Mütter und Töchter und über die Kraft der Natur.
Hannah Häffner wurde 1985 in Heidelberg geboren. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften begann sie, als Werbetexterin zu arbeiten und sich parallel dazu verstärkt dem Schreiben zu widmen. Heute lebt sie mit ihrer Familie als freie Texterin und Schriftstellerin in der Nähe von Stuttgart.
Produktdetails
- Verlag: Penguin Verlag München
- Originalausgabe
- Seitenzahl: 416
- Erscheinungstermin: 25. Februar 2026
- Deutsch
- Abmessung: 215mm x 135mm x 37mm
- Gewicht: 583g
- ISBN-13: 9783328604334
- ISBN-10: 3328604332
- Artikelnr.: 75608127
Herstellerkennzeichnung
Penguin Verlag
Neumarkter Straße 28
81673 München
produktsicherheit@penguinrandomhouse.de
Sehr einfühlsam erzählt
Lieselotte lebt in einem Dorf im Schwarzwald, sie heiratet Bernhard, es ist keine Heirat aus Liebe, eher ein Pflichtgefühl, weil,es der Anstand so will. Bernhard arbeitet im Familienbetrieb als Metzger, ihm fehlt allerdings noch die Meisterprüfung. Die …
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Sehr einfühlsam erzählt
Lieselotte lebt in einem Dorf im Schwarzwald, sie heiratet Bernhard, es ist keine Heirat aus Liebe, eher ein Pflichtgefühl, weil,es der Anstand so will. Bernhard arbeitet im Familienbetrieb als Metzger, ihm fehlt allerdings noch die Meisterprüfung. Die Schwangerschaft stellt die sehr groß gewachsene Liese vor eine neue Herausforderung, sie nimmt ihr die Möglichkeit aus diesem Konstrukt zu entfliehen. Doch die kleine Cora wird ihr Augenstern, und sie will das Kind vor ihrem eigenen Schicksal bewahren, dass sie wegen ihres Aussehens zur Außenseiterin gemacht hat. Durch den frühen Tod ihres Mannes steht Liese allerdings erstmal vor anderen noch größeren Problemen, sie trägt nun die Hypothek für das Haus und darf eigentlich gar nicht im Betrieb arbeiten. Dennoch übernimmt sie ihn, und setzt sich durch, zwar ein wenig unrealistisch, aber ich habe es beim lesen einfach mal so hingenommen.
Im weiteren Verlauf der Handlung reiht sich noch die Enkelin dazu, Eva. Cora hatte die selbe Missachtung und Tratsch zu erdulden wie Liese, erst durch Eva änderte sich dann etwas, sie durchbricht quasi diesen Kreis und fühlt sich als erste heimisch.
Mit diesen drei Frauen erzählt die Autorin sehr einfühlsam diese Geschichte über drei Generationen von Frauen, die ihr Leben in diesem Dörfchen begonnen haben. Man sieht die Entwicklungen der Frauen, die sehr unterschiedlich verläuft, aber für mich sehr interessant war. Die Erzählweise hat mich direkt für sich eingenommen
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Die Riesinnen – Hannah Häffner
„Dieser Wald, den man nicht aus sich herausbekommt, auch wenn man ihn verlässt. Der wurzelt unter dem Herzen, hinter den Lungen, und man hört ihn deiner Sprache an und sieht ihn in deinen Augen.“ (Seite 8)
An diesem Roman hat mich von …
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Die Riesinnen – Hannah Häffner
„Dieser Wald, den man nicht aus sich herausbekommt, auch wenn man ihn verlässt. Der wurzelt unter dem Herzen, hinter den Lungen, und man hört ihn deiner Sprache an und sieht ihn in deinen Augen.“ (Seite 8)
An diesem Roman hat mich von der ersten Seite an die wunderbare poetische Sprache, sowie die große Liebe zur Natur und zum Wald fasziniert. Die daraus entstehende Atmosphäre ist beeindruckend.
