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Benutzername: Miss Norge
Wohnort: Hessen
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Danksagungen: 14 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 307 Bewertungen
Bewertung vom 14.12.2018
Wie tief ist deine Schuld
Ware, Ruth

Wie tief ist deine Schuld


weniger gut

✿ Meine Meinung ✿
Selten war ich so zweigeteilt wie bei diesem Thriller. Thriller? Hmm, dafür fehlten mir einige wichtige Aspekte die das Buch für dieses Genre qualifizierten. Man könnte es fast schon als "leisen Thriller" umschreiben. Spannend? Ja, aber nur bis zu Hälfte, denn ab da weiß man wem was passierte. Dieser Zeitpunkt war für mich zu früh und ab genau da, haben mir die Ungewissheit und der Nervenkitzel gefehlt. Hätte die Autorin bis kurz vor Schluss damit gewartete und mich noch etliche Seiten zweifeln lassen, ja dann, dann hätte es was werden können. Doch nach diesem Bruch ging für mich völlig diese Unklarheit flöten und die zweite Hälfte plätscherte leider nur noch so vor sich hin, mit Aussagen, Überlegungen und Wendungen, die mich nicht überraschen konnten. Wahrscheinlich sollte mit dieser einen gewollten Action-Szene zum Ende hin noch einmal Spannung und Dramatik aufkommen, doch es wirkte etwas zu überspannt. Zudem konnte mich kein Charakter der vier Freundinnen packen, alle blieben mir unsympathisch und kühl. Allerdings gibt es auch etwas Gutes zu berichten: Ruth Ware gelingt es, bis zum besagten Bruch, mir als Leserin durch kurze Andeutungen und Bemerkungen, kleine Bröckchen vor die Füße zu werfen um das düstere Geheimnis zu umschreiben. Die Hinweise und Aussagen konnte man aber nicht eindeutig zuordnen, so das es unmöglich war, dem Rätsel alleine auf die Spur zu kommen.
✿ Fazit ✿
Die erste Hälfte des Buches fand ich lesenswert und spannend, aber die zweite Hälfte des Buches zog sich dann doch etwas in die Länge.

Bewertung vom 11.12.2018
Der englische Liebhaber
de Cesco, Federica

Der englische Liebhaber


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Da der Roman auf wahren Begebenheiten beruht, bekommt die Geschichte dadurch eine fühlbare Lebendigkeit und eine starke Authentizität. Keine Angst vor dem Titel, es erwartet Euch auf keinen Fall eine übertrieben romantische oder schnulzige Liebesgeschichte, sondern die Autorin erzählt sie genau dosiert. Was mir aufgefallen ist, das Federica De Cesco schreiben kann, als würde man zwei Autoren lesen. Geht es um Anna ist der Schreibstil liebevoll und herzlich zu lesen, bei ihrer Tochter Charlotte finde ich die Ausdrucksweise oftmals etwas linkisch und steif. Es kann natürlich ihr Bestreben gewesen sein das es so rüberkommen sollte, da die beiden Frauen sehr unterschiedlich im Charakter sind. Was mir sehr gut gefallen hat ist, das die damalige, schwierige Zeit sehr gut bildlich und einprägsam dargestellt wird.
✿ Fazit ✿
Wer stilvolle Liebesromane aus der Nachkriegszeit mag, dem kann ich dieses Buch sehr ans Herz legen.

