Der Hexenturm - Zinßmeister, Deana

Deana Zinßmeister 

Der Hexenturm

Roman. Originalausgabe

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Der Hexenturm

"Saarländerin mit Goldfeder: Deana Zinßmeisters Geschichten haben Erfolgsgarantie." -- Bild

"Nach dem Erfolg 'Das Hexenmal' - nun die Fortsetzung. Deana Zinßmeister ist in der obersten Riege deutscher Historienroman-Autorinnen angekommen. Sie erzählt bunt und spannend." -- Alex Dengler, www.denglers-buchkritik.de

Fünf junge Menschen auf einer gefahrvollen Odyssee in einer Zeit des Misstrauens und des Verrats
Seit ihrer Flucht ins Hessenland sind die fünf jungen Thüringer Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard auf der Suche nach einer Bleibe. Sie kommen auf dem Gestüt des Pferdehändlers Rehmringer unter, doch nicht jeder im Dorf ist ihnen wohlgesinnt. Auch in den Nachbarorten herrscht Unfrieden, denn hier überführt der Magier Barnabas als vermeintlicher Hexenerkenner Frauen der Zauberei. An seiner Seite befindet sich eine geheimnisvolle Kinderhexe , und gemeinsam hinterlassen sie eine Spur des Grauens. So kommt es, dass bald auch die jungen Thüringer nicht mehr sicher sind.


Produktinformation

  • Verlag: Goldmann
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 447 S.
  • Seitenzahl: 448
  • Goldmann Taschenbücher Bd.47248
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 32mm
  • Gewicht: 360g
  • ISBN-13: 9783442472482
  • ISBN-10: 3442472482
  • Best.Nr.: 29667651
"Saarländerin mit Goldfeder: Deana Zinßmeisters Geschichten haben Erfolgsgarantie." -- Bild

"Nach dem Erfolg 'Das Hexenmal' - nun die Fortsetzung. Deana Zinßmeister ist in der obersten Riege deutscher Historienroman-Autorinnen angekommen. Sie erzählt bunt und spannend."
Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.

Leseprobe zu "Der Hexenturm" von Deana Zinßmeister

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Leseprobe zu "Der Hexenturm" von Deana Zinßmeister

Püttlingen im heutigen Saarland, 1618

Johann von Baßy preschte auf seinem Rappen in den Burghof, saß ab und überließ das Pferd dem Stallburschen, der sogleich herbeigeeilt kam. Ohne anzuklopfen, riss er das Eingangsportal auf, rannte den Gang entlang und stürmte geradewegs in den Wohnsalon. Durchnässt stellte er sich vor den wärmenden Kamin und rieb sich die klammen Finger über dem Feuer.

"Es muss dir sehr unter den Nägeln brennen, wenn es dich bei diesem Wetter zu mir treibt", lachte Thomas Königsdorfer spöttisch. Er saß in einem Sessel am Feuer und hatte von Baßy bereits erwartet. "Hier, trinke den heißen Würzwein!", sagte er und reichte dem Freund einen Becher.

Dancend nahm der Amtmann aus Wellingen das dampfende Getränke entgegen. Zwischen zwei Schlucken sah er auf und fragte: "Hast du meine Nachricht bekommen und dir meinen Vorschlag überlegt?"

Königsdorfer zuckte mit den Schultern. "Du bist Amtmann in Wellingen und kannst die Frau jederzeit ins Gefängnis schaffen lassen. Warum belästigst du mich damit? Ich habe in meinem eigenen Amtsbezirk genug zu tun."

Johann von Baßy wusste, dass Thomas Königsdorfer nur versuchte Gewinn aus der Sache zu schlagen.

"Du hast mehr Macht, Thomas!", schmeichelte er ihm. "Wenn ich die junge Frau bei mir ins Gefängnis bringen lasse, läuft meine Tante direkt zu den Nassauern nach Saarbrücken. Dann ist sie schneller wieder frei, als mir lieb sein kann."

"Woher stammt die Frau? Ich habe gehört, dass es mehrere Fremde sind, die bei der alten Rehmringer Unterkunft erhalten haben."

Von Baßy nickte. "Es sind drei Männer und zwei Frauen. Sie sollen von der anderen Seite der Werra kommen. Der Landstrich heißt angeblich Eichsfeld."

"Das weiß ich bereits." Thomas Königsdorfer schien zu überlegen. Dann stand er auf, ging zum Fenster und blickte hinaus.

Johann von Baßy stellte sich neben ihn und folgte seinem Blick. Als er das mächtige, runde Gebäude vor sich sah, das in der Abenddämmerung unheimlich und düster wirkte, fragte er: "Wie viele Frauen sind zurzeit im Hexenturm eingesperrt?"

