Gelesen v. Fritzi Haberlandt; Regie: Dirk Schwibbert; Das Hörbuch enthält zusätzlich einen Brief von Otto H. Frank, gelesen von Anne Franks Cousin Buddy Elias
Für Anne Frank war ihr Tagebuch in der Enge des Verstecks Ersatz
für eine Freundin und Gesprächspartnerin, Ventil für Sorgen und
Unmutsausbrüche, zugleich Übungsfeld für ihre schriftstellerischen
Talente. Für uns ist und bleibt es das eindringlichste und
bewegendste Dokument der Judenverfolgung im Nationalsozialismus.
Es klingt, als sei hier mit Fritzi Haberlandt als Leserin die bestmögliche Hörspielproduktion des Anne-Frank-Tagebuchs gelungen. Rezensent Christian Deutschmann zeigt sich jedenfalls, gerade im knappen Vergleich mit zwei früheren Versionen, ganz und gar überzeugt. Das beginnt damit, dass hier die neuere Übersetzung der Tagebücher zugrunde liegt, die den "Backfisch"-Ton sehr viel besser und frischer zum Ausdruck bringe als die erste Fassung von 1950. Und Fritzi Haberlandt verstehe es, einen "wunderbar ungekünstelten" Ton zu finden, der Deutschmann wegen der Fähigkeit zur genauen Modulation aller Regungen geradezu in die Gegenwart der in ihrem Versteck Schreibenden versetzt.
Anne Frank, am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren, flüchtete 1933 mit ihren Eltern vor den Nazis nach Amsterdam. Nachdem die Nazi-Armee 1940 die Niederlande überfiel und besetzte, 1942 außerdem Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung in Kraft traten, versteckte sich ihre Familie in einem Hinterhaus an der Prinsengracht. Sie wurden im August 1944 von Nazi-Schergen nach Auschwitz verschleppt. Anne Frank starb im März 1945 in Bergen-Belsen. (Der genaue Todestag ist nicht bekannt.)