Weggesperrt - Poppe, Grit

Grit Poppe 

Weggesperrt

Ausgezeichnet mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2010

Broschiertes Buch
 
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***** ausgezeichnet
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Produktbeschreibung zu Weggesperrt

Niemals aufgeben! Flucht aus dem Erziehungsheim
DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.
Ein spannender Roman über Willkür und Gewalt im Jugendwerkhof in der DDR. Sorgfältig recherchiert von der Autorin, die selbst in der Bürgerrechtsbewegung engagiert war. Mit Glossar und Wende-Chronik im Anhang.

Produktinformation


  • Verlag: Dressler
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 330 S.
  • Seitenzahl: 330
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 135mm x 25mm
  • Gewicht: 394g
  • ISBN-13: 9783791516325
  • ISBN-10: 3791516329
  • Best.Nr.: 26421026

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Rezensentin Susanne Schädlich hat Grit Poppes Geschichte der 14-jährigen Anja, die in das berüchtigte DDR-Jugendgefängnis Torgau eingesperrt wird, mit großer Anteilnahme gelesen und begrüßt es nachdrücklich, dass dieser wenig bekannte Teil der DDR-Geschichte ins Gedächtnis gerückt wird. Ohne Sentimentalität und in nüchternem Ton schildere die Autorin, die selbst in der DDR aufgewachsen ist, die sadistische Gefängniswelt und die Verzweiflung der Inhaftierten. Und wenn sich Schädlich auch manchmal ein klein bisschen weniger "Larmoyanz" auf Seiten der Heldin gewünscht hätte, so lobt sie den Jugendroman insgesamt dennoch als wichtig und berührend.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.05.2011

Gut und günstig

Taschenbücher
GRIT POPPE: Weggesperrt. Oetinger Taschenbuch (0056) 2011. 331 Seiten, 6,95 Euro.
(Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2010)
Anjas Mutter war anders als die Mütter ihrer Freundinnen, sie war widerspenstig, verrückt und manchmal sogar leichtsinnig. Und oft genug wurde sie von der Stasi beschattet und verwarnt. Doch jetzt war sie einen Schritt zu weit gegangen, findet Anja. Aus Protest gegen die Verhaftung ihrer Freundin Thea hatte sie eine Mahnwache veranstaltet, Zettel verteilt und getrommelt, und nun bekamen sie die Quittung. Es half ihnen wenig, dass sie die Verfolger erst mal abschütteln konnten und sich diebisch freuten. „An diesen kurzen trügerischen Moment der Erleichterung würde Anja noch denken – später. Später, als sie allein war, mutterseelenallein. Dort.“ Dort, das ist der so genannte Jugendwerkhof Torgau, eine Einrichtung der Jugendhilfe der DDR, wo Heranwachsende umerzogen und diszipliniert werden sollten. Grit Poppe schreibt dazu in der Nachbemerkung zu ihrem Roman: „Das Gebäude des GJWH Torgau war wie ein Gefängnis eingerichtet und gesichert. Durch …

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Grit Poppe, geboren 1964, studierte am Literaturinstitut in Leipzig und veröffentlichte Kurzgeschichten und Erzählungen.2010 mit dem "Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher" ausgezeichnet.

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Kundenbewertungen zu "Weggesperrt" von "Grit Poppe"

Durchschnittliche Kundenbewertung 5 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen ***** ausgezeichnet
(aus 6 Bewertungen)
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Bewertung von Mel.E aus L. am 24.10.2011 ***** ausgezeichnet
Heute möchte ich euch ein Jugendbuch vorstellen, welches mich in unserer Bücherei dadurch angesprochen hat, da das Cover wirklich aufdringlich wirkt. Zu sehen ist eine verschlossene Tür, durch die ein paar blaue Augen hindurchsehen. Nachdem ich dann den Klappentext gelesen habe:

Niemals aufgeben! Flucht aus dem Erziehungsheim
"DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.
Ein spannender Roman über Willkür und Gewalt im Jugendwerkhof in der DDR. Sorgfältig recherchiert von der Autorin, die selbst in der Bürgerrechtsbewegung engagiert war. Mit Glossar und Wende-Chronik im Anhang."

war klar, daß ich dieses Buch unbedingt Lesen muss.


