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Bewertungen

Insgesamt 150 Bewertungen
Bewertung vom 15.09.2019
Für immer und einen Weihnachtsmorgen / Puffin Island Bd.3 (4 Audio-CDs)
Morgan, Sarah

Für immer und einen Weihnachtsmorgen / Puffin Island Bd.3 (4 Audio-CDs)


sehr gut

Das Cover lässt es schon vermuten – es ist kein Krimi sondern eine romantische Geschichte. Also genau das richtige in der Vorweihnachtszeit für gefühlsbetonte Menschen, aber auf keinen Fall was für mich. Das war zumindest meine Grundeinstellung. Die sogenannte „Frauenliteratur“ ist meist nicht wirklich mein Fall. Zur Flucht vor der Realität bevorzuge ich eher einen schönen Fantasy-Roman. Aber irgendwas hat mich gefesselt und dazu gebracht, das Buch bis zur letzten Sekunde aufmerksam zu hören.
Skylar scheint erst mal eine erfolgreiche Frau zu sein. Eine Künstlerin, die ihre erste Vernissage in London hat, dazu noch einen Erfolgreichen Freund, der gerade zum Senator gewählt wurde. Sie ist einfach glücklich und hofft nun mit ihm die vielen geplanten Dinge unternehmen zu können. Doch dann zeigt er sein wahres Gesicht und für Skylar bricht eine Welt zusammen. Ausgerechnet in dieser erniedrigenden Situation kommt Skylar ein Bekannter zu Hilfe, von dem sie es am wenigsten erwartet hätte. Alec ist für sie immer nur ein überhebliches arrogantes A*** gewesen. Eine Person, die sie ihren gemeinsamen Freunden zu liebe erträgt. Er macht das Unerwartete. Er bleibt bei ihr, pflegt und unterstützt sie. Nimmt sie zu einem vorgezogenen Weihnachtsfest mit zu seiner Familie.
Hier erlebt Skylar ein absolutes Kontrastprogramm zu einer Weihnachtsfeier in ihrer Familie. Nichts ist geplant, keine Sitzordnung und ein Gast passt immer noch an den Tisch. Eine Herzlichkeit, die mir eigentlich völlig normal erscheint, denn so kenne ich Weihnachten. Klar, es wird etwas Besonderes gekocht, aber ansonsten ist es normal und ungezwungen. Skylar aber kommt aus einer mir völlig fremden Welt, in der sich das Leben nur darum dreht wer welche Stellung hat bzw. wie man eine entsprechend bessere erreicht. Zum Weihnachtsessen werden keine Freunde eingeladen, sondern Menschen die Einfluss haben und für das berufliche Leben des Vaters oder der Kinder wichtig sein könnten. So ein Weihnachten könnte ich nicht ertragen – Skylar eigentlich auch nicht, aber es ist nun mal ihre Familie. Eigentlich kann sie einem nur Leid tun. Sie hat mich stark an eine Freundin erinnert, die ebenfalls mit solch oberflächlichen Streben nach der Zugehörigkeit zu den Reichen und Schönen aufgewachsen ist. Daher muss ich ehrlich sagen, so wenig wie ich normaler Weise für die Liebesliteratur übrig habe, dieser Roman hat vieles, dass sehr realistisch und gar nicht so unwahrscheinlich ist, wie man denken könnte.
Während des Hörbuchs musste ich oft an meine Familie denken, die ich immer nur am Wochenende sehe. Und ähnlich wie Alec brauche ich meine Freiheit, schätze aber den sicheren Hafen bei Eltern und Geschwistern. Vielleicht hat mich da die vorweihnachtliche Sentimentalität erwischt, aber das Buch hat mir einfach gefallen. Skylar, Alec und auch die anderen Figuren sind als Charaktere sehr gründlich gezeichnet. Man kann sich sehr gut in sie hineinversetzen und sieht die Situationen immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln.
Das einzige, was mich ein wenig genervt hat, war die für meinen Geschmack zu intensive Beschreibung der Liebesszenen. Ob das jetzt an der Hörbuchfassung oder am Originaltext lag, kann ich nicht sagen, aber in einem Buch hätte ich einfach weitergeblättert. Bei einer CD ist das nicht ganz so einfach, da man ja nicht weiß wie lange die Passage ist. Da es nur einzelne Szenen waren, lässt sich das aber noch ignorieren.
Mein Fazit: Das gesamte Buch ist hörenswert – nicht nur vor Weihnachten. Man muss sich mal drauf einlassen. Ob es an meiner winterlichen Stimmung lag, oder ob mir auch ein weiteres Buch von Sarah Morgan gefällt, werde ich demnächst testen. In meinem kleinen Stapel Hörbücher auf Warteschleife liegt noch eins von ihr.

