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Benutzername: Lisega
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Bewertungen

Insgesamt 1325 Bewertungen
Bewertung vom 18.09.2019
Roman Blood (eBook, ePUB)
Saylor, Steven

Roman Blood (eBook, ePUB)


gut

Auf der Suche nach historischen Krimis bin ich auf die „Roma Sub Rosa“-Reihe von Steven Saylor gestoßen. Sein Protagonist Gordianus wird „the Finder“ genannt, da er im alten Rom als eine Art Detektiv arbeitet. „Roman Blood“ ist der erste Fall der Reihe, spielt im Jahr 80 v. Chr. und entspinnt anhand von Ciceros erster überlieferten Verteidigungsrede – „Pro Sex. Roscio Amerino“ – einen durchaus spannenden Krimi. Denn Cicero beauftragt Gordianus damit, entlastendes Material für seine Verteidigung zu finden. Sein Klient Sextus Roscius wird beschuldigt, seinen Vater ermordet zu haben, und ihn erwartet bei einem Schuldspruch eine überaus grausame Strafe. Meist mit Ciceros Sklaven Tiro an seiner Seite spürt Gordianus Zeugen des Mordes im verwinkelten Rom auf; er forscht aber auch in Ameria, wo die Familie Roscius ihre Ländereien hat. Und bald wird klar, dass der Fall eine politisch gefährliche Dimension hat, denn die Spuren führen zu einem Günstling des alternden Diktators Sulla …

„Roman Blood“ hat mir ganz gut gefallen, da die Stimmung im von den Proskriptionen geplagten Rom, das politische System der Zeit und die handelnden Charaktere treffend und detailliert beschrieben sind. Als Fan der SPQR-Reihe muss ich aber sagen: die finde ich viel besser, auch wenn Steven Saylor sprachlich sicher gewandter ist als John Maddox Roberts. Aber seine Figur des Gordianus erscheint mir ein bisschen zu modern, und dem Erzählstil fehlt die Leichtigkeit und der Humor, die ich an den SPQR-Krimis schätze. Fazit: Clever konstruierter, solider Krimi, manchmal aber etwas langatmig. Löst in mir keine Suchtgefühle nach den weiteren Fällen der Reihe aus (es gibt noch 13 Bände).

Bewertung vom 13.09.2019
Zoomania Classic Collection

Zoomania Classic Collection


ausgezeichnet

„Ich bin nicht nur ein Quotenhase“
Die ehrgeizige Häsin Judy Hopps verwirklicht ihren Traum und wird Polizistin in Zoomania – nur, um dann gleich in die langweilige Parkraumüberwachung gesteckt zu werden. Als sie sich in den viel spannenderen Fall von 14 verschwundenen Tieren einmischt, bekommt sie von ihrem Chef ein Ultimatum gestellt: Entweder sie findet den vermissten Mr. Otterton binnen 48 Stunden, oder sie verlässt den Polizeidienst. Judy ist zur Lösung des Falls widerwillig auf die Hilfe des betrügerischen Fuchses Nick Wilde angewiesen. Das Duo deckt tatsächlich eine düstere Verschwörung auf …
Mit „Zoomania“ ist Disney wieder ein brillanter Film gelungen, der in allen Bereichen punktet. Neben der erstklassigen technischen Umsetzung – die Animationen sind unglaublich plastisch – überzeugt der Film mit tollen Charakteren und einer spannenden und humorvollen Geschichte mit erfrischenden Wendungen. Der Kriminalfall ist eigentlich nur Fassade für eine schöne Parabel um Freundschaft, Vorurteile und Toleranz. Die mit einer gehörigen Portion Kreativität umgesetzte tierische Welt bietet der ganzen Familie Spaß: Während Kinder die putzigen Tiere und schnellen Gags lieben, erfreuen sich erwachsene Zuschauer an Anspielungen auf „Der Pate“, „Breaking Bad“ und natürlich „Nur 48 Stunden“ oder an witzigen Details wie einer angebissenen Karotte als Smartphone-Logo. Absolut empfehlenswert!

