Die Todesliste - Forsyth, Frederick
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Die "Todesliste" ist das geheimste Dokument der amerikanischen Regierung. Es enthält die Namen derjenigen, die eine Gefahr für den Weltfrieden sind. Ganz oben auf der Liste steht "Der Prediger", ein radikaler Islamist, der seine Anhänger dazu aufstachelt, im Namen Gottes Repräsentanten der westlichen Welt zu töten. Als es in Amerika und Europa immer mehr Opfer gibt, heißt es, seine Identität und seinen Aufenthaltsort zu erkunden, um ihn unschädlich machen zu können. Diesen geradezu unmöglichen Job übernimmt ein Ex-Marine, genannt der Spürhund. Er muss schnell handeln, um den Prediger…mehr

Produktbeschreibung
Die "Todesliste" ist das geheimste Dokument der amerikanischen Regierung. Es enthält die Namen derjenigen, die eine Gefahr für den Weltfrieden sind. Ganz oben auf der Liste steht "Der Prediger", ein radikaler Islamist, der seine Anhänger dazu aufstachelt, im Namen Gottes Repräsentanten der westlichen Welt zu töten. Als es in Amerika und Europa immer mehr Opfer gibt, heißt es, seine Identität und seinen Aufenthaltsort zu erkunden, um ihn unschädlich machen zu können. Diesen geradezu unmöglichen Job übernimmt ein Ex-Marine, genannt der Spürhund. Er muss schnell handeln, um den Prediger auszuschalten, bevor dieser seine Pläne in die Tat umsetzen kann. Unterstützt wird der Spürhund nur von einem genialen jungen Hacker - die beiden müssen es schaffen, ihn aus seinem Versteck zu locken.
  • Produktdetails
  • btb Bd.74846
  • Verlag: Btb
  • Originaltitel: The Kill List
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 9. März 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 116mm x 30mm
  • Gewicht: 290g
  • ISBN-13: 9783442748464
  • ISBN-10: 3442748461
  • Artikelnr.: 40794313
Autorenporträt
Autorenporträt Frederick Forsyth

Das Leben von Frederick Forsyth wirkt selbst wie ein Thriller, beinahe zu spannend, um wirklich wahr zu sein: Mit nur 19 Jahren wurde er der jüngste Jetpilot bei der Royal Air Force. Als Journalist berichtete er aus Bürgerkriegsgebieten in Afrika, ebenso von beiden Seiten des Eisernen Vorhangs, unter anderem aus der DDR und der BRD. 20 Jahre lang soll der Mann, der fünf Sprachen beherrscht, zudem für den britischen Geheimdienst MI6 tätig gewesen sein. Seit den frühen 1970er-Jahren feierte er große Erfolge als Thrillerautor. Etliche seiner Bücher wurden verfilmt, darunter "Der Schakal" mit Bruce Willis und Richard Gere. Forsyths mittlerweile mehr als zwanzig Romanen und Erzählbänden ist in ihrer Detailfreude und atmosphärischen Dichte anzumerken, dass da jemand genau weiß, wovon er schreibt.

Geboren wurde der Sohn eines Kürschners 1938 in der Stadt Ashford in der britischen Grafschaft Kent. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbrachte er einige Jahre als Schüler auch in Deutschland und studierte später in Spanien, an der Universität Granada. An seine Jahre beim Militär schloss sich eine Tätigkeit als Korrespondent der BBC an. Er berichtete aus dem nigerianischen Bürgerkrieg, als sich das Interesse seiner Arbeitgeber nahezu ausschließlich auf den Vietnamkrieg verlagerte. Forsyth kündigte und blieb als freier Journalist weitere zwei Jahre in Nigeria. Über diese Zeit berichtete er in seinem ersten Buch "Biafra Story. Bericht über eine afrikanische Tragödie". 1971 erschien dann sein erster Roman "Der Schakal", der mitsamt den bald darauffolgenden Bänden "Die Akte Odessa" und "Die Hunde des Krieges" seinen Ruf als Meister des politischen Thrillers begründete.

