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84 Tage war der kubanische Fischer Santiago auf dem Meer, ohne einen Fang zu machen. Immer weiter wagte er sich in den Golf hinein. Als er schließlich einen riesigen Schwertfisch harpuniert, beginnt ein zwei Tage und zwei Nächte währender verzweifelter Kampf mit einem Rudel Haie, die den Fisch anfallen. Es ist ein Ringen um Leben und Tod. Mit dieser erstmals 1952 veröffentlichten Erzählung erreichte Hemingway den Gipfel seiner Erzählkunst.…mehr

Produktbeschreibung
84 Tage war der kubanische Fischer Santiago auf dem Meer, ohne einen Fang zu machen. Immer weiter wagte er sich in den Golf hinein. Als er schließlich einen riesigen Schwertfisch harpuniert, beginnt ein zwei Tage und zwei Nächte währender verzweifelter Kampf mit einem Rudel Haie, die den Fisch anfallen. Es ist ein Ringen um Leben und Tod. Mit dieser erstmals 1952 veröffentlichten Erzählung erreichte Hemingway den Gipfel seiner Erzählkunst.
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav
  • Anzahl: 1 Audio CD
  • Gesamtlaufzeit: 75 Min.
  • Erscheinungstermin: Mai 2011
  • ISBN-13: 9783862310791
  • Artikelnr.: 32757946
Autorenporträt
Für seine meisterhafte Kunst der Erzählung, vor allem im Buch "Der alte Mann und das Meer", erhielt Ernest Miller Hemingway (* Oak Park 1899, † Ketchum 1961) im Jahr 1954 den Nobelpreis für Literatur. Der bekannte amerikanische Dichter mit Leidenschaft für das Jagen, Boxen und Fischen meldete sich im Ersten Weltkrieg freiwillig als Sanitätsfahrer, wurde schwer verwundet und arbeitete nach seiner Genesung als Reporter in Toronto, später in Chicago und Paris. Dort machte er u. a. die Bekanntschaft mit Gertrude Stein, Ezra Pound, F. Scott Fitzgerald oder Picasso. Hemingways Schreiben, seine Kunst des Weglassens und Verknappens, sollte stilbildend für die amerikanische Literatur werden. Zu seinen wichtigsten, oft stark biografisch durchdrungenen Werken gehörten u. a. "Fiesta" (1926), "In einem anderen Land" (1929) oder "Wem die Stunde schlägt" (1940). Der Erste Weltkrieg und der Spanische Bürgerkrieg sind in den letzteren Büchern große Themen Hemingways. Der in seinen späten Jahren schwer alkoholkranke und depressive Ernest Hemingway heiratete viermal. Er beendete sein Leben selbst.
Trackliste
CD
1Der alte Mann und das Meer00:08:09
2Der alte Mann und das Meer00:07:33
3Der alte Mann und das Meer00:06:40
4Der alte Mann und das Meer00:08:10
5Der alte Mann und das Meer00:09:25
6Der alte Mann und das Meer00:09:06
7Der alte Mann und das Meer00:09:28
8Der alte Mann und das Meer00:08:26
9Der alte Mann und das Meer00:07:05
10Der alte Mann und das Meer00:00:34
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 06.10.2012

Der alte Mann träumte von den Löwen

Nach mehr als fünfzig Jahren erscheint Hemingways "Der alte Mann und das Meer" in neuer Übersetzung. Der Klassiker erstrahlt in schlichter Schönheit.

Von Paul Ingendaay

Was immer die Philologen über die Bedeutung der short stories von Ernest Hemingway sagen mögen, "Der alte Mann und das Meer" ist vermutlich seine berühmteste Geschichte geblieben. Ihre parabelhafte Schlichtheit und eine gewisse Schwierigkeit, sie anders als auf die akzeptierte Weise zu deuten, stehen in krassem Gegensatz zur offenen Form der modernen Erzählung, der Hemingway selbst so wichtige Impulse gegeben hatte.