Bewertung vom 24.07.2019
Das Gesicht meines Mörders
Kendrick, Sophie

Das Gesicht meines Mörders


sehr gut

Gut, jetzt habe ich 12 Stunden hinter mir seitdem ich das Buch Das Gesicht meines Mörders gelesen habe. Normalerweise beende ich ein Buch und dann schreibe ich sofort die Rezension, damit ich es nicht vergesse und meine Gedanken noch richtig bei diesem einen Buch sind.
Jetzt war es aber gestern so, dass ich so euphorisch über dieses Buch war, dass ich dachte, Ne, denk noch eine Zeit lang darüber nach, denn Rowohlt kann doch nicht so viel Recht haben, mit dem Aufkleber „The next Bestseller“. Solche Vorschusslorbeeren stoßen mich, seit ich im Buchhandel gearbeitet habe, immer wieder ab, da sie mich zu oft enttäuscht haben. Deswegen war das Buch auch erstmal auf meiner Leseliste nach hinten gerutscht. Ja, ich weiß, vertraue doch mal den Verlagen! Aber über zehn Jahre Enttäuschungen, was solche Aufkleber betrifft, kann man nicht von heute auf morgen wegwischen.
Letztendlich habe ich das Buch dann doch angefangen und nach 20 Seiten war mir klar, wenn der Schreibstil der Autorin sich nicht ändert, habe ich einen Thriller in der Hand, welchen ich nicht mehr weglegen möchte.
Aber der Reihe nach. Man stelle sich vor, man wacht auf und hat kein Gedächtnis mehr. Vor einem sitzt ein Mensch, der sagt: „Ich bin dein Mann und du heißt Clara.“ Aber alles fühlt sich irgendwie falsch an. Weil, ja, warum eigentlich? Liegt es nur daran, dass man nichts mehr weiß, oder warum?
Man spürt immer wieder die Zweifel, die auch Clara beschleichen, die sie nicht loslassen, die sie so weit bringen, dass sie denkt, sie selbst habe jemanden umgebracht. Deswegen versucht sie auch, sich selbst das Leben zu nehmen. Wieso sie dies denkt, und warum sie dies macht, solltet ihr wirklich selbst lesen. Auch die Mordanschläge, welche auf Clara verübt werden, geschehen langsam und durchdacht, wobei sie immer so passieren, dass man denkt, ok das könnte auch Zufall sein. Oder sind sie es vielleicht?
Das Buch ist in etwa sieben Kapitel gegliedert. Sie sind logisch und in einer vernünftigen Reihenfolge, so dass man die verschiedenen Stufen der Entwicklung von Clara sehr gut nachvollziehen kann. Man bekommt bei den Kapitelnamen auch gleich einen Flash, wo man sich fragt ok und wie kommt es nun dahin?
Man bewegt sich bei diesem Buch in einer Geschichte wo man denkt, ok das kann auch wirklich so passieren, oder ein Mensch ohne Gedächtnis kann sich genau so verhalten. Vor allem ich habe immer wieder überlegt, wie würde es mir dabei gehen, wenn ich kein Gedächtnis mehr hätte? Wenn die Person, der ich begegne meine Schwester sein könnte, oder langjährige Freunde, und ich würde sie nicht erkennen? Alles ist möglich. Wie würde ich reagieren, wenn ich einem Menschen begegne, der mich umbringen will, oder wenn ich das Gefühl hätte, je mehr ich über meine Vergangenheit erfahre, desto mehr muss ich mich schämen und desto mehr muss ich mich fragen, warum war ich so? War ich wirklich so?
Dies sind alles Fragen, die man sich immer wieder stellt, während man diesen Thriller von Sophie Kendrick liest. Womit ich mich mittlerweile beschäftige, ist eher die Frage, kann die Autorin diese Messlatte, die sie jetzt gelegt hat, bestätigen oder flacht sie etwas ab? Wenn sie dies bestätigen kann, und das hoffe ich, wird sie eine der ganz großen deutschen Thriller-Autoren! Ich für meinen Part würde mich freuen, wenn sie mich noch etliche Male mit einer Story und ihrem Schreibstil mitreißt, wie ich sie so nicht oft lese. Und ich verspreche euch eines, das nächste Mal wenn ich bei Rowohlt lese „The next Bestseller“, oder ähnliches, vertraue ich dem Verlag, denn ich hoffe sehr, dass dieses Buch ein absoluter Bestseller wird.

Bewertung vom 11.07.2019
Wir waren keine Helden
Bukowski, Candy

Wir waren keine Helden


gut

Das ist ein Buch, bei dem ich mir am Anfang echt schwergetan habe. Ich kam irgendwie nicht richtig in das Buch rein. Wieso und weshalb erkläre ich später, denn es lohnt sich, sich durchzubeißen!