"Bis jetzt sind es fünf Weiber", antwortete Königsdorfer mit Abscheu in der Stimme. "Seit heute Morgen werden sie der peinlichen Befragung unterzogen."

"Sind sie schuldig?"

"Dass es Hexen sind, wusste ich schon, bevor sie gestanden haben!", sagte Königsdorfer voller Hohn. "Und bereits morgen werden sie brennen."

Erstaunt blickte von Baßy auf. "So schnell?"

"Worauf soll ich warten? Schließlich haben sie schlimmen Wetterzauber über uns gebracht."

"Das haben sie zugegeben?"

"Kannst du dich erinnern, dass wir jemals um diese Jahreszeit solches Wetter gehabt haben?", fragte der Püttlinger Amtmann zornig. Von Baßy wollte Königsdorfer nicht weiter reizen und blieb stumm. Schweigend wandten sich die beiden Männer vom Fenster ab und setzten sich.

"Was ist jetzt, Thomas? Wirst du die Frau verhaften lassen?"

Königsdorfer musterte sein Gegenüber. "Weshalb willst du ausgerechnet diese eine Frau in den Hexenturm werfen lassen? Und weshalb nicht gleich alle fünf?"

Der Amtmann überlegte kurz. "Nein, die Frau reicht. Wir wollen ja nicht übertreiben!" Er lächelte zynisch, bevor er hinzufügte: "Sollten die anderen dann noch immer nicht vom Gestüt verschwinden, kannst du sie meinetwegen alle einsperren lassen!"

"Und was springt für mich raus?"

Von Baßy wusste, dass es dem Amtmann von Püttlingen im Grunde nur auf seine Entlohnung an^kam. "Es soll dein Schaden nicht sein, Thomas! Das Geldsäckchen wird reich gefüllt sein. Und wenn ich das Gestüt erbe, erhältst du außerdem ein prächtiges Ross."

Fragend zog Königsdorfer eine Augenbraue in die Höhe. "Weshalb so großzügig? Da steckt doch noch mehr dahinter!"

Von Baßys Gesichtsausdruck verfinsterte sich. "Es geht mir nur um die eine Frau. Und die will ich dort drüben im Hexenturm weggesperrt sehen!"

- Kapitel 1 - Irgendwo in Nassau - Anfang Oktober 1617 Der Sturm hatte nachgelassen, und das Donnergrollen war nicht mehr zu hören. Clemens kroch auf allen vieren zum Höhleneingang und streckte vorsichtig den Kopf hinaus. Überrascht stellte er fest, dass es bereits dämmerte. Er drehte den Kopf zur Seite und rief seinen Weggefährten über die Schulter zu: "Wacht auf, ihr Schlafmützen! Es regnet nicht mehr. Lasst uns weiterziehen."

Franziska setzte sich auf und schüttelte ihre rötlichen Haare. Trockenes Laub fiel zu Boden. Verschlafen rieb sie sich die Augen. Burghard kauerte sich gähnend neben Clemens und blickte zweifelnd zum Himmel. "Wohin willst du denn jetzt noch? Bald wird es dunkel."

Katharina schlug zaghaft vor: "Wir könnten die Nacht in der Höhle verbringen. Hier ist es trocken und sicher."

"Nein, ich finde, Clemens hat Recht! Wir sollten weiterziehen", entgegnete Johann. "Schließlich haben wir den ganzen Nachmittag geschlafen. Ich bin nicht mehr müde und wüsste nicht, weshalb wir hierbleiben und kostbare Zeit vergeuden sollten. Wir müssen ja nicht bis zum Morgengrauen marschieren. Aber wenigstens eine Weile. Zumal uns der Vollmond den Weg erhellen wird."

Mit diesen Worten kroch er hinter Clemens nach draußen. Burghard zögerte, doch als Franziska hinter ihm drängelte, schlüpfte auch er durch den kleinen Eingang.

"Wir gönnen uns kaum Ruhe", maulte Katharina leise. "Immer müssen wir weiter. Ich bin erschöpft und könnte tagelang schlafen. Wir wissen nicht einmal, wo wir sind. Ich habe keine Lust, durch die Nacht zu stapfen, ich bleibe hier."

Franziska, die eben hinter Burghard nach draußen kriechen wollte, hielt inne und wandte sich zu Katharina um, die stur auf dem Boden saß und sich nicht von der Stelle rührte. "Nun komm, Katharina", sagte sie sanft, "sonst müssen wir ohne dich gehen. Und du willst doch nicht allein hier zurückbleiben."

