Das wilde Leben der Vögel - Sontag, Walter A.
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Persönlichkeiten mit ausgeprägten Eigenheiten gibt es keineswegs nur unter Menschen und anderen Säugetieren, sondern auch im Vogelreich. Der in Wien lebende und in aller Welt forschende Ornithologe Walter A. Sontag berichtet in diesem leidenschaftlichen Buch über die erstaunlichsten Vogelbeobachtungen und spektakulärsten Vogelexperimente und zeigt, wie viel Individualität sich in jedem Vogel entdecken lässt.
Vögel leben in polaren Eiswüsten genauso wie in üppigen Tropenwäldern, auf fernsten Inseln und in unseren urbanen Ballungsräumen. Ihrer Formenfülle entspricht eine ebenso spektakuläre
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Produktbeschreibung
Persönlichkeiten mit ausgeprägten Eigenheiten gibt es keineswegs nur unter Menschen und anderen Säugetieren, sondern auch im Vogelreich. Der in Wien lebende und in aller Welt forschende Ornithologe Walter A. Sontag berichtet in diesem leidenschaftlichen Buch über die erstaunlichsten Vogelbeobachtungen und spektakulärsten Vogelexperimente und zeigt, wie viel Individualität sich in jedem Vogel entdecken lässt.

Vögel leben in polaren Eiswüsten genauso wie in üppigen Tropenwäldern, auf fernsten Inseln und in unseren urbanen Ballungsräumen. Ihrer Formenfülle entspricht eine ebenso spektakuläre Vielfalt von Lebens- und Verhaltensweisen. Doch damit nicht genug: Ein Vogelleben ist höchst individuell und steckt häufig voller Überraschungen. Unter Blaumeisen etwa finden sich Langschläfer genauso wie Frühaufsteher oder Nachteulen. In Afrika lassen sich Bienenfresser von Trappvögeln herumkutschieren; die langbeinigen Laufvögel dienen ihnen als Aussichtswarte und mobile Startplätze fürJagdausflüge. Und Heckenbraunellen leben mitten in unseren Gärten in einer Beziehungsvielfalt, die mit jeder modernen Gesellschaft mithalten kann.
Durch das Wuchern der urbanen Umwelt stehen aber auch die intelligentesten Vögel neuen Herausforderungen gegenüber. Wie bewältigen sie die vom Menschen verursachten Veränderungen? Wie gelingt es manchen Arten, manchen Individuen, und warum scheitern andere? Und wie reagiert der Mensch auf das Auftreten der Vogelkreatur in seiner Umgebung, oder wie sollte er reagieren?
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 240
  • Erscheinungstermin: 16. März 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 144mm x 22mm
  • Gewicht: 430g
  • ISBN-13: 9783406749780
  • ISBN-10: 340674978X
  • Artikelnr.: 58014480
Autorenporträt
Walter A. Sontag ist Associate Scientist am Naturhistorischen Museum in Wien. Seit über 40 Jahren forscht der promovierte Biologe über Variabilität und Persönlichkeit der Vögel in aller Welt. Darüber hinaus schreibt er regelmäßig für die «Wiener Zeitung» Artikel über Natur und Kultur.
Inhaltsangabe
INHALT

Vorwort
Die Einzigartigkeit der Vögel

I. DIE ÜBERWÄLTIGENDE MANNIGFALTIGKEIT

1. Auf der Suche nach der gefiederten Vielfalt
Ein früher Pionier - Grelles Getöse und metallisches Klicken

2. Ordnung schaffen im Chaos der Vielfalt
Was macht einen Vogel zum Vogel? - Der krumme Weg zur Artbestimmung

3. Alles im Angebot: Der Katalog der Vögel
Woran erkennen sich Stare und Goldhähnchen? - Mayrs Entwurf und die wundersame Artenvermehrung

4. Von der Art zur Persönlichkeit
Jonathan Franzen sucht den Insel-Rayadito - Amsel ist nicht gleich Amsel- Lauter Individualisten? - Zwischen Konstanz und Verwandlung - Der Zoodirektor, der das Individuum entdeckte

II. ZWISCHEN PARTNERSCHAFT UND FEINDSCHAFT

5. Krähen, Raben und Stare: Geselligkeit und der Reiz des Andersartigen
Gesprächigkeit einer Krähe - Schlafen unter freiem Himmel - Wenn Vögel sich etwas mitzuteilen haben - Elstern und Wildschweine, Hirtenstar und Hase

6. Lebensgemeinschaften zwischen Konflikt, Verständigung und Notwendigkeit
Ungleiche Partner: Verlierer, Profiteure oder stoische Genossen? - Mobbing im Wald

7. Das Schnarren der Dohlen
Todesgefahren - Die Vorsicht des Vogels: Erfahrungen in der Voliere - Wenn Blicke töten könnten - Nesträuber und andere Prädatoren

