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Bukarest 1980: Der Journalist Stefan Irimescu wird verhaftet, weil er kritische Leserbriefe nicht weiterleitete, um deren Verfasser zu schützen. Er landet im Gefängnis und wird im Namen des Kommunismus gefoltert und eingeschüchtert. Als er freikommt, trifft er Raluca - Ehefrau von Ilie Stancu, einem vielversprechenden Parteisekretär des Bezirks. Sobald die Affäre Stancu zu Ohren kommt, lässt er sich scheiden und nimmt das Angebot seines Freundes von der Securitate an, sich an Stefan zu rächen. Andrei Mihailescu, der zu Beginn der 80er selbst mit seiner Familie aus Rumänien in die Schweiz floh,…mehr

Produktbeschreibung
Bukarest 1980: Der Journalist Stefan Irimescu wird verhaftet, weil er kritische Leserbriefe nicht weiterleitete, um deren Verfasser zu schützen. Er landet im Gefängnis und wird im Namen des Kommunismus gefoltert und eingeschüchtert. Als er freikommt, trifft er Raluca - Ehefrau von Ilie Stancu, einem vielversprechenden Parteisekretär des Bezirks. Sobald die Affäre Stancu zu Ohren kommt, lässt er sich scheiden und nimmt das Angebot seines Freundes von der Securitate an, sich an Stefan zu rächen. Andrei Mihailescu, der zu Beginn der 80er selbst mit seiner Familie aus Rumänien in die Schweiz floh, ist ein atemlos spannender Roman gelungen über das Leben, die Liebe und die kleinen Fluchten in einer gnadenlosen Diktatur.
  • Produktdetails
  • Verlag: Nagel & Kimche
  • Artikelnr. des Verlages: 547/00669
  • Seitenzahl: 345
  • Erscheinungstermin: 24. August 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 146mm x 32mm
  • Gewicht: 555g
  • ISBN-13: 9783312006694
  • ISBN-10: 3312006694
  • Artikelnr.: 42716888
Autorenporträt
Andrei Mihailescu wurde 1965 in Bukarest geboren. 1981 floh er mit seiner Familie aus Rumänien in die Schweiz, dort studierte er Informatik an der ETH, später Politikwissenschaften und Ethnologie an der Universität Zürich. Mihailescu lebt heute in der Nähe von Zürich und arbeitet als Informatiker. Er engagierte sich in zahlreichen kulturellen und Menschenrechtsprojekten mit dem Fokus Osteuropa. Sein Debütroman Guter Mann im Mittelfeld wurde 2014 mit einem Werkpreis des Kantons Zürich ausgezeichnet.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Friedmar Apel kann das Spannende und Unterhaltsame an Andrei Mihailescu Debütroman nicht wirklich würdigen. Allzu bitter stößt ihm die Tatsache auf, dass der Autor hier die grausamen Auswirkungen der rumänischen Diktatur behandelt. Derartiges aber eignet sich laut Rezensent nicht als Thema eines U-Romans. Die gelungene Recherchearbeit und Komposition des Textes über einen Journalisten in den Fängen des Geheimdienstes verdeckt für Apel nicht die Problematik, die sich daraus ergibt, dass Kitsch und allzumenschliche Banalitäten auf ein sehr ernstes Thema treffen. Seiner von Apel erkannten aufklärerischen Absicht wird der Autor jedoch nicht gerecht. Es mangelt dem Text leider an Irritation, findet der Rezensent.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 10.02.2016
Sexualkitsch und Diktatur
Andrei Mihailescus Debüt "Guter Mann im Mittelfeld"

Das literarische Debüt des 1965 in Bukarest geborenen Zürcher Informatikers Andrei Mihailescu, der 1981 mit seiner Familie in die Schweiz flüchtete, könnte Respekt abnötigen. Es handelt sich um einen gut komponierten und recherchierten und trotz einiger stilistischer Ausrutscher auch gut und spannend erzählten Unterhaltungsroman. Doch schon die Fußballmetapher im Titel verweist auf das Zwiespältige des Werks. Die rumänische Diktatur, in der die Handlung spielt, war nicht sportlich und schon gar nicht fair, das Wirken des Geheimdienstes war vielmehr an Widerwärtigkeit nicht zu überbieten.

Der Roman erzählt die Geschichte des Journalisten Stefan, der schon aufgrund geringfügiger Subversion vom Geheimdienst grausam malträtiert wird. Kaum entlassen, verliebt er sich in Raluca, die Frau eines Parteikaders. "Sie rannte die Treppe hinauf und fiel in seine Arme, sobald er die Tür aufmachte. Er hielt sie fest, bis sie wieder zu Atem kam, dann wischte er ihr sanft den kalten Aprilregen aus dem Gesicht." Das sind Banalitäten, die überall spielen könnten, und auch der Sexualkitsch passt in jeden Lore-Roman. Gerade der rumänische Geheimdienst aber setzte alles daran, die Privatsphäre zu vergiften und die Beziehungen zu unterminieren. Erwartungsgemäß hält die Beziehung von Raluca und Stefan nicht lange.

