Empörung - Roth, Philip

Philip Roth 

Empörung

Roman

Aus d. Amerikan. v. Werner Schmitz
Gebundenes Buch
 
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Produktbeschreibung zu Empörung

Er ist jung, anständig und fleißig, er revoltiert ein einziges Mal, und er bezahlt dafür mit seinem Leben. Marcus Messner beginnt 1951 sein Studium am konservativen College von Winesburg in Ohio. Während der Koreakrieg ins zweite Jahr geht, durchlebt Marcus eine Geschichte, die von Unerfahrenheit handelt, von Widerstand, Sex, Mut und Irrtum. Kaum ist er im College, kommt es zu einem ersten, ihn völlig verstörenden Erlebnis mit einem fragilen jungen Mädchen, und er begegnet einer Form der Diskriminierung, die ihn empört. Wider Willen wird Marcus zum Rebellen, gegen seine Kommilitonen, aber auch gegen seinen Vater - und er bleibt hartnäckig bis zum bitteren Ende.

Produktinformation


  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 201 S.
  • Seitenzahl: 208
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23278
  • Deutsch
  • Abmessung: 219mm x 149mm x 22mm
  • Gewicht: 400g
  • ISBN-13: 9783446232785
  • ISBN-10: 3446232788
  • Best.Nr.: 25617956

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Um Alter und Gegenwart ging es in den letzten Werken des für die Begriffe der Rezensentin Felicitas von Lovenberg erstaunlich produktiven Altmeisters Philip Roth. Diesmal bewegt er sich allerdings zurück in die fünfziger Jahre und lässt seinen Helden Marcus "Markie" Messner die Geschichte seines letzten Lebensjahrs aus dem Jenseits erzählen. Dorthin gelangt er als Opfer des Korea-Kriegs, aber paradiesisch ist auch sein kurzes Leben davor kaum zu nennen. Aus dem heimatnah gelegenen College flieht er in das von Winesburg in Ohio - das sich jedoch als schrecklich konservativ erweist. Seinen Studienleistungen ist dabei nicht nur die Liebe zur schwierigen Olivia nicht zuträglich. In einem nach Ansicht der Rezensentin grandiosen Roman (allerdings eher eine Novelle, meint sie), sei diese Olivia, weil ihr etwas viel aufgebürdet wird, die einzige etwas schwächere Figur. Wie Roth hier aber wieder einmal das auf die jüngst vergangenen Bush-Jahre durchaus übertragbare "Porträt eines bis zur Heuchelei angepassten Amerikas" entwerfe, das mache ihm einfach keiner nach.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.02.2009

Amerika in der Hölle
Nachwort zu Bush: Der neue Roman von Philip Roth
Dicht gefügt wie eine klassische Novelle und unaufhaltsam wie eine Schicksalstragödie kommt Philip Roths kurzer, wuchtiger Roman „Empörung” daher. Der erste lange Satz, der Geschichte und Autobiographie verkettet, klingt nach neunzehntem Jahrhundert: „Ungefähr zweieinhalb Monate nachdem die gutausgebildeten, von den Sowjets und den chinesischen Kommunisten mit Waffen ausgerüsteten Divisionen Nordkoreas am 25. Juni 1950 über den 38. Breitengrad vorgedrungen waren und mit dem Einmarsch in Südkorea das große Leid des Koreakrieges begonnen hatte, kam ich aufs Robert Treat, ein kleines College in Newark, benannt nach dem Mann, der die Stadt im siebzehnten Jahrhundert gegründet hatte.”
Die Tragödie, die sich auf den folgenden zweihundert Seiten entwickelt, besteht aus der Engführung der beiden Linien dieses ersten Satzes: Der Ich-Erzähler muss nach Korea, wo er beim ersten Kriegseinsatz verblutet und als knapp Zwanzigjähriger stirbt. Dass er überhaupt eingezogen wird, verdankt er seiner vorzeitigen Entlassung aus einem College – es ist ein anderes als das „Treat” des …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Impotenz, körperlicher Verfall und die Angst vorm nahen Tod: Während es in den letzten Werken von Philip Roth um die Schrecken des Alters ging, kehrt der 75-jährige Autor mit seinem 29. Roman noch einmal zu einem jugendlichen Helden zurück. "Empörung" ist eine Coming-of-Age-Geschichte aus den 50er-Jahren. Mit 19 flüchtet der jüdische Metzgerssohn Marcus Messner vor seinem überfürsorglichen Vater an ein christliches College im Mittleren Westen. Hier leidet er unter den Vorurteilen gegenüber Juden und verliebt sich in eine psychisch labile Kommilitonin. Schon nach kurzer Zeit wird er wegen religiöser Streitereien von der Schule verwiesen und endet im Koreakrieg. Nicht nur mit sprachlicher Perfektion unterstreicht Roth erneut seinen Anspruch auf den schon so lange verwehrten Nobelpreis. "Empörung" ist auch grandios komponiert: 57 Jahre nach seinem Tod lässt Ich-Erzähler Marcus Messner die spektakulären Ereignisse noch einmal Revue passieren. Und damit empfieht sich der schwarzhumorige Roman auch als Parabel auf jüngere amerikanische Geschichte. (cs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.03.2009