8. Kuckuckswege
Auch ein Kuckuck lässt sich verwirren - Zwischen Erfolg und Scheitern liegt ein schmaler Pfad - Wege zum Brutparasitismus

III. FORTPFLANZUNG - ZWISCHEN TREUE UND UNTREUE
9. Alles Leben läuft auf Fortpflanzung hinaus Das wilde Potpourri der Brutgewohnheiten - Das Ringen um die Nachkommenschaft - Lehrstunde bei Friedrich Wilhelm Merkel, Hausmeister der Stare

10. Von heimischen Staren zu fernen Paradiesvögeln und nahen Kampfläufern
Was macht Stare attraktiv? - Allem Anfang wohnt ein Zauber inne: Wallace und die Paradiesvögel - Die Arena- Strategie - Trickreiche Schönheit und die Risiken - Die Ästhetik des Individuums

11. Hochamt der Monogamie: Nashornvögel
Huai Kha Khaeng- Jahrvögel und Feigenbäume - Über dem Golf von Thailand - Evolutionäre Ironie - Früchte sind nicht alles

12. Patchwork- und Großfamilien
Viele Wege führen zum Familienglück, aber warum? - Die Familienpolitik der Dreifarben-Glanzstare - Das Massenbrüten der Blutschnabelweber

IV. DIE SINNE DER VÖGEL UND DER ZUSAMMENPRALL MIT DEM MENSCHEN

13. Das Arsenal der Sinne
Was Menschen und Vögel verbindet - Was Vögel wahrnehmen können - Das Vogelauge: Spielfeld der Evolution - Das Rechts-Links-Problem im Tierreich

14. Nicht alle sind Genies und manche haben einen Vogel
Eine verkrachte Rotkardinal-Existenz - Von den Temperamenten der Vögel - Zum urbanen Leben verdammt- Aliens und Parias

15. Die Vogelwelt im Anthropozän
Apokalypse der Geschnäbelten? - Was können wir für die Vögel tun?

Dank
Anmerkungen
Literatur
Verzeichnis der Tierarten
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Kai Spanke bekommt mit dem Buch des Biologen Walter A. Sontag einen klugen Wegweiser in die Welt der Vögel. Zwar kennt Spanke bereits viele der vorgestellten Fakten über Partnerwahl, Fortpflanzung, Wahrnehmung der Tiere und hätte sich oft mehr tiefergehende Forschungserkenntnisse gewünscht (so zum Brutparasitismus des Kuckucks), doch findet er Sontags Darstellung im Ganzen sachkundig und tauglich als Mittelding zwischen Einführung und "Special Interest".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 07.08.2020

Langschläfer gibt es auch unter Frühaufstehern

Nicht nur Menschen haben Persönlichkeit: Vögel galten lange als fliegende Automaten. Seit einiger Zeit wächst jedoch das Interesse der Forschung an ihrer Individualität. Walter A. Sontag führt in die Diskussion ein und macht mit weiteren Erkenntnissen vertraut.

Gegenwärtig gibt es etwa zehntausend Vogelarten auf der Welt. Sie leben in Wüsten und Polarregionen, überqueren die höchsten Gebirge und entlegensten Inseln. Manche sind sportliche Flieger, andere haben sich zu Bodenbewohnern entwickelt. Die sechs Zentimeter kleine Bienenelfe aus der Familie der Kolibris wiegt mit 1,8 Gramm weniger als die Feder eines Straußes, der wiederum zweieinhalb Meter groß und hundertdreißig Kilo schwer werden kann. Autoren naturkundlicher Bücher zeigen sich von dieser Fülle gleichermaßen begeistert und überfordert. Einen vollständigen Überblick in akzeptabler Länge können sie dem Leser nicht einmal über die Vögel Deutschlands bieten.

Der Biologe Walter A. Sontag versucht sich gar nicht erst an einer systematischen Zusammenschau. Statt dem Reichtum der Arten nachzuspüren, sondiert er die Vielfalt innerhalb einzelner Spezies: "Jedes Vogelindividuum ist ein Solitär." Zoologen wie Heini Hediger, der sich um eine empirische Tierpsychologie bemühte, interessierten sich schon früh für die Persönlichkeiten nichtmenschlicher Lebewesen. Nachdem Wissenschaftler lange fremdelten, haben sie inzwischen Gefallen an dem Forschungsfeld gefunden. Unterschiedliche Temperamente machen sie oft fest an der Neigung, aggressiv auf Reize zu reagieren oder die Umwelt auszukundschaften.

Sontag zitiert eine Studie von 2010, deren Autoren zwei Jahre lang die Schlafgewohnheiten süddeutscher Blaumeisen untersuchten. Unter den Tieren fanden sich einige Exemplare, die sehr früh loszogen, während andere erst spät in den Tag starteten. Entscheidend war, dass sie dieses Verhalten jeweils dauerhaft beibehielten.