Es sind drei Riessberger-Frauen, drei Generationen, denen dieser Roman folgt. Liese, deren Tochter Cora und wiederum ihre Tochter Eva. Alle drei sind sehr groß, sehr dünn und rothaarig. Stets müssen sie sich ihren Platz im Leben erst erkämpfen. Dennoch, oder gerade deshalb sind es drei bemerkenswerte und starke Frauen. Alle drei träumen davon, ihren Heimatort Wittenmoos im Schwarzwald, deren Bewohner ihnen das Leben oft so schwer macht, zu verlassen. Erst Eva lernt den Wald und ihre Heimat wirklich anzunehmen und zu lieben.
Die Handlung kommt sehr ruhig daher und hat durchaus auch seine Längen. Herausragend fand ich dagegen, wie oben bereits erwähnt, die Poesie der Sprache.
Lesenswert! 4 Sterne
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Zwischen Poesie und ungeschönter Realität
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner ist weit mehr als eine Familiengeschichte; es ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an mit einer fast greifbaren Atmosphäre und einer außergewöhnlichen sprachlichen …
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Zwischen Poesie und ungeschönter Realität
„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner ist weit mehr als eine Familiengeschichte; es ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an mit einer fast greifbaren Atmosphäre und einer außergewöhnlichen sprachlichen Präzision in seinen Bann gezogen hat. Schon nach den ersten Kapiteln wird klar, dass dies kein Buch für zwischendurch ist. Man muss sich auf die dichte, poetische Welt einlassen, die Häffner erschafft – doch wer das tut, wird mit einer Geschichte belohnt, die noch lange nachhallt!
Häffners Schreibstil ist eine Klasse für sich. Sie beherrscht eine Mischung aus ungeschönter und realistischer, aber auch zarter Poesie, die mich selbst in alltägliche Szenen hat versinken lassen. Besonders die Beschreibungen des Waldes haben mich tief berührt; er wird fast wie ein eigenes Wesen beschrieben, das „wurzelt, unter dem Herzen“ und das „man nicht aus sich herausbekommt, auch wenn man ihn verlässt“ (S. 8). Obwohl die Autorin auf ausschweifende Beschreibungen verzichtet, webt sie eine so dichte Atmosphäre, dass ich mich stets mitten im Geschehen fühlte und beim Zuschlagen des Buches fast das Gefühl hatte, aus einer anderen Welt aufzuwachen.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen drei Frauen aus drei Generationen, die in der Enge des Dorfes Wittenmoos ihren Platz finden müssen.
• Liese, eine Außenseiterin in Wittenmoos, hat mich durch ihre stille und unerbittliche Stärke beeindruckt. Wie sie ihre Mutterschaft und selbst die Ablehnung der Dorfgemeinschaft schließlich als Befreiung erlebt und sich mühsam ihre Eigenständigkeit erkämpft, war ein berührender Beginn einer generationenübergreifenden Geschichte.
• Bei ihrer Tochter Cora ist die Zerrissenheit fast physisch spürbar. Ihre Flucht vor der Herkunft, ihre Rastlosigkeit und ihre Rebellion gegen die Rolle als Mutter machen sie zu einer hochkomplexen Figur. Besonders wichtig fand ich die ehrliche Darstellung ihrer ambivalenten Gefühle zum Muttersein – ein Thema, das selten so ungeschönt behandelt wird.
• Eva, die Enkelin, führt die Geschichte schließlich zurück zur Naturverbundenheit und lässt uns das Dorf noch einmal mit ganz neuen Augen sehen. Auch ihre Geschichte ist bewegend und – genau wie das echte Leben – voller unerwarteter Wendungen.
