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Benutzername: Miss Norge
Wohnort: Hessen
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Danksagungen: 15 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 325 Bewertungen
Bewertung vom 16.02.2019
So viele Jahre
Freieck, Carla

So viele Jahre


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Mit "So viele Jahre" konnte mich die Autorin Carla Freieck begeistern. Ein Roman der zu Beginn etwas dahin plätschert, der aber dann Seite um Seite düsterer und stimmungsvoller wurde. Die Autorin hat die Gabe mich als Leserin ganz nah an die Hauptperson Thea Brandner heran zu lassen. Ich fühlte mich beim Lesen, als würde ich mit in ihrer Familie leben und sie wie einen Schatten begleiten. Apropos Schatten, dieser liegt über dem ganzen Plot, eine dunkle Wolke, die ständig das Sein und Tun von Thea überschattet. Thea ist unglücklich, sie hat schreckliche Träume, Ängste und Migräneattacken. Kein Wunder das ihr Mann Andreas, mit dem sie seit über 30 Jahren verheiratet ist, auch langsam verzweifelt. Sie fühlt sich für alles und Jeden verantwortlich, Ordnung und Regelmäßigkeit bestimmen ihr Leben, bis sie Johannes begegnet. Erst dann beginnt ein Albtraum, der Thea zur absoluten Verzweiflung treibt. Was hat es mit der alten Villa auf sich, die sie zufällig entdeckt und wo sie sich irgendwie heimisch fühlt? Weiß ihre Mutter mehr, als sie zu ahnen vermag? Kann Thea sich endlich von den Schatten der Kindheit lösen und glücklich werden? Sehr intensiv beschrieben finde ich den Teil, als die Autorin die Zerrissenheit beschreibt, oder wie andere Menschen Thea sehen. Nach dem Motto: Was stellt die sich so an? Sie hat doch alles zum Glücklich sein, einen Mann, Kinder, ein Enkelkind, keine Geldsorgen, ein Auto, ein großes Haus. Doch wie es tief drinnen in Thea aussieht, welche Ängste und Sorgen sie plagen, welche Leere und dunklen Gedanken zu hat, das was man von aussen nicht sehen kann, das wird sehr oft unterschätzt und als unsinnig abgetan. Hier heißt es, den Menschen nicht allein zu lassen und versuchen immer an seiner Seite zu stehen.
✿ Fazit ✿
Mit dieser Geschichte kann die Autorin Augen und Ohren öffnen, für Menschen denen es genau so ergeht. Fast schon ein kleiner Ratgeber oder zumindest ein kleiner Wegweiser um sich Hilfe zu holen, damit man auch endlich wieder froh und glücklich sein kann, wenn es auch vorher hart und schwer ist, solch einen Weg zu gehen.

Bewertung vom 11.02.2019
Die Fliedertochter
Simon, Teresa

Die Fliedertochter


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Mit "Die Fliedertochter" hat Teresa Simon wieder einen wunderbaren Roman vorgelegt. Die Autorin hat einen gut zu lesenden Schreibstil und sie bringt einem die Geschichte Österreichs, besonders von Wien, sehr nah. Der Plot hat mich gut unterhalten, aber auch emotional abgeholt. Wenn man die schrecklichen Taten vor Augen geführt bekommt die den Juden angetan wurden, dann hat mich das beim Lesen sehr tief berührt und bewegt. So manches Tränchen hat sich seinen Weg gebahnt, wenn man in den Kriegsjahren mit Luzie durch Wien streift. Der Charakter von Luzie Kühn hat mich vollkommen für sich eingenommen, man freut sich mit ihr, man leidet mit ihr, man fühlt sich als Freundin an ihrer Seite und ist betrübt das man ihr nicht helfen konnte. Daneben verblasste leider Paulina, die im Heute das alte Tagebuch von Luzie zu lesen bekommt und deren Lebensgeschichte aufarbeitet. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie schwer das Leben zur damaligen Zeit gewesen sein muss und es führte mir wieder vor Augen, wie gut wir es heutzutage haben. Man darf aber nicht den Eindruck gewinnen, das es ein düsterer Roman ist, wenn auch die Geschichte so wirkt, aber Luzie treibt vor allem die Hoffnung und die Liebe an, dies alles zu überstehen. Wo Schatten ist, ist auch immer Licht und der Wind vertreibt die dunklen Wolken, so daß das Leben irgendwie weitergehen muss und weitergehen wird.
✿ Fazit ✿
Ein wunderbarer Roman, der die ganze Gefühlspalette beim Lesen beansprucht. Ich bin begeistert und wer gerne tragische, aber auch berührende Familiengeschichten liest, der kann an diesem Buch nicht vorbei.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.02.2019
Eisige Tage / Seiler und Novic Bd.1
Pohl, Alex