Es ehrt den Erzähler, dass er sich in die Probleme einer Frau einfühlt, die wegen ihrer Kinder zur Anpassung neigt. Dass sie den Parteikader und den Unangepassten über den gleichen Kamm männlicher Wichtigtuerei und mangelnder Sensibilität schert, grenzt aber an Diffamierung der Frauen, die im Widerstand gegen die Diktatur ihre Existenz riskiert haben. Auch dass der Funktionär als ein charakterloser Dummkopf gezeichnet wird, entspricht allzu sehr einem Klischee. Der geschundene halbherzige Abweichler hingegen darf sich der heilenden Wirkung einer Anpassung in eine kleinstädtische Gemeinschaft hingeben, als würde nicht die Diktatur jegliche Idee von Gemeinschaft zersetzen. Am Ende laufen die Konflikte auf das Allerweltsproblem des abwesenden Vaters hinaus.

Der Verfasser hat sicher nicht die Absicht verfolgt, die rumänische Diktatur zu verharmlosen, er wollte mit dem Roman offenbar auch aufklärerisch wirken, doch kehrt sich die Form immer wieder gegen seine Absicht. Selbst da, wo die brutalen Maßnahmen des Geheimdienstes geschildert werden, schiebt sich das Allgemeinmenschliche als Weichzeichner vor die Szenerie.

Zweifellos ist auch im beschädigten Leben und Lieben unter einer Gewaltherrschaft vieles banal. Diese Banalität in ihrem Stellenwert im Genre des Unterhaltungsromans so bewegend oder irritierend zu beschreiben, wie es den Auswirkungen der totalitären Ideologie angemessen ist, stellt eine schwierigere Aufgabe dar, als Andrei Mihailescu sie sich im Gebrauch seiner erzählerischen Mittel gestellt hat. Dass der Roman passagenweise spannend ist und sich flüssig lesen lässt, ist also ein zwiespältiges Kompliment.

FRIEDMAR APEL

Andrei Mihailescu:

"Guter Mann im Mittelfeld". Roman.

Verlag Nagel & Kimche, München 2015, 348 S., geb., 22,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Gut komponiert und recherchiert, ... ein gut und spannend erzählter Unterhaltungsroman." Friedmar Apel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.16

"Ein ungemein spannender und erhellender Roman. ... Und ganz nebenbei erzählt er eine Geschichte, die im Kleinen die ganze Widerwärtigkeit des Ceausescu-Regimes sichtbar macht." Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau, 11.11.15

"Der Roman bietet weder eine weitere Horrorstory aus dem wilden Osten noch ein Happy End nach dem Motto: Der Mensch ist gut, nur die Verhältnisse sind schlecht. Der Autor zeigt, wie Politik und Privatleben miteinander interagieren, und zwar so sehr, dass es nicht möglich ist, diese Lebenssphären voneinander zu trennen. ... Wie weit darf die Anpassung an ein System gehen, ab wann muss Widerstand geleistet werden? Diese Themen handelt Mihailescu nicht theoretisch ab, er demonstriert deren Relevanz sinnlich anhand der Figuren. Und da sich die Frage, wo die Linie liegt, die zu überschreiten man nicht bereit ist, nicht nur in Diktaturen stellt, schafft er en passant einen Bezug zur Aktualität. ... Ein beachtliches Debüt." Guido Kalberer, Tages-Anzeiger, 29.09.15

"Andrei Mihailescu führt in seinem glänzenden Debütroman in die dunkelsten Jahre des Ceausescu-Regimes. ... Er versteht es, klug und virtuos die Tonlage zu modulieren, bald glaubt man einen politischen Thriller zu lesen, bald einen hinreissenden Liebesroman." Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung, 05.09.15

"Mihailescu schafft es in seinem Debutroman, stets einen Hoffnungsschimmer durchscheinen zu lassen, ohne dabei schönfärberisch zu wirken. (...) Spannend, lehrreich und tiefgreifend."
Marina Bolzli, Berner Zeitung, 7.1.2016

"Ein beeindruckender Debütroman über die Endphase des Ceausescu-Regimes." Karin Cerny, Profil, 19.10.15

"Ein beeindruckendes Romandebüt." Angela Gutzeit, Deutschlandfunk Büchermarkt, 21.07.16

"Erschreckend ist es zu lesen, wie wenig es braucht, um sich unmerklich mit einem totalitären System anzulegen - und wie wenig, um dazuzugehören. Die Hauptfiguren machen uns die Ambivalenz verständlich, weil ihnen Mihailescu von innen Leben einhaucht und sie gleichzeitig von aussen analytisch beobachtet." SonntagsBlick, 06.09.2015

"Spannend wie ein Krimi - leider mit realem Hintergrund." Uta Kenter, SRF 2 Literatur, 03.09.15
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