Fazit
Auch wenn ich mir manchmal einen etwas tieferen Blick in das Leben der übrigen Dorfgemeinschaft gewünscht hätte, liegt die wahre Stärke dieses Romans in der Charakterzeichnung seiner Protagonistinnen. Sie sind nicht immer sympathisch, aber in ihrer Fehlbarkeit und Komplexität zutiefst menschlich. Dass das Buch auf ein klassisches, explosives Finale verzichtet und stattdessen wie ein echter Ausschnitt aus dem Leben wirkt, macht das Ende umso stimmiger.
Ein literarisches Highlight, das die Kraft der Natur und die Komplexität von Mutter-Tochter-Beziehungen meisterhaft einfängt. Eine klare Leseempfehlung von mir!
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Toll für Leserunden
Im Roman "Die Riesinnen" von Hannah Häffner begleiten wir die Geschichte von Liese, Cora und Eva, drei Generationen von Frauen einer Familien, die in einem Dorf im Schwarzwald zu Hause sind. Dabei geht es um die Fragen von Heimat und Zugehörigkeit, …
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Toll für Leserunden
Im Roman "Die Riesinnen" von Hannah Häffner begleiten wir die Geschichte von Liese, Cora und Eva, drei Generationen von Frauen einer Familien, die in einem Dorf im Schwarzwald zu Hause sind. Dabei geht es um die Fragen von Heimat und Zugehörigkeit, und wie es sich lebt in einer Dorfgemeinschaft, zu der man nicht recht dazu gehört.
Ich muss gestehen, dass mir der sehr poetische Schreibstil grundsätzlich gut gefallen hat, doch in Kombination mit den eher "abgehackten" Sätzen fiel es mir zunächst schwer in einen richtigen Lesefluss zu kommen. Dieser Stil war persönlich nicht meins, aber im Gegenzug habe ich der Geschichte der drei Protagonistinnen sehr gerne gefolgt.
Insbesondere die Perspektiven von Liese im Vergleich zu ihrer Tochter Cora haben mich sehr interessiert. Beide passen nicht ins Dorf und gehen doch völlig anders mit ihrer Situation um, was nicht zuletzt dem Aufwachsen in verschiedenen Generationen und Zeiten geschuldet sein dürfte. Die Generationen ändern sich, Cora traut sich mehr, lehnt deutlicher ab. Im Gegenzug bleibt ihre Mutter stärker in den Konventionen gefangen und schweigt z.B. über die Probleme in ihrer Ehe bzw. über das Verhältnis zu ihren Schwiegereltern.
Der Autorin sind aus meiner Sicht die verschiedenen Perspektiven ausgesprochen gut gelungen und sie lässt vieles zwischen den Zeilen mitschwingen. Darum empfehle ich das Buch sehr gerne für Leserunden, da es hier einiges gemeinsam zu entdecken und diskutieren gibt!
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Drei Generationen starker Schwarzwälderinnen
Hannah Häffner erzählt eine beeindruckende Geschichte von drei Generationen ungewöhnlicher Frauen in einem kleinen Schwarzwalddorf, Liese, Cora und Eva. Sie sind groß, dünn, knochig und haben rote Haare wie Putzwolle. Man …
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Drei Generationen starker Schwarzwälderinnen
Hannah Häffner erzählt eine beeindruckende Geschichte von drei Generationen ungewöhnlicher Frauen in einem kleinen Schwarzwalddorf, Liese, Cora und Eva. Sie sind groß, dünn, knochig und haben rote Haare wie Putzwolle. Man nennt sie die Riesinnen, sie sind Außenseiter im Dorf. Alle streben sie zunächst in die Ferne, wollen weg aus der Enge des Dorfes, haben vage Pläne und sind doch verwurzelt in der Heimat, lieben vor allem ihren Wald. Dort finden sie Trost. Alle haben sie Pech mit den Männern, mit der Liebe, und finden ihren Weg allein, jede mit ihrer Tochter. Harte Arbeit und starker Wille führen die Frauen auch zum wirtschaftlichen Erfolg, gegen viele Widrigkeiten.