Da es sich hier um ein Jugendbuch handelt, ist es verständlich geschrieben und auch die Schrift ist recht groß. Einen Abend und die Fahrt zum Potts Park habe ich gebraucht um es durchzulesen. Ich werde es natürlich auch meiner Tochter zu Lesen geben, denn es ist ein Stück Geschichte, die sie ruhig wissen darf. Vielleicht lernt sie es auch zu schätzen, daß sie nicht unter Bewachung steht und ihr das "Wegsperren" nicht passieren kann, falls sie mal auffällig ist oder aus der Reihe tanzt. Ich denke sogar unsere Gefängnisse sind humaner als Torgau, wenn ich Bilder im Fernsehen sehe.


Über Torgau steht dort geschrieben:
Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH)
Existierte in Torgau von 1964 bis 1989. Im Gegensatz zum sogenannten Offenen Jugendhof wurden die Jugendlichen rund um die Uhr eingesperrt und überwacht. Disziplinierungsanstalt, in der die minderjährigen Insassen mit übermässigen Sport, Arbeit (im Buch wird von Schrauben für eine M66, wohl eine Waschmaschine geschrieben) Demütigungen, Drill und harte Strafen umerzogen werden sollte.

Wir lesen außerdem einiges über Kollektiv, FDJ, Glasnost und Perestroika, Mahnwachen, Montagsdemonstrationen und Montagsgebete und vieles, viele mehr, was mir die DDR ein Stück nahe gebracht hat. Ich habe anfangs schon erwähnt, daß ich in dieser Sicht ein echter Laie bin und auch im Schulunterricht habe ich entweder nicht aufgepasst oder es wurde einfach nicht gelehrt. Ein geteiltes Deutschland war einfach eine Tatsache und da wir keine Verwandten in der DDR hatten, wurde auch zuhause nicht darüber gesprochen. Meine beiden älteren Kinder haben es ausführlich in der Schule besprochen und wissen dabei mehr als ich und ich kann eine Menge von ihnen lernen. Der Mauerfall ist nun schon über 20 Jahre her und wir leben in einem vereinigten Deutschland, ob es nun besser oder schlechter ist, dürft ihr für euch persönlich beantworten. Für mich hat sich nichts geändert, außer das ich vorher noch niemand habe sächsisch sprechen gehört habe ;o)

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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Bewertung von pirat aus Bad Berka am 30.07.2011 ***** ausgezeichnet
Das Buch „Weggesperrt“ von Grit Poppe müsst ihr unbedingt lesen. Warum? Ich erkläre es euch. Nachdem die Mutter von Anja einen Ausreiseantrag aus der DDR stellt, wird sie von der Stasi, die für Ordnung im Staat sorgt, verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht. Daraufhin muss ihre Tochter vorübergehend in einen Jugendwerkhof. Dort herrscht strikte Ordnung und jeder Verstoß wird sofort und ohne Ausnahmen bestraft. Allerdings können die Kinder dort bei guter Führung auch für mehrere Stunden in die Stadt. Nach einer gelungenen Flucht kann Anja bei ihren Verwandten eine Zeit lang untertauchen. Doch die Ruhe vor dem Sturm währt nicht lange und die Polizei bekommt sie zu fassen. Daraufhin bringt man sie in den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, dort soo sie „erzogen“ werden. In diesem lernt das Mädchen verbotenerweise Tom kennen. Obwohl der Kontakt zu den Jungen untersagt ist, unterhält sie sich immer öfter mit ihm. Beide schaffen es nach einer gefühlten Ewigkeit auszubrechen und getrennt von einander zu verstecken. In Leipzig finden Tom und Anja sich wieder und gründen die Gruppe Sabotage. Unter anderem demonstrieren die Mitglieder für Frieden. Nachdem die Mauer fällt, trifft Anja durch einen glücklichen Zufall ihre Mutter in Leipzig. Von nun an lebt es sich leichter und der Kampf für die Freiheit ist gewonnen.
Ich kann das Buch nur empfehlen, da die dort beschriebenen Geschehnisse alle wahr sind. Nur die Personen dachte sich die Autorin aus. Für Jugendliche, die sich für die DDR interessieren, ist das der absolute Knaller. Also auf in die nächste Buchhandlung, das Buch kaufen und lesen. Ich verspreche, es wird euch fesseln und manchmal auch etwas schocken. Es könnte die Geschichte eurer Eltern sein.