Eisige Tage / Seiler und Novic Bd.1


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Mit "Eisige Tage" legt der Autor Alex Pohl den Beginn seiner neuen, in Leipzig, spielenden Krimi-Serie vor. Ich war sehr gespannt, da mir seine Bücher unter dem Namen L.C. Fey eigentlich gut gefallen haben. Doch wie es im Moment "in" zu sein scheint, beginnt der Plot erst einmal auf verschiedenen Erzählebenen, die für mich so gar nicht auf irgendeinen Zusammenhang schließen konnten. Nun war ich angefixt von der Geschichte, denn wie wird am Ende wohl alles zu einer logischen Story werden. Das zeugt ja auch vom Können eines Autors, das es mir als Leserin dann logisch und vollkommen klar erscheint. Doch die Erleuchtung ließ etwas auf sich warten, aber dann hat es "pling" gemacht und ich war happy. Durch diese verschiedenen Erzählungen und Sichtweisen nimmt der Verlauf an Spannung zu und man will irgendwann nur noch wissen, wie, wann, wieso und warum was geschehen ist. Das Ermittler-Duo Hanna Seiler und der vom Balkan-Krieg seelisch gezeichnete Milo Novic sind ein Team, welches noch mehr Potenzial hat.. Hier hätte ich mir an einigen Stellen noch etwas mehr Charakter-Tiefe gewünscht, aber es bleibt ja noch Zeit, da es der Beginn einer neuen Reihe ist. Vielleicht bekomme ich als Leserin da noch tiefere Einblicke in das Privatleben. Alex Pohl verlangt von mir als Leserin das ich mitdenke, das ich meine Gedanken spielen lasse und mir vieles vor mein inneres Auge hole. Er wirft mir nicht alles erklärend vor die Füße, nein, er fordert mich auf ganz dabei zu sein. Das hat mich angesprochen und mir sehr gut gefallen.
✿ Fazit ✿
Der Beginn einer neuen spannenden Krimi-Serie, die meiner Meinung nach noch etwas Luft nach oben hat, vor allem was das Kennenlernen der Ermittler betrifft. Wenn die Personen durchgehend in einer Reihe vorkommen, lerne ich diese am liebsten ein bißchen ausführlicher kennen. Ansonsten ein toller Start in die kriminelle Welt Leipzigs.

Bewertung vom 06.02.2019
Die Frau, die verschwand / Kajsa Coren Bd.3
Teige, Trude

Die Frau, die verschwand / Kajsa Coren Bd.3


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Mit "Die Frau, die verschwand" legt die norwegische Krimi-Autorin Trude Teige endlich Band 3 der Kajsa Coren-Reihe vor. Band 1 und 2 konnten mich restlos begeistern, deswegen war ich sehr gespannt, ob ihr das mit ihrem neuesten Werk auch wieder gelingen würde. Kurz und knapp geschrieben: Ja, sie konnte, bis auf eine Kleinigkeit, denn zur Mitte des Buches hin, haben sich meiner Meinung nach, ein paar minimale schwache Zeilen eingeschlichen in denen nicht viel passiert. Ja, ich weiß, ich bin kleinlich, aber mir waren es dann auf einmal zu viele Personen, denen zu viel Zeit gewidmet wurde, mit Sachen, die mich nicht interessierten. Alles in allem ist aber die Atmosphäre wieder sehr gut eingefangen worden und eine verlassene Nervenheilanstalt, etwas abgelegen an einem Waldhang, bietet sich hervorragend an. Da drehen sich meine fiesen Gedanken schon von ganz alleine im Kreis. Zu einem alten Fall, der 2002 verschwundenen Julia, kommt noch ein Mord im Jetzt hinzu und beängstigende Rückblenden in die 1920er Jahre. Hier gewährt die Autorin Einblicke in das Leben der Patienten des Sanatoriums und Albträume werden zur Wirklichkeit. Neben der Recherche zu diesen ganzen Tatsachen hat Kajsa im Privatleben mit einem weitreichenden Schicksalsschlag zu kämpfen. Hier kommt sehr bedächtig und leise, ihre stille und ängstliche Seite zum Vorschein, die sie sonst immer hinter dem Job der taffen Journalistin versteckt hat.
✿ Fazit ✿
Ein spannender Band dieser Serie, mit schauderhaften Einblicken in die Behandlungsmethoden von damals und einem Cold Case, der plötzlich wieder sehr aktuell wird. Auf alle Fälle werde ich diese Reihe weiterlesen, wenn ich auch diesmal ein kleines Pünktchen abziehen muss.

