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268 Kundenbewertungen

'Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Dort widmet sie sich jenen Bereichen ihres Körpers, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten. Kaum ein Buch hat in den letzten Jahren soviel Aufsehen erregt wie dieses. Es wurde verrissen, missverstanden, in den Himmel gelobt und als Befreiungsschlag gefeiert. Es hat eine Debatte ausgelöst und wurde auf die Bühne gebracht: eine einzigartige Erfolgsgeschichte!…mehr

Produktbeschreibung
'Nach einer missglückten Intimrasur liegt die 18-jährige Helen auf der Inneren Abteilung von Maria Hilf. Dort widmet sie sich jenen Bereichen ihres Körpers, die gewöhnlich als unmädchenhaft gelten. Kaum ein Buch hat in den letzten Jahren soviel Aufsehen erregt wie dieses. Es wurde verrissen, missverstanden, in den Himmel gelobt und als Befreiungsschlag gefeiert. Es hat eine Debatte ausgelöst und wurde auf die Bühne gebracht: eine einzigartige Erfolgsgeschichte!
  • Produktdetails
  • Ullstein Taschenbuch Nr.28040
  • Verlag: Ullstein Tb
  • 16. Aufl.
  • Seitenzahl: 224
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 224 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 120mm x 25mm
  • Gewicht: 236g
  • ISBN-13: 9783548280400
  • ISBN-10: 3548280404
  • Best.Nr.: 26382042
Autorenporträt
Charlotte Roche, 1978 in Lodon geboren, war Moderatorin u.a. für VIVA, 3sat und das ZDF und wurde mit dem Grimme-Preis sowie dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, "Feuchtgebiete", der mit seiner radikalen Offenheit eine gesellschaftliche Debatte auslöste. Charlotte Roche lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Köln.
Charlotte Roche
Rezensionen
Besprechung von 31.12.2008
Untenrum nicht ganz reinlich
Vier Bestseller 2009, denen man es nicht zugetraut hätte
Charlotte Roche: Feuchtgebiete. Roman
Erfolge haben viele Väter. Bei diesem Überraschungserfolg sind auch ein paar Mütter dabei. Eine der Mütter ist die Hygiene. Sie hat dafür gesorgt, dass das Kind sich nicht gern wäscht. Untenrum. Einer der Väter ist Comedian. Er hat dem Kind beigebracht, wie man das Prinzip Pleiten, Pech und Pannen durch alle Körperöffnungen dekliniert. Außerdem hat er eine Affäre mit der besten Freundin der Hygiene angefangen, der Peinlichkeit. Dadurch wurde das Kind ein altkluges Scheidungskind. Alles, was sein haltloses, schamloses Plappermaul über die Körperöffnungen, über das Peinliche, das Unhygienische und die Pannen beim Sex ausplauderte, diente nun nicht nur der Erheiterung des Publikums. Sondern auch seiner Erbauung. Es durfte nun über die Slapstick-Nummern der frühreifen Göre mit Duschköpfen und anderen Requisiten zugleich lachen und weinen, denn in allen diesen Verrenkungen und Pointen waren ja die Hilferufe eines traurigen Scheidungskindes nicht zu überhören, das keine Selbstverstümmelung scheuen würde, wenn es dadurch nur gelänge, die Eltern wieder zusammenzuführen. So gehört zu den Müttern des Erfolgs die Zweideutigkeit, ob in der heilen Familie, die hier ersehnt wird, der Comedian oder sein melodramatischer Rivale der rechtmäßige Vater ist. lmue
Michael Winterhoff: Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Oder: Die Abschaffung der Kindheit.
Nicht gerade packend geschrieben, nicht sehr klar gegliedert und einen Ausweg aus der Misere weist es auch nicht. Michael Winterhoffs „Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Oder: Die Abschaffung der Kindheit” schleppt einiges mit, was auf der Rennbahn der Bestseller hinderlich ist. Trotzdem gehört es mit 300 000 Exemplaren zu den meistverkauften und, wie man auch vermuten darf, meistgelesenen Büchern des Jahres. Es ist ein Buch der Schrecken des Alltags. Niklas, Max, Claudia und ihresgleichen sind Monster zwischen drei und vierzehn, fundamental unfähig, sich in ihrer Welt zurechtzufinden, mit anderen zu leben, Altersgenossen und Älteren ein Rätsel und eine Plage. Was wir so wenig verstehen, will Winterhoff aufklären: Die Ursache der Verwirrung sind wir, die Käufer, die Erwachsenen, die nicht mehr wissen, dass Kinder keine Erwachsenen sind, dass sie nicht nach Gründen und Argumenten handeln, sondern in persönlichen Beziehungen, den Eltern, Erzieherinnen, Lehrern zuliebe. Also heißt Erziehung, Autorität geltend zu machen. Michael Winterhoff will nicht reaktionär wirken, aber konservativ ist sein Ansatz doch: Kinder sind nicht Partner der Erziehung, sondern Wesen, die angeleitet werden müssen. In der Diskussion um Kinder und Erziehung macht Winterhoff den Helmut Schmidt. Das heißt aber nicht, dass alles falsch ist. stsp
Uwe Tellkamp: Der Turm. Geschichte aus einem versunkenen Land.
„Das verkauft sich nicht, mag das Feuilleton auch schreiben, was es will!” Vor einem halben Jahr wäre es schwer gefallen, dieser Behauptung zu widersprechen. Zu viele Gründe sprachen dafür, dass Uwe Tellkamps „Turm” nur ein kleines Publikum würde finden können. Das Buch glich mit knapp tausend Seiten einem echten Wälzer, schien ein schwerer Brocken; das Geschehen aber ließ sich in einem Satz zusammenfassen: Ein Junge wird erwachsen und ein Land geht unter – wobei die aufregenden Monate der Revolution und des Neubeginns nicht einmal geschildert werden. Dem Autor eilte überdies der Ruf voraus, ehrgeizig und schwierig zu sein, einer mit „Kunstwollen” und einer Vorliebe für Pathos und mäandernde Sätze. Dann las man den schwierigen Anfang, kursiv gesetzt: „Suchend, der Strom schien sich zu straffen in der beginnenden Nacht . . .” Dieser Erzähler schien viel Zeit zu haben, begleitete seine Figuren Seite um Seite beim Kaffeetrinken oder auf Spaziergängen durch ein Dresdner Villenviertel. Apart, gekonnt – aber wen sollte das interessieren? Das Buch war äußerst gebildet, nutzte verschiedenste Formen, stellte seinen einschüchternden Anspielungsreichtum immer wieder heraus . . . Nein, das konnte man nicht verkaufen. Es ist anders gekommen, und zwei Dinge – wenigstens – sind daraus zu lernen: Der Leser ist wie eh und je unbekanntes, rätselhaftes Wesen. Und diesmal erlag er hunderttausendfach dem Sog, der entsteht, wenn Zeitgeschichte und Romantik sich vermählen. jby
Richard David Precht: Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise.
Es gab nicht wenige, für die war Richard David Prechts Erfolg ein echtes Ärgernis. Populärphilosophie vom Allergruseligsten. Was kann das schon für ein Text sein, dem es gelingt, Hape Kerkelings Super-Bestseller „Ich bin dann mal weg” von der Spitze der Buch-Charts zu verdrängen? Tatsächlich lässt sich einiges bemängeln: fehlende Lektüre-Sorgfalt, unverhohlenes Bildungsgeprotze, gedankliche Unschärfen. Und dennoch: Am Ende ist „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?” eine schlau betitelte, aber ziemlich klassische Einführung in die Philosophie, die sich ernsthaft darum bemüht, zentrale philosophische Fragen so zugänglich wie möglich zu stellen. Wenn solche Bücher Massenerfolge werden, ist eigentlich doch alles gut. crab
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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Um es mal klar zu stellen: Die Rezensentin Franziska Seyboldt ist Praktikantin der taz, und ihr Einspruch gegen manche säuerliche Kritiker des Buchs hat umso mehr Autorität, als sie sich das Buch anders als die Damen und Herren Großkritiker selbst gekauft und aus eigenem Antrieb gelesen hat. Es sei möglicherweise kein großes literarisches Werk, meint die Rezensentin. Aber ursprünglich hätte es wohl auch ein Sachbuch werden sollen, weshalb die Romanhandlung als eher notdürftig drum herum gestrickte Leseerleichterung zu verstehen sei. Wichtig aber sei das Buch allemal, schreibt Seyboldt, auch mit Rekurs auf die zahlreichen Kritiker und Verächter des Buchs. Vor allem für junge Frauen im Teenagerageralter. Denn es mache Front gegen die allgegenwärtige kapitalistische Zurichtung der Frauen zum makellosen, auf die Begehren der Männer und des Marktes ausgerichteten Objekt. Aber auch für erwachsene Frauen, die längst "Freundschaft mit ihren Körperflüssigkeiten" geschlossen haben, ist das Buch der Einschätzung der Rezensentin zufolge wegen seiner Sextipps und anderer nützlicher Tabubrüche eine Bereicherung. Schon, weil es unserer sexualisierten Gesellschaft das Aseptische und auch Asexuelle ihres Sex-Konzepts vor Augen führe.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 13.04.2008
Sexualität ist Wahrheit

