Ein atemberaubendes Hörbuch über den Untergang der Gesellschaft nach dem Aussterben der Bienen und eine Liebeserklärung an die Kunst und die Fantasie!Die Farben der Rebellion sind bunt!Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.Carly Lewis schrieb einen packenden und erschreckend aktuellen Roman über den langsamen, aber steten Untergang der Gesellschaft nach dem Aussterben der Bienen. Eine fesselnde Dystopie über die Kraft der Freundschaft und die Auflehnung gegen ein patriarchales System ... und zugleich eine Liebeserklärung an die Kunst, die Fantasie und das Erzählen von Geschichten.Aileen Wrozyna gibt der empfindsamen, aber auch starken Heldin ihre Stimme. Voller Hingabe erzählt sie diese Geschichte, die wie eine Mischung aus A Handmaid's Tale und Die Geschichte der Bienen anmutet.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
queck
4/5
12.07.2026
Hörbuch-Download (MP3)
Was, wenn sie eines Tages wirklich schweigen?
Das Buch lässt sich leicht lesen und regt definitiv zum Nachdenken an. Auch heute spricht man schon vom Bienensterben. Was wird sein, wenn es wirklich so kommt. Die Menschen werden die Pflanzen tatsächlich von Hand bestäuben müssen, weil sie sonst verhungern. Aber werden sie rechtzeitig reagieren? Eigentlich möchte ich gar nicht darüber nachdenken. Aber, genau das ist das Problem! Man darf die Augen nicht davor verschließen.
Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es mir etwas an Tiefe gefehlt hat. Es zeigt, dass man durch Freundschaft und Zusammenhalt mehr erreichen kann, als man denkt. Aber auch, dass die Menschen, die eine gewisse Macht haben, diese immer ausnutzen werden.
Meine persönliche Meinung ist, dass die gleichzeitige Nutzung von Gegenwartsform und Ichform einer Geschichte immer etwas von der Spannung nimmt. Das habe ich auch hier so empfunden. Aber vielleicht ist das nur mein Empfinden.
meerblick
5/5
25.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Fantasie oder doch zukunftsnahe Realität
Caryl Lewis liefert mit ihrem Roman ‘Wenn die Bienen schweigen‘ eine finstere Dystopie, deren Ursachen bedauerlicher Weise sehr realistisch erscheinen. Sie malt ein Bild der Zukunft, in der es keine Bienen mehr gibt. Drastisch und ohne zu beschönigen gibt sie ein gesellschaftskritisches Zeugnis darüber ab, welche unglaublichen Auswirkungen dieses Szenario auf uns Menschen, die wir in Abhängigkeit von der uns umgebenden Natur leben, haben könnte. Dabei geht sie sehr intensiv auf menschliche Eigenschaften ein, die einerseits egoistisch, hartherzig und andererseits solidarisch, liebevoll sind.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eines jungen Mädchens namens Jess, die in einem streng bewachten und abgesperrten Camp gemeinsam mit anderen weiblichen Teenagern Strafarbeit als Blütenbestäuberin leisten muss. Der Alltag ist entbehrungsreich an Liebe und Fürsorge aber auch an wünschenswerter Nahrung. Die Kinder werden als Objekte, die zu funktionieren haben, behandelt. Kleine Vergehen werden mit hohen Strafen belegt. Es ist ein trauriges Leben, dass nach Freiheit schreit.
Das Jugendbuch ist herausfordernd, will aufklären und regt mit seiner berührenden Geschichte zur kontroversen Diskussion an. Es liefert allerdings auch durchaus Erwachsenen hilfreiche Denkanstöße, unsere Lebenssituation kritisch mit einem realistischen Blick zu betrachten.
Bewertung
5/5
22.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Großartiger Roman mit wichtigen Botschaften
„ wenn die Bienen schweigen“
Ein Jugenroman von Caryl Lewis
Dystopie - Feminismus - Klimawandel -Kunst
„Wie fühlt es sich eigentlich an?, fragt sie.
-Was?
-Das Lesen.
Ich zucke mit den Schultern.
-es ist…ich weiß nicht wie ich es erklären soll und runzle die Stirn.
- es ist, als würde man Hunderte von Leben leben.[…]es ist, als könntest du Dinge sehen, riechen und spüren von denen du das nie gedacht hättest.“
Das sind die Worte von Jess, die das Glück hatte, von ihrer Mutter das Lesen beigebracht zu bekommen, in einer Welt ohne Bücher, ohne Schulen, ohne Bienen. Diese sind ausgestorben und nun herrscht eine Welt von Krieg, Hunger und Unterdrückung.
Die Mädchen werden im jungen Alter zum Bestäuben von Bäumen in Camps untergebracht, eine Art Zwangsarbeitslager. Nach Einsatz ihrer Periode werden sie zwangsverheiratet. Die Jungs werden zu Soldaten ausgebildet.