Bewertung vom 04.02.2019
Das namenlose Mädchen
Sheehan, Jacqueline

Das namenlose Mädchen


weniger gut

✿ Meine Meinung ✿
Mit "Das namenlose Mädchen" hat die Autorin Jacqueline Sheehan eine Geschichte geschrieben, die für mich im Mittelteil leider einige Schwächen aufwies. Zudem finde ich den Zusatz "Roman" etwas irreführend auf dem Cover, da es für mich eher ein Krimi war. Spannung kam zeitweise auf, zudem einige Zeilen der Liebelei und ein actiongeladenes Ende. Ein Happy-End? Das wird nicht verraten. Sehr emotional dagegen war die Suche nach der Mutter von Hayley, da die Kleine kaum Informationen über sich und ihr Leben geben konnte. Mit viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen hat sich Dalia, die Pflegekinderhelferin, versucht der Kleinen anzunähern und deren Vertrauen zu gewinnen. Diese Vorgänge und auch Rückschläge sind sehr gut in den Plot eingefädelt. Behutsam versucht sie Hayley dazu zu bekommen ihr zu erzählen wie sie damals blutverschmiert auf die einsame Landstraße gekommen ist. Neben der Erzählung über die Kleine, kommt auch Dalia´s Leben nicht zu kurz. Sie war als die Ältere immer sehr oft verantwortlich für ihre jüngere Schwester Juniper. Der Vater litt an Wahnvorstellungen und eine weitere Katastrophe hat dann für die Eltern den Tod bedeutet. Nun halten die beiden Frauen zusammen wie Pech und Schwefel. Leider ist bei diesen Erzählungen zu viel wiederholt worden und nach zwei- bis dreimaligen Erwähnungen hatte ich als Leserin schon verstanden, was die Mädchen damals durchgemacht haben. Das hätte man mir nicht so oft auf die Nase binden müssen. Neben der Muttersuche, haben die beiden Schwestern noch einen gewagten beruflichen Neubeginn vor sich und eine alte Liebe von Dalia versucht sich wieder zurück in ihr Leben zu drängen. Doch kann das gut gehen? Bald werden die Frauen auch um ihr Leben fürchten müssen.
✿ Fazit ✿
Wegen meinen angeführten Kritikpunkten, konnte mich das Buch leider nicht ganz überzeugen. Es war ganz nett zu lesen, aber nicht so, das ich es unvergesslich finden würde.

Bewertung vom 27.01.2019
Der Herzschlag der Steine
Morland, Isabel

Der Herzschlag der Steine


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
"Der Herzschlag der Steine" von Isabel Morland ist ein Roman der mich wieder in die mystische Welt entführt hat. Die Geschichte spielt auf der kleinen Insel Lewis auf den Äußeren Hebriden und vereint eine Liebesgeschichte und mehrere Familiengeheimnisse. Diese Tatsachen haben mich sehr angesprochen und da mir der Vorgänger "Die Rückkehr der Wale" schon sehr gut gefallen hat, war ich auf diesen zweiten Roman der Autorin sehr gespannt. Bis auf den sehr vorhersehbaren Liebesplot, konnte mich die Story mit ihren mystischen Beschreibungen und den exzellenten Landschaftsbeschreibungen begeistern. Als Ailsa auf die Insel zurückkehrt um das Häuschen ihrer Mutter zu verkaufen, die vor einigen Jahren verstorben ist, kehrt auch in ihr wieder diese Ruhe und der Frieden ein, den sie in ihrer alten Heimat immer spürt. Zudem wird sie sich klar darüber, das ihre Ehe mit Paul, mit dem sie in Kanada zusammenlebt und arbeitet, nicht mehr das Gelbe vom Ei ist. So kommt es ihr fast gelegen, das er nach 17 Jahren am Telefon Schluß macht und Ailsa auf der Insel ihrer Jugendliebe Grayson über den Weg läuft. Nach diesen Geschehnissen ahnt man schon genau, was passieren wird. Das war mir etwas zu berechenbar. Ailsa nimmt zwar einen Großteil der Story ein, aber auch die anderen Personen haben alle ihren Platz bekommen um sich zu entfalten und um ihre Sichtweise der Dinge darzulegen. Dadurch bekommt man viele Einblicke in das Leben der Verwandten, Freunde und der alten Dorfbewohner. Diese Charaktervielfalt hat mir gut gefallen und war genau dosiert.
✿ Fazit ✿
Ein lesenswerter Roman der Autorin, die mich mit ihren mystischen Beschreibungen und dem daraus resultierenden Flair begeistern konnte, trotz des kleinen Kritikpunktes mit der Vorhersehbarkeit.