Mehr als 400 000 verkaufte Bücher in vier Wochen: Was bedeutet der Erfolg von Charlotte Roches Roman "Feuchtgebiete"?

Mit ihrem ersten Roman hat die Fernsehmoderatorin Charlotte Roche dem Fräuleinwunder in der deutschen Zeitgeistliteratur abrupt ein Ende gemacht. Ob ihm die "Schlacht der Krawall-Uschis" folgt, wie die Berliner "BZ" ihre Besprechung von "Feuchtgebiete" übertitelte, ist zu bezweifeln. Bei seinem Erscheinen vor sechs Wochen wurde das Buch in den Medien kurz und heftig abgefeiert und dann vergessen. Die meisten Rezensenten urteilten reflexhaft und ließen sich von der schwer einzuordnenden Art der Obszönität, mit der die Autorin spielt, zu polemischen Tönen hinreißen. Erst bei der Beurteilung griff man auf literarische Kriterien zurück: Das geradezu romantische Happy End des Romans schien seine Radikalität zu entschärfen und lieferte einen Vorwand, der Autorin eine effekthascherische Konstruktion vorzuwerfen, die am Ende nicht aufgeht. Die sensationellen Verkaufszahlen belegen jedoch, dass Charlotte Roche einen Nerv getroffen hat, der sich so schnell nicht wieder beruhigen lässt. Denn ihr Roman über eine junge Frau namens Helen, die eine Hämorrhoidenoperation ins Krankenhaus führt, bleibt gerade durch seine Widersprüchlichkeit eine Irritation, die in ihren moralischen Implikationen weit über den Schock der systematischen Tabuverletzung hinausgeht. Ungefragt werden wir von Roche in die Position des Klinikpersonals versetzt, dem nichts Menschliches fremd ist, und hören alarmiert einer Patientin zu, die sich weigert, mit ihrer Intimsphäre auch ihr Selbstbewusstsein aufzugeben. Während Helen uns mit einer Direktheit, die Matthias Grünewald und Lucian Freud erröten lassen würde, über ihre gequälten Körperregionen informiert und dabei ganz unklinisch von "wolkenförmigen Hautlappen", "Muschiflora", "Hahnenkämmen" und ihrem "Perlenrüssel" spricht, ertrotzt sie sich eine Würde, die sonst denen vorbehalten bleibt, die das Pech nicht bäuchlings, ohne Decke und mit offenem OP-Hemd in ein viel frequentiertes Krankenhauszimmer verschlägt. Um Würde müssen plötzlich die Zuschauer kämpfen, die der sprachlichen Verarbeitung dessen, was sie täglich sehen, nicht gewachsen sind.

Weil sie die Operation nicht defätistisch hinnimmt, sondern wie ein um den Schleier der Natur unbesorgter Naturwissenschaftler allen Aspekten ihrer Erkrankung auf den Grund geht, löst es kaum noch Überraschung aus, dass sie von der Rosettenzone ihrer Hämorrhoiden umstandslos zu den weiblichen Geschlechtsorganen übergeht, die nun einmal in der Nähe liegen. Trotzdem ist diese Gratwanderung eine Sensation, denn sie springt von den Bereichen des Schmerzes zu denen der Lust, als wäre das in höherem Sinne alles eins.

So erfahren wir, dass Helen auch im Sexleben die Forscherbrille aufhat, den individuellen Vorlieben und Perversionen ihrer Partner nachgeht und mit den eigenen experimentiert. Damit hat Charlotte Roche sich das Etikett des Pornographischen eingehandelt. Dabei ist die Lust gar nicht der Nenner, auf den sich Helens Neugier reduzieren lässt. Vielmehr bewegt sie sich sicher jenseits jenes Lustprinzips, das Sigmund Freud nach dem Ersten Weltkrieg revidieren musste. Die Angstträume von Kriegsheimkehrern hatten seine Erkenntnisse über den Traum als verhüllter Wunscherfüllung ins Wanken gebracht. Freud zog sich aus der Affäre, indem er es als Lusterlebnis deutete, von Ereignissen zu träumen, die den Träumer im Schützengraben traumatisch überfallen hatten. In der nachträglichen Simulation konnte er jene Angst vor dem Entsetzlichen aufbauen, zu der es ihm ursprünglich keine Zeit ließ. Denn nur ein vorhergesehenes Übel, so Freud, erlaubt es dem Individuum, sich innerlich dafür zu rüsten. Ohne solche Abwehrkräfte geht der Schock an die Substanz.

