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"Antiquariat" steht auf der Glastür des kleinen Ladens, in den Bastian Balthasar Bux eines Tages hineingerät. Und hier stößt der Junge auf ein Buch, das sein Leben verändern wird: "Die unendliche Geschichte". Das wunderbare Land Phantasién beginnt sich aufzulösen. Als die Kindliche Kaiserin davon erfährt, wird sie schwer krank. Der junge Atréju erhält den Auftrag, das Heilmittel für sie zu finden und Phantasién zu retten. Nicht nur der Glücksdrache Fuchur hilft ihm dabei. Auch Bastian soll eine wichtige Rolle in der Geschichte des Buches spielen.…mehr

Produktbeschreibung
"Antiquariat" steht auf der Glastür des kleinen Ladens, in den Bastian Balthasar Bux eines Tages hineingerät. Und hier stößt der Junge auf ein Buch, das sein Leben verändern wird: "Die unendliche Geschichte". Das wunderbare Land Phantasién beginnt sich aufzulösen. Als die Kindliche Kaiserin davon erfährt, wird sie schwer krank. Der junge Atréju erhält den Auftrag, das Heilmittel für sie zu finden und Phantasién zu retten. Nicht nur der Glücksdrache Fuchur hilft ihm dabei. Auch Bastian soll eine wichtige Rolle in der Geschichte des Buches spielen.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Karussell
  • Gesamtlaufzeit: 165 Min.
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahre
  • Erscheinungstermin: 01.01.1980
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 4057664699558
  • Artikelnr.: 57396957
Autorenporträt
Ende, MichaelMichael Ende (1929-1995) zählt zu den bekanntesten und vielseitigsten deutschen Schriftstellern. Neben Kinder- und Jugendbüchern schrieb er poetische Bilderbuchtexte, Bücher für Erwachsene, Theaterstücke und Gedichte. Viele seiner Bücher wurden verfilmt oder für Funk und Fernsehen bearbeitet. Sie wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von über 35 Millionen Exemplaren erreicht.Pietschmann, AndreasAndreas Pietschmann hatte Engagements am Schauspielhaus Bochum und am Schauspiel Zürich. Seit 2000 steht er auf der Bühne des Hamburger Thalia Theaters. Im Kino machte er sich durch Filmrollen wie in »FC Venus«, »Sonnenallee« und »Echte Kerle« einen Namen.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.09.2019

Phantásien und wie man wieder rausfindet

Eskapismus? Ach was! Illustriert von Sebastian Meschenmoser, gewinnt Michael Endes "Die unendliche Geschichte" eine Dimension dazu.

Die Sache hat gerade Fahrt aufgenommen, der von seinen Mitschülern gepeinigte und verfolgte Junge ist geflohen, hat in einem Antiquariat ein Buch gestohlen und sitzt nun damit im Dachbodenzimmer seiner Schule, gespannt darauf, was ihm jenes Werk mit dem Titel "Die unendliche Geschichte" wohl zu bieten hat. Auch der Leser ist gespannt. Da meldet sich der Erzähler mit einer Erklärung zu Wort. "Bastians Gedanken kehrten nur ungern in die Wirklichkeit zurück. Er war froh, dass die unendliche Geschichte nichts mit ihr zu tun hatte. Er mochte keine Bücher, in denen ihm auf eine schlecht gelaunte und miesepetrige Art die ganz alltäglichen Begebenheiten aus dem ganz alltäglichen Leben irgendwelcher ganz alltäglichen Leute erzählt wurden." Warum plötzlich dieser Einschub - der sogar noch eine Weile weitergeht - in den Erzählfluss der "Unendlichen Geschichte"?

Weil Michael Endes sensationell erfolgreicher Roman 1979 erstmals in einer bewegten Zeit erschien, in der grundlegend darüber gestritten wurde, wie Literatur für Kinder und Jugendliche zu sein hätte. Gegen die "Kindsein ist mies"-Bücher, so benannt nach einem provozierenden Gedicht, das in einem einflussreichen Almanach des Verlags Beltz & Gelberg erschienen war, wandten sich auch Autoren wie Otfried Preußler, die wiederum von der anderen Seite der Verbreitung einer verklärenden Heile-Welt-Literatur bezichtigt wurden.

