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Amerika 1940. Charles Lindbergh, Fliegerheld und Faschistenfreund, verbucht bei den Präsidentschaftswahlen einen erdrutschartigen Sieg über Franklin D. Roosevelt. Unter den amerikanischen Juden breitet sich Furcht und Schrecken aus - auch bei der Familie Roth in Newark. Aus der Sicht des 8-jährigen Philip schildert der Autor, was passiert wäre, wenn ...…mehr

Produktbeschreibung
Amerika 1940. Charles Lindbergh, Fliegerheld und Faschistenfreund, verbucht bei den Präsidentschaftswahlen einen erdrutschartigen Sieg über Franklin D. Roosevelt. Unter den amerikanischen Juden breitet sich Furcht und Schrecken aus - auch bei der Familie Roth in Newark. Aus der Sicht des 8-jährigen Philip schildert der Autor, was passiert wäre, wenn ...
  • Produktdetails
  • Verlag: HANSER
  • Artikelnr. des Verlages: 505/20662, Best.-Nr.505/20662
  • 3. Aufl.
  • Seitenzahl: 432
  • Erscheinungstermin: 19. August 2005
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 152mm x 40mm
  • Gewicht: 697g
  • ISBN-13: 9783446206625
  • ISBN-10: 3446206620
  • Artikelnr.: 14146336
Autorenporträt
Philip Roth wurde 1933 in Newark, New Jersey, geboren und starb 2018 in New York City. 1998 erhielt er für Amerikanisches Idyll den Pulitzerpreis. Ebenfalls 1998 wurde ihm im Weißen Haus die National Medal of Arts verliehen, und 2001 erhielt er die höchste Auszeichnung der American Academy of Arts and Letters, die Gold Medal, mit der unter anderem John Dos Passos, William Faulkner und Saul Bellow ausgezeichnet worden sind. Er hat zweimal den National Book Award und den National Book Critics Circle Award erhalten, dreimal den PEN/Faulkner Award und außerdem den PEN/Nabokov Award und den PEN/Saul Bellow Award. Bei Hanser erschienen zuletzt u.a. Das sterbende Tier (Roman, 2003), Shop Talk (Ein Schriftsteller, seine Kollegen und ihr Werk, 2004), Jedermann (Roman, 2006), Mein Leben als Mann (Roman, Neuausgabe 2007), Eigene und fremde Bücher, wiedergelesen (2007), Exit Ghost (Roman, 2008), Empörung (Roman, 2009), Portnoys Beschwerden (Neuübersetzung, 2009), Die Demütigung (2010) und Nemesis (2011), außerdem 2018 in Neuausgaben die Romane Amerikanisches Idyll, Der menschliche Makel und Verschwörung gegen Amerika sowie Mein Leben als Sohn.
Rezensionen
"Das ist eine so schonungslose, krasse Auslotung kindlicher Ängste, dass man Lindbergh und Hitler ganz vergisst und nach der Lektüre auch nicht wirklich beruhigt ist darüber, dass alles anders kam."
Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

"Den größten anzunehmenden Unfall durch die Augen eines achtjährigen Jungen sehen zu lernen, darin liegt literarische Weisheit, die höher ist als historische Vernunft."
Ulrich Raulff, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

"Ein beklemmendes Gedankenspiel: der neue Roman von Philip Roth. Ihn interessieren die Menschen in den Schockwellen der Politik. Lindberghs faschistoide Kleinbürgerphantasien laufen in Wochenschaubildern hinter der Küche, den Betten, der Straße der jüdischen Familie Roth in Newark, New Jersey, ab. Die Politik zerstört ihr Glück, spaltet sie, treibt sie fast in die Emigration."
Uwe Schmitt, DIE WELT

"In solchen Episoden entfaltet Roth seine ganze verehrungswürdige Erzählkunst. Zart, aber schonungslos, peinlich genau und doch taktvoll. Er beschreibt die Katastrophe nie ohne einen gewissen distanzierten Humor ..."
Evelyn Finger, DIE ZEIT, 18.08.2005