Blick zurück im Zorn
"Empörung": Philip Roth auf der Höhe seiner Kunst

Von Felicitas von Lovenberg

Die Produktivität von Philip Roth, der in dieser Woche seinen sechsundsiebzigsten Geburtstag gefeiert hat, ist größer denn je. Kaum ist sein neuer Roman, "Empörung", erschienen, da hat er bereits den nächsten fertig und kündigt auch schon den darauffolgenden an (F.A.Z. vom 28. Februar). Doch während er sich in drei seiner vier letzten Romane - "Das sterbende Tier", "Jedermann" und "Exit Ghost" - so radikal wie erbittert mit dem Alter auseinandergesetzt hat, kehrt er in seinem aktuellen Werk in die fünfziger Jahre Amerikas und damit auch in die Zeit seiner Jugend zurück.

Im zweiten Jahr des Korea-Kriegs, 1951, nimmt Marcus Messner, genannt "Markie", einziger Sohn eines koscheren Metzgers aus Newark, sein Studium am College von Winesburg, Ohio auf - ein Schauplatz, den Roth sich von Sherwood Andersons berühmtem gleichnamigen Kurzgeschichtenzyklus von 1919 entliehen hat. Zunächst hatte sich Markie, ein begeisterter Student mit Bestnoten, am College seiner Heimatstadt eingeschrieben, aber als sein Vater Liebe und Fürsorge immer …

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"Joachim Schönfeld liest mit angenehm warm getönter Stimme, schwankend zwischen einem subtilen poetischen Unterton in einigen erzählenden Passagen und einer glanzvollen Personenregie in den Dialogen."

"Es ist eine Geschichte über Diskriminierung, sexuelle Eskapaden und Genussucht, die uns von Schauspieler Joachim Schönfeld mit Verve vorgetragen wird." hr2-Hörbuch-Bestenliste

"Philip Roth auf der Höhe seiner Kunst!" (Frankfurter Allgemine Zeitung)

"Zwei Jahre, 200 Seiten, das ist kurz, aber da ist alles drin." (Frankfurter Rundschau)
Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren. Für sein Werk wurde er mit allen bedeutenden amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Jahre 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Goldmedaille für Belletristik, die alle sechs Jahre für das Gesamtwerk eines Autors verliehen wird. 2006 wurde Philiph Roth mit dem "Pen/Nabokov-Preis" ausgezeichnet, 2007 erhielt er den "Saul-Bellow-Preis" des Schriftsteller-Verbands, 2009 den "Welt"-Literaturpreis und 2011 wurde er mit dem "Man Booker International Prize" ausgezeichnet.

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Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 18.04.2010 ***** ausgezeichnet
Phillip Roths Werke sind anspruchsvoll, regen zum nachdenken an, sind ein Aufschrei und gesellschaftskritisch. Ohne zu beschönigen malt Roth ein Bild der amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre. Der Krieg in Korea wird unvermindert grausam fortgesetzt und tausende junge Amerikaner, oft völlig unzureichend ausgebildet und schlecht gerüstet lassen dort ihr Leben. Meist sind es noch Jungen, gerade erst volljährig und inmitten pubertärer Gefühlsstrudel, zu jung zum kämpfen, zu jung zum sterben. Verschont werden Studenten, Hochschulbesucher wie Marcus Messner, der Hauptprotagonist und Erzähler dieser Geschichte. Immer nur der Beste an der Schule, seinen Eltern gehorsam und nie aufmüpfig lebt Marcus sein Leben und wiegt sich sicher. Er hat klare Ziele und ihm droht keine Gefahr. Dennoch beginnt sein sonst so selbstsicherer und willensstarker Vater mit einem mal nahezu paranoide Ängste zu entwickeln, seinem Sohn könne etwas zustoßen und diese steigern sich so stark, das Marcus um seinen Seelenfrieden zu behalten nur die Flucht als Ausweg sieht. Er wechselt das College und damit beginnt sich die Spirale zu drehen, die letztlich auf dramatischste Weise die schlimmsten Ängste von Messners Vater wahr werden lassen.
Dieses Buch bringt den Leser in eine Zeit zurück, in der die heile Welt amerikanischer Provinzen im Kontrast zum Schrecken des Korea-Krieges steht. Zum einen erleben wir die furchtbare Wirkung des Schmetterlings-Effektes, indem kleine, im Grunde banale Entscheidungen und Taten eine Folge von Ereignissen bewirken, die in ihrer rasch entwickelten Eigendynamik nicht mehr zu bremsen ist. Zum anderen klagt der Autor die Doppelmoral an, die nicht nur in den 50ern und nicht nur in Amerika das Leben in vielerlei Hinsicht bestimmt und offensichtliche Ungerechtigkeiten toleriert. Rasant spitzen sich die Ereignisse zu um am Ende auf ironische Weise zu zeigen das manchmal gerade unsere Angst vor etwas, genau dieses zur Folge haben kann.
Ein gelungenes Werk von Phillip Roth, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