Katharina zögerte noch immer, doch als auch Franziska die Höhle verlassen hatte, gab sie sich einen Ruck und kroch hastig hinterher. Draußen warteten ihre Weggefährten bereits auf sie. Als sie in ihre aufmunternden Gesichter blickte, verflog ihre Übellaunigkeit allmählich, und sie schulterte wie die anderen ihren Beutel mit den wenigen Habseligkeiten und folgte Clemens durch den Wald.

Seit Johann und Franziska, Clemens, Katharina und Burghard auf der Flucht waren, blieben sie nie länger als eine Nacht am selben Ort. Obwohl die fünf nach monatelanger Reise erschöpft waren, trieb stete Unruhe sie vorwärts. Denn die Angst, dass ihre Häscher sie einholen könnten, saß ihnen in jedem Augenblick im Nacken.

Sie sprachen kaum über das, was sie erlebt hatten. "Wir wollen nach vorn blicken und nicht zurückschauen!", hatten sie beschlossen. Sie hofften, mit diesem Leitspruch ihre Sehnsucht nach dem verlorenen Zuhause erträglich zu machen. Dennoch stimmte sie jeder heimliche Gedanke daran traurig.

Das Eichsfeld in Thüringen war bis vor drei Monaten ihre Heimat gewesen, und alle fünf hatten sie von dort fliehen müssen. Das verband sie, obwohl ein jeder von ihnen seine ganz eigenen Gründe für die Flucht hatte.

Der neunzehnjährige Clemens war der Schweigsamste unter ihnen. Anfangs hatte er mürrisch die Gesellschaft der anderen abgelehnt und war stets einige Schritte hinter ihnen gegangen. Er blieb nur in der Gruppe, weil das Reisen mit anderen sicherer war. Stumm ertrugen seine Weggefährten sein schroffes Wesen, denn sie ahnten, dass sein Verhalten mit seinem entstellten Aussehen zu tun haben musste. Sobald man ihn ansprach, wandte er den Kopf ab und vermied so, dass man ihm ins Gesicht blicken konnte. Nur langsam vertraute er ihnen, und erst als er ihnen eines Tages offen in die Augen sehen konnte, erfuhren sie seine ganze Leidensgeschichte.

Mit versteinertem Blick berichtete Clemens stockend, was ihm widerfahren war: Seine Eltern hatten ihm und seiner Schwester Anna ein beachtliches Vermögen hinterlassen, das Annas Mann, der Notar Wilhelm Münzbacher, an sich reißen wollte. Nachdem er sich Annas Vertrauen erschlichen hatte, verfolgte er den Plan, seine Frau in einem Kloster wegzusperren. Seinen Schwager Clemens aber versuchte er kaltblütig bei lebendigem Leib in einer Scheune zu verbrennen. Nachdem der Mordversuch fehlgeschlagen war, beauftragte er einen Meuchelmörder, der die Tat vollenden sollte.

Zwar war Münzbacher durch einen Unfall zu Tode gekommen, doch der Mörder verfolgte sein Opfer weiter. Clemens kannte den Namen des Meuchelmörders, doch wusste er nicht, wie sein Verfolger aussah. Jeden Fremden, der ihren Weg kreuzte, beäugte Clemens deshalb misstrauisch. Auch war es in seinem Sinne, dass sie abseits der öffentlichen Wege marschierten, wo ihnen kaum jemand begegnete. Clemens war sich bewusst, dass er wegen seines Gesichts und seiner Hände, die seit dem Brandanschlag entstellt waren, die Blicke Fremder auf sich zog. Und er konnte das Entsetzen und das Mitleid in ihren Augen dabei nur schwer ertragen.

Auch Burghard, der junge Franziskanermönch, hatte von einer Fluchtgeschichte auf Leben und Tod zu berichten. Mitten in der Nacht hatte er die thüringische Stadt Worbis eilends verlassen müssen, weil sein Lehrmeister ihm nach dem Leben trachtete.

Der Lehrmeister hieß Servatius und war wie Burghard ein Mönch aus dem Kloster zu Mainz. Als Servatius auf Geheiß der älteren Mönche das geliebte Kloster verlassen musste, um Burghard auf der Wanderschaft zu begleiten, schürte das seinen Hass auf den Jungen. Dieser Hass schlug in mörderischen Zorn um, als Servatius unterwegs Geld vermisste und sofort den jungen Burghard des Diebstahls verdächtigte und drohte, ihn eigenhändig zu erschlagen. So blieb Burghard nur die Flucht aus dem Eichsfeld. Um jedoch nicht als Franziskaner erkannt zu werden, legte er die Mönchskutte ab und verkleidete sich als Bauer. Als schließlich auch seine Haare nachgewachsen waren, dankte er dem Himmel, denn so war mit der Tonsur auch der letzte Hinweis auf sein Mönchsdasein verschwunden.