Aber dazu später mehr. Erstmal musste ich ja meine Abneigung überwinden, meinen Tolino zu nutzen. Dies liegt nicht daran, dass das Gerät schlecht ist! Nein, ich liebe es einfach, ein Buch in der einen Hand zu halten, und einen Tee in der anderen. Irgendwie stellt sich bei mir das Feeling mit einem e-Book nicht so richtig ein. Warum schreibe ich dies eigentlich? Dies kann ich einfach beantworten. Ich war sehr angetan von der Schrift, die Edel & Electric gewählt hat, zumindest kam es mir beim Lesen sehr entgegen.

Am Anfang habe ich meine Schwierigkeiten gehabt, in die Sprache von Candy Bukowski reinzukommen, was aber eher weniger an der Sprache oder Schreibweise von der Autorin lag, sondern irgendwie hatte ich den Verdacht, dass alles was sie von sich gibt sehr reflektiert ist. Es ist alles sehr persönlich, wie sie ihre Erlebnisse „am Arsch der Welt“ beschreibt. Klar es ist teilweise sehr ruppig und grob, aber mit unwahrscheinlich viel Herz und Wahrheit.

Die einzelnen Kapitel sind klar strukturiert und sie beschreibt detailliert wie sie die einzelnen Personen kennengelernt hat. Man bekommt recht schnell ein Gefühl für die einzelnen Menschen und für „Sugar“. Man leidet mit ihr in ihrer Beziehung mit Schnauz, einem Menschen, der mir so was von unsympathisch ist.

Sie beschreibt ihr Leben mit Pete dem Punker, der vom Himmel gefallen ist und wie es üblich ist, am Anfang ein wenig grob aussieht (ja das waren die Punks in den 80ern) aber, und dies ist eine allgemeine Feststellung, die ich auch schon länger habe, das Herz am rechten Fleck hatte.

Sie beschreibt auch die Beziehung zu ihrer besten Freundin, welche immer für sie da war, wie auch die vielen anderen Personen, die keine Helden waren. Allerdings finde ich schon, dass sie alle auf ihre besondere Art Helden waren, auch wenn es in ihrem Leben nicht so abgelaufen ist, wie sie es geplant haben. Für mich sind es trotzdem Helden, da sie es geschafft haben, ihre Freundschaft über eine so lange Zeit zu erhalten und zu pflegen.

Über das Leben als Alleinerziehende, muss man nicht mehr viel sagen, dies sind für mich so oder so Helden, da sie es doch immer wieder hinbekommen, mit wenig ein gutes Elternhaus zu kreieren. Aber dies ist so ein eigenes Thema, und wird an vielen Stellen im Netz und auch hier beschrieben.

Komme ich jetzt mal zum Fazit. Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss, damit es auf einen wirken kann. Dies ist bei den meisten Büchern so, aber bei diesem besonders, da es viel Wahres enthält, was nie platt wirkt wie in einem Kalender, mit Dies macht aber das Lesen nicht immer einfacher, da man sich doch teilweise selbst reflektieren muss. Und weil dies manchmal sehr schmerzhaft ist, kann es sehr anstrengend sein, dieses Buch zu lesen. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht lesenswert oder wertvoll ist! Gerade diese Herausforderung an den Geist des Lesers macht es so lesenswert und ich freue mich, wie so oft, auf mehr.

