Briefe an seine Verleger - Debussy, Claude
38,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Gebundenes Buch

"... Im Übrigen bin ich mehr und mehr überzeugt, dass die Musik ihrem Wesen nach nichts ist, was in eine strenge und traditionelle Form gegossen werden könnte. Sie besteht aus Farben und rhythmisierter Zeit ... Alles andere ist ein Schabernack, erfunden von kalten Dummköpfen auf dem Rücken der Meister, die doch vorwiegend nur Musik ihrer Zeit gemacht haben! Allein Bach hat die Wahrheit geahnt." Claude Debussy, 3. Sept. 1907 an Jacques Durand
Claude Debussys Briefe an seine Verleger dokumentieren das gesamte Berufsleben des französischen Komponisten und zugleich eine musikhistorisch und
…mehr

Produktbeschreibung
"... Im Übrigen bin ich mehr und mehr überzeugt, dass die Musik ihrem Wesen nach nichts ist, was in eine strenge und traditionelle Form gegossen werden könnte. Sie besteht aus Farben und rhythmisierter Zeit ... Alles andere ist ein Schabernack, erfunden von kalten Dummköpfen auf dem Rücken der Meister, die doch vorwiegend nur Musik ihrer Zeit gemacht haben!
Allein Bach hat die Wahrheit geahnt."
Claude Debussy, 3. Sept. 1907 an Jacques Durand

Claude Debussys Briefe an seine Verleger dokumentieren das gesamte Berufsleben des französischen Komponisten und zugleich eine musikhistorisch und politisch bewegte Epoche zwischen Fin de siècle und Erstem Weltkrieg. Dabei ist Debussy ein luzider und zuweilen bissig-ironischer Beobachter und Kommentator der kulturellen und politischen Verhältnisse, in denen er lebte und in denen er sein Werk schuf.
Debussys wichtigster Verleger, Jacques Durand, war mehr als nur Geschäftspartner: Er war Freund, Mäzen und Ratgeber, der erste Ansprechpartner inallen Dingen. Niemandem sonst hat Debussy mehr Briefe geschrieben, und diese bilden den Hauptteil des Buches.
Auszüge aus Jacques Durands eigenen Erinnerungen (Quelques souvenirs d'un éditeur de musique 1924/25), soweit sie Debussy betreffen, ergänzen die Ausgabe.
Die Briefe Debussys erscheinen hier erstmals in deutscher Übersetzung. Kommentare erläutern Hintergründe und Zusammenhänge. Die Übersetzung basiert auf der kommentierten französischen Ausgabe der kompletten Korrespondenz Debussys von François Lesure, Denis Herlin und Georges Liébert (Claude Debussy - Correspondance 1872-1918, Gallimard 2005).

Der Übersetzer: Bernd Goetzke, Kenner der französischen Musikkultur, lehrt als Professor für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie weltweit in Meisterkursen; Schüler von Arturo Benedetti Michelangeli, bezeichnet er Debussy und Beethoven als die "Brennpunkte" seines Repertoires. Zu seiner Biographie gehört die Verwurzelung in der französischen Kultur, Sprache und Musik von Jugend an. Claude Debussy's letters to his publisher document the French composer's whole professional career and also a musically and politically eventful epoch between the fin de siècle and the First World War. Debussy emerges as a lucid and sometimes waspish and ironic observer of and commentator on the cultural and political circumstances in which he lived and created his works.
Debussy's letters appear here for the first time in German translation. Commentaries explain backgrounds and contexts. The translation is based on the French edition of Debussy's complete correspondence edited by François Lesure, Denis Herlin and Georges Liébert (Claude Debussy - Correspondance 1872-1918, Gallimard 2005).
The translator: Bernd Goetzke, an expert in French musical culture, is Professor of Piano at the Hochschule für Musik in Hanover and teaches masterclasses around the world; pupil of Arturo Benedetti Michelangeli; he describes Debussy and Beethoven as the 'focal points' of his repertoire. His life has been rooted in French culture, language and music since his youth.

"... Also I am more and more convinced, that music in its essence is not something that can be poured into a strict and traditional mould. It consists of colours and rhythmic time ... Everything else is trickery, invented by cold fools on the backs of the masters, who mostly only made music of their own time!
Only Bach divined the truth."
Claude Debussy, 3 Sept 1907 to Jacques Durand
  • Produktdetails
  • Musikwissenschaftliche Publikationen Bd.47
  • Verlag: Olms
  • Seitenzahl: 476
  • Erscheinungstermin: März 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 246mm x 174mm x 40mm
  • Gewicht: 1056g
  • ISBN-13: 9783487085975
  • ISBN-10: 3487085976
  • Artikelnr.: 48369298
Autorenporträt
Claude Debussy (1862 - 1918) war ein französischer Komponist des Impressionismus, seine Musik gilt als Bindeglied zwischen Romantik und Moderne.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Volker Hagedorn ist hin und weg von Claude Debussys Briefen, die ihm ungeahnte Tiefen des Genies erschließen. Bernd Goetzkes Übersetzungsarbeit lobt er schon allein wegen den vielen zusätzlichen Anmerkungen. Zu erfahren sei nicht nur etwas über Debussys ständige Geldnot, sondern auch über seine Frauen, die er reihenweise verließ, über die kreative Besessenheit, seine Tiraden gegenüber Kollegen - "die Emotionalität einer Gefängnistür" bescheinigte er etwa einer Sängerin - und den Weltkrieg. Dramen, Dramen, meint Hagedorn höchst erfreut. Sogar Debussys Vertröstungs- und die Bettelbriefe sind wie Musik in seinen Ohren.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 30.04.2018
Liebevoller
Sarkasmus
Noch heute spürt man in der Musik Claude Debussys immer den Menschen; das ist nicht bei jedem Komponisten so ausgeprägt. Es ist eine sehr freundliche und sehr revolutionäre Musik, liebevoll und sarkastisch, lebensfroh und niedergeschlagen. Sie hat etwas kindlich Großväterliches, und das helle Flirren und Summen, das uns einen heißen Sommertag vorgaukelt, verlangt von den Musikern schier unmenschliche Technik. Über seine Klavier-Etüden schreibt er: „Tatsächlich schwebt diese Musik über den Gipfeln der Ausführung! – Es wird hübsche Rekorde aufzustellen geben.“ Dabei sucht er die Musik jenseits zirzensischer Extreme. Debussys produktive Zerrissenheit zeigt sich ebenso doppelbödig in den Briefen an seine Verleger, denen er Privates und Fachliches berichtete, die Verwendung des Klavierpedals auseinandersetzte wie auch die farbliche und typografische Gestaltung einer Notenausgabe. Erstmals wurde ein solch umfangreiches Konvolut an Briefen Debussys übersetzt sowie mit einem aufwendigen Kommentar versehen: ein großer Lesespaß, nicht nur für Musikinteressierte.
HELMUT MAURÓ



Claude Debussy: Briefe an seine Verleger. Aus dem Französischen von Bernd Goetzke. Olms Verlag, Hildesheim, 2018. 476 Seiten,
38 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de