Bewertung vom 08.12.2018
Blutacker / Nicholas Meller Bd.2
Stassen, Lorenz

Blutacker / Nicholas Meller Bd.2


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Ja, ich gebe es zu, den zweiten Band mit Nicholas Meller und Nina Vonhoegen habe ich wieder innerhalb von knapp zwei Tagen ausgelesen. Die Konstellation zwischen den Beiden hat mir im ersten Buch schon gut gefallen und auch wenn es hier nun nicht mehr ganz so harmonisch zugeht, sind die Zwei immer noch ein cooles Team. Die Hauptthemen sind diesmal Geld, Gier und Macht. Selbst vor Morden und Verstümmelungen wird nicht Halt gemacht. Es geht ganz schön zur Sache, auch wenn man ziemlich lange nicht genau weiß, warum diese Taten eigentlich alle geschehen und wie sie zusammenhängen. Doch so nach und nach lichtet sich der dichte Nebel und Nicholas muss nicht nur um sein Leben fürchten. Ihm werden Angebote unterbreitet die er besser annehmen sollten, sagen seine Widersacher, denn sonst könnte es nicht gut für ihn ausgehen. Seine Gegner üben heftigen Druck aus, doch Nicholas muss versuchen seinen klaren Blick zu behalten um die richtigen Personen ihren Strafen zu überführen. Das ist diesmal wirklich nicht einfach, denn immer mehr fiese Typen mischen mit und bald weiß man nicht mehr, wem man trauen kann und wem besser nicht. Zum Ende hin steigert sich die Spannung nochmals und mit einigen Wendungen wird man kurzfristig in die Irre geführt, bis das finale Ende mir logisch erklärt wird. Die Art und Weise wie Lorenz Stassen seine Geschichten erzählt gefällt mir außerordentlich gut, kein unnötiges und ausuferndes Rumgeplänkel, sondern kurz und knackig auf den Punkt.
✿ Fazit ✿
"Blutacker" hat mir sogar noch einen Ticken besser gefallen, wie "Angstmörder", aber ich kann beide Bände als lesenswert empfehlen.

Bewertung vom 06.12.2018
Die Hoffnung der goldenen Jahre
Davis, Fiona

Die Hoffnung der goldenen Jahre


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Mit ihrem ersten Roman "Wovon sie träumten" konnte mich Fiona Davis schon in ihren schriftstellerischen Bann ziehen und mit ihrem neuen Buch hat sie nahtlos daran anknüpfen können. Eine Geschichte die fast alle Facetten des Lebens aufzeichnet und wo man als Leserin mit den beiden weiblichen Hauptcharakteren zu engen Freundinnen wird. Der Plot ist auf zwei Erzählungen ausgelegt. In den 1880er Jahren begleitet man Sara Smythe und 100 Jahre später ist Bailey Camden die Hauptperson. Die Kapitel mit den verschiedenen Jahren wechseln sich ab und ergänzen sich geschichtlich sehr logisch. Sara Smythe rettet der kleinen Lula das Leben und lässt sich von deren Vater, dem Architekten Theo Camden, überreden nach Amerika zu ziehen und dort als Managerette im "Dakota" zu arbeiten. Das "Dakota" ist ein luxuriöses Apartmenthaus in New York. Doch Sara und Theo, der verheiratet ist, kommen sich irgendwann näher und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Doch was dann alles passiert war schwer zu ertragen und verlangt dem Leser einiges ab. Mit der Person von Bailey Camden bin ich bis zum Schluß nicht ganz "warm geworden". Sie hat zwar auch einige Schicksalsschläge erlebt, aber an dem Größten hatte sie selbst Schuld. Hier kann sie niemand anderen dafür verantwortlich machen. Bewundernswert fand ich dann doch, wie Bailey am Ende ihr Leben geregelt bekommen hat. Das Hauptaugenmerk lag für mich aber auf Sara und ihrer Lebensgeschichte. Zu meiner Freude waren diese Kapitel zahlreich und lang genug um völlig in diese Zeit abtauchen zu können. Die Autorin hat das "Dakota" so gut beschrieben, das ich beim Lesen das Gefühl hatte über die dicken Teppiche in den Fluren zu schweben und die Bewohner im Hof zu treffen. Man erlebt im Damals wie das "Dakota" aufgebaut und die Eröffnung gefeiert wird, im Heute erlebt man wie gegen den Verfall angekämpft wird und wie die Renovierungsarbeiten auf eine Neueröffnung hin zulaufen. Dazu noch dieses düstere und seit 100 Jahren ungelöste Familiengeheimnis hat für mich diesen Roman einfach rundum gelungen gemacht.
✿ Fazit ✿
Eine Geschichte die die Gefühlswelt der LeserInnen auf den Kopf stellt. Von Hass und Neid, bis Liebe und Enttäuschung, von Freud und Leid, bis Macht und Heuchelei, all das macht den Roman sehr lesenswert und ich bin froh, diese Autorin für mich entdeckt zu haben.

