Couchsurfing in China - Orth, Stephan
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Wie ticken die Menschen in China? Drei Monate lang erkundet Couchsurfer Stephan Orth das Reich der Mitte: vom Spielerparadies Macau im Süden bis nach Dandong an der Grenze zu Nordkorea, von Shanghai bis in die Krisenprovinz Xinjiang. Er besucht Hightech-Metropolen, die mit totaler Überwachung experimentieren, und abgeschiedene Dörfer, in denen fürs Willkommensessen der Hund geschlachtet wird. Er wird als Gast einer Live-Fernsehshow zensiert und tritt fast einer verbotenen Sekte bei. Dabei wird immer deutlicher, wie sich das Leben hinter den Kulissen der neuen Supermacht gestaltet, welche…mehr

Produktbeschreibung
Wie ticken die Menschen in China? Drei Monate lang erkundet Couchsurfer Stephan Orth das Reich der Mitte: vom Spielerparadies Macau im Süden bis nach Dandong an der Grenze zu Nordkorea, von Shanghai bis in die Krisenprovinz Xinjiang. Er besucht Hightech-Metropolen, die mit totaler Überwachung experimentieren, und abgeschiedene Dörfer, in denen fürs Willkommensessen der Hund geschlachtet wird. Er wird als Gast einer Live-Fernsehshow zensiert und tritt fast einer verbotenen Sekte bei. Dabei wird immer deutlicher, wie sich das Leben hinter den Kulissen der neuen Supermacht gestaltet, welche Träume und Ängste die Menschen bewegen: Und plötzlich wirkt das schwer durchschaubare China viel weniger fremd, als man vermutet hätte.
  • Produktdetails
  • Couchsurfing in ...
  • Verlag: Malik
  • Seitenzahl: 256
  • Erscheinungstermin: 1. März 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 134mm x 35mm
  • Gewicht: 452g
  • ISBN-13: 9783890294902
  • ISBN-10: 3890294901
  • Artikelnr.: 54398637
Autorenporträt
Orth, Stephan
Stephan Orth, Jahrgang 1979, studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Journalismus. Von 2008 bis 2016 arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von SPIEGEL ONLINE, bevor er sich als Autor selbstständig machte. Für seine Reportagen wurde Orth mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor des Nr.1-Bestsellers »Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt«. Bei Malik erschienen seine Bücher »Opas Eisberg« sowie die SPIEGEL-Bestseller »Couchsurfing im Iran« und »Couchsurfing in Russland«, für das er mit dem ITB-BuchAward ausgezeichnet wurde.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 28.03.2019

REISEBUCH
Big Data
für alle
Stefan Orth will wissen, wie
Chinesen die Welt sehen
Umgekehrt wäre die Irritation sicherlich ähnlich groß: Wenn also ein Asiate aus Erlebnissen im Pariser Disneyland ein Psychogramm der Europäer ableiten würde. Dennoch sind Rückschlüsse statthaft: Denn würde der Vergnügungspark nicht etwas in uns ansprechen, hätte er nicht viele Millionen Besucher im Jahr. Und so macht sich auch Stephan Orth nach einem Besuch des „Big-Data-Demonstrations-Parks“ in der südchinesischen Stadt Guiyang grundsätzliche Gedanken: dass der Begriff Big Data mit Digitalisierung gleichgesetzt, also verharmlost und mit einem positiven Erlebnis verbunden wird, sei kein Zufall. Die Besucher tauchen in 3-D-Abenteuerwelten ein und rasen in Virtual-Reality-Fahrgeschäften durch Fantasielandschaften, in denen Actionfiguren eine Armee aus Cyborgwesen dirigieren.
Auf seiner mehrmonatigen Reise wolle er erfahren, „wie China sich seine Zukunft vorstellt, und ich finde mächtige Maschinengötter und auf Homogenität getrimmte Menschen“, schreibt Orth in seinem Buch „Couchsurfing in China“. Nun ist das bloß ein erster Eindruck, aber ähnliche Beobachtungen wird der Autor immer wieder machen, und zwar nicht nur als Metapher.
Es ist Orths dritter „Couchsurfing“- Band, nach denen über Iran und Russland. Orth kopiert aber nicht einfach ein erfolgreiches Konzept. Couchsurfing ist für ihn in Ländern mit kontrollwütigen Regimen das probateste Mittel, um mit neugierigen, eigenwilligen Einheimischen in Kontakt zu kommen, und das in geschützten Räumen. Wobei er in China nicht nur auf Skeptiker und Kritiker trifft, vielmehr etliche Menschen die Entwicklung ihrer Heimat positiv sehen.
Stephan Orth hat bewusster denn je keine Sehenswürdigkeiten bereist, die hat er bereits bei früheren Besuchen in China seit 2008 erkundet. Diesmal geht es ihm explizit darum zu begreifen, „wie Chinesen die Welt sehen“. Davon wird in Zukunft einiges abhängen für die Welt. Kaum vorstellbar ist die Rasanz, mit der China sich verändert. „Jedes Mal kam mir das Land wie ein anderes vor“, schreibt Orth: „Neue Hochhausviertel, neue Erfolgsfirmen, neue Technologien, neue Benimmregeln … mehr Hightech, mehr Verbote … mehr Wissen, aber auch mehr Fragen.“
In China vollzieht sich ein epochaler Wandel, hin zum führenden Entwickler von Technologien. Das hat negative Auswirkungen ebenso wie positive. Staatspräsident Xi Jinping verwandelt China in einen Überwachungsstaat, wie die Welt noch keinen gesehen hat. Was Orth in Übereinstimmung mit vielen anderen westlichen Beobachtern über die Kontrolle der Bürger schreibt, ist erschreckend. Gleiches gilt für die Unterdrückung von Minderheiten, allen voran die zehn Millionen muslimischen Uiguren, von denen mutmaßlich mehrere Millionen in Umerziehungslagern inhaftiert sind. Sie zum Studieren schicken, nennen Han-Chinesen das zynisch.
Andererseits ist es womöglich China, das Umweltprobleme in den Griff kriegt. Während deutsche Bundesminister noch Feinstaub-Grenzwerte lächerlich zu machen versuchen und deutsche Ingenieure Zukunftstechnologien hinterherschrauben, fahren in der Zwölf-Millionen-Einwohner-Stadt Shenzhen bereits 16 000 E-Busse und 12 000 E-Taxen.
Mit pauschalen Urteilen wird man China nicht gerecht. So ist einer der kritischsten Menschen, die Stephan Orth kennenlernt, eine Polizistin. Und obwohl er sich nicht an die Visumsregeln hält, kann Orth unbehelligt das gesamte Land bereisen. Das relativiert – auch in seinen Augen – die Missstände nicht. Sich dennoch auf das Land und die Bewohner einzulassen, auch wenn sie ihn oft verstören, dafür wirbt Orth.
STEFAN FISCHER
Stephan Orth: Couchsurfing in China. Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht. Malik Verlag, München 2019. 250 Seiten, 16 Euro.
Der Staat löst Umweltprobleme
und unterdrückt Minderheiten
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.05.2019