Für Helen war die Trennung ihrer Eltern so ein traumatisches Erlebnis. Sie quittiert es mit der bitteren Bemerkung: "Nur zu bleiben, solange die Liebe noch da ist, reicht nicht, wenn man Kinder hat." Dass Helen sich sterilisieren ließ, wie wir beiläufig erfahren, geht mit diesem Satz eine Heisenbergsche Unschärferelation ein, die nur zwei einander ausschließende Deutungen zulässt. Entweder Roches Heldin ist naturnahe Erotomanin, die alles den Körper Betreffende wie ein großes Abenteuer angeht und die Sabotagen der Hygieneindustrie verachtet, aber bei der Sterilisation eine Ausnahme macht, weil sie bei ihren Eskapaden durch keine Schwangerschaft ins Stolpern kommen will. Oder sie ist ein gebranntes Scheidungskind, das im Dschungel zeitgenössischer Sexbesessenheit nach Liebe und einer Treue sucht, der sie den Härtetest der Familiengründung nicht mehr zutraut. Furcht vor den Strapazen einer Geburt wird kaum der Grund für die Sterilisation sein. Denn in der Hoffnung, ihre Eltern durch einen verlängerten Klinikaufenthalt doch noch zusammenzuführen, fügt Helen sich bedenkenlos eine schreckliche Verletzung zu. Das Thema Geburt lässt andere Warnlichter aufleuchten: In der Kindheit wurde sie heimliche Zeugin eines Gesprächs, in dem ihr Vater einem Freund davon berichtete, "wie schlimm es für ihn war, bei meiner Geburt zugucken zu müssen". So wie Helen bei der Begutachtung ihrer OP-Wunde malt auch ihr Vater alle Details der ihn überfordernden Szene inbrünstig aus. Der Freund flüchtet sich in Gelächter: Denn "über das, wovor man am meisten Angst hat", so Helen, "lacht man immer am lautesten". Es bleibt in der Schwebe, ob Helen die eigene Geburt für die Trennung der Eltern verantwortlich macht. Klar ist auf alle Fälle, dass Charlotte Roche das Lachen für eine noch bessere Traumaprophylaxe hält als den Albtraum. Ihr satirischer Roman setzt sich beherzt dafür ein, dass die Beziehungen zwischen Mann und Frau nicht noch einmal an unzureichender Aufklärung scheitern. So macht sich ihre Heldin systematisch mit allen Eventualitäten des Liebeslebens vertraut. Ihr Verhalten ist ein einziges Antiprogramm zum Treuephantasma, ein Abwehrzauber und eine Flucht nach vorn, die jeder möglichen neuen Verletzung zuvorkommen möchte. "Eine Art sexuelle Überforderung von sich selber", nannte Roche das in einem Interview: "Die will sich stählen für irgendwelche Ernstfälle."

Zur Errichtung dieses Frühwarnsystems macht sich Helen systematisch mit der Grauzone des männlichen Sexuallebens vertraut. Sie besucht Bordelle, wo sie Prostituierte auswählt und mit ihnen ins Bett geht, phantasiert von pubertären Spermaorgien auf Pizzadienstlieferungen und beschäftigt sich ausführlich mit dem Onanieren. Doch so wie die überdrehten und aufs Technische abhebenden Onanieszenen ohne stimulierende Phantasmen, Bildvorlagen und ideale Partner auskommen, bleiben auch die Bordellszenen schemenhaft und konstruiert. Im "Playboy" äußerte sich die Autorin positiv zur Pornographie. Doch im "Spiegel"-Gespräch gestand sie: "Das Pin-up, das ich auf einem C&A-Plakat sehe, wenn ich mein Kind zum Kindergarten fahre, das stört mich auch." Roche begründet ihre Aversion damit, dass der in der Öffentlichkeit ad nauseam propagierte Sex "langweiliger, flacher, spießiger und unaufregender" sei als die Wirklichkeit: "Ich bin für mehr Sex - mehr Schweinereien, keine Tabus. Ich glaube, dass es vom echten Sex, dem Sex, der riecht und schmeckt und schmutzige Geräusche macht, nie genug geben kann." Die Differenz, die Charlotte Roche mit dem C&A-Plakat aufmacht, ist keine zwischen Sex und Sex, sondern eine zwischen Sex und idealisierten Sexobjekten, die unaufgeregt im Sinne des von Freud definierten weiblichen Narzissmus und "flach" im Sinne des geschlossenen, wenn auch weitgehend nackten Körpers sind. Sie sind Charlotte Roche ein Dorn im Auge, während sie das pornographische Spektakel aufgelöster Leiber begrüßt. Insofern ist "Feuchtgebiete" auch ein Pamphlet gegen die Pin-up-Kultur der lückenlos Attraktiven und die Zumutung, die sie für wirkliche Frauen bedeutet. "Was diese Frauen aber nicht wissen", so Helen über die Blondierungs-, Maniküre-, Peeling- und Intimwaschkünstlerinnen, die eine solche Kultur hervorbringt: "Je mehr sie sich um all diese kleinen Stellen kümmern, desto unbeweglicher werden sie. Ihre Haltung wird steif und unsexy, weil sie sich ihre ganze Arbeit nicht kaputtmachen wollen."

Vielleicht, um nicht in unerwünschte Nachbarschaft zu geraten, spart die Helen in den Mund gelegte Hygieneliste die Martyrien aus, denen sich all die unterwerfen, die kein klassischen Proportionen gehorchendes Gesicht und einen achtzehnjährigen Modelkörper besitzen. Schönheitsoperationen, teure Spa-Aufenthalte und Hungerkuren haben hier bekanntlich ein weites Feld. Dabei weiß Charlotte Roche, dass "Feuchtgebiete" gerade auch diese Bastion in Angriff nimmt und mit der proklamierten Rückkehr zu den fünf Sinnen in der öffentlichen Sexverhandlung an der Diktatur der Optik rüttelt. Der Eros, den sie beschwört, sendet nicht nur Gerüche aus, erlaubt sich Tuchfühlung und durchdringende Blicke, er macht auch den Mund auf. Helens schamlose Reden wirken auf ihren Pfleger Robin anziehend.

"Feuchtgebiete" ist auch ein Crash-Kurs in Sachen Verführung, und das macht den Roman vielleicht am deutlichsten zum Hybrid des Feminismus. Eckhard Fuhr wies in der "Welt" darauf hin, dass Charlotte Roche einen Faden aufnimmt, den der Feminismus vor dreißig Jahren fallen ließ. Vielleicht sollte man eher von einer aufgefischten Fahrradkette sprechen, denn Helen steht auf die Schmerzlust der Piercings. Wo aber Punk und Emanze sich treffen, da geht es um die Verachtung der aufgebrezelten Frau: "Was ihre physische Erscheinung betrifft, leiden Frauen unter Gehirnwäsche", schrieb Germaine Greer 1971: "Ihre Haltung dem eigenen Körper gegenüber ist oft apologetisch, denn sie vergleichen ihn mit dem plastischen Objekt des Begehrens, das durch die Medien verbreitet wird." Greers Diagnose löste unter politisch denkenden Frauen eine Welle demonstrativer Entspannung aus. Ohne Rücksicht auf Attraktivitätswerte warfen sie ihr Make-up in den Abfall, zogen bequeme Gummisohlenschuhe, Beutelhosen und lagenreiche Kleider an und wurden prompt als "Möchtegern-Kräuterhexen" abgestempelt. Bis heute leidet die weibliche Emanzipationsbewegung am Image, das damals geboren wurde, einem Frauenbild, das islamischen Verhüllungsgepflogenheiten in mancher Hinsicht näher ist als der Barbiewelt von Mattel. Der Frauenkörper löste sich unter Stoffschichten auf und verquoll auf schweren Schritten mit der Umwelt. Damit aktivierte er eine archaische Furcht vor den ausufernden Dimensionen mütterlicher Weiblichkeit und jenem Verschlungenwerden, das Freud als Angstvision dem Ödipuskomplex zugrunde legte. Wenn Charlotte Roche die Hämorrhoiden ihrer Protagonistin mit den "Fangarmen einer Seeanemone" vergleicht, greift sie genüsslich auf dieses phantasmagorische Horrorkabinett zurück.

