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THE INSTANT NEW YORK TIMES BESTSELLER A GUARDIAN BEST FICTION BOOK OF 2021 AN INDEPENDENT BOOK OF THE YEAR A WHITE REVIEW BOOK OF THE YEAR A LIT HUB BEST BOOK OF THE YEAR

Produktbeschreibung
THE INSTANT NEW YORK TIMES BESTSELLER A GUARDIAN BEST FICTION BOOK OF 2021 AN INDEPENDENT BOOK OF THE YEAR A WHITE REVIEW BOOK OF THE YEAR A LIT HUB BEST BOOK OF THE YEAR
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.10.2021

Innen ohne Außen

Jonathan Franzen will die amerikanischen Mythologien entziffern, und wenn es drei Romane dauert: "Crossroads"

Achthundertdreißig Seiten zählt der neue Roman des amerikanischen Schriftstellers Jonathan Franzen, "Crossroads". Und das ist erst der Anfang einer dreiteiligen Familiensaga, die Franzen, Autor der "Korrekturen", vielleicht der wichtigste amerikanische Roman seit Beginn des 21. Jahrhunderts, in den kommenden Jahren fertigstellen will. "Ein Schlüssel zu allen Mythologien" hat Franzen seine Trilogie genannt. Sie erzählt aus dem Leben der Familie Hildebrandt: von Russ, dem Vater, Pfarrer einer jugendbewegten Gemeinde im Mittleren Westen. Und Marion, seiner Frau. Und den vier Kindern Clem, Becky, Perry und Judson. Eine Familie im Mittleren Westen: Dort ist das erzählerische Werk Franzens seit seinem Debüt "Die 27. Stadt" zu Hause. Es spielte in St. Louis, der Stadt, in der Franzen aufwuchs, einem mittleren Ort mitten in einem Land, das im 20. Jahrhundert zur Zentrale der Welt wurde - bis die amerikanische Siegermentalität zu schwinden begann. Franzens Romane handeln alle davon, wie es ist, sich zu Höherem geboren zu fühlen und dann zurückstecken zu müssen, Frieden schließen zu müssen damit, dass sich nicht alle Versprechen einlösen, auch wenn das Gefühl nicht vergeht, dass man Anspruch darauf hat. Die biographiehaften Motive der amerikanischen Geschichte hat Franzen als Romanstoff erkannt und daraus mitreißende Geschichten geformt.

In "Crossroads" erzählt er jetzt von den Hildebrandts der frühen Siebzigerjahre. Vater und Mutter suchen nach Fluchtwegen aus ihrer Ehe. Clem ist auf dem College, aber vor allem im Bett seiner Freundin. Becky, die Tochter, ist die Ballkönigin ihrer Highschool, ein Star. Perry, etwas jünger als Becky, ist hochbegabt, psychotisch und drogenabhängig - und Judson noch zu klein, um schon irgendwas zu sein. Und auch wenn Franzen wie in den "Korrekturen" aus wechselnden Perspektiven erzählt und vor und zurück in der Zeit springt, interessiert er sich am stärksten für Becky. Und am wenigsten für Judson, aber wie gesagt: "Crossroads" ist ja erst der Anfang dieser Trilogie.

Deren Titel, "Ein Schlüssel zu allen Mythologien", ist dagegen schon fast der ganze Franzen, diese Brechung von Größenwahn und Ironie, die man von diesem postmodernen Realisten kennt. Und die seine Kritiker regelmäßig auf die Palme bringt. Es ist, als würde Franzen sich für eine Anmaßung genieren, die er dann aber mit voller Kraft begeht, weil er nicht anders kann. Wie sollte ein Roman von heute "alle Mythologien" entschlüsseln können? Aber was, wenn nicht ein Roman, sollte dazu imstande sein?

