Königsklingen / Klingen-Romane Bd.3 - Abercrombie, Joe

Joe Abercrombie 

Königsklingen / Klingen-Romane Bd.3

Roman. Deutsche Erstausgabe

Aus d. Engl. v. Kirsten Borchardt
Broschiertes Buch
 
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Königsklingen / Klingen-Romane Bd.3

"So packend realistisch, zynisch und bissig im positiven Sinn, wie es dem Genre schon lange gefehlt hat." -- SF Chronicle

"Merken Sie sich diesen Namen: Joe Abercrombie wird Fantasy-Geschichte schreiben!" -- James Barclay

Für Logen, den Barbarenkrieger, sind die Zeiten siegreicher Schlachten vorbei - und dennoch steht ihm der größte Kampf seines Lebens bevor ... Zu viele Herren und zu wenig Zeit haben den zynischen Inquisitor Glokta in ganz andere Schwierigkeiten gebracht - unversehens steht er im Zentrum eines tödlichen Geheimnisses ... Als die Schatten des Bösen auf das Land fallen, hat der Erste der Magier wie immer einen Plan zur Rettung der Welt - doch dieses Mal geht er ein schreckliches Risiko ein ...


Produktinformation

  • Verlag: Heyne
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 941 S.
  • Seitenzahl: 944
  • Heyne Bücher Nr.53252
  • Deutsch
  • Abmessung: 208mm x 137mm x 54mm
  • Gewicht: 697g
  • ISBN-13: 9783453532526
  • ISBN-10: 345353252X
  • Best.Nr.: 23816930
»Merken Sie sich diesen Namen: Joe Abercrombie wird Fantasy-Geschichte schreiben!« James Barclay

"So packend realistisch, zynisch und bissig im positiven Sinn, wie es dem Genre schon lange gefehlt hat."
Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Fernsehredakteur und Autor. Mit seinen weltweit erfolgreichen Romanen um den Barbaren, den Inquisitor und den Magier hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schaffte es bereits mehrmals auf die Times-Bestsellerliste. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath.

Leseprobe zu "Königsklingen / Klingen-Romane Bd.3"

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Die Waffen des ehrbaren Handwerks

Superior Glokta stand in der Halle und wartete. Er streckte seinen verdrehten Hals erst zur einen, dann zur anderen Seite, bis er das gewohnte Knacken hörte und die vertrauten Schmerzfinger die verknoteten Muskeln zwischen seinen Schulterblättern packten. Wieso mache ich das, wenn es mir doch jedes Mal wehtut? Wieso fordern wir den Schmerz heraus? Lecken am Geschwür, reiben an der Schürfwunde, kratzen am Schorf? "Nun?", fauchte er.

Die Marmorbüste am Fuß der Treppe strafte ihn mit schweigender Verachtung. Davon bekomme ich auch sonst schon genug. Glokta schlurfte davon, seinen nutzlosen Fuß über die Fliesen nachziehend, und das Klappern seines Stocks hallte von der hoch über ihm schwebenden, stuckverzierten Decke.

Unter den großen Edelleuten des Offenen Rates war Lord Ingelstad, der Besitzer dieser überdimensionierten Halle, ein eher kleines Licht. Das Oberhaupt einer Familie, von dem sich das Glück im Lauf der Jahre abgewandt hatte und dessen Reichtum und Einfluss beinahe völlig dahingeschmolzen waren. Und je kleiner der Mann, desto größer seine Anmaßung. Wieso begreifen sie es nie? Kleine Dinge sehen in einem großen Rahmen noch unbedeutender aus.

