Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Sassenach
Wohnort: Nordhorn
Über mich: Leseratte seit der Kindheit
Danksagungen: 19 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 328 Bewertungen
Bewertung vom 01.05.2021
Drei Kameradinnen
Bazyar, Shida

Drei Kameradinnen


sehr gut

Nicht ganz wie erwartet

Drei Kameradinnen ist ein eindrucksvoller Roman, voller Emotionen.
Die drei Freundinnen Kasih, Saya und Hani leben in Deutschland, doch sie stammen aus einem anderen Land, welches erfährt der Leser nicht. Somit verbindet sie nicht nur eine Freundschaft, sondern auch der Mgrationshintergrund.

Der Roman erzählt von diesen drei Frauen, die nach außen wirken wie die meisten anderen Frauen hier in Deutschland auch. Das soziale Leben, wie auch alles andere unterscheiden sich erstmal so nicht von dem der anderen. Doch die Frauen lassen dennoch erkennen, dass sie sich nicht angenommen fühlen.
Dem Leser wird deutlich, dass die Akzeptanz, doch nicht immer da ist, und das die Wahrnehmung feine Nuancen hat. Diskriminierung beginnt mit kleinen Dingen und kann trotzdem verheerende Wirkung erzielen.
Anhand eines einschlägigen Ereignisses, begleiten wir die Frauen und werden in diesen Strudel aus Emotionen, und teilweise auch Anklagen, gezogen. Die Autorin geht den Leser dabei manchmal direkt an, ein sehr provokatives Stilmittel, das ein komisches Gefühl bei mir auslöste.
Natürlich empfinde ich es als sehr wichtig, dass einem aufgezeigt wird, wie es Menschen wie unseren drei Freundinnen geht, wie sie die Situation empfinden. Ich mag es aber nicht, allzu sehr angeprangert zu werden, diese Grenze wurde hier in meinen Augen manchmal fast überschritten.
Ansonsten ist es ein Roman, der aufrütteln soll, was er definitiv schafft. Der Erzählstil hebt sich ab, doch leider wurde ich nicht ganz warm mit den Charakteren.

Bewertung vom 28.03.2021
Die Erfindung der Welt
Sautner, Thomas

Die Erfindung der Welt


sehr gut

Die Erfindung der Welt

Dieses Buch hat mich enorm überrascht. Thomas Sautner integrierte in ihm außerdem einige Figuren, die man bereits aus anderen Werken von ihm kennt, ein willkommenes Wiedersehen.

Aliza Berg bekommt ein anonymes Angebot. Sie soll in ein Dorf reisen und dort recherchieren, um ein Buch über das Leben zu schreiben. Der Auftraggeber überweist ihr direkt ein nettes Sümmchen und sie entschließt sich die Aufgabe anzunehmen.
Dort angekommen lernt sie den Grafen von Hohensinn und viele weitere Menschen kennen. Anhand dieser Eindrücke verfasst sie dann tatsächlich etwas über das Leben.

Das ist das Grundgerüst der Handlung. Nun fragt man sich was diesen Roman so besonders macht. Es ist ganz klar der Stil des Autors, der sehr einfühlsam ist, und ein paar interessante Aspekte auf das Leben wirft. Er jongliert gekonnt mit vielen, verschiedenen Facetten und kreiert somit ein interessantes Ganzes, dass den Leser nachdenken lässt.
Seine Beschreibung von profanen Dingen ist ebenfalls ein wortgewaltiges Erlebnis. Für mich war dieses Buch ein großer Lesegenuss, daher spreche ich eine absolute Leseempfehlung aus.

Bewertung vom 06.03.2021
Unter Wasser Nacht
Hauff, Kristina

Unter Wasser Nacht


sehr gut

Eindrucksvoller Roman über eine Freundschaft

Unter Wasser Nacht von Kristina Hauff erzählt dem Leser eine eindrucksvolle Geschichte, über ein befreundetes Ehepaar, dass gemeinsam ein Hofgrundstück bewohnt.
Thies und Sophie haben ihren Sohn Aaron verloren, bei Bodo und Inga scheint das Familienidyll mit den beiden Kindern perfekt. Folglich distanzieren Sophie und Thies sich, da ihnen der Tod des Kindes immer noch sehr nah geht, zumal die genauen Umständen des ertrinken immer noch nicht geklärt sind.
Doch als eine fremde Frau, Mara, zu den beiden Familien stößt, wirft sie ein paar unliebsame Fragen ins Rennen. Die Charaktere müssen sich mit einigem auseinandersetzen und entdecken dabei einige Geheimnisse. Geheimnisse die Licht ins Dunkel des Todes bringen.
Der Roman ist für mich sehr emotional gewesen, da der Tod eines Kindes ein Thema ist, dass wohl jeden belastet. Dennoch war es interessant zu lesen, dass jeder Mensch mit einem schweren Schicksalsschlag anders umgeht. Die eingebauten Wendungen ließen mich zusätzlich gespannt weiterlesen.
Alles in allem ein gelungener Roman!

