Benutzername: Sassenach
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Über mich: Leseratte seit der Kindheit
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Bewertungen

Insgesamt 114 Bewertungen
Bewertung vom 16.10.2017
Niemals
Pflüger, Andreas

Niemals


ausgezeichnet

Endlich geht es weiter

Mit Niemals wird die mit Endgültig begonnene Reihe von Andreas Pflüger um die blinde Sonderermittlerin Jenny Aaron endlich fortgesetzt.

Bereits im Vorgänger war ich fasziniert von der ausgeklügelten Recherche des Autors. Man merkt beim lesen, dass sein Herzblut in die Story einfließt, alles passt zusammen ist gut durchdacht und obendrein sehr spannend.

In diesem Teil gibt es viele Rückblenden in die Vergangenheit. Ein Wiedersehen mit teilweise bekannten Schurken. Der Leser merkt, dass Aaron sich, obwohl sie gelernt hat mit ihrer Behinderung umzugehen, noch nicht damit abgefunden hat. Ihre engen Freunde und Kollegen beauftragen einen Spezialisten, machen ihr Mut, dass sie vielleicht durch eine Therapie wieder ansatzweise sehen könnte.
Doch erstmal muss Jenny Aaron mit Pavlik und ihrem Team nach Marrakesch. Ein alter Feind hat ihr 2 Milliarden vererbt, dem muss sie nun auf den Grund gehen. Eine sehr spannende und actiongeladene Mission beginnt.

Die Charakter sind absolut spitze. Mit Jenny Aaron wurde bereits der erste Teil ein Erlebnis, aber auch hier in Niemals könnte sie mich wieder vollends überzeugen. Auf der einen Seite die selbstbewusste Frau, auf der anderen Seite sehr gefühlvoll. Ihre weiche Seite merkt man aber nur in wenigen Situationen unter den Menschen die ihr wirklich was bedeuten. Allen voran ist da Pavlik zu nennen. Beruflich hat er ihr viel beigebracht, privat immer ein guter Freund. Im Team musste sich Aaron viel erkämpfen, damals als Frau in dieser Männerdomäne. Nun muss sie darum kämpfen auch mit ihrer Behinderung als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden. Schön war auch, dass ihr ehemaliger Chef Lissek in diesem Band vorkommt. Er war ein guter Freund ihres Vaters, dessen Tod Aaron immer noch nicht verwunden hat.

Pflüger schafft es, dass das gelesene wie ein Film vor meinem geistigen Auge abgespult wurde. Ich fühlte mich mittendrin. Ein sehr gelungener Thriller, der hoffentlich viele begeisterte Fans finden wird. Viele Verbindungen zum ersten Teil machen es empfehlenswert diesen vorweg zu lesen, es ist aber sicherlich kein Muss, da es genügend Erläuterungen gibt. Für mich eindeutig ein Thriller-Highlight der zweiten Jahreshälfte.

Bewertung vom 11.10.2017
Und es schmilzt
Spit, Lize

Und es schmilzt


ausgezeichnet

Grausam und unvorhersehbar

Der Debütroman von Lize Spit "Und es schmilzt", hat mich von Anfang an sehr stark interessiert. Die Beschreibung wirkte so grotesk auf mich, dass ich direkt beginnen wollte dieses Buch zu lesen. Es schien so, als ob mich etwas ganz außergewöhnliches erwartet....

....und genau dies war dann tatsächlich der Fall.

Wir lernen das Geschehen aus Evas Sicht kennen. Sie wuchs in dem kleinem Dörfchen Bovenmeer auf, jeder kennt jeden, man kennt das ja. Doch in dem Sommer vor 13 Jahren geschah schreckliches.
Aufgrund einer Einladung kehrt Eva 2002 zurück ins Dorf, im Kofferraum befindet sich eine Kühlbox und darin ein Eisblock.

Man erfährt nun in jedem Kapitel etwas über Eva in der heutigen Zeit, und man bekommt des weiteren in jedem Kapitel Details aus der Vergangenheit, eine Anekdote rundet diese Abschnitte ab.Die Autorin spielt mit dem Leser, denn Erklärungen gibt es erst ziemlich am Ende des Romans. Der Weg dahin war manchmal etwas zäh, es lohnt sich aber am Ball zu bleiben.

