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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Koriander
Wohnort: Penzberg
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Bewertungen

Insgesamt 17 Bewertungen
12
Bewertung vom 23.04.2018
Eine Liebe in Apulien
Grementieri, Sabrina

Eine Liebe in Apulien


gut

Eine junge Frau, die mit 28 Jahren gerade wieder etwas unentschlossen am Anfang steht, erbt eine Bürde: den heruntergekommenen Gutshof der Großeltern. Und nicht nur diesen: auf dem Hof lebt das alte Ehepaar Carmela und Vito, die sich um die verstorbene Großmutter gekümmert haben und der kleine Nico, den die beiden bei sich aufgenommen haben. Violas Aufgabe: die Masseria zu neuem Leben erwecken!
Das Cover verspricht einen sonnigen Liebesroman, die Leseprobe war unbeschwert und flüssig zu lesen. Tatsächlich hält das Buch, was es verspricht und sorgt für leichte Unterhaltung. Manchmal zieht sich die Geschichte ein bisschen in die Länge, ist aber durchaus auch sehr spannend und abwechslungsreich. Ich selbst hätte jede Menge mehr italienisches Feeling, von Espresso und Pasta bis Küchenduft, und viel mehr “Emozioni” erwartet! In dieser Hinsicht war das Buch leider - samt Viola - eher zurückhaltend. Trotzdem eine nette Sommerlektüre!

Bewertung vom 13.04.2018
Krokodilwächter
Engberg, Katrine

Krokodilwächter


ausgezeichnet

Ein perfekter Einband für einen perfekten Krimi! Wer das Buch noch nicht gesehen hat, dem sei gesagt: im Cover befinden sich “Schlitze” - darunter guckt der blutrote Leineneinband hervor… sehr aufwändig designed, ein wahrer Hingucker! Und das ist dieser Krimi, der in Dänemark spielt, in jeder Hinsicht!
Im Mietshaus der alten, exzentrischen Professorin de Laurenti wird ein junges Mädchen brutal ermordet aufgefunden, das Gesicht zerfurcht von Schnitten. Verunsicherung macht sich breit, Jeppe und Anette, Ermittlerteam in Kopenhagen, machen sich auf die Spurensuche. Es stellt sich heraus, das Esther de Laurenti einem kleinen Schriftstellerkreis angehört, der auf einer gemeinsamen Plattform Manuskripte veröffentlicht. Und der Mord an der jungen Julie steht dort schon beschrieben…
Katrine Engberg ist ein spannender und wirklich fesselnder Krimi gelungen. Der krasse Mord zu Beginn, ungewöhnliche Umstände, Verwicklungen und Verwirrungen nehmen den Leser sofort gefangen und das sympathische Ermittlerteam macht die Sache perfekt. Immer wenn man meint, den Hinweis auf den Täter zu haben, verliert sich die Spur wieder, so bleibt das Buch spannend bis zum Schluß! Dazu die Protagonisten (von liebenswert bis schrullig ist alles dabei), die sehr gut beschrieben sind, machen die Geschichte sehr menschlich. Man ist voll dabei, wenn sich Hoffnung oder Verzweiflung breit machen, nichts wirkt übertrieben, man empfindet sich immer nahe an der Realität. Ein geradliniger Krimi, tough, spannend - einer der Besten, den ich in letzter Zeit gelesen habe! Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 04.03.2018
Die Affäre Carambol
Lehnberg, Stefan