Das mit dem Tod auf Du und Du lebende Mittelalter nahm körperliche Monstrositäten gelassener hin. Für den Christen war jeder Leib grotesk und ein stets gegenwärtiges Mal der Sünde. Deshalb störte sich niemand daran, dass das Intimleben auf der Straße stattfand, Kranke und Verrückte nicht weggeschlossen wurden und peinliche Strafen der Volksbelustigung dienten. Der groteske Leib, schrieb Michail M. Bachtin in seinem Rabelaisbuch, "ist ein werdender Leib. Er ist niemals fertig, niemals abgeschlossen. Er schlingt die Welt in sich hinein und wird selber von der Welt verschlungen. Die wesentliche Rolle im grotesken Leib spielen deshalb jene Teile, jene Stellen, wo er über sich hinauswächst." Was Bachtin nun aufzählt, ist ein Katalog der rocheschen Lieblingsthemen: "Ausscheidungen (Kot, Urin, Schweiß, Nasenschleim, Mundschleim), Begattung, Schwangerschaft, Niederkunft, Körperwuchs, Altern, Krankheiten, Tod, Zerfetzung, Zerteilung". Mit dem Schwinden der christlichen Glaubensgewissheit ist dieses Schauspiel des reproduktiven Körpers, über dem kein beruhigender Jenseitsvorhang mehr fällt, immer unerträglicher geworden. 1766 führt Lessing den modernen Leibeskanon ein, der alle Sekretbereiche des Körpers als nicht abbildbar unterdrückt. An der antiken Figurengruppe des mit zwei Schlangen ringenden Laokoon erläutert er die Grenzen der klassischen Figurendarstellung: Der Schmerz des Trojaners ist nur an den gespannten Muskeln abzulesen, er "äußert sich dennoch mit keiner Wut in dem Gesichte und in der ganzen Stellung. Er erhebt kein schreckliches Geschrei; die Öffnung des Mundes gestattet es nicht." Der Bildhauer gönnte dem Gequälten nur ein leises Stöhnen. Warum? Weil der aufgerissene Mund "das Gesicht auf eine ekelhafte Weise verstellet". Das Mitleid, das Laokoon verdient, wäre durch die in Stein gehauene Verewigung seines Schreis auf der Strecke geblieben. Von der Hässlichkeit des undressierten Leibs wendet Lessings Betrachter sich mit "Unlust" ab.

An diese Einsicht haben sich die medialen Erben der klassischen Ästhetik bis heute gehalten. Sowie es Lust zu erzeugen gilt, und das ist der Zweck des kommerziellen Spektakels, wird das groteske Eigenleben des Körpers unter Verschluss gehalten. Alles, was als Pornographisierung des öffentlichen Raums diskutiert wird und was Charlotte Roche mit dem C&A-Pin-up herbeizitiert, fällt unter den klassischen Kanon. Die meist weibliche Blöße, mit der uns der Werbemarkt bombardiert, entspricht dem, was Brad Easton Ellis in "American Psycho" als "hardbody" bezeichnet und was Bachtin die "massive und taube Fassade" des Körpers nennt: "Alles, was herausragt und absteht, alle scharf ausgeprägten Extremitäten, Auswüchse und Knospungen, wird entfernt, weggelassen, zugedeckt." Von Bachtins Mittelalter aus müssen die makellosen Ikonen, mit denen die Konsumwelt das Bewusstsein flutet, als postreligiöse Versicherung gegen den grotesken Leib verstanden werden. Trotzdem wird die schöne, der Zeit trotzende Nacktheit seit den Sechzigern mit Wahrheit, Natur und Aufklärung gleichgesetzt. Dabei ist sie die Lebenslüge eines Kapitalismus, der die klassische Gestalt des Menschen längst in ihre zahllosen, vermarktbaren Teile zerlegt hat und aus der Genomanalyse eine Aktiengesellschaft macht: nur weil der Konsument seine beschämende Unvollkommenheit durch stets neue Warenfetische zu kaschieren sucht, kann das biotechnologische Zeitalter zur Hochform auflaufen.

"Feuchtgebiete" deshalb als Plädoyer für die Rückkehr zur Natur zu lesen, übersieht, wie jüngst Winfried Menninghaus in seinem Darwin-Buch zeigte, dass nichts so raffiniert ist wie die Natur. Auch bei Charlotte Roches Interesse am grotesken Körper handelt es sich um keinen grünen Werbefeldzug zur sexuellen Artenerhaltung, sondern um ein Experiment. Indem Helen den Körper mit seinen polymorph-perversen Trieben fest ins Auge fasst, legt sie einen sprachlichen Boden, wo in der euphemistischen Gesellschaft der stumme Schrecken vor der je eigenen Monstrosität gelauert hat. Wie schon die Schwulenbewegung zeigte, wird das Peinliche ins Selbstbewusstsein aufgenommen, sobald es formuliert ist. Was einen Ort in der Sprache hat, wird nicht länger verdrängt und muss nicht provozierend demonstriert werden. In diesem Sinne schafft Roches Roman die Grundlage für ein weibliches Selbstbild, in das die Differenz zwischen intimer Wirklichkeit und öffentlicher Inszenierung ganz selbstverständlich eingespeist ist und souverän verwaltet werden kann.

Autoren wie Lessing und Richard Sennett haben plausible Gründe dafür geliefert, warum man die Promenade nicht als Abort benutzen, im Restaurant rülpsen, im Zug in der Nase, den Zähnen oder Zehen bohren, Sex in den Supermarkt verlegen oder auf andere Weise allzu deutlich seine Triebe spazieren führen sollte. Die Lust des einen erzeugt im anderen Unlust, wie Lessing bemerkte, schon weil sie den sich Gehenlassenden physisch entstellt. In einer Gesellschaft, die jeden laufend mit zahllosen Fremden konfrontiert, hängt das Funktionieren von einer gewissen Geschäftsmäßigkeit der Beziehungen und der Möglichkeit ab, von der Kreatürlichkeit der anderen abstrahieren zu dürfen. Trüge jeder seinen mittelalterlichen Leib zu Markte, wären wir unablässig in den Strudel seiner biologischen Funktionen hineingezogen. Die Unlust, die im Widerstand gegen solche Zumutung entsteht, würde das allgemeine Aggressionspotential unnötig steigern.

