1979 - Kracht, Christian

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Iran am Vorabend der islamischen Revolution. Ein junger Innenarchitekt und sein kranker Freund Christopher reisen als Angehörige einer internationalen Partyszene durch das Land. In Teheran werden die Panzer des Schahs aufgefahren. Zwischen Drogenexzessen, Schönheit und Gewalt erfasst den Ich-Erzähler der Taumel von etwas Neuem. Eine Welt ohne Zentrum, in der auf einmal alles möglich erscheint. Doch bald wird klar, dass man in einer durch Schönheit und Leid zweigeteilten Welt nicht ewig als Tourist herumreisen kann. Im besetzten Tibet, wohin es den Ich-Erzähler nach dem Tod seines Gefährten verschlägt, wird er von chinesischen Soldaten verhaftet.…mehr

Produktbeschreibung
Iran am Vorabend der islamischen Revolution. Ein junger Innenarchitekt und sein kranker Freund Christopher reisen als Angehörige einer internationalen Partyszene durch das Land. In Teheran werden die Panzer des Schahs aufgefahren. Zwischen Drogenexzessen, Schönheit und Gewalt erfasst den Ich-Erzähler der Taumel von etwas Neuem. Eine Welt ohne Zentrum, in der auf einmal alles möglich erscheint. Doch bald wird klar, dass man in einer durch Schönheit und Leid zweigeteilten Welt nicht ewig als Tourist herumreisen kann. Im besetzten Tibet, wohin es den Ich-Erzähler nach dem Tod seines Gefährten verschlägt, wird er von chinesischen Soldaten verhaftet.
  • Produktdetails
  • Fischer Taschenbücher Bd.18530
  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 5. Aufl.
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungstermin: Juni 2012
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 125mm x 13mm
  • Gewicht: 150g
  • ISBN-13: 9783596185306
  • ISBN-10: 3596185300
  • Artikelnr.: 27981031
Autorenporträt
Kracht, Christian
In Saanen in der Schweiz wurde Christian Kracht am 29. Dezember 1966 geboren. Nach der Schule nahm er in den USA das Studium der Filmwissenschaften auf, arbeitete bei verschiedenen Presseerzeugnissen und begann dann zu reisen - durch Asien ebenso wie nach Schwarzafrika oder durch den Südpazifik. Er zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Werke sind in 30 Sprachen übersetzt. 2012 erhielt Christian Kracht den Wilhelm-Raabe-Preis, für den Roman 'Die Toten' 2016 den Schweizer Buchpreis sowie den Hermann-Hesse-Literaturpreis.
Rezensionen
Besprechung von 15.10.2001
Kultur:
ESS-STÄBCHEN, DIE SICH IN DEN KOPF BOHREN.
Schwer zu hassen, schwer zu kopieren: '1979' - der neue Roman von Christian Kracht.
Vor sechs Jahren schrieb Christian Kracht ein Buch, das 'Faserland' heißt. Ein namenloser junger Mann macht darin eine Reise, 'einmal durch die Republik von Nord nach Süd. Dabei erzählt er von Partys und Bars, von Himmelfahrtsnasen der Mädchen und vom Kotzen mit Stil', so steht es im Klappentext. Und weil im Buch selbst tatsächlich nicht sehr viel mehr Handlung folgt und die Sprache von 'Faserland' sich gar nicht erst die Mühe macht, das hohle Gerede der Figuren literarisch zu glätten, all das dann auch noch oft besprochen und viel gekauft wurde, wünschten viele den Autor, der in seinem öffentlichen Auftreten seiner arroganten Hauptfigur oft bedrohlich nahe kam, einfach nur zum Teufel. Manche fanden wenigstens, Christian Kracht könne gut, habe aber nichts zu erzählen. Ein paar aber liebten ihn sehr dafür, dass endlich mal jemand ein wahres Buch über die armseligen Kinder reicher Eltern schrieb oder freuten sich, das eigene Leben vorgelegt zu bekommen.