Vor allem wenn er von Jonathan Franzen ist. In den "Korrekturen" hatte der also den Familienroman als sozialen Diagnoseapparat für sich wiederentdeckt. Seitdem hat Franzen ihn immer wieder angewandt, im Vertrauen darauf, dass seine Figuren mit ihren Affekten zugleich die Affekte repräsentieren, welche die amerikanische Gegenwart umtreiben. Indem aber Franzen jetzt für seine Trilogie, deren Auftakt im Winter 1971 spielt, einen Titel gefunden hat, der wie das gigantomanische Konzeptalbum einer albernen langhaarigen Rockband exakt jener Jahre klingt, hebelt er den eigenen Anspruch auf Repräsentation scheinbar direkt wieder aus. Ohne ihn aber dann auch wirklich aufzugeben. Man konnte sich in Franzens Romanen aber noch nie einfach hineinfallen lassen. Man darf dem erzählerischen Sog nicht trauen, den sie bislang hatten. Franzen trickst.

Er kommt nicht von Tolstoi, Homer (höchstens von Simpson), Cervantes, er kommt aus einer amerikanischen Literatur, deren erzählerische Stärke in der Entzifferung von Oberflächenphänomenen steckt. Konsum, politische Inszenierung, Image: Das ist der Stoff für den Mythos der amerikanischen Auserwähltheit heute. Und so sind auch alle Figuren bei Franzen permanent auf Sendung. Alle reden, reden, betteln um Aufmerksamkeit. Kaum jemand schreibt Dialoge wie Jonathan Franzen in den "Korrekturen" oder im grandiosen Roman danach, "Freiheit". Wer solche Dialoge schreiben kann, hat vielleicht nicht alle Mythologien entschlüsselt, aber die Gegenwart im Griff.

Und man wartet auf diese Dialoge auch in "Crossroads", wartet sehnsüchtig, aber vergeblich. Dieser erste Teil der großen amerikanischen Chronik um die Familie Hildebrandt ist reine Introspektion: Man folgt den Figuren tief nach innen, während sie sich durch ihre amerikanische Epoche bewegen, kurz nach der Bürgerrechtsbewegung und 1968. Aber was die Figuren dort antreffen, dient nur dazu, die eigene Selbstsucht zu stillen: Pfarrer Russ bringt Spenden aus seiner weißen Vorstadt in die schwarzen Armutsviertel von Chicago, aber eigentlich nur, weil er die verwitwete, heiße Frances beeindrucken will. Clem schmeißt das College, meldet sich freiwillig für Vietnam, weil er seinem Vater zeigen will, was der für ein Heuchler ist. Marion verkennt die Psychose ihres Sohnes Perry, weil sie zu beschäftigt damit ist, ihm zu zeigen, dass sie genauso jung ist wie er.

Zentrum, battleground all dieser narzisstischen Kämpfe ist die Jugendgruppe der Kirchengemeinde: Sie nennt sich "Crossroads" und versammelt die - weiße - Vorortjugend zu Songs und Seelenstriptease. Aber auch hier herrschen die Codes von Beliebtheit und Coolness, und auch hier will Pfarrer Russ zu den Beliebten und Coolen gehören, wird aber von den Jugendlichen verstoßen, die soeben ihre Macht entdeckt haben. Die sich aus sozialen Umbrüchen jener Zeit ergeben hat.

Oder vielleicht auch nicht. Jonathan Franzen zeigt keine Umbrüche, sondern nur Bewusstsein im Wandel, es ist zwar Winter 1971, also ungefähr fünf Minuten vor Watergate, aber es dauert 506 Seiten, bis der Name "Nixon" fällt. Und mehr als der Name fällt dann auch nicht. Kann sein, dass Franzen mit dieser erzählerischen Konstruktion die Selbstbezogenheit seiner Figuren und der Nation, der sie angehören, auch im Formalen spiegeln wollte. Der strenge Ton der inneren Prüfung passt auch zum Pfarrhaus, in dem "Crossroads" spielt. Aber diese Prosa ist bleischwer, und ihre mechanische deutsche Übersetzung macht es einem auch nicht leicht.