Die Affäre Carambol


ausgezeichnet

Ein wunderschönes gebundenes Buch, weinrot mit goldener Schnörkelschrift, dazu Goethe und Schiller als goldene Silhouetten - sehr ansprechend!
Stefan Lehnberg führt den Leser in das historische Frankfurt im Jahre 1801. Frankfurt ist befriedet, aber in Napoleon Bonapartes Hand und die Stadtväter sind stets in Sorge, ihn nicht herauszufordern. Dann werden zwei Stadträte nacheinander ermordet, seltsame Geschehnisse ereignen sich und Befürchtungen werden laut, es könnte eine Verschwörung im Gange sein. Hilflos wendet man sich an Goethe und Schiller und hofft auf deren brillante Geistesblitze!
Im Buch ist es Schiller, der die Geschichte erzählt. Das macht er wirklich spannend mit sehr netten Effekten und Prophezeiungen („Wenn wir da schon gewusst hätten, was auf uns zu kommt„), Schrift und Sprache sind authentisch, die Handlung perfide ausgedacht und überzeugend! Ein Buch, das mich ein bisschen an meine Kindheit und die Geschichten von Enid Blyton „Geheimnis um…“ oder „Die schwarze Sieben“ erinnert und das ich genauso verschlungen habe. Es ist nicht die blutrünstige Krimiszene, die hier fesselt, sondern die Spurensuche, die durch Nacht, Nebel und Heimlichkeiten führt und das Buch zu einem echten Pageturner macht. Man fühlt sich sofort einbezogen, kann sich die detailliert beschriebenen Szenen gut vorstellen und fühlt mit den beiden Ermittlern. Ein rundum gelungenes Buch, das man in einem Rutsch durchlesen kann (und will)!

Bewertung vom 25.02.2018
Die Geschichte des verlorenen Kindes / Neapolitanische Saga Bd.4
Ferrante, Elena

Die Geschichte des verlorenen Kindes / Neapolitanische Saga Bd.4


sehr gut

Elena Ferrante erzählt von zwei Freundinnen, Elena und Lila, die einen ganz unterschiedlichen Lebensweg gehen, der sie jedoch immer wieder zusammenbringt. Eine Geschichte, gewoben, wie sie das Leben selbst schreiben könnte, mit Höhen, Tiefen, voll menschlicher Gefühle, eingebettet in eine Zeit der Konventionen und politischer Veränderungen.
Elena Ferrante schreibt fesselnd: offen, schonungslos, menschlich. Liebe und Freundschaft auf dem Boden der Tatsachen: nicht immer romantisch und verträumt, auch Abstand, Loslösung und Schmerz bestimmen das Leben. Es ist spannend zu lesen, wie die beiden sich völlig unterschiedlich entwickeln und ihren Weg suchen. Geht es der einen gut, scheint es der anderen eher schlecht zu gehen - was mich im dritten Band nicht so ganz überzeugt hat, macht Band 4 wieder wett. Diese Mischung aus Schicksal, das man nicht wirklich beeinflussen kann und dem, was man daraus macht, ist irgendwie magisch. Auch die Gefühlswelten sind so real geschildert, von Glück und Trauer, schlechtem Gewissen, Abhängigkeit - eine Welle, die durch die ganze Geschichte wogt und mich als Leser dazu bringt, mitzufühlen, aber manchmal auch kritisch zu betrachten, ob das Verhalten der beiden natürlich irgendwie „typisch Frau“ ist? Der Wunsch, perfekt zu funktionieren, erfolgreich zu sein, die große Liebe zu finden und zu leben, und nebenbei die beste Mutter der Welt zu sein? Sind da Versagen und Aufgeben nicht sowieso vorprogrammiert?
Für mich eine große Geschichte, wie das Leben sie schreiben könnte, sehr real und fesselnd erzählt!

