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Was macht ein Priester eigentlich, wenn nicht Sonntag ist?
Valerie Schönian lebt ein typisches Mittzwanziger-Leben in Berlin, ist politisch links und Feministin. Religion und Glaube sind ihr fremd. Doch dann lässt sie sich auf ein Experiment ein: Zwölf Monate lang soll sie den katholischen Priester Franziskus von Boeselager durch dessen Alltag begleiten und sich mit ihm austauschen - über seine Berufung, Frauen in der Kirche, das Zölibat, Sex. Kann das gut gehen? Eine Geschichte über zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Lebenswelten, die versuchen, einander zu verstehen.…mehr

Produktbeschreibung
Was macht ein Priester eigentlich, wenn nicht Sonntag ist?

Valerie Schönian lebt ein typisches Mittzwanziger-Leben in Berlin, ist politisch links und Feministin. Religion und Glaube sind ihr fremd. Doch dann lässt sie sich auf ein Experiment ein: Zwölf Monate lang soll sie den katholischen Priester Franziskus von Boeselager durch dessen Alltag begleiten und sich mit ihm austauschen - über seine Berufung, Frauen in der Kirche, das Zölibat, Sex. Kann das gut gehen? Eine Geschichte über zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Lebenswelten, die versuchen, einander zu verstehen.
  • Produktdetails
  • Piper Taschenbuch .24331
  • Verlag: Piper
  • Seitenzahl: 368
  • Erscheinungstermin: 2. März 2020
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 120mm
  • ISBN-13: 9783492243315
  • ISBN-10: 3492243312
  • Artikelnr.: 56142308
Autorenporträt
Schönian, Valerie
Valerie Schönian, Jahrgang 1990, wuchs in Magdeburg auf. Für ihr Studium der Politikwissenschaft und Germanistik ging sie nach Berlin und absolvierte anschließend die Deutsche Journalistenschule in München. Heute lebt sie als freie Journalistin in Berlin und arbeitet u.a. als für das Leipziger Büro der ZEIT.
Rezensionen
"Eine kluge und inspirierende Spurensuche, eine Annäherung an Themen wie Zölibat, Frauen in der Kirche und 'Happy Kadaver'", Neue Presse, 08.06.2018

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Hannes Hintermeier bekommt Achtung sowohl vor der Leistung der Bloggerin und Journalistin Valerie Schönian als auch vor der des befragten Priesters Franziskus von Boeselager. Die Fragen der Autorin an den Priester scheinen Hintermeier existenziell, Distanz scheint ihm unmöglich, so nah kommt die Autorin ihrem Objekt, berichtet von der Arbeit des Kirchenmannes in der Seelsorge und löchert ihn mit Fragen zum Zölibat, zur Verhütung und zum Missbrauch. Um richtig "katholisch zu lernen", bräuchte es laut Rezensent allerdings auch Bibellektüre und weiterführende Recherchen. Die aber enthält die Autorin dem Leser vor, meint er. Eine kämpferische Antwortsucherin sieht er aber dennoch in ihr.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 02.05.2018
So muss der wahre Friede sein
Valerie Schönian erkundet den katholischen Sektor

Rainer Brüderle ist schuld. Im Fahrwasser seiner Dirndlaffäre gerät die junge Berliner Journalistin und Bloggerin Valerie Schönian in die MeToo-Debatte und damit in den Feminismus. 1990 geboren, wächst sie Sachsen-Anhalt auf, wird konfirmiert, lebt dann aber ohne weiteren Gottes- oder Kirchenbezug. Erik Flügge, der als Buchautor mitteilte, "wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt", bringt sie dem Vernehmen nach auf die Idee, einen katholischen Priester zu begleiten, um Antworten auf die Frage zu bekommen, wie das heute überhaupt gehen könne - dass einer Priester wird und bleibt. Die Deutsche Bischofskonferenz unterstützt das einjährige Blog-Experiment "Valerie und der Priester".

Nun ist daraus ein Buch geworden, und um die Frage, ob es zwischen beiden gefunkt hat, gleich zu beantworten: ja. In einem freundschaftlichen Sinn. Der tapfere Priester, der sich ein Jahr lang löchern lässt - Franziskus von Boeselager -, ist ein Enddreißiger, der in Münster-Roxel als Kaplan wirkt. Er stammt aus dem Adelsgeschlecht, das sich im deutschen Widerstand exponierte, ein Umstand, den die Autorin nicht erwähnt. Franziskus hat eine weltliche Laufbahn trotz Studiums und Freundin aufgegeben, als er seine Berufung erkannte.

Schönian will also "Katholisch lernen". Beim ersten Mal dankt sie beim Friedensgruß anstelle von "Der Friede sei mit dir" mit ihrem Namen. Journalistische Distanz zu halten, wird ihr schnell klar, ist kaum möglich. Es geht um Fragen, die dafür einfach zu existentiell sind. Alle zwei Wochen fährt sie gen Westen, begleitet Franziskus' lange Arbeitstage, ist beim Weltjugendtag in Krakau und in Rom, lernt seine Eltern kennen. Berührt wird die Autorin von der Leistung des Priesters in der Seelsorge und in der Krankenpflege. Daneben müht er sich in vielen Gesprächen nach Kräften, die stürmischen Fragen der Journalistin schlüssig zu beantworten. Das sind zunächst die erwartbaren - Homosexualität, Zölibat, Ehe, Sex, Verhütung, Missbrauch -, bevor sich im Lauf der Monate für den Glaubenskern zentralere Fragen in den Vordergrund schieben.

"Sie glauben an Jesus, der Revolutionär war, aber machen selbst nie etwas anders" - Schönian ist oft aufgewühlt und genervt, die Intensität der Arbeitsbeziehung ist hoch. Sie trägt ihre Zweifel mit beachtlicher Offenheit in den Freundeskreis hinein, weiter führende Recherchen unterlässt sie. Mit einer Ausnahme umkurvt sie sogar die Lektüre der Bibel. Dass ihre Haltung gegenüber der Gender-Theorie viel mit Glauben zu tun hat, reflektiert sie eher nicht. Dennoch: Wer sich ähnliche Fragen wie Schönian stellt, trifft hier auf eine kämpferische Antwortensucherin. Am Ende bewundert man aber ebenso die Langmut und Güte des Befragten. Seine vorgelebten Antworten werden die Autorin und ihre Leserinnen noch länger beschäftigen.

hhm

Valerie Schönian:

"Halleluja". Wie ich

versuchte, die katholische Kirche zu verstehen.

Piper Verlag, München 2018. 368 S., br., 16.- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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»Wer Lust hat auf die intelligenten Fragen eines jungen Menschen, der verstehen will, warum und vor allem wie Menschen glauben, den wird dieses Buch interessieren.«, Westfälische Nachrichten, 19.03.2018