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Marilynne Robinson ist die viel bewunderte amerikanische Meistererzählerin. Einfühlsam und eindringlich spürt sie den ersten und den letzten Fragen nach. Auf dem Sterbebett schreibt John Ames einen Brief an seinen siebenjährigen Sohn. Dem Kind will er alles erklären: Die Einsicht, mit der man das eigene Leben auf einen Schlag begreift, den Trost, der in einer einzelnen Berührung liegen kann, und den Ort, der sein Ende beschließt - Gilead, die kleine Stadt unter dem unermesslichen Himmel des Westens, leicht wie Staub und so schwer wie die Welt.…mehr

Produktbeschreibung
Marilynne Robinson ist die viel bewunderte amerikanische Meistererzählerin. Einfühlsam und eindringlich spürt sie den ersten und den letzten Fragen nach. Auf dem Sterbebett schreibt John Ames einen Brief an seinen siebenjährigen Sohn. Dem Kind will er alles erklären: Die Einsicht, mit der man das eigene Leben auf einen Schlag begreift, den Trost, der in einer einzelnen Berührung liegen kann, und den Ort, der sein Ende beschließt - Gilead, die kleine Stadt unter dem unermesslichen Himmel des Westens, leicht wie Staub und so schwer wie die Welt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Argon Verlag GmbH
  • Gesamtlaufzeit: 591 Min.
  • Erscheinungstermin: 22.09.2016
  • ISBN-13: 9783732415151
  • Artikelnr.: 45762361
Autorenporträt
Marilynne Robinson wurde 1943 in Sandpoint, Idaho, am See aus "Haus ohne Halt" geboren. Sie studierte in Rhode Island Englische Literatur, promovierte in Washington und lehrte als Writer-in-Residence und Gastprofessorin an zahlreichen Universitäten. Heute unterrichtet sie am Writer's Workshop in Iowa.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 16.10.2018

NEUE TASCHENBÜCHER
Im beschädigten
Herzen von Amerika
„Man kann etwas zu Tode kennen und doch nicht das Geringste davon wissen.“, notiert Reverend John Ames auf dem Sterbebett an seinen sechsjährigen Sohn. In einem Briefmonolog erzählt er rückblickend von der Predigerfamilie im Mittleren Westen, vom Großvater, der im Sezessionskrieg für die Abolitionisten kämpfte und vom Bruder, der lieber Feuerbach statt Calvin studierte. Ein kleines Leben war das in Armut, Einsamkeit und voller Zweifel. Der alte Mann wirkt wie aus der Zeit gefallen und doch fragt er beinahe beiläufig nach der Bedeutung von Religion und Moral für die Gesellschaft, skizziert Rassismus als generationenübergreifendes Problem. Große Themen sind das, die auch heute noch die Seele der USA erschüttern. „Gilead“ heißt der fiktive Ort im beschädigten Herzen Amerikas, an dem die Ames-Familie dem Dasein trotzt, und der zugleich namensgebend für Marilynne Robinsons Roman ist, der ihr 2005 den Pulitzer Preis einbrachte. Zugleich ist er Auftakt ihrer Iowa-Trilogie, die sich in „Zuhause“ und „Lila“ mit John Ames bestem Freund Boughton und seiner Ehefrau Lila beschäftigt. Alle drei Teile sind schon jetzt moderne Klassiker, aber aktueller denn je. SOFIA GLASL
Marilynne Robinson: Gilead. Aus dem Englischen von Uda Strätling. S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main. 2018. 320 Seiten, 11 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Lothar Müller zeigt sich beeindruckt davon, wie Marilynne Robinson in diesem Auftaktband zu ihrer Iowa-Trilogie in immer neuen Erzählbewegungen den kleinen Prärieschauplatz Gilead in Szene setzt und damit ihre Figuren und ihre Verstrickung in Kommune und Konfession. Brief- und Familienroman zugleich, stellt der Text für Müller große, aktuelle Fragen nach dem Grad der Vereinigung der USA, der Offenheit der Grenzen der Community oder der Haltung der Protestanten zu den Afroamerikanern. Wie die Autorin das fiktive Gilead in die amerikanische Landschaft und in die amerikanische Geschichte einbettet, findet Müller stark. Ebenso die anschauliche Diktion, mit der die Autorin ihren briefeschreibenden Reverend begleitet.

© Perlentaucher Medien GmbH
Das Buch ist eine literarische Großtat und ein neues Brevier für alle. Alexander Kedves Tages-Anzeiger 20170305