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Die Dunkelheit, die nicht vergeht Ein Unbekannter tötet Polizisten. Polizisten, die vor über zwanzig Jahren ein Massaker an einer schwarzen Familie verübten. Auch Colonel Vaughn de Vries war damals dabei, als unfreiwilliger Zeuge des Verbrechens. Und schon damals kämpfte er gegen eine korrupte Hierarchie im Polizeiapparat. Höhere Stellen behindern ihn auch bei seinem neuen, seinem heikelsten Fall: Eine Milliardärin - grausam ermordet. Der Vater war eine Stütze des Apartheid-Regimes. Hauptverdächtiger: Ihr schwarzer Liebhaber, Sohn eines einflussreichen Politikers. Vaughn de Vries steht vor…mehr

Produktbeschreibung
Die Dunkelheit, die nicht vergeht
Ein Unbekannter tötet Polizisten. Polizisten, die vor über zwanzig Jahren ein Massaker an einer schwarzen Familie verübten. Auch Colonel Vaughn de Vries war damals dabei, als unfreiwilliger Zeuge des Verbrechens. Und schon damals kämpfte er gegen eine korrupte Hierarchie im Polizeiapparat.
Höhere Stellen behindern ihn auch bei seinem neuen, seinem heikelsten Fall: Eine Milliardärin - grausam ermordet. Der Vater war eine Stütze des Apartheid-Regimes. Hauptverdächtiger: Ihr schwarzer Liebhaber, Sohn eines einflussreichen Politikers. Vaughn de Vries steht vor vielen Fragen: Geht es um Hautfarbe, Geld oder Macht? Wer hatte ein Interesse am Tod der Frau? Wer hat kein Interesse daran, dass die Wahrheit herauskommt?
  • Produktdetails
  • rororo Taschenbücher Nr.27241
  • Verlag: Rowohlt TB.
  • Originaltitel: The Serpentine Road
  • Deutsche Erstausgabe
  • Seitenzahl: 400
  • Erscheinungstermin: 16. Dezember 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 137mm x 34mm
  • Gewicht: 479g
  • ISBN-13: 9783499272417
  • ISBN-10: 3499272415
  • Artikelnr.: 44981860
Autorenporträt
Mendelson, Paul
Paul Mendelson ist Dramatiker, Drehbuchschreiber, Journalist, Kolumnist, Sachbuch- und Thrillerautor. Der erste Roman aus der Serie um Colonel Vaughn de Vries gelangte auf die Shortlist des wichtigsten britischen Krimipreises und auf die ZEIT-Krimi-Bestenliste; die Film- und Fernsehrechte sind optioniert. Der Autor lebt abwechselnd in London und Südafrika.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

Colonel Vaughn de Vries ist seit 20 Jahren in Kapstadt Polizist - und erlebte das Ende der Apartheid im paramilitärischen Polizeiapparat mit. Damals, 1995, wurde er Zeuge, wie ein General eine schwarze Familie aus Frust hinrichtete. Er verlor nie ein Wort darüber. Inzwischen, 2015, ist er leitender Ermittler einer Sondereinheit, die sich mit komplizierten Mordfällen befasst. Eine millionenschwere Erbin wurde in ihrem Haus erschossen. Arrangiert wie auf einem von ihr ausgestellten Gemälde, auf dem Gewalt gegen Frauen gezeigt wird. Die Ausstellung zog den Unmut der Kirche und Frauenrechtlerinnen auf sich. Doch ein religiöser Fanatiker, der mit der Tatwaffe tot aufgefunden wird, erscheint als zu einfache Lösung. Und irgendwo weiter oben will jemand nicht, dass de Vries weitergräbt. Zeitgleich werden Augenzeugen des Massakers von 95 einer nach dem anderen ermordet. Das Herausragende an Mendelsons Romanen ist, neben der Sprache und dem fühlbaren Lokalkolorit, dass er den Würgegriff des allgegenwärtigen Rassismus, auch 20 Jahre nach Ende der Rassentrennung, authentisch schildert. Auch de Vries ist Rassist und weiß es. Sich in diesem Spannungsfeld zu tarieren und objektiv zu bleiben, kostet ihn Anstrengung - ebenso wie die Aggressionen der neuen Beamten gegen Weiße im Polizeidienst.

