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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Koriander
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Bewertungen

Insgesamt 47 Bewertungen
Bewertung vom 18.03.2019
Ein perfider Plan / Hawthorne ermittelt Bd.1
Horowitz, Anthony

Ein perfider Plan / Hawthorne ermittelt Bd.1


ausgezeichnet

Anthony Horowitz, erfahrener Drehbuch- und bekannter Jugendbuchautor, schlittert in ein unglaubliches Abenteuer. Hawthorne, Filmberater für Polizeiszenen, tritt mit einem besonderen Anliegen an Anthony heran: er soll ihn bei einer Ermittlung begleiten/beobachten und ein Buch darüber schreiben. Den Gewinn würde man sich teilen. Er schildert ihm ausführlich die Umstände eines dubiosen Verbrechens und obwohl Anthony so gar nicht überzeugt ist, lässt er sich einfangen… Ein Abenteuer mit bedrohlichem Ende nimmt seinen Lauf.
Anthony Horowitz ist ein natürlich ein Profi und der Leser wird sprichwörtlich in den Bann der Geschichte gezogen. Er schreibt leicht verständlich, unheimlich lebendig und plastisch, man nimmt sofort Anteil und ist hin- und hergerissen von Neugier und Zweifeln, Zögern und Zaudern und kann mit dem sympathischen Protagonisten mitfühlen und miträtseln. Immer wieder fühlt sich Anthony von Hawthorne übertölpelt und im Dunkeln gelassen, verliert das Vertrauen, prescht zu guter Letzt selber vor – und stürzt sich damit in Lebensgefahr…
Ein spannender, abenteuerlicher Krimi mit vielen Gefühlen, nicht wirklich blutrünstig, dafür gespickt mit jeder Menge fesselnder Details, die den Leser auf die richtige Spur bringen sollen – aber voller Wendungen und Überraschungen, und einem Ende, mit dem man nicht gerechnet hat. Wunderbar erdacht, tatsächlich ein besonders „Perfider Plan“! Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 10.03.2019
Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3
Moström, Jonas

Mitternachtsmädchen / Nathalie Svensson Bd.3


ausgezeichnet

Frühling in Uppsala, aber Nathalie Svensson, Expertin für Täterprofile und Psychiaterin, hat dafür keinen Blick. Zwei Mädchen wurden brutal überfallen und vergewaltigt. Wiederum um Mitternacht wurde Hanna, die Tochter ihrer Freundin ebenfalls überfallen, vergewaltigt und erwürgt. Vom Täter aufgebahrt im Anatomiesaal, der linke Schuh fehlend, wie bei den überfallenen Mädchen zuvor. Nathalie, die selber gerade angstvoll der Entscheidung in ihrem Sorgerechtsstreit entgegensieht, gerät unter Druck. Gemeinsam mit dem Ermittlerteam muss der Täter dingfest gemacht werden, denn Mitternacht rückt näher und alle Umstände sprechen dafür, dass es sich um einen Serientäter handelt…
Jonas Moström schreibt unkompliziert und gut verständlich, fließend und fesselnd. Auch wenn man seine beiden vorherigen Bände nicht kennt, findet man sofort in das Geschehen, das Personenverzeichnis am Beginn des Buches ist dabei hilfreich. Die Ermittler sind sympathisch, man erfährt auch über ihre Lebensumstände, kann sich in sie hineinversetzen und miträtseln. Ins Visier geraten drei Verdächtige, die für Abwechslung und weitere Spannung sorgen. Und wenn man meint, dem Täter auf die Spur gekommen zu sein – wendet sich das Blatt und man liest atemlos weiter! Kein blutrünstiger Krimi, eher solide Ermittlungsarbeit und viel Menschlichkeit, besonders, wenn es zwischen Nathalie und Johan etwas „knistert“…
Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 26.02.2019
Ran an das Fett
Fleck, Anne

