London, 1888: Angesichts der Zustände in den Armenvierteln werden die Mittel der Metropolitan Police aufgestockt. Ein neues Hauptquartier wird errichtet, das mächtige Kellergewölbe steht bereits. Doch der Bau gerät ins Stocken, als einer der Arbeiter eine grausame Entdeckung macht. Im frisch fertiggestellten Tresorraum findet er ein seltsames Paket. Darin eingeschlagen: der entsetzlich zugerichtete Rumpf einer Frau. Von ihrem Kopf fehlt jede Spur. Eine höhnische Botschaft an die Polizei? Die gut vernetzte Gesellschaftsdame Irene Adams und der wortkarge Leibwächter William Berger untersuchen den Fall auf ihre Weise. Schnell stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens. Doch kurz darauf wird eine weitere Leiche aus der Themse gezogen. Auch ihr fehlt der Kopf. Es beginnt die Jagd auf ein gesichtsloses Phantom.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
aus Bodensee
5/5
30.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Atmosphärisch gut und glaubhaft
Jack the Ripper hat nie seine Faszination verloren, vielleicht auch, weil die Morde nie aufgeklärt wurden. Wir alle stellen uns das London dieser Zeit genauso vor: dunkel, unheimlich, grau, verregnet, schmutzig und stinkend. Bestimmt gab es auch eine andere Seite, aber so scheint es alles einfach stimmig.
“Four Heads missing” von Thorsten Schleif setzt genau hier an und bringt eine weiter ungeklärte Mordserie ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Jack the Ripper hat hier gute Gruselvorarbeit geleistet. Sensationell gut fängt Schleif die Atmosphäre ein, geht schnellen Schrittes voran und hält die Spannung aufrecht.
Den ersten Band der Reihe kenne ich nicht, aber in diesem Band stehen kopflose, ermordete Frauen im Mittelpunkt. Das Ermittlerduo Adams und Berger ist schon vom ersten Band her bekannt, mir aber, wie gesagt, nicht. Die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit, somit ist das Leseerlebnis noch intensiver, ein bisschen wie True Crime, gemischt natürlich mit fiktiven Elementen.
Der Autor hat seine Hausaufgaben gemacht und dem Roman eine gute Recherche zugrunde gelegt. Wer historische Thriller mag und mit in das viktorianische London kommen möchte, ist hier genau richtig. Daher bekommt der Roman von mir die volle Sternzahl.
be_bookish
Thalia Book Circle Community
5/5
23.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Vier Tote, viele Geheimnisse und ein Phantom, Will und Irene ermitteln wieder
Kurzmeinung: Spannende Ermittlungen, eine beklemmende Atmosphäre und ein eigenwilliges Duo machen diesen historischen Thriller lesenswert.
Handlung
Im London des Jahres 1888 wird im Keller des neuen Polizeihauptquartiers der kopflose Torso einer Frau entdeckt. Die Gesellschaftsdame Irene Adams und ihr wortkarger Leibwächter William Berger beginnen auf eigene Faust zu ermitteln und stoßen dabei auf eine Mauer des Schweigens. Als wenig später eine weitere enthauptete Leiche aus der Themse geborgen wird, nehmen sie die Jagd auf einen skrupellosen Täter auf, dessen Identität und Motive im Dunkeln liegen.
Die Handlung von Four Heads Missing ist von Anfang an düster und spannend. Die kopflosen Leichen und die rätselhaften Umstände sorgen dafür, dass man unbedingt herausfinden möchte, wer hinter den Morden steckt. Besonders gelungen fand ich die Verbindung eines realen historischen Kriminalfalls mit einer fiktiven Ermittlergeschichte. Das viktorianische London wird anschaulich dargestellt und verleiht der Handlung eine beklemmende Atmosphäre. Durch neue Hinweise und überraschende Wendungen bleibt der Fall lange undurchschaubar. Stellenweise ist der Aufbau durch die verschiedenen Zeitebenen und Perspektivwechsel etwas anspruchsvoll, insgesamt entwickelt sich die Geschichte jedoch schlüssig und gipfelt in einem gelungenen Finale.
Charaktere
Will und Irene sind auch in diesem Band wieder sehr authentisch und vielschichtig dargestellt. Besonders schön fand ich, dass sich die bereits in Band 1 angedeutete Liebesbeziehung zwischen ihnen weiterentwickelt, ohne die eigentliche Krimihandlung zu überlagern.
Auch in diesem Band gibt es wieder zahlreiche handelnde Personen. Im Gegensatz zum ersten Teil steht diesmal jedoch ein kurzes Personenverzeichnis zur Verfügung. Wenn ich eine Figur nicht sofort zuordnen konnte, konnte ich dort schnell nachschlagen. Das war angesichts der Vielzahl an Charakteren eine hilfreiche Ergänzung.
Schreibstil
Auch im zweiten Teil schreibt Thorsten Schleif angenehm flüssig, leicht verständlich und zugleich sehr atmosphärisch. Mit wenigen, gezielt eingesetzten historischen Details versetzt er die Lesenden in das düstere viktorianische London, ohne die Handlung sprachlich zu überladen. Die Erzählweise bleibt dabei überwiegend nüchtern und passt gut zur klassischen Ermittlungsarbeit.