Eine Dystopie, die leider so real erscheint in Angesicht von Insektensterben und dem Klimawandel.
Die Frage eines Jungen, wie sie das denn nicht vorhersehen konnten und es nicht beachtet haben, bleibt auch nach dem Roman im Kopf.
Denn - wir sehen es ja und… wir beachten es viel zu wenig.
Dieser Roman behandelt nicht nur die Folgen des Klimawandels. Es geht um Missbrauch von Macht, Unterdrückung von Frauen und Mädchen, aber auch Selbstbestimmung.
Wie kann man sich wehren? Welche Rolle spielt dabei Bildung, Sprache und Kunst?
Und vor allem- was kann eine Freund*innenschaft bewirken? Wie viel Mut, Freude und Halt kann ein einziger Mensch jemandem geben?
Und wie viel kann jeder Mensch verändern.
Der Roman liest sich flüssig, trotz der bedrückenden Themen und Atmosphäre schwebt ein Hoffnungsschmetterling durch den Roman und verteilt immer wieder ein Paar Pollen der Zuversicht, der Zugehörigkeit und Nächstenliebe.
Elchdame
Thalia Book Circle Community
5/5
22.08.2026
Buch (Taschenbuch)
So, so viel kann in 300 Seiten stecken ...
Dass ich dieses Buch in einer Leserunde lesen und mich mit Anderen direkt darüber austauschen konnte, war eine unglaubliche Bereicherung, auch wenn das Buch allein für sich schon bewegend ist.
Alles hängt mit Allem zusammen:
Die Bienen sind ausgestorben, als logische Folge die Nahrungsmittel knapp. Aber nicht nur härteste Umweltbedingungen, auch die Folgen für das politische Machtgefüge sowie für das Volk, die Allgemeinheit, sind leider nicht allzu weit von unserer Realität entfernt.
Wie schon aus dem Klappentext hervorgeht, werden die Mädchen als „Arbeitsbienen“ benutzt. Sie sind schon in sehr jungem Alter in Camps eingepfercht und haben keinerlei Rechte oder Aussichten auf Freiheit. Zugleich wird (natürlich) Bildung wie auch jegliche Möglichkeit für Kreativität vorenthalten. Auch solche Strukturen kennen wir bereits aus manchen anderen Staaten.
Insofern hat das Buch schon viel Bedrückendes. Aber das ist ja nicht alles. Denn die Protagonistin, Jess, hatte das Privileg, anders als die Mehrheit aufzuwachsen. Ihre Mutter nebst einer weiteren Bezugsperson haben ihr beigebracht, wie es früher ausgesehen hat, haben sie lesen, schreiben, malen und hinterfragen gelehrt.
Die zentrale Handlung des Buches besteht in der zunächst stillen, dann immer lauter werdenden Rebellion innerhalb des Camps, angeführt von Jess und dem Soldaten Eliot, der die Mittel organisiert und sie ermutigt.
Eine Rebellion besteht aus Kampf, wenn auch nicht zwingend gewaltsam. So verwundert es nicht, dass die Führungspersonen alles versuchen, kritisches Gedankengut, Bindungen und erst recht Unruhen im Keim zu ersticken. Eben alles, was Diktatoren und deren Unterhändler so tun, um ihre Diktatur aufrecht zu erhalten.
Das alles hat bei mir immer wieder für Atemstock – Momente gesorgt.
Neben der Spannung kommen aber auch die Charaktere nicht zu kurz. Nicht nur Jess, sondern auch Nebenfiguren werden lebendig gezeichnet, mit Ängsten und Hoffnungen, Eigenheiten und Verhaltensweisen, positiv wie negativ.
Das Buch erzählt alles, was Jess erlebt oder zum Teil eben erlebt hat, bevor sie ins Camp kam. So erfahren die Lesenden wenig bis gar nichts über die Außenwelt, was mit den Jungen geschieht und wie die Strukturen außerhalb dieser Anlage aussehen. Mich persönlich hat das nicht im Geringsten gestört, weil ich den rein auf Jess gerichteten Fokus gut annehmen kann. Anderen Lesenden reicht das vielleicht nicht.
Ebenso manche „allzu glücklichen Fügungen“, die nicht wirklich realistisch sind. Doch im Rahmen eines Romans kann ich über solche Logiklücken hinweg sehen, sofern sie nicht überhand nehmen.
Das Ende schließlich ist kein „Ende gut, alles gut“. Es bleiben einige Fragen und Entwicklungen offen. Mir gefällt das, es bleibt Raum für die eigene Fantasie sowie hoffentlich für eine Fortsetzung.