Vor diesem Hintergrund spielt sich Endes Roman ab, in dem sich sein Held Bastian mit voller Absicht diesem Eskapismus hingibt, den die Autoren einer realistisch orientierten Jugendliteratur wie Peter Härtling oder Christine Nöstlinger ablehnten. Ende präsentiert einen Fantasyroman und dessen Leser gleich mit, markiert beide Sphären durch unterschiedliche Druckfarben und öffnet zugleich Wege zwischen Realität und Fiktion, die Bastian zögernd, aber begeistert beschreitet, bevor er erkennt, dass sein Rettungswerk in dem von Auflösung bedrohten Märchenland Phantásien - er muss der kindlichen Kaiserin im Zentrum des Landes einen neuen Namen geben, also das allem zugrundeliegende phantastische Element neu beleben - nur der Anfang ist. Denn er ist in Gefahr, sich selbst dort zu verlieren, wo seine Wünsche mit derselben Geschwindigkeit wahr werden wie seine Erinnerungen an sein früheres Leben schwinden und damit ebenso die Konturen seiner Persönlichkeit.

Aus Anlass des vierzigjährigen Jubiläums der "Unendlichen Geschichte" hat nun Thienemann, der Hausverlag des 1995 gestorbenen Ende, eine Prachtausgabe des Werks vorgelegt, die Sebastian Meschenmoser illustriert hat. Keine leichte Aufgabe, schließlich wird die Vorstellung des Romangeschehens optisch wohl noch immer erheblich von den entsetzlich kitschigen Bildern jener Verfilmung bestimmt, die 1984 nach dem Buch entstanden war. Wo Meschenmosers Illustrationen daran erinnern, liegt das daran, dass er sich mit dem Film dieselbe Vorlage teilt und die gleichen Beschreibungen umsetzt. Meist aber sind sie beglückend eigenständig, auch dem Roman gegenüber, und besonders seine Landschaften und Bauwerke zeigen einen besonderen Zugriff auf die Welt Phantásiens. Meschenmoser abstrahiert gern von realen Landschaften, seine Böden und Hintergründe sind oft sparsam und manchmal auch wie leergefegt, seine Gestalten wollen lieber fremd als schön sein, und besonders in den wie Skizzen wirkenden, eingestreuten Schwarzweißzeichnungen lässt er Raum für die Imaginationskraft der Leser. An sie geht daher die Aufforderung, das hier Angebotene zu beleben, so als schlüpfte jeder von uns in die Rolle eines Bastian Balthasar Bux.

Nach der beispiellosen Welle von euphorischen, oft genug sentimentalen literarischen Feiern des gedruckten Buches und seiner Haptik gerade in der Literatur für junge Leser ist es nicht leicht, einem Werk, das am Anfang dieser Welle steht, in dieser Hinsicht gerecht zu werden. Zugleich aber sieht man, wie viele Motive "Die unendliche Geschichte" in die Jugendliteratur eingebracht oder zumindest popularisiert hat: etwa, dass Bastian sich die Frage stellt, was eigentlich in einem Buch passiert, wenn die Deckel zugeklappt sind, und überhaupt das physische Eintreten des Lesers in ein literarisches Reich, das dann 24 Jahre später zum Zentralmotiv in Cornelia Funkes "Tintenherz" werden sollte, allerdings mit dem bezeichnenden Unterschied, dass für Funke der Weg in beide Richtungen führt und die Gestalten daher aus dem Buch in die Wirklichkeit der Leserin gelangen.

Bei Endes Bastian jedoch, der zu Beginn des Romans noch dadurch gekennzeichnet ist, dass der Junge keine Bücher mochte, die ihn zu irgendeiner Weltanschauung bringen wollten, ergibt sich für den Fantasy-Leser eine doch recht klare Botschaft: Du musst dich nicht in Phantásien verlieren, lautet sie, du kommst da wieder raus - sogar reicher, besser, vollständiger als zuvor. Weil kein Mensch ohne beide Seiten sein kann. Erst so wird Endes Kommentar zur damaligen Diskussion über die Literatur für junge Leser komplett.