© BÜCHERmagazin, Meike Dannenberg (md)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 06.02.2017

Moralisten mit Makeln
Krimis in Kürze: Charyn, Connelly, Mendelson

Was für ein Kontrast! Oder ist es eine merkwürdige Koinzidenz? Wofür man sich auch entscheidet, es macht Jerome Charyns Roman "Winterwarnung" (Diaphanes, 328 S., geb., 24 [Euro]) zum Buch der Stunde. Da ist gerade einer ins Weiße Haus eingezogen, den man sich dort nie hatte vorstellen können. Und dort sitzt einer in Charyns Buch, der Isaac Sidel heißt und ein mindestens so unwahrscheinlicher Bewohner ist wie Donald Trump. Sidel war Polizeichef und Bürgermeister in New York, ins Weiße Haus ist er eher hineingerutscht. Aber er lässt den Apparat rotieren, weil er anders als die anderen ist.

"Winterwarnung" ist der zwölfte und letzte Teil der Sidel-Serie. Mehr als vierzig Jahre hat Charyn mit Isaac verbracht, es war keine leichte Beziehung, von der er in seinem wunderbaren Nachwort erzählt, seit er 1973 Manfred Coen als eine Kombination aus sich selbst und seinem Bruder Harvey, einem New Yorker Cop, erfand und ihn Sidel als Chef unterstellte, der dann bald das Kommando an sich riss und die Serie zu seiner Saga machte.

Als Präsident ist Sidel ein Tarantino-Charakter, was nicht verwundert, da Charyn auch ein (leider nicht übersetztes) Buch über Tarantino geschrieben hat. In "Winterwarnung" wird Washington daher zur wilden Landschaft mit bizarren Gestalten. Das Unwahrscheinliche ist der Normalzustand, die Routinen der Plot-Entwicklung sind suspendiert. Charyn kann sich das leisten, weil er das Genre kennt, weil er dessen Asphaltblüten liebt und weil in seinem Biotop zahlreiche neue gedeihen. Er macht Sidel, den "Golem mit der Glock", zum Ziel einer Verschwörung, hinter der ein begnadeter russischer Fälscher, ein Basler Bankier, ein deutscher Nachtclubbesitzer, ein "Darth Vader der Devisenmärkte" und noch ein paar andere Sinistre stecken. "Winterwarnung" mit seiner funkelnden, bildreichen Prosa ist ein Buch, das mit dem Washingtoner Establishment auf seine Weise Schlitten fährt.

Für Michael Connelly sind die Gesetze des Genres der Goldstandard. Dafür schätzt man ihn, weil Subversion bei vielen Adepten nur der Deckname für Konfusion ist, deswegen liest man ihn seit mehr als zwanzig Jahren. Deshalb ist sein Hieronymus "Harry" Bosch zu einer stabilen Größe in der "Hall of Fame" des Kriminalromans geworden. Er hat einiges mitgemacht mit Vorgesetzten und Verbrechern in den nunmehr zwanzig Büchern, in denen er aufgetaucht ist; auch wir haben mit ihm einiges erduldet und verziehen, dass er, während seiner kurzen Auszeit als privater Ermittler, auf einmal in der ersten Person Singular zu erzählen begann. Die Scheuklappen des Ichs bekamen den Büchern nicht, weil einer wie Bosch mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitsdrang und einem gewissen Hang zur Selbstgerechtigkeit mehr erzählerischen Überblick braucht, um nicht unsympathisch zu werden.

In "Scharfschuss" (Droemer, 464 S., geb., 22,99 [Euro]) gelingt Connelly auch wieder eine komplexe Konstruktion, die zwei Fälle überzeugend verknüpft. Bosch hat eine neue Partnerin, Lucia Soto, sie bearbeiten einen "cold case", den ungeklärten Mord an einem Mariachi-Musiker, bis sich eine Querverbindung ergibt zu einem traumatischen Erlebnis aus Sotos Kindheit. Und weil Boschs moralischer Grundsatz "entweder zählt jeder oder keiner" unerschütterlich ist, arbeiten sie bald zweigleisig. Klar, Bosch nervt, aber er wäre nicht Bosch, wenn er das nicht täte, und so wünscht man sich, er möge nicht demnächst in Pension gehen, obwohl Alter und Arbeitsvertrag das nahelegen.

Colonel Vaughn de Vries könnte so etwas wie Boschs südafrikanischer Stiefbruder werden. Ein Moralist mit Makeln, zu deren schwersten zählt, dass er schon Polizist zu Zeiten des Apartheid-Regimes war, ohne dadurch vollends kompromittiert zu sein. Auch der Brite Paul Mendelson hat einen extrem sturen, schon leicht verbitterten Cop erfunden, der von Dienstweg und diplomatischem Verhalten nicht viel hält und dem seine schwarzen Vorgesetzten nicht trauen.

