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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Sassenach
Wohnort: Nordhorn
Über mich: Leseratte seit der Kindheit
Danksagungen: 10 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 182 Bewertungen
Bewertung vom 24.06.2018
Schwarzes Requiem, 12 Audio-CDs
Grangé, Jean-Christophe

Schwarzes Requiem, 12 Audio-CDs


sehr gut

Die zerrüttete Familiengeschichte der Morvans

Bei Schwarzes Requiem handelt es sich nach Purpurne Rache um den zweiten Teil dieser düsteren Familiengeschichte von Jean-Christopher Grangé.

Ervan, Sohn von Gregoire Morvan, ist wie sein Vater Polizist. Er begibt sich in den Kongo, um dort einen alten Fall weiter zu verfolgen. Es geht um den berüchtigten Nagelmann, den sein Vater einst bereits jagte.
Die Handlung verstrickt sich auf vielfältige Weise. Ein Gespinst aus Macht und Korruption wird freigesetzt. Nicht nur die Morde nehmen Raum in der Geschichte ein, auch einige politische Aspekte werden mit der Handlung verwoben. Die historische Komponente passte sehr gut in diesen Bereich der Handlung.
Auf der anderen Seite wird der Leser nach Frankreich geführt. Dort darf er die Tochter von Gregoire Morvan begleiten. Die mit einem zwielichtigen Psychiater zu tun hat. Eine sehr interessante Entwicklung, die die beiden Kontinente im weiteren Verlauf zusammenbringt.

Was mir persönlich aber am meisten gefallen hat, ist die Geschichte der Familie Morvan. Gregoire hat viele Geheimnisse, die in diesem Teil gelüftet werden.
Alle Mitglieder dieser Familie haben Probleme. Luic, der zweite Sohn hat ein Drogenproblem und auch seine Schwester Gaëlle kämpft mit ihren Dämonen. Eine Familie die geprägt wurde seitens eines gewaltbereiten Vaters.
Teilweise bin ich aufgrund der Grausamkeit und Brutalität fast an meine Grenzen gestoßen, aber dieses Hörbuch war so interessant, dass ich gefesselt war. Der Autor brachte Dinge zum Vorschein, die man sich nicht vorstellen kann, dennoch passen sie am Ende perfekt zusammen

Dieses Hörbuch hat mich wirklich gefordert. Durch die Komplexität war ich gezwungen konzentriert zuzuhören, aber es hat sich gelohnt. Die Tatsache, dass ich den ersten Teil nicht kenne, hat es für mich nicht immer leicht gemacht der Handlung zu folgen, das, und die Fülle an verschiedenen Personen mit außergewöhnlichen Namen. Trotzdem hat es mir großen Spaß gemacht, was natürlich auch dem Sprecher Dietmar Wunder zu verdanken ist, der seinen Job wirklich perfekt gemacht hat.
Ich für meinen Teil werde die Geschichte definitiv weiterverfolgen.

Bewertung vom 18.06.2018
Opfermoor
Jansson, Susanne

Opfermoor


sehr gut

Wahnsinnig fesselnder Roman

Natalie, angehende Biologin, reist in ihr Heimatdorf Mossmarken um im dortigen Moor Proben für eine Forschungsarbeit zu nehmen. Sie mietet sich dort ein und kann nur mit Mühe ihr Unwohlsein kontrollieren, denn sie verbindet nichts Gutes mit diesem Ort.
Nathalie freundet sich unterdessen mit Studenten Johannes an.
Diesen findet Nathalie nach kurzer Zeit schwerverletzt im Moor, neben ihm wurde ein grabähnliches Loch ausgehoben. Von diesen Löchern existieren noch einige mehr. Und in ihnen befinden sich Leichen. Die Gewalt die Johannes angetan wurde, ruft den Polizisten Leif auf den Plan. Natalie und die Polizeifotografin Maya wollen beide das Rätsel im Moor lösen.