Bewertung vom 25.02.2021
Kein Entkommen / Trauma Bd.1
Wortberg, Christoph

Kein Entkommen / Trauma Bd.1


sehr gut

Guter Einstieg in eine neue Reihe

Katja Sand ist Mordermittlerin in München, sie hat eine 15 jährige Tochter, um die sie sich kümmert. Beruflich hat sie es zur Zeit mit zwei Leichen zu tun. Die eine ertrank in einem See, die andere erstickte in einem Kühlschrank. Zwei komplett verschiedene Mordmethoden, dennoch haben die beiden Morde etwas gemeinsam. Die Opfer wurden so getötet, wie es ihre Traumata vorgegeben haben. Ob es sich wirklich um Suizide handelt? Die Obduktion und die Meinung des Psychoanalytiker Dr. Hanning bestätigt dies. Katja Sand sieht dies allerdings anders - doch es wird nicht leicht den Täter zu fassen.

Der Beginn des Buches lässt den Leser direkt schon miträtseln, auch die weitere Handlung macht eindeutig Lust auf mehr und die Spannung ist konstant vorhanden. Die Idee, die Opfer gemäß ihrer Ängste, ihres Traumas zu töten ist makaber, aber irgendwie auch interessant.
Das Buch hat einen schön flüssigen Schreibstil der sich gut lesen lässt. Mir gefällt auch, dass Katja Sand ihre eigene Geschichte miteinbringt. Der Leser wird so nicht nur neugierig auf die Auflösung des Falls, er möchte auch wissen, wie das weitere Leben der Ermittlerin verlaufen wird. Hierbei können begeisterte Leser dieses Teils übrigens aufatmen, denn es soll eine Fortsetzung geben. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, kann ich mir sehr gut vorstellen, den nächsten Teil ebenso zu lesen.

Bewertung vom 11.02.2021
Ich und der Andere
Kaizik, Jürgen

Ich und der Andere


ausgezeichnet

Er ist und bleibt der Lizard King

Ich und der Andere von Jürgen Kaizik kombiniert Wahrheit und Fiktion in diesem Roman. Er beschreibt die Gründung der Band "The Doors" dessen Leadsänger Jim Morrison war. Jim Morrison führt als Himself durch den Roman, nur der Mann im Publikum bringt alles ein wenig durcheinander. Denn dieser Mann ist der Fiktion des Autors entsprungen und gaukelt uns daher ( vielleicht) etwas vor, was so nie war. Für Jim ist es Hölderlein, da er ihn an eine Zeichnung des Künstlers erinnert.

Jim Morrisons Leben noch einmal Revue passieren zu lassen hat viel Spaß gemacht. Ich bin ein großer Fan, in meiner Jugend, obwohl er dort bereits tot war, begleitete mich die Musik viele Jahre. Ich sog alles auf, was es über die Band und vor allem über den Lizard King zu erfahren gab. Die Band trägt ihren Namen durch Aldous Huxley, der durch seinen Roman " Die Pforten der Wahrnehmung" diese Weiche stellte. Ein Bezug, der mit Rausch zu tun hat, mit Wahn und Halluzinationen. Wenn man hier wieder über das Leben des Stars liest, wird erneut bewusst wie eng Morrison mit dem verbunden war. Er lebte von diesen Exzessen, bis es dann irgendwann ruhiger wurde, so ruhig, dass er mit 27 Jahren seinen Tod in der Badewanne fand. Doch niemand kann dies bezeugen, auch wenn Tausende immer wieder zu seinem Grab in Paris pilgern. Lebt Jim Morrison etwa noch? Ich denke nein, auch wenn er in vielen Herzen immer noch einen Platz hat. Er war ein Rebel dieser Zeit, er war der Lizard King.
Nun gehört er zum Kreis der magischen 27, denn viele andere Berühmtheiten zog es in diesem Lebensjahr in den Tod.
Kaizik wirft mit seinen Dialogen teilweise ein interessantes Licht auf das Leben. Die Idee Jim einen Hölderlein an die Seite zu stellen neu und daher bin ich froh zum baldigen 40. Todestag diesen Roman gelesen habe.