Nun hat Christian Kracht wieder einen Roman geschrieben, er heißt '1979'. Wieder macht darin ein namenloser junger Mann eine Reise. Diesmal führt sie ihn viel weiter als nur von Sylt nach Zürich und sie endet auch in viel aussichtsloserer Lage als bloß in der Mitte eines Sees.
Der Erzähler fährt zunächst in Begleitung seines Freundes nach Persien, wo die Revolution des Ajatollah Khomeini direkt bevorsteht, schließlich weiter nach Tibet, einem heiligen Berg entgegen, wo er inneren Frieden suchen soll, aber den direkten Weg in die Hölle findet. Einen Ort, an dem man nur überlebt, wenn man Maden isst, die im eigenen Kot gedeihen und wo man stirbt, indem sich ein Ess-Stäbchen durch das Ohr ins Hirn bohrt.
Wie schon in 'Faserland' ist auch in '1979' die erzählende Hauptfigur ein ziemlich dämlicher Schnösel. Doch schleppte sich der 'Faserland'-Erzähler noch aus eigener Kraft von einem Drink zum nächsten, ist die Hauptfigur in '1979' völlig passiv, beobachtet die Welt nur noch, ohne in ihr noch etwas zu erkennen, was Halt geben könnte. Diesem Menschen, der sich im Verlauf des Buches körperlich und seelisch völlig auflöst, folgt man nicht mehr mit der gleich bleibenden und somit beruhigenden Distanz wie dem 'Faserland'-Erzähler, sondern mit wachsender Anteilnahme und Beklommenheit, bis hin zu jenem letzten Satz des Buches, den er spricht, diesem unfassbar traurigen Schlusswort eines Lebens, das von nichts als dem Erdulden handelt.
Den Feinden Christian Krachts wird es nach der Lektüre von '1979' nicht leicht fallen, ihr Bild von einem, der nur über die eigene Langeweile schreiben kann, aufrecht zu erhalten. Und auch einige seiner Bewunderer und Freunde, die selbst Bücher schreiben, stehen nun plötzlich vor einem Problem. Denn er ist ihnen mit '1979' wieder einmal vorausgeeilt, weiter noch als mit 'Faserland'. Und wer versuchen wird, Christian Kracht erneut hinterher zu schreiben, der wird es noch viel schwerer haben als vor sechs Jahren.
Timm Klotzek
Buch 1979 Autor Christian Kracht Verlag Kiepenheuer&Witsch Preis 35 Mark Lesungen alle Termine auf www.jetzt.de
Foto: Eva Munz/Kiepenheuer & Witsch
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.diz-muenchen.de
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Ganz so dumm ist dieser Typ also doch nicht, hört man Elke Buhr zwischen den Zeilen sagen. Schon Krachts Debütroman "Faserland" galt als der beste unter den Werken der jungen deutschen Pop-Literaten, die von Talkshow zu Talkshow zogen und die "Unterwerfung aller Lebensfragen unter das Primat des Stils" proklamierten, so Buhr. Darum geht es ansatzweise auch in Krachts neuem Roman, der im besagten Jahr 1979 im revolutionären Teheran spielt, das in seltsamem Kontrast zu den zwei westlich dekadenten Dandys steht, die es dorthin verschlägt. Krachts einst Unsicherheit verratende Sprache sei der Klarheit und Präzision gewichen, lobt die Rezensentin. Der Protagonist agiere wie ein "offenes Fass", das alles aufsaugt, protokolliert, aber nicht rebelliert, auch nicht, als er nach einem heilsuchenden Trip durch Tibet vom chinesischen Militär aufgegriffen und in ein Arbeitslager gesteckt wird. Was dort vom Dandy übrig bleibt, so Buhr, ist nicht etwa sein Zynismus, seine Verachtung, seine Intelligenz, sondern bloß Blasiertheit und Indifferenz: "zwischen Dummheit und Zen".

© Perlentaucher Medien GmbH
"Das liest sich wie ein subtiler Splatterroman, wie die totale Schwindsucht, wie ein lauter Schrei nach Autorität und wie ein stiller nach Liebe." Gerrit Bartels taz