Bewertung vom 23.01.2019
Die vergessene Freundin
Martin, Rebecca

Die vergessene Freundin


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
"Die vergessene Freundin" von Rebecca Martin ist ein Roman, der seine Zeit braucht bis er an Fahrt aufnimmt. Zu Beginn sind viele Zeitsprünge und man lernt die Hauptcharaktere in verschiedenen Phasen ihres Lebens kennen. Der Prolog deutet an, was zwischen den damals besten Schulfreundinnen Elly und Tonja geschehen sein muss, so das ihre Freundschaft einen enormen Knacks bekommt. Doch ansonsten wird erst einmal nicht weiter darauf eingegangen, was geschehen sein könnte, aber man merkt im Verlauf des Plots, wie sich alles auf diesen einen besonderen Punkt zuspitzt. Elly´s Vater Anton hat in den 1920er Jahren das Kino Odeon in Frankfurt eröffnet und damals war der Gang dorthin noch ein großes Ereignis mit einem Orchester, welches den Film mit Live-Musik untermalte. In den aktuellen Kapiteln, im Jahr 2013, soll Carina, die Historikerin, zum 95jährigen Jubiläum eine Festschrift auf das Odeon verfassen, welches seit 10 Jahren nicht mehr in Betrieb ist und dazu befragt sie Elly, die mittlerweile 101 Jahre alt ist und so mit ihrer Lebensgeschichte wieder in Berührung kommt. Durch diese Gespräche kämpft sich das düstere Geheimnis aus dem Damals so langsam ans Licht. Hier liegt ganz klar das Augenmerk auf den alten Erzählungen, deswegen bleiben die Personen im Heute, wie Carina, Alea und Tom etwas blass.
✿ Fazit ✿
Man braucht etwas Durchhaltevermögen, bis die Geschichte endlich in Gang kommt, aber dann konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.

Bewertung vom 20.01.2019
Der Junge
Dahl, Alex

Der Junge


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Mit "Der Junge" hat Alex Dahl einen, für mich, grandiosen Psycho-Thriller erschaffen. Als Skandinavien-Fan, und da vor allem von Norwegen, hat mich dieses Buch vom ersten Satz an gefesselt. Ich muss gestehen, das hier von der ersten bis zur letzten Seite, wirklich durchgehend, eine bedrückende und düstere Stimmung über den Plot gelegt worden. Das muss man mögen, ansonsten kann ich mir vorstellen, das man keine richtige Freude an diesem Buch haben wird. Ich liebe das und deswegen hat es mir außerordentlich gut gefallen. Das Grundgerüst dieser Geschichte hat die Autorin so angelegt, das man spürt, hinter allem muss noch viel mehr stecken, als man annimmt. Passend zum Drumherum hat es mich nicht gestört, das ich keine positive Verbindung zu einem Charakter herstellen konnte, aber das war wahrscheinlich auch die Absicht. Ich war ergriffen von den Erzählungen des kleinen Jungen Tobias, der eigentlich von Beginn seines Lebens an, außer vom Großvater, von niemanden richtig gewollt wurde, der kaum Liebe und wenig Halt erleben durfte. Sehr deutlich wurde mir nahe gebracht, was das mit der Seele eines Achtjährigen macht. Cecilia Wiborg, die im Schwimmbad Tobias auf´s Auge gedrückt bekommt, ist eine Schicki-Micki-Tante wie sie im Buche steht. Sie hat mich als Person manchmal zum Wahnsinn getrieben. Vor allem ihre Art andere Menschen zu sehen, die nicht so sind, wie sie. Die nicht schon mittags Champagner schlürfen, ein dickes Auto fahren und mehrmals die Woche in exklusiven Modeboutiquen shoppen. Das Tobias gerade ihr Leben aus den Angeln hebt und zwar so extrem, war von Beginn an nicht abzusehen. Zwar spürt man, das es eine Verbindung zwischen Cecilia und Tobias geben muss, aber in diesem Ausmaß hätte ich es nicht erahnen können. Die vielen Unwahrheiten lassen irgendwann das ganze Lügengerüst von Cecilia einbrechen und dann steht sie da und weiß nicht mehr wie es weitergehen soll, denn ... Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
✿ Fazit ✿
Man muss die düstere und schwere Atmosphäre aus Skandinavien mögen, um Zugang zur Geschichte und den Charakteren zu finden. Ich bin restlos begeistert und hoffe, das Alex Dahl noch weitere Bücher herausbringen wird.