Die Schatten der Vergangenheit fallen noch immer in seinen Alltag, in einem Land, das sich mühsam nach den Jahren der Apartheid als Nation konstituieren und als Gesellschaft finden muss. "Die Straße ins Dunkel" (Rowohlt, 400 S., br., 16,99 [Euro]) ist daher ein passender deutscher Titel, denn der Weg nach der Ermordung einer reichen Erbin, deren Vater eine Säule des alten Regimes war, führt de Vries auf vermintes Terrain. Der Fall zieht Kreise bis nach Pretoria. Zugleich ist da die Angst, ein Rächer könne auch de Vries beseitigen, da mehrere andere Beteiligte an einem lange zurückliegenden Einsatz tot aufgefunden werden.

Paul Mendelson erzählt klar und hart und mit gutem Gespür für Situationen und Schauplätze, für die politischen Verwicklungen und moralischen Verstrickungen. Es ist ein kompakter, politisch aufgeladener Roman, der mal wieder demonstriert, dass man ein Genre manchmal "nur" konsequent und präzise ausfüllen muss, um etwas über die zentralen Widersprüche und Friktionen einer Gesellschaft zu erfahren.

PETER KÖRTE

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 04.04.2017

Die Farben
der Unterdrücker
Ein Apartheid-Roman von Paul Mendelson
Die Geschichte beginnt im Januar 1994, und sie beginnt mit einer Verfolgungsjagd. Mit einer sehr merkwürdigen: Denn es gibt niemanden, der verfolgt wird. Dennoch jagen zwei Wagen mit insgesamt sieben Polizisten durch den Regen und die Dunkelheit von Kapstadt. Einem Phantom hinterher und doch einem konkreten Ziel entgegen, in der Township Khayelitsha. Fünf der allesamt weißen Polizisten stürmen eine Behausung, zwei bleiben zur Absicherung zurück. Schüsse fallen, fünf Menschen sterben – die schwarzen Bewohner. Mit dem Bombenanschlag an diesem Tag auf eine Kneipe im Vorort Observatory haben sie aber nichts zu tun. Dessen ist sich Captain Vaughn de Vries sicher. Er ist einer der beiden Polizisten, die nicht geschossen haben.
Weiß gegen Schwarz: Die Fronten sind klar in Südafrika, wenige Monate bevor Nelson Mandela absehbar zum Präsidenten gewählt werden wird und die Weißen ihre Vormachtstellung verlieren werden. Der Wille zur Versöhnung, in den Reihen des South African Police Service (SAPS), der Nationalpolizei, ist er nicht vorhanden. Die Aktion in Khayelitsha: „Ein außer Kontrolle geratener Vorgesetzter, der seinem Hass freien Lauf ließ, seiner Frustration darüber, dass nach Jahren harter, mühevoller Arbeit, nach Jahrzehnten des Vertrauens auf das System, die da oben kapituliert hatten, der daraufhin auf jeden ohne Antworten eindrosch, auf jeden Schwarzen …“ Die Sache wird vertuscht.
Zwanzig Jahre später ist Vaughn de Vries als einer von wenigen Veteranen aus der Zeit vor dem Machtwechsel immer noch beim SAPS, inzwischen im Rang eines Colonel bei der Special Crimes Unit. Er und seine ganze Einheit, die von dem Buren du Toit geleitet wird, sind im neuen, gesäuberten Polizeiapparat unerwünscht. Die internen Ermittler suchen unentwegt nach einer Verfehlung, die schwerwiegend genug ist, um Leute wie de Vries loszuwerden und an ihre Stelle schwarze Beamte zu setzen.
Weiß gegen Schwarz: Diese Front existiert auch 2015 noch in Südafrika. Ihr Verlauf ist an einigen Stellen inzwischen allerdings unklar. Und diese diffusen Punkte sind es, auf die Paul Mendelson mit seinem Thriller „Die Straße ins Dunkel“ zusteuert. An die er den Colonel Vaughn de Vries näher und näher heranführt. Bis der Ermittler selbst sich in großer Gefahr befindet.
