Fack ju Göhte - Keine Informationen
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Bewertung von leachim aus Rudolstadt

Der Beste Film den ich im letzten Jahr gesehen habe.


    Blu-ray Disc

12 Kundenbewertungen

So einen Aushilfslehrer wie Zeki Müller (Elyas MBarek) hat die überkorrekte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) auch noch nicht erlebt: Er sieht geil aus, hat eine größere Klappe als die Schüler und bekommt mit seinen ruppigen Lehrmethoden sogar die Chaotenklasse 10b in den Griff. Wer zum Teufel ist dieser Typ? "Herr Müller" kommt frisch aus dem Knast und will an seine Beute, die unter der neuen Turnhalle der Goethe-Gesamtschule vergraben liegt. Doch als Lisi das kriminelle Geheimnis lüftet, ist sie Zekis rauem Charme längst verfallen.
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Making of Special
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Produktbeschreibung
So einen Aushilfslehrer wie Zeki Müller (Elyas MBarek) hat die überkorrekte Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) auch noch nicht erlebt: Er sieht geil aus, hat eine größere Klappe als die Schüler und bekommt mit seinen ruppigen Lehrmethoden sogar die Chaotenklasse 10b in den Griff. Wer zum Teufel ist dieser Typ? "Herr Müller" kommt frisch aus dem Knast und will an seine Beute, die unter der neuen Turnhalle der Goethe-Gesamtschule vergraben liegt. Doch als Lisi das kriminelle Geheimnis lüftet, ist sie Zekis rauem Charme längst verfallen.

Bonusmaterial

Making of Special Clips Extended Scenes und Deleted Scenes Outtakes Interviews Virals Audiokommentar mit Jella Haase und Bora Dagtekin Audiokommentar mit Elyas M’Barek und Lena Schömann
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 Blu-ray Disc
  • Hersteller: Constantin Film
  • Gesamtlaufzeit: 118 Min.
  • Erscheinungstermin: 08.05.2014
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Regionalcode: B
  • Bildformat: 2.35:1 / HDTV 1080p
  • Tonformat: Deutsch DTS-HD 5.1
  • EAN: 4011976329480
  • Artikelnr.: 39933740
Autorenporträt
Elyas M'Barek, geboren 1982 in München, ist ein Schauspieler mit österreichischer Staatsbürgerschaft und tunesischen Wurzeln väterlicherseits. Seinen ersten Auftritt in einem Kino-Film hatte M'Barek noch während seiner Schulzeit in Dennis Gansels Mädchen, Mädchen (2000) als Blaubart. In der ARD-Vorabendserie Türkisch für Anfänger spielte er den türkischstämmigen Macho Cem Öztürk, dessen Vater mit einer deutschen Frau und deren Kindern zusammenzieht. 2006 wurde er für diese Rolle mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Bester Hauptdarsteller Serie ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Serie selbst den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Beste Serie. 2008 verkörperte M Barek den türkischen Jungen Sinan in der Buchverfilmung Die Welle. Von 2009 bis 2011 spielte M Barek in der Arztserie Doctor's Diary. 2012 war M Barek in den Kinofilmen Türkisch für Anfänger, Fünf Freunde, Offroad und Heiter bis wolkig zu sehen. Am 25. Oktober 2012 erschien der Kinofilm Hotel Transsilvanien in den Kinos, wo er neben Josefine Preuß einer der Hauptrollen seine Stimme geliehen hat. 2013 war er in der Komödie Fack ju Göhte zu sehen und in der Verfilmung des Romans Der Medicus von Noah Gordon.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.01.2014

Frontal ins Klischee gehauen

Integration ist simpler als Komik: "Fack ju Göhte" bricht alle Besucherrekorde. Der Erfolg ist unübersehbar, aber gar nicht so einfach zu erklären.