Deshalb ist der historische Referenzpunkt für "Feuchtgebiete" nicht das Mittelalter, sondern die Kultur des achtzehnten Jahrhunderts. Eine Epoche, in der, wie Richard Sennett nicht genügend loben kann, jeder öffentlich Theater spielte und das auch vom anderen wusste. Seinen Zeitgenossen wirft der Soziologe vor, dass sie sich mit ihren Rollen identifizieren und von ihren öffentlichen Repräsentanten weniger eine solide Politik als ein Privatleben erwarten, das moralischen Idealen lückenlos entspricht. Roches Roman spricht es aus, dass heute vor allem Frauen der Verwechslung von Rolle und Realität zum Opfer fallen. Dabei könnten sie mit den Idealen, die sich nicht erreichen lassen, spielerisch umgehen. Denn in der Sexualität geht es immer um die Wirklichkeit hinter der Fassade. Erotisch ist, wer seine Schwächen kennt und sie nicht nur in Kauf nimmt, sondern seine Erscheinung gelegentlich für intime Signale durchsichtig macht. Ist die Andeutung des eigenen grotesken Leibs doch die vielleicht galanteste Form der Höflichkeit, weil sie auch andere vom Perfektionsanspruch entlastet. Genau hier fängt die Verführung an. Es ist das Skandalon des Romans, dass Robin von Helens schamloser Leiblichkeit nicht abgestoßen wird, im Gegenteil, er nimmt sie mit nach Haus. Gehört die Verwechslung von blendender Schönheit und Verführungskraft doch zu den notorischen Zeitgeistirrtümern. So wurde die große Verführerin Anne Boleyn in "Die Schwester der Königin" von Justin Chadwick jüngst mit Natalie Portman besetzt - die auf den ersten Blick so attraktiv ist, dass Verführungskünste völlig überflüssig scheinen. Stephen Frears wusste noch, dass der Verführer nicht schön sein darf, und wählte bei der Verfilmung der "Gefährlichen Liebschaften" vor zwanzig Jahren John Malkovich für die Rolle des Valmont.

"Solche Frauen", sagt Helen von den Rasierten und Gekämmten, "traut sich doch keiner durchzuwuscheln und zu ficken." Damit fordert sie das Klischee heraus, die Wahl des Sexualobjekts laufe bis heute evolutionistisch ab und werde von Fortpflanzungskriterien dominiert, die biometrischer Perfektion, männlichen Muskelpaketen und weiblicher Jungfrauenanmut den Vorzug geben. In der von Georg Franck beschriebenen Aufmerksamkeitsökonomie ist dieses Ideologem zur self-fulfilling prophecy geworden. Wie Helen predigt, kann aber nur der fehlerhafte, unfertige und ergänzungsbedürftige Leib eine Anziehungskraft entfalten, die der Sexualität gewachsen ist. "Knochiges leeres Gesicht", beschrieb Franz Kafka nach der ersten Begegnung Felice Bauer, "fast zerbrochene Nase", "reizloses Haar, starkes Kinn".

Und doch entwickelte er für sie eine Passion wie kaum für eine andere Frau. Verführbarkeit und Verführung haben mit der Freiheit zu tun, vom großen Marschweg abzuweichen. Wenn man den ersten Anzeichen bei Autoren wie Charlotte Roche, Iris Hanika und Clemens Meyer trauen darf, nimmt die Literatur von den Hardbodies Abschied, die auch bei Michel Houellebecq die Romanhandlung diktieren. Selbst der Autor der "Wohlgesinnten" Jonathan Littell bekannte jüngst, dass ihn an seinem SS-Stoff weniger die schneidige Gestalt des perfekten Soldaten als das Phantasma der Orgie interessierte. Schneidigkeit und Orgie sind die beiden Pole von Gesellschaften, in denen es keine Verführung gibt. Sie ist eine Begleiterscheinung wirklich aufgeklärter, erwachsener Kulturen, deren Mitglieder im Bewusstsein der Krise leben, statt sich in soziale Idyllen zu träumen. Zu diesen Idyllen zählt die Münzautomatenökonomie der männlichen Triebabfuhr genauso wie der weibliche Traum von der ewigen Liebe. Nur wer weiß, dass das Glück "gebrechlich" ist, wie Kleist am Ende der "Marquise" schreibt, wird von Wechselfällen nicht entmutigt und nimmt den Kampf auch in der Liebe mit Widerständen auf. Insofern ist die Wall Street wirklich, wie Brad Easton Ellis meinte, die Hieroglyphe unserer Gegenwart. Dort wechseln ständig Glück und Pech, und alle machen weiter und trinken darauf. Dabei hängen die viel beneideten Boni der Finanzjongleure unmittelbar mit der Risikoscheu des Rests zusammen. Im Geschäftsleben beginnt sich das Wissen um die Bedeutung von Spiel und Verführung durchzusetzen. Nur im Privatleben gilt Diplomatie weiterhin als genauso überflüssig wie spielerische Unberechenbarkeit. Dort herrschen zwei fundamentalistische Sätze: Biologie ist Schicksal, und Sublimation ist verlogen. Zu dieser Tyrannei der Intimität ist Charlotte Roches Buch nur auf den ersten Blick zu zählen. Denn die Intimität, die Richard Sennett beklagte, verlangt vom anderen weniger Transparenz als Kunstlosigkeit. Für die frustrierten Idyllen in unseren Köpfen ist Helen ein gefährliches Monstrum, das uns daran erinnert, dass wir nicht sind, wie wir uns geben. Charlotte Roche ist sprachlich etwas fast Unmögliches gelungen. Sie versöhnt uns mit dem Beschämenden, bei dem alle Verführung anfängt. Indem ihr kaltblütiger Seiltanz den grotesken Leib begnadigt, erlöst er die Erotik aus der Verfallenheit ans vollkommene Bild. "Feuchtgebiete" ermächtigt zum Spiel mit der individuellen Versehrtheit und ermutigt den kunstlosen Sexus, endlich erwachsen zu werden.