Ran an das Fett


ausgezeichnet

„RAN AN DAS FETT“ – klingt wie ein charmanter Aufruf zur Diät! Aber dieses Buch von Dr. med. Anne Fleck ist kein Fasten-Guide, sondern ein Wegweiser zur rundum gesunden Ernährung und Heilung, aus einem völlig anderen Blickwinkel als all die vielen Bücher, die ich zu diesem Thema bereits verschlungen habe.
Auch wenn „Docfleck“ sehr viele Zusammenhänge auf medizinische Weise erklärt, kann man als Laie mithalten. Sehr unterhaltsam und verständlich offenbart sie Abläufe im Körper, die ungeahnte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Sehr geschickt verbindet sie Lehrreiches mit humorvollen Beispielen, bringt zum Staunen und macht neugierig auf mehr!
Ich persönlich bin wirklich überwältigt von diesem Buch! Das Beste, das ich zu diesem Thema bisher gelesen habe. Docfleck weist den Weg zu einer relativ einfachen, leicht zu realisierenden, gesunden Ernährung. Kaum zu glauben, welche Auswirkungen kleine Umstellungen (man braucht nur beim Einkauf etwas mehr acht geben und sein neues Wissen einbringen) auf die Gesundheit haben. Sie kommt leisen, schleichenden, oft schmerzlosen Krankheiten auf die Spur, die man als Laie auf Stress oder Müdigkeit schiebt – sehr beeindruckend! Unglaublich, über welches Wissen sie verfügt und wie locker sie dies in verständliche Worte fassen kann. Ein umfangreicher Guide durch die Welt der Fette und Öle ergänzt dieses Buch perfekt.
Ein wahrhaft empfehlenswertes Buch für jeden, dem seine Gesundheit wichtig ist. Und wirklich ein perfekter Ratgeber für Menschen, die schon mit einer der weit verbreiteten Zivilisationskrankheiten kämpfen und denen sicher nicht bewusst ist, wie einfach man zur Selbsthilfe greifen kann! Auch gesunde Menschen können hier den ein oder anderen Hinweis entdecken, was da bereits auf sie zukommt oder in ihnen steckt (ist mir so ergangen…).
Ein Buch, welches man jedem ans Herz legen kann! Und das man nicht nur einmal liest…

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 20.02.2019
Lago Mortale
Conti, Giulia

Lago Mortale


sehr gut

„Lago Mortale“ – Ein Piemont-Krimi, so lautet der für Italien-Fans vielversprechende Titel von Giulia Conti’s Buch. Und man wird auf keinen Fall enttäuscht!
Simon Strasser, ein „Halb-Italiener“ durch seine italienische Mutter und in Frankfurt aufgewachsen, sehnt sich nach seinen Wurzeln und übersiedelt nach einer schweren Entscheidung, die ihn von seiner Liebsten Luisa räumlich trennt, an den Lago d’Orta im Piemont. Ehemals erfolgreicher Polizeireporter, genießt er nun das italienische Flair, findet Freunde und: eine Leiche auf einer scheinbar herrenlosen Promi-Yacht. Sein Instinkt ist geweckt…
Giulia Conti hat einen sehr gefälligen Krimi geschrieben. Begleitet von wunderschönen Landschaftsbeschreibungen, viel Lokal-Kolorit und unzähligen zwiespältigen Gefühlen, die den Protagonisten zeitweilig plagen, wird man von dem zunächst noch nicht ganz sicheren Mord an dem jungen Marco Zanetti, Sohn aus reichem Hause, gefesselt. Man begleitet Simon bei seinen Recherchen und fiebert mit, bis der Mörder dingfest gemacht wird. „Lago Mortale“ ist kein blutrünstiger, grobschlächtiger Krimi, er überzeugt vielmehr durch feinsinnige Gedankenspiele, Beobachtungen, Schnüffeleien und Zufälle. Was ihm aber nichts an Spannung nimmt! Ein Krimi, den man prima mit einem Cappuccino oder Prosecco genießen kann!

Bewertung vom 24.01.2019
Die Farben des Feuers
Lemaitre, Pierre

Die Farben des Feuers


ausgezeichnet

Marcel Péricourt, Bankenmagnat, stirbt 1927 und hinterlässt eine junge Tochter und einen leichtlebigen Bruder. Die unerfahrene Madeleine erbt nahezu alles, Bruder Charles wird mit dem Nötigsten versorgt. Der tragische Unfall ihres kleinen Sohnes am Tage des Begräbnisses raubt Madeleine nahezu den Verstand, aber „Freunde“ stehen ihr zur Seite – Glück im Unglück…?
Pierre Lemaitres wahrhaft abenteuerlicher Roman beginnt düster. Man ist sofort gefangen von dieser Geschichte, die so unglaublich und fast kurios startet. Sehr feinsinnig entwickelt sich ein Ablauf, der den Leser zwischen Mitgefühl und Bedauern schwanken lässt – Madeleine ist einfach zu blauäugig und der Stellvertreter ihres Vaters, der die Geschäfte der Bank weiterführt, stellt sich als durchtrieben heraus. Aber weit gefehlt: Madeleine lernt schnell und aus dem verwöhnten Einzelkind wird eine harte, gnadenlose Kämpferin im Untergrund. Für alle Beteiligten unfassbar und völlig undurchschaubar wird sie zur Rächerin, die sich sogar das aufstrebende Hitlerreich zu Nutze macht. Am Ende kann man auch als Leser mit Genugtuung aufatmen.
Pierre Lemaitre erzählt sehr feinsinnig, anheimelnd, mitfühlend. In einer Art, die ein bisschen an „Ein Winter in Paris“ erinnert. Er schöpft die Sprache aus, formuliert zart, anspruchsvoll, aber wunderbar verständlich und mit einer großen Prise Humor. Die Geschichte ist so perfide erdacht, das sie stellenweise spannend wie ein Krimi ist. Außergewöhnlich, fesselnd und absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 25.12.2018
Flucht in die Schären / Thomas Andreasson Bd.9
Sten, Viveca