"Russ wusste, dass er sich kindisch benahm, aber sein Schmerz und auch sein Hass waren von einer horizontlosen Totalität, die durch keine Erwachsenenperspektive geschmälert wurde, und darunter lag das süße Gefühl, auf Gottes Gnade zurückgeworfen zu sein: sich in eine solche Einsamkeit und Jämmerlichkeit hineinzumanövrieren, dass nur noch Gott ihn lieben konnte." So geht das 832 Seiten lang. Man hält sie durch aus Loyalität zu diesem großen Erzähler, hält sich fest an den wenigen Augenblicken von Franzen-Magie. Aber dieser Roman ist genauso beschäftigt mit seiner Bedeutung in der Welt wie die Figuren, von denen er erzählt, mit ihrer. Wie es mit Becky weitergeht, will man trotzdem wissen. Tobias Rüther

Jonathan Franzen, "Crossroads". Übersetzt von Bettina Abarbanell. Rowohlt, 832 Seiten, 28 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.11.2021

Geschenke
für
den Kopf
Die Tage werden kürzer,
und es droht eine noch stillere Zeit
als sonst um Weihnachten.
Höchste Zeit für Bücher, Filme, Musik.
Empfehlungen aus dem
Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“
COLLAGEN: STEFAN DIMITROV
Moritz Baumstieger
EIN GROSSER SPASS
Ist er’s? Ist er’s nicht? 25 Jahre nachdem ein namenloser Autor in „Faserland“ einen Roadtrip nach Zürich unternahm, begibt sich in „Eurotrash“ ein „Faserland“-Autor namens Christian Kracht mit seiner Mutter auf eine Reise durch die Schweiz – und gleichzeitig durch die eigene Familiengeschichte.
Christian Kracht: Eurotrash. Kiepenheuer & Witsch. 224 Seiten, 22 Euro.
EIN LIEBESBEWEIS
Wenn sich ein 1,84 Meter großer Schreiber und ein 1,92 Meter großer Fotograf in einen Cinquecento quetschen und damit 7000 Kilometer abfahren, müssen sie von irrationalen Gefühlen geleitet sein. Im Falle der amici Marco Maurer und Daniel Etter war es die Liebe zu Italien, gutem Essen und Geschichten. Ihr Buch verführt zu einer Reise im Kopf – ein Konzept, das angesichts der Inzidenzen wieder in Mode kommt. Marco Maurer: Meine italienische Reise. Prestel Verlag. 240 Seiten, 26 Euro.
EINE WIEDERENTDECKUNG
Vor Copy & Paste war Ausschneiden & Kleben – und nichts machte das Basteln von Einladungen, Collagen und Kinderquatsch lustiger als das anarchische „Schnippelbuch“: Tausende kleiner Bilder in einem Wälzer, den man mit der Schere traktieren durfte. Man darf es immer noch: Ein zweiter Band wurde 2015 neu aufgelegt, inklusive einem Text von Christian Ude zum Urheberrecht. Schnippelbuch 2: Schwarz-weißes Bilderarchiv. 503 Seiten, 40 Euro. www.schnippelbuch.de.
Hilmar Klute
EIN LIEBESBEWEIS
Wo rührt unsere Italiensehnsucht her? Richtig: Goethe hat sie entfacht! Aber was für Tricks und Heimlichkeiten waren nötig, bis der für beinahe alles zuständige Geheime Rat sich vom Weimarer Fürstenhof stehlen und die Tour seines Lebens machen konnte. Fein ironisch und mit großer Kennerschaft erzählt Golo Maurer diese klassische Aussteigergeschichte als Blaupause für spätere Romfahrten. Ohne Goethes Flucht ins Zitronenland wären weder Rudolf Borchardt noch Ernst Robert Curtius Gelegenheitsrömer geworden, noch wäre Ingeborg Bachmann dort „zum Schauen erwacht“ und aus Rolf Dieter Brinkmanns Klassikerzorn („Man müsste es wie Göthe machen, der Idiot: alles und jedes gut finden“) wäre nichts geworden.