Das ist in groben Zügen die Handlung. Die Grundidee ist spannend, was diesen Roman aber so einzigartig für mich gemacht hat ist seine Atmosphäre.
Neben den Fakten des Falls spielen viele mystische Dinge aus dieser Region mit hinein. Nathalies Vergangenheit wird nach und nach aufgeklärt, und der Leser merkt, dass es Verbindungen gibt. Fast jeder im Dorf scheint etwas zu verbergen zu haben.
Die Zusammenarbeit die sich zwischen Maya und Nathalie entwickelt war interessant. Die beiden Charaktere ergänzten sich für mich perfekt.
Die Seen und Moorlandschaft Schwedens die hier beschrieben wird, tauchte während des Lesens bildhaft vor meinen Augen auf. Auch dies macht diesen Roman zu einem Erlebnis.

Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 18.06.2018
Der Alphabetmörder
Schütz, Lars

Der Alphabetmörder


sehr gut

Sehr spannend

Jan Grall und Rabea Wyler vom LKA werden zu einem heiklen Fall gerufen. Im Zoo wurden zeitversetzt gleich zwei Leichen gefunden, der einen wurde ein A eintätowiert, der anderen ein B. Jan wollte eigentlich nie wieder in seinen Heimatort zurück, er wollte dem Westerwald für immer den Rücken kehren, doch dieser Fall verlangt seine Einschätzung als Profiler.

Der Thriller wird aus Jans Sicht in kurzen Kapiteln wiedergegeben. Jan und auch seine Partnerin Rabea bringen eine bewegende Vergangenheit mit in die Handlung. So nach und nach wird dem Leser alles präsentiert, und Jan befürchtet, dass der aktuelle Fall mit den damaligen Schrecken zusammenhängen könnte. Da die beiden Fallanalytiker eine Serie vermuten auch für mich eine erschreckende Vorstellung, denn nach dem A und dem B folgen noch so einige Buchstaben im Alphabet.
Gruselig ist auch der Bezug der Opfer zur Tat, denn sie haben alle etwas mit Buchstaben zu tun. Ein angehendes Opfer ist beispielsweise Lehrerin.

Interessant und spannend konzipiert Lars Schütz so seinen Thriller "Der Alphabetmörder". Er hält den Leser die gesamte Zeit gefangen, Seite um Seite rauscht nur so dahin. Auf jeden Fall ein toller Einstieg in die geplante Reihe um die beiden Fallanalytiker Jan und Rabea.

Das e- Book wurde mir freundlicherweise von Netgalley zur Verfügung gestellt. Danke!

Bewertung vom 17.06.2018
Der einsame Bote / Kommissar Tommy Bergmann Bd.3
Sveen, Gard

Der einsame Bote / Kommissar Tommy Bergmann Bd.3


sehr gut

Ein neuer Fall für Tommy Bergmann

Der einsame Bote von Gard Sveen

Dies ist bereits der dritte Fall für den Ermittler Tommy Bergmann aus der Feder des Autors Gard Sveen. Die beiden Vorgänger sind wichtig für das Verständnis dieses Teils.

Tommy Bergmann, ermittelt bei der Polizei in Oslo. Der Fall um die verschwundene 13 jährige Amanda Viskveen aus Kolbotn lässt Bergmann keine Ruhe. Amandas vermeintlicher Mörder Jon-Olav Farberg soll tot sein, aber Bergmann folgt seinem Instinkt und ermittelt auf eigene Faust weiter. Er hat keine Hemmungen sich nach der Abmahnung krank zu melden um diesem Fall nachzugehen. Der Fall führt ihn schließlich bis nach Litauen, wo er es mit einer Sekte zu tun bekommt die grausamen Rituale durchführt.
Bergmanns Kollegin Susanne Bech ermittelt ebenfalls in einem Fall, bei dem es sogar eine Verbindung zu Tommys Fall zu geben scheint.

Tommy Bergmann ist mir durch die beiden Vorgänger schon bekannt. Daher weiß ich, dass er ein richtiger K....tzbrocken ist. Er hat sogar seine eigene Frau verprügelt. Sympathisch wird er mir in diesem Teil zwar auch nicht, dennoch bewundere ich seine Zielstrebigkeit was die Aufklärung des Falls angeht. Er ist fachlich ein Genie, aber menschlich gesehen möchte ich mit ihm nichts zu tun haben.
Der Kriminalroman ist spannend, baut aber sehr auf der Vorgeschichte auf, für Quereinsteiger ein Desaster, da in meinen Augen zu wenig darauf eingegangen wird.
Das Ende war sehr spannend, zumal mich der Autor da noch wirklich überraschen konnte.