Bewertung vom 18.01.2019
Nachtfeuer / Gut Greifenau Bd.2
Caspian, Hanna

Nachtfeuer / Gut Greifenau Bd.2


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Hanna Caspian konnte mich mit dem zweiten Band der Trilogie um die Grafenfamilie Von Auwitz-Aarhayn wieder vollkommen in ihren Bann ziehen. Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt und das liegt an der Tatsache, das nicht nur das Leben der Herrschaften einen großen Teil der Geschichte ausmacht, sondern das auch unter den Bediensteten jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Diese Vermischung und der Blick in die unterschiedlichen Lebensweisen lassen keine Langeweile aufkommen. Ich muss gestehen, das mich das Leben und Leiden der "einfachen Leute" und die dramatischen Kriegsszenen sehr bewegt haben. Die Autorin beschönigt nichts und lässt alles sehr realistisch und nah erscheinen. Das Land, das Leben und die Menschen verändern sich, das wird hier gut dargestellt und man merkt, das sehr viel Recherchearbeit zwischen den Zeilen steckt. Der schlimme Krieg und seine Auswirkungen machen vor niemandem halt, weder vor der Ober- noch der Unterschicht und dies kommt hier sehr klar zum Ausdruck. Wie schon im ersten Band hat mich die junge Komtess Katharina beeindruckt, die sich nun herausnimmt, nicht den Neffen vom Kaiser zu heiraten, sondern ihren Julius und das der Kutscher Albert endlich seine wahren Wurzeln findet, wenn auch die eine Seite nicht ganz zu seiner Zufriedenheit reagiert. Das Ende hat es wieder in sich und mit diesen Cliffhangern heißt es nun warten auf Band 3. Ich freue mich sehr darauf.
✿ Fazit ✿
Ein würdiger zweiter Band, ohne Schwächen, der extrem Lust auf das große Trilogie-Finale macht.

Bewertung vom 13.01.2019
Ein Lied für Valentine
Breton, Amélie

Ein Lied für Valentine


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Amélie Breton hat einen Normandie-Roman geschrieben, der mich tief berührt hat. Zwischen den Seiten stecken so viel Liebe und Gefühle, aber auch Verzweiflung und Sehnsucht. Eigentlich könnte man auch sagen, daß das Buch zwei Geschichten enthält, die aber verwandtschaftlich verbunden sind. Im Damals spielen Yves und Valentine die Hauptrollen und im Heute sind es Sophie und Nicolas, obwohl ganz am Rande auch noch Oliver, der Ehemann von Sophie eine Rolle spielt. 1942 trennt der Krieg die Liebe zwischen Yves und Valentine. Trotz allem spürt man immer die tiefe innere Verbundenheit und die Liebe ist ganz intensiv in ihren Seelen verwurzelt. Acht Jahre Ungewissheit und Lügen verhindern ein Wiedersehen. Bis etwas passiert, das alles auf den Kopf stellt. Valentine ist Sophie´s Großtante und Yves ist mit Nicolas verwandt. In den Abschnitten von Heute stellt Nicolas Sophie´s Leben auf den Kopf. Er zeigt ihr auf wie schön das Leben sein kann, wenn man seinen Gefühlen und Träumen folgt. Der eingefahrene und langweilige Alltag mit Oliver lässt Sophie´s Sehnsucht erwachen, anders zu sein. Sich den Traum als Malerin zu erfüllen, mal tun und lassen was sie möchte. Sozusagen öffnet ein Fremder ihr die Augen und beide verbindet die Geschichte aus dem Krieg von Yves und Valentine.
✿ Fazit ✿
Eine bewegende Liebesgeschichte aus der besetzten Normandie, in der Valentine immer spürt das ihr Yves nicht tot sein kann und darf.