Bewertung vom 26.01.2021
Pepino Rettungshörnchen
Kramer, Irmgard

Pepino Rettungshörnchen


sehr gut

Niedliches Abenteuer

Pepino ist ein drolliges und übermütiges Eichhörnchen, dass oben in einer Feuerwehrwache wohnt. Es fährt mit den Feuerwehrleuten mit zu Einsätzen und konnte sogar schon das Leben von mehreren kleinen Mäuschen retten.
Pepino will Rettungshörnchen werden und anderen helfen. Doch erstmal benötigt er selbst Hilfe wegen eines Marders.
Das Buch ist zum vorlesen und auch zum selberlesen geeignet, allerdings sollten die Kinder schon sicher lesen können, für Erstleser ist es daher nur als Vorlesebuch geeignet. Die Geschichte ist spannend und weist auch die ein oder andere lehrreiche Pointe auf. Die Bilder sind ansprechend und kindgerecht gestaltet. Ich bin sicher, dass die meisten Kinder begeistert sein werden von diesem Abenteuer.
Ich persönlich kann das Buch von Irmgard Kramer wärmstens empfehlen und werde es an die Bücherrei in der Grundschule meines Neffen geben, damit viele Kinder in den Genuss kommen.

Bewertung vom 30.12.2020
Der Mädchenwald
Lloyd, Sam

Der Mädchenwald


sehr gut

Spannend mit Luft nach oben

Der Thriller von Sam Lloyd ist sehr düster und auch brutal. Da es sich bei der Entführten um ein 13 Jähriges Mädchen handelt, ist es teilweise schon recht schwer verdaulich, was der Autor zu bieten hat.

Elissa wird während eines Schachturniers entführt und in einen dunklen Raum gesperrt, der unterirdisch liegt.
Elisa leidet, schöpft aber ein wenig Hoffnung als ein Junge, Elijah, sie entdeckt. Elijah scheint sehr isoliert und weltfremd zu leben, kann also auch nicht auf das Internet zugreifen. Die beiden wissen, dass sie vorsichtig sein müssen, dennoch erweckt Elijah manchmal den Eindruck, als wenn er Defizite in der Entwicklung hat.
Diese beiden Charaktere tragen in meinen Augen die Handlung sehr gut, da sie auch vieles ihrer Eindrücke und Gefühle wiedergeben.
Durch die Handlung führt den Leser ebenso eine Polizistin, deren Privatleben ebenfalls zur Handlung beiträgt, was manchmal etwas fehl am Platz wirkte.
Das wieso und warum hat mich lange beschäftigt. Ganz klar wird hier beschrieben, was es für schreckliche Abgründe in einem Menschen geben kann, dennoch habe ich mehr Antworten erwartet.

Ein Thriller der entsetzt, aber in meinen Augen, gerade zum Ende hin, definitiv Luft nach oben hat.

Bewertung vom 30.11.2020
Der Spiegelmann / Kommissar Linna Bd.8
Kepler, Lars

Der Spiegelmann / Kommissar Linna Bd.8


sehr gut

Brutal aber sehr spannend

Der Spiegelmann von Lars Kepler

Joona ermittelt im Fall der toten Jenny Lind. Sie wurde auf einem Spielplatz in einem Spielhäuschen erdrosselt. Ein emotionaler Fall, da Jenny schon einige Jahre vermisst war, und ihr anscheinend die Flucht gelungen war.

Im zweiten Handlungsstrang lernen wir Martin und Pamela kennen. Martin leidet seit dem Unfall der Stieftochter Alice, der Tochter von Pamela, an einer Psychose. Er war mit Alice damals Fischen, als sie ins Eis eingebrochen ist. Er wurde gefunden und gerettet, von Alice fehlte jede Spur. Pamela möchte ein Pflegekind aufnehmen, Mia, doch das Amt muss zustimmen. Als Martin in den Verdacht gerät Jenny ermordet zu haben, weil er nachts etwas gesehen hat, als er mit dem Hund unterwegs war, scheint die Hoffnung verloren.
Die Ermittlungen bringen Joona bisher nicht viel weiter. Seine Kollegen setzen Martin unter Druck, bekommen so ein falsches Geständnis, was aber nicht weiter bringt. Doch Joona ahnt, dass Martin etwas gesehen hat, und möchte, dass er hypnotisiert wird. Ein alter Bekannter der Reihe kommt in Erscheinung. Der Verdacht, dass es sich hier um einen Serienmörder handelt erhärtet sich. Die Wahrheit stellt sich als schlimmer heraus, als man sich vorstellen kann.