Katharina war wegen des Mannes ihrer toten Schwester auf der Flucht. Katharinas Wunsch war es seit jeher gewesen, der heiligen Elisabeth von Thüringen nachzueifern. Jede freie Minute verbrachte sie bei den Armen und Kranken und wünschte sich nichts sehnlicher, als so leben zu können wie die Heilige.

Dieser Traum zerplatzte jäh, als ihre Schwester Silvia auf dem Totenbett verlangte, dass Katharina ihren Mann Otto heiraten und Mutter ihrer drei Kinder werden sollte.

Doch noch bevor Katharina widersprechen konnte, starb Silvia, und ihre Eltern und ihr Schwager verlangten, dass der Wunsch der Toten erfüllt werden müsse. Katharina wusste, dass sie sich nicht widersetzen konnte, und nutzte eine Wallfahrt zum Hülfensberg, um diesem Schicksal zu entgehen.

Johann und Franziska wiederum hatten um ihr Leben laufen müssen. Sie wurden verfolgt, weil Johanns Vater, der Großbauer Bonner, nicht duldete, dass sein Sohn eine einfache Magd liebte oder gar zur Frau nahm. Und so hatte er alles daran gesetzt, Franziska der Hexerei zu bezichtigen. Fortan war die junge Frau in Thüringen nicht mehr sicher, denn man wollte sie auf dem Scheiterhaufen brennen sehen.

Zuflucht hatten die beiden Liebenden auf Burg Bodenstein gefunden und dort heimlich den Bund der Ehe geschlossen. Doch auch von dort mussten sie fliehen, da Bonner mit einer Truppe Mordgesellen auf dem Weg zu ihnen war. Nun suchten die jungen Eheleute einen Ort, an dem sie sicher waren und sesshaft werden konnten, denn Franziska erwartete ein Kind. Doch jedes Gebiet, das sie durchquerten, erschien Johann zu nahe am Eichsfeld gelegen. Die Angst, dass sein Vater sie aufspüren und Franziska töten könnte, trieb Johann an, sich täglich weiter von Thüringen zu entfernen.

Mühsam versuchten die fünf Weggefährten in der anbrechenden Dunkelheit den Weg zu finden. Obwohl das Mondlicht ungehindert durch die kahlen Äste auf den Waldboden fiel, konnten sie nur schwer den Pfad erkennen, dem sie folgen wollten. Der Sturm, der am frühen Nachmittag stundenlang über das Land gezogen war, hatte die gelb gefärbten Blätter wie Schnee von den Bäumen auf die Erde rieseln lassen. Nun bedeckte eine dichte Blattschicht den Waldboden und ließ alles gleich aussehen. Immer wieder blieben Clemens und Johann stehen und versuchten die Richtung zu bestimmen. Als sie auf einen Bachlauf stießen, beschlossen sie, diesem zu folgen.

Nach stundenlangem Regen schoss das Wasser geräuschvoll durch das ausgewaschene Bachbett. Das Plätschern war so laut, dass eine Verständigung durch Worte unmöglich wurde.

Immer wieder rutschen die jungen Leute auf dem glitschigen Boden aus. Steine lösten sich hier und da aus dem aufgeweichten Grund und brachten sie zum Straucheln. Wie Kinder hielten sie sich an den Händen fest und versuchten sich gegenseitig zu stützen. Als sie in der Ferne Lichter erkennen konnten, ahnten sie, dass ein Ort vor ihnen liegen musste, und machten einen großen Bogen darum.

Mitten im Gehen blieb Franziska plötzlich stehen. Erschrocken fragte Johann: "Was hast du?" Statt zu antworten, drückte sie sachte seine Handfläche auf ihren Leib. "Spürst du das?", wisperte sie.

Johann wusste, was sie meinte. Immer wenn Franziska das heranwachsende Leben in sich fühlte, hoffte sie, dass auch er die Bewegungen des Kindes spüren würde, wenn er ihr die Hand auf den Bauch legte. Doch jedes Mal hatte er enttäuscht den Kopf geschüttelt. "Beim nächsten Mal!", versuchte er sie dann aufzumuntern.