Doch die Merkwürdigkeiten gehen noch weiter. Als der Autor den "Alten Mann und das Meer" 1951 in seiner Finca bei Havanna schrieb, hatte er mehrere Jahre Krankheit, privater Schwierigkeiten und schöpferischer Flauten hinter sich. Sein im Vorjahr erschienener Roman "Über den Fluss und in die Wälder" galt einhellig als misslungen. Er fühlte sich wie der Restposten der goldenen literarischen Ära des Modernismus, deren Vertreter allmählich starben und ihn allein zurückließen.

Auch die Zuerkennung des Nobelpreises 1954 unter ausdrücklicher Berufung auf die 1952 veröffentlichte Meeresgeschichte, die der Autor für das Beste hielt, was er in diesen Jahren geschrieben hatte, brachte ihm keine unvermischte Freude. Die Auszeichnung, die er viel früher verdient zu haben glaubte, gab ihm das Gefühl, selbst der alte Mann zu sein, der nach drei entbehrungsreichen Tagen auf See mit einem von Haien abgenagten Schwertfisch nach Hause kommt - zwar nicht besiegt, aber glücklos, geschunden und müde. Hemingway war außerstande, zur Preisverleihung nach Stockholm zu reisen; statt dessen schickte er eine kurze Rede, in der von der "Demut" des Schriftstellers die Rede war, der seine großen Vorläufer kenne. "Der alte Mann und das Meer", vorabgedruckt im "Life"-Magazin und bis heute ein Bestseller, sollte zu Lebzeiten seine letzte Buchveröffentlichung bleiben. Zehn Jahre nach der Niederschrift, 1961, setzte Hemingway seinem Leben in Ketchum (Idaho) selbst ein Ende.

Manchmal nehmen Klassiker eine andere Färbung an, wenn man sie neu liest, und so ging es mir diesmal bei der vierten oder fünften Lektüre dieser schlichten, von der berühmten John-Huston-Verfilmung überlagerten Erzählung, die wir statt mit einem wettergegerbten Kubaner (oder einem in Kuba lebenden Spanier von den Kanarischen Inseln) eher mit dem gütigen Gesicht von Spencer Tracy verbinden. Da ist zunächst der bezwingende Trick, mit dem Hemingway das kleine Fischerboot des alten Santiago, der vierundachtzig Tage lang hinausgefahren ist, ohne etwas zu fangen, zu einer seiner beiden Bühnen macht. (Die andere ist das Meer.) Der Alte spricht nicht nur mit sich selbst, er redet auch mit seiner Hand, mit dem Schwertfisch, mit den Haien. Dass er zu den Fischen und den Vögeln spricht, dürfte mitverantwortlich dafür sein, dass sein Leiden als Passionsgeschichte gedeutet wurde, auch wenn das schon eine gute Weile her ist.

In Zeiten schwarz-grüner Annäherung darf man das Buch aber auch als christlich-ökologischen Traktat lesen. Der Mensch, der die Schöpfung achtet, hat nur das Recht, mit fairen Mitteln das ihm Gemäße zu jagen und zu töten. Schon damals, als die Fischfangindustrie hochgerüstete Flotten in See stechen ließ, war "Der alte Mann und das Meer" anachronistisch, genau wie Hemingway selbst. Doch darin lag sein Credo, ob man eine Erzählung wie "Das kurze, glückliche Leben des Francis Macomber" liest oder seine Geschichten über den Stierkampf: Das Tier darf nur getötet werden, wenn es im Duell eine Chance hatte. Daher die euphorische Anrede des Schwertfischs als "Bruder", der im selben unbarmherzigen Existenzkampf steckt wie der Mensch. Daher Hemingways sehr spanische Mitleidlosigkeit, wenn es seine Figuren bei der Jagd oder der Auseinandersetzung mit dem Tier erwischt.