Bewertung vom 10.09.2019
I Shot the Buddha (eBook, ePUB)
Cotterill, Colin

I Shot the Buddha (eBook, ePUB)


sehr gut

Im 11. Band der „Siri Paiboun Mysteries“ verschlägt es den ehemaligen Gerichtsmediziner mal wieder über die Grenzen von Laos. Denn als der thailändische Mönch Noo, ein Mitglied der liebevoll „the Zoo“ genannten Hausgemeinschaft in Siris staatlichem Heim, verschwindet, übernehmen der Doktor und Madame Daeng die Aufgabe, einen Mönch über den Mekong nach Thailand zu bringen. Der Mann entpuppt sich als religiöser Führer der laotischen Buddhisten, und in Thailand muss das Trio nicht nur die Unschuld eines des dreifachen Mordes bezichtigten Mönchs beweisen, sondern auch ein ganzes Dorf von einem Fluch befreien. Währenddessen untersuchen Phosy und Dtui zu Hause in Vientiane das Verschwinden Noos, und Siris alter Freund Civilai hat den Auftrag, in einem seltsamen Dorf im Norden des Landes eine angebliche Reinkarnation Buddhas aufzuspüren und zu prüfen. Alle drei Fälle entpuppen sich als äußerst gefährlich …

Wer Colin Cotterills Krimireihe um Dr. Siri mag, aber mit dem spirituellen Touch der Bücher manchmal seine Probleme hat, sollte „I Shot the Buddha“ lieber auslassen. In dem komplizierten Fall dreht sich nämlich fast alles um Religion, Glaube und Schamanismus; Geister, Rituale und schwarze Messen spielen eine große Rolle. Für mich ist Band 11 einer der skurrilsten Fälle der Reihe, der mir manchmal auch etwas verworren erschien, aber dank der liebgewonnenen Figuren und Cotterills‘ typischem Humor doch ein unterhaltsamer Lesespaß war.

Bewertung vom 09.09.2019
Captain Marvel

Captain Marvel


ausgezeichnet

Im 21. Film des Marvel Cinematic Universe ist (endlich) eine Frau in der Superhelden-Titelrolle zu sehen: Brie Larson rockt in der Origin-Story von „Captain Marvel“, die zum größten Teil in den 90er Jahren spielt (gelungenes Setting!) und auch Einblicke in die Anfänge des Shield-Agenten Nick Fury (ein per CGI verjüngter Samuel L. Jackson) gewährt. Anfangs noch als Kree Soldatin Vers unterwegs, verschlägt es die Protagonistin im Kampf gegen die Skrull auf die Erde, wo sie nach und nach ihrer Vergangenheit als Carol Danvers auf die Spur kommt ... „Captain Marvel“ ist, wie von Marvel gewohnt, technisch perfekt gemachtes Popcorn-Kino, das mit einer spannenden Story und guten Darstellern überzeugt. Das Team Captain Marvel/Nick Fury harmoniert - auch dank vieler kleiner Gags - perfekt. Apropos Gags: Nicht nur Brie Larson hat hier einen großen Auftritt, auch ein süßes Kätzchen kommt ganz groß raus … In der Mid-Credit-Scene wird dann der Bogen zu „Avengers: Endgame“ gespannt. Und wenn man sich gegen Ende des Films schon gefragt hat, ob Captain Marvel mit ihren immensen Kräften nicht zu unbesiegbar geraten ist: Im finalen Kampf gegen Thanos werden die Avengers vermutlich genau so eine Super-Power brauchen.