Bewertung vom 19.02.2018
Ein mögliches Leben
Köhler, Hannes

Ein mögliches Leben


ausgezeichnet

Martin ist ein junger Mann, der gerade erfahren hat, dass er – ungewollt - Vater geworden ist. Eine Situation, der er sich stellen will, die aber sein Leben und seine Zukunft verändern wird. Gefühlsmäßig im Zwiespalt trifft er auf seinen Großvater, den „Alten“, zu dem er nur wenig Kontakt hat und den er hauptsächlich aus den Erzählungen und eher abfälligen Bemerkungen seiner Mutter kennt. Martin kommt dem Großvater entgegen und kann plötzlich keinen Rückzieher mehr machen: er erfüllt den größten Wunsch des Großvaters und reist mit ihm in die USA. Franz träumt davon, noch einmal die Lager in Texas und Utah zu besuchen, in welchen er als Kriegsgefangener der Alliierten interniert war.
Ganz rührend erzählt Hannes Köhler von der Reise mit dem alten Mann, seiner Vorfreude und Aufregung, und auch seinen Geschichten und Erinnerungen.
Parallel erfährt der Leser in der Rückblende die Geschichte von Franz. Sehr bewegend wird erzählt, wie er die Gefangennahme und den Transport nach USA erlebt und empfindet, wie glücklich er sich schätzt, ausgerechnet in Texas interniert zu werden. „Ein mögliches Leben“, das anderen Kriegsgefangenen auf einem anderen Kontinent nicht beschert sein wird. „Ein mögliches Leben“ – aus dem Kriegsgeschehen herausgerissen, verschont vor dem Tod, versorgt und human behandelt berichtet er vom harten Alltag im Lager. Aber auch dort holt der Krieg ihn ein – das Lager spaltet sich zwei Parteien. Die Hitler-Treuen, die verzweifelt auf den Endsieg hoffen, und die Geretteten, die einfach überleben und vergessen wollen. Und sich integrieren, die Sprache lernen und auf die Zukunft setzen.
Mein Vater war als junger Mann ebenfalls im Krieg und lange in Gefangenschaft. Er hat kaum etwas erzählt, wenn, dann hauptsächlich von Kameradschaft. Hannes Köhlers Buch lebt von den Zeitzeugenberichten und der gewissenhaften Recherche und ist absolut überzeugend. Es macht nachdenklich, hinterfragt, klärt auf, deckt auf und macht trotzdem auch Hoffnung. Wie vielen Menschen dieser Generation mag es so gegangen sein: um Lebenszeit und Jugend beraubt, mit unglaublich schlimmen Erfahrungen und zum Kämpfen und Töten gezwungen, selber ständig in Lebensgefahr – und dann die Herausforderung, danach ein neues, geregeltes Leben zu wagen, Familien zu gründen und „normal“ zu Leben? Nicht einfach. Dieses Buch, Vermittler dreier Generationen, bewegt und bleibt lange in Erinnerung!

Bewertung vom 12.02.2018
Die amerikanische Prinzessin
Zijl, Annejet van der

Die amerikanische Prinzessin


ausgezeichnet

Annejet van der Zijl’s Buch “Die amerikanische Prinzessin” erzählt die Geschichte der jungen Allene Tew, die als Tochter eines Siedlers in Jamestown/USA eine erstaunliche Karriere macht. Eine wahre Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann, mit Höhen und Tiefen, Liebe, Verlust und Trauer, aber auch Zufriedenheit und Glück. Und ja, es handelt sich um eine wahre Geschichte, akribisch recherchiert von der Autorin, eigentlich ein Sachbuch, beinahe eine Biographie - mit Bildmaterial!
Annejet van der Zijl schreibt mit so einem Elan, einer Geschwindigkeit, die den Leser sofort in den Wirbel des 19. Jahrhunderts entführt! Atemlos erfährt man, wie rasant die armen Siedler mit Ehrgeiz und Ausdauer zu Ansehen und Reichtum kommen und wie Allene - mit den gleichen Eigenschaften ausgestattet - ihren eigenen Weg geht. Eine geradezu fantastische Geschichte, die durch den ersten Weltkrieg und die wilden 20er Jahre rauscht, den zweiten Weltkrieg überwindet und allen Verlusten zum Trotz für Allene zu einem zufriedenen, wenn auch unstetem Leben führt.
Annejet van der Zijl hat einen fesselnden Schreibstil, der ohne Kitsch und Schnörkel auskommt. Sie beschreibt, neben dem Leben Allenes, auch die zeitgeschichtlichen Ereignisse und Umstände so einfach und klar, dass der Leser stets auf dem Laufenden ist und jederzeit einen Eindruck von der aktuellen Weltgeschichte hat.
Ein absolut spannendes Buch von einer interessanten Frau, deren Weg sich bis in die 60er Jahre verfolgen lässt und die ganz erstaunliche Begegnungen und Erlebnisse hat… Wunderbar unterhaltsam, kurzweilig und wirklich empfehlenswert!