Überhaupt die Tiere! Ein kleiner Zoo wandert über die Seiten dieser Erzählung, nicht nur Meeresvögel und alle Arten Fische (Makrelen, Sardinen, Barracudas, Schwertfische, Fliegende Fische, Haie), sondern auch Hunde, Katzen, Pferde, Schildkröten, Tümmler, Delfine und Löwen. Das Bild von Löwen am Strand ist das letzte, was dem alten Mann bleibt. Es steht für eine frühere Welt, für Schönheit, Gesundheit, Jugend, Anmut. Wahrscheinlich hat sich Hemingway hier ein kleines Monument des Lebenswillens errichtet, einer Kraft, die ihn selbst am Ende verließ. Nicht jedoch den alten Fischer, der (im Buch und im wirklichen Leben) viel älter wurde als sein Autor. Der allerletzte Satz lautet: "Der alte Mann träumte von den Löwen."

Sagen wir, so lautet er jetzt, in der ebenso zupackenden wie nuancierten Neuübersetzung von Werner Schmitz, die sowohl ein Ohr für einfachen Sprechstil als auch die gelegentliche Archaik dieses Textes hat. Davor hieß es sechzig Jahre so: "Der alte Mann schlief und träumte von den Löwen." Warum "schlief"? Der letzte Absatz des englischsprachigen Originals, der aus drei kurzen Sätzen besteht, sagt doch schon im ersten und zweiten dieser Sätze, dass der Alte schlief. Zuerst sagt er, dass er "wieder" schlief. Und dann, dass er "mit dem Gesicht nach unten" schlief. Man könnte auch sagen: erst temporal, dann modal. Nachdem wir also hinlänglich informiert sind, dass der alte Fischer schläft, erfahren wir am Ende, dass er "von den Löwen" träumt. Annemarie Horschitz-Horst, eine Frau, die seit Ewigkeiten die "einzig autorisierte Übersetzung" Hemingways ins Deutsche geliefert hat, fand es jedoch besser, das "schlief" ein drittes Mal zu verwenden. Hätte Hemingway das getan, würden wir es schlucken. Da Hemingway es aber nicht getan hat, sondern nur Annemarie Horschitz-Horst, finden wir es einen Übergriff.

Der Grund für die fällige Neuübersetzung ist also mindestens ein doppelter. Einmal sind die bisherigen Übertragungen in die Jahre gekommen und haben einen unverkennbar ältlichen Sprachduktus, der nicht frei von Geschwätzigkeit ist und bei einem Meister des Komprimierens wie Hemingway stört; zum anderen hat sich die Übersetzerin, die gute Lobbyarbeit betrieben hatte, einige Freiheiten mit dem Text genommen. Hemingway selbst verstieg sich 1946 in einem Brief an Ernst Rowohlt zu dem Satz: "Sie war die beste Übersetzerin, die ich je in irgendeiner Sprache hatte." Das war nicht ganz wörtlich zu nehmen, denn außer im Englischen war Hemingway in keinem Idiom sattelfest, doch seinem deutschen Verlag verwehrte es mehr als ein halbes Jahrhundert lang die Neuübertragung.

Da aber das Alter alle milder macht, haben sich die Rechteinhaber und der Rowohlt Verlag darauf verständigt, dass fünf Hemingway-Titel neu übersetzt werden dürfen. In der neuen Fassung ist "Der alte Mann und das Meer" ein großartiges Vorlesebuch, nicht nur für die Jungen (Kampf! Meer! Abenteuer!), sondern auch für Rentner. Das Stichwort heißt hier: Schmerzmanagement.

Ernest Hemingway: "Der alte Mann und das Meer".