Glaubwürdig erzählt, also gut recherchiert, sind die Zeitumstände von den frühen 60er Jahren bis in die jüngere Vergangenheit. Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, alles im Präsens erzählt, in sehr kurzen Sätzen. Dafür sind ungewöhnlich viele Merksätze dabei, über die man nicht einfach hinweglesen kann, Lebensweisheiten der Frauen. Poetische Schilderungen, ungewöhnliche Bilder und Naturbeschreibungen bleiben haften. In der Schilderung des Schwarzwalds und des Lebens im Dorf hat der Roman seine Stärke.
Was mich etwas stört, ist das allzu Versöhnliche. Liese sagt sich noch: „Nicht, dass es gut wird, das will sie nicht behaupten. Nur dass es irgendwie gehen wird. … Es wird gehen, wie könnte es nicht.“ Es geht immer gut aus, alles fügt sich irgendwie. Den Männern geht es schlechter, die Frauen behaupten sich, alleinstehend mit Kind. „Wenn nur alles gut geht, und das wird es bestimmt.“ So endet der Roman. Lesenswert ist er allemal.
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Ein Dorfroman mit starken Frauen
Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen von den anderen Dorfbewohnern, groß, …
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Ein Dorfroman mit starken Frauen
Dieser Roman konnte mich von Beginn an in seinen Bann ziehen.
Wir begleiten 3 Generationen von Frauen , die in einer dörflichen Umgebung im Schwarzwald leben. Schon äußerlich unterscheiden sich die Frauen von den anderen Dorfbewohnern, groß, schlank und rothaarig sticht jede von ihnen aus der Menge heraus.
Mit Liese beginnt die Geschichte in den 60er Jahren. Sie begeht einen schweren Fehler indem sie Bernhard heiratet, wohl aus Gründen der Vernunft und nicht aus Liebe. Bernhard soll die elterliche Metzgerei einmal übernehmen , ein einträgliches Geschäft um eine junge Familie zu ernähren. Als sich Nachwuchs einstellt , ist es ein Mädchen, nicht der vom Vater erhoffte Sohn. Liese liebt ihre kleine Cora doch Bernhard wird immer unerträglicher, schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Nach seinem unerwarteten Tod übernimmt Liese die Metzgerei und muss sich das Handwerk und den Respekt der Belegschaft mühsam erarbeiten.
Wie gerne wäre sie weggegangen aus dieser dörflichen Enge, doch sie bleibt aus Verantwortung für ihre Tochter.
Diese wächst zu einer ebenfalls hochgewachsenen Rothaarigen heran, wird in der Schule fürchterlich gemobbt und hat ebenfalls den Wunsch als junge Erwachsene das Dorf weit hinter sich zu lassen. Doch es kommt anders. Cora kehrt schwanger zurück nach Wittenmoos und bringt ihre Tochter zur Welt und wir als Leser wechseln ein weiteres Mal die Perspektive und verfolgen die Entwicklung von Eva, vom Kind zur erwachsenen Frau.
Es gelingt der Autorin gekonnt sich aus dem Leben der Einen herauszuschleichen, um dann mit der Geschichte der Tochter und später mit der Enkelin weiterzuerzählen.Hannah Häffner schreibt sehr bildhaft und poetisch, aber oft auch sehr puristisch.
Sie thematisiert die Heimat im Unterschied zum Zuhause und formuliert unglaublich viele schöne Sätze, die man sich unbedingt merken möchte. Man spürt beim Lesen besonders die Verbundenheit mit der Natur bei allen drei Frauen. Der Wald ist immer wieder eine Kraftquelle, wenn man am Leben mal wieder verzweifeln könnte.
„ Ein Ort, an den man gehört, auch wenn man ihn sich nicht ausgesucht hat. Was ist Heimat, wenn nicht eine Zuflucht vor einer Angst, die du ohne sie nicht hättest?“
Am Ende fand ich es fast schade „die Riesinnen“ schon verlassen zu müssen.