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Bewertung von Lisega am 09.03.2009 ***** ausgezeichnet
Bisher hatte ich mich nicht für Philip Roth interessiert, dachte ich doch, seine Bücher über die Probleme alternder Männer würden mich sicher nur langweilen. Mit "Empörung" habe ich mich nun doch an den ewigen Nobelpreisanwärter gewagt - und musste feststellen, dass ich bis jetzt einen großartigen Autor ignoriert habe. Roth schreibt ausgezeichnet, der Roman ist perfekt durchkomponiert und von einer bewundernswerten sprachlichen Präzision. Trotz der vermeintlich kühlen Sprache schimmert die Wut des Autors über gesellschaftliche Zwänge und Schranken in der "Empörung" des Protagonisten Marcus durch. Denn wenn selbst ein zielstrebiger Student, der es eigentlich nur allen recht machen will, durch ein kleines Aufbegehren gegen die Konventionen in den Tod getrieben wird, kann mit den gesellschaftlichen Strukturen einfach was nicht stimmen. Das galt in den 50er Jahren, das gilt heute.

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  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 201 S.
  • Seitenzahl: 208
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23278
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  • Abmessung: 219mm x 149mm x 22mm
  • Gewicht: 400g
  • ISBN-13: 9783446232785
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Kurzbeschreibung

Er ist jung, anständig und fleißig, er revoltiert ein einziges Mal, und er bezahlt dafür mit seinem Leben. Marcus Messner beginnt 1951 sein Studium am konservativen College von Winesburg in Ohio. Während der Koreakrieg ins zweite Jahr geht, durchlebt Marcus eine Geschichte, die von Unerfahrenheit handelt, von Widerstand, Sex, Mut und Irrtum. Kaum ist er im College, kommt es zu einem ersten, ihn völlig verstörenden Erlebnis mit einem fragilen jungen Mädchen, und er begegnet einer Form der Diskriminierung, die ihn empört. Wider Willen wird Marcus zum Rebellen, gegen seine Kommilitonen, aber auch gegen seinen Vater - und er bleibt hartnäckig bis zum bitteren Ende.

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21.03.2009

Blick zurück im Zorn
"Empörung": Philip Roth auf der Höhe seiner Kunst

Von Felicitas von Lovenberg

Die Produktivität von Philip Roth, der in dieser Woche seinen sechsundsiebzigsten Geburtstag gefeiert hat, ist größer denn je. Kaum ist sein neuer Roman, "Empörung", erschienen, da hat er bereits den nächsten fertig und kündigt auch schon den darauffolgenden an (F.A.Z. vom 28. Februar). Doch während er sich in drei seiner vier letzten Romane - "Das sterbende Tier", "Jedermann" und "Exit Ghost" - so radikal wie erbittert mit dem Alter auseinandergesetzt hat, kehrt er in seinem aktuellen Werk in die fünfziger Jahre Amerikas und damit auch in die Zeit seiner Jugend zurück.