Golo Maurer: Heimreisen. Goethe, Italien und die Suche der Deutschen nach sich selbst. Rowohlt. 539 Seiten, 28 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Pong ist wieder da. Er hat ein bisschen geschlafen, schlecht geträumt, und jetzt will eine Frau, die Pong bald „meine Johanna“ nennt, die Wohnung über ihm mieten. Sibylle Lewitscharoff, die große, höllenkomische Stilistin, hat ihren weltkritischen, in Fremdheit und Scheu verpuppten Helden zeitgerecht mit der „Corona-Mütze“ ausgestattet und in eine kleine, abgründige Liaison mit der grässlichen Wirklichkeit getrieben. Ein poetisches Kleinod – zauberhaft, komisch, anrührend.
Sibylle Lewitscharoff: Pong am Abgrund. Insel-Bücherei. 137 Seiten, 14 Euro.
Johanna Adorján
EINE HILFE
Helene Hegemann hat ein Buch geschrieben, das Patti Smith benutzt, um in Wahrheit von etwas ganz anderem zu erzählen. Es handelt von einer 13-Jährigen (ihr selbst), deren Mutter sich gerade totgesoffen hat und deren Vater sie zu Theaterproben mitnimmt, bei denen sie erkennt, welche Kühnheit, Kraft und Freiheit Kunst einem zu schenken vermag und welche Magie sich entfaltet, wenn man Ja zum Leben sagt.
Helene Hegemann: Patti Smith, Christoph Schlingensief, Anarchie und Tradition. KiWi Musikbibliothek. 112 Seiten, 10 Euro.
EIN GROSSER SPASS
Nur weil jemand Johann Wolfgang von Goethe war, heißt das nicht, dass er nicht auch schlechte Gedichte geschrieben hat. Die schlechtesten (subjektive Auswahl des Herausgebers, aber sie sind wirklich sehr schlecht) sind nun in einem Band versammelt, okay, einem Bändchen, mit sehr schönen Illustrationen von Hauck & Bauer versehen.
Goethes schlechteste Gedichte. Mit Cartoons von Hauck & Bauer. Jung und Jung. 64 Seiten, 12 Euro.
Alex Rühle
EINE WIEDERENTDECKUNG
Bov Bjergs Debütroman „Deadline“, der wegen eines Druckereibrandes verschollen war, in einer Neuauflage. Der Tod und die Eltern, die Sprache und die Unmöglichkeit, die richtigen Worte zu finden, alles im Kopf einer Übersetzerin, die aus Boston ins Schwäbische zurückkommt. Sperrig, dicht wie Lyrik und abgrundtief grotesk. Bov Bjerg: Deadline. Kanon. 176 Seiten, 22 Euro.
EIN GROSSER SPASS
Wenn man dieses Buch durchhat, will man sofort zum Bahnhof, egal wohin, Hauptsache los: Jaroslav Rudiš’ „Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen“ ist eine enthusiastische Liebeserklärung an die Eisenbahn, das Unterwegssein und die europäische Geschichte. Rudiš erzählt mit großer Fabulierlust von seiner tschechischen Eisenbahnerfamilie, den besten Speisewagen und den schönsten Nachtzügen – ein Vergnügen erster Klasse. Jaroslav Rudiš: Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen. Piper. 256 Seiten, 15 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Timothy Snyder veröffentlichte 2017 nach dem Trump-Schock „Über Tyrannei, 20 Lektionen für den Widerstand“, eine Verhaltenslehre für politisch schwere Zeiten und die Frage nach dem richtigen Leben und demokratischem Engagement. Nora Krug hat diese Thesen nun mit großartigen Illustrationen, Fotocollagen und Comicpassagen angereichert. Timothy Snyder: Über Tyrannei. Illustriert von Nora Krug. C.H. Beck. 128 Seiten, 20 Euro.
David Steinitz
EIN LIEBESBEWEIS
Der Trost, den große Romane spenden, weil man mit dem Menschsein nicht mehr ganz so allein ist, findet sich in Jonathan Franzens „Crossroads“ in Hülle und Fülle. Ein Epos über eine Pastorenfamilie im Chicago der Siebzigerjahre. Über Geschwisterbande, Elternliebe, Einsamkeit, Obsessionen und Liebeskummer. So schnell und so gierig hat man lange keinen 800-Seiter mehr verschlungen.
Jonathan Franzen: Crossroads. Rowohlt. 832 Seiten, 28 Euro.
