Die Liebe der Väter - Hettche, Thomas

Thomas Hettche 

Die Liebe der Väter

Roman

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Die Liebe der Väter

Wenn ein Vater um seine Tochter kämpft

Peter hat eine Tochter, aber das Sorgerecht für sie hat er nicht. Annika war zwei, als er und ihre Mutter sich trennten. Seitdem gerät jede elterliche Absprache zum Machtkampf um die inzwischen Dreizehnjährige. Ein Silvesterurlaub auf Sylt wird für Vater und Tochter zur entscheidenden Probe auf ihre Liebe. Die Reise auf die Insel ist für den Verlagsvertreter Peter auch eine Rückkehr in Landschaften der Vergangenheit. Hier hat er die Sommer seiner Kindheit verbracht, als seine Mutter in einer Buchhandlung in Kampen arbeitete. Zum ersten Mal versucht er, seiner Tochter von sich zu erzählen. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte, in denen Tiere sprechen können und die Tore der Geisterwelt offen stehen. Und in der Silvesternacht steht plötzlich Peters gesamte Existenz auf dem Spiel ...


Produktinformation

  • Verlag: Btb
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 250 S. 187 mm
  • Seitenzahl: 223
  • btb Bd.74288
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 117mm x 20mm
  • Gewicht: 210g
  • ISBN-13: 9783442742882
  • ISBN-10: 3442742889
  • Best.Nr.: 33334457
"Das Eingeständnis, dass die innige Liebe zum Kind und die Abneigung gegen den früheren Partner in Patchworkfamilien häufig nah beieinander liegen, gehört zur Aufrichtigkeit dieses bemerkenswerten Romans. Wenn die Literatur den Anschluss an die Lebenswirklichkeit nicht verpassen will, wird es Zeit, dass auch andere Schriftsteller Hettches Beispiel folgen." Felicitas von Lovenberg, FAZ

»Hettches Roman ist ein Glücksfall, komplex, vielschichtig und geschrieben in einer artifiziellen Sprache, die der Emotionalität des Geschehens mit wohltuend nüchterner Kühle begegnet.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.08.2010

Vampire im Wattenmeer

Thomas Hettche erteilt in seinem Roman einem Vater, der um die Liebe seiner Tochter kämpft, das Wort. "Die Liebe der Väter" erforscht, was Eltern und Kinder im Härtefall zusammenhält - und was sie trennt.

Von Sandra Kegel

Peter ist ein Mann in den besten Jahren. Für ihn heißt das: Er könnte kaum unglücklicher sein. Als Buchhandelsvertreter arbeitet er in einer aussterbenden Branche, wie er gern beteuert. Er lebt allein, menschliche Nähe erträgt er nur schwer, und seit seine geliebte Mutter vor drei Jahren gestorben ist, gibt es nur noch Annika, die ihm etwas bedeutet. Ausgerechnet seine Tochter aber darf er nicht sehen - oder nur dann, wenn es deren Mutter in den Kram passt. Denn Peter und Ines haben sich zwei Jahre nach Annikas Geburt getrennt. Und weil er als Unverheirateter nicht über das Sorgerecht verfügt, ist er Ines' Willkür hilflos ausgeliefert.

Solche Geschichten kennt man, seit es Väter gibt, die sich damit nicht mehr abfinden wollen - Väter, die die Öffentlichkeit suchen, Druck ausüben und jüngst durch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts in ihren Rechten gestärkt worden sind (F.A.Z. …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Nicht die allerdings erstaunliche Realitätsnähe oder seine familienpolitische Aktualität ist es, was Roman Bucheli zuallererst am neuen Roman von Thomas Hettche fasziniert, sondern seine "erzählerische Dringlichkeit". Auf die verlässt sich Hettche laut Bucheli zum Glück in weiten Teilen des Buches. Suggestiv, intensiv und sprachlich virtuos erscheint dem Rezensenten die Darstellung einer existentiell problematischen Vater-Tochter-Beziehung hier umgesetzt. Ort und Zeitpunkt (Sylt zur Jahreswende) findet Bucheli gut gewählt, um Schuldmomente und die Neuordnung eines väterlichen Selbstverständnisses zu zeigen. Anrührende Bilder und ein zarter bis grimmiger Ton überzeugen den Rezensenten beinahe restlos von der "Liebe der Väter".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 16.08.2010

