Bitterfotze - Sveland, Maria

Maria Sveland 

Bitterfotze

Roman

Aus d. Schwed. v. Regine Elsässer
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Bitterfotze

"Dieses Buch kann mehr für die Gleichberechtigung tun als alle Reden dieser Welt." Expressen

Ein Roman, der hier im Haus so heftige Diskussionen auslöste, dass ein (männlicher) Kollege beleidigt das Zimmer verließ und noch Stunden später kleine Grüppchen auf dem Gang zusammenstanden, um sich auszutauschen. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist ein Thema, das leider nichts von seiner Aktualität verloren hat, im Gegenteil: Es war schon mal besser, und die Lorbeeren, auf denen sich viele ausruhen, sind längst vertrocknet.
Sara entflieht dem dunklen Januar und ihrer Winterdepression und reist für eine Woche allein nach Teneriffa. Sie ist Mutter eines zweijährigen Jungen und enttäuscht - vom Kinderkriegen, von ihrem Mann, der sie gleich nach der Geburt ein paar Wochen alleine ließ, von der Gesellschaft, in der immer noch die Männer dominieren. Auf Teneriffa hat sie Zeit, über alles nachzudenken und zu beobachten: warum Frauen bitterfotzig werden, an welchen Punkten die Ungleichbehandlung offensichtlich wird und wie hoffnungslos alles ist, wenn bereits in der Zweierbeziehung so vieles falsch läuft.
Ein Buch, das in Schweden die Bestsellerliste anführte, von einer Autorin, die eine Revolution will und sich keineswegs mit dem zufrieden gibt, was vermeintlich schon alles erreicht wurde. Laut, kompromisslos und ehrlich haut Maria Sveland uns ihren bitterfotzigen Zorn um die Ohren, und jede Frau, die versucht, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen, wird zustimmend nicken. Und wütend werden.
Lesen und aufregen!


Produktinformation

  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 262 S.
  • Seitenzahl: 272
  • KiWi Taschenbücher Nr.1084
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 17mm
  • Gewicht: 206g
  • ISBN-13: 9783462040838
  • ISBN-10: 3462040839
  • Best.Nr.: 25552164
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Charlotte Roches "Feuchtgebiete" wollte man bei Kiepenheuer & Witsch nicht veröffentlichen. Fehler! Nun kommt der Versuch einer Wiedergutmachung: Maria Svelands "Bitterfotze" wurde in Schweden als der Gleichberechtigungsroman schlechthin gefeiert. Die Icherzählung einer jungen Mutter, die mit der Rollenverteilung in der Gesellschaft im Allgemeinen und ihrer Ehe im Besonderen unzufrieden ist, ist allerdings nicht ansatzweise so böse, wie der Klappentext behauptet, und obendrein gespickt mit klischeehaften Mann-Frau-Episoden. Oder findet's irgendjemand revolutionär, Männern vorzuwerfen, sie seien wortkarg? (jul)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Das von Tanja Fornanos mit "sanfter Bestimmtheit statt demonstrativer Rotzigkeit" aufgenommene Hörbuch findet Felicitas von Lovenberg immerhin erträglicher als den Roman von Maria Sveland. Als Hauptadressaten des Textes macht Lovenberg den männlichen Teil der Schöpfung aus, der, wie sie bedauernd vermutet, so eine "Klageschrift" allerdings nicht freiwillig in die Hand nehmen würde. Nicht ohne Grund, findet Lovenberg. Denn bei Sveland kriegt der Mann sein Fett weg. Die Frau in ihrer tiefen Enttäuschung über ihr Ehe- und Mutterdasein haut auf ihn ein. Svelands Hauptfigur allerdings wirkt auf Lovenberg kaum überzeugend, sie "denkt selbst schematisch" und fällt nach Meinung der Rezensentin hinter Errungenschaften, wie das selbstbestimmte Handeln der Frau, zurück.

© Perlentaucher Medien GmbH
Maria Sveland, geboren 1974, absolvierte ein Studium am Institut für Film- und Fernsehwissenschaften in Stockholm und arbeitet seitdem als TV- und Hörfunkjournalistin. Verheiratet, zwei Söhne.

Kundenbewertungen zu "Bitterfotze" von "Maria Sveland"

4 Kundenbewertungen (Durchschnitt 3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** gut)
***** ausgezeichnet
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(1)
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(2)
***** weniger gut
 
(1)
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Bewertung von sueorange am 25.06.2009 ***** gut
Sara ist dreißig, Journalistin und Mutter eines zweijährigen Jungen. In diesem Januar nimmt sie sich eine Auszeit von ihrer Familie, lässt den Sohn bei seinem Vater und reist für eine Woche alleine nach Teneriffa. Hier beobachtet sie andere Paare und macht sich Gedanken über die Zweierbeziehung und über die Ungleichbehandlung von Frau und Mann.