INGEBORG HARMS

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"Extrem drastisch. [...] So richtig heiß wird die Story allerdings deshalb, weil es sich bei den Feuchtgebieten ihres Romans exakt um die Feuchtgebiete handelt, die Frau nun mal hat. Und Roche schreibt darüber sehr offen, sehr detailliert, sehr drastisch, ohne Scham. [...] Das fällt aber auch nur deswegen auf, weil der Roman ansonsten stilistisch über alle Zweifel erhaben ist." KÖLNER STADT-ANZEIGER "Charlotte Roche ist etwas fast Unmögliches gelungen. Sie versöhnt uns mit dem Beschämenden, bei dem alle Verführung anfängt. [...] 'Feuchtgebiete' ermächtigt zum Spiel mit der individuellen Versehrtheit und ermutigt den kunstlosen Sexus, endlich erwachsen zu werden." FAS Schlagfertig, witzig und charmant. [...] Laut, selbstbewusst, herausfordernd. So offensiv geben sich nur wenige der jungen Autorinnen." STERN "Es ist ein Buch das polarisiert. Das viele genial und manche einfach nur eklig finden." ZEIT MAGAZIN "Es braucht nicht selten viele Kapitel, bis sich ein Romanheld das Herz des Lesers erobert hat. Helen Memel schafft das nach den ersten drei Sätzen. [...] Sympathisch! [...] Doch mit der rotzig-trotzigen Art, in der Charlotte Roche erzählt, ist "Feuchtgebiete" nicht vulgär, sonder witzig." HANNOVERSCHE ALLGEMEINE "Ihr erstes Buch: Total unter der Gürtellinie. Und lustig." ANNABELLE "Ein bemerkenswertes Mädchen, diese Helen." TAZ "Ein schamhaarsträubendes Buch." PARK AVENUE "Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses." ROGER WILLEMSEN "Ernsthafte Literatur" DIE WELT "Charlotte Roche hat mit Helen Memel eine extreme Kunstfigur geschaffen, ein Wesen, das berührt und schockiert." FAZ "Charlotte Roche hat eindeutig Talent, was das Schreiben betrifft, aber ihr Buch sollte man nicht mit vollem Magen lesen. Kurzum: Es ist gut, aber eklig." MYSELF…mehr
„Extrem drastisch. […] So richtig heiß wird die Story allerdings deshalb, weil es sich bei den Feuchtgebieten ihres Romans exakt um die Feuchtgebiete handelt, die Frau nun mal hat. Und Roche schreibt darüber sehr offen, sehr detailliert, sehr drastisch, ohne Scham. […] Das fällt aber auch nur deswegen auf, weil der Roman ansonsten stilistisch über alle Zweifel erhaben ist.“KÖLNER STADT-ANZEIGER„Charlotte Roche ist etwas fast Unmögliches gelungen. Sie versöhnt uns mit dem Beschämenden, bei dem alle Verführung anfängt. […] ‚Feuchtgebiete’ ermächtigt zum Spiel mit der individuellen Versehrtheit und ermutigt den kunstlosen Sexus, endlich erwachsen zu werden.“FASSchlagfertig, witzig und charmant. […] Laut, selbstbewusst, herausfordernd. So offensiv geben sich nur wenige der jungen Autorinnen.“STERN„Es ist ein Buch das polarisiert. Das viele genial und manche einfach nur eklig finden.“ZEIT MAGAZIN„Es braucht nicht selten viele Kapitel, bis sich ein Romanheld das Herz des Lesers erobert hat. Helen Memel schafft das nach den ersten drei Sätzen. […] Sympathisch! […] Doch mit der rotzig-trotzigen Art, in der Charlotte Roche erzählt, ist „Feuchtgebiete“ nicht vulgär, sonder witzig.“HANNOVERSCHE ALLGEMEINE„Ihr erstes Buch: Total unter der Gürtellinie. Und lustig.“ANNABELLE„Ein bemerkenswertes Mädchen, diese Helen.“TAZ„Ein schamhaarsträubendes Buch.“PARK AVENUE„Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses.“ROGER WILLEMSEN„Ernsthafte Literatur“ DIE WELT„Charlotte Roche hat mit Helen Memel eine extreme Kunstfigur geschaffen, ein Wesen, das berührt und schockiert.“FAZ„Charlotte Roche hat eindeutig Talent, was das Schreiben betrifft, aber ihr Buch sollte man nicht mit vollem Magen lesen. Kurzum: Es ist gut, aber eklig.“MYSELF…mehr
"Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses." Roger Willemsen
Der ganz normale Wahnsinn
Die Fernsehmoderatorin Charlotte Roche hat einen Roman über die Schönheitsdiktatur unserer Zeit geschrieben

Charlotte Roche, 29, bekannt geworden durch ihre wenig konformistischen Moderationen beim Musiksender Viva 2, hat einen Roman über die Hygienehysterie unserer Zeit geschrieben. Sie erzählt in "Feuchtgebiete" aus der Perspektive einer 18-Jährigen, betreibt Körperpolitik, indem sie mit den erzähltechnischen Mitteln der Übertreibung jenes Hygienediktat in Frage stellt, dem wir in westlichen Gesellschaften unterliegen. Im Gespräch ist schnell klar, dass wir uns über die Körperideologie, wie sie von Frauen- und Männermagazinen propagiert wird, nicht einfach erheben können. Es wäre ein schöner Betrug, zu behaupten, man selbst sei davon nicht affiziert. Man kann sich aber fragen, was Frauen wie Männer alltäglich glauben mit sich anstellen zu müssen - und welche Redeverbote wir beharrlich aufrechterhalten.

Charlotte Roche, Ihr Buch ist in jeder Hinsicht explizit und an manchen Stellen eklig. Wenn Bekannte oder Freunde Sie fragen, worum es geht, was sagen Sie?

Das kommt ganz darauf an, wer fragt. Wenn zum Beispiel meine Kosmetikerin sagt: Sie haben ein Buch geschrieben! Worum geht es darin? Dann sage ich: Es geht um ein Mädchen, das im Krankenhaus liegt - mehr sage ich nicht. Und wenn sie dann sagt: Dann lese ich das mal, dann rate ich ihr davon ab, weil ich weiß, dass sie ein Problem hätte. Sie ist ja Kosmetikerin, und Kosmetikerinnen sind von Berufs wegen Hygienikerinnen. Ich nehme auch oft das Wort "Pornographie" in den Mund, um Leute abzuschrecken, wenn es sich um Verwandte handelt und ich denke, sie sollen das lieber nicht lesen, weil mir das unangenehm wäre und zu nahe käme. Dabei weiß ich natürlich, dass das Wort "Pornographie" falsch ist.

Es ist keine Pornographie.

Nein, aber was ist es? Es gibt kein Wort.

Es geht um die 18-jährige Helen, die im Krankenhaus liegt, weil sie unter Hämorrhoiden leidet und sich beim Rasieren eine Analfissur zugezogen hat. Sie hasst alles, was mit Hygiene zu tun hat. Und so hört man ihr am gewissermaßen hygienischsten Ort der Welt, nämlich dem Krankenhaus, dabei zu, wie sie sich ihre Gedanken über ihren Körper macht - und zwar über die Dinge, die gewöhnlich jeder mit sich selbst ausmacht, über die man nicht spricht. Haben Sie sich vorher eine Liste von Dingen gemacht, für die es ein gewisses Redeverbot gibt?

Nein, das nicht. Ich wusste, dass ich etwas über die Themen "Frauen, Hygiene, Gerüche" schreiben wollte, über die ganze Hygienehysterie, von der wir umgeben sind und die mich schon seit Jahren aufregt: parfümierte Slipeinlagen, Intimwaschlotionen, dieser ganze Wahnsinn. Zunächst habe ich überlegt, ein Sachbuch zu schreiben.