TILMAN SPRECKELSEN

Michael Ende: "Die unendliche Geschichte". Illustriert von Sebastian Meschenmoser.

Thienemann Verlag, Stuttgart 2019. 416 S., geb., 35,- [Euro]. Ab 10 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Dann schweben wir beide Hand in Hand

Freundschaft mit Gespenstern, lebensrettender Rap, Reisen nach Phantásien, Christkinder in Berlin und eine störrische Erzglocke: Wer im Winter Lesestoff für die ganze Familie sucht, hat reiche Auswahl.

Von Tilman Spreckelsen

Eine Glocke für alle.

"Es pflügte einmal im heiligen Rußland ein Bauer das Feld" - so, im gehobenen Märchenton, fängt die Geschichte an, und dieser Ton klingt bis zum Ende durch. "Die Glocke von grünem Erz" ist eine weniger bekannte Geschichte von Otfried Preußler - kein Vergleich mit der Prominenz der "Kleinen Hexe", des "Räuber Hotzenplotz" oder des "Krabat" -, aber sie ist als Werk Preußlers sofort durch die Sprache des passionierten Erzählers zu erkennen.

Die Geschichte handelt von dem Fund des pflügenden Bauern in seinem Boden: einem eisernen Ring, an dem eine Glocke befestigt ist, die der Bauer mit der Hilfe seines Ochsen ans Tageslicht bringt. "Das ging leicht und glatt, wie man eine Rübe zieht. Und doch war die Glocke größer und schwerer als alle Glocken im ganzen Land."

Die Glocke, so scheint es, entscheidet selbst, dass sie sich finden und bergen lässt. Das ganze Dorf nimmt sich nun ihrer an, man baut einen Glockenturm für sie und erfreut sich an ihrem Klang. Der aber weckt den Neid des Zaren. Er kommt mit seinen Männern ins Dorf, versucht die Glocke abzutransportieren, scheitert aber an ihrem Gewicht - man könnte auch sagen, sie will nicht mitkommen. Und der Zar lässt sie zerstören.

Dabei bleibt es aber nicht, und die kraftvollen Illustrationen Herbert Holzings unterstreichen die Wendung, die die Geschichte nun nimmt: Aus den Splittern der großen Glocke werden viele kleine - "eines so rund und vollkommen wie die anderen" -, so dass nun jeder in der Umgebung ein Glöckchen besitzt. Darüber, was das bedeutet, wird man von Vorleser zu Zuhörer leicht ins Gespräch kommen.

Otfried Preußler, Herbert Holzing: "Die Glocke von grünem Erz"; Thienemann Verlag, Stuttgart 2005; 32 S., geb., 14,90 Euro. Ab 5 Jahre.

Die Oma im Audioguide.

Dass ein Kind Lust hat, mit seiner Oma ins Museum zu gehen, kommt vielleicht gar nicht so selten vor. Dass sich das Mädchen Alma trotzdem so rasch und so entschieden für die Idee ihrer Großmutter erwärmen kann, hat vermutlich mehr mit der Oma als mit der Unternehmung selbst zu tun. Alma weiß, dass einem Vorschlag aus dieser Richtung etwas Besonderes folgen wird, und sie wird ebenso wenig enttäuscht wie die Leser.

Denn im Museum erwartet Alma eine Reise durch die phantastische Bilderwelt des Mittelalters, die sie allein antritt - oder fast allein, denn die Oma ist zwar zunächst verschwunden, aber sie hat sich in die Bilder geschlichen, wo sie nun zwischen den eigentlichen Figuren steht und sich von ihrer Enkelin suchen lässt. Dass diese Aufforderung auch an die Leser ergeht, erhöht den Reiz an diesem verspielten Buch - auch weil die Suche alles andere als einfach ist.