Flucht in die Schären / Thomas Andreasson Bd.9


ausgezeichnet

Viveca Sten ist mit „Flucht in die Schären“ ein furchtbar realer Thriller gelungen. Mina, blonde Schwedin, ist mit ihrem kleinen Jungen Lukas in einer Gewaltspirale gelandet. Ihr Mann Andreis schlägt zu. Und zeigt Reue. Aber diese hält nur kurz: immer öfter gerät er außer Fassung und wird gewalttätig. Mina kann ihre Verletzungen nicht mehr verbergen und ergreift voller Angst schließlich die Flucht – was Andreis zum wilden Tier werden lässt…
Mit Gänsehaut liest man, welche Angst Mina durchleidet, bis sie sich endlich entscheidet, Andreis u verlassen. Eine unbeschreibliche Verfolgungsjagd ist die Folge, und Andreis, voller Hass und zu jeglicher roher Gewalt fähig, zieht, völlig entfesselt, die Menschen, die Mina beistehen, mit in den Abgrund. Parallel erzählt Viveca Sten von Andreis Kindheit mit Bruder Emir in Bosnien, der Flucht seiner Eltern vor dem Krieg. Ein Buch, das den Leser zum Schaudern bringt, atemlos und betroffen macht, und schonungslos real ist. Vor Minas Schicksal bleiben die Ermittlungsarbeiten eher im Hintergrund, und man liest schneller, um von der bedrückenden Situation befreit zu werden… Ein ausgesprochen fesselnder Thriller, erschreckend real, spannend bis zur letzten Seite, absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 11.12.2018
Gangsterblues, 6 Audio-CDs
Bausch, Joe

Gangsterblues, 6 Audio-CDs


ausgezeichnet

Joe Bausch überrascht, nicht nur als bleicher Rechtsmediziner im Kölner Tatort, sondern auch als Autor und Erzähler. Ich wusste nicht, dass er im wahren Leben tatsächlich Arzt ist, dazu noch in einer Justizvollzugsanstalt. Kein Wunder, dass er im Tatort so authentisch rüberkommt!
In seinem Hörbuch „Harte Geschichten“ erzählt er wahre Geschichten aus seinem Knastalltag, die sich von spannend bis überraschend, von grausam bis mitleidserweckend erstrecken. True Crime Storys, wie sie das Leben schreibt und wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit tiefem Timbre pointiert erzählt, lauscht man, welche Schicksale die Menschen ereilen kann, das ein einziger Moment über das weitere Leben entscheidet, wie Leichtsinn fast die Psyche zerstören kann. Man kann nachempfinden, das der Job als Gefängnisarzt eine Gratwanderung ist: Mitleid, Verständnis und Hilfsbereitschaft sind sicher stets begleitet von Misstrauen, Vorsicht und erhöhter Achtsamkeit. Keine leichte Sache – und genau diese Mischung mit ein bisschen Melancholie wird zum „Gangsterblues“.
Ein spannendes Hörbuch, in überschaubare Kapitel aufgeteilt, zum Staunen und Gruseln, absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 04.12.2018
Die verlorene Schwester
Winterberg, Linda