Vielleicht können nur Frauen die Bewegungen des Kindes fühlen, tröstete sich Johann im Stillen. Er war sich sicher, dass er auch dieses Mal nichts spüren würde. Liebevoll lächelte er seiner Frau zu, als er plötzlich erschauerte. Angespannt hielt er die Luft an. Da! Ja, da war etwas. Zaghaft, nicht mehr als der Flügelschlag eines kleinen Vogels, aber eindeutig eine kleine Bewegung in ihrem Leib. Erschrocken zog Johann seine Hand fort, um sie gleich wieder auf Franziskas Bauch zu legen. Wieder spürte er das Kind - sein Kind! Zärtlich umarmte und küsste er Franziska, doch Clemens trat zu ihnen heran und packte ihn jäh am Arm. Erschrocken blickte Johann auf. Stumm wies Clemens ihn an, ruhig zu sein, und zeigte vor sich. Johanns Blick folgte seinem ausgestreckten Arm. In der Ferne zwischen den Bäumen konnte er kleine Lichtpunkte erkennen, die sich bewegten.

Auch die anderen hatten das Licht bemerkt. Vorsichtig schlichen die Freunde an den Baumreihen entlang, den Lichtern entgegen. Neben ihnen floss gurgelnd der Bach und teilte sich schließlich. Ein Arm floss wild und ungestüm weiter, während der andere einen Bogen schlug, um dann ruhig dahinzuplätschern.

Während die Männer leise beratschlagten, welchem Wasserarm sie folgen sollten, beobachteten sie angespannt die Lichter. Doch plötzlich verschwand das Licht, und stattdessen drangen undeutlich Stimmen zu ihnen durch. Katharina und Franziska versteckten sich sogleich im Unterholz, wie sie es immer taten, sobald Gefahr im Verzug war. Erst wenn die Männer ihnen Zeichen gaben, dass alles in Ordnung war, schlossen sie sich ihren Weggefährten wieder an.

Zufrieden, dass dichtes Buschwerk die beiden Frauen verbarg, folgten die Männer dem ruhigeren Wasserlauf, da dieser sie in Richtung der verschwundenen Lichter zu führen schien. Immer noch klangen aus der Ferne unverständlich Stimmen an ihr Ohr. Auf einmal lichteten sich die Bäume, und vor ihnen lag ein Wiesenstück, durch das sich der Bach schlängelte. Johann glaubte am Ende der Lichtung ein Gebäude zu erkennen und zeigte stumm mit dem Finger in die Richtung. Angestrengt blickten die jungen Männer in die Dunkelheit, als die Lichter wieder zu sehen waren und die Stimmen lauter wurden.

"Das müssen Fackeln sein", sagte Clemens leise.

"Es sieht aus, als ob sie in der Luft hängen", warf Burghard ein.

"Du hast Recht, Clemens, das sind Fackeln. Ich denke, dass Reiter sie in die Höhe halten", erklärte Johann mit gedämpfter Stimme.

Unerwartet zerriss ein Schrei die Nacht und ließ die Burschen zusammenzucken. Kurz darauf standen Katharina und Franziska neben ihnen.

"Ihr sollt in Deckung bleiben!", schimpfte Johann verhalten.

"Nein!", fuhr Katharina ihn an. "Hier hat jemand fürchterlich geschrien, da bleibe ich nicht allein zurück!"

"Lasst uns umkehren", flüsterte Franziska Johann zu.

"Vielleicht ist jemand verletzt", gab Burghard zu bedenken. "Ich will wissen, was da vorn vor sich geht! Vielleicht braucht jemand unsere Hilfe!"

"Gut, sehen wir nach!", stimmte Clemens zu. "Katharina, Franziska, ihr bleibt hier!"

"Ganz bestimmt nicht!", fauchte Katharina, doch Johann unterbrach sie: "Ihr folgt uns in sicherem Abstand. Sobald wir euch Zeichen geben, versteckt ihr euch."

Franziska und Katharina nickten.

Als sie sich über die Wiese dem Gebäude näherten, sanken sie immer wieder in dem aufgeweichten Boden der Bachaue ein. Mit den blanken Füßen steckten sie im kalten Morast, und nur mühsam gelang es ihnen, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Jetzt, da sie das Gebäude deutlich erkennen konnten, verstanden sie, dass eine Mühle vor ihnen lag. Als das Stimmengewirr immer lauter wurde, gab Johann den Frauen Zeichen, sich zu verstecken, und Katharina und Franziska verschwanden zwischen den Bäumen.

Clemens, Burghard und Johann pirschten sich im Schutz der Dunkelheit dichter an die Mühle heran. In der Nähe des Mühlrads versteckten sie sich, da sie von dort den Vorhof der Mühle einsehen konnten, ohne selbst gesehen zu werden.