Ein Krimi, den ich gern gelesen habe. Möchte allen interessierten Lesern allerdings die beiden anderen Krimis der Tommy Bergmann Reihe ans Herz legen.

Das E-Book wurde mir von Netgalley zur Verfügung gestellt.

Bewertung vom 17.06.2018
Stille Feinde / Isaiah Quintabe Bd.2
Ide, Joe

Stille Feinde / Isaiah Quintabe Bd.2


sehr gut

IQ

Stille Feinde von Joe Ide

Isaiah Quintabe ist ein Privatdetektiv, er arbeitet allerdings ohne Lizenz. Er sucht noch nach 8 Jahren den Täter, der den Tod seines Bruders verursacht haben soll. Offiziell war es zwar ein Unfall, aber IQ, wie ihn alle nennen, glaubt nicht an diese Version. Auf einem Schrottplatz stößt er auf das Auto was in den Unfall verwickelt war. Er findet für sich schnell die Bestätigung das es tatsächlich Mord gewesen sein muss, und der Eifer nach Gerechtigkeit packt ihn, er will den Schuldigen festnageln.
Marcus Freundin bittet um Hilfe für ihre Schwester Janine. Janine hat Spielschulden, sie hat es sich leider mit mächtigen Leuten verscherzt. Die Tiraden sind Gegner die man nicht zum Feind möchte.Und so gerät Isaiah in ein Gespinst aus Korruption, und sucht nebenher noch den Mörder seines Bruders. Unterstützung bekommt er durch seinen Partner Deronda, der gemeinsam mit ihm von L.A. nach Vegas reist um sich der Sache anzunehmen.

Joe Ide hat bereits einen erfolgreichen Thriller über seinen bodenständigen Ermittler IQ veröffentlicht. Ich kenne den ersten Band nicht, hatte allerdings keine Schwierigkeiten diesen ohne Vorkenntnisse zu lesen.
Die Thriller-Elemente waren nicht so gegeben, da hätte mehr kommen müssen. Dennoch war es ein spannender Fall, der dafür gesorgt hat, dass ich dieses Buch zügig und interessiert gelesen habe. Die Sprache ist manchmal etwas oberflächlich und wirkte daher nicht so tiefsinnig wie ich es mir hier und da gewünscht hätte. Dies kann allerdings auch vom Autor gewünscht gewesen sein, um seinem Ermittler das passende Flair zu geben, den IQ scheint kein Mann großer Worte zu sein.
Zu den Charakteren muss ich sagen, dass IQ mir gut gefällt. Es ist mal etwas anderes einen Privatdetektiv wie ihn zu erleben. Insgesamt wurde aber nicht unbedingt versucht dem Leser die Personen allzu nah zu bringen.

Stille Feinde hat mich gut unterhalten, hat aber keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Für zwischendurch sicher bestens geeignet.

Bewertung vom 11.06.2018
Blut schreit nach Blut
Schlösser, Aikaterini Maria

Blut schreit nach Blut


ausgezeichnet

Ein Roman der mich überzeugt hat

Blut schreit nach Blut von Aikaterini Maria Schlösser

Luna lebt auf der Schwarzburg im Schwarzwald im Jahre 1272. Sie ist die Tochter des dortigen Burgherrn. Sie beobachtet nachts oft den Wald, ein Lichterpaar scheint sie zu verfolgen, zieht sie magisch an.
Als eines morgens die Burg von Söldnern angegriffen wird, kann Luna dank der Opferbereitschaft ihrer Eltern fliehen. Sie selbst rettet sich verletzt in den Wald und die Lichter tauchen dort auf. Sie gehören zu einem Wolf, der ihr hilft. Luna ist zwischen Angst und dem Gefühl mit ihm verbunden zu sein hin und hergerissen. Noch ahnt sie nicht, dass in ihr etwas ungeahntes schlummert.....

Im weiteren Verlauf muss Luna sich ihrer Bestimmung widmen. Ihr Onkel Hanco hat nicht vor den Posten des Burgherrn dauerhaft zu übernehmen, so bleibt nichts anderes, als für Luna einen Mann zu suchen. Doch dies ist gar nicht so einfach.