Bewertung vom 18.06.2019
Elefant
Suter, Martin

Elefant


ausgezeichnet

Dass ich ja mittlerweile ein Fan von Martin Suter bin, ist vielleicht schon aufgefallen. Ich liebe seinen Blick auf die Manager dieser Welt und wie er diese immer wieder in lustige Situationen bringt.
Nun hatte ich das Buch Elefant in der Hand und war dann im ersten Moment etwas geschockt, als ich merkte, Oh Gott, das ist ja ein richtiger Roman, ob Martin Suter das auch kann? Dies war mein erster Gedanke. Manchmal möchte man ja einem Autor nicht in einem anderen Genre sehen, sondern nur in seinem angestammten. Veränderungen?! Bitte lasst es sein, ist oft der Gedanke, aber ich bin ja schon oft überzeugt worden, dass es manchmal besser ist, ausgetretene Pfade zu verlassen, und etwas Anderes zu machen.
Also nahm ich das Buch in die Hand und fing an zu lesen - wie immer vollkommen unbedarft. So stößt man als erstes auf den Obdachlosen Schoch, der betrunken in sein „Zuhause“ kommt. In seiner Höhle sieht er einen kleinen rosa leuchtenden Elefanten, der aber am nächsten Morgen verschwunden ist.
Später, als er wieder in seinem Zuhause ist, ist auch der Elefant wieder da. Er kümmert sich um das kleine Tier, welches doch real ist, versorgt ihn mit Wasser und Gras. Dabei übersieht er die Butterblumen im Gras, welche für den Elefanten giftig sind, zumal dieser auch nur 30 cm groß ist kann die Menge schon zu einer Vergiftung führen. Dadurch kommt er zu der Tierärztin Valerie, die ihn bei sich einquartiert.
Aber dies alleine ist nicht die Geschichte, sondern da gibt es noch denjenigen, der das ganze durch Genmanipulation erst möglich gemacht hat - ein gewisser Roux, der mit einem chinesischen Genlabor zusammenarbeitet. Die befruchtete Eizelle wurde einer Elefantenkuh in einem Zirkus eingepflanzt. Nach der Geburt wurde das Tierchen vom Elefantenflüsterer Kaung und dem Tierarzt entführt, wodurch der kleine rosa Elefant dann über Umwege bei Schoch landet. Roux und die Chinesen wollen natürlich den kleinen Elefanten wiederbekommen.
Dies alles beschreibt Martin Suter mit einem Gefühl für die Situationen und auch für die Obdachlosen, dass ich mir des Öfteren die Augen gerieben habe und dachte, dies kann doch nicht der gleiche Autor sein, mit dem ich so oft über lustigen Situationen im Alltag eines Managers oder normalen Menschen gelacht habe.
Aber er war es. Ich habe oft auf den Umschlag gesehen, um mich noch mal zu vergewissern. Vor allem, als er die Elefanten mit ihren Eigenheiten beschrieben, oder auf die Probleme der Gentechnik aufmerksam gemacht hat und welche Folgen dies haben kann, war auf eine tolle Art sehr unterhaltsam. Auch die Fakten zu den „glowing animals“, also den bei Nacht leuchtenden Tiere, waren mir nie so bewusst und ich habe mich dann doch beim googeln nach „glowing animals“ erwischt - und ich war doch sehr erstaunt, dass dies möglich ist.
Vielleicht ist es gerade deswegen so wichtig, dass dieses Thema auf den Tisch kommt, vielleicht ist es auch richtig, dass der Weg eines Romans dafür gewählt wurde.
Ich für meinen Teil möchte mehr solche Romane und ich kann Martin Suter nur dafür beglückwünschen, dass er so einen Roman geschrieben hat. Auch hoffe ich, dass dieser Roman von vielen gelesen wird und auch viele über die Gentechnik und andere Dinge nachdenken. Wenn dies passiert, ist unsere Welt um einiges weiter. Wenn man dann noch ein wenig über Obdachlose, oder andere Menschen am Rande der Gesellschaft nachdenkt, und ihnen vielleicht ein wenig offener begegnet, dann hat dieser Roman Großes bewirkt.

Bewertung vom 28.05.2019
Du hast keine Wahl / Norman Jacobi & Katharina Beck Bd.2
Uhlmann, Frank

Du hast keine Wahl / Norman Jacobi & Katharina Beck Bd.2


gut

Puh, nun habe ich den neuen Roman von Frank Uhlmann beendet. Lange habe ich darauf gewartet. Nach seinem ersten Thriller „Brennen sollst du“ konnte ich es nicht abwarten, dieses Buch aufzuschlagen.
Und nun sitze ich hier und soll eine Rezension darüber schreiben. Am liebsten würde ich schreien, warum das Buch denn nur so unsagbar kurz ist. Wie kann man einen geneigten Thriller-Leser denn nur mit 400 Seiten abspeisen? Kann man nicht mal sagen, ok wir machen 500 Seiten, dabei sorgen wir dafür, dass der Leser bei den letzten 150 Seiten auch mal Luft holen kann, so ein bisschen zumindest - nicht dass man vergisst, zu essen und zu trinken.
Aber ich greife schon wieder vor. Es ist Wahlkampf, und man stelle sich einfach einmal vor, eine der Parteien hat eine Idee, dass sie eine Stadt wie Frankfurt ohne die Stromkonzerne mit Strom versorgt, also alles mit Ökostrom versorgt. Das Ganze soll von den Bürgern finanziert werden, die danach auch am Gewinn beteiligt werden. Eine gute Idee, oder?
Problematisch wird das Ganze dann, wenn man überlegt wo man denn die Energie in Frankfurt hernehmen soll. Natürlich sollte das das Projekt so schnell wie möglich starten, doch dann wird festgestellt, dass zumindest am Anfang noch „etwas“ an Energie fehlt. Diese will man nun durch Fracking im Taunus gewinnen. So will man an das notwendige Gas kommen. Wobei, ihr ahnt es schon, dies dem Bürger nicht mitgeteilt wird. Ist doch logisch, oder?
Richtig interessant wird es dann, als einer der Spitzenpolitiker der „Freien Bürger“ erschossen wird. Ein anderer Politiker tritt an seine Stelle und auch auf ihn wird ein Attentat verübt.
Leider sind Katharina Beck und Norman Jacobi irgendwie zwischen die Fronten geraten. Warum und wieso? Ich würde sagen, lest es selbst. Es ist lesenswert und spannend.
Wie es ausgeht und wer der Täter ist, kann man sehr gut erahnen, aber das ist auch eher nebensächlich. Die Frage, die man sich immer wieder stellt, ist eher das warum, und genau das ist es, was das Buch so unsagbar spannend macht. Man will wissen, warum etwas passiert, warum die Politiker so sind und man will wissen, ob es Norman und Katharina schaffen! Und vor allem wie sie es schaffen, den man bekommt zwischendurch richtig Angst um die beiden.
Nun bin ich wieder bei meinem Problem vom Anfang. Wie kann man denn so viele Fragen aufwerfen? Dadurch geht es mir jetzt schon wieder so wie nach Band eins, dass ich mich frage, und wo ist der nächste Band? Cliffhanger in den Serien vor der nächsten Folge, damit kann ich leben, oder am Ende einer Staffel, da weiß ich wenigstens, ok in 6 Monaten oder spätestens in 12 Monaten geht es weiter. Aber, und da bin ich nun bei meinem Problem, auf dieses Buch habe ich nun ganze 2 Jahre gewartet bis es endlich weiterging. Wie könnt ihr mich so verhungern lassen? 150 Seiten hat Frank Uhlmann mich zum Schluss gejagt. Von Seite zu Seite bin ich gehetzt, habe vergessen zu essen, mein Tee wurde kalt und dann bleiben mehr Fragen offen wie beantwortet. Die einzelnen Erzählstränge wären es wert gewesen, etwas mehr ausformuliert zu Ende gebracht zu werden.
Man muss auch dazu sagen, ich habe das Gefühl, Frank Uhlmann hat sich weiterentwickelt. Es ist zumindest am Anfang nicht mehr so plastisch, wie bei „Brennen sollst du“, wo man die verbrannten Körper fast riechen konnte. Der Schockeffekt ist nicht mehr so vordergründig. Er spielt jetzt auch mehr mit dem subtilen Schauer und Grauen.
Er ist irgendwie reifer geworden, auch wenn mir das Ende nicht so gefällt. Das liegt wohl eher daran, dass ich auf der Suche nach dem dritten Band bin - und dieser ist ja noch nicht draußen. Aber ich denke, dass Frank Uhlmann sicherlich einer der Autoren werden kann, die verfilmt werden oder die Bestsellerlisten von oben grüßen. Zu wünschen wäre es ihm. Ich frage die Tage mal nach, wann der dritte Band mit Norman Jacobi und Katharina Beck rauskommt, denn ich freue mich auf die weitere Entwicklung der beiden, und des Autors.