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Robin Detje huldigt Philip Roth? "meisterhaftes Werk" und zieht gegen eine merkwürdige Verschwörung der deutschen Kritik zu Felde. "Ungenau und unwillig" sei der Roman besprochen worden, meint der Rezensent, und insbesondere den Schluss habe man als "Schmonzette" abgekanzelt, wo er doch sehr genau die Bildung von "Entlastungsmythen" darstelle. Die abenteuerliche Geschichte eines antisemitischen amerikanischen Präsidenten Charles Lindbergh sei stets "bewundernswert" geerdet durch die Kindheitsgeschichte des kleinen Philip in einer jüdischen Nachbarschaft. Roth gehe es schließlich weniger um den Politthriller, so der Rezensent, als um die Spiegelung des Politischen im Privaten und die "Gefährdung der Demokratie von innen". Hier sei der Roman "beinahe genial" und keineswegs melodramatisch. Auch habe Roth kein politisches Statement geschrieben, dem man vielleicht "Mutlosigkeit" vorwerfen könne, stellt der Rezensent fest, sondern eine "ruhige und zarte Erzählung". Und entgegen allen Unkenrufen über einen verkorksten Schluss sei das Ganze "aus einem Guss".

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 26.11.2016
Philip Roth
Was wäre, wenn bei der Wahl zum US-Präsidenten 1940 nicht Wendell Willkie für die Republikaner gegen Franklin D. Roosevelt angetreten wäre, sondern Charles Lindbergh, der mit seinem Nonstopflug von New York nach Paris weltberühmt geworden war? Und was wäre, wenn Lindbergh mit einer Kampagne, die Roosevelt zum Kriegstreiber stilisiert und mit dem Antisemitismus kokettiert, die Wahl gewonnen hätte?
  Philip Roths „Verschwörung gegen Amerika“ mischt Autobiografie und Gedankenexperiment. Roth erzählt von einer vertrauten Welt, in der das Undenkbare Wirklichkeit wird: Die Stimmung gegen die Juden kippt, Umsiedlungen werden gestartet, auf einen Oppositionspolitiker wird ein Attentat verübt.
  Der Roman spannt ein politisches Panorama über den Atlantik und den amerikanischen Kontinent, doch der eigentliche Schrecken lauert im Haus der Familie Roth. Ein Cousin hatte sich freiwillig zur kanadischen Armee gemeldet und kommt aus dem Krieg in Europa, aus dem sich die USA unter Lindbergh heraushalten, ohne sein Bein zurück. Vor dem Stumpf fürchtet und ekelt sich Philip so sehr, dass ein Riss sogar durch die Familie möglich scheint. Roths Roman ist eine Studie der Angst, des diffusen Unsicherheitsgefühls, das sich die Populisten schamlos zu Nutzen machen und das sie selbst auslösen, um ihre Herrschaft zu sichern.
  Dem Roman ist übrigens ein Anhang mit der Zusammenfassung der realen historischen Ereignissen nachgestellt. Der Verlag hatte befürchtet, zu viele Leser könnten den überraschenden Aufstieg eines faschistischen Populisten als Tatsachenbericht lesen.
NFRE
Philip Roth: Verschwörung gegen Amerika. Rowohlt. 544 Seiten. 9,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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"Eine ruhige, zarte Erzählung aus einem Guss ... ein meisterhaftes Werk über die Demokratie und ihre Gefährdung von innen. Auf fast schon geniale Weise enthüllt das Buch die enge Verknüpfung von Familienbanden und politischen Bandenkriegen." Robin Detje, Süddeutsche Zeitung, 06.09.05 "Schwindelerregend ... wieder einmal der beste Roman, den er je geschrieben hat. Vielleicht sogar einer der allerallerbesten ... Der Intellektuelle Philip Roth hat sich mit dem Meister des Gefühls verbündet - und dieses