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Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 14.02.2011 ***** ausgezeichnet
Im Jahr 1988 wird Anja aus ihrem Leben gerissen. Nachdem ihre Mutter einen Ausreiseantrag aus der DDR stellt, wird sie als Staatsfeindin verhaftet und Anja kommt, ohne etwas getan zu haben in einen Jugendwerkshof, in dem sie lernen soll das sozialistische Gedankengut zu schätzen und sich der Masse anzupassen. Die Frage nach dem „Wieso“ beantwortet ihr dabei niemand.
Ein trauriger und leider wahrer Punkt aus unserer Geschichte wird in diesem Buch angesprochen. Zwar sind Protagonisten und Handlung frei erfunden, jedoch beschreiben sie leider den damals allzu realen Alltag in der DDR. Nicht nur Erwachsene wurden wegen „staatsfeindlichen“ Meinungen und Handlungen verfolgt oder eingesperrt, auch Kinder blieben nicht verschont. Wer nicht ins Bild passte wurde umerzogen und genau das soll in diesem Buch auch mit Anja geschehen.
Durch den leicht verständlichen Schreibstil und die Erklärungen am Ende des Buches, ist die Geschichte für Jugendliche ebenso spannend wie für erwachsene Leser.
Man hat Anteil an den Gefühlen und Gedanken der Protagonistin, was mich fast selbst in gewisser Weise betroffen gemacht hat.
„Weggesperrt“ ist ein fesselndes, schockierendes, bewegendes Buch mit genau der richtigen Mischung aus Spannung, Traurigkeit und Hoffnung.

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Bewertung von Bücherwurm aus Leipzig am 18.08.2010 ***** ausgezeichnet
Geschichte des Buches "Weggesperrt" spielt in der Zeit der DDR und basiert auf Zeitzeugenberichten. Nachdem die politisch anders orientierte Mutter der 14-jährigen Anja einen Ausreiseantrag gestellt hat, wird sie von der Staatssicherheit verhaftet. Ihre Tochter kommt in einen Jugendwerkhof. Dort sollen die Kinder mit übermasigem Sport, Arbeiten, Demütigungen und harten Strafen umerzogen werden. Die Kinder dieser Anrichtung werden praktisch gegen einander aufgehetzt. Anja lebt in dieser Zeit mit einer Ungewissheit über das Verbleiben iher Mutter und mit Plänen einer Flucht...
Aus meiner Sicht ist das Buch "Weggesperrt" ein sehr interessantes, jedoch auch schockierendes Buch, welches anhand einer kleinen Familie einer Bruchteil der DDR-Geschichte sehr anschaulich vermittelt. Am Ende der Geschichte hätten mich noch die Schicksale der anderen Betroffenen interessiert. Ich denke, dass das Buch geeignet ist für Leser, die sich für die DDR-Geschichte intressieren. Ich könnte mir vorstellen, das dieses Buch auch für Leute, die in der DDR gelebt haben, interessant sein kann, da diese eventuel mit dem Buch die Zeit der DDR noch einmal aus einer anderen Richtung erleben können.

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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 14.05.2010 ***** ausgezeichnet
Ein tolles Buch hab den Anfang gelesen alles war genau ich habe gedacht ich war das mädchen selber also ein gutes Buch für Jung und alt ich bin TOTAL BEGEISTERT AUSGEZEICHNET

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Bewertung von fraenkie aus Essen am 21.08.2009 ***** ausgezeichnet
Die Geschichte von Anja, die nichts verbrochen hat und trotzdem eingesperrt wird, berührt.
Krass dabei ist, dass es so und so ähnlich tausenden Jugendlichen passiert ist.
Das macht das ohnehin schon spannende Buch noch interessanter.Da die skandalösen Umstände der ehemaligen Jugendwerkhöfe kaum bekannt sind, wirkt das Thema frisch.
Mit gut herausgearbeiteten Charakteren und einer spannender Geschichte sorgt Grit Poppe für großen Lesespaß, verbunden mit wichtiger Aufklärung der damaligen DDR-"Erziehung".

