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Winter in Maine
Roman. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2008 der englischen Tageszeitung "The Guardian
Aus d. Engl. v. Thomas Gunkel
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
- Audio CD, EUR 24,99
- Broschiertes Buch, EUR 9,99
- Audio CD, EUR 12,99
- Hörbuch-Download MP3 (MP3), EUR 19,99
Produktinformation
- Verlag: Luchterhand Literaturverlag
- 2009
- Ausstattung/Bilder: 2009. 206 S.
- Seitenzahl: 208
- Deutsch
- Abmessung: 222mm x 135mm x 24mm
- Gewicht: 374g
- ISBN-13: 9783630872728
- ISBN-10: 3630872727
- Best.Nr.: 26330366
Leseprobe zu "Winter in Maine"
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Produktbeschreibung zu "Winter in Maine"
Kurzbeschreibung
"Wir (...) erschrecken über uns selbst und tauchen auf aus
einer Geschichte voller Blut und Kälte, die uns so fasziniert hat
wie schon lange nichts mehr, das wir gelesen haben. Wo ist die
Grenze zwischen unendlichem Kummer und rächender Gewalt? Das ist
die Frage, mit der uns dieses irritierende, ruhig und großartig
erzählte Buch zurücklässt." -- Elke Heidenreich / Frankfurter
Allgemeine Sonntagszeitung
"'Winter in Maine' taucht ein sich immer weiter
verdüsterndes Schicksal in gleißende Helle. In der Schneewüste des
amerikanischen Hinterlands arrangiert Autor Donovan seine Helden zu
einem tragischen Tableau. Es erscheint wie mit dem Messer
herausgeschnitten aus dem friedlichen Winterweiß. Ein Text wie eine
Klinge. Präzise und gefährlich." -- Daniel Haas / Spiegel
Online
"'Winter in Maine' von Gerard Donovan, auch so ein
Knaller, das könnte ein Kultbuch werden wie Marlen Haushofers
'Die Wand': Mann mit Hund (und dreitausend Büchern!!!) in
Wildnis, Hund wird erschossen, Mann wird zum Serienkiller. Soviel
in Kurzform, aber es ist viel mehr, es geht um das Raubtier in uns,
um Einsamkeit, um verlorene Liebe und verlorene Maßstäbe, und das
Furchtbare ist: Unsere Sympathie ist immer auf der Seite des
Mörders." -- Elke Heidenreich / stern.de
Beschreibung
"Wir (...) erschrecken über uns selbst und tauchen auf aus einer Geschichte voller Blut und Kälte, die uns so fasziniert hat wie schon lange nichts mehr, das wir gelesen haben. Wo ist die Grenze zwischen unendlichem Kummer und rächender Gewalt? Das ist die Frage, mit der uns dieses irritierende, ruhig und großartig erzählte Buch zurücklässt." -- Elke Heidenreich / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
"'Winter in Maine' taucht ein sich immer weiter verdüsterndes Schicksal in gleißende Helle. In der Schneewüste des amerikanischen Hinterlands arrangiert Autor Donovan seine Helden zu einem tragischen Tableau. Es erscheint wie mit dem Messer herausgeschnitten aus dem friedlichen Winterweiß. Ein Text wie eine Klinge. Präzise und gefährlich." -- Daniel Haas / Spiegel Online
Leseprobe zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan
30. Oktober - 2. November
Ich glaube, ich habe den Schuss gehört.
Es war ein kalter Nachmittag Ende Oktober, und ich saß in meiner
Hütte auf dem Stuhl neben dem Holzofen und las. Durch diese Wälder
streifen viele mit Gewehren bewaffnete Männer, meist in abgelegenen
Gegenden, wo niemand wohnt, und besonders am ersten Tag der
Jagdsaison, wenn die Leute aus Fort Kent oder noch kleineren
Städten mit ihren langen Gewehren in Pick-ups heraufkommen, um
Hirsche oder Bären zu jagen, durchsieben ihre Schüsse die
Luft.
Doch der metallische Knall, der durch den Wald hallte, schien ganz
aus der Nähe zu kommen, nicht mehr als einen Kilometer entfernt,
falls das tatsächlich die Kugel war, die ihn tötete. Ehrlich
gesagt, habe ich mir seither so oft vorgestellt, ihn zu hören, habe
ich das Tonband dieses Augenblicks so oft zurückgespult, dass ich
den realen Klang des Gewehrs nicht mehr vom eingebildeten
unterscheiden kann.
Das war nah, sagte ich, legte ein weiteres Scheit aufs Feuer und
schloss die Ofentür, bevor der Rauch hervorquellen und sich im
Zimmer ausbreiten konnte.
Die meisten Jäger, auch die Anfänger, blieben im offenen Wald, …
Leseprobe zu "Winter in Maine" von Gerard Donovan
11.10.2009
Beiläufige Morde
"Winter in Maine" von Gerard Donovan erzählt von einem
Mann, der andere erschießt, einfach so. Und erschreckenderweise
kann der Leser ihn verstehen
Vor Jahren habe ich eine gespenstisch gute Inszenierung von
Shakespeares "Richard III." gesehen. Gespenstisch, weil
man als Zuschauer die ganze Zeit auf Seiten des Bösewichts war -
Richard mordete sich an die Macht, und man dachte: Gib's ihnen,
diesen verdammten Hofschranzen, die dich wie Abschaum
behandeln!