Sie nimmt sich Zeit ihr bisheriges Leben zu reflektieren und fragt sich, was sie so bitterfotzig werden ließ. So erfahren wir, wie es ihr kurz nach der Geburt ihres Kindes erging, wie alleingelassen sie sich fühlte, von ihrem Mann, der in dieser Zeit oft geschäftlich unterwegs war. Zu dem gibt Sara uns Einblick in Erlebnisse ihrer Kindheit und Jugend. In ihrer Bitterkeit greift die Protagonistin Themen auf, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen, Themen, die Frauen betreffen, die versuchen Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Diese Themen sind nach wie vor aktuell und ich finde es ganz gut, dass die Autorin sie in einen Roman eingearbeitet hat und kein Sachbuch schrieb.

Natürlich hat sie manches etwas überspitzt formuliert und manches verallgemeinert, aber es ist ja auch nicht total aus der Luft gegriffen... es hat sich in punkto Gleichstellung schon einiges getan, aber auch sicherlich noch nicht genug. Von daher finde ich es gut, dass die Autorin mit diesem Buch die Diskussion am Laufen hält.

Dieses Buch ist bissig, mutig und zornig - manchmal ein wenig pessimistisch- aber es enthält auch einiges wahres und es liest sich um einiges angenehmer und flüssiger als ein Sachbuch.

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Bewertung von Nina [libromanie.de] am 15.06.2009 ***** weniger gut
Auf den ersten Blick könnte es Sara richtig gut gehen. Sie ist 30 Jahre jung, führt ein Leben in Wohlstand, hat einen liebenden Ehemann, einen gesunden zweijährigen Sohn und einen tollen Job als Journalistin. Sie hat sogar einen eigenen Therapeuten, dem sie immer mal wieder ihre seelischen Wehwehchen klagt.
Und auf den zweiten Blick? Geht es ihr immer noch gut. Nur dass Sara das selbst leider nicht sieht und sich – um zu dieser Erkenntnis zu kommen – erstmal eine einwöchige Auszeit auf Teneriffa nehmen muss.
Dort sitzt sie entweder im Frühstücksraum oder auf ihrem Balkon herum, liefert zynische Analysen zum Beziehungsstand der anderen Urlauber ab (Merke: Glückliche Ehen gibt es nicht!) und macht sich Gedanken: über die Ungleichbehandlung der Frau in der Gesellschaft, die sich durch sämtliche Lebensbereiche zieht, vor allem aber schon in der Partnerschaft anfängt.

«Lesen und aufregen!» So will es der Verlag. Gelesen habe ich das Buch. Aufgeregt habe ich mich auch. Aber nicht über die Ungerechtigkeiten zwischen Mann und Frau, die auch heute natürlich noch bestehen - sei es im Beruf, im Haushalt oder bei der Kindererziehung. Selbstverständlich schüttele ich erbost den Kopf, wenn ich lesen muss, dass etwa die Scheidungsrate bei an Gebärmutterkrebs erkrankten Frauen doppelt so hoch ist wie bei gesunden, während das Risiko einer Scheidung bei Prostatapatienten geringer ist als bei gesunden Männern. Oder dass Frauen mehr Organe spenden als Männer, Organempfänger aber überwiegend männlich sind.
Wirklich geärgert habe ich mich aber nicht über diese, meist sehr pauschalisierten Aussagen, sondern über Sara, die ohne Ende pessimistisch ist und sich letztlich nur selbst im Weg steht. Sämtlichen Frust schiebt sie den Männern in ihrem Leben in die Schuhe – ihren früheren Liebhabern, dem Vater, dem Lehrer, den Kollegen. Mag sein, dass diese sie nicht immer korrekt behandelt haben, aber dafür hat frau ja auch einen Mund, den sie aufmachen kann. Sara hingegen frisst lieber alles in sich hinein, fügt sich und projiziert ihre Wut über eine entzündete Brustwarze während der Stillzeit auf ihren Mann. Das frustriert nicht nur sie, sondern den Leser gleich noch mit.