Irgendwo in den Schatten würgte eine Uhr ein paar nachlässige Schläge hervor. Schon recht spät. Je kleiner der Mann, desto länger lässt er auf sich warten. Aber ich kann geduldig sein, wenn ich muss. Auf mich warten keine atemberaubenden Bankette, keine begeisterten Menschenmengen, keine schönen Frauen. Das ist vorbei. Dafür haben die Gurkhisen gesorgt, in der Dunkelheit unter den Gefängnissen des Imperators. Er drückte seine Zunge gegen das leere Zahnfleisch und keuchte, als er sein Bein verlagerte, die Nadelstiche von dort bis in den Rücken schossen und sein Augenlid zu zucken begann. Ich habe Geduld. Das ist das einzig Gute daran, wenn jeder Schritt zur Qual wird. Man lernt schnell, vorsichtig aufzutreten.

Die Tür neben ihm öffnete sich abrupt, und Glokta warf den Kopf herum; dabei versuchte er sein Bestes, nicht das Gesicht zu verziehen, als seine Halswirbel knackten. Lord Ingelstad stand in der Tür, ein breiter, väterlich wirkender Mann mit gerötetem Gesicht. Er setzte ein freundliches Lächeln auf, als er Glokta ins Zimmer bat. Als ob ich ihm einen Anstandsbesuch abstattete, noch dazu einen willkommenen.

"Bitte entschuldigen Sie, dass ich Sie habe warten lassen, Superior. Ich hatte so viele Gäste, seit ich in Adua angekommen bin, dass ich gar nicht weiß, wo mir der Kopf steht." Hauptsache, er ist noch dran. "So viele Gäste!" Gäste mit gewissen Angeboten, davon bin ich überzeugt. Angeboten für Ihre Stimme. Angeboten für Ihre Hilfe bei der Wahl des nächsten Königs. Aber mein Angebot, so denke ich, werden Sie kaum ablehnen können. "Darf ich Ihnen einen Schluck Wein anbieten, Herr Superior?"

"Nein, Lord Ingelstad, vielen Dank." Glokta humpelte unter Schmerzen über die Schwelle. "Ich bleibe nicht lange. Auch ich habe sehr viele Dinge, um die ich mich kümmern muss." Wahlen manipulieren sich nicht von selbst, müssen Sie wissen.

"Natürlich, natürlich. Bitte setzen Sie sich." Ingelstad ließ sich schwer in einen Sessel fallen und deutete auf einen zweiten. Glokta benötigte einen Augenblick, um es sich halbwegs bequem zu machen. Er ließ sich vorsichtig auf das Polster sinken und schob dann die Hüften hin und her, bis er eine Haltung gefunden hatte, in der sein Rücken nicht ständig schmerzte. "Und was wünschen Sie mit mir zu besprechen?"

"Ich komme im Auftrag von Erzlektor Sult. Ich hoffe, Sie werden es mir nicht verübeln, wenn ich es rundheraus sage: Seine Eminenz wünscht Ihre Stimme."

Die schweren Gesichtszüge des Edelmannes verzogen sich in vorgetäuschter Verwunderung. Sehr schlecht vorgetäuscht, im Vergleich. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich Sie recht verstehe. Meine Stimme hinsichtlich welcher Angelegenheit?"

Glokta wischte sich ein wenig Feuchtigkeit aus dem Augenwinkel. Müssen wir denn hier einen derart würdelosen Tanz aufführen? Sie haben dafür nicht die Statur und ich nicht die Beine. "Hinsichtlich des nächsten gekrönten Hauptes, Lord Ingelstad."

"Ah. Das." Ja, das. Idiot. "Superior Glokta, ich hoffe, ich enttäusche weder Sie noch Seine Eminenz, einen Mann, für den ich den höchsten Respekt empfinde." Ingelstad neigte übertrieben dienstbeflissen den Kopf. "Aber ich muss Ihnen sagen, dass ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kann, mich in irgendeine Richtung beeinflussen zu lassen. Mir ist bewusst, dass man mir, wie allen Mitgliedern des Offenen Rates, ein heiliges Vertrauen ausgesprochen hat. Ich bin verpflichtet, für den Mann zu stimmen, der mir von allen hervorragenden Männern als der am besten geeignete Kandidat erscheint." Er schloss den Satz mit einem höchst selbstzufriedenen Lächeln.