Zugleich aber ist die Oma als Stimme im Audioguide präsent, so dass sie einen ständigen Dialog mit der Enkelin führt. Dabei legt sie ihr die Bilder, vor denen Alma steht, nicht etwa aus, sondern diskutiert mit ihr darüber, so dass Alma nicht einfach belehrt wird, sondern alles kommentieren kann Geschrieben und gemalt hat das Nikolaus Heidelbach, und wie er die Kunstwerke, die er in der Mittelalter-Abteilung des Wallraf-Richartz-Museums vorgefunden hat, seinem eigenen Buch zugrunde legt und seinen eigenen Stil damit interagieren lässt, ist äußerst erkenntnisstiftend und mit diesem Buch noch an kein Ende gekommen. Fürs nächste Mal haben sich Alma und Oma den zweiten Stock des Museums vorgenommen.

Nikolaus Heidelbach: "Alma und Oma im Museum"; Verlag Beltz & Gelberg, Weinheim 2019; 48 S., geb., 14,95 Euro. Ab 6 Jahre.

Ein Freund für alle Zeiten.

Wie fängt man die Sache an? "Gespenster aufzustöbern ist ganz schön schwierig", weiß Rebecca Green, "also versuch's lieber gar nicht erst." Tatsächlich verhält es sich umgekehrt: Ein Gespenst, dem an der Freundschaft eines Menschen gelegen ist, findet diesen, vorausgesetzt der Mensch ist "lieb und freundlich" und hat "ein gutes Herz".

Damit zeigt das Bilderbuch von Rebecca Green, das mit dem Ratgebergenre spielt und doch alles andere ist, von Anfang an, dass es beim hier beschriebenen Umgang mit Gespenstern nicht um den wohligen Grusel geht. Denn das Mädchen, das hier abgebildet wird und zu dem sich das eher niedliche Gespenst gesellt, liest bei der ersten Begegnung tatsächlich einen Ratgeber, ein Buch im Buch also. Nur dass der den Titel trägt: "Wie man's schön miteinander hat".

So geht das dann die restlichen Seiten dieses zauberhaft gezeichneten, sehr originellen und insgesamt vergnüglichen Buches zu. Es geht um Mensch und Gespenst, aber eigentlich geht es darum, wie man sich einander von zwei sehr unterschiedlichen Punkten annähert. Gelingt das aber, dann kann die Freundschaft ewig halten.

Und zwar buchstäblich. Am Ende schweben auf einem Friedhof zwei Gespenster Hand in Hand. Wartet man nur lang genug, dann verschwinden die Unterschiede.

Rebecca Green: "Wie man sich mit einem Gespenst anfreundet". Aus dem Englischen von Anna Cramer-Klett. Diogenes Verlag, Zürich 2019; 40 S., geb., 18 Euro. Ab 4 Jahre.

Phantásiens Farben.

Wie man einem einst bestens bekannten Buch, um das es in den vierzig Jahren seit seinem Erscheinen stiller geworden ist, einen neuen, glänzenden Auftritt verschafft, das zeigt Sebastian Meschenmoser mit seinen Illustrationen zur Neuausgabe von Michael Endes Kinderbuchklassiker "Die unendliche Geschichte".

Die Handlung um den lesebegeisterten Bastian Balthasar Bux, der sich begeistert in die literarische Welt begibt, die er in einem gestohlenen Buch vorfindet, und Gefahr läuft, sich darin zu verlieren, ist heute nicht weniger aktuell als 1979, auch wenn inzwischen natürlich ein Medienwechsel vom Buch zum Bildschirm stattgefunden hat und vor allem die Möglichkeiten, die vorgefundene bedrohte Welt mit der eigenen Vorstellungskraft zu beleben und auszuschmücken, nunmehr andere sind.

Meschenmosers Bilder sind klar und zurückhaltend zugleich, sie zeigen das Geschehen in Phantásien und die Protagonisten dieses Landes zwischen den Buchdeckeln, aber sie lassen den Raum, den Bastian so gut wie der Leser benötigt, um das beizusteuern, was noch fehlt. Und kommt damit den Absichten Michael Endes erstaunlich nahe.

Michael Ende, Sebastian Meschenmoser: "Die unendliche Geschichte"; Thienemann Verlag, Stuttgart 2019; 416 S., geb., 35,- Euro. Ab 10 Jahre.

Das Wunder von Berlin.