Bewertung vom 01.02.2018
Das Lied der toten Mädchen / Jan Römer Bd.3
Geschke, Linus

Das Lied der toten Mädchen / Jan Römer Bd.3


ausgezeichnet

Jan Römer und Stefanie Schneider, Journalisten bei einem Nachrichtenmagazin, stoßen bei der Suche nach alten Kriminalfällen auf einen ungelösten Fall aus dem Jahre 1997. Damals wurde eine junge Frau auf dem unheimlichen und düsteren Wilzenberg ermordet. Neben ihr eine Spieluhr…
Jan und Stefanie, genannt „Mütze“, fangen Feuer, starten mit Befragungen und arbeiten sich durch Informationen und bruchstückhaftes Wissen. Trotz der langen Jahre fördern sie noch Erstaunliches zu Tage, ein alter Arbeitsplatz der ermordeten Sonja sorgt für die Verknüpfung in die Gegenwart und deutet auf einen nach wie vor aktiven Täter hin – und prompt gibt es einen weiteren Mord…
Schon der Prolog bietet Spannung vom Feinsten und man ist schnell im Geschehen involviert. Jan und Mütze sind sympathische Hauptpersonen; ihr Ermittlungsansatz und dessen Ergebnisse sind spannend und machen neugierig. Und als Jan’s alter Freund Arslan ins Spiel kommt, gewinnt die -etwas trocken erzählte - Geschichte auch an Humor und bringt den Leser zum Schmunzeln.
Für mich ein sehr gut gelungener Krimi mit viel Spannung, stimmungsvoll und lebendig erzählt, rätselhaft bis zum unvorhersehbaren Schluss, absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 19.01.2018
Wolfswut
Gößling, Andreas

Wolfswut


ausgezeichnet

Das Cover sticht ins Auge: Blutrot und Rabenschwarz - die Leseprobe führte schon zu einer Gänsehaut, aber das Buch selbst ist in jeder Hinsicht umwerfend! Andreas Gößling, bekannter Autor, der auch mit Michael Tsokos bereits veröffentlicht hat, ist da ein atemberaubender Thriller gelungen.
Kira Hallstein, Kriminalhauptkommissarin bei LKA, ermittelt in einem Fall, der nicht nur ihr, sondern allen Beteiligten richtig an die Substanz geht. Die Tochter eines reichen, ausgesprochen beliebten und geschätzten Unternehmers findet nach dessen unerwartetem Tod in einer abgelegenen Abrisshalle Fässer, deren Inhalt das Blut in den Adern gefrieren lässt…
Andreas Gößling entwickelt beim Schreiben eine besondere Dynamik, ein solches Tempo, dass man sofort die Zeit vergisst. Alles geht irgendwie rasend schnell, er schenkt dem Leser nur winzige Verschnaufpausen; schon ist man wieder mit Hallstein und ihrem Partner Max unterwegs, grübelt mit oder gruselt sich ordentlich! Trotz allem kommen die Protagonisten nicht zu kurz, schnell lernt man die sympathischen Hauptakteure kennen und versteht deren Beweggründe. Trotz vieler Ansätze und Denkanstöße kommt man den Tätern als Leser bis zuletzt nicht auf die Spur.
Ich finde das Buch wirklich “schrecklich” spannend - und ganz ehrlich, ich habe ein paar Absätze überspringen müssen, so grausam, blutrünstig und brutal waren sie - nichts für schwache Nerven! Und wenn man dann noch bedenkt, das es ein True-Crime-Thriller ist - unvorstellbar! Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 01.01.2018
Dunkel Land / Carl von Wuthenow und Verena Hofer Bd.1
Hill, Roxann