EINE WIEDERENTDECKUNG
Der Niederländer Chas Gerretsen war eigentlich Kriegsfotograf, er dokumentierte Vietnam und den Militärputsch in Chile. Als er genug von Gewalt und Gefahr hatte, ging er nach Hollywood, träumte von einem entspannten Leben als Setfotograf – und landete ausgerechnet bei Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“. Seine Bilder von den vermutlich wahnsinnigsten Dreharbeiten der Filmgeschichte lagen jahrzehntelang im Archiv. Jetzt hat der 78-Jährige sie in einem opulenten Bildband herausgegeben.
Chas Gerretsen: Apocalypse Now. The Lost Photo Archive. Prestel. 256 Seiten, 45 Euro.
Carolin Gasteiger
EINE WIEDERENTDECKUNG
In ihrem Erstlingswerk von 1931 schildert Gabriele Tergit, wie der Volkssänger Georg Käsebier im Berlin der Dreißigerjahre von heute auf morgen zum Star hochgeschrieben wird. Ein liebevoll-bissiger Blick auf die Zeitungsbranche, nicht nur für diejenigen, die zu ihr gehören. Pointiert geschrieben – und, wenn auch bereits vor neunzig Jahren erschienen, nach wie vor aktuell.
Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm. Btb Verlag. 400 Seiten, 11 Euro.
EIN LIEBESBEWEIS
Hart, rotzig, tiefgründig – das zweite Album der Rapperin Shirin David erwischt einen mit voller Wucht. Was die 26-Jährige auf „Bitches brauchen Rap“ abliefert, ist ein einziger treffsicherer, feministischer Kommentar. Da frage noch mal jemand, wer im Deutsch-Rap jetzt eigentlich was zu sagen hat.
Shirin David: Bitches brauchen Rap. Universal.
EINE HERAUSFORDERUNG
Achatz von Müller legt zu Dantes 700. Todestag dar, was der italienische Nationaldichter und Autor der „Divina Commedia“ mit unserer Moderne zu tun hat. Ein nicht immer einfacher, aber grandioser Abriss auf gut 200 Seiten, inklusive Ezra Pound und Hannah Arendt.
Achatz von Müller: Dante. Imaginationen der Moderne. Wallstein. 222 Seiten, 22 Euro.
Christiane Lutz
EIN LIEBESBEWEIS
Diesen Roman sollte man wirklich nur ausgewählten Menschen schenken, weil er so berührend ist. Gut, dass wir hier unter uns sind: „Die Vögel“ von dem norwegischen Autor Tarjei Vesaas wurde schon 1957 veröffentlicht, der Guggolz-Verlag hat 2020 eine wunderbare Neuübersetzung herausgebracht. Der Roman betrachtet die Welt durch die Augen von Mattis, einem „Dussel“, wie ihn die anderen nennen. Mattis sieht den Himmel, die Schnepfen und findet das Glück an dem Tag, als er zwei Mädchen über den See rudert. Mattis ist pur in seiner Liebe zur Natur und zu seiner Schwester, und vielleicht ist Mattis der einzige, der klarsieht. Eine Geschichte, schlicht und überreich an Schönheit.
Tarjei Vesaas: Die Vögel. Guggolz Verlag. 276 Seiten, 23 Euro.
EINE HERAUSFORDERUNG
Wenn Menschen in die Natur eingreifen, um Probleme zu lösen, schaffen sie oft neue. Etwa südöstlich von New Orleans, wo der Kontinent nur noch aus ein paar Landzungen besteht. Dort bauten die Siedler einst Dämme gegen drohende Überflutung. Doch dadurch fehlte dem Boden der durchs Wasser angespülte Sand, so muss das Land dort heute künstlich und systematisch geflutet werden. Das Beispiel stammt aus einem Essay der Journalistin Elizabeth Kolbert. Eindrucksvoll und erschreckend logisch schlüsselt sie in „Under a White Sky“ das große Versagen des Menschen im Anthropozän auf.
Elizabeth Kolbert: Under a White Sky. Bodley Head. 256 Seiten, 12,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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INSTANT NEW YORK TIMES BESTSELLER