Joona Linna ermittelt in diesem Fall, sehr zu meinem Bedauern, ohne Saga, die sich immer noch in einer Klinik erholen muss. Joona besucht sie regelmäßig, doch sie spricht nicht, scheint aber zumindest Interesse an dem zu zeigen, was er ihr über den aktuellen Fall erzählt.
Ansonsten wirkt Joona etwas zahmer als sonst. Er versucht sich tatsächlich an die Weisungen seiner Chefin zu halten, wobei er sie zu nehmen weiß, und so beispielsweise doch das okay für eine Aktion bekommt, die sie eigentlich nicht befürworten wollte. Privat leidet er darunter, dass seine Tochter Lumi Abstand möchte. Sie hat Joona im vorherigen Teil grausame Dinge tun sehen, die zwar zu ihrer Rettung beigetragen haben, dennoch schwer verdaulich sind.

Insgesamt war dieser Thriller wieder sehr spannend, wie ich es vom Autorenduo gewohnt bin. Auch an Grausamkeiten mangelt es nicht, im Gegenteil, man hätte oft das Gefühl, dass hier einiges geboten wurde. Besonders gefallen haben mir die psychologischen Hintergründe, die diesem Thriller zu Grunde liegen.
Wieder ein geniales Buch aus der Reihe, das ich Thrillerfans wärmstens empfehlen möchte.

Bewertung vom 18.11.2020
Die Hornisse / Tom Babylon Bd.3
Raabe, Marc

Die Hornisse / Tom Babylon Bd.3


ausgezeichnet

Extrem spannender dritter Teil

Die Hornisse ist bereits der dritte Teil um den Ermittler Tom Babylon aus der Feder von Marc Raabe. Auch hier wurde mir wieder spannendes geboten und die Charaktere entwickeln sich ebenfalls von Band zu Band weiter. Mir gefällt, dass der Leser auch viel über ihr Privatleben erfährt, es sich nicht nur um einen Kriminalfall handelt. Gerade Tom bringt ja einiges an interessanter Entwicklung in die Handlung. Beginnend ab dem ersten Teil, der sich um seine Schwester dreht.

Worum geht es in diesem Teil?
Ein berühmter Rockstar wird bestialisch ermordet. Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns werden hinzugezogen. Eine der Fragen die sich schon am Anfang der Ermittlung stellt ist, was in dem Brief steht, der dem Star kurz vor seinem Tod auf der Bühne überreicht wurde.
Die weiteren Umstände erfordern, dass Tom untertaucht und verdeckt weiter ermittelt.

Ich kenne alle Thriller von Marc Raabe, doch diese Reihe hat mittlerweile Suchtfaktor für mich. Sein Schreibstil ist angenehm und ich bin froh, dass es auch deutsche Autoren gibt, die gute Thriller schreiben können.
Es bleibt nicht mehr viel zu sagen, nur noch, dass ich Michael den nächsten Teil, der hoffentlich bald kommt, freue.

Bewertung vom 05.11.2020
Ada
Berkel, Christian

Ada


sehr gut

Weg zur Selbstfindung

Ada von Christian Berkel

Ada ist ein Roman der dem Leser viel Zeit- und Familiengeschichte näher bringt.
Die Bundesrepublik steckt fast noch in den Kinderschuhen. Vieles an geschichtlicher Bedeutung wird bald geschehen oder findet bereits statt.
Ada führt uns Leser durch diesen Roman. Sie wurde 1945 in Leipzig geboren. Se verbringt die erste Zeit nach ihrer Geburt in Argentinien und kehrt erst mit 9 Jahren zurück. Für Ada ist dies schwer, da sie niemanden kennt, alle politischen Ereignisse für sie gar nicht verständlich. Noch dazu die Sprachbarriere. Das einzig positive an der ganzen Wiederkehr scheint die Vereinigung mit dem Vater zu sein. Ada, ihre Mutter, und ihr Vater Otto ziehen in eine gemeinsame Wohnung und werden eine Familie.
Wichtig fürs Verständnis ist noch, dass Ada jüdische Wurzeln hat.
Der Roman befasst sich mit Adas Weg sich selbst und ihren Platz zu finden. Ein interessanter Blickwinkel auf ein Leben eines Menschen, vor dem Hintergrund der Mauer usw.
Mir hat der Roman gut gefallen, spiegelt er doch auch einen großen Teil deutscher Geschichte wider. Leider möchte man sich nicht an alles erinnern, dennoch ist es gut, sich alles mal wieder vor Augen zu führen.