Eva wuchs mit 2 Geschwistern auf. Ihre Eltern waren Alkoholiker, eine intakte Familie gab es daher nicht. Die Bewohner des Dorfes verschließen vor dem Leid ihre Augen, alle wissen es, aber keiner tut etwas dagegen. Evas einziger Lichtblick sind die beiden Jungs, Pim und Laurens. Diese Freundschaft ist ihr sehr wichtig, so wichtig, dass sie einige absurde Dinge macht. Sex ist zwischen den Jugendlichen ein sehr großes Thema. Etwas weniger umfangreich, wäre mir in dem Fall aber lieber gewesen.

Die Schilderungen der Vergangenheit, die zu Evas Außenseiterdasein geführt haben, werden schonungslos geschildert. Teilweise sehr grausam beschrieben, musste ich oft schlucken, dass habe ich nicht erwartet. Die Autorin prangert auch die Menschen an, die absichtlich weggesehen haben. Vieles wird in dem Roman kritisch rübergebracht.
Die Anzahl der Charktere ist überschaubar, zugehörig fühlte ich mich zu keinem, auch nicht, wie eigentlich zu erwarten zu Eva. Auch wenn sie mich durch die Geschichte, ihre Geschichte, führte, könnte ich keinen richtigen Bezug aufbauen. Habe mich die ganze Zeit gefragt, ob dies von der Autorin so beabsichtigt ist? Wollte sie durch die bloße Wiedergabe der Fakten dessen was geschehen ist, dem Leser eine gewisse Kälte näher bringen? Oder ist es einfach ihr Stil, schafft sie es nicht ihre Charaktere zum Leben zu erwecken? Ich denke, dass ist im Grunde genommen auch egal, denn Lize Spit hat mich mit ihrem Debüt schockiert, sie hat mir einen Roman präsentiert der etwas ganz anderes zu bieten hat als die breite Masse. Danke dafür!

Bewertung vom 09.10.2017
Verfolgung / Millennium Bd.5 (2 MP3-CDs)
Lagercrantz, David

Verfolgung / Millennium Bd.5 (2 MP3-CDs)


ausgezeichnet

olle Fortsetzung der Reihe

Stieg Larson legte 3 Bände dieser tollen schwedischen Thriller-Reihe vor. David Lagercrantz vervollständigte sie mittlerweile um Band 4 und 5. Verfolgung heißt der aktuellste Teil, und so viel sei gesagt, er kann in meinen Augen durchaus an die Vorgängererfolge anknüpfen.

In diesem Teil sitzt Lisbeth Salander für 2 Monate im Frauengefängnis Flodberga ein. Dies, obwohl sie einem autistischen Jungen mit ihrer Tat das Leben gerettet hat. Da sie geschützt werden soll, befindet sie sich im Sicherheitstrakt. Das Gefängnis lässt zu wünschen übrig, die Insassin Benito hat dort das Zepter in der Hand, sogar die Wachen haben Angst. Alvar Olson ist einer von ihnen, er hasst es mitansehen zu müssen, wie Benito die Mitgefangene Faria Kasi foltert, doch er hat Angst um seine Tochter da Benito detaillierte Angaben zu ihrem Alltag machen könnte. Alle haben Angst, nur Lisbeth stellt sich dem Terror.
Des Weiteren findet Lisbeth einige interessante Dinge heraus, unter anderem auch über ihre schreckliche Kindheit, die geprägt von Gewalt war. Dies ruft Mikael Blomkvist, ihren langjährigen Freund, auf den Plan. Er recherchiert, tut das, was er am Besten kann, und auch er findet einiges merkwürdig. Mikael durchforstet die Vergangenheit von Leo Mannheimer, Mitarbeiter des bekannten Konzern Ögren. Besonders hat es ihm da ein Jagdunfall angetan....