Eine hübsche Rede. Ein Dorfdepp hätte sie ihm vielleicht sogar abgekauft. Wie oft habe ich solche oder ähnliche Worte in den letzten Wochen gehört? Erfahrungsgemäß sollte nun das Feilschen folgen. Die Diskussion darüber, wie viel ein derart heiliges Vertrauen wert ist. Wie viel Silber ein gutes Gewissen aufwiegt. Wie viel Gold eine Verpflichtung aufzulösen vermag. Aber ich bin heute nicht in Stimmung, lange zu verhandeln.

Glokta zog seine Augenbrauen in die Höhe. "Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer edlen Haltung, Lord Ingelstad. Wären nur alle so charakterfest wie Sie, dann lebten wir in einer besseren Welt. Eine wirklich edle Haltung ... vor allem, wenn man bedenkt, dass Sie so viel zu verlieren haben. Tatsächlich sogar alles, würde ich sagen." Er verzog gequält das Gesicht, als er seinen Stock in die andere Hand nahm und sich mit schaukelnden Bewegungen auf die Kante des Stuhls vorarbeitete. "Aber ich sehe schon, dass Sie sich nicht umstimmen lassen, und von daher will ich mich verabschieden ..."

"Was meinen Sie damit, Herr Superior?" Dem Edelmann stand nun die Besorgnis auf dem fülligen Gesicht geschrieben.

"Nun, Lord Ingelstad, Ihre korrupten Geschäfte."

Die rosigen Wangen des Lords hatten ein Gutteil ihrer frischen Farbe verloren. "Da muss ein Irrtum vorliegen."

"O nein, das kann ich Ihnen versichern." Glokta ließ einen Packen Dokumente aus der Innentasche seines Mantels gleiten. "Sie werden oft in den Geständnissen ranghoher Tuchhändler erwähnt, verstehen Sie?" Er hielt die knisternden Seiten hoch, so dass sie beide die Papiere sehen konnten. "Hier werden Sie - und das sind nicht meine Worte - als >Komplize< genannt. Und hier als hauptsächlicher Nutznießer< eines höchst unerquicklichen Schmuggelgeschäfts. Und hier wird Ihnen auffallen - und mir ist es wirklich unangenehm, Sie darauf hinzuweisen -, dass Ihr Name und das Wörtchen >Verrat< in unmittelbarer Nähe zueinander auftauchen."

Ingelstad sank zurück auf seinen Stuhl und setzte sein Glas klappernd auf dem Tisch neben sich ab, wobei eine beachtliche Menge Flüssigkeit auf das polierte Holz schwappte. Oh, das sollten wir aber aufwischen. Sonst bleibt ein ganz hässlicher Fleck, und manche Flecken lassen sich nie wieder abreiben.

Kundenbewertungen zu "Königsklingen / Klingen-Romane Bd.3"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von Steppenwolf aus Landkreis Oldenburg am 09.08.2011 ***** ausgezeichnet
Würdiger Schluss mit leicht fadem Beigeschmack

Bisher erschienen:

Die Trilogie „The First Law“:
01 Kriegsklingen
02 Feuerklingen
03 Königsklingen
und der bisher eigenständige Roman „Racheklingen“.
Für August 2011 ist der neue Roman von Joe Abercrombie mit dem Titel „Heldenklingen“ angekündigt.