Es war ein runder Schluß, bei dem alle offenen Fragen noch geklärt wurden.
Leseempfehlung!
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Was bedeutet Heimat
Die Riesinnen, das sind die Riessberger- Frauen, Liese, Cora und Eva, drei Generationen einer Familie. Aus der Dorfgemeinschaft herausragen tun sie nicht nur wegen ihrer Größe und ihrem auffallenden Aussehen, sondern auch durch ihre Art. Eigenwillig, stark und …
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Was bedeutet Heimat
Die Riesinnen, das sind die Riessberger- Frauen, Liese, Cora und Eva, drei Generationen einer Familie. Aus der Dorfgemeinschaft herausragen tun sie nicht nur wegen ihrer Größe und ihrem auffallenden Aussehen, sondern auch durch ihre Art. Eigenwillig, stark und unbequem stellen sie sich gegen Erwartungen von außen. Das macht sie zu Außenseitern in dem kleinen fiktiven Schwarzwalddorf Wittenmoos.
Es beginnt in den 1960er Jahren mit Liese. Die heiratet Bernhard, den Metzgersohn, der einmal die elterliche Metzgerei erben soll. Es ist keine Liebesheirat, das wird Liese bald bewusst. Still lebt das Paar nebeneinander her und heimlich träumt Liese vom Weggehen. Doch dafür fehlt ihr der Mut. Und als Liese ein Kind bekommt, da kennt sie ihren Platz. Tochter Cora ist ihr ganzes Glück, ihre Erfüllung. Für sie würde sie alles tun. Aber sie kann nicht verhindern, dass Bernhard seine Enttäuschung, nicht den gewünschten Stammhalter bekommen zu haben, das Mädchen gewaltsam spüren lässt. Da kommt bei Liese auch keine Trauer auf, als Bernhard bei einem Unfall ums Leben kommt.
Und sie fordert nun das, was ihr und ihrer Tochter zusteht: die Metzgerei. „Auch wenn sie dafür jemand sein muss, der sie noch nie war. Sie weiß nicht, ob sie das kann. Aber vielleicht muss sie es einfach herausfinden.“
Zielstrebig und mit unerbittlicher Willenskraft erobert sie sich eine Postion, die ihr niemand zugetraut hat. Das hat seinen Preis. Liese schuftet bis zum Umfallen, sie versagt sich vieles, auch Liebe und Freundschaften, wird hart und streng.
Doch als Cora nach dem Abitur weg will, steht sie ihrer Tochter nicht im Weg. Auch wenn sie sich vielleicht etwas anders gewünscht hätte .
„Wenn du gehen willst, dann geh, Kind. …Du kannst immer zurückkommen. Aber zwingen tu ich dich nicht.“
Cora will raus aus der dörflichen Enge, verständlich, denn von klein auf ist sie eine Außenseiterin. Das bekommt sie von allen Seiten schmerzhaft zu spüren. Aber Cora lässt sich nicht unterkriegen. Und nun lockt sie die weite Welt. Konkrete Pläne hat Cora nicht, nur weg.
Aber bald wird sie heimkommen, mit einem Baby im Bauch.
Dieses Kind wird keine Außenseiterin mehr sein im Dorf, obwohl sie wie Mutter und Großmutter die anderen mit ihrer Größe überragt, „aber sie zieht den Kopf nicht ein, und nicht einer sagt ein böses Wort.“
Eva soll den Absprung schaffen, raus aus dem Dorf, das wünschen sich Liese und Cora. Aber dort, in der großen Stadt, spürt Eva bald, dass sie hier nicht hergehört. Sie war und ist ein „Waldkind“. Und so zieht es sie zurück in den Schwarzwald.