Im zweiten Jahr des Korea-Kriegs, 1951, nimmt Marcus Messner, genannt "Markie", einziger Sohn eines koscheren Metzgers aus Newark, sein Studium am College von Winesburg, Ohio auf - ein Schauplatz, den Roth sich von Sherwood Andersons berühmtem gleichnamigen Kurzgeschichtenzyklus von 1919 entliehen hat. Zunächst hatte sich Markie, ein begeisterter Student mit Bestnoten, am College seiner Heimatstadt eingeschrieben, aber als sein Vater Liebe und Fürsorge immer …

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04.02.2009

Amerika in der Hölle
Nachwort zu Bush: Der neue Roman von Philip Roth
Dicht gefügt wie eine klassische Novelle und unaufhaltsam wie eine Schicksalstragödie kommt Philip Roths kurzer, wuchtiger Roman „Empörung” daher. Der erste lange Satz, der Geschichte und Autobiographie verkettet, klingt nach neunzehntem Jahrhundert: „Ungefähr zweieinhalb Monate nachdem die gutausgebildeten, von den Sowjets und den chinesischen Kommunisten mit Waffen ausgerüsteten Divisionen Nordkoreas am 25. Juni 1950 über den 38. Breitengrad vorgedrungen waren und mit dem Einmarsch in Südkorea das große Leid des Koreakrieges begonnen hatte, kam ich aufs Robert Treat, ein kleines College in Newark, benannt nach dem Mann, der die Stadt im siebzehnten Jahrhundert gegründet hatte.”
Die Tragödie, die sich auf den folgenden zweihundert Seiten entwickelt, besteht aus der Engführung der beiden Linien dieses ersten Satzes: Der Ich-Erzähler muss nach Korea, wo er beim ersten Kriegseinsatz verblutet und als knapp Zwanzigjähriger stirbt. Dass er überhaupt eingezogen wird, verdankt er seiner vorzeitigen Entlassung aus einem College – es ist ein anderes als das „Treat” …

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Kundenbewertungen zu "Empörung" von "Philip Roth"

Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 2 Bewertungen):
5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen *****
ausgezeichnet
Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 18.04.2010
*****
ausgezeichnet
Phillip Roths Werke sind anspruchsvoll, regen zum nachdenken an, sind ein Aufschrei und gesellschaftskritisch. Ohne zu beschönigen malt Roth ein Bild der amerikanischen Gesellschaft der 50er Jahre. Der Krieg in Korea wird unvermindert grausam fortgesetzt und tausende junge Amerikaner, oft völlig unzureichend ausgebildet und schlecht gerüstet lassen dort ihr Leben. Meist sind es noch Jungen, gerade erst volljährig und inmitten pubertärer Gefühlsstrudel, zu jung zum kämpfen, zu jung zum sterben. Verschont werden Studenten, Hochschulbesucher wie Marcus Messner, der Hauptprotagonist und Erzähler dieser Geschichte. Immer nur der Beste an der Schule, seinen Eltern gehorsam und nie aufmüpfig lebt Marcus sein Leben und wiegt sich sicher. Er hat klare Ziele und ihm droht keine Gefahr. Dennoch beginnt sein sonst so selbstsicherer und willensstarker Vater mit einem mal nahezu paranoide Ängste zu entwickeln, seinem Sohn könne etwas zustoßen und diese steigern sich so stark, das Marcus um seinen Seelenfrieden zu behalten nur die Flucht als Ausweg sieht. Er wechselt das College und damit beginnt sich die Spirale zu drehen, die letztlich auf dramatischste Weise die schlimmsten Ängste von Messners Vater wahr werden lassen.
Dieses Buch bringt den Leser in eine Zeit zurück, in der die heile Welt amerikanischer Provinzen im Kontrast zum Schrecken des Korea-Krieges steht. Zum einen erleben wir die furchtbare Wirkung des Schmetterlings-Effektes, indem kleine, im Grunde banale Entscheidungen und Taten eine Folge von Ereignissen bewirken, die in ihrer rasch entwickelten Eigendynamik nicht mehr zu bremsen ist. Zum anderen klagt der Autor die Doppelmoral an, die nicht nur in den 50ern und nicht nur in Amerika das Leben in vielerlei Hinsicht bestimmt und offensichtliche Ungerechtigkeiten toleriert. Rasant spitzen sich die Ereignisse zu um am Ende auf ironische Weise zu zeigen das manchmal gerade unsere Angst vor etwas, genau dieses zur Folge haben kann.
Ein gelungenes Werk von Phillip Roth, das den Leser nachdenklich zurücklässt.
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*****
ausgezeichnet
Bisher hatte ich mich nicht für Philip Roth interessiert, dachte ich doch, seine Bücher über die Probleme alternder Männer würden mich sicher nur langweilen. Mit "Empörung" habe ich mich nun doch an den ewigen Nobelpreisanwärter gewagt - und musste feststellen, dass ich bis jetzt einen großartigen Autor ignoriert habe. Roth schreibt ausgezeichnet, der Roman ist perfekt durchkomponiert und von einer bewundernswerten sprachlichen Präzision. Trotz der vermeintlich kühlen Sprache schimmert die Wut des Autors über gesellschaftliche Zwänge und Schranken in der "Empörung" des Protagonisten Marcus durch. Denn wenn selbst ein zielstrebiger Student, der es eigentlich nur allen recht machen will, durch ein kleines Aufbegehren gegen die Konventionen in den Tod getrieben wird, kann mit den gesellschaftlichen Strukturen einfach was nicht stimmen. Das galt in den 50er Jahren, das gilt heute.
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Perlentaucher-Notiz zur FAZ-Rezension

