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Wie jedes Jahr verbringt Michael den Sommer mit seinen Eltern am Atlantik. Doch diesmal gibt es eine Veränderung: Ins Nachbarhaus zieht die verführerische Mrs. Mertz mit ihrer zwanzigjährigen Tochter Zina ein. Die Offenheit der beiden Frauen fasziniert nicht nur Michael. Augenblicklich verliebt er sich in die schöne Zina und ist ihren Kaprizen hilflos ausgeliefert. Als er jedoch seine romantischen Gefühle grausam verraten sieht, bricht für Michael die unschuldige Welt seiner Kindheit zusammen.…mehr

Produktbeschreibung
Wie jedes Jahr verbringt Michael den Sommer mit seinen Eltern am Atlantik. Doch diesmal gibt es eine Veränderung: Ins Nachbarhaus zieht die verführerische Mrs. Mertz mit ihrer zwanzigjährigen Tochter Zina ein. Die Offenheit der beiden Frauen fasziniert nicht nur Michael. Augenblicklich verliebt er sich in die schöne Zina und ist ihren Kaprizen hilflos ausgeliefert. Als er jedoch seine romantischen Gefühle grausam verraten sieht, bricht für Michael die unschuldige Welt seiner Kindheit zusammen.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.12900
  • Verlag: DTV
  • Seitenzahl: 144
  • Erscheinungstermin: 1. Juni 2001
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 121mm x 15mm
  • Gewicht: 156g
  • ISBN-13: 9783423129008
  • ISBN-10: 342312900X
  • Artikelnr.: 09420267
Autorenporträt
Simmons, Charles
Charles Simmons, geboren 1924, mehrere Jahrzehnte Redakteur der 'New York Times Book Review'. Er lebt in New York und auf Long Island. Für seinen ersten Roman 'Powdered Eggs' (dt. 'Eipulver') erhielt er 1964 den Faulkner Award. Mit seinem hochgelobten Roman 'Salzwasser' (dtv 12900) wurde er auch in Europa berühmt. Er lebt und arbeitet in New York und auf Long Island. Auf deutsch ist außerdem von ihm erschienen: 'Lebensfalten' (dtv 13062), 'Das Venus-Spiel'

Hornfeck, Susanne
Susanne Hornfeck, Dr. phil, ist Germanistin und Sinologin, Autorin und Übersetzerin. Fünf Jahre lebte und lehrte sie in Taipei. 2007 wurde sie mit dem renommierten C.H. Beck Übersetzerpreis ausgezeichnet.
Rezensionen
Besprechung von 05.01.2000
Das Ende eines Sommertages
Turgenjew in Amerika: Charles Simmons badet in "Salzwasser"

Eine alte Geschichte neu erzählen: Warum tut man das? Weil man keine eigenen Ideen hat? Oder weil einen an der alten Geschichte etwas so sehr anspricht, dass man nicht anders kann als sie noch einmal erzählen? Im Fall von Charles Simmons' jüngstem Roman "Salzwasser" trifft vermutlich Letzteres zu. Er erzählt noch einmal Turgenjews berühmte Novelle "Erste Liebe" aus dem Jahr 1860. Nicht gleich natürlich, sondern transportiert in eine andere Zeit, in ein anderes Land. "Salzwasser" spielt im Sommer des Jahres 1963 auf einer Insel vor der Ostküste der Vereinigten Staaten, und die Novelle nennt sich jetzt "Roman".

Der Autor ist mit diesem "Remake" kein geringes Risiko eingegangen. Eine andere Zeit, ein anderes Land, das bedeutet auch: andere Gesetze, andere Beziehungsmuster, andere Tabus - und damit die Gefahr, dass die Geschichte nicht mehr funktioniert. Stanley Kubricks Versuch, in seinem Film "Eyes wide shut" Schnitzlers "Traumnovelle" ins Amerika der neunziger Jahre zu versetzen, hat unlängst gezeigt, wie schwierig, ja beinah unmöglich es ist, die sexuellen Verstrickungen eines Paars aus dem Wien der zwanziger Jahre ins New York unserer Tage zu versetzen. Bei Simmons ist der zeitliche Abstand noch größer, die Konstellation zwischen den Liebenden nicht minder gewagt, und doch gelingt ihm das Kunststück, die alte Geschichte so in die Gegenwart zu übersetzen, dass sie zur eigenen wird.

Allein schon für den ersten Satz verdiente er einen Preis: "Im Sommer 1963 verliebte ich mich, und mein Vater ertrank." Welche Fülle an Stoff, welche Spannung sind in dieser lapidaren Mitteilung enthalten! Noch weiß man nicht, was die beiden Ereignisse miteinander zu tun haben; aber man ahnt, dass sie etwas miteinander zu tun haben. In der Spanne zwischen beidem liegt das Wissen eines ganzen Lebens: Liebe und Tod und die Erfahrung von Schuld, ohne die das eine wie das andere nicht zu haben ist.

Charles Simmons erzählt aus der Erinnerung. Er sei jetzt älter als sein Vater bei seinem Tod, sagt er; damit sagt er auch, dass er jetzt über Kenntnisse verfügt, die er nicht hatte in jenem Sommer 1963, als das Verhängnis seinen Anfang nahm. Damals war er fünfzehn, unerfahren noch in Liebesdingen, aber begierig, sich auf das erste große Abenteuer seines Lebens einzulassen. Es ist Sommer, die langen Ferien haben begonnen, unbeschwerte Tage, ausgefüllt mit Segeln, Schwimmen und kleinen Abendgesellschaften, stehen vor der Tür. Im Nachbarhaus sind Gäste eingezogen: eine Mutter mit ihrer Tochter. Neue Gesichter, eine vollkommene Abwechslung im sommerlichen Einerlei.