Holger Palmgren, ehemaliger Mentor und Freund Lisbeths, forscht unterdessen auch in alten Akten und sticht in ein Wespennest.
Die Vergangenheit von Faria ist nicht nur bewegend, auch sie ist der Kern zu einigen Fäden die im weiteren Verlauf der Handlung zusammenkommen. Sie wurde vom Vater und den älteren Brüdern streng islamistisch erzogen, als sie sich in Jamal verliebt, nimmt das Schicksal eine schreckliche Wendung. All dies ist verwoben zu einer komplexen und spannenden Story. in der ersten Hälfte sitzt Lisbeth in Haft, in der zweiten ist sie wieder auf freien Fuß, gut so, denn Salander ist und bleibt für mich der Charakter der die Story ausmacht.

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, es blieb kaum Zeit zum aufatmen. Das Duo Salander und Blomkvist könnten mich damals schon begeistern und können es noch. Ein Thriller den ich Fans und auch Nichtfans gleichermaßen ans Herz legen möchte. Da ich diesen Thriller als Hörbuch genossen habe, möchte ich noch erwähnen, dass mir die Synchronisation durch Dietmar Wunder sehr gut gefallen hat.

Bewertung vom 07.10.2017
Outlander - Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga
Carle-Sanders, Theresa

Outlander - Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga


ausgezeichnet

Outlander - Das offizielle Kochbuch zur Highland-Saga

Dieses Kochbuch von Theresa Carle-Sanders ist sehr liebevoll gestaltet. Die Abbildungen der einzelnen Rezepte verströmen ein schottisches Flair. Sie wirken echt auf mich, keine unrealistisch bearbeiteten Bilder wie man sie aus einschlägigen Hochglanz-Magazinen kennt, wo denen jeder weiß, dass die Mahlzeit hinterher nicht annähernd so perfekt aussehen wird.

Das I-Tüpfelchen sind aber die vorangestellten Texte, die auch den wundervollen Bezug zur bekannten Reihe von Diana Gabaldon liefern. In diesen Texten werden kleine Passagen aus den Büchern zitiert, die sich um das jeweilige Gericht drehen. Man konnte erneut in diese bezaubernde Geschichte eintauchen, und bekommt obendrein ein tolles Rezept.

Das Kochbuch ist in viele Themen aufgegliedert. Dies erleichtert dem Leser die Suche nach dem passenden Gericht. Die Gerichte sind sehr gut nachzukochen, da die Anleitung sehr genau ist. Einige habe ich persönlich schon getestet, wie zum Beispiel den Shepherds Pie, die schottischen Eier oder die Reibekuchen. Ein echter Genuss, es hat der ganzen Familie geschmeckt. Die Zutatenliste ist überschaubar, alles lässt sich unkompliziert beim nächsten Einkauf einplanen oder ist standardmäßig in einem Haushalt schon vorhanden. Ich habe noch viele weitere Gerichte auf meiner Wunschliste, die ich bei Gelegenheit nachkochen werde. Und dies ist ein weiterer Pluspunkt dieses Kochbuches, es gibt kaum ein Rezept, dass mir komplett widerstrebt. Jedes vorgestellte Rezept hat seinen Reiz, sonst beschränkt sich diese Euphorie bei anderen Kochbüchern oft auf einige wenige Rezepte.

Mein Fazit: Dieses Kochbuch wird dauerhaft einen Platz in meiner Küche erhalten, es wird sicherlich noch sehr häufig zum Einsatz kommen. Volle Punktzahl dafür.
Wer auf der Suche nach einem hochwertigen Geschenk ist, ist mit dem Buch sicher auf der richtigen Seite, auch Hobbyköche die keinen Bezug zur Reihe um Jamie und Claire
haben, werden die Rezepte lieben.

Bewertung vom 04.10.2017
Das Floß der Medusa
Franzobel

Das Floß der Medusa


sehr gut

Ein Roman der die Bestie im Menschen zeigt

Dieser Roman lässt mich direkt zu Beginn mit blankem Entsetzen zurück. Der Autor Franzobel erzählt über die wahre Begebenheit eines Schiffsbruchs im Jahre 1816. Ein Ereignis, von dem ich bisher nichts wusste, umso erschreckender die nachvollziehbaren und grausamen Fakten hier in Romanform präsentiert zu bekommen.