Das wäre wahrscheinlich einer dieser Ratgeber in Ich-Form geworden, wie er in den Frauenecken der Buchhandlungen steht.

Furchtbar, ja. "Charlotte Roche empfiehlt!" Da hätte mir die Distanz gefehlt, und es kam mir auch zu plump vor, ein Pamphlet zu schreiben. Ich habe mich gefragt, was ich besonders gut kann, und das ist: hingucken. Es ist ein Wesenszug von mir, dass, wenn Menschen um bestimmte Dinge einen Bretterverschlag herumbauen, ich diejenige bin, die diese Bretter gerne aufbricht und mit zwei Taschenlampen hineinleuchtet. Das ist auch meine Art von Humor. Es gibt Tabus, die Sinn machen. Andere führen aber nur zu Verklemmtheiten. Da ist zum Beispiel diese Sache mit den Hämorrhoiden. Wenn man mit Proktologen spricht, berichten die, dass sie immer als Erstes fragen, ob das in der Familie öfter vorkomme.

Hämorrhoiden sind vererbbar?

Genau. Jeder Patient sagt dann, das wisse er nicht. Das macht ja nun wirklich keinen Sinn! Es ist also kein Zufall, wenn ich in meinem Roman einer Frau Hämorrhoiden andichte - keinem alten Mann, sondern einem Mädchen. Wo es um Hämorrhoiden geht, muss es auch um Stuhlgang gehen, das geht gar nicht anders.

Allerdings ist "Feuchtgebiete" ja nun kein Hämorrhoiden-Aufklärungsroman. Es geht auch nicht einfach um Tabubruch, was ein bloßer Effekt und deshalb langweilig wäre. Der Roman bringt zur Sprache, was sonst verschwiegen wird, phantasiert es dabei aber immer noch eine Stufe weiter, übertreibt mit einer großen Lust bis hin zum Ekel. Das macht den Roman so komisch, und darin liegt auch seine befreiende Wirkung.

Es gibt Menschen, die ihre Tabus behalten wollen, und das sollen sie dann auch. Ich will kein Tabu brechen, sondern eher von innen nach außen stülpen, wie wir eigentlich alle sind: das ganze geheime Toilettenleben, womit ich auch Masturbation meine. Jeder hat doch da sein Ding am Laufen und seine Gedanken. Und man macht das alles mit sich selber aus, weil man überhaupt nichts darüber erfährt, wie andere damit umgehen. Ich glaube, dass Menschen sich einen Großteil ihres Lebens mit ihren Körperfunktionen beschäftigen und diese im Umgang mit anderen vollkommen aussparen. Das heißt allerdings nicht, dass meine Heldin Helen, und damit ich, völlig schamlos wären. Das Gegenteil ist der Fall. Helen hat Probleme mit sehr vielen Dingen und ich natürlich auch. Ich habe mir diese Romanfigur erfunden, mit ihr experimentiert und war selbst überrascht, was beim Schreiben alles zu Tage kam. Es war ein bisschen so, als würde ich auf Helen reiten, und sie galoppierte mir dann davon.

Die Hygienehysterie, wie sie von Frauen- und Männermagazinen propagiert wird, kommt dabei nicht direkt vor. Trotzdem hat man den Eindruck, dass sie es ist, die attackiert werden soll: das Bild der "perfekten Frau", die zu jeder Tageszeit komplett rasiert sein sollte und als Gesamtkunstwerk mit gemachten Finger- und Fußnägeln und Haaren vor allem darauf achten muss, dass nichts durcheinandergerät. Helen ist da die Gegenfigur.

Ja. Sie ist ziemlich immun gegen das Diktat von außen - mehr als andere Frauen und zum Beispiel auch mehr als ich. Sie hält die überall verordnete Rasiererei mit "Venus Ladyshave" eigentlich für reine Zeitverschwendung. Das Ganze dauert ja auch: die Augenbrauen zupfen, den Damenbart, die Achselhaare rasieren, die Scham, die Beine. Ich habe Armhaare, aber ich kenne viele Frauen, die sie sich mit Wachs wegepilieren lassen. Es ist immer wieder interessant, festzustellen, wie enorm empfänglich in dieser Hinsicht gerade Frauen für den Druck von außen sind.

Was nicht heißt, dass Männer das nicht wären. Sich die Brusthaare wegzurasieren, was einige meinen, tun zu müssen, ist auch Arbeit.

Natürlich, nur ist es bei Frauen viel verbreiteter. Der Witz dabei ist ja, dass jeder es anders mag. Ältere Männer zum Beispiel mögen nicht unbedingt, wenn bei Frauen alles rasiert ist. Da glaubt man, alles richtig gemacht zu haben, und in bestimmten Situationen ist es dann doch vollkommen falsch. Völlig absurd! Darum geht es: Dass man sich fragt, was man da eigentlich befolgt, ohne es zu reflektieren. Es gibt Mädchen, die sich von Anfang an rasieren und, noch bevor sie jemals Sex hatten, unten herum schon so aussehen wie Pornodarstellerinnen. Man versteht nicht, was das eigentlich soll. Im Pornofilm macht es Sinn, da sieht man dann alles besser. Bei jungen Mädchen, schätze ich, hat es eher etwas mit dem Wunsch nach Auslöschung von Persönlichkeit zu tun.

Was meinen Sie, wie groß ist der Einfluss der Körperideologie, wie sie von Frauenmagazinen propagiert wird?

Der ist enorm. Es sind Bilder! Frauen sind hypersensibilisiert für Körpervorschriften. Wenn sie wissen, dass man das jetzt so macht, zum Beispiel in Amerika, dann machen die das auch alle so. Ich glaube nicht einmal, dass diese Vorschriften von Männern gemacht sind, sondern von Frauen selbst.

Und als Frau befolgt man das, weil man glaubt, es sei eine männliche Projektion, ohne es genau zu wissen.

Genau. Ich rede mit Männern natürlich viel über solche Themen, und sie sind oft eher befremdet, wie bekloppt Frauen mit sich sind, so hart und so streng. Sie finden das masochistisch.

Würden Sie sich als Feministin beschreiben?

Absolut.

Inwiefern?

Zunächst einmal bin ich feministisch erzogen worden. Das ist nichts, was ich mir angeeignet habe, es wurde mir in die Wiege gelegt. Meine Mutter ist in einem Fünfziger-Jahre-Haushalt in England groß geworden und damals ausgebrochen. Für mich hat es viel mit Zivilcourage zu tun, dass man seinen Blick für die verschiedenen Formen von Frauenfeindlichkeit schärft, die es gibt: in den Medien, im Beruf, im Freundeskreis oder in Beziehungen. Und dass man sich überall, wo man kann, für Frauenrechte einsetzt. Das klingt jetzt sehr hochtrabend, es können aber auch kleine Dinge im Alltag sein, die Art, wie ich meine Tochter und meinen Stiefsohn erziehe, zum Beispiel. Im Buch ist es natürlich auch feministisch gemeint: dass man mal fragt, wieso Frauen und ich selbst auch bestimmte Dinge glauben mit sich machen zu müssen. Das tut man ja alles nicht aus freien Stücken. Keine Frau, die wir kennen, würde es sich trauen, am Arbeitsplatz im Sommer ärmellos mit Achselhaaren herumzulaufen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit!