Bewertung vom 25.07.2019
Free Solo

Free Solo


ausgezeichnet

Als Alex Honnold Anfang Juni 2017 die Route „Freerider“ am El Capitan im Yosemite ohne Seil und ohne Sicherung durchstieg, wurde seine Leistung u.a. als „Mondlandung des Free-Solo-Kletterns“ bezeichnet, solch einen Meilenstein stellt diese bemerkenswerte Begehung in der Klettergeschichte dar. Auch die Doku über diese unglaubliche Klettertour ist bemerkenswert. Ich habe schon mehrere (Kurz)-Filme über Alex im Rahmen von EOFT oder Reel Rock gesehen. So genau wie „Free Solo“ ist Honnolds Persönlichkeit aber noch nie beleuchtet worden. Bei der akribischen Vorbereitung auf die Free Solo-Begehung am El Capitan – unzählige Male wird die Route mit Seilsicherung begangen, jede Griff- und Trittreihenfolge ins Gedächtnis eingeprägt – wird klar, dass Alex, dessen Ziel Perfektion ist, trotz des oft humorvollen Tons ein unnahbarer Mensch ist. Neben der Kletterei ist auch seine Beziehung zu Freundin Sanni ein wichtiger Bestandteil des Films, und auch das Filmteam selbst kommt mit seinen Zweifeln (Beeinflussen die Kameras Alex‘ Konzentration? Was, wenn er abstürzt?) immer wieder vor. Und wenn dann tatsächlich die eigentliche Solo-Begehung in atemberaubenden Bildern gezeigt wird, kann man kaum hinschauen, wenn er z.B. am Boulder-Problem den „Ninja-Kick“ macht, auch wenn man weiß, dass er nicht abgestürzt ist. Aus abwechselnden Blickwinkeln – mal aus der Nähe, mal von Weitem nur als kleiner roter Punkt in der 1000 Meter hohen Felswand – begleitet man Alex Honnold bei seinem erfolgreichen Durchstieg und merkt selbst als Laie, welche Nervenstärke und physische Leistungsfähigkeit in ihm steckt. Eine visuell beeindruckende, spannende Dokumentation, nicht nur für Kletterer.

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Bewertung vom 15.07.2019
Hard Powder
Neeson,Liam/Dern,Laura

Hard Powder


gut

In „Hard Powder“ ist Liam Neeson in seiner Paraderolle der letzten Jahre zu sehen: als einsamer Rächer. Auf der Suche nach den Mördern seines Sohnes Kyle ist er als Nels Coxman in der weiten, schönen Schneelandschaft der Rocky Mountains meist in seinem Schneepflug unterwegs und räumt den einen oder anderen kleinen Fisch im Kokainhandel aus dem Weg, um letztlich an den Drogenboss, der seinen Sohn beseitigen ließ, heranzukommen. Dabei punktet das Remake des norwegischen Actionkrimis „Einer nach dem Anderen“ zwar mit guten Darstellern, viel schwarzem Humor und skurrilen Figuren, doch insgesamt hat mich der Film nicht recht überzeugen können. An Klassiker wie „Fargo“ kommt der Film nicht ran, dafür ist der Humor zu plump, und die Story nach dem „10 kleine Negerlein-Prinzip“ war mir insgesamt zu vorhersehbar. Ganz nette Unterhaltung für Fans des Genres, mehr nicht.

Bewertung vom 02.07.2019
Speed Cups 6 (Spiel)

Speed Cups 6 (Spiel)


ausgezeichnet

Das schnelle Aktionsspiel „Speed Cups“ gibt es nun auch als Sonderedition für 6 Spieler – sehr praktisch. Zwar konnte man zum Basisspiel eine Erweiterung mit zwei Becherstapeln dazu kaufen, aber alles kompakt in einer Packung (und das auch noch günstiger!) ist natürlich besser. „Speed Cups⁶“ enthält auch 12 neue Karten. Am Spielprinzip hat sich nichts geändert und es gilt: Auf den Karten wird die Reihenfolge angezeigt, in welcher die Becher gestapelt oder aufgereiht werden müssen, wer am schnellsten korrekt stapelt und auf die Glocke haut, bekommt die ausgespielte Karte, wer am meisten Karten hat, gewinnt. Sehr einfacher, aber lustiger Actionspaß, und mit 6 Spielern gibt’s davon noch mehr!