Am Anfang des Romans scheint es so, als wolle der Autor den Leser schonen. Er greift der eigentlichen Geschichte vor und bringt ein paar Charaktere ins Geschehen. Der Kapitän der Argus entdeckt ein großes Floß, auf dem sich zum Zeitpunkt des Fundes 15 Menschen befinden. Es waren ursprünglich 147, mehr konnte das Floß nicht aufnehmen, was aus dem Rest der etwa 450 Mann starken Besatzung wurde ist schrecklich, kaum vorstellbar.
Die Beschreibung des Zustandes der Menschen auf dem Floß waren schon an der Grenzen zum erträglichen, und ich bin nicht zartbesaitet. Die Tatsache, dass dieses Szenario sich genauso abgespielt haben könnte, es nicht fiktiv ist, macht es schwer verdaulich.

Der weitere Verlauf spiegelt dann den kompletten Schrecken an Bord der Medusa. Die Diskrepanz zwischen den einzelnen Menschen, dem Leser wird bewusst, dass es hier sehr wohl Menschen zweiter Klasse gibt.
Die gesamte Handlung um das Floß und die Zustände die dazu führen, dass am Ende nur noch wenige Menschen übrig sind, als der Kapitän der Argus es entdeckt übertreffen sich in den Schilderungen an Grausamkeit und Brutalität. Franzobel beschreibt dies sehr wortgewaltig und auch ausschweifend.

Der Roman brachte mich an meine Grenzen, ich habe mehrfach überlegt nicht weiterzulesen, da es mich emotional sehr belastet hat. Dennoch muss ich sagen, dass der Roman zu Recht auf der Shortlist steht. Lediglich einige Ausschmückungen hätte der Autor besser kürzen oder weglassen sollen. Mir gefällt, dass er sich mit einem historischen Geschehen befasst, welches kaum bekannt ist. Habe natürlich nachgeforscht und finde, dass der Autor sich sehr nah an den geschichtlichen und bekannten Fakten bewegt hat. Ein Roman der bewegt, der schockiert und einem vor Augen führt, dass wir Menschen auch zu wahren Bestien werden können.

Dieses eBook wurde mir von Netgalley zur Verfügung gestellt.

Bewertung vom 29.09.2017
Almost a Fairy Tale
Lang, Mara

Almost a Fairy Tale


ausgezeichnet

Märchenhaft

Almost a Fairy Tale/ Teil 1 Verwunschen von Mara Lang ist im ueberreuter Verlag erschienen, im nächsten Jahr dürfen Fans sich bereits auf die Fortsetzung freuen.

Mitran, eine Stadt in der Menschen und Magische leben, steht vor einer Katastrophe. Die Banngitter mit der die teilweise gefährlichen Wesen am Ausbruch gehindert werden ist defekt, es löst sich auf. Jolly Dibensky und ihre Freundin Natalie sind hautnah dabei. Natalie ist eine Hexe, doch die menschenähnlichen Magischen dürfen nicht einfach so Magie ausüben, es ist gesetzlich verboten, als Magische hat man in Mitran wenig Rechte. Außerdem hat Natalie nie gelernt wie man es einsetzt, aber als sie merkt, dass es fast von allein einfach passiert, will sie nur noch helfen. Natalie scheint ein Naturtalent zu sein.
Die OMB, eine Behörde Mitrans, die sich um solche Notfälle kümmert ist auch vor Ort, unter ihnen Killian Nauders, Agent der OMB, und Freund von Natalie, obendrein ein Prinz. Doch trotz der gemeinsamen Anstrengungen passiert das schreckliche, der Riese und das Einhorn brechen aus. Der Mächtige, der Oberste der OMB kann nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Und für Natalie geht der Spuk erst richtig los, denn sie hat sich bei ihrem Versuch zu helfen strafbar gemacht. Sie ist nun eine Verbrecherin, ihr und auch ihrer Familie soll der Status A aberkannt werden. Das bedeutet, dass ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Liam nun sehr schlecht gehen wird, sie selbst muss vielleicht in den Kerker. Und zusätzlich muss sie erfahren, dass ihre Mutter den Mächtigen kennt, es ist ihr Vater, Natalies Großvater.