Sie sahen fünf Männer hoch zu Ross, von denen ein jeder eine brennende Fackel in der Hand hielt, ganz wie Johann vermutet hatte. Ein Reiter hatte sich vor die anderen gestellt, sein Pferd kratzte unruhig mit dem Vorderhuf den nassen Mehlstaub vom Boden. Die Reiter blickten grimmig auf den Mann und die Frau herab, die vor dem Hauseingang standen.

"Ich frage dich zum letzten Mal: Wo ist dein Sohn, Müller?", schrie der Anführer der Reitergruppe.

"Lasst den Jungen in Ruhe!", krächzte die Frau, allem Anschein nach die Müllerin.

"Halt's Maul, Weib, sonst lass ich dich einsperren!"

Hastig ergriff die Frau einen Stock und schabte damit um sich herum einen Kreis in den Boden.

"Dann komm und hol mich!", keifte sie.

"Dein magischer Kreis wird mich nicht abhalten", brüllte der Reiter, doch sein Blick verriet Unsicherheit. Er wandte sich seinen Begleitern zu und befahl: "Ihr zwei durchsucht die nähere Umgebung, und ihr beiden schaut in der Mühle nach. Der Saubub muss sich hier versteckt haben."

"Herrgott, Raimund! Warum willst du uns Böses? Seit Jahren mahle ich das Korn für dich. Nie hatten wir Streit", ergriff nun der Müller das Wort.

"Aber jetzt erzählt dein Sohn überall, dass er das Wetter vorhersagen könnte. Erst gestern hat er mir für einen Kreuzer vorausgesagt, dass es trocken bleiben würde. Und was hatten wir? Blitz und Donner sind über das Land gefegt, und nun liegt meine Kuh erschlagen unter den Obstbäumen!"

"Was kann Achimchen dafür, wenn du Trottel dem Geschwätz eines Kindes vertraust?", fragte der Müller spöttisch.

"Du wirst mir die Kuh ersetzen!", forderte der Reiter.

"Was kann ich für deine Dummheit?", erregte sich der Müller. "Der Junge ist acht Jahre alt! Du bist ein Narr, wenn du einem Kind Glauben schenkst. Von mir bekommst du keinen Kreuzer."

Der Reiter wusste, dass der Müller Recht hatte. Er war Opfer seiner eigenen Dummheit, und das ärgerte ihn am meisten.

"Du Hohlkopf weißt anscheinend nicht, dass wir schon bald für die Hochzeit Sondersteuern leisten müssen. Eine dieser Kühe war als Abgabe gedacht."

Der Reiter erkannte, dass die Mundwinkel des Müllers zuckten. "Ich schwöre dir, wenn du mich verhöhnen willst, werde ich dich und deine Frau einsperren lassen. Jeder weiß, dass sie eine Hexe und euer Sohn ein Hexenbalg ist!" Aufgebracht schleuderte er die brennende Fackel nach dem Müller, der ihr mit einem Sprung zur Seite auswich.

"Jakob, komm zu mir in den Kreis!", kreischte die Frau und fuchtelte aufgeregt mit den Händen in der Luft.

"Ich muss mich nicht in deinem magischen Kreis verstecken. Auch du, Helga, kannst da heraustreten. Raimund wird es nicht wagen, uns anzufassen!"

"Was macht dich so sicher?"

"Deine Frau wird in wenigen Wochen euer fünftes Kind gebären, und wie bei den vier anderen wird sie die Hilfe meiner Frau benötigen."

Mutig trat die Müllerin aus dem Kreis und stellte sich neben ihren Mann.

"Ist dein Furunkel am Hintern abgeheilt?", fragte sie den Reiter mit blitzenden Augen. Als der Mann nicht antwortete, lachte sie laut. "Dann hat meine Tinktur also geholfen."

Die drei unfreiwilligen Zeugen der nächtlichen Auseinandersetzung wurden durch ein Geräusch unterhalb des Mühlrads abgelenkt. Der Kopf eines Knaben kam zum Vorschein. Der Junge stand bis zum Kinn im kalten Wasser des Mühlenbachs. Erschrocken blickte er in die Gesichter der jungen Männer und wagte es nicht, sich zu rühren. Nur seine Zähne schlugen vor Kälte leise aufeinander.

Die drei jungen Männer wussten sofort, wer der Bursche sein musste. Clemens zwinkerte ihm zu und legte den Zeigefinger auf den Mund zum Zeichen, dass er ruhig bleiben solle. Dann wandten die drei sich wieder dem Geschehen auf dem Hof zu.

Die beiden Reiter, die losgeschickt worden waren, den Jungen im Wald zu suchen, kehrten zurück. "Wir konnten ihn nirgends entdecken", erklärten sie. Auch die beiden anderen, die in der Mühle gesucht hatten, traten nach draußen und zuckten stumm mit den Schultern.