Zunächst deutet nichts darauf hin, dass dieser Sommer kein Sommer wie alle andern werden soll. Charles Simmons erzählt in leichtem Plauderton, beiläufig, sorglos, ein wenig oberflächlich sogar. Aus einer gewissen Distanz schaut er den Menschen zu, lässt sie agieren, sich finden und wieder verlieren, schwerelos wie Tänzer in einem Ballett, dessen Choreographie dem Leser verborgen bleibt. Nie weiß der Autor mehr als Michael, sein Protagonist und jugendliches Spiegelbild, und auch der Leser ahnt spät erst, zu spät, was sich unter der Oberfläche dieser sommerlichen Idylle zusammenbraut: Michael verliebt sich in die Tochter der schönen Nachbarin, verliebt sich mit aller Macht und aller Ausschließlichkeit der ersten Liebe und merkt nicht, dass ihm ein anderer zuvorgekommen ist: der eigene Vater. Die Katastrophe kommt so unvermittelt wie ein Gewittersturm nach einem heißen Tag. Zurück bleibt ein Kind, das kein Kind mehr ist. Was es heißt, erwachsen zu sein, muss es erst noch lernen.

Der Erzähler Charles Simmons ist kein Moralist. Seine Geschichte kennt kein Warum. Eine Lehre gibt es nicht zu ziehen, es sei denn die, dass das Leben ist, wie es ist, schön manchmal und manchmal grausam, und keiner im Voraus weiß, was es für ihn bereithält. Wie jeder Heranwachsende hat auch Michael eine Antwort auf die Frage gesucht, was denn die Liebe sei. Er hat sie bekommen, anders freilich, als er es erwartet hatte. In den Schmerz über den Tod des Vaters mischt sich das Wissen um eine Schuld, die unvermeidlich ist. Wer der eigentlich Schuldige sei - der Vater, der den Sohn hintergangen, der Sohn, der den Tod des Vaters herbeigeführt hat, absichtlich oder durch Unachtsamkeit, wer wüsste es zu sagen -, diese Frage lässt der Autor bewusst offen. Es ist diese Offenheit, die die Qualität seiner Geschichte ausmacht. Wenigen nur ist es gegeben, die Schwere des Seins so leichthin zu erzählen. Charles Simmons ist einer davon.

KLARA OBERMÜLLER

Charles Simmons: "Salzwasser". Roman. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Susanne Hornfleck. C. H. Beck Verlag, München 1999. 135 S., geb., 34,- DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Trotzdem Simmons jeden Leser freigiebig an der Gemachtheit seiner Geschichte teilhaben läßt, ist man ganz schnell und rettungslos in Mi-chaels Erinnerungen an den Verlust seiner Unschuld verloren. Ein sog-hafter Sommer. Eine schwebende Erfahrung. Ein Roman fürs Saison- ende.« Elmar Krekeler, Die Welt
"Ein kleines Meisterwerk." Barbara von Becker in der 'Frankfurter Rundschau'

"[Sein Stil] ist knapp, aber nicht kühl, schmucklos, aber nicht trocken, ruhig, aber nicht gelassen ... Das Wunderbarste an diesem Buch ist, daß es besser ist als Turgenjews Novelle." Harald Jähner in der 'Berliner Zeitung'

"[Charles Simmons] demonstriert in diesem ... Roman die ungebrochene Anziehungskraft der ewigen Themen der Literatur .... Hier finden wir die Bilder, nach denen wir im Leben streben, das uns dann wieder zu-rückverweist an die Literatur." Martin Lüdke in der 'Zeit'

"Trotzdem Simmons jeden Leser freigiebig an der Gemachtheit seiner Geschichte teilhaben läßt, ist man ganz schnell und rettungslos in Mi-chaels Erinnerungen an den Verlust seiner Unschuld verloren. Ein sog-hafter Sommer. Eine schwebende Erfahrung. Ein Roman fürs Saison- ende." Elmar Krekeler in der 'Welt'

"Ein ... sehr stimmungsvoller Roman, mit einer weichen, plastischen, sehr atmosphärischen Sprache, liebevoll, sanft und schmeichelnd, aber auch klar und direkt." Georg Patzer im 'Buchjournal'

"Mit 'Salzwasser' wird dem Leser ein Jahrhundert später wieder ein Roman des poetischen Realismus angeboten." Die Woche

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Zu sagen, Martin Lüdke ist hingerissen von dem Buch, wäre glatt untertrieben. Er gerät in Ekstase, er schwärmt, er erlebt beim Lesen noch einmal die „Erste Liebe“, jene „erregende Zeit des innerlichen Bebens, des Erschauderns“. Das Buch steht seiner Vorlage, Turgenjews „Erste Liebe“ in nichts nach, so Lüdke: der Autor, ehemaliger Literaturredakteur der „New York Times Book Review“, hat die Vorlage weniger geändert als „überschrieben“. So ist aus dieser Geschichte des 19. Jahrhunderts eine „gegenwärtige Liebesgeschichte“ geworden, die auch beweist, was uns zur Literatur führt: „Das Verlangen nach Glück“.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Der ehemalige Literaturredakteur der New York Times Book Review demonstiert in diesem, seinem fünften Roman die ungebrochene Anziehungskraft der ewigen Themen in derLiteratur. Er zeigt, dass eine Literatur, die ihre Energieaus dem Glücksverlangen der Menschen bezieht, aufparadoxe Weise ihre Wirkung verstärkt. Sie trifft auf dieSehnsucht von Lesern, die aus diesem Grund zur Literaturgefunden haben. (...) Der Sommer 1963, als der jungeMichael sich verliebte und sein Vater ertrank, wird demLeser unvergesslich." (Matin Lüdke, Die ZEIT)