Paige, die Schwester von Natalies Freundin Jolly, muss ebenfalls eine sehr schmerzhafte Entdeckung machen. Ihr Freund Valerius,der sie vor längerer Zeit ohne Grund einfach verlassen hat, scheint sich in einen Wolf verwandeln zu können.
Die Hexe Raikun verfolgt einen zwielichtigen Plan, sie versucht dabei Natalies Magie zu nutzen. Natalie will dies nicht, doch Raikun hat ein sehr gutes Druckmittel gegen sie in der Hand.
Ein zauberhaftes und spannendes Abenteuer beginnt.

Mir persönlich hat dieser Fantasyroman sehr gut gefallen. Die Spannung war durchgängig vorhanden. Die Charaktere waren auch ansprechend und sehr interessant. Aber am besten waren die Märchenelemente, die eingebaut sind in der Handlung. Von der Restaurantkette Tischleindeckdich bis zu Cinderellas Kürbis, dem Knüppel aus dem Sack, um nur einige zu sein.
Die Diskriminierung der magischen Wesen und die Auflehnung die daraus resultiert, sind und werden wohl der zentrale Kern der Geschichte bleiben. Ein neues System muss her, doch wie, wenn einige Menschen nicht einsehen wollen, dass diese alten Gesetze geändert werden müssen? Doch all dies wird im nächsten Band geklärt werden müssen, freue mich schon jetzt darauf. Von mir volle Punktzahl

Bewertung vom 28.09.2017
Der Preis, den man zahlt
Pérez-Reverte, Arturo

Der Preis, den man zahlt


gut

Absolut nicht meins

"Der Preis, den man zahlt" wurde vom renommierten spanischen Autor Arturo Pérez-Reverte verfasst, der mit Werken wie Der Club Dumas überaus erfolgreich ist.

Der Roman handelt 1936, der spanische Bürgerkrieg, der damit endet das Franco an die Macht kommt, beginnt.
Der Spion Lorenzo Falco soll einen politischen Gefangenen aus dem Gefängnis befreien, José Antonio Primo de Rivera. Falco selbst verfolgt keine politischen Ziele, verbündet sich aber zu diesem Zwecke mit einer kleinen Gruppe. Falco ist alleiniger Befehlshaber der Truppe, alles ist geplant, doch kurzfristig wendet sich das Blatt. Was soll Falco nun tun?

Dies ist die Handlung in groben Zügen. Um ehrlich zu sein, habe ich mich vom Autor ein wenig alleingelassen gefühlt. Die geschichtlichen Aspekte sind sehr komplex, als Laie ist man gezwungen das Internet zu Rate zu ziehen, ansonsten kann man dem Geschehen nicht folgen. Ein paar erklärende Worte als Anhang wären ratsam gewesen. Dieses zusammensuchen von Information war sehr mühselig und ließ bei mir keinen richtigen Lesefluss entstehen. Viele fremde Begriffe, Abkürzungen erschwerten alles zusätzlich, so viel Wissen kann man einfach nicht voraussetzen.
Hinzu kommt, dass ich mit dem Hauptcharakter nicht viel anfangen konnte. Man merkte die Feder eines Mannes an ständigen Beschreibungen über die genutzten Waffen und auch die Sexszenen waren für meinen Geschmack viel zu derb. Das Bild das man von Falco laut Klappentext bekommen sollte, erfüllte sich gar nicht. Charismatisch ist er in meinen Augen nicht.

Mit Eva Rengel, die Falco gemeinsam mit den Geschwistern Montero, bei der Befreiung Riveras unterstützen sollte, kam etwas Spannung in die Spionagegeschichte. Aber leider geschah dies erst in der zweiten Hälfte des Buches, für mich etwas zu spät.