Bewertung vom 07.05.2019
Im Club der Zeitmillionäre
Taubert, Greta

Im Club der Zeitmillionäre


sehr gut

Puh, wieder mal ein Buch, wo ich vom Inhalt überrascht wurde. Also ich habe das Buch in die Hand genommen, goldener Einband mit einer auf dem Sofa liegenden Frau, die Frage war dann lese ich das Buch jetzt oder lasse ich es einfach sein? Da ich ja nie mal die Rückseite lese oder irgendwas anderes über das Buch war dies dann der falscheste Start den man haben kann.
Aber ich habe mich von dem äußeren nicht täuschen lassen, sondern habe mich einfach in das Buch treiben lassen. Und dies hat ja die Autorin Greta Taubert auch gemacht. Sie war auf der Suche nach einer Alternativen Lebensweise, wo man einfach mehr Zeit hat und einfach das Leben mehr genießen kann.
Sie beschreibt irgendwie lustig wie sie auf die Idee gekommen ist aus dem Hamsterrad zu entfliehen und wie schwer das mit dem Absagen für sie war. Das ist für eine freie Autorin ja nicht unbedingt so einfach, also hat sie sich auch mit dem Grundeinkommen auseinander gesetzt. Weil wer mehr Zeit haben will, der hat auch weniger Einkommen, also ist es nur Verständlich das das Einkommen immer wieder vorkommt.
Sie lernt dabei auch Kommunen kennen, die sie mit einem Kibbuz vergleicht, in dem sie vor Jahren schon mal gelandet war. Oder sie zeigt Problemen die Tauschringe oder ähnliches haben. Warum viele immer wieder nach Jahren im Sand verlaufen.
Es werden Wissenschaftler und Autoren die sich mit dem Problem Zeit auseinandersetzen vorgestellt. Und es kommt immer wieder zu Situationen, wo man dann doch mal denkt warum tut sie sich dies denn an. Besonders bewegend fand ich das Kapitel mit den Spreeindianern, wo ich dachte wow das habe ich wo ich diesen Einband gesehen habe nicht erwartet. Aber ich sage euch selbst lesen macht Klug, ich kann nur sagen es war überraschend.
Alles in allem ist es ein Buch, welches einiges doch ein wenig erklärt und mit einem Ende, hätte sie mich gefragt ich hätte es ihr auch so sagen können.
Was den Reichtum der Zeit einfach ausmacht und wie man sich dann doch fühlen kann. Aber und das ist mir nun sehr wichtig, ich wäre auch nicht darauf gekommen, wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte. Greta Tauber, zeigt einige Dinge auf, die einfach wichtig sind wenn man sich auf den Weg zu Zeitmillionären bewegt. Sie zeigt in dem Buch verschiedene Dinge auf die einfach auch wichtig sind. Mag es nun das mit den Gärten sein also dem Obst und Gemüse oder wie wichtig Zeit einfach ist.
Egal was man über das Buch denken mag, aber es ist intelligent aufgebaut also man versteht warum man in so eine Situation kommt. Es werden verschieden Lebensweisen aufgezeigt, die ich zumindest nicht so im Blickwinkel hatte. Und die ich aufgrund dieses Buches einfach kennengelernt habe. Ich denke das Buch ist dafür da, um einfach den Blick etwas zu schärfen. Auch auf mein Umfeld mein Umgang mein Zeitmanagement. Es ist aber ein Buch, auf das man sich einfach einlassen muss, wenn man es nicht macht, ist es sicherlich sehr schwierig oder man findet das Buch nicht so gut. Es ist halt ein Buch, welches von einem selbst ein gewisses Mas an Selbstreflektion fordert und auch fördert.