Bewertung vom 04.12.2018
Das Geheimnis der letzten Schäferin
Maxian, Beate

Das Geheimnis der letzten Schäferin


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Achtung, Achtung: Beim Lesen des Romans kann es vorkommen, das man Hunger und Gelüste bekommt, denn es werden einige Rezepte, die sehr lecker klingen, beschrieben. Die Umschlaggestaltung ist hübsch gemacht, mit den genauen Anleitungen zu Nina´s Pfirsichkompott mit Lavendel und Lieselotte´s Dampfnudeln. Neben den EInblicken in das frühere Leben von Oma Lieselotte als Schäferin, begleitet man Nina die einem Familiengeheimnis auf die Spur kommt und die sich ihre Gefühle für Julian, den Superkoch aus München, nicht eingestehen will. Die Autorin kann sehr gut beschreiben, wie das Leben damals auf einem Bauernhof war, denn sie selbst war als Kind oft auf dem Hof ihrer Verwandten. Man bekommt ungewöhnliche Einblicke in den Alltag einer Schäferin und wie die Bauern von und mit ihren Tieren gelebt haben. Neben Nina, hat mir der Charakter von Lieselotte sehr gut gefallen. Als ihr Vater krank wird, muss sie sich um die große Schafherde kümmern, was damals als selten angesehen wurde. Eigentlich ist dies Männerarbeit, die Frauen hatten sich um die Kinder, den Hof und den Haushalt zu kümmern. Doch Lieselotte liebt die Schafe und die Arbeit mit ihnen, zudem kann sie so ihrer ersten Liebe Vinzenz näher sein. Doch seine Eltern sehen nicht gerne, das er mit einem einfachen Bauernmädel zusammen ist. Immerhin sind seine Eltern die einflussreichsten Leute im Dorf und besitzen das meiste Land. Liebevoll beschreibt Beate Maxian die Gefühlswelt im Damals von Lieselotte und im Heute von Nina. Oma und Enkelin waren sich immer sehr nahe, auch nach dem Tod verbindet die Beiden ein enges Band der Liebe und Zuneigung, denn beide Frauen sind immer ihren Weg gegangen und haben an ihren Zielen festgehalten. Zufällig, nach einem Todesfall, kommt Nina einem Familiengeheimnis auf die Spur, welches alle familiären Verbindungen in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Der Schreibstil der Autorin ist liebevoll und ausdrucksstark, zudem hat sie die damalige so toll beschrieben, das man sich alles sehr gut vorstellen kann. Zur Lösung des Geheimnisses hätte ich mir etwas mehr Zeit und Raum gewünscht, denn hier wurde es mir am Ende etwas zu unübersichtlich von den Personen her.
✿ Fazit ✿
Der Roman gewährt Einblicke in das schwere Dorfleben von früher und wie ein düsteres Familiengeheimnis doch noch im Heute ans Tageslicht kommt.

Bewertung vom 01.12.2018
Totenfest / Viljar Gudmundsson Bd.2
Tangen, Geir

Totenfest / Viljar Gudmundsson Bd.2


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Ein Thriller aus Norwegen geht immer und da mir Band 1 "Seelenmesse" schon ganz gut gefallen hatte, wollte ich unbedingt wissen, wie es mit dem Journalisten Viljar Gudmundsson und der Polizistin Lotte Skeisvoll weitergehen wird. Im ersten Band hatte Lotte den Tod ihrer Schwester direkt vor Augen, den sie bisher noch nicht verarbeiten konnte. Lotte ist eh ein Fall für sich und mich wundert es, das sie und Viljar sich gut verstehen. Ok, vielleicht auch, weil Gegensätze sich anziehen. Er ist naiv, unordentlich und nachlässig, sie dagegen sehr perfekt, strukturiert und äußerst penibel. Diese Konstellation macht die Trilogie sehr lesenswert, denn wenn es hart auf hart kommt, halten die Beiden zusammen. In diesem Fall wird Alex, der Sohn von Viljar, des Mordes an einer Schulfreundin beschuldigt, doch er kann sich nicht daran erinnern, denn die Party war ein voller Erfolg, was Alkohol und Drogen angeht. Alex hat ADHS und seine Handlungen sind nicht immer logisch und verstärken noch den Verdacht, das er wirklich was mit dem Tod von Emilie zutun hat. Nun ist es an Vilja und Lotte seine Unschuld zu belegen, auch wenn alle Beweise gegen Alex sprechen. Weiterhin fasst der Autor hier ein aktuelles Thema an und zwar wie die Norwegische Widerstandsgruppe Jugendliche akquiriert sich gegen alles zu stellen was "nicht norwegisch" ist und hier nimmt der Plot einen Verlauf, der einem wieder vor Augen führt, wie manipulativ Menschen sein können. Trotz der über 500 Seiten kam keine Langeweile auf, denn in der Story brennt es an vielen Ecken in der Stadt Haugesund und durch die kurzen Kapitel in denen einige Partygäste ihre Sichtweise der tödlichen Nacht erzählen, wird ganz langsam klar, wer für den Tod an Emilie verantwortlich ist.
✿ Fazit ✿
Wieder ein spannender Fall für das "kaputte" Duo Viljar und Lotte, in dem sie Schuld und Unschuld, den richtigen Personen zuordnen müssen.