In den Vollmondnächten beginnt Luna sich immer mehr zu verändern, es wachsen ihr zum Beispiel Krallen. Eine Tatsache die sie sehr ängstigt, sie kann sich nicht erklären was genau hier vor sich geht.

Dieser historische Fantasyroman ist wirklich etwas besonderes. Aikaterini Maria Schlösser hat dem Werwolfmythos hier ihren eigenen Stempel aufgedrückt. Astrum, der Wolf hier in der Geschichte ist erfrischend anders, als in den mir bekannten Geschichten. Die Verbindung zu Luna, die Tatsache, dass er sie beschützt, obwohl er große Schuld auf sich geladen hat, machen die Geschichte sehr geheimnisvoll.
Die Gefühle Lunas nehmen großen Raum in der Geschichte ein. Ich konnte mich sehr gut in ihre Sorgen und Ängste hineinversetzten. Die Autorin hat ein gutes Gespür dafür die feinen Nuancen wiederzugeben und einzufangen. Luna als Hauptcharakter war mir sehr sympathisch.

Das Mittelalter wird sehr anschaulich dargestellt, das hat mir gut gefallen. Es macht die gesamte Story viel glaubwürdiger, authentischer. Das gesamte Seeting passt gut dorthin, die Kombination aus Fantasy und Historie geht voll auf. Die Brutalität die teilweise geschildert wird, ist der damaligen Zeit angepasst.

Der Schreibstil ist locker und leicht mit einer poetischen Note. Passt gut zu meiner Vorstellung dieser Zeit. Ein moderne Schreibstil hätte hier sicher fehl am Platz gewirkt. Das Cover ist ein Hingucker, und macht im Vorfeld schon neugierig auf das Buch.

Das Ende entwickelt sich ziemlich rasant und liefert auch viele ersehnte Antworten. Da es eine Fortsetzung geben wird, bin ich natürlich sehr gespannt, wie diese aussehen wird.

Mein persönliches Fazit: Ein toller und spannender Debütroman. Aikaterini Maria Schlösser hat eine fantastische Idee wunderbar umgesetzt und sie in ein glaubhaftes historisches Bild eingebettet. Ich litt mit der Protagonistin Luna und war bis zum Schluß gefesselt von der Handlung. Absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.06.2018
Einsame Schwestern
Togonidze, Ekaterine

Einsame Schwestern


ausgezeichnet

Zwei Seelen teilen sich ein Leben

Ekaterine Togonidze - Einsame Schwestern

Ekaterine Togonidze hat in Georgien mit diesem Roman als erste Schriftstellerin das Thema " Körperliche Behinderung" aufgegriffen. 2012 erhielt sie bereits eine besondere Auszeichnung, den renommierten Saba-Preis!

Diana und Lina leben zurückgezogen bei ihrer Großmutter, ihre Mutter verstarb bei der Geburt. Vom Vater wissen Diana und Lina nur das wenige was die Großmutter ihnen offenbart.
Die beiden jungen Mädchen teilen sich einen Körper, sind von der Taille abwärts verbunden.
Die Großmutter hat selbst kaum genug zum Leben, dementsprechend karg ist das Leben der drei. Durch ihren Beruf als Lehrerin ist sie allerdings in der Lage die Kinder zu unterrichten. Die beiden begeistern sich für Bücher und schreiben jede für sich Tagebuch. Das Tagebuch gibt den beiden die Gelegenheit etwas nur für sich allein zu tun, etwas was man nicht mit der Schwester teilen muss.
Diana ist sehr realistisch, sie ist diejenige die eher praktisch denkt. So kann sie teilweise auch nicht nachvollziehen warum Lina an einigen Dingen besonders großen Spaß hat. Lina taucht zum Beispiel sehr gern ihren Kopf unter Wasser. Die Erfahrungen die sie unter Wasser macht entziehen sich Dianas Vorstellungsvermögen.
Zaza, ein Verwandter der Familie, kommt ab und an um Besorgungen zu machen, er ist der einzige Mensch den die Zwillinge außer der Großmutter kennen.
Als die Großmutter schwer erkrankt meistern die Mädchen diese Aufgabe. Es kommt wie es kommen muss, die zwei sind irgendwann ganz auf sich gestellt.
Das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen......