Auch handlungsmäßig überzeugt das Buch nicht. Denn eine richtige Handlung gibt es eigentlich nicht. Sara flieht nach Teneriffa, sitzt dort, grübelt ein bisschen, fliegt zurück.
Zwischendurch bekommt man kurze Episoden aus Saras Vergangenheit zu lesen; Erzählungen, die sich zumeist um ihre unglückliche Kindheit mit einer duckmäusigen Mutter und einem alkoholabhängigen Vater sowie eine recht freizügige Jugend drehen. Diese lassen zwar Saras Verhalten nachvollziehbarer erscheinen, erklären aber nicht, warum nun Frauen im Allgemeinen mit der Zeit scheinbar zwangsläufig bitterfotzig verbittert werden.
Die ständigen Einschübe aus dem Buch ‚Angst vorm Fliegen’ von Erica Jong, die gewisse Parallelen zu Saras Situation aufweisen und auf die sie sich deshalb bezieht, unterbrechen nur den Lesefluss und machen überdies den Eindruck, als ob sie das Buch nur ein bisschen aufbauschen sollen.

Sprachlich geht die Geschichte zwar durchaus mal unter die Gürtellinie, ist aber nicht so vulgär, wie der Titel vermuten lassen würde. Zumindest wenn man davon absieht, dass man das Wort «Bitterfotze» am Anfang mindestens zweimal pro Seite zu lesen bekommt. Der Stil liest sich einfach und flüssig. Wortwitz oder dergleichen sucht man jedoch vergebens.
Und überhaupt weiß man die ganze Zeit nicht so recht, inwieweit das Buch nun fiktiv/autobiografisch ist. Zwar war der Hintergedanke der Autorin, mit einem Roman mehr Leser erreichen zu können als mit einem Sachbuch, aber ein richtiges Romanlesegefühl kam bei mir nicht wirklich auf.

FAZIT: Männer werden dieses rosa Büchlein wahrscheinlich gar nicht erst lesen und Frauen werden sich selbst/ihre Mutter/Großmutter in mancher Situation sicher wieder erkennen, aber die von der Autorin gewünschte Revolution werden sie vermutlich eher nicht starten.

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Bewertung von anette1809 - katzemitbuch.blogspot.com aus Sulzheim am 09.04.2009 ***** gut
In Maria Svelands Debutroman „Bitterfotze“ geht es um Sara, die sich eine kurze Auszeit von Mann und Kind nimmt, und alleine nach Teneriffa flüchtet vom „Muttersein“ und „Ehefrausein“.
Im Gegensatz zu Männern, die nicht immer zu 100% ihre Rollen erfüllen müssen, denen es schon hoch angerechnet wird, wenn sie 2 Monate in Elternzeit gehen, wird es bei Frauen nicht gern gesehen, wenn sie sich einige Tage Auszeit nehmen. Zumindest ist das so in den Augen von Sara.
Ein großes Minus gibt es von mir für die extreme Verbittertheit von Sara, die leider nicht immer nachzuvollziehen ist, weil sie nur dadurch untermauert wird, dass alles pauschalisiert und verallgemeinert wird, und wahrscheinlich auf jeder Seite des Buches mindestens einmal das Wort „Bitterfotze“ oder „bitterfotzig“ auftaucht. Statt, dass der Leser versucht mit Sara mitzufühlen, ruft diese Art des Schreibens eher eine Aggressivität gegen die Protagonistin hervor. Ich weiß nicht, ob die Autorin das damit bezwecken wollte. Vielleicht bei den männlichen Lesern? Aber wird das Buch überhaupt männliche Leser ansprechen?
Vorm Leseabbruch bewahrt hat mich Folgendes: die Rückblenden in Saras Kindheit, die ihre gegenwärtige Stimmung dem Leser verständlicher machen, und die etwas positivere Stimmung zum Ende des Buches hin. Das hat mich auch dazu veranlasst, dieses Buch gerade noch mit 3 Sternen zu bewerten.
Nach dem Lesen des Klappentextes hätte ich mir von dem Buch mehr versprochen und ich bin enttäuscht, dass die Autorin aus dem Thema, das dem Buch zu Grunde liegt, nicht mehr gemacht hat! Kein Buch, zu dem ich ein zweites Mal greifen würde.

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Bewertung von urlaubsbille am 15.03.2009 ***** sehr gut
Mir hat das Buch gut gefallen. Der Schreibstil ist einfach und flüssig.
Als zweifache Mutter konnte ich viele beschriebenen Situationen gut nachvollziehen und zustimmen. An manchen Stellen wird sehr stark pauschalisiert.
Mich hat die depressive, pessimistische Stimmung gestört. Wenn ich mit meinem Leben so unzufrieden bin, muss ich nach Alternativen bzw. Auswegen suchen. Es kam wenig positive Stimmung rüber. Gut, Sara hat auch einen Mangel an Selbstbewusstsein, was sicherlich ein Umdenken sehr erschwert

Für mich ist es ein Buch, das anregt zum Nachdenken und Diskutieren.

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