Papalapapp
Thomas Hettches Roman „Die Liebe der Väter“ erzählt von der Not lediger Väter und ist doch bei Erscheinen bereits Makulatur
Und dann zerreißt eine schallende Ohrfeige die Luft im Trend-Restaurant „Sansibar“, und Annika läuft mit blutender Nase hinaus in die eisige Silvesternacht. Die väterliche Ohrfeige, sie ist die unerhörte Begebenheit in Thomas Hettches novellistischem Roman „Die Liebe der Väter“, der an diesem Montag erscheint und von einem Verlagsvertreter erzählt, der zwischen den Jahren ein paar Ferientage mit seiner Tochter auf Sylt verbringt. Annika lebt bei ihrer Mutter in Hamburg, Peter in Köln. Seine Tochter sieht er nur alle paar Wochen, wenn Ines es zulässt, die das gemeinsame Kind als Geisel benutzt, um ihren Ex zu gängeln, zu erpressen und zu strafen. Gezielt versucht sie, ihn von Annika fernzuhalten und dadurch seinem Kind zu entfremden, und verweigert jede Mitsprache in Erziehungsfragen. Ja, selbst als Annika mit einer schweren Medikamentenvergiftung im Krankenhaus landet, weil Ines das Kind mal wieder sich selbst überließ, erfährt es Peter als Letzter.
Ein Erwartungsdruck von mindestens 10 atü lastet auf …

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"Besonders gefallen hat mir die Ökonomie des Erzählens, die Authentizität und psychologische Zeichnung der Figuren, die so wunderbar unsere Zeit widerspiegeln. Literatur ist immer dann besonders kunstvoll, wenn man in den beschriebenen kleinen Dingen die Erklärung des großen Ganzen erahnt." Jens Müller, Hugendubel Frankfurt "Ich bin begeistert! Von seiner präzisen und doch sehr poetischen Sprache, aber auch von dem liebevollen Umgang mit seinen Figuren, deren Gefühlen und deren Problemen. Nicht zuletzt sind es aber auch die Beschreibungen der Natur und der Landschaft, die einen fesseln und wirklich Lust machen, Richtung Sylt aufzubrechen." Klaus Schuba, Walthari Buchhandlung, Freiburg "Die Thematik der Vater-Tochter-Beziehung passt gut in unsere Zeit der Alleinerziehenden, der Patchwork-Familien und der oft verzweifelt um Liebe und Anerkennung ringenden Väter und Männer. Der Versuch, eine Beziehung aufzubauen, der öfters von der Situation überforderte Vater, das alles ist in klarer, überzeugender Sprache beschrieben." Christina Waber, Hugendubel Frankfurt "Ein wunderbarer Roman über eine Reise von Vater und Tochter, den Versuch sich kennenzulernen und zu vertrauen." Barbara Ulbricht, Buchhandlung Reuffel, Koblenz
Thomas Hettche, geb. 1964 am Rand des Vogelsbergs, studierte in Frankfurt Philosophie und Germanistik. Nach Stipendienaufenthalten u.a. in Krakau, Venedig, Stuttgart, Rom und Los Angeles lebt er mit seiner Familie in Berlin. Essayistische Veröffentlichungen vor allem in der FAZ und der Neuen Zürcher Zeitung. Juror des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt. Herausgeber der literarischen Online-Anthologie NULL. Preise u.a.: Rauriser Literaturpreis 1990, Robert-Walser-Preis 1990, Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994, Rom-Preis der Villa Massimo 1996, Premio Grinzane Cavour 2005.

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Kundenbewertungen zu "Die Liebe der Väter" von "Thomas Hettche"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** sehr gut)
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Bewertung von JED aus Berlin am 05.06.2011 ***** gut
Erster Satz:
Annika heißt Annika nach der Freundin von Pippi Langstrumpf, und immer, wenn ich daran denken muss, ärgert mich wieder, das damals nicht verhindert zu haben.

Kurzinhalt:
Peter hat sich kurz nach der Geburt von der Mutter seiner Tochter getrennt und kämpft seitdem mit der Schuld, seine Tochter allein gelassen zu haben; mit den Gesetzen in Deutschland, die (zumindest zu dem Zeitpunkt, als das Buch geschrieben worden ist) der Mutter immer mehr Rechte zuspricht als dem Vater und um die Liebe von Annika, die inzwischen 13 ist.

