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Warum sind wir so, wie wir sind? Was ist in der Familie angelegt, was erworben? Was können wir selbst bestimmen?
Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung. Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller "Der König aller Krankheiten" beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an…mehr

Produktbeschreibung
Warum sind wir so, wie wir sind?
Was ist in der Familie angelegt, was erworben?
Was können wir selbst bestimmen?

Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung.
Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller "Der König aller Krankheiten" beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an Schizophrenie leidet - wie auffällig viele seiner Verwandten. Fasziniert beginnt Mukherjee sich mit der Geschichte der Gene zu beschäftigen: Von den Erbsenkreuzungen Mendels bis zur neuesten Gen-Bearbeitungs-Methode CRISPR schreibt Mukherjee den spannenden Roman einer wissenschaftlichen Suche und verwebt ihn mit der Geschichte seiner Familie. Packend und einzigartig.
"Wer wissen will, was es bedeutet, Mensch zu sein, sollte dieses Buch lesen." Boston Globe
"Eine inspirierende und ungemein bewegende Lektüre." San Francisco Chronicle
"Glänzend ..." James Gleick, New York Times Book Review
"Ein leidenschaftliches Buch, eine bündige Darstellung und voller unbekannter Details über bekannte Leute." The New York Times
"Meisterhaft aufgebaut, wunderbar erzählt (...) Mukherjee ist ein Genie darin, zutiefst menschliche Geschichten hinter abstrakten Ideen zu entdecken."
Andrew Solomon, Washington Post
"Lesen Sie dieses Buch, so werden Sie auf die Zukunft bestens vorbereitet sein. "
Sunday Times
Autorenporträt
Mukherjee, Siddhartha
Siddhartha Mukherjee, der 2011 den Pulitzer Preis gewann, ist Mediziner und Autor. Sein Buch »Der König aller Krankheiten: Krebs - eine Biographie« war ein weltweiter Erfolg. In seinem Labor arbeitet er in erster Linie in der Krebs- und Stammzellenforschung. Er lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in New York.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 18.07.2017

Wie lesbar doch die DNA einmal war
Siddharta Mukherjee folgt dem Weg von Mendel bis zur medizinischen Genetik

Dem Konzept des Gens wird in den letzten Jahren ein widersprüchliches Schicksal bereitet. In der Populärwissenschaft und in der Presse scheint die Idee des "Gens für irgendeine Eigenschaft" gesund und wohlauf, und Unternehmen wie 23andMe oder AncestryDNA versprechen, Licht in das Dunkel individueller Abstammung zu bringen oder sogar individuelle Gesundheitsrisiken abzuschätzen. In der medizingenetischen Grundlagenforschung dagegen verliert der Begriff des Gens immer mehr an Kontur: Die Zahl Eiweiß kodierender Gene wurde seit den achtziger Jahren drastisch von 100 000 auf 20 000 reduziert, manche können vorwärts und rückwärts gelesen werden, die meisten Gene haben nur kleine Wirkungen auf die meisten Eigenschaften, und 99 Prozent der gesamten DNA haben keine offensichtliche Funktion. Die Vorstellung von Genen als physischen Dingen, die in Reih und Glied auf den Chromosomen angeordnet sind und Eigenschaften kodieren - und nur ihrer Entdeckung harren -, ist völlig überholt. Die Geschichte des Gens zu schreiben ist unter solchen Umständen keine einfache Aufgabe.

Der Herausforderung, dem Konzept des Gens historische Tiefe zu geben und gleichzeitig seine aktuelle Bedeutung zu vermessen, ist das Thema des neuen Buches des Arztes Siddhartha Mukherjee. Wie in seinem ersten Buch, "Der König aller Krankheiten" (F.A.Z. vom 22. Februar 2012), verbindet Mukherjee auch in seinem neuen Werk Historisches, Persönliches und Wissenschaftliches. Die erste Hälfte des Buches ist vor allem der Geschichte der Genetik gewidmet. In dieser Rekonstruktion der Geschichte des Gens tappt Mukherjee prompt in eine Falle, wie es für praktizierende Wissenschaftler typisch ist, die sich als Historiker versuchen: Die Vergangenheit wird präsentiert als eine unvermeidliche Entwicklung hin zur "Wahrheit", die im gegenwärtigen Stand der Wissenschaft ihren Ausdruck findet. Ihre Uneindeutigkeit wird übertüncht, indem historische Experimente im Licht aktueller Ergebnisse interpretiert werden anstatt innerhalb des damaligen theoretischen Rahmens.

Ein weiteres Stilmittel dieser Art von Geschichtsschreibung ist es, das revolutionäre Handeln einsamer Helden zu betonen. Ein auch von Mukherjee benutztes Paradebeispiel dafür ist Gregor Mendel, der angeblich einsam und isoliert in Brünn seine bahnbrechenden Entdeckungen machte. Übersehen wird dabei, dass Mendel eingebunden war in ein regionales Netzwerk von Landwirten, die ihre Pflanzen und Tiere durch Züchtung verbessern wollten, und schon zwanzig Jahre vor Mendels Versuchen aktiv waren. Mendels und Darwins Errungenschaften werden von Mukherjee mit Hilfe des Informationsbegriffes gedeutet, der erst in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts Einzug in die Genetik hielt. Aber in Büchern wie diesem von Mukherjee geht es nicht um methodisch überzeugende Historiographie, sondern um Geschichte als Kulisse für eine die Leser fesselnde Erzählung über Gegenwart und Zukunft.

Mukherjee zeigt seine Stärken als Autor sehr viel überzeugender im zweiten Teil, wenn er aus der Perspektive des Arztes schreibt und dabei auf die Einsichten der modernen Genetik kommt. Er weiß, wie kompliziert das Verhältnis von Genotyp zu Phänotyp ist und dass Gene uns nicht vorschreiben können, wie menschliche Vielfalt zu kategorisieren ist. Er beschreibt ausführlich die zu hohen Erwartungen und Versprechungen der frühen medizinischen Genetik und ist vertraut mit ihren Beschränkungen, was Diagnose, Beratung und Behandlung betrifft.

Hier kommt bei Mukherjee das persönliche Element ins Spiel. Er schildert eindrücklich das Schicksal seiner beiden Onkel, die beide an Schizophrenie leiden und bei denen die Krankheit mit außergewöhnlichen Talenten einherging. In seinen dreizehn Punkten für den Entwurf eines Manifestes einer postgenomischen Welt schreibt Mukherjee am Ende des Buches, dass Normalität die Antithese zur Evolution sei. Der Fall seiner Onkel zeige, wie viel die Menschheit zwar möglicherweise gewinnen könne, wenn Krankheiten sich durch Eingriffe ins Genom erfolgreich behandeln lassen. Doch deutet das Beispiel auch an, welche Verluste mit einer Homogenisierung und Normalisierung, die sich Gentherapien verdanken, verknüpft sein könnten. Wie erfolgreich die medizinische Genetik in Zukunft vielleicht auch sein wird: Mukherjee zeigt, dass sie allein nie ausreichen wird, um Ziele und Ideale einer humanen Medizin zu erfüllen.

THOMAS WEBER

Siddhartha Mukherjee:

"Das Gen". Eine sehr

persönliche Geschichte.

Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017. 766 S., geb., 26,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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[Das] persönliche Engagement sorgt dafür, dass sich das Buch streckenweise liest wie ein Krimi. Inge Wünnenberg Technology Review 20170701