Arturo Pérez-Reverte wollte einen Agenten kreieren, der ihm als Charakter für weitere Teile dienen soll. Für mich kann ich ganz klar sagen, dass ich keinen weiteren Teil lesen werde.
Ich habe etwas gänzlich anderes erwartet. Die Beschreibung versprach in meinen Augen etwas anderes. Hinzu kommt, dass mir der Autor positiv im Gedächtnis geblieben ist durch frühere Erfolge. Des Weiteren kenne ich einige Bücher aus dem Inselverlag, bisher haben mir durchweg alle sehr gut gefallen, doch diesmal lief es anders.
Nicht meins, aber ich bin sicher, dass der Roman durchaus seine Anhänger finden wird.

Bewertung vom 18.09.2017
Erwachen des Lichts / Götterleuchten Bd.1 (6 Audio-CDs)
Armentrout, Jennifer L.

Erwachen des Lichts / Götterleuchten Bd.1 (6 Audio-CDs)


ausgezeichnet

Sehr unterhaltsame Fantasyromanze
Erwachen des Lichts von Jennifer L. Armentrout
Josie führt ein recht beschauliches Leben. Sie studiert Psychologie, dies ist den psychischen Problemen ihrer Mutter geschuldet, das einzige in Josies Leben das manchmal alles aus dem Konzept bringt.
Doch als Josie Seth begegnet gerät ihre Welt aus den Fugen. Seth ist der Apollion, er beherrscht die Elemente. So kann er beispielsweise einen Feuerball erzeugen. Seth soll Josie beschützen,den Auftrag bekam er von ihrem Vater Apollo persönlich. Seth offenbart Josie, dass sie eine Halbgöttin ist. Er möchte, dass sie mit ihm mitkommt. Ihre Aufgabe soll sein, die Titanen wieder einzufangen, gemeinsam mit den anderen Halbgöttern. Die momentan noch, genauso wie Josie, ohne ihre Kräfte dastehen, damit sie nicht gefunden werden.
Nach anfänglichen Zweifeln glaubt Josie Seth. Sie durchlebt auf ihrer Reise mit ihm so einiges. Sie macht eine grausame Bekanntschaft mit den Schatten und wird von Hyperion angegriffen. Hilfe kommt oft unerwartet und in Gestalt von magischen Wesen.
Trotz der ganzen Turbulenzen knistert es gewaltig zwischen Seth und Josie. Diese Romanze bietet den passenden Ausgleich zu den Kämpfen und dem Abenteuer.
Der Mix aus griechischer Mythologie und brennender Romanze harmoniert wunderbar. Dem Hörer wird einiges an Spannung geboten. Die Stimmen der beiden Sprecher, Merete Brettschneider und Jacob Weigert passen wunderbar zu Josie und Seth. Generell ist es eine gute Idee die beiden Hauptpersonen von verschieden Sprechern vertonen zu lassen.
Dies ist der erste Teil einer Reihe, die in wenigen Tagen bereits fortgesetzt wird. Für mich steht jetzt schon fest, dass ich den nächsten Teil unbedingt hören muss. Fans der Autorin werden vielleicht wissen, dass um den charismatischen Seth bereits eine Reihe existiert. Für dieses Hörbuch sind aber keine Kenntnisse daraus notwendig, da es sich hier um eine Spin-Off-Serie handelt.
Von mir erhält das Hörbuch die volle Punktzahl, da mich das Hörerlebnis in allen Punkten überzeugen konnte. Eine spannende Story, nicht nur für Jugendliche!

Bewertung vom 11.09.2017
Das Erwachen des Feuers / Draconis Memoria Bd.1
Ryan, Anthony

Das Erwachen des Feuers / Draconis Memoria Bd.1


ausgezeichnet

Fulminanter Auftakt einer neuen Trilogie

Anthony Ryan -Das Erwachen des Feuers - 1. Teil der Draconis Memoria

In diesem Roman hat der Autor eine fantastische Welt geschaffen, in der Drachenblut das wertvollste Gut ist. Um dieses Gut dreht sich fast alles, es ist sozusagen der Zentrale Kern der Geschichte. Rote, grüne, blaue und schwarze Drachen leben auf dem Kontinent Arradsia. Sie werden gejagt von Menschen die an ihr Blut gelangen möchten. Ungefähr jeder 1000. Mensch ist ein Drachenblutgesegneter, der verschiedene Fähigkeiten durch die unterschiedlichen Blutsorten erlangen kann. Ein heißbegehrtes Gut, da dies gleichbedeutend mit Macht und Stärke ist.