Meine Meinung:
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mir von dem Buch wirklich viel versprochen habe, das so hoch in der Presse gelobt worden ist.
Aber schon der Titel "Die Liebe der Väter" impliziert ja, dass es sich mit genau diesen Gefühlen beschäftigt. Ich wollte mal "die andere Seite sehen, Väter, denen die Liebe ihrer Kinder wirklich wichtig ist und die nicht einfach abhauen, weil es so leichter oder bequemer für sie selbst ist oder sie irgendwann feststellen, dass Kinder nunmal Abhängigkeit bedeuten.

Tatsächlich will dieses Buch aber zuviel. Auf gerade mal 200 Seiten geht es um Probleme, die einfach auch nur der Pubertät der Tochter geschuldet sind, um Fremdgehen, die Veränderung der Insel Sylt und die Wirtschaftskrise. Habe ich noch was vergessen? Ich weiß es nicht, denn vieles ist einfach zuviel.

Das eigentliche Hauptthema geht eher unter, kommt erst spät wieder auf und dann auch sehr eindimensional, denn hier wurde eben eine Mutter verlassen, die nicht wirklich liebenswert scheint und die auch nach dieser Trennung als Frau dargestellt wird, die alles tut, um den Vater das Kind vorzuenthalten.

Man soll Verständnis für dieses Vater haben und hat es auch - auch wenn man sich als Leser fragt, warum der Autor es nicht bei der Beschreibung einer "normalen" Trennungsfamilie belassen hat. So bleibt der Nachgeschmack des "woanders ist das ja nicht so" anstatt wirklicher Identifikation, die ich mir gewünscht hätte.

Fazit:
Zu eindimensional, zu klischeehaft, wenn auch sehr wortgewaltig. Ich war enttäuscht.

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Bewertung von shantea aus 64750 Lützelbach am 27.08.2010 ***** sehr gut
Hettche hat es in seinem Roman "die Liebe der Väter" meisterhaft verstanden die Konflikte zwischen heranwachsenden Kindern und Vätern, die nicht direkt im täglichen Alltag präsent sind, darzustellen.

Die "plötzliche" Verwandlung des Schmusemädchens zum mit schwarzem Nagellack geschmückten
Girly, ist meistens schwer zu verkraften.

Dabei noch festzustellen, dass dieser heranwachsende Mensch aus der Rolle "was Vater sich für ihn vorstellt" herauswächst und die Zukunft selber gestalten möchte ist absolut authentisch dargestellt.

Hettche erzählt allerdings in einer sehr intellektuellen Form, wodurch es nicht unbedingt als Jugendbuch geeignet ist.
Denn meiner Meinung nach, könnte dieses Buch für viele Trennungskinder sehr wertvoll sein.

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Bewertung von narnia aus Alt Ruppin am 17.08.2010 ***** ausgezeichnet
Alleinerziehende Mütter haben es schwer. Ohne Ironie sage ich dies, oft stehen sie dafür im Mittelpunkt der Medien, aber was ist mit der "Liebe der Väter" die durch Scheidung von ihren Kindern getrennt leben?

Der Autor rückt in seinem Buch dieses Thema in den Mittelpunkt. Die Vielschichtigkeit der Thematik - Liebe - Entfremdung - Unsicherheit - werden vom Autor sehr gut beherrscht und dem Leser offenbart.

Peter verlebt den Jahreswechsel mit seiner Tochter Annika auf einer Nordseeinsel. Annika ist mittem im Teenageralter beginnt sich selbst gerade mit dem Thema Liebe zum anderen Geschlecht zu beschäftigen. Peter lernt neue Seiten an seiner Tochter kennen und kennt nicht nicht einmal die kleine Annika richtig.

Unsicherheit und Entfremdung machen diesen Urlaub für beide zu einem Wechselbad der Gefühle. Vom liebevollen in die Arme schließen bis hin zur heftigen Ohrfeige in aller Öffentlichkeit hat dieser Roman viel zu bieten.

Thomas Hettche spricht Gefühle an. Sein Verdienst mit diesem Roman ist es, dass er einem Thema einen Raum gibt, das viel zu oft nicht im Mittelpunkt steht und doch so wichtig ist.

Christian Döring, www.buecherveraendernleben.npage.eu

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