Man stelle sich bitte für einen kurzen Augenblick vor, da vorne, auf dem für seinen muskulösen Körper viel zu kleinen, waldhonigfarben lackierten Billigholzstuhl, klebe nicht Elyas M'Barek, sondern Til Schweiger, der, übergossen mit schwarzer Flüssigkeit, mit dem Stuhl am Hintern klebend vor der Klasse steht und seinen langgezogenen Kriegsruf "Ihr Wichser!" in die Gruppe bildungsferner Allesverweigerer röhrt.

Das wäre grauenhaft, und zwar nicht, weil Til Schweiger ein besonders schlechter Schauspieler wäre: Elyas M'Barek ist allerdings ein besonders guter, sogar besser als ein Ruf, der den 31-jährigen Österreicher mit tunesischen Wurzeln väterlicherseits zum "deutschen Justin Bieber" ausgerufen hat.

Die Szene mit dem Stuhl stammt natürlich aus "Fack ju Göhte", jenem Riesenerfolg des deutsch-türkischen Regisseurs Bora Dagtekin ("Türkisch für Anfänger"), der seit November in den deutschen Kinos läuft und zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm des vergangenen Jahres wurde. Der Film ist eine Schulkomödie, die davon erzählt, wie der charmant-aggressive Prolo-Bankräuber Zeki Müller nach Absitzen seiner Gefängnisstrafe eine Stelle als Aushilfslehrer an der sozial zerrütteten Goethe-Gesamtschule antreten muss, weil seine gute Freundin, die Prostituierte Charlie (Jana Pallaske), die Beute von seinem letzten Banküberfall in einer Baustelle unter dem Schulgelände vergraben hat - blöderweise steht da, wo das Geld vergraben liegt, jetzt aber ein Baubunker, und Müller muss, natürlich, einen Tunnel graben, um heranzukommen.

Das klingt erst einmal blöd. Es klingt nach deutscher Komödie. Es klingt danach, dass Müller sich bestimmt in eine verspannte Kollegin verknallt, dass er bestimmt eine Problemklasse (hier die gefürchtete "Amokklasse" 10 b) übernehmen muss, dass er erst einmal alles total doof findet, dann aber einen Läuterungsprozess durchläuft, dass er mit unkonventionellen Methoden (Paintball-Gewehr) zum beliebtesten Lehrer der Schule avanciert und schließlich seiner kriminellen Vergangenheit den Rücken kehrt. Genau das passiert auch.

Aber es ist überhaupt nicht blöd, es ist unglaublich lustig. Warum ist es bei Elyas M'Barek irgendwie nicht gewaltverherrlichend? In den letzten Monaten haben sich viele gefragt, wie der kolossale Erfolg von "Fack ju Göhte" zustande gekommen ist.

Dagtekin selbst hat in einem Interview gesagt, er glaube, dass sich schlicht fast alle Menschen mit dem "Setting" Schule identifizieren könnten, an anderer Stelle hieß es, das zentrale Element, über welches der Film so hervorragend funktioniere, sei der "Aggressionsabbau"- Gewaltphantasien und geballte politische Incorrectness als Katharsis für frustrierte Schüler und Lehrer in einem deutschen Schulalltag, der manchmal gar nicht so weit weg ist von dem, was in "Fack ju Göhte" gezeigt wird.

Das ist alles richtig, aber da ist noch mehr: Dagtekin ist es gelungen, eine Komödie zu schaffen, deren gesamte Machweise eigentlich so konventionell ist, dass es einen gruseln könnte - beispielsweise durchläuft die naiv-idealistische Vollblutpädagogin Elisabeth "Lisi" Schnabelstedt, Müllers prüde Antagonistin im Blümchenkleid (Karoline Herfurth), mit der er am Ende zusammenkommt, ebenfalls einen Wandlungsprozess durch den Realkontakt mit dem charmanten Kriminellen.