Bewertung vom 26.04.2019
NOW Du bestimmst, wer überlebt.
Meier, Stephan R.

NOW Du bestimmst, wer überlebt.


sehr gut

Manchmal sitzt man da und kann das was man liest nicht fassen. Die Frage welche ich mir stelle ist folgende, werden deutsche Autoren immer besser? Oder trauen sie sich einfach mehr?
Ich habe gerade NOW von Stephan R. Meier gelesen und fühle mich an 1984 von George Orwell erinnert, aber nicht, weil es ein Abklatsch ist. Nein, dieses Buch ist für mich unerreicht. Die Parallele ist, dass der Autor eine Zukunft beschreibt, welche in meinen Augen absolut machbar ist. Einiges aus 1984 ist heute schon Realität. Bei NOW kann ich mir das für die Zukunft auch vorstellen.
Für mich ist NOW auch ein Roman, welcher die Genregrenzen verschwimmen lässt. Es ist einerseits ein Science-Fiction-Roman, der eine sehr vorstellbare Zukunft beschreibt, andererseits ist es auch ein Thriller, der sehr unter die Haut geht und einen beschäftigt.
Zum einen wird das Problem einer Freundschaft thematisiert, welche doch zerbricht, da einer der beiden Freunde eine neue Weltordnung begründen will - mit sich als Oberhaupt! Der andere will ebenfalls eine neue Weltordnung, aber eine in der jeder gleichberechtigt ist und der Computer nur unterstützend tätig wird.
Zum anderen beschreibt der Autor aber auch eine Welt, die zweigeteilt ist. Ein Teil der Welt wird in das tiefste Mittelalter katapultiert, wo es keinen Strom mehr gibt, keine Infrastruktur, Gesundheitsvorsorge etc. Dies bedeutet, dass die Bevölkerung in diesem Teil schrumpft. Dort leben 99% der Weltbevölkerung.
Nur 1% der Bevölkerung wird durch NOW „gerettet“, da ansonsten die Ressourcen nicht reichen, es also nicht genug Platz gibt, also gesunde Erde, Wasser und Strom um einige zu nennen. Dieses Prozent lebt in einem paradiesähnlichen Land. Es wird kein Geld mehr gebraucht. Der Computer unterstützt einen. Der Mensch konzentriert sich nur noch darauf, etwas zu erfinden und zu konstruieren, oder sich kulturell zu betätigen.
Stephan R. Meier beschreibt, wie es zu dieser Weltordnung gekommen ist. Dies ist so aufregend, dass es einen nicht mehr loslässt, wenn man sich auf das Buch eingelassen hat. Natürlich es gibt einen Guten und einen mehr oder weniger Bösen und es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber dies ist irgendwie zweitrangig.
Man saugt alles in sich auf, und kann das Buch spätestens ab Seite 150 nicht mehr aus der Hand legen. weil man so von der Geschichte gefesselt wird, dass es zu einem Pageturner der besonderen Art wird.
Aber, und dies missfällt mir sehr, manchmal wünscht man sich, dass die Verlage oder der Autor sich mal ein wenig mehr traut. Gerade bei diesem Buch hätte ich mir gewünscht, dass man dem Autor entweder mehr Seiten zur Verfügung stellt, also wesentlich mehr wie die 421 Seiten, die das Buch hat, oder man macht einen anderen Schluss und dann noch einen zweiten Band, wie z.B. bei Otherland. Wo die Bücher ja auch Wälzer sind, mit dem man einen erschlagen kann. Der Schluss von NOW kommt einfach zu schnell daher. Es ist im Gegensatz zu dem Rest des Buches als würde der Autor rennen, und dabei hat er dennoch einen Schreibstil, welchen man einfach als fesselnd bezeichnen muss. Dieser Mann und dieses Thema haben einfach mehr verdient.
Ich wünsche mir von Herzen, dass man diesem Autor noch ein paar Thriller oder Science-Fiction-Romane, oder wie man es nennen möchte, schreiben lässt und vielleicht traut man sich dann auch mal etwas mehr im Hinblick auf Platz zu oder wagt eine Trilogie. Ich wünsche es mir und ich hoffe, dass es euch genauso geht. Bis auf die Abstriche was das Ende betrifft, kann ich jedem das Buch nur ans Herz legen, der ein wenig über die Welt von morgen nachdenken möchte.