21.03.2009

Um Alter und Gegenwart ging es in den letzten Werken des für die Begriffe der Rezensentin Felicitas von Lovenberg erstaunlich produktiven Altmeisters Philip Roth. Diesmal bewegt er sich allerdings zurück in die fünfziger Jahre und lässt seinen Helden Marcus "Markie" Messner die Geschichte seines letzten Lebensjahrs aus dem Jenseits erzählen. Dorthin gelangt er als Opfer des Korea-Kriegs, aber paradiesisch ist auch sein kurzes Leben davor kaum zu nennen. Aus dem heimatnah gelegenen College flieht er in das von Winesburg in Ohio - das sich jedoch als schrecklich konservativ erweist. Seinen Studienleistungen ist dabei nicht nur die Liebe zur schwierigen Olivia nicht zuträglich. In einem nach Ansicht der Rezensentin grandiosen Roman (allerdings eher eine Novelle, meint sie), sei diese Olivia, weil ihr etwas viel aufgebürdet wird, die einzige etwas schwächere Figur. Wie Roth hier aber wieder einmal das auf die jüngst vergangenen Bush-Jahre durchaus übertragbare "Porträt eines bis zur Heuchelei angepassten Amerikas" entwerfe, das mache ihm einfach keiner nach.

© Perlentaucher Medien GmbH

Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag

Impotenz, körperlicher Verfall und die Angst vorm nahen Tod: Während es in den letzten Werken von Philip Roth um die Schrecken des Alters ging, kehrt der 75-jährige Autor mit seinem 29. Roman noch einmal zu einem jugendlichen Helden zurück. "Empörung" ist eine Coming-of-Age-Geschichte aus den 50er-Jahren. Mit 19 flüchtet der jüdische Metzgerssohn Marcus Messner vor seinem überfürsorglichen Vater an ein christliches College im Mittleren Westen. Hier leidet er unter den Vorurteilen gegenüber Juden und verliebt sich in eine psychisch labile Kommilitonin. Schon nach kurzer Zeit wird er wegen religiöser Streitereien von der Schule verwiesen und endet im Koreakrieg. Nicht nur mit sprachlicher Perfektion unterstreicht Roth erneut seinen Anspruch auf den schon so lange verwehrten Nobelpreis. "Empörung" ist auch grandios komponiert: 57 Jahre nach seinem Tod lässt Ich-Erzähler Marcus Messner die spektakulären Ereignisse noch einmal Revue passieren. Und damit empfieht sich der schwarzhumorige Roman auch als Parabel auf jüngere amerikanische Geschichte. (cs)

Rezensionen und Kritik

"Joachim Schönfeld liest mit angenehm warm getönter Stimme, schwankend zwischen einem subtilen poetischen Unterton in einigen erzählenden Passagen und einer glanzvollen Personenregie in den Dialogen."

Rezension

"Es ist eine Geschichte über Diskriminierung, sexuelle Eskapaden und Genussucht, die uns von Schauspieler Joachim Schönfeld mit Verve vorgetragen wird." hr2-Hörbuch-Bestenliste

Rezensionen und Kritik

"Philip Roth auf der Höhe seiner Kunst!" (Frankfurter Allgemine Zeitung)

"Zwei Jahre, 200 Seiten, das ist kurz, aber da ist alles drin." (Frankfurter Rundschau)

Autorenporträt zu "Philip Roth"

Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren. Für sein Werk wurde er mit allen bedeutenden amerikanischen Literaturpreisen ausgezeichnet. Im Jahre 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Goldmedaille für Belletristik, die alle sechs Jahre für das Gesamtwerk eines Autors verliehen wird. 2006 wurde Philiph Roth mit dem "Pen/Nabokov-Preis" ausgezeichnet, 2007 erhielt er den "Saul-Bellow-Preis" des Schriftsteller-Verbands, 2009 den "Welt"-Literaturpreis und 2011 wurde er mit dem "Man Booker International Prize" ausgezeichnet.

5 Marktplatz-Angebote für "Empörung" ab EUR 8,90
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