Bewertung vom 26.11.2018
Ich vernichte dich
Parks, Brad

Ich vernichte dich


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Hier passt der Titel exakt zum Inhalt des Buches, besser und treffender hätte man den nicht auswählen können. Im Prolog begleitet man ein Paar zum Sozialamt mit der festen Absicht ein Pflegekind zu bekommen. Das "perfekte Paar" muss nicht lange warten und man ahnt sofort, woher das Kind kommt. Trotz dieses Wissens erfährt man nicht die Namen des Paares, sie werden fast bis zum Schluß nur als "der Mann" und "die Frau" bezeichnet. Diese Tatsache hat den Thriller sehr spannend gemacht. Als Melanie vorgeworfen wird mit Drogen zu handeln und ihr Kind auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, spürt man zwischen den Seiten diese Hilflosigkeit und die pure Verzweiflung der Mutter, wie sie bloß ihre Unschuld beweisen kann um ihr Baby zurück zu bekommen. Mit jeder weiteren Vorgehensweise dem wahren Täter auf die Spur zu kommen, wird alles nur noch viel schlimmer und aussichtsloser. Wer ist die Person, die Melanie dies antut und einmal in die Mühlen des Amtes und der Justiz geraten, ist ein Entkommen fast unmöglich. Der Autor gewährt hier auch Einblicke in das Justizwesen der USA und wie so manche Klüngelei eine unschuldige Person so in den Fokus schieben kann. Der Schreibstil ist schnell und gut zu lesen, selbst die Einblicke hinter die Kulissen sind verständlich. Das Ende hat noch einmal einen dramatischen Höhepunkt, aber ansonst ist es logisch und gut gelöst.
✿ Fazit ✿
Ein spannender Thriller, der einem vor Augen führt, wie schnell man in den Fokus der Behörden, der Polizei und der Justiz geraten kann und wie lange es dauert, bis man diesen dunklen Fleck in seinem Leben wieder los wird.

Bewertung vom 22.11.2018
KüstenSpur
Kaden, Gaby

KüstenSpur


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Nach dem fiesen Cliffhanger in Band 5 auf der letzten Seite war ich froh das endlich die Wartezeit vorbei war und ich erlöst wurde von meiner Neugierde, was denn nun da gefunden wurde. Durch kurze Rückblicke war ich sofort wieder mit den Personen und der Umgebung von Carolinensiel und Wittmund vertraut. Tomke, Hajo und Carsten sind endlich wieder im Einsatz, mein liebstes Ostfriesland-Ermittler-Team und die Fans von Oma Jettchen und Tant´ Fienchen kann ich beruhigen, die beiden sind auch wieder mit von der Partie und bringen Schwung in die Bude. Der Fall ist diesmal etwas anders aufgebaut, denn zu dem aktuellen Mord gibt es Verbindungen zu einem zurückliegenden Verbrechen welches vor über 30 Jahren begangen wurde. Der Anfang ist sofort hektisch und spannend, kein großes Geschnacke, sondern gleich mittenrein. Erst war ich etwas verwirrt von den vielen Personen, die plötzlich mitmischten, aber das hat sich dann gelegt, je weiter ich in der Geschichte vorankam. Zu diesem Fall hat die Autorin alles aufgefahren was man überall erwartet hätte, nur nicht im trögen Ostfriesland, Morde, Schießereien und Mordversuche. Zuerst war ich etwas verärgert, da einer der Hauptcharaktere mir persönlich vorkam, als wäre er Superman persönlich, sozusagen ein Tausendsassa. Sehr übertrieben und unrealistisch kamen mir seine Handlungen vor, aber dann kam die logische und verständliche Aufklärung und ich war erleichtert, denn damit kann ich nun leben. Zum Ende hin wurde es dann noch einmal spannend und hektisch, als das Team dem Täter auf die Spur kam. Doch dann ... Ich könnte schon wieder durchdrehen ... Ein oberfieser, gemeiner, verstörender und extrem boshafter Cliffhanger. Erwähnte ich schon, das ich Cliffhanger hasse? Nein, oder? Wenn nicht, dann wisst ihr es nun. ;-)
✿ Fazit ✿
Ein spannender und toller 6. Band dieser Reihe und ich wünsche mir, das noch viele weitere Bücher folgen mögen.