Dieser Roman wird abwechselnd aus den Tagebucheinträgen von Diana und Lina erzählt. Deren Vater Rostom Mortischiladze erfährt erst nach dem Tod seiner Kinder von deren Existenz. Es gab damals nach seiner Trennung von Elene, der Mutter von Diana und Lina, zwar viele Gerüchte, aber er wollte damals nichts mehr mit diesem Lebensabschnitt zu tun haben.
Die Einträge der Zwillinge, die er ausgehändigt bekommt, stürzen ihn in ein gewaltiges Gefühlschaos.

Die Autorin spiegelt in ihrem Roman die Empfindungen zweier Seelen wieder, die viel durchgemacht haben. Auf der einen Seite gibt es innige Verbundenheit, aber der Wunsch nach Eigenständigkeit ist ebenso präsent, manchmal erdrückt der eine den anderen mit seiner bloßen Anwesenheit.
Die Großmutter versteckte die Zwillinge seit ihrer Geburt. War es Angst vor Missbilligung, wollte sie die Kinder vor dieser Enttäuschung schützen? Wusste, ahnte sie was ihnen schlimmes passieren könnte? Oder war es einfach Scham?
Ein gutes Leben wäre für die beiden sicherlich möglich gewesen, mit ein wenig Hilfe von außen. Ist dieses fiktive Schicksal abwegig? Ich weiß es nicht, aber dieser Roman hat mich sehr bewegt.

Einsame Schwestern ist ein Roman der zum nachdenken anregt, er fesselt durch seine Sprache aber auch durch seine Andersartigkeit. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 29.05.2018
Echo des Lebens
Gabriele Popma

Echo des Lebens


ausgezeichnet

Gibt es die wahre Liebe nur einmal im Leben?

Echo des Lebens von Gabriele Popma

Marion Lahner ist 17 Jahre alt und hat es nicht leicht. Ihr Vater bevorzugt ihre jüngere Schwester Laura, sie selbst hält er an der kurzen Leine.
Als sie Simon kennen und lieben lernt, muss sie dies heimlich tun, ihr Vater verbietet ihr jeglichen Kontakt zum anderen Geschlecht. Als sie schwanger wird, hat er kein Verständnis für seine Tochter. Doch Simon steht zu ihr, freut sich über die Tatsache selbst Vater zu werden. Durch die Unterstützung der liebevollen Schwiegereltern schaffen die zwei und werden eine kleine glückliche Familie. Doch da passiert ein schrecklicher Unfall. Marions Welt bricht zusammen. Wird sie es schaffen wieder glücklich zu werden?

Dies ist mein zweiter Roman der Autorin Gabriele Popma, und was soll ich sagen, sie hat mich wieder einmal überzeugt. Sie hat ein tolles Gespür für feine Nuancen und schildert ihre Geschichte sehr glaubhaft. Die Emotionen die sie hineinlegt zeigen, dass sie mit Herz und Seele in der Geschichte gefangen ist. Die Charaktere sind Menschen wie du und ich, wodurch sie dem Leser sehr nahe kommen, sie wirken sehr authentisch. Erzählt wird eine fiktive Geschichte, der man im wahren Leben aber gerne begegnen würde.

Das Cover des Buches ziert eine Krähe. Sehr interessant ist hier der Bezug zum Inhalt. Habe mit Spannung auf neue Omen gewartet, auch wenn sie keinen großen Raum in der Story einnehmen, waren sie mir immer sehr willkommen. Und außerdem verleiht es dem Cover obendrein einen mystischen Hauch, das Echo des Lebens!

Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten, ich habe ihn in wenigen Tagen verschlungen. Absolute Leseempfehlung daher von mir.

Bewertung vom 28.05.2018
Der Kreidemann
Tudor, C. J.

Der Kreidemann


sehr gut

Kreidemann - Vorsicht spannend

"Wenn Sie meine Bücher mögen, werden Sie auch dieses verschlingen." Stephen King

Dieser Satz springt dem neugierigen Leser schon vor dem Leser ins Auge, und was soll ich sagen? Stephen King hat völlig Recht. C.J. Tudor schaffte es, mich mit ihrem Debüt auf ganzer Linie zu überzeugen. Allerdings muss die Autorin was das Horrorfeeling angeht, noch etwas vom Großmeister lernen.