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Grit Poppe 

Weggesperrt

Weggesperrt - Poppe, Grit

Ausgezeichnet mit dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2010

  • Einband: Kartoniert/Broschiert
  • Broschiertes Buch 
 
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SZ-Rezension Perlentaucher-Notizen
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Produktinformation
  • Verlag: Dressler
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 330 S.
  • Seitenzahl: 330
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 135mm x 25mm
  • Gewicht: 394g
  • ISBN-13: 9783791516325
  • ISBN-10: 3791516329
  • Best.Nr.: 26421026

Produktbeschreibung zu "Weggesperrt"

Beschreibung

Niemals aufgeben! Flucht aus dem Erziehungsheim
DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.
Ein spannender Roman über Willkür und Gewalt im Jugendwerkhof in der DDR. Sorgfältig recherchiert von der Autorin, die selbst in der Bürgerrechtsbewegung engagiert war. Mit Glossar und Wende-Chronik im Anhang.

06.05.2011

Gut und günstig

Taschenbücher
GRIT POPPE: Weggesperrt. Oetinger Taschenbuch (0056) 2011. 331 Seiten, 6,95 Euro.
(Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2010)
Anjas Mutter war anders als die Mütter ihrer Freundinnen, sie war widerspenstig, verrückt und manchmal sogar leichtsinnig. Und oft genug wurde sie von der Stasi beschattet und verwarnt. Doch jetzt war sie einen Schritt zu weit gegangen, findet Anja. Aus Protest gegen die Verhaftung ihrer Freundin Thea hatte sie eine Mahnwache veranstaltet, Zettel verteilt und getrommelt, und nun bekamen sie die Quittung. Es half ihnen wenig, dass sie die Verfolger erst mal abschütteln konnten und sich diebisch freuten. „An diesen kurzen trügerischen Moment der Erleichterung würde Anja noch denken – später. Später, als sie allein war, mutterseelenallein. Dort.“ Dort, das ist der so genannte Jugendwerkhof Torgau, eine Einrichtung der Jugendhilfe der DDR, wo Heranwachsende umerzogen und diszipliniert werden sollten. Grit Poppe schreibt dazu in der Nachbemerkung zu ihrem Roman: „Das Gebäude des GJWH Torgau war wie ein Gefängnis eingerichtet und …

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Bewertung von Mel.E aus L. am 24.10.2011
*****
ausgezeichnet
Heute möchte ich euch ein Jugendbuch vorstellen, welches mich in unserer Bücherei dadurch angesprochen hat, da das Cover wirklich aufdringlich wirkt. Zu sehen ist eine verschlossene Tür, durch die ein paar blaue Augen hindurchsehen. Nachdem ich dann den Klappentext gelesen habe:

Niemals aufgeben! Flucht aus dem Erziehungsheim
"DDR 1988: Anjas Mutter stellt einen Ausreiseantrag aus der DDR und wird von der Stasi verhaftet. Die 14-jährige kommt in einen Jugendwerkhof, eine Einrichtung der Jugendhilfe. Geschockt von der Willkür der Erzieher, der Gewalt und dem Drill, will Anja bald nur noch fliehen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber nur für kurze Zeit. Anja fragt sich immer wieder, was sie eigentlich verbrochen hat. Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie nach Torgau, in eine geschlossene Einrichtung. Dort lernt sie Tom kennen, der wie sie nicht aufgeben will.
Ein spannender Roman über Willkür und Gewalt im Jugendwerkhof in der DDR. Sorgfältig recherchiert von der Autorin, die selbst in der Bürgerrechtsbewegung engagiert war. Mit Glossar und Wende-Chronik im Anhang."

war klar, daß ich dieses Buch unbedingt Lesen muss.


Da es sich hier um ein Jugendbuch handelt, ist es verständlich geschrieben und auch die Schrift ist recht groß. Einen Abend und die Fahrt zum Potts Park habe ich gebraucht um es durchzulesen. Ich werde es natürlich auch meiner Tochter zu Lesen geben, denn es ist ein Stück Geschichte, die sie ruhig wissen darf. Vielleicht lernt sie es auch zu schätzen, daß sie nicht unter Bewachung steht und ihr das "Wegsperren" nicht passieren kann, falls sie mal auffällig ist oder aus der Reihe tanzt. Ich denke sogar unsere Gefängnisse sind humaner als Torgau, wenn ich Bilder im Fernsehen sehe.