Es sollte bis zum Jahr 2015 dauern, bis Forsyth öffentlich bekannt gab, damals in Nigeria vom britischen Geheimdienst MI6 angeworben worden zu sein. Seine Agententätigkeit verschlug ihn in den folgenden Jahren in die Republik Rhodesien, nach Südafrika und - auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges - auch nach Ost-Berlin, in die DDR. Es klang nach einem standesgemäßen Finale einer einzigartigen Karriere, als Forsyth 2015 mit "Outsider" tatsächlich den autobiografischen Roman seines Lebens vorlegte und bald darauf seinen Ruhestand als Thrillerautor verkündete. Seine Frau habe ihm verboten, auf Recherchereisen für weitere Romane zu gehen. Das sei in seinem Alter einfach zu gefährlich. "Der Fuchs" könnte nun ein Indiz dafür sein, dass Frederick Forsyth mit der Cyber-Kriminalität ein Thema gefunden hat, das er relativ ungefährdet von zuhause aus recherchieren und mit seiner langjährigen Erfahrung verknüpfen kann. Sein Spätwerk hat also vielleicht gerade erst begonnen.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Erschreckender aktueller Thriller des Krimi-Altmeisters Forsyth. Noch ehe die somalische Al-Shabaab Miliz durch den Terroranschlag auf ein Einkaufszentrum in Nairobi berüchtigt wurde, hatte der Ex-Kriegsberichterstatter in "Die Todesliste" bereits die Jagd auf ihren fiktiven Anführer eröffnet. Einen islamistischen Hassprediger, der im Internet Selbstmordattentäter rekrutiert. Das reale Vorbild lieferte Anwar al-Awlaki, der Terroristen für al-Qaida anwarb und 2011 im Jemen durch eine US-Drohne getötet wurde. Forsyths "Prediger" bekommt es mit dem "Spürhund" zu tun, einem US-Eliteoffizier. Hintergründig recherchiert und packend bis zum Schluss lässt der Thriller keinerlei Kritik an den Methoden des Antiterror-Krieges aufkommen.

Berkel seziert das Geschehen mit einem akkuraten, abgesehen von einigen allzu vernehmlichen Atemgeräuschen, blitzsauberen Vortrag. Dabei findet er den passenden, nüchternen Tonfall zu Forsyths stets leicht distanzierten, filmischen Schilderungen, in denen die Protagonisten im Stil von Aktennotizen charakterisiert werden. Was im Kopf eines Topterroristen vorzugehen mag, ist Forsyth offenkundig ein Rätsel, das er nicht einmal versucht zu entschlüsseln.

© BÜCHERmagazin, Stefan Volk (smv)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.11.2013

Mit den Drohnen und Mächten

Er hat es nicht verlernt: Der Geheimdienstexperte Frederick Forsyth jagt in seinem neuen Fakten-Thriller "Die Todesliste" einen muslimischen Hassprediger.

Im Frühjahr 2014 erschüttert eine Anschlagserie von fanatischen Muslimen die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich. Unauffällige, ehrbare Bürger werden auf offener Straße erschossen oder erstochen, die Attentäter sind Einzelgänger, die sich via Internet von einem Hassprediger zu diesen Attacken auf den Westen hinreißen ließen.

Und keinem Geheimdienst der Welt ist es bislang gelungen, auf die Datenspur dieses fortan nur noch "der Prediger" genannten Mannes zu kommen. Der spricht perfektes Englisch, aber sein Tonfall weist die Ermittler nach Pakistan, einem Treffpunkt vieler Geheimdienste. In einem Interview mit dem "Focus" hat Forsyth eingeräumt, als Vorbild für die Figur des Predigers auf den jemenitischen Hassprediger Anwar al-Awlaki zurückgegriffen zu haben, den die Amerikaner 2011 mit einer Drohne ums Leben brachten.

Amerika, nach dem 11. September 2001 noch immer in einem Zustand zwischen Hysterie und Allmacht, ermächtigt einen Colonel der Marines - Kit Carson alias Jamie Johnson alias "der Spürhund" -, sich im geheimsten der Geheimdienste auf die Jagd zu begeben. Der Präsident setzt den Prediger auf die Todesliste. Von da an ist jedes Mittel recht, Geld spielt keine Rolle, und wenn man sich auf die Schnelle eine englische Eliteeinheit ausleihen muss, regeln das Weiße Haus und Downing Street das auf dem kleinen Dienstweg.