Logan Neunfinger muss abermals eine Entscheidung treffen, deren Fortwirken für die kommenden Ereignisse er unmöglich abschätzen kann und schließt sich letztlich seinen ehemaligen Gefährten, den Nordmännern an, um in die Schlacht zu ziehen.
Sand dan Glokta weiß derweil nicht mehr wem er noch trauen kann, denn zu viele Intrigen sind gesponnen und er muss sich vorsehen, wem er noch den Rücken zuwenden kann. Kann er abermals das Blatt zu seinen Gunsten wenden?
Die Gurkhisen nähern sich zur selben Zeit unaufhaltsam aus dem Süden, der König liegt im Sterben und Jezal dan Luthar kehrt von seiner Reise ans Ende der Welt zurück, doch statt der wohlverdienten Ruhe warten andere Aufgaben auf ihn, Aufgaben die er sich wahrlich nie im Leben hätte träumen lassen. Ganz unbeteiligt daran scheint auch Bayaz nicht zu sein, der nach wie vor im Hintergrund operiert und die Fäden zieht.
Die Spannung wird auch hier wieder konstant hoch gehalten. Es fällt wirklich noch schwerer, das Buch aus der Hand zu legen, da nun alles auf ein großes Finale zuläuft. Die wechselnden Perspektiven tragen ihr übriges dazu bei.
Die begonnene Umkehrung der Sympathien für die einzelnen Charaktere wird weitergeführt bzw. bestätigt. Jezal hat dabei wahrscheinlich die größte Wandlung durchlebt und hat gänzlich ungewollt eine große Lasst zu tragen. Mir hat er teilweise wirklich Leid getan. Bayaz hingegen ist richtig unsympathisch geworden: Selbstgefällig, arrogant und besserwisserisch. Kurioserweise alles Eigenschaften, die zuvor noch Jezal auszeichneten, der seine Einstellung komplett geändert hat.
Erwartungsgemäß trifft Logan wieder mit den Nordmännern zusammen und das Ausmaß seines Rufes wird erstmals in vollem Umfang deutlich. Er hat sich eine Menge Feinde geschaffen, da sein dunkler Bruder, der blutige Neuner, nichts von Regeln hält und weder Freund noch Feind kennt. Eine Tatsache die auch die kommenden Ereignisse stark beeinflusst.
Abercrombie scheut nicht davor zurück, den Tod zuschlagen zu lassen. Seine Sprache ist abermals schlicht und schnörkellos direkt. Das macht die gesamte Trilogie sehr gut lesbar und ist zudem auch absolut stimmig.
Der einzige Wehmutstropfen, der bleibt, ist das Ende. Abercrombie hat hier einen Spagat zwischen den Charakteren hingelegt, die sowohl eine Art Happy End bekommen, wenn man es denn so ausdrücken möchte, ein tragisches Ende und ein offenes. So ist die Trilogie zwar abgeschlossen, lässt aber durchaus Raum für eine Fortsetzung. Ob das jedoch vom Autor geplant ist, wage ich zu bezweifeln, da hierzu das Ende einfach zu passend ist. Im ersten Moment sehr unbefriedigend, aber rückblickend auch einfach richtig.

Fazit: Wem bereits die beiden Vorgänger gefallen haben, der wird auch diesen Band verschlingen. Der fade Beigeschmack am Ende mag manchem missfallen, passt aber doch gut ins Konzept. „Königsklingen“ ist der würdige Abschluss einer einzigartigen Fantasy-Trilogie, die ihresgleichen sucht.

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Bewertung von Jaak aus Köln am 29.07.2011 ***** ausgezeichnet
'Reiht sich wunderbar in die 3Teilige Reihe ein. Die Spannung und überraschungen sind auch hier wieder reichlich vorhanden. Ich kann diese Serie nur wärmstens Empfehlen. Und werde mir auch weiterhin Bücher von Joe Abercrombie zu legen, er schreibt tolle Fantasy Bücher.

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Bewertung von Talakas aus Bratislava am 04.01.2011 ***** ausgezeichnet
Der 3te Teil der Serie ist das Beste was der Autor biß jetzt geschrieben hat.
Es geht fliesend weiter in der Geschichte und sie wird dramatisch und spanend biß zur letzten Seite.
Jedes Kapitel enthüllt mehr Informationen über Glockta. Logen, West, Bayaz, Jezal, Ferro und ihre
Gegner die überraschend wie auch voraussehbar waren.
Trotzallem war es das erste Buch von diesem Autor was ich nicht weglegen konnte und war sehr
positive überrascht das biß zum Ende immer wieder negative wie auch positive Überraschung gibt die es unmöglich macht das Buch Weg zu legen.
Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

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