Gemeinschaftswerk schafft die Überbietung eines der Besten durch sich selbst." Elke Schmitter, Der Spiegel, 29.08.05 "Dramaturgisch exzellent, wie Roth die Weltgeschichte und die Alltagskatastrophen schroff gegeneinander stellt." Hannes Stein, Die Welt, 27.08.05 "Wer dieses Buch liest, begreift besser, nein, spürt sinnlich und anschaulich, was es heißt, dass die Geschichte, die sich im Rückblick immer als das Notwendige darstellt, bei ihrem Eintreten als das Unvorhergesehene kommt ... Den größten anzunehmenden Unfall durch die Augen eines achtjährigen Jungen sehen zu lernen, darin liegt literarische Weisheit, die höher ist als historische Vernunft." Ulrich Raulff, Süddeutsche, 09./10.10.04 "Der relevanteste, brisanteste lebende Schriftsteller. ... Das ist eine so schonungslose, so krasse Auslotung kindlicher Ängste, dass man Lindbergh und Hitler ganz vergisst und nach der Lektüre auch nicht wirklich beruhigt ist darüber, dass alles anders kam." Nils Minkmar, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26.09.04 "Denn nicht nur Familiengeschichten, sondern Vater-Sohn-Beziehungen und die dazugehörigen Autoritätsschlachten sind das geheime Thema des Rothschen Werks." Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.04"Ein beklemmendes Gedankenspiel: der neue Roman von Philip Roth. Ihn interessieren die Menschen in den Schockwellen der Politik." Uwe Schmitt, Die Welt, 30.09.04 "In den berührendsten Passagen seines Buchs zeigt Roth, wie die Welt des kleinen Philip langsam zusammenbricht." Peter Haffner, Tages-Anzeiger, 14.10.04 " ...in jedem Augenblick so plausibel und so greifbar wirklich wie die Angst des Kindes in der Nacht ..." Thomas David, Neue Zürcher Zeitung, 03.10.04 "Wenn Roths literarische Meisterschaft sich je fixieren ließ, dann in jenen Passagen, in denen er aus der Sicht eines Halbwüchsigen schildert, wie Geschichte den Alltag eines kleinen Jungen verändert..." Denis Scheck, Focus, Ausgabe 34/05 "Großartig und realistisch. Überhaupt ist es dramaturgisch exzellent, wie Roth die Weltgeschichte und die Alltagskatastrophen schroff gegeneinander stellt." Hannes Stein, Die Welt, 27.08.05 "Eine so kühn wie mitreißend erzählte Geschichtsfiktion, episch und bestechend..." Oliver vom Hove, Die Presse / Wien, 10.09.2005…mehr
"Durch seinen Roman "Verschwörung gegen Amerika" ist Philip Roth zu einem Propheten Trumps geworden." Peter Michalzik, Frankfurter Rundschau, 24.05.18

"Wer das Werk heute liest, muss glauben, eine Prophetie auf Donald Trump zu lesen ... Roths 500-Seiten-Spekulation gegen den Verlauf der Geschichte weist eben auch frappierende faktische Parallelen zur realen Gegenwart auf." Christian Buß, Spiegel online, 23.05.18

"Eine ruhige, zarte Erzählung aus einem Guss ... ein meisterhaftes Werk über die Demokratie und ihre Gefährdung von innen. Auf fast schon geniale Weise enthüllt das Buch die enge Verknüpfung von Familienbanden und politischen Bandenkriegen." Robin Detje, Süddeutsche Zeitung, 06.09.05

"Schwindelerregend ... wieder einmal der beste Roman, den er je geschrieben hat. Vielleicht sogar einer der allerallerbesten ... Der Intellektuelle Philip Roth hat sich mit dem Meister des Gefühls verbündet - und dieses Gemeinschaftswerk schafft die Überbietung eines der Besten durch sich selbst." Elke Schmitter, Der Spiegel, 29.08.05

"Dramaturgisch exzellent, wie Roth die Weltgeschichte und die Alltagskatastrophen schroff gegeneinander stellt." Hannes Stein, Die Welt, 27.08.05