Der Spürhund, der sich im afghanischen Winterkrieg ebenso bewährt hat wie als Profiler für die CIA, spricht Arabisch, ist Witwer und Krieger - die Jagd im Cyberspace muss ein anderer für ihn organisieren. Diese Aufgabe übernimmt ein neunzehnjähriger Nerd, der am Asperger-Syndrom leidet und nur am Computer wirklich lebt. Er knackt die IP-Adresse und lokalisiert den Rechner in einer somalischen Hafenstadt. Nun wird das ganze elektronische Spähbesteck hervorgeholt, aber neben dem drohnengestützten Lauschangriff spielt nach wie vor körperlicher Einsatz die entscheidende Rolle. Nur der Mossad hat einen Agenten in Somalia, nur er kann sich am Boden dem Prediger nähern.

Die Fakten-Thriller von Frederick Forsyth polarisieren schon seit 1971. In jenem Jahr erschien "Der Schakal", der Roman, der seinen Autor auf einen Schlag berühmt machte. Für seine Fans ist Forsyth seither der Meister aller Klassen, für seine Verächter versteht er von Psychologie gar nichts. Hinzu kommt der Vorwurf, Frauen spielten bei Forsyth eine sehr untergeordnete Rolle. Die Ehrenrettung übernimmt diesmal die famose Emily Bulstrode. Sie trickste im Kalten Krieg die Stasi aus und spioniert nun weiter - als "Tea Lady" in einer Londoner Kanzlei, die im Auftrag von Reedereien und Versicherungen mit somalischen Piraten über die Rückgabesummen für gekaperte Schiffe verhandelt. Diese Figur zeichnet Forsyth gekonnt mit wenigen Strichen.

Kein Balzac, schon wahr, aber auch nicht ohne gelegentliche Anfälle von Humor. Etwa wenn er einen ehemaligen englischen Soldaten beschreibt, der nun mit einer kleinen Sicherheitsfirma sein Dasein fristet und den der Spürhund für eine illegale Entführung anheuert: "Er hatte zwei Töchter großzuziehen, eine Frau zu unterhalten, Essen auf den Tisch zu bringen, und seine Fähigkeiten waren nicht so, dass man sie beim Tee im Pfarrhaus vermarkten konnte."

Alles wahr, alles richtig, aber die wirkliche Leistung des nunmehr fünfundsiebzigjährigen Briten wird meist verkannt: Er hat einen journalistischen Riecher, und er hat offenkundig gute Verbindungen zu militärischen und geheimdienstlichen Kreisen. Google findet viel, aber über die Kampftechnik mit dem somalischen Kurzschwert Billao weiß Forsyth einfach mehr: "Östlich von Suez und südlich von Tripoli haben sie keine guten Streetfighter . . . Sie verlassen sich auf ihre Klinge und ignorieren Eier und Nase."

Forsyth führt seine Leser in eine Welt, über deren Eingangstor als Motto stehen könnte: "Willkommen in den Vereinigten Staaten von Paranoia". Überholten ihn derzeit nicht die täglichen Nachrichten, würde man sagen, er neige zur Übertreibung: "Bis 2012 veranschlagten präzise Schätzungen die Zahl der Amerikaner mit höchster Sicherheitsfreigabe auf 850 000. Mehr als 1200 staatliche Organisationen und 2000 Privatunternehmen arbeiten an streng geheimen Projekten zur Terrorismusbekämpfung und Heimatsicherheit an mehr als 10 000 Orten im ganzen Land."

Der Autor führt viele parallele Erzählstränge rund um den Globus am Ende routiniert zu einem Showdown zusammen: Der Spürhund will persönliche Rache üben, weil sein Vater Opfer eines Attentäters im Gefolge des Predigers wurde. Das Auge-um-Auge-Motiv gehört bei diesem Genre unvermeidlich dazu, hilft aber lediglich, die Konvention zu bedienen: Forsyths eigentliche Leistung besteht darin, in einem Thriller das Maß an Überkomplexität der Welt so aufzuschlüsseln, dass selbst dem reinen Genussleser das Gefühl vermittelt wird, er habe nun eine Ahnung von der Mechanik der Geheimdienste.

Der Abstecher in die Welt der Warlords und der Piraten am Horn von Afrika zeigt exemplarisch, wie Forsyth auf Landeskunde, Kultur-, Religions- und Wirtschaftsgeschichte gleichermaßen zugreift. Allein die kurze Geschichte der dubiosen somalischen Geldtransfer-Firma Dahabshiil beinhaltet Material für einen eigenständigen Roman. Frederick Forsyth wird ihn liefern, wenn er die Zeit dafür für reif hält.

HANNES HINTERMEIER

Frederick Forsyth: "Die Todesliste". Roman.

Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. C. Bertelsmann Verlag, München 2013. 319 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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