"Weil ich nicht schmeicheln
und nicht schöntun kann,
Und nicht falsch lächeln,
schleimen, schmieren und
Katzbuckeln kann französisch
affenglatt,
Schon steh ich da als
bitterböser Feind",
sagt Richard ganz am Anfang, einsam, unglücklich, ohne Liebe.
Julius Winsome kann auch nicht schleimen und schöntun. Auch er lebt
einsam, was ja noch nicht bedeuten muss, dass einer zum Mörder
wird. Aber in Gerard Donovans Roman "Winter in Maine"
geschehen sechs eher beiläufige Morde. Sechs Morde an Jägern, die
ihrerseits auf alles schießen, was ihnen vor die Flinte kommt, nur
so zum Spaß, weil sie …
27.10.2009
Blutdurchsiebt und bestoben
„Hast du diesen Hund erschossen?” Gerard Donovan erzählt vom „Winter in Maine”
Durch die Bäume ist die Hütte kaum zu erkennen. Ein flacher Bau aus Holz, an den sich eine kleine Veranda schmiegt. Doch so unscheinbar sie von außen auch wirken mag, in ihrem Inneren besteht sie fast nur aus Büchern. Vom Holzofen bis zur Küche, vom Wohnraum bis in die beiden Schlafzimmer erstrecken sich Regale, voll mit Taschenbüchern und wertvollen Erstausgaben, die Julius Winsome von seinem Vater übernommen hat. Und auch wenn der Vater schon seit zwanzig Jahren tot ist, gibt es kaum etwas, das Julius tiefer im Gedächtnis geblieben wäre als die gemeinsamen Lesestunden: „Und ich konnte mich noch an die kalten Seiten in meinen Händen erinnern, wenn ich meinem Vater den Band brachte, den er haben wollte, und beobachtete, wie sich das Buch unter seinem Blick am Feuer erwärmte.”
Leicht könnte man diese Szene für ein melancholisch gefärbtes Erinnerungsbild halten. Doch der in Irland geborene Autor Gerard Donovan hat von jeher eine Vorliebe für kleine Verschiebungen. Geschickt benutzt er das vertraute Muster, um die …
Kundenbewertungen zu "Winter in Maine" von "Gerard Donovan"
Bewertung von Marshall am 03.05.2010
Es gibt wenige Bücher, die man als perfekt bezeichnen kann. Dieses gehört zweifelsohne dazu.
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27.10.2009
Ein eindrucksvolles Buch sieht Rezensent Nico Bleutge in Gerard
Donovans Roman "Winter in Maine". Die Geschichte um
Julius Winsome, einen begeisterten Leser und Außenseiter, der in
einer einsamen Blockhütte im amerikanischen Norden in Gesellschaft
seines Pitbullterrier Hobbes lebt, hat für ihn etwas verstörendes,
vor allem ab dem Moment, als der Hund mit einer Schrotflinte
getötet wird, und Julius beginnt, jene Jäger zu jagen und zu
erschießen, von denen er glaubt, sie hätten Hobbes auf dem
Gewissen. Auch wenn der Roman in den USA zu einigen Debatten über
den Besitz von Waffen geführt hat, sieht Bleutge in dem Buch keinen
Beitrag zur Waffenkultur des Landes. In seinen Augen geht es
vielmehr um die Fragen, was Trauer, Verlust und Einsamkeit mit
einem Menschen anstellen können. Der Leser erhalte Einblick in das
Denken und Fühlen von Julius, in seine Widersprüche und
Wahnvorstellungen, der Autor stelle dessen Bewusstsein in seiner
"ganzen Zerrüttung" dar. Bleutge hebt hervor, dass
Donavan auf Eindeutigkeit und moralische Bewertung seiner Figur
verzichtet. Mit Lob bedenkt er auch Thomas Gunkels vorzügliche
Übersetzung des Werks.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezensionen und Kritik
"'Winter in Maine' taucht ein sich immer weiter verdüsterndes Schicksal in gleißende Helle. In der Schneewüste des amerikanischen Hinterlands arrangiert Autor Donovan seine Helden zu einem tragischen Tableau. Es erscheint wie mit dem Messer herausgeschnitten aus dem friedlichen Winterweiß. Ein Text wie eine Klinge. Präzise und gefährlich."
Rezension
"Ein kleines Meisterwerk ... eines jener seltenen Bücher, die lebensklug und dabei höchst unterhaltsam sind." (Colum McCann)
Autorenporträt zu "Gerard Donovan"
Gerard Donovan wurde 1959 in Wexford, Irland, geboren und lebt heute im Staat New York. Er studierte Philosophie und Germanistik in Irland, arbeitete in einer bayerischen Käsefabrik, studierte klassische Gitarre in Dublin und trat als Musiker mit Schwerpunkt J. S. Bach auf. Er veröffentlichte Gedichtbände, Shortstorys und Romane und wurde mit dem "Kerry Group Irish Fiction Award" ausgezeichnet.
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