Darüber hinaus widmet sich der Autor dem Fortpflanzungsverhalten, Feindund Partnerschaften sowie den Wahrnehmungsmöglichkeiten. Letztere bespricht Tim Birkhead in der 2012 erschienenen Monographie "Bird Sense" allerdings so grundlegend, dass Sontags Beitrag bestenfalls den Charakter eines Supplements hat. Obschon Hörvermögen, Geruch und Geschmack immer intensiver erforscht werden, gilt das Auge nach wie vor als herausragendes Sinnesorgan der Vögel.

Ein Trauerschnäpper etwa registriert pro Sekunde eine Folge von hundertsechsundvierzig voneinander getrennten Sehreizen. Bei einer derart fein getakteten Wahrnehmung ist ein sich nähernder Feind schnell identifiziert. Zudem können einige Arten mit Hilfe von in der Netzhaut eingelagerten Proteinen, den sogenannten Cryptochromen, vermutlich das irdische Magnetfeld erkennen - ein in der Zugzeit entscheidender Orientierungsvorteil.

Es wird immer schwieriger, die Leser mit ornithologischen Neuigkeiten zu verblüffen, da die meisten Superlative und Kuriosa in den vielen Vogelbüchern aus den vergangenen Jahren schon dargelegt wurden. Lohnend wäre es, tiefer in die Forschung einzutauchen, was Sontag stellenweise auch macht, ohne jedoch die häufig reizvollen Versuchsanordnungen der Wissenschaftler im Detail zu erläutern. Sein Buch besetzt eine Position zwischen Einführung und "Special Interest".

Das geht manchmal auf Kosten der Informationsfülle. Beispielsweise beschreibt er sachkundig, wie ein Kuckuck bei der Eiablage vorgeht, welche Hürden sein Nachwuchs vom Embryo bis zur Beseitigung der Konkurrenten im Nest nehmen muss und was die Wissenschaft in mehreren Etappen über den Schmarotzer herausgefunden hat. Gleichwohl umgeht er hier, wie auch in anderen Passagen, zentrale Fragen. So würde man gerne wissen wollen, warum sich der Brutparasitismus überhaupt entwickelte. Eine Hypothese, die Sontag hätte erwähnen müssen, besagt, dass sich ein Kuckuck mit seinen einfachen Füßen nicht auf dünnen Ästen und im Gebüsch bewegen kann, wo sich allerdings jene Insekten aufhalten, von denen die Küken in den ersten Wochen leben. Für Singvögel, welche parallel zur Ausbreitung der Laubwälder entstanden und große Konkurrenten des evolutionär viel älteren Kuckucks wurden, ist das hingegen kein Problem. Deswegen hat er sie als ideale Futterlieferanten für seine Jungen auserkoren.

Trotz kleiner Schwächen ist Sontags Abhandlung ein gut geschriebener Wegweiser, der den Leser durch einige der wichtigsten Bereiche der Ornithologie lotst. Die zahlreichen Farbfotos führen vor Augen, wie groß die Vielfalt einer Tierklasse sein kann: eine Beutelmeise, die aus der Öffnung ihres kunstvoll gestalteten Nests schaut; ein Rhinozerosvogel, der mit einer erbeuteten Echse die Nisthöhle anfliegt; ein Linienspecht, der sich an einem Stamm zu schaffen macht. Die Frage nach individuellen Charakterzügen solcher Arten wird Vogelkundler in den kommenden Jahren sicherlich weiter beschäftigen.

KAI SPANKE.

Walter A. Sontag: "Das wilde Leben der Vögel".

Von Nachtschwärmern, Kuckuckskindern und leidenschaftlichen Sängern. Verlag C. H. Beck, München 2020. 240 S., Abb., geb., 23,- [Euro].

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"Ein gut geschriebener Wegweiser, der den Leser durch einige der wichtigsten Bereiche der Ornithologie lotst. Die zahlreichen Farbfotos führen vor Augen, wie groß die Vielfalt einer Tierklasse sein kann."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kai Spanke

"So ein Vogelleben steckt voller Überraschungen. Der Wiener Ornithologe Walter A. Sontag weiß einfach alles."
Mitteldeutsche Zeitung

"Die faszinierenden Schilderungen dieses herausragenden Buches führen dem Leser auf eine völlig neue Art vor Augen, welch großartigen und außergewöhnlichen Leistungen es in der Vogelwelt gibt!"
Bücherrundschau, Herbert Pardatscher-Bestle

"Dieses Buch präsentiert die faszinierende Vielfalt der Vogelwelt und ist ein Aufruf zur Rettung der federleichten Luftakrobaten."
SonntagsBlick, Daniel Arnet

"Walter Sontag beschreibt die bezaubernde Welt der Vögel auf wundervolle Weise."
Ernst Ulrich von Weizsäcker