Aus dem Englischen von Werner Schmitz. Rowohlt Verlag, Reinbek 2012. 152 S., geb., 18,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Der alte Mann
Seit 84 Tagen hat Santiago keinen Fisch aus dem Meer gezogen. Das ist selten an der Küste vor Havanna, und die Fischer beginnen den alten Mann zu meiden. Sie sagen, er sei vom Pech verfolgt. Pech aber ist ansteckend. Sein einziger Freund ist der Junge Manolin, der mit ihm auf dem Schiff fuhr, bevor die Eltern ihn auf ein anderes Schiff schickten, damit das Pech des Alten nicht anstecken konnte. So fährt er nun Tag für Tag alleine auf See, um in Einsamkeit das zu tun, was er sein Leben lang getan hat: fischen. Am 85sten Tag sticht er wieder in See, ganz früh rudert er weit hinaus, dorthin, wo die anderen Fischer nicht mehr zu fischen wagen.
Das Meer
Viele Fischer fürchten sich vor dem Meer. Für sie ist es männlich, sie sagen "el mar". "Aber der alte Mann dachte immer an das Meer als an etwas Weibliches, als etwas, was große Gunst gewähren oder vorenthalten kann, und wenn sie wilde oder böse Dinge tat, geschah es, weil sie nicht anders konnte. - Der Mond beeinflusst sie, wie er eine Frau beeinflusst, dachte er." So schicksalhaft begegnet er der drohenden Gefahr durch die herbstlichen Stürme, die das tropische Meer an den Küsten Kubas im Herbst heimsuchen, und lässt sich immer weiter fortziehen von dem Fisch, der plötzlich an seiner Angel hängt und dessen Größe er schaudervoll zu ahnen beginnt. Tagelang zieht der Fisch ihn immer weiter hinaus. Das Trinkwasser droht ihm auszugehen, aber Santiago gibt nicht auf. Nun gibt es nur noch den Fisch und ihn. Die Angelschnur kettet ihr Schicksal aneinander, und der alte Mann beginnt Respekt vor dem Fisch zu bekommen, der genauso wenig aufzugeben bereit ist wie er. Nach mehreren Tagen taucht der Fisch endlich auf, Santiago kann ihn töten und nimmt den Kadaver in Schlepptau. Auf der Fahrt zurück an die Küste entreißen ihm in blutigen Kämpfen die Haie den Fang. Zu Tode erschöpft gelangt er schließlich im Hafen an. Von dem Fisch ist nur noch der Kopf und die Schwanzflosse übrig geblieben. Sie aber legen Zeugnis ab von der ungeheuren Größe des Fisches und dem Kampf, den Santiago zu kämpfen hatte.
Brillante Erzählung
Diese berühmte Erzählung stellt den Höhepunkt im Schaffen des Nobelpreisträgers Hemingway dar. Die Schilderung des Alltags des Fischers und seines Kampfes mit den Elementen ist von brillanter Klarheit. Nüchtern und ohne Sentimentalität komponierte Hemingway hier ein Gleichnis, in dem er die Sinnhaftigkeit eines von Stolz geprägten Lebens darstellt, für das äußere Anerkennung unwichtig ist. Der alte Mann verrichtet seine Arbeit, eine Arbeit, die sein Leben ist, und er verrichtet es ohne Netz und doppelten Boden. Das macht seine Größe aus. (Andreas Rötzer)
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ein Vorlesebuch für junge Abenteurer, aber auch für Rentner, die dem Thema Schmerzmanagement etwas abgewinnen können, stellt uns Rezensent Paul Ingendaay vor. Dass es um Hemingways berühmten alten Mann im Meer geht, müssen wir erst einmal schlucken. Schließlich galt die parabelartige Passionsgeschichte zwar immer noch als Bestseller, gleichwohl als etwas altersschwach, anachronistisch und geschwätzig übersetzt, wie auch Ingendaay findet. Nun also mit Recht neu übertragen von Werner Schmitz, dem der Rezensent einen Sinn für Hemingways einfachen Stil, aber auch für die gelegentliche Archaik des Textes attestiert. Neu gelesen wird der Klassiker für Ingendaay aber plötzlich auch zum christlich-ökologischen Traktat über das Töten von Tieren, von denen das Buch übervoll ist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Ernest Hemingway, der Magier mit den schlichten Hauptsätzen und dem Gespür für alles Sinnliche. Im Grunde zelebriert sein Blick eine Liebe zur Schöpfung. Und so geht es denn auch nicht um Entfremdung, Identität, Skepsis oder gar Angst, sondern einzig und allein um das Glück. Um die kühne Dreistigkeit, auf dem puren Glück zu bestehen. Die ZEIT