Named a Best Book of the Year by Air Mail, Barack Obama, Bookforum, BookPage, Electric Lit, Financial Times, The Guardian (UK), Good Housekeeping, The Independent (UK), Kirkus Reviews, Lit Hub, Oprah Daily, The Millions, New Statesman, Newsweek, NPR, Publishers Weekly, Slate, St. Louis Post-Dispatch, The Telegraph, TIME, Town and Country, USA Today, Vogue, Vulture, The Washington Post, and more

"A mellow, marzipan-hued '70s-era heartbreaker. Crossroads is warmer than anything [Franzen has] yet written, wider in its human sympathies, weightier of image and intellect . . . Franzen patiently clears space for the slow rise and fall of character, for the chiming of his themes and for a freight of events . . . [but] the character who cracks this novel fully open-she's one of the glorious characters in recent American fiction-is Marion . . . The action in Crossroads flows and ebbs toward several tour-de-force scenes." -Dwight Garner, The New York Times Book Review

"Thank God for Jonathan Franzen . . . With its dazzling style and tireless attention to the machinations of a single family, Crossroads is distinctly Franzen-esque, but it represents a marked evolution . . . It's an electrifying examination of the irreducible complexities of an ethical life. With his ever-parsing style and his relentless calculation of the fractals of consciousness, Franzen makes a good claim to being the 21st century's Nathaniel Hawthorne." -Ron Charles, The Washington Post

"Superb . . . As with the best of Franzen's fiction, the characters in Crossroads are held up to the light like complexly cut gems and turned to reveal facet after facet . . . Franzen has created characters of almost uncanny authenticity. Is there anything more a great novelist ought to do?" -Laura Miller, Slate

"The Corrections was a masterpiece, but Crossroads is [Franzen's] finest novel yet . . . He has arrived at last as an artist whose first language, faced with the society of greed, is not ideological but emotional, and whose emotions, fused with his characters, tend more toward sorrow and compassion than rage and self-contempt..." -Frank Guan, Bookforum

"A work of total, tantalizing genius. Entombed with big ideas and eccentric characters, Crossroads is a brilliant, excessive, and absorbing novel that instantly feels like Franzen's finest." -Brady Brickner-Wood, The Chicago Review of Books

"Like a latter-day George Eliot, Franzen can light up large thematic skies but also keep his eye on the sparrow." -Thomas Mallon, The New York Times Book Review

"Franzen is a master of rendering the broad sweep of humanity through the (extremely human) minutia of a family. In Crossroads, I felt a frustration and fondness for the Hildebrandts so deep it was almost familial. This is, perhaps, [Franzen's] greatest skill as a writer . . . What more could a reader ask for, really?" -Jessie Gaynor, Lit Hub