Bewertung vom 02.04.2019
Der Spion des Dogen Bd.1
Maiwald, Stefan

Der Spion des Dogen Bd.1


sehr gut

Ich habe lange keinen Historischen Roman mehr gelesen. Das war nun einer der Gründe, weswegen ich mir einen solchen als nächsten rausgesucht habe. Da lag dieses Buch auf meinem wohl bekannten und genährten SUB und mich reizte die Story. Spion und Venedig, das klingt doch schon mal interessant.
Also las ich mich mal eben an diesen Spion ran. Man lernt Davide Venier kennen, einen Lebemann, der aus reichem Haus kommt und ein gut gehendes Geschäft hat. Er hat nebenbei eine Affäre mit einer reichen verheirateten Frau, deren Mann aber eigentlich schwul ist. Ein Skandal zur damaligen Zeit.
Es ist eigentlich alles perfekt bis er eines Abends von der Inquisition festgenommen und in die Bleikammern von Venedig gebracht wird. Dort lernt er Hasan kennen, ein Mithäftling, der ihm das Schachspiel beibringt und ihn in Selbstverteidigung unterweist.
Nach einem Jahr erhält er die Chance freizukommen, wenn er sich als Spion für Venedig zur Verfügung stellt. Sein Gegenspieler ist Crollio aus dem Osmanischem Reich, der in Venedig angekommen ist. Er muss aber auch einige andere Aufgaben erfüllen, welche ihm der Kanzler anvertraut. Dabei hilft ihm nicht nur seine Bildung, sondern auch seine „Ausbildung“ durch Hassan, mit dem er nach dem Aufenthalt in den Bleikammern befreundet bleibt.
Es ist ein Historischer Roman, welcher sich recht gut lesen lässt. Auch wenn er am Anfang vielleicht ein wenig langatmig ist, da man erst einmal die verschiedenen Personen kennenlernen muss. Stefan Maiwald, macht dies immer in dem er sie langsam in die Geschichte einbaut und dazu noch etwas erklärt. Was, wie ich finde, eine gute Möglichkeit ist, zumal er es recht flüssig und klar erklärt. Nur bei Crollio ist er etwas genauer, wobei es bei diesem Charakter auch wichtig ist, da man seine Handlungen und Beweggründe ansonsten nicht nachvollziehen könnte.
Die Kapitel sind im Schnitt 10 Seiten lang, wobei er auch dort immer wieder eine kleine Unteraufteilung macht, wenn die Person oder der Ort sich wechselt. Dies ist recht schnell zu verstehen und man kommt damit sehr gut zurecht.
Was mich ein wenig gestört hat, waren die vielen Rezepte die man zwischendurch immer wieder im Buch erklärt bekommen hat. Wenn sie nachkochbar sind, wäre es mir lieb gewesen sie im Anhang als übersichtliche Zusammenfassung zu haben.
Es war mir teilweise auch etwas zu schnell, wie sich Davide zum Beispiel in Istanbul befreit hat und wie er wieder nach Venedig zurückgekommen ist. Das ist im Besonderen für mich zu schnell gegangen. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass der Autor für die Bleikammern wesentlich mehr Seiten zur Verfügung gestellt hat, wie für das Abenteuer in Istanbul.
Aber, und dies ist mir immer sehr wichtig, es ist nie unlogisch, denn man kann der Argumentation und der Geschichte jederzeit sehr gut folgen. Ich finde es ist ein gelungenes erstes Werk im Bereich des Historischen Romans. Ich denke, dass sich diese Geschichte auch sehr gut weiter entwickeln kann. Das was ich zu bemängeln habe, liegt vielleicht daran, dass die meisten Historischen Romane die ich lese 600 Seiten und mehr haben, und dieser doch mit knapp 400 Seiten ein eher schmales Buch in diesem Genre ist. Masse ist aber definitiv kein Qualitätsmerkmal. Ich freue mich, weitere Geschichten mit Davide und seinen Freunden in Venedig zu lesen.