Für die Tasche Man kann ja heute regelrecht wehmütig werden, wenn man das Wort "Couchsurfing" hört. Ist diese romantische Idee, auf Reisen bei anderen Menschen zu wohnen, nicht längst von Giganten wie Airbnb gnadenlos kommerzialisiert worden? Offenbar nicht ganz, und vor allem: nicht überall. Der Reise-Autor Stephan Orth hat sich einen Namen dafür gemacht, das alternative Reisen an den Orten zu studieren, die dem westlichen Beobachter sonst als unheimlich bis problematisch erscheinen. Seine letzten Bücher drehten sich um Iran und Russland. Nun erscheint "Couchsurfing in China" - und wer ein Sachbuch oder einen Reiseführer erwartet, wird auf Seite eins enttäuscht. Da geht es erst einmal um ein paar Szenen aus einem Videospiel. Und direkt danach sitzen wir mit Orth in der WG-Küche, und ein Freund sagt: "Jede Frau würde dich wollen!" Es ist Yang, und seine fixe Idee ist: Orth soll sein Gesicht für Werbung auf Wurstpackungen in China zur Verfügung stellen. Wir befinden uns hier also mitten in einem sehr subjektiven Bericht, einer Art Blog auf Papier. Und dass es dabei auch um große Fragen geht, wird erst nach und nach klar. Etwa: Wie reist man überhaupt individuell durch China? Das Land will das möglichst verhindern. Entsprechend kafkaesk wird ein Besuch im Konsulat, doch dann geht es schon los.

Der Bericht ist eine Rundreise, von Südchina erst ins Landesinnere, dann zur Grenze zu Nordkorea, in die Hauptstadt, nach Schanghai und schließlich in den Westen. Immer von einer Empfehlung zur nächsten. So lernt der Reisende Bo kennen oder Nora oder Yun, von dessen Restaurant aus man nach Nordkorea blicken kann. Immer chattet man erst, sieht sich dann, freundet sich dann an. Das alles strahlt zunächst eine herrliche Leichtigkeit aus. Und dann sagt die Künstlerin aus Peking, die Polizei habe ihr Atelier zertrümmert. Und die Frau vom Fernsehen will, dass man das Wort Couchsurfing nicht erwähnt. Wegen der Regierung. Und dann gibt es diese drahtige ältere Yogalehrerin, die Wutausbrüche bekommt, wenn man ihr Land kritisiert.

Das alles wirkt sehr verwirrend und ist auf gar keinen Fall eine Empfehlung, das größte Land der Welt auch nur zu betreten. Aber es ist aufregend. Bis ganz zum Schluss, als zwei Männer mit Maschinengewehren den Autor zwingen, sein eben geschossenes Foto der Moschee von Urumtschi wieder zu löschen. Im autonomen uigurischen Gebiet hört diese Reise auf. Kleine Elemente zwischen den Kapiteln machen das Buch äußert kurzweilig, etwa das Ranking der zehn Millionenstädte, die keiner kennt, oder die kuriosesten Details der Zensur. Bilder von Pu dem Bären sind verboten, seit im Internet Witze kursierten, der Generalsekretär der KP Chinas, Xi Jinping, sehe so aus wie die Kinderbuchfigur.

tlin

Stephan Orth: "Couchsurfing in China. Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht". Piper, 256 Seiten, 16 Euro

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"Das Lesen fühlt sich an, als würde jemand im Zug neben einem sitzen, der so interessant Reisegeschichten erzählt, dass man aus Versehen den Ausstieg verpasst.", IHK Magazin, 01.11.2019