Dunkel Land / Carl von Wuthenow und Verena Hofer Bd.1


ausgezeichnet

Das Cover von Dunkelland reiht sich ein in den aktuellen Trend (bedrohlich dunkle Wolken, ein Weg in der Wiese/am Waldrand), aber der Krimi von Roxann Hill ist wirklich lesenswert - spannend und undurchschaubar bis zum Schluss, fesselnd, abwechslungsreich und völlig realistisch!
Verena Hofer, kluge und selbstbewusste junge Dame, nimmt ohne zu zögern die fünfjährige verwaiste Tochter ihrer Schwester bei sich auf und gerät damit zeitlich wie auch finanziell in Schwierigkeiten. Mit der neuen Situation etwas überfordert, sucht sie nach einer Lösung und findet diese in einer Anstellung auf Gut Wuthenow. Hier hat sie nicht nur einen Job, auch die kleine Amelie wird herzlich aufgenommen und ist bestens versorgt; sie genießt das Leben am See. Zwischen Carl, den sie betreuen soll, und ihr entwickelt sich eine spannende und erfolgreiche Teamarbeit, als sie in einen grausigen Fall via Staatsanwaltschaft einbezogen werden…
Roxann Hill schreibt schnörkellos und gradlinig, man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Protagonisten sind absolut reell und sympathisch, man fiebert mit bei ihren Recherchen und entspannt sich mit ihnen nach einem anstrengenden Tag. Der Plot ist fesselnd, bleibt rätselhaft bis zum Schluss und bietet eine angenehme Abwechslung zwischen Realität und Alltagsleben und dem kriminellen Sumpf mit Mord, Prostitution und Intrigen in der nahen Großstadt. Das ist so ein Krimi, wie man ihn sich nur wünschen kann: angenehm zum Lesen, durchwegs spannend und ein Ende, mit dem keiner rechnet! Ein winziger Wermutstropfen: ich hatte schon gehofft, das Carl und Verena sich etwas näher kommen… aber wer weiß? Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung?!

Bewertung vom 04.11.2017
Der Fall Kallmann
Nesser, Håkan

Der Fall Kallmann


sehr gut

Ein düsteres Cover - und doch dringt etwas Sonne durch die Wolken - genau so verhält es sich meiner Meinung nach mit dieser Geschichte!
Leon, von Beruf Lehrer, erleidet den Verlust seines Lebens und sucht nach einem Neuanfang. Auf anraten einer alten Freundin übersiedelt er in eine schwedische Kleinstadt und übernimmt einen Posten an der Bergtuna-Schule. Zunächst völlig traurig und allein, findet er jedoch schnell Kontakt und wird von den Schülern anerkannt. Im Laufe seines ersten Jahres an der Schule passieren Dinge, von denen keiner ahnen konnte - ausgelöst durch den Fund einiger Jahrbücher seines Vorgängers, der auf mysteriöse Weise ums Leben kam.
Hakan Nessers Stil fesselt. Hier kommen gleich mehrere Protagonisten zu Wort, mit unterschiedlichsten Hintergründen, aber einem gemeinsamen Ziel. Die Erzählstränge laufen langsam aufeinander zu, verknüpfen sich teilweise, neue Personen klinken sich ein, und trotz einiger Fortschritte und Erkenntnisse hatte ich stets das Gefühl, im Ungewissen zu bleiben. Die Geschichte ist tiefgründig, stark psycho-lastig, undurchschaubar und düster. Sie nimmt gefangen und bleibt lange im Gedächtnis. Die halbherzige Auflösung stellt mich nicht ganz zufrieden, ich hätte mir eine Aufklärung mit Pauken und Trompeten gewünscht. Aber so ist Hakan Nesser: unergründlich, düster, ein bisschen schaurig und manchmal winkt ein Lichtblick! Sehr empfehlenswert!

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