Bewertung vom 26.03.2019
Neue Geschichten von Vater und Sohn 2
Lizano, Marc; K., Ulf

Neue Geschichten von Vater und Sohn 2


gut

Ich bin ja nun wirklich nicht dafür bekannt, Comics zu lieben oder gerne eine Rezension darüber zu schreiben, aber die Geschichten von Vater und Sohn, die waren mir doch sehr vertraut. Als ich diesen Comic gesehen habe, war mein Gedanke, das muss ich haben. Die Geschichten von Vater und Sohn erinnern mich irgendwie noch an meine Kindheit. Ich weiß nicht mehr wo ich die gelesen habe, aber ich habe sie gelesen, denn die Figuren kamen mir merkwürdig vertraut vor.
Gesagt, getan, und was soll ich sagen, die Geschichten, die die beiden durchleben sind immer wieder voller Gefühl und Fantasie. Am Anfang dachte ich, dass es nur kleine Geschichten sind, aber dann kommt eine Situation, die aufgelöst oder weitergesponnen wird, die man vor ein paar Seiten schon angerissen hatte.
Dadurch, dass es keine Sprechblasen gibt, kann man seiner eigenen Fantasie immer wieder freien Lauf lassen. Man kann aber einiges aus der Mimik der beiden ablesen und vielleicht auch eine eigene Geschichte spinnen.
Besonders schön ist auch das Interview mit den beiden Autoren, welche erklären, wieso und weshalb sie die Geschichten von Vater und Sohn wieder haben auferstehen lassen.
Mein Fazit bei dem Comic ist zum einen sehr euphorisch, da es da es wirklich gelungene Geschichten sind, die irgendwie in mir sehr viel auslösen.
Zum andern ist es nun beim zweiten Durchgang des Comics nun doch etwas anders, da die Geschichten nach dem Interview mit den Autoren andere Nuancen zeigen. Aber vielleicht ist das auch so gewollt. Oder es ist nur bei mir so. Ich habe aber das Gefühl, dass ich diesen Comic noch einige mal in die Hand nehmen werde und immer wieder etwas anderes sehe.
Wer weiß, vielleicht ist es gerade das, was diesen Comic so besonders macht. Ich bin gespannt, ob die beiden Autoren noch oft die Chance bekommen. Mich würde es freuen, noch einige Comics in dieser Qualität erleben zu dürfen.

Bewertung vom 22.03.2019
Cheers
Suter, Martin

Cheers


ausgezeichnet

Martin Suter ist vielleicht er einigen ein Begriff, da ich mir ja schon mal „Alles im Griff“ von ihm gegeben habe, welches sich dann für mich zu einem Überraschungsbuch gemausert hatte. Deswegen kann ich an ihm irgendwie nicht mehr vorbeigehen. So geschehen auf der Frankfurter Buchmesse.
Dieses Buch (Cheers) lag also seitdem auf meinem SUB und wartete gelesen zu werden. Es war immer griffbereit und hat auf seine Chance gewartet. So war es dann auch gleich meine erste Wahl, nachdem ich mir gerade wieder etwas zugemutet hatte, was nicht gerade entspannend für meine Psyche war.
So nahm ich dieses Buch in die Hand und dachte, na ja, ein Kapitel mal so zum anlesen, nur mal so als Testballon. Die erste Erzählung ist dann auch gerade die Geschichte über Männer im Hotel. Da wurde von Martin Suter geschildert, dass man doch schneller in Unterhosen in einem Hotel auf dem Flur stehen und sich beim Nachtportier wiederfinden kann, als einem eigentlich lieb ist. Und wenn man sich auch noch besser und wichtiger als die anderen im Betrieb fühlt, wer erwischt einen dann? Na, ihr dürft mal raten.
Man kann natürlich sagen, das ist mir jetzt doch irgendwie zu platt, aber Martin Suter schafft dies mit einer feinen Prise Humor. Es sind 66 kleine Kolumnen, die immer wieder mit einem Hauch Wahrheit und mit kleinen Spitzen bespickt sind. Es gibt immer wieder um Missverständnisse, was aber an seiner eigenen Wahrnehmung liegt.
Das Buch ist in 5 Themenbereiche unterteilt, die eines gemeinsam haben, nämlich mit welchen Problemen man beim Feiern oder Urlaub machen in der Business Class stolpern kann. Überall gibt es kleinere und größere Fallstricke.
Was da alles passieren kann und wie das zustande kommt. Ich glaube das kann nur einer wirklich gut beschreiben ohne dass es Plump ist, und das ist Martin Suter. Es sind immer wieder Situationen wo man denkt ok, dies könnte auch mir passieren.
Es ist ein Buch, welches man gerne mal zwischendurch lesen kann. Aber eines als Vorwarnung, wenn die Wohnung hellhörig ist oder man im Zug oder Bus zur Arbeit unterwegs ist, kann es passieren, dass man schräg angesehen wird, da einige der Geschichten nicht nur ein Schmunzeln oder leises Lachen hervorrufen, sondern es kann passieren, dass man einfach mal laut loslacht. Aber man denkt auch immer wieder darüber nach, könnte mir das auch passieren.
Ich will für mich hoffen, und auch für andere, dass es noch mehr Bücher wie Cheers geben wird, denn ich will noch einige Male über die Business Class lachen.