Bewertung vom 21.06.2019
Strike: Die komplette Serie DVD-Box

Strike: Die komplette Serie DVD-Box


sehr gut

Die BBC-Serie „Strike“ basiert auf den ersten drei Romanen der erfolgreichen Krimireihe von Robert Galbraith alias JK Rowling. Da mir die Krimis bestens gefallen haben, war ich sehr gespannt auf die filmische Umsetzung. Und ich finde sie – bis auf wenige Abstriche – sehr gelungen. Die beiden Hauptdarsteller für das Ermittlerduo Cormoran Strike & Robin Ellacott passen hervorragend, auch die Nebendarsteller sind gut ausgewählt (z.B. Shanker) und die Ausstattung bzw. die Locations geben die Stimmung der literarischen Vorlage perfekt wieder – sei es das schäbige Büro der Detektei, teure Appartements der Londoner Upper Class oder heruntergekommene Wohnblocks in dunklen Ecken der Stadt. Aber das Wichtigste ist, dass auch die Stories gut umgesetzt wurden. Das gemächliche Erzähltempo der klassischen Detektivgeschichten wurde beibehalten, und obwohl natürlich viel gekürzt ist, wurde versucht, den komplexen Strukturen der Fälle gerecht zu werden. Am besten gelingt das im ersten Fall „Der Ruf des Kuckucks“, der sich über drei Folgen spannt und auch der Einführung der Hauptfiguren dient. „Der Seidenspinner“ und „Die Ernte des Bösen“ sind mit jeweils zwei Folgen komprimierter verfilmt, was die Fälle etwas arg strafft, und einige Details können ohne Hintergrundwissen aus den Romanen evtl. etwas verwirren (z.B. der kurze Auftritt von Strikes Halbbruder Al). Besonders wirkt die Serie im englischen Originalton (Untertitel vorhanden). Alles in allem empfehlenswerte Unterhaltung für Fans klassischer Krimis.

Bewertung vom 03.06.2019
Der goldene Kompass - Das Hörspiel (MP3-Download)
Pullman, Philip

Der goldene Kompass - Das Hörspiel (MP3-Download)


ausgezeichnet

Diese NDR-Vertonung von Phillip Pullmans Fantasy-Klassiker „Der Goldene Kompass“ ist ein wirklich toll inszeniertes Hörspiel! Die Stimmen der hervorragenden Sprecher (u.a. Dietmar Mues, Jens Wawrczek, Kelly Darboven, Jürgen Thormann) passen alle sehr gut zu den Charakteren, wie man sie sich aus dem Buch vorstellt. Lyras Abenteuer, das sie in ihrer Parallelwelt von Oxford bis in die Arktis führt, wird mit passenden Musiktracks zwischen den Kapiteln perfekt abgerundet. Besonders hervorzuheben ist, dass diese vielstimmige Hörspielfassung nicht gekürzt wurde, also tatsächlich das ganze Buch umgesetzt wurde. Schade, dass nur der erste Band der „Dark Materials“-Trilogie auf diese Weise vertont wurde und die beiden anderen Teile nicht auch als Hörspiel vorliegen :-(

Bewertung vom 22.05.2019
The Woman Who Wouldn't Die
Cotterill, Colin

The Woman Who Wouldn't Die


ausgezeichnet

Der neunte Band der Dr. Siri-Reihe beginnt mit einem undenkbaren Szenario: Siri Paiboun hat sich mit seinen 74 Jahren in den Ruhestand verabschiedet, die einzige Rechtsmedizinische Abteilung im Laos der späten 70er Jahre ist geschlossen. Aber einen Krimi, ja sogar einen spannenden Thriller gibt es mit „The Woman Who Wouldn't Die“ natürlich trotzdem zu lesen. Denn Siri wird von Richter Haeng mit dem Auftrag nach Sanyaburi geschickt, die Suche nach dem Leichnam des Bruders eines Ministers zu unterstützen. Genauer gesagt soll er die vermeintliche Hexe Madame Keui im Auge behalten und prüfen, ob die Frau, die angeblich schon zweimal von den Toten wieder auferstanden ist, tatsächlich eine spirituelle Verbindung ins Jenseits hat. Da in Vientiane gerade ein seltsamer Franzose aufgetaucht ist, der sich nach Siris Frau Madame Daeng erkundigt, nimmt Siri seine bessere Hälfte vorsichtshalber mit nach Pak Lai – und das Abenteuer beginnt ...

„The Woman Who Wouldn't Die“ ist wieder ein typischer Siri-Krimi: ein aberwitziger, kniffliger Fall, voller knochentrockenem Humor und amüsanter Dialoge. Aber das Besondere an diesem Band ist, dass es hier v.a. um Madame Daeng geht. Dass sie früher als Spionin unter dem Decknamen Fleur-de-Lis für die Pathet Lao gearbeitet hat, wissen Leser aus früheren Romanen. Das Auftauchen des Franzosen Hervé Barnard konfrontiert sie mit ihrer Vergangenheit, und sie schreibt ihre Erlebnisse für Siri (und die Leser) auf. Eine spannende Lebensgeschichte, die definitiv genauso unterhaltsam ist wie der Handlungsstrang um Siris Hexe und die Verfolgung durch den Franzosen, der – da besteht kein Zweifel – Madame Daeng töten will ...