Bewertung vom 21.11.2018
Mittagsstunde
Hansen, Dörte

Mittagsstunde


sehr gut

✿ Meine Meinung ✿
Mein erster Roman von Dörte Hansen und nach der letzten Seite ist mir klar, das ich den Vorgänger "Altes Land" auch noch unbedingt lesen muss. Die Autorin hat mich in eine Welt entführt, die ich irgendwie noch kenne. Durch manche Erwähnung, auch wenn es nur kurz und knapp war, hat sie bei mir Erinnerungen wachgerufen und ich schwelgte zwischen den Seiten in den alten 1970er Jahren. Ja, vieles habe ich wiedererkannt, das Leben früher auf dem Dorf. Zwar leider nicht auf dem platten Land in Nordfriesland, aber ist das Dorfleben nicht überall gleich? Man lässt Türen offen, die Nachbarn schlurfen herein, manch einer weiß mehr über den Anderen, als dieser selbst und geschnackt wird über Gott und die Welt. Während des Lesens habe ich oftmals das Buch zur Seite gelegt und die Gedanken schweifen lassen. Die Charaktere sind einzigartig ausgearbeitet. Genauso stelle ich mir die Dorfbewohner in Nordfriesland vor, nicht zu gesprächig, alles beobachtend und wenn jemand Neues im Ort auftaucht wird dieser erstmal genau im Auge behalten. Wie benimmt er sich, grüßt er, schnackt er mit den Leuten, passt er sich an, oder will er für sich sein. Alles wird zuerst abgecheckt und dann lässt man ihn am Dorfleben teilhaben, wenn er die Prüfungen gut gemeistert hat. Der Schreibstil ist zwar zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber es passt zu Land und Leute, etwas skurril, oftmals schrullig lustig, aber auch nachdenklich.
✿ Fazit ✿
Dörte Hansen ist eine wunderbare und großartige Geschichten-Erzählerin.

Bewertung vom 21.11.2018
Stürme des Lebens / Die Ärztin Bd.2
Sommerfeld, Helene

Stürme des Lebens / Die Ärztin Bd.2


ausgezeichnet

✿ Meine Meinung ✿
Nach diesem "fiesen" Cliffhanger am Ende des ersten Bandes, war ich froh, das ich nicht zu lange auf die Fortsetzung warten musste. Die Geschichte geht weiter in den Jahren 1890 - 1914 und ich bin wieder begeistert. Ricarda eröffnet 1890 ihre Praxis in München, nachdem sie den Brauereibesitzer Georg geheiratet hat und nicht ihre wahre, große Liebe Siegfried. Wie das Leben eben damals so war, eine Frau eröffnet in München eine Arztpraxis? Unvorstellbar zur damaligen Zeit und so wünscht sie sich nach dem aufgeschlossenen Berlin zurück. Neben Ricarda nimmt in diesem Band ihre Tochter Henny einen Großteil der Geschichte ein. Mutter und Tochter sind sich sehr ähnlich, sie sind stark, lassen sich nichts sagen, nichts vorschreiben und so prallen zwei intensive Persönlichkeiten aufeinander, die sich aber sehr stark verbunden fühlen und sich gemeinsam allen Hindernissen stellen. Das am Ende natürlich wieder ein gemeiner Cliffhanger kommt, war fast schon zu erwarten. Helene Sommerfeld hat in diesem Plot wieder die ganze Bandbreite der Gefühle eingearbeitet, so ab und an musste ich manches Tränchen unterdrücken. Der Schreibstil ist packend und flüssig zu lesen. Ich bin ja sonst nicht so die typische Arzt-Roman-Leserin, aber mit dieser spannenden Lebensgeschichte hat das Autoren-Duo mich gepackt.
✿ Fazit ✿
Wieder ein mitreißender und extrem toller Roman aus dieser wunderbaren Serie. Von mir gibt´s dafür eine uneingeschränkte Kauf- und Leseempfehlung.