Nach einem friedlichen Weihnachten sieht das nicht aus: Rico und Oskar, eigentlich allerbeste Freunde seit dem ersten Band von Andreas Steinhöfels Romanserie um die beiden Berliner Jungen, haben sich ein bisschen voneinander entfernt, seit Rico in Oskars Abwesenheit neue Freunde gefunden hatte. Und Oskar wirkt in der Vorweihnachtszeit wie abwesend, beschäftigt mit etwas, von dem er seinen tiefbegabten Freund offensichtlich fernhält.

Zugleich steht die Geburt von Ricos Geschwisterchen bevor, und ein Schneesturm, der über Berlin hineinbricht und alle Verbindungen kappt, tut das Seine, um das Haus in der Dieffenbachstraße, in dem Rico und seit einiger Zeit auch Oskar und sein Vater wohnen, zu einer kleinen Insel zu machen, in dem die Nachbarn näher aneinanderrücken als zuvor. Auch Oskar kann sein Geheimnis, das zugleich eine riesige Verantwortung bedeutet, nicht mehr länger für sich behalten.

Dass Andreas Steinhöfel nach drei Romanen über das Freundespaar deren Geschichte noch lange nicht auserzählt hat, dass er dem Zusammenspiel der beiden dadurch neue Facetten abgewinnt, dass er sie zunehmend selbständiger agieren lässt und doch an ihrer besonderen Verbindung keinen Zweifel lässt, erweist den Autor als einen großartigen Beobachter von Kindern, die langsam auf die Pubertät zusteuern. Fast wirkt es so, als sei Steinhöfel selbst davon überrascht, wie sich Rico und Oskar entwickeln, und dann wieder nimmt er die Zügel des Romans fest in die Hand, um auf ein aberwitziges Finale zuzusteuern.

Andreas Steinhöfel: "Rico, Oskar und das Vomhimmelhoch"; Carlsen Verlag, Hamburg 2017; 272 S., geb., 14,99 Euro. Ab 10 Jahre.

Gedichte für die Freiheit.

Zwischen Xiomara und ihrer Mutter könnten die Dinge besser stehen - das junge Mädchen, dessen Familie aus der Dominikanischen Republik nach New York gekommen war, fühlt sich von der tiefgläubigen und überall Unheil witternden Mutter beengt, und die Mutter wiederum will Xiomara vor dem Schicksal behüten, jung schwanger zu werden. Dass Xiomaras Gedanken aber durchaus um Jungen kreisen, besonders um den netten Projektpartner in der Schule, kann die Mutter nicht verhindern, und als sie die beiden zufällig beim Küssen beobachtet, verliert sie jedes Maß und alle Kontrolle.

Xiomara allerdings hat noch ein zweites Geheimnis. Sie schreibt eigene Gedichte in ein Notizbuch, und in dieser Form erfahren wir auch ihre Geschichte: dass sie sich schreibend und rappend schließlich emanzipiert, dass sie in diesem Bereich endlich die Anerkennung ihrer Umgebung erfährt.

Es ist ein ungewöhnliches Jugendbuch, das Elizabeth Acevedo geschrieben hat, aus dem Impuls heraus, denjenigen ihrer Schülerinnen, die sich in der Jugendliteratur nicht repräsentiert sahen, eine Stimme zu verleihen, wie sie sagt - und vermutlich noch weit mehr jungen Lesern.

Am Ende aber rückt sich manches zurecht, am schönsten vielleicht im Verhältnis zwischen Xiomara, die sich den Künstlernamen "Poet X" gegeben hat, und dem Prediger der Gemeinde, von dem sich Xiomaras Mutter eigentlich erhofft hatte, er würde den Willen ihrer Tochter brechen. Wie der Geistliche hier um Verständnis wirbt, auf beiden Seiten, macht ihn zu einer der sympathischsten Gestalten des Romans.

Elizabeth Acevedo: "Poet X". Aus dem Englischen von Leticia Wahl; Rowohlt Rotfuchs, Hamburg 2019; 352 S., br., 15,- Euro. Ab 14 Jahre.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Ein Kinderbuch, auch für Erwachsene. Ein Erwachsenen-Buch, auch für Kinder.", Berliner Morgenpost 20151104
"Eine gewaltige Collage aus mythischen Bildern" Die Zeit