Die Charaktere die Anthony Ryan geschaffen hat, sind sehr komplex, da es viele einzelne Handlungsstränge gibt, die aber zum Ende des Buches zusammenfinden. Eine zentrale Rolle spielt auch ein bisher nur durch Mythen und Sagen bekannter weißer Drache. Über das was sein Blut bewirkt ist nichts bekannt. In der Geschichte spielt die Suche nach diesem Drachen eine wichtige Rolle.

Die Rabenschattentrilogie des Autors hat mit außerordentlich gut gefallen. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Es hat meine Erwartungen voll und ganz erfüllt. Das Buch wurde wie schon die Rabenschattentriologie sehr gut und interessant geschrieben. Es zeigt die Abhängigkeit der Bevölkerung dieser Welt vom Drachenblut, ebenso das Machtstreben, die Gier und das rücksichtslose Ausbeuten der Drachen, die zuerst nur als dumme, wilde Tiere wahrgenommen werden. Mit der Zeit stellt sich aber heraus, dass dort noch mehr ist.
Es bleiben viele Punkte offen, die wohl im nächsten Teil geklärt werden. Die Story hat mich so fasziniert, dass ich gespannt auf die Fortsetzung warte. Alles in allem verspricht Anthony Ryan dem Leser fesselnde Fantasy, und die bekommt er auch in vollem Umfang. Wer Fantasy mag, wird Anthony Ryan lieben.

Bewertung vom 08.09.2017
Der Vater, der vom Himmel fiel
Henderson, J. P.

Der Vater, der vom Himmel fiel


sehr gut

Auch im Himmel passieren Fehler

Lyle Bowmann verstirbt mit 83 Jahren daran, dass er diagonal über die Straße läuft und von einem Bus erfasst wird. Fairerweise muss man sagen, dass er sein Antibiotikum in Wasser aufgelöst verschmäht hat, und aus Versehen die Terpentinlösung getrunken hat die er für seinen Pinsel verwenden wollte. Dies führte zu ein paar Problemen die leider mit besagtem Unfall endeten.
Die Beerdigung ist schrecklich, es sind kaum Trauergäste anwesend. Dennoch schafft der Autor J. Paul Henderson es die Szene sehr lustig zu beschreiben. Onkel Frank, der Bruder des verstorbenen Lyle, versteht das meiste der Predigt nicht richtig, die Kommentare die er einwirft sind wirklich zum schmunzeln.
Billy Bowmann, einer der Söhne ist mit seiner Frau Jean und der gemeinsamen Tochter Kathy anwesend. Als Greg, sein Bruder wiedererwachend auftaucht, wird der Roman richtig interessant, die Komik drängt ein wenig in den Hintergrund.

Billy und Greg haben sich 7 Jahre nicht gesehen. Einiges steht zwischen ihnen. Dies greift der Autor auf, und verschafft Greg durch eine aberwitzige Idee die Möglichkeit mit seinem Vater zu sprechen. Denn dieser darf durch einen dummen Fehler im Himmel, die Story war übrigens echt zum totlachen, für einige Tage für eine Person quasi als Geist in Aktion treten. Die Wahl fällt auf Greg, und nun entstehen sehr tiefgründige Gespräche, die mich teilweise sehr berührt haben.

Man fragt sich ja oft was man aus einem Buch mitnimmt. Hier ist es der Wille zu Lebzeiten schon mit Missverständnissen und unnötigem Streit abzuschließen, den das Leben kann sehr kurz sein.

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, er ist anders, regt zum nachdenken an und der britische Humor der stellenweise da ist, ist einfach göttlich. Da verzeihe ich dem Autor auch die abwegige Idee mit Lyles Panne im Himmel.