Sie selbst sind mit Achselhaaren aufgetreten, in Ihrer Fernsehsendung auf Viva.

Ja. Und da hat man ja nun gemerkt, damals, als das im Fernsehen sichtbar war, welche Art von E-Mails man bekommt, wenn man so etwas macht. Und zwar von Frauen! Die Frauen werfen den ersten Stein auf die Verräterinnen der Norm, nicht die Männer.

Was halten Sie davon, wenn Frauen - und zwar Feministinnen - Pornographie grundsätzlich zu Gewalt erklären, wie die Zeitschrift "Emma" das in ihrer neu aufgefrischten "PorNO"-Kampagne vor ein paar Monaten erst wieder gemacht hat?

Ich finde es völlig absurd, Pornographie verbieten zu wollen. Einfach per se zu sagen, dass Frauen darin erniedrigt werden, ist komplett falsch. Der Regisseur Andrew Blake ist da ein gutes Gegenbeispiel. Es gibt verschiedene Pornofilme für verschiedene Wünsche, alle werden bedient. Zu sagen: In Pornofilmen werden Frauen erniedrigt und im echten Leben machen Männer das dann auch, ist im Übrigen auch nicht wahr. Es ist etwas abstrus, die sexuelle Phantasie bereinigen zu wollen. Alice Schwarzer zum Beispiel ist ja auch gegen bestimmte Spielweisen des Sexes. Aus meinem Bett würde ich Alice Schwarzer deshalb gerne heraushalten. Am Ende ist es mir aber lieber, sie macht "PorNo"-Aktionen als Werbung für die "Bild"-Zeitung, die ich für nicht nur frauen-, sondern für menschenverachtend halte.

Ihre Heldin im Buch ist achtzehn. Sie changiert zwischen Lust an der Provokation und äußerster Scham.

Sie dürfen mich ruhig fragen, wie ich war, als ich achtzehn war.

Wie waren Sie?

Heftig. Ist man mit achtzehn noch in der Pubertät?

Ich würde sagen ja.

Seitdem ich mein Buch geschrieben habe, lese ich Literaturkritiken. Und da stelle ich fest, dass die literarische Leistung immer dann besonders hervorgehoben wird, je weniger das Buch autobiographisch ist. Ich aber mag meine Figur so gerne, dass ich das Gefühl hätte, ich würde sie verraten, wenn ich sie weit von mir weg schieben und sagen würde: Entschuldigen Sie, das bin doch nicht ich! Natürlich hat sie viel von mir, was sonst. Aber sie hat auch ganz viel von dem, wie ich gerne wäre.

Der Druck von außen, den Sie beschreiben, wird stärker, je älter man wird. Ist das etwas, was Ihnen Angst macht?

Nein. Ich bin ganz gut mit Älterwerden, weil ich mich viel damit beschäftige und darüber lese. Ich will niemand sein, die leidet, wenn sie alt wird. Ich habe ein paar einzelne graue Haare und beschlossen, sie wachsen zu lassen. Ich habe beschlossen, allmählich grau zu werden, weil ich nicht weiß, wann ich, wenn ich meine Haare färbe, wieder damit aufhören soll. Vielleicht sehe ich dann bald aus wie die Böse aus "101 Dalmatiner", mit einem weißen Pony, den ich mir mit Haarspray hochtoupiere. Ich suche mir eigentlich immer Vorbilder, die älter sind als ich. Ich will nicht irgendwann als Vierzigjährige wie eine Frau aussehen, die zwanzig sein will. Ich wäre gerne eine Vierzigjährige, die sich wohl fühlt in ihrem vierzigjährigen Körper. Dafür muss man sich immun machen gegen den Druck, der von außen kommt. Ich hasse Schönheitsoperationen wie die Pest. Ich war als Kind schon so verliebt in Maude aus "Harold und Maude" und denke mir oft: Wenn ich jetzt erst fast dreißig bin, muss ich noch fünfzig Jahre warten, bis ich endlich aussehe wie Maude.

Interview Julia Encke

Charlotte Roche: "Feuchtgebiete". Roman. DuMont-Verlag, 220 Seiten, 14,90 Euro

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"Extrem drastisch. [...] So richtig heiß wird die Story allerdings deshalb, weil es sich bei den Feuchtgebieten ihres Romans exakt um die Feuchtgebiete handelt, die Frau nun mal hat. Und Roche schreibt darüber sehr offen, sehr detailliert, sehr drastisch, ohne Scham. [...] Das fällt aber auch nur deswegen auf, weil der Roman ansonsten stilistisch über alle Zweifel erhaben ist." KÖLNER STADT-ANZEIGER "Charlotte Roche ist etwas fast Unmögliches gelungen. Sie versöhnt uns mit dem Beschämenden, bei dem alle Verführung anfängt. [...] ,Feuchtgebiete' ermächtigt zum Spiel mit der individuellen Versehrtheit und ermutigt den kunstlosen Sexus, endlich erwachsen zu werden." FAS Schlagfertig, witzig und charmant. [...] Laut, selbstbewusst, herausfordernd. So offensiv geben sich nur wenige der jungen Autorinnen." STERN "Es ist ein Buch das polarisiert. Das viele genial und manche einfach nur eklig finden." ZEIT MAGAZIN "Es braucht nicht selten viele Kapitel, bis sich ein Romanheld das Herz des Lesers erobert hat. Helen Memel schafft das nach den ersten drei Sätzen. [...] Sympathisch! [...] Doch mit der rotzig-trotzigen Art, in der Charlotte Roche erzählt, ist "Feuchtgebiete" nicht vulgär, sonder witzig." HANNOVERSCHE ALLGEMEINE "Ihr erstes Buch: Total unter der Gürtellinie. Und lustig." ANNABELLE "Ein bemerkenswertes Mädchen, diese Helen." TAZ "Ein schamhaarsträubendes Buch." PARK AVENUE "Radikal, drastisch und ebenso zart. Ich erinnere mich nicht, ein Debüt-Manuskript in der Hand gehabt zu haben, so sicher, so mutig und so voller Gegenwart wie dieses." ROGER WILLEMSEN "Ernsthafte Literatur" DIE WELT "Charlotte Roche hat mit Helen Memel eine extreme Kunstfigur geschaffen, ein Wesen, das berührt und schockiert." FAZ "Charlotte Roche hat eindeutig Talent, was das Schreiben betrifft, aber ihr Buch sollte man nicht mit vollem Magen lesen. Kurzum: Es ist gut, aber eklig." MYSELF…mehr