Für mich war das Buch ein Highlight. Spannung, Charaktertiefe, Freundschaften trotz aller Unterschiedlichkeit, dystopische, bedrückende Düsterkeit, aber auch Hoffnung zeichnen dieses Buch aus. Viele Szenen haben zudem einen starken symbolischen Charakter. Dies alles zusammen hat mir ein großes Lesevergnügen beschert, mich aber auch nachdenklich gestimmt.
Last but not least gibt es im Nachwort, sowie auch zwischendurch eingestreut, einige interessante Fakten Bienen betreffend, was das Bild für mich abrundet, dass das Buch nicht nur unterhalten, sondern auch deutlich warnen will.
PMelittaM
aus Köln
5/5
19.08.2026
Buch (Taschenbuch)
Mutet leider sehr realistisch an
Der Roman erzählt von einer Welt, in der die letzte Biene gestorben ist. Das führt zu Lebensmittelknappheit und Unruhen, und letztlich zu einer diktatorischen Regierung. Mit elf Jahren werden die Kinder aus ihren Familien genommen, die Mädchen dazu verpflichtet, Bäume von Hand zu bestäuben, während Jungen zur Kampfausbildung geschickt werden.
Jess und ihr Bruder hatten das Glück, dass ihre Mutter alles daran setzte, sie länger bei sich zu behalten, außerdem haben sie durch die Nachbarin Ruth vom Davor erfahren. Ruth ist schon sehr alt und hat nach selbst erleben dürfen, was es nun nicht mehr gibt. So wird zu einem sehr prägenden Menschen in Jess‘ Leben. Letztlich mussten beide dennoch ihre Mutter verlassen.
Der Roman wird komplett aus Jess‘ Perspektive in Ich-Form erzählt. Ihre erste Zeit im Camp ist nicht einfach, doch nach und nach schließt sie Freundschaften. Von der Mutter zu eigenem Denken erzogen, erkennt sie schnell, was man ihr und den anderen Mädchen antut. Sie erkennt aber auch, dass sie nicht ganz hilflos ist.
Der Roman ist für ein Lesealter ab 14 Jahren gedacht, hat mich als Erwachsene aber auch sehr berührt. Die Autorin schreibt bildhaft und sehr atmosphärisch. Teilweise malt sie regelrecht Bilder zum Beispiel wenn sie Ruth Jess zu erklären lässt, wie Honig schmeckt.
Die Geschichte ist spannend, denn Jess‘ begibt sich mehrmals in Gefahr, da sie hofft, Dinge ändern zu können. Der Roman hat nur etwas über 300 Seiten, doch kann man sich die Welt, wie sie nun ist, gut vorstellen, auch wenn man größtenteils nur das Camp, in dem die Mädchen leben, kennen lernt. Für mich war das durchaus ausreichend, um mir mehr vorstellen zu können. Auch das Ende ist für mich so wie es ist sehr passend. Offenbar plant die Autorin aber, wie sie in einem englischsprachigen interview offenbarte, ein Sequel, ich könnte mir vorstellen, dann vielleicht eine andere Perspektive zu erfahren. Offiziell angekündigt ist aber noch nichts.
Jess ist für mich eine perfekte Protagonistin, schon wegen der besonderen Erziehung durch ihre Mutter und das Wissen, das Ruth an sie weitergibt. Neben ihr lernt man noch verschiedene andere Mädchen kennen. Eliot, einer der Wächter im Camp, zeigt, dass das Leben auch für den männlichen Nachwuchs nicht unbedingt einfach ist, und sich auch dort Widerstand bilden kann. Wie unschön das Leben im Camp ist, kann man gut sehen, für mich hätte es das mobbende Mädchen, das anderen, vor allem auch Jess, das Leben schwer macht, gar nicht gebraucht, auch nach Beendigung der Lektüre hat sich meine Meinung dahingehend nicht wesentlich geändert.
Dass es immer weniger Insekten gibt, kann jeder für sich selbst feststellen, und dass das gerade bezüglich der bestäubenden Insekten auch für uns Menschen dramatisch ist, sollte bekannt sein. Der Roman übertreibt da nicht, auch heute schon gibt es Gegenden auf der Erde, wo von Hand bestäubt werden muss. Wir sollten alles dafür tun, dass wir nicht eine solche Situation wie im Roman erleben müssen, der leider viel zu realistisch anmutet. Ich empfehle, unbedingt auch das Nachwort der Autorin zu lesen, das mich wie auch der Roman berührt hat.
Der Roman ist dystopisch, allerdings erzählt er von einer Welt, die schon sehr nahe sein könnte. Schon deswegen halte ich es für wichtig, dass er viele Leser:innen bekommt. Er ist zudem spannend und atmosphärisch erzählt, berührt emotional und wirkt nach. Von mir gibt es daher eine große Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche sondern auch für Erwachsene.
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