Hannah Häffner hat mit ihren „Riesinnen“ wahrlich große Frauenfiguren geschaffen, Figuren, die in Erinnerung bleiben, einem ans Herz wachsen. Alle Drei sind auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt, kämpfen dafür, treffen falsche und richtige Entscheidungen, sind zielbewusst und wandlungsfähig. Gerade in letzterem liegt ihre Kraft. Sie lassen sich nicht zerbrechen von widrigen Umständen ( „Manche Dinge bringen dich nur um, wenn du sie lässt.“) und vor allem sind sie sich gegenseitig Halt und Stütze. Sie haben nicht immer Verständnis füreinander, aber die Liebe zueinander bleibt.
Zentrales Thema im Roman ist die Frage nach den eigenen Wurzeln und dem, was Heimat ist. Enge oder Halt?
Dabei fallen viele kluge nachdenkenswerte Sätze: „ Zu Hause ist schließlich etwas anderes als daheim. Zu Hause kann sich ändern, daheim bleibt.“ Oder : „Was ist falsch an Wurzeln? Sie halten dich, das ist es, das ist ihr Fehler und das einzig Sinnvolle, was sie tun.“
Während Liese und Cora sich lange gefangen fühlen in der dörflichen Enge, beweist Eva, dass man nicht weggehen muss, um sich selbst zu finden.
Der Schwarzwald ist dabei die heimliche Hauptfigur. In unzähligen Variationen wird er beschrieben, immer realistisch, nie kitschig. Dafür findet die Autorin viele Bilder und lässt ihn mal wunderschön, dann wieder düster und geheimnisvoll erscheinen. Für alle drei Frauen ist der Wald Rückzugsort und Kraftquelle zugleich.
Die gesellschaftlichen Veränderungen machen auch vor dem Dorf nicht Halt, obwohl sich dort die Dinge nur langsam ändern. Auch das beschreibt der Roman.
Erzählt wird das alles in einer außergewöhnlichen Sprache, bilderreich, voller Poesie und in einer beeindruckenden Klarheit. Das alles entwickelt eine Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Der Erzählstil ist ruhig und sachlich, für jede Figur findet die Autorin einen eigenen Ton. Mit großer Beobachtungsgabe fühlt sie sich ein in deren Gefühlswelt.
So ist Hannah Häffner mit „Die Riesinnen“ ein großartiger Roman gelungen, den ich unbedingt empfehlen kann. Für mich jetzt schon ein Highlight im neuen Bücherjahr!
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Ein sehr bewegendes Buch über starke Frauen dreier Generationen
Ein Farn auf dem Cover ist nur ein kleiner Hinweis auf den Wald, den Schwarzwald, in dessen Umgebung die Geschichte dreier Frauen aus drei Generationen spielt. Und doch ist es genau dieser Wald, der ganz unterschiedlich, aber …
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Ein sehr bewegendes Buch über starke Frauen dreier Generationen
Ein Farn auf dem Cover ist nur ein kleiner Hinweis auf den Wald, den Schwarzwald, in dessen Umgebung die Geschichte dreier Frauen aus drei Generationen spielt. Und doch ist es genau dieser Wald, der ganz unterschiedlich, aber sehr eindrücklich auf alle wirkt.
Liese ist die Frau aus der Nachkriegsgeneration, für die ich große Sympathie hege, da ich selbst in diese Zeit hineingeboren bin. In den Konventionen verhaftet, verheiratet mit Bernhard, dem erfolgreichen Metzgerssohn, entspricht sie allen Erwartungen, ist fleißig, bekommt ein Kind. Allerdings nicht den erwünschten Stammhalter. Vielmehr ist Cora ungezügelt, wild und lebt so, wie Liese es sich vielleicht einmal vorgestellt hat. Und doch bringt die Freiheit Cora erst einmal kein Glück, sie kehrt schwanger in ihre Heimat zurück.