"Wie sollen wir ihn in der Dunkelheit auch finden? Er könnte sich überall versteckt haben. Lass gut sein, Raimund. Es ist spät, und ich bin hungrig", sagte einer der Männer.

Statt zu antworten, riss der Reiter, der Raimund hieß, mürrisch sein Pferd am Zügel herum und galoppierte davon. Die anderen folgten ihm. Rasch wurden die Männer und das Getrampel der Pferdehufe von der Nacht verschluckt.

Nach einer Weile, als der Müller sich sicher zu sein schien, dass die Reiter wirklich verschwunden waren, rief er mit verhaltener Stimme: "Achim, du kannst rauskommen!"

Doch nicht nur sein Sohn, sondern drei weitere Gestalten kamen hinter dem Mühlrad hervor.

Als auf Clemens' entstellte Gesichtshälfte das Mondlicht fiel, konnte man hören, wie die Müllersleute scharf die Luft einsogen. Zwar sagten sie kein Wort, doch die Müllerin zog sofort ihren Sohn in den von ihr gezeichneten Kreis. "Wer seid ihr? Und was wollt ihr von uns?", fragte sie misstrauisch.

Burghard hob die Hände in die Höhe. "Gute Frau, wenn wir euch Böses gewollt hätten, dann wäre euer Sohn jetzt nicht hier, sondern die Reiter hätten ihn mitgenommen. Außerdem hätte ich ihm dann sicher nicht meinen Umhang geliehen."

Erst jetzt bemerkte die Frau, dass ihr Sohn zwar durchnässt, aber in einen trockenen Umhang gehüllt war. Trotzdem blickte sie die unbekannten Männer argwöhnisch an. Dann vernahm sie ein Knacken im Gehölz, und Katharina und Franziska erschienen im Mühlenhof.

"Wie viele Landstreicher seid ihr?", rief der Müller gereizt, während er achtsam die Umgebung im Auge behielt.

Kundenbewertungen zu "Der Hexenturm" von "Deana Zinßmeister"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.8 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von sueorange am 14.01.2011 ***** ausgezeichnet
Gemeinsam sind die fünf jungen Thüringer Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard auf der Flucht. Jeder einzelne von ihnen hat seinen eigenen Grund dafür. Nun hat es sie ins Saarland verschlagen und nach langem beschwerlichem Weg kommen sie auf dem Gestüt des Pferdehändlers Rehmringer unter, jedoch nicht jeder im Dorf Wellingen ist mit den neuen Zugewanderten einverstanden.

Auch in der näheren Umgebung brennen die Scheiterhaufen und ein vermeintlicher "Hexenkenner" überführt gemeinsam mit einer sogenannten "Kinderhexe" immer mehr Frauen der Hexerei. Bald wird den fünf Thüringern bewusst, dass hinter dem geheimnisvollen Mann ihr alter Bekannter, der Magier Barnabas, steckt, der bereits auf ihrer Flucht durchs Hessenland ihren Weg gekreuzt hat. Auch Franziska ist dadurch wieder in Gefahr, da sie als vermeintliche Hexe gesucht wird.

"Der Hexenturm" ist die Fortsetzung von "Das Hexenmal", kann aber auch ohne Vorwissen gelesen werden. Die einzelnen Charaktere wachsen einem schnell ans Herz. Die Geschichte ist äußerst spannend und entführt den Leser in die Zeit der Hexenprozesse. Diese Beschreibungen lassen die Haare zu Berge stehen und den ein oder anderen Schauer jagt es einem beim Lesen auch den Rücken herunter. Heftig, wie schnell die Frauen damals als Hexen angeklagt wurden, oft auch einfach aus wirtschaftlichen Gründen, um an ihr Hab und Gut und das ihrer Familie zu kommen.

"Der Hexenturm" ist ein gut recherchierter historischer Roman, mit einem sehr interessanten Thema, einnehmenden Charakteren, packend bis zur letzten Seite!

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Bewertung von Tuppi am 16.12.2010 ***** ausgezeichnet
Die fünf Freunde Burghard, Clemes, Johann, Franziska und Katharina sind weiterhin auf der Flucht von ihren Verfolgern. Es verschlägt sie nach einiger Zeit nach Wellingen, wo sie auf dem Gestüt der Rehmringers Unterschlupf finden. Aber nicht nur ihre Verfolger machen ihnen das Leben schwer...