"[A] pleasure bomb of a novel . . . New prospects are what keep [Crossroads] so engrossing, each section expanding on and deepening the poignancy of what has come before . . . . Few [writers] can take human contradiction and make it half as entertaining and intimate as Franzen does . . . A magnificent portrait of an American family on the brink of implosion . . . Crossroads is Act I of what's bound to be an American classic." -Lauren Mechling, Vogue

"Soulful, funny and so sharply observed it hurts . . . Crossroads gets this wildly ambitious [trilogy] off to a glorious start." -Michael Upchurch, The Seattle Times

"[A] sweeping, sumptuous new novel . . . [Franzen] pays homage to great nineteenth century social realists, from George Eliot to Balzac to Dickens, while gazing unflinchingly to the ills that shape us today . . . Crossroads is consumed with the cause and effect of our choices, especially our selfish ones. The novel closes on a cliffhanger, teeing up for the next two installments of his trilogy, a triumphant opening gambit in what may become a vital pillar of our literature." -Hamilton Cain, Oprah Daily

"[Crossroads] is carefully wrought, its neatly balanced architecture another clandestine source of its power." -Kathryn Schulz, The New Yorker

"Crossroads is expansive and funny; a pure pleasure to read." -Xan Brooks, The Guardian

"Franzen brings to this novel a refreshing simplicity . . . What remains is family drama as high art. What remains is Franzen's gift for interiority, his uncanny ability to take us into minds as fraught and depraved as our own." -Erin Somers, The A.V. Club

"A marvelous novel." -Becca Rothfeld, The Atlantic

"Absolutely engrossing . . . There's not a scenario in [Crossroads] that doesn't ring true." -Allison Arieff, San Francisco Chronicle

"Superbly rendered . . . [Crossroads is] a supremely skillful book, ingenious and practiced in its execution, on point in its small, historical details . . . " -Walter Kirn, Air Mail

"Franzen's best novel." -Sasha Frere-Jones, 4Columns

"[A] superb domestic epic . . . Franzen's faith in fiction as a means to get at questions of goodness and righteousness is unshakable." -Mark Athitakis, USA Today (Four out of Four Stars)

"This is peak Franzen, with richly created characters, conflicts and plot . . . The writing is a marvel." -Rob Merrill, Associated Press

"Excellent . . . With Marion, [Franzen] reminds us that he's actually one of our great novelists of female fury . . . Jonathan Franzen really is one of the great novelists of his generation. Crossroads stands ready and willing to prove it." -Constance Grady, Vox

"[Franzen] imbues his books with big ideas, in this case about responsibility to family, self, God, country, and one's fellow man, among other matters, all the while digging deep into his characters' emotions, experiences, desires, and doubts in a way that will please readers seeking to connect to books heart-first . . . Franzen's intensely absorbing novel is amusing, excruciating, and at times unexpectedly uplifting-in a word, exquisite."-Kirkus Reviews (starred review)

"Franzen returns with a sweeping and masterly examination of the shifting culture of early 1970s America, the first in a trilogy . . . Throughout, Franzen exhibits his remarkable ability to build suspense through fraught interpersonal dynamics. It's irresistible." -Publishers Weekly (starred review)

"[A] masterful, Tolstoian saga . . . Franzen adroitly portrays eternal generational conflicts . . . This masterpiece of social realism vividly captures each character's internal conflicts as a response to and a reflection of societal expectations, while Franzen expertly explores the fissions of domestic life, mining the rich mineral beneath the sediments of familial discord. In this first volume of a promised trilogy, Franzen is in rarified peak form." -Booklist (starred review)

"Franzen pens complex, densely layered characters . . . with America's heartland functioning as a stage upon which the tension between enduring values and societal change is enacted . . . Franzen is keenly aware that human struggle is defined by understanding and acceptance and that it is generational, ideas he admirably captures here." -Library Journal (starred review)

"[Franzen] does not disappoint . . . [He writes] with penetrating insight delivered through incisive sentences . . . I can't wait to read what happens next." -BookPage (starred review)

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