Hannah Häffner hat einen ganz eigenen Erzählstil. Er ist puristisch, fast poetisch, reißt an, lässt offen und bietet viel Spielraum für eigene Gedanken. Da ich selbst schon in den Sechzigern bin, kann ich unglaublich vieles sehr gut nachvollziehen, für mich hat das Buch schnell einen richtigen Sog entwickelt. Die Autorin versteht es, ihre drei Protagonistinnen lebensecht darzustellen, jede versucht, es in ihrer Zeit verbandelt mit den herrschenden Verhältnissen zum Besten zu wenden. Es gibt Rückschläge, Resignation, ja sogar Sinneswandel, und man kann mitempfinden, wie alle drei Generationen aneinander wachsen. Während Liese immer offener wird, findet Cora langsam Ruhe und es ist Eva, die von beiden lernt und doch ihre eigenen Wurzeln finden muss.
Mich hat das Buch sehr bewegt, beeindruckt und mitgerissen. Diese besondere, intensive, warmherzige und sehr reale Generationengeschichte dreier Frauen wird in mir noch lange nachhallen.
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Hannah Häffners Roman „Die Riesinnen“ ist ein wunderbares Buch und ich bin sehr froh, mit solch tollem Lesestoff direkt in das neue Jahr zu starten. Das Cover hat mich auf Anhieb direkt begeistert und wäre mir in einer Buchhandlung auch sofort ins Auge gestochen. Es ist …
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Hannah Häffners Roman „Die Riesinnen“ ist ein wunderbares Buch und ich bin sehr froh, mit solch tollem Lesestoff direkt in das neue Jahr zu starten. Das Cover hat mich auf Anhieb direkt begeistert und wäre mir in einer Buchhandlung auch sofort ins Auge gestochen. Es ist zurückhaltend mystisch gestaltet und harmoniert perfekt mit dem Titel, dennoch strahlt es eine gewisse Tiefe aus. Inhaltlich fand ich die Geschichte um die drei Protagonistinnen Liese, Cora und Eva mitreißend und berührend. Sie leben der drei Generationen sind so unterschiedlich und dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Die Sprache bzw. der Stil des Buches ist herausstechend und muss hier gelobt werden. Ein wunderbar poetischer Stil und ein dennoch zugänglicher Text haben mir das lesen versüßt. Insgesamt war „Die Riesinnen“ ein echtes literarisches Highlight für mich!
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Heimat
Heimat kann etwas Beengendes sein, etwas Bedrückendes, etwas Erstickendes, das einen hindert Flügel zu entwickeln. Heimat kann aber auch das warme Nest sein, das starke Fundament von dem aus man seine Flügel breit machen kann.
Von Heimat ist die Rede, ihrer Veränderung …
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Heimat
Heimat kann etwas Beengendes sein, etwas Bedrückendes, etwas Erstickendes, das einen hindert Flügel zu entwickeln. Heimat kann aber auch das warme Nest sein, das starke Fundament von dem aus man seine Flügel breit machen kann.
Von Heimat ist die Rede, ihrer Veränderung im Laufe der Zeit, davon welche bestimmende Rolle sie spielt im Leben von drei Frauen einer Familie, Großmutter, Mutter und Tochter. Alle hätten gehen können, aber alle sind geblieben. Die Heimat ist fest verwurzelt in ihren Herzen.
Das unspektakuläre Leben dieser drei Frauen in einem Schwarzwalddorf ist das Thema von Hannah Häffner.
Die Autorin schreibt in einfachen, kraftvollen Sätzen, klar wie Wasser. Erkenntniss und Reflexion bringt sie auf den Punkt, fundamentale Wahrheiten, die den meisten Menschen, erkannt oder unerkannt begegnen. Kein falsches Pathos, kein Krümel Esoterik, die reine Kraft und Ausstrahlung der Natur des Waldes schreibt sie in bewegend poetischen Worten. Das Buch hat auch ein paar Längen und Schwächen, wie das Leben selbst.
Einer der unzähligen Sätze, die meines Erachtens des Zitierens würdig sind.
S.394: "Jeder Mensch hat das Recht, über den Tod hinaus zu existieren. Niemand hat das Recht auf ein Leben ohne die Toten."
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