Das Entspannungsprogramm für die großbebrillte Vollwaise gipfelt darin, dass ihr zur Feier der neuen Liebe von ihrem frischgebändigten Lover ein Päckchen mit einem trägerlosen blauen Kleid geschenkt wird, in welchem sie dann nach dem Muster amerikanischer Vorher-nachher-Logik schüchtern lächelnd die Treppe ihrer biederen Heimstatt hinabläuft. Außerdem bekommt sie im Laufe der Handlung natürlich Kontaktlinsen verpasst, Frauen mit Brille können schließlich nicht gut aussehen. Das ist alles so grandios kitschig und vorhersehbar. Indem sich Dagtekin so hundertprozentig auf sein Genre - "die etwas andere Schulkomödie" - einlässt, gelingt ihm fast paradoxerweise etwas Erstaunliches: Er verkehrt einige Vorzeichen klassischer Schul- und Integrationsnarrative so, dass genau der entrückte Raum entsteht, den es braucht, um eine Geschichte als "utopisch" im besten Sinne zu bezeichnen.

Das wiederum liegt an etwas, das man eigentlich gar nicht schreiben möchte, weil es die wunderbare Selbstverständlichkeit, die Dagtekins leichtfüßigen Umgang mit dem schwierigen, weil klischeeanfälligen Thema des Alltags an "Problemschulen" ausmacht, ein Stück weit zurücknimmt. Das Thema "Migrationshintergrund" spielt nämlich eigentlich überhaupt keine Rolle im Werk des deutsch-türkischen Regisseurs. In "Fack ju Göhte" gibt es eine einzige, sehr lustige Szene, in der die Identitätsfrage aufscheint, als Müller neu in die 10 b kommt. Da sagt einer der Schüler zu ihm: "Sie sehen gar nicht aus wie Herr Müller. Sie sind ein Bruder, man." Und Müller antwortet: "Kanack mich nicht an, hier. Gleich 'ne Sechs." Man erfährt im Film nicht, woher der Name Zeki kommt, und es ist auch völlig egal, weil alle im gleichen Höllenboot des zerrütteten Gesamtschulalltagsflusses sitzen.

Als Müller in "Fack ju Göhte" einmal nach einer fatal durchsoffenen Nacht auf dem Lehrerpult aufwacht - die Schüler, normal, haben ihm währenddessen unter anderem die Nägel pink lackiert und ihm ein Ohrloch gestochen -, sagt die bereits hoffnungslos verknallte Lisi Schnabelstedt zu Müller auf der Herrentoilette: "Du bist nah dran an deinen Schülern. Vor allem, was den Konsum von Rauschmitteln betrifft." Genau das ist der Punkt. Dagtekin spielt in "Fack ju Göhte" mit dem Narrativ der klassischen deutschen Paukerkomödie.

Der arme Professor (Un)Rath (Emil Jannings) aus der Heinrich-Mann-Verfilmung "Der blaue Engel" will Recht und Ordnung schaffen und verfällt mit herziger Verschämtheit dem Halbweltmädchen "Lola Lola". Zeki Müller kommt selbst aus der Welt seiner Schüler, er ist selbst ein Verführer. Somit verdreht Dagtekin gleich zwei Genres: das der "Pauker-Komödie" und das der - unseliges Wort, das gleich wieder verbannt sei - "Integrationskomödie". In "Kebab Connection" von Anno Saul etwa taucht der islamische Halbmond schon in der Menüauswahl auf. So etwas hat Dagtekin nicht nötig. Er spielt mit Zitaten.

Selbst die Schule, die in "Fack ju Göhte" zur Goethe-Gesamtschule wird, kennt man schon: So diente sie zum Beispiel als Kulisse für die Schule in der deutschen Komödie "Schule" von Marco Petry. Dieses Spiel mit Narrativen, die jeder, bewusst oder unbewusst, kennt, ist es, das den Film zum utopischen Film im eigentlichen Sinne macht. Dagtekin betreibt eine Art kollektive Bewusstseinsgymnastik - und das reißt mit.

HANNAH LÜHMANN

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