Dieses Buch ist die Fortsetzung von „das Hexenmal“ und die Geschichte um die fünf Freunde geht nahtlos weiter. Aber auch wer das erste Band nicht kennt, dürfte wenig (oder keine?) Probleme haben, da zu Beginn kurz erläutert wird was geschah. Die Rückblenden sind aber nicht störend, im Gegenteil: da kurz und bündig erklärt wird, wer die Figuren sind und was ihnen widerfahren ist, war ich sofort wieder mit ihnen vertraut.
Der Autorin ist es gelungen, mich mit diesem Buch wieder zu fesseln. Da ich die einzelnen Charaktere ja schon kannte, hatte ich wieder meine Favoriten und die unsymphatischen Gegner. Aber es kamen auch neue Figuren ins Spiel, die sehr gut in die Geschichte eingearbeitet waren.
Ich hatte während dem Lesen farbenprächtige Bilder vor Augen und konnte mir das Geschehen lebhaft vorstellen. Der Schreibstil war gut verständlich und ich habe mich beim lesen sehr wohl gefühlt. Und ich hatte sämtliche Gefühlsregungen: Wut, Freude, Trauer, Hilflosigkeit, Angst, Schadenfreude und Erleichterung.
Es wurde alles aufgeklärt und es gab am Ende keine offenen Fragen mehr. Welche Arbeit hinter der Recherche liegt, kann ich (als Laie) nur erahnen!
Dies war mein drittes Werk dieser Autorin und ich freue mich schon auf das nächste!


dieses Buch war ein Genuß!

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Bewertung von Chiara aus Kornwestheim am 30.11.2010 ***** sehr gut
Obwohl es sich bei der Hexenturm um den Fortsetzungsroman von das Hexenmal handelt, findet man sich auch ohne Vorkenntnisse sehr gut in der Geschichte zu recht, da die 5 Jungen Thüringen gleich zu Beginn noch einmal vorgestellt werden und man so auch die jeweiligen Beweggründe ihrer Flucht erfährt.

Nach unzähligen unglaublich langen Fußmärschen, die der schwangeren Franziska besonders zusetzen, finden sie in Wellingen auf dem Rehmringer Gestüt endlich Arbeit und eine neue Heimat. Doch kaum wägen sich die 5 Freunde in Sicherheit kommt es auch hier zu Problemen. Der Neffe von Baßy möchte sich das Gestüt unter den Nagel reißen und sieht in den Fremden eine Gefahr und auch zwischen den Freunden kommt es zu Streitereien.

Derweil kommen die Verfolger immer näher. Man erfährt auch einiges über die damaligen Hexenprozesse und wie unterschiedlich sie von Stadt zu Stadt geführt wurden. Auch wenn zur damaligen Zeit die meisten Menschen von der Existenz der Hexen überzeugt waren, wurden die Prozesse oftmals missbraucht um unbequeme Bürger zu entfernen oder sich dessen Besitztümer einzuvernehmen.

Auch die Brutalität mit denen Folterungen und Hinrichtungen durchgeführt wurden, erschüttert einem immer wieder erneut.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen den Freunden und den jeweiligen Verfolgern, so dass es stets spannend bleibt. Die Charaktere der einzelnen Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet, sowohl die Guten als auch die Bösen, dadurch fiebert man natürlich die ganze Zeit mit, hofft und bangt und freut sich wenn es einem der Widersacher an den Kragen geht.

Das Buch ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Binnen kürzester Zeit fühlt man sich dank der guten Recherche und Beschreibungen ins anfängliche 17. Jahrhundert zurückversetzt.

Im Nachwort wird noch detailliert beschrieben, welche Personen tatsächlich gelebt haben und was hinzu erfunden wurde. Auch ein Personenregister gibt noch einmal Auskunft über alle Protagonisten.

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Bewertung von Jürgen aus Greifenstein am 30.11.2010 ***** ausgezeichnet
Der Hexenturm,
die Fortsetzung von „Das Hexenmal“ ist wieder ein genial recherchierter historischer Roman von Deana Zinßmeister. Die Geschichte beginnt im Hessenland aber der meiste Teil der Handlungen spielt später im Saarland.
Es geht um fünf Prodagonisten die eine neue Heimat suchen in den Zeiten der Hexenverfolgung. Beginnt alles noch mit wenig Hexenwahn so wird es im Laufe des Romans immer mehr. In dem Moment wo man denkt jetzt reicht es mit den Erzählungen um die Hexenverbrennung nimmt die Geschichte teilweise Verläufe die man so nicht vorhersehen kann und man legt das Buch nicht mehr aus der Hand. Spätestens beim Epilog ist man mit der Handlung und dem Ausgang der Geschichte mehr als zufrieden und von Tränen gerührt.

Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen !

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