Die verlorene Schwester


ausgezeichnet

Autorin Linda Winterberg erzählt die Geschichte zweier Schwestern, deren Schicksal schlimmer nicht sein könnte: nach dem Tod ihres Vaters werden sie gnadenlos ihrer kranken Mutter entrissen und in fremde Haushalte als „Verdingkinder“ gegeben. Dort bestimmen Arbeit und Verachtung ihr Leben. Marie, die ältere Schwester, hat es mit ihrer Pflegefamilie etwas besser getroffen, trotz Arbeit ist sogar die Schule erlaubt. Aber Lena wird vom Sohn des Hauses missbraucht und von seiner Mutter geschlagen. Ihre einzige Freude ist die kleine Rainette, Tochter ihrer Pflegemutter, die etwas zurückgeblieben ist und mit ihr ein Leben voller Angst und Gewalt teilt. Ohne jeglichen Kontakt klammern sich beide Schwestern an die Hoffnung, als Erwachsene ein freies Leben führen zu können und sich endlich wiederzusehen. Aber das Schicksal hat noch andere Pläne für sie…
Linda Winterberg schreibt sehr sanft und berührend; furchtbare Szenen, die man sich gar nicht ausmalen mag, werden sehr feinfühlig und schnörkellos real erzählt. Sehr oft kann man die Hoffnungslosigkeit spüren, die Wehmut bei den Erinnerungen an die Kindheit, die Trauer um die Trennung von der Schwester und die Verzweiflung, die letztendlich beide trifft.
Zum Glück gibt es Anna, die in einem zweiten Erzählstrang ein sehr erfolgreiches Leben als Bankerin führt. Hier findet man als Leser wieder in die Gegenwart. Bis beide Geschichten aber zusammenführen, dauert es für Marie und Lena Jahrzehnte...
Ein wunderschöner, berührender und feinfühliger Roman, der einen aufgrund der dahinter steckenden Realität betroffen macht. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass in der reichen, angesehenen Schweiz mit Frauen und Kindern so grausam und menschenverachtend verfahren wurde. Ein traumatisierendes Thema, von der Autorin perfekt aufgearbeitet. Ein muss für alle Leser von „Lebensgeschichten“!

Bewertung vom 08.11.2018
Lenz / Kommissar Eschenbach Bd.6
Theurillat, Michael

Lenz / Kommissar Eschenbach Bd.6


sehr gut

Kommissar Eschenbach muss sich nach drei Monaten in den USA erst wieder in seinem Kommissariat einleben - und seine Stellung behaupten. Seine Stellvertreterin Köhler ist dominant und zeigt sich nicht gerade kollegial. Als Eschenbach mit seinem Kollegen Jagmetti die Wohnung eines Toten inspiziert, drängt sich ihm der Verdacht auf, dass es sich hier nicht um einen Suizid handeln kann…
Michael Theurillat erzählt eine spannende Geschichte, die mit drei Freunden beginnt und im Chaos endet. Jeder ist hochintelligent, wissenschaftlich interessiert, aber sie verlieren sich über weite Zeiträume aus den Augen. Jeder nutzt sein Können auf eine andere Weise. Politisch engagiert, verstricken sich ihre Wege am Ende wieder.
Hochbrisant und sehr aktuell ist dieser Krimi, der einen eher zum Nachdenken und Reflektieren bringt. Keine blutrünstigen Morde, keine akribische Ermittlung, aber stets fesselnd ist die Handlung. Der Autor versteht es, unaufgeregt, schnörkellos und leicht verständlich zu schreiben. Ein Krimi mit politischem Tiefgang, ein bisschen philosophisch, aber absolut spannend!

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 25.10.2018
Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9
Carter, Chris

Blutrausch - Er muss töten / Detective Robert Hunter Bd.9


ausgezeichnet

Nachdem “Blutrausch” von Chris Carter sofort in der Bestseller-Liste erschien, war ich absolut gespannt auf das Buch. Es war mein erstes von Chris Carter, ließ sich aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.
In einem gekühlten Schlafzimmer stoßen Robert Hunter, Profiler beim LAPD, und sein Kollege Garcia auf eine entsetzlich verstümmelte Leiche: gehäutet, Hände und Füße sind amputiert, eine Botschaft ist auf dem Rücken eingeritzt. Diese Botschaft und die mit Blut beschmierten Wände lassen auf einen Psychopathen mit Künstlerseele schließen. Und die Jagd auf ihn beginnt, nach einigen Wortgefechten mit Unterstützung des FBI…
Chris Carter kann den Leser unglaublich fesseln, er schreibt klar, erklärt die Szenen deutlich und zeichnet die Details so genau, das man am liebsten ab und zu einen Satz überspringen möchte, weil es gar so gruselig ist. Das ist schon wirklich ein Hardcore-Krimi! Unglaublich, was ihm da alles an Abscheulichkeiten eingefallen ist. Und durchweg bleibt rätselhaft, wie es weitergeht - man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Super spannend geschrieben, und das unerwartete Ende lässt auf einen neuen Band von Chris Carter hoffen! Für Fans von wirklich harten Krimis absolut empfehlenswert!