Über Torgau steht dort geschrieben:
Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH)
Existierte in Torgau von 1964 bis 1989. Im Gegensatz zum sogenannten Offenen Jugendhof wurden die Jugendlichen rund um die Uhr eingesperrt und überwacht. Disziplinierungsanstalt, in der die minderjährigen Insassen mit übermässigen Sport, Arbeit (im Buch wird von Schrauben für eine M66, wohl eine Waschmaschine geschrieben) Demütigungen, Drill und harte Strafen umerzogen werden sollte.

Wir lesen außerdem einiges über Kollektiv, FDJ, Glasnost und Perestroika, Mahnwachen, Montagsdemonstrationen und Montagsgebete und vieles, viele mehr, was mir die DDR ein Stück nahe gebracht hat. Ich habe anfangs schon erwähnt, daß ich in dieser Sicht ein echter Laie bin und auch im Schulunterricht habe ich entweder nicht aufgepasst oder es wurde einfach nicht gelehrt. Ein geteiltes Deutschland war einfach eine Tatsache und da wir keine Verwandten in der DDR hatten, wurde auch zuhause nicht darüber gesprochen. Meine beiden älteren Kinder haben es ausführlich in der Schule besprochen und wissen dabei mehr als ich und ich kann eine Menge von ihnen lernen. Der Mauerfall ist nun schon über 20 Jahre her und wir leben in einem vereinigten Deutschland, ob es nun besser oder schlechter ist, dürft ihr für euch persönlich beantworten. Für mich hat sich nichts geändert, außer das ich vorher noch niemand habe sächsisch sprechen gehört habe ;o)
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Bewertung von pirat aus Bad Berka am 30.07.2011
*****
ausgezeichnet
Das Buch „Weggesperrt“ von Grit Poppe müsst ihr unbedingt lesen. Warum? Ich erkläre es euch. Nachdem die Mutter von Anja einen Ausreiseantrag aus der DDR stellt, wird sie von der Stasi, die für Ordnung im Staat sorgt, verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht. Daraufhin muss ihre Tochter vorübergehend in einen Jugendwerkhof. Dort herrscht strikte Ordnung und jeder Verstoß wird sofort und ohne Ausnahmen bestraft. Allerdings können die Kinder dort bei guter Führung auch für mehrere Stunden in die Stadt. Nach einer gelungenen Flucht kann Anja bei ihren Verwandten eine Zeit lang untertauchen. Doch die Ruhe vor dem Sturm währt nicht lange und die Polizei bekommt sie zu fassen. Daraufhin bringt man sie in den geschlossenen Jugendwerkhof Torgau, dort soo sie „erzogen“ werden. In diesem lernt das Mädchen verbotenerweise Tom kennen. Obwohl der Kontakt zu den Jungen untersagt ist, unterhält sie sich immer öfter mit ihm. Beide schaffen es nach einer gefühlten Ewigkeit auszubrechen und getrennt von einander zu verstecken. In Leipzig finden Tom und Anja sich wieder und gründen die Gruppe Sabotage. Unter anderem demonstrieren die Mitglieder für Frieden. Nachdem die Mauer fällt, trifft Anja durch einen glücklichen Zufall ihre Mutter in Leipzig. Von nun an lebt es sich leichter und der Kampf für die Freiheit ist gewonnen.
Ich kann das Buch nur empfehlen, da die dort beschriebenen Geschehnisse alle wahr sind. Nur die Personen dachte sich die Autorin aus. Für Jugendliche, die sich für die DDR interessieren, ist das der absolute Knaller. Also auf in die nächste Buchhandlung, das Buch kaufen und lesen. Ich verspreche, es wird euch fesseln und manchmal auch etwas schocken. Es könnte die Geschichte eurer Eltern sein.
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Bewertung von MinnieMay aus Dortmund am 14.02.2011
*****
ausgezeichnet
Im Jahr 1988 wird Anja aus ihrem Leben gerissen. Nachdem ihre Mutter einen Ausreiseantrag aus der DDR stellt, wird sie als Staatsfeindin verhaftet und Anja kommt, ohne etwas getan zu haben in einen Jugendwerkshof, in dem sie lernen soll das sozialistische Gedankengut zu schätzen und sich der Masse anzupassen. Die Frage nach dem „Wieso“ beantwortet ihr dabei niemand.
Ein trauriger und leider wahrer Punkt aus unserer Geschichte wird in diesem Buch angesprochen. Zwar sind Protagonisten und Handlung frei erfunden, jedoch beschreiben sie leider den damals allzu realen Alltag in der DDR. Nicht nur Erwachsene wurden wegen „staatsfeindlichen“ Meinungen und Handlungen verfolgt oder eingesperrt, auch Kinder blieben nicht verschont. Wer nicht ins Bild passte wurde umerzogen und genau das soll in diesem Buch auch mit Anja geschehen.
Durch den leicht verständlichen Schreibstil und die Erklärungen am Ende des Buches, ist die Geschichte für Jugendliche ebenso spannend wie für erwachsene Leser.
Man hat Anteil an den Gefühlen und Gedanken der Protagonistin, was mich fast selbst in gewisser Weise betroffen gemacht hat.
„Weggesperrt“ ist ein fesselndes, schockierendes, bewegendes Buch mit genau der richtigen Mischung aus Spannung, Traurigkeit und Hoffnung.
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Bewertung von Bücherwurm aus Leipzig am 18.08.2010
*****
ausgezeichnet
Geschichte des Buches "Weggesperrt" spielt in der Zeit der DDR und basiert auf Zeitzeugenberichten. Nachdem die politisch anders orientierte Mutter der 14-jährigen Anja einen Ausreiseantrag gestellt hat, wird sie von der Staatssicherheit verhaftet. Ihre Tochter kommt in einen Jugendwerkhof. Dort sollen die Kinder mit übermasigem Sport, Arbeiten, Demütigungen und harten Strafen umerzogen werden. Die Kinder dieser Anrichtung werden praktisch gegen einander aufgehetzt. Anja lebt in dieser Zeit mit einer Ungewissheit über das Verbleiben iher Mutter und mit Plänen einer Flucht...
Aus meiner Sicht ist das Buch "Weggesperrt" ein sehr interessantes, jedoch auch schockierendes Buch, welches anhand einer kleinen Familie einer Bruchteil der DDR-Geschichte sehr anschaulich vermittelt. Am Ende der Geschichte hätten mich noch die Schicksale der anderen Betroffenen interessiert. Ich denke, dass das Buch geeignet ist für Leser, die sich für die DDR-Geschichte intressieren. Ich könnte mir vorstellen, das dieses Buch auch für Leute, die in der DDR gelebt haben, interessant sein kann, da diese eventuel mit dem Buch die Zeit der DDR noch einmal aus einer anderen Richtung erleben können.
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Bewertung von unbekanntem Benutzer am 14.05.2010
*****
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Bewertung von fraenkie aus Essen am 21.08.2009
*****
ausgezeichnet
Die Geschichte von Anja, die nichts verbrochen hat und trotzdem eingesperrt wird, berührt.
Krass dabei ist, dass es so und so ähnlich tausenden Jugendlichen passiert ist.
Das macht das ohnehin schon spannende Buch noch interessanter.Da die skandalösen Umstände der ehemaligen Jugendwerkhöfe kaum bekannt sind, wirkt das Thema frisch.
Mit gut herausgearbeiteten Charakteren und einer spannender Geschichte sorgt Grit Poppe für großen Lesespaß, verbunden mit wichtiger Aufklärung der damaligen DDR-"Erziehung".
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

08.10.2009

Rezensentin Susanne Schädlich hat Grit Poppes Geschichte der 14-jährigen Anja, die in das berüchtigte DDR-Jugendgefängnis Torgau eingesperrt wird, mit großer Anteilnahme gelesen und begrüßt es nachdrücklich, dass dieser wenig bekannte Teil der DDR-Geschichte ins Gedächtnis gerückt wird. Ohne Sentimentalität und in nüchternem Ton schildere die Autorin, die selbst in der DDR aufgewachsen ist, die sadistische Gefängniswelt und die Verzweiflung der Inhaftierten. Und wenn sich Schädlich auch manchmal ein klein bisschen weniger "Larmoyanz" auf Seiten der Heldin gewünscht hätte, so lobt sie den Jugendroman insgesamt dennoch als wichtig und berührend.

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Autorenporträt zu "Grit Poppe"

Grit Poppe, geboren 1964, studierte am Literaturinstitut in Leipzig und veröffentlichte Kurzgeschichten und Erzählungen.2010 mit dem "Gustav-Heinemann-Friedenspreis für Kinder- und Jugendbücher" ausgezeichnet.

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4,95 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,6% ansehen
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