Da ist die Angelegenheit von damals. Zwei Jahrzehnte später beginnt eine Mordserie, einer nach dem anderen werden die Polizisten erstochen, die bei dem Einsatz in Khayelitsha dabei waren. Den Zusammenhang sehen aber nur Eingeweihte, von den jeweils zuständigen Polizeidienststellen wird jeder dieser Morde als Einzelfall behandelt. De Vries zieht Erkundigungen ein; es ist natürlich kein Fall, in dem er offiziell ermittelt. Es gibt diesen Fall nicht einmal. Es geht um die persönliche Bedrohung – die entweder aus dem Umfeld der Opfer kommt, weil jemand spät Rache nimmt. Oder sie kommt einmal mehr aus dem Apparat selbst, weil jemand plötzlich ganz sicher gehen will, dass der Vorfall für immer unbekannt bleibt.
Und da ist der Mord an einer weißen Galeristin. Eine reiche Frau, Erbin eines mit dem Apartheid-System verbandelten Unternehmers. Sie wird angefeindet für eine Ausstellung, auf den Gemälden ist sexuelle Gewalt gegen Frauen sehr explizit dargestellt. De Vries kommt lange nicht weiter mit den Ermittlungen. Paul Mendelson dehnt diese Phase, reizt sie komplett aus. Bis man als Leser beinahe das Interesse an dem Fall verliert. Aber das ist essenziell für die Geschichte, die Mendelson in seinem zweiten De-Vries-Fall (nach „Die Unschuld stirbt, das Böse lebt“, 2014) unterhalb der Thriller-Ebene erzählt: Der Colonel braucht lange, um zu erkennen, dass diese Ermittlungen nach innen führen, in den Polizeiapparat und von dort weit hinauf, womöglich bis ins Umfeld der Regierung. Weil er es, trotz der Geschichte seines Landes, nicht wahrhaben will. Weil für ihn noch schwerer zu ertragen ist, dass jetzt die Schwarzen am Ruder sind, wenn sie nicht einmal höhere moralische Maßstäbe haben als das Apartheid-Regime.
Vaughn de Vries ist eine spannende Figur. Für vieles hat er eine einfache Erklärung, die sich aus Vorurteilen und von ihm als demütigend empfundenen Erfahrungen speist. Er muss sich zwingen, seinen Rassismus zu zügeln, ist launisch und herablassend, trinkt zu viel. Aber er ist mutig, und er will Gerechtigkeit für die Opfer von Gewalt. „So übel ist er nicht“, bilanziert seine rechte Hand, der schwarze Officer Don February, trotz aller Vorbehalte. De Vries war, als er noch auf der Seite der Macht stand, kein ausnehmendes Schwein. Und er ist auch jetzt keiner, der das Recht beugt. Moralisch überlegen macht ihn beides nicht. Er erlebt – zum zweiten Mal und diesmal ohnmächtig –, wie Netzwerke in der Polizei zu einem Instrument der Regierung werden, das sie gegen ihre Gegner einsetzt. Dagegen begehrt er, anders als 1994, auf. „Man hat“, so empfindet er es, „nichts weiter getan, als lediglich die Farbe der Unterdrücker zu wechseln.“
Paul Mendelson geht in seinem Thriller hart ins Gericht mit der neuen Elite Südafrikas. Er bedient sich dabei jedoch eines Helden, der zu den Verlierern zählt und so zornig ist, dass ein gewisses Maß an Revanchismus bei ihm nicht zu leugnen ist – wodurch seine Urteile in einem dementsprechenden Licht erscheinen. Der aber so offen ist, neue Allianzen zu wagen und alte Bande in Zweifel zu ziehen, über Rassengrenzen hinweg. Dass seine eigenen Leute ihn retten, indem sie ihn beschatten, weil sie ihm nicht über den Weg trauen – das gehört zu den vielen Absurditäten dieser Geschichte.
STEFAN FISCHER
Die internen Ermittler sind am
Werk – um alte, weiße Ermittler
endlich loszuwerden
Paul Mendelson: Die Straße ins Dunkel. Aus dem Englischen von Jürgen Bürger. Rowohlt Polaris, Reinbek 2017.
400 Seiten, 16,99 Euro. E-Book 14,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Bequeme Lösungen gibt es nirgends, die notwendigen «bösen Fragen», die wirklich wehtun, ergeben sich aus dem Versuch, der Gewalt und der Kriminalität letztendlich doch Grenzen zu ziehen. Die Frage, ob dies überhaupt noch gelingen kann, ist der Spannungsmotor dieses sehr gelungenen Romans. Thomas Wörtche Deutschlandfunk Kultur