Das Glück in glücksfernen Zeiten - Genazino, Wilhelm

Wilhelm Genazino 

Das Glück in glücksfernen Zeiten

Roman. Ausgezeichnet mit dem Rinke-Preis 2010

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Das Glück in glücksfernen Zeiten

Die ironische und brillante Analyse eines Menschen, der am alltäglichen Dasein verzweifelt.

Der Arbeitsmarkt kennt keine Gnade, erst recht nicht für promovierte Philosophen. Daher nimmt Gerhard Warlich einen Job in einer Großwäscherei an und richtet sich ein in seiner wenig aufregenden, aber sicheren Existenz. Doch als sich seine Freundin Traudel ein Kind wünscht, gerät Warlich, der am liebsten nur halbtags leben möchte, völlig aus dem Tritt. Genazino erzählt diese Geschichte eines traurigen Helden, eines an Details leidenden Alltagsmelancholikers, und seiner viel weniger traurigen Freundin, mit verblüffender Lakonie.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 160 S. 191 mm
  • Seitenzahl: 157
  • dtv Taschenbücher Bd.13950
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 121mm x 13mm
  • Gewicht: 173g
  • ISBN-13: 9783423139502
  • ISBN-10: 3423139501
  • Best.Nr.: 29740040
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.03.2009

Das Zwangsabo Wirklichkeit
Wilhelm Genazino erfindet einen Helden, der am liebsten nur halbtags leben würde und „Das Glück in glücksfernen Zeiten” umkreist Von Helmut Böttiger
Ungefähr alle zwei Jahre legt Wilhelm Genazino mit verlässlicher Regelmäßigkeit einen cirka 150 Seiten umfassenden Roman vor. Das geht schon seit Jahrzehnten so, abseits zunächst und hinter dem Rücken der einschlägigen Tagestrommler, dann plötzlich mitten im Rampenlicht. Genazino lässt sich davon nichts anhaben. Seine Figuren wirken immer wie verkappte Ich-Figuren, aber sie gehen im Gegensatz zu ihrem Schöpfer eher unscheinbaren Tätigkeiten nach, sie sind kleine kaufmännische Angestellte oder kleine Dozenten in der Volkshochschule, sie irren in den zeitgenössischen Fußgängerzonen herum und halten sich bevorzugt in Stehimbissen auf, mit Resopal-Furnieren und zweckmäßigem abwaschbarem Plastikgeschirr. Sie wissen, dass im Grunde alles Wahnsinn ist, und sind ständig damit beschäftigt, ihm zu entkommen. Das ist auch jetzt wieder so, in dem kleinen Roman mit dem Titel „Das Glück in glücksfernen Zeiten”.
Und doch hat sich etwas verschoben, unmerklich zwar, aber im …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Gerhard Warlich ist promovierter Philosoph und hat es damit bis zum Organisationsleiter einer Großwäscherei geschafft. Überqualifiziert!, meinte nicht nur einst sein Chef, das meint auch ganz spontan der Leser. In Wirklichkeit bestreitet der Held in Genazinos neuem Roman nur so nebenbei sein Leben, denn Warlichs Haupttätigkeit besteht im ständigen Reflektieren des eigenen Ichs und in der ironisch-distanzierten Beobachtung seiner Umwelt. Als seine Freundin Traudel den 41-Jährigen mit ihrem Kinderwunsch überrascht, läuft Warlichs Leben ganz sanft aus dem Ruder. Er lässt es bewusst geschehen, und der Leser merkt: Da bröckelt eine Fassade. Aber leidet Warlich wirklich an einer Depression? Oder spielt er allen nur was vor - so wie seinem alten Studienfreund Gerd Angermann, der es nach seiner Promotion über Nietzsche zum Medienbeauftragten der Hessischen Volkshochschulen brachte und dem er von beruflichen Plänen erzählt, die nur in seiner Fantasie existieren? Genazinos Sprache, die er seinem Protagonisten überlässt, ist schlicht und genau und geprägt von einem Hauch von Wehmut. (jw)

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Klug, heiter und manchmal "angenehm traurig" findet Rezensent Otto A. Böhmer das neue Buch von Wilhelm Genazino. Es gehe, schreibt der Rezensent, um das "Anspruchsdenken des Glücks" und als Protagonist wird ein studierter Philosoph Anfang vierzig vorgestellt, der als leitender Angestellter einer Großwäscherei sein Geld verdient und dessen Freundin ihn eines Tages mit dem Wunsch konfrontiert, Mutter werden zu wollen. Dies richtet, lesen wir, im Männerweltbild einiges an Verwirrung an, was erst zu Verhaltensauffälligkeiten und am Ende zur Entlassung des Mannes führt. Am Ende findet er Frieden in der Psychiatrie. Auch die Botschaft des Romans, dass nämlich Glück nicht zwingend glücklich macht, imponiert dem Rezensenten außerordentlich.

© Perlentaucher Medien GmbH
Wilhelm Genazino, geb. 1943 in Mannheim, lebt heute als freier Schriftsteller in Frankfurt am Main. 1998 erhielt er den 'Großen Literaturpreis' der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und 2004 den 'Georg-Büchner-Preis'. 2007 wurde Wilhelm Genazino mit dem 'Kleist-Preis' und der 'Corine' ausgezeichnet. 2010 erhielt er den 'Rinke-Sprachpreis'.

Videoclip zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten"

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