Eddie machte mit 12 Jahren bereits Bekanntschaft mit dem Kreidemann. Auf dem Jahrmarkt bekommt Eddie durch einen Lehrer einen Tipp, der ihm und seinen Freunden großen Anklang findet. Sie teilen sich nun geheime Botschaften in Form von Kreidezeichnungen mit. Über diese Zeichnungen finden sie dann leider auch eine Mädchenleiche. Der vermeintliche Täter begeht Suizid, um so verwunderlicher ist es, dass nun 30 Jahre später wieder Zeichnungen an Eddie und die anderen geschickt werden.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und bringt Spannung mit sich. Der Thriller hat zwar ein gemächliches Tempo, aber das hat mich nicht gestört. Die Erzählperspektive aus Eddies Sicht passt hervorragend, und wechselt zwischen den einzelnen Zeiten, so dass dem Leser so nach und nach einiges klar wird. Geheimnisse werden aufgedeckt auf dem Weg bis zum Ende.
Die Charaktere haben mir gefallen, ich empfand sie glaubhaft, sowohl die Darstellung als Jugendliche, als auch die der späteren Erwachsenen.

Der Kreidemann hat mir sehr gut gefallen, die Grundidee war ausgefeilt und vor allem etwas ganz Neues. Ich bin mir sicher, dass ich einen weiteren Thriller von C.J. Tudor lesen würde.

Bewertung vom 23.05.2018
Vergessen / Almost a Fairy Tale Bd.2
Lang, Mara

Vergessen / Almost a Fairy Tale Bd.2


ausgezeichnet

Einfach fantastisch

Almost a Fairy Tale - Vergessen von Mara Lang ist der zweite und letzte Teil dieser Märchenadaption.

Die Stadt Mitran ist gespalten, die Magischen und die Menschen bekämpfen sich gegenseitig. Die Hexe Raikun ist besessen von ihrem Wunsch nach Macht, sie scheut vor nichts zurück. Sie hat das Leben von Natalie bereits unerträglich gemacht, ihr ihre Eltern genommen, den Großvater seiner Macht beraubt, und ihren kleinen Bruder Liam in ihren Bann gezogen. Nun nimmt sie ihr durch einen bösen Fluch auch noch die Liebe ihres Freundes Killian.
Doch Natalie ist entschlossen einen Weg zu finden den Fluch zu brechen und die Stadt Mitran von der Geißel zu befreien.
Auf diesem Abenteuer wird sie von vielen lieb gewonnenen Charakteren begleitet, so zum Beispiel Jolly, ihrer Freundin, die in eine Schlange verwandelt wurde. Deren Schwester Paige offenbart in diesem Teil ihre wahre Bestimmung, und muss nebenher ihr eigenes Abenteuer bestreiten. Und außerdem muss auch sie sich mit einigen Schicksalsschlägen auseinandersetzen. Fast jeder muss in diesem Teil einen harten Kampf bestreiten. Sogar die Familien untereinander sind verfeindet, die meisten sind blind, bekämpfen sich lieber gegenseitig, als gemeinsam zu kämpfen.

Mara Lang hat es schon im ersten Teil geschafft mich zu überzeugen, ihre Märchenadaption ist fantastisch und spannend, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Viele Gestalten aus mir bekannten Märchen sind auf wunderbare Weise in die Handlung verwoben. Wir treffen auf den Spiegel der bösen Königin, auf das Tischlein Deck dich, Frau Holle und viele märchenhafte Wesen mehr. Auch Drachen, Zwerge und Feen bereichern dieses Buch.
Ich habe die gesamte Zeit mit Natalie, Jolly, Paige und Killian mitgefiebert. Kapitel um Kapitel flogen nur so dahin.

Das Ende ist gut gelungen, und wie ich finde realistisch. Denn es ist nicht nur alles Friede, Freude und Sonnenschein. Man kauft der Autorin das Ende ab, freut sich sehr über einige Wendungen, muss aber auch akzeptieren, dass es die Magie ihre Grenzen hat und nicht alles direkt im Lot ist.

Schade, dass ich dieser Welt nun den Rücken kehren muss. Mitran und deren Bewohner, sowohl die Menschen, als auch die Magischen haben mir viele tolle Lesestunden beschert, mich in ein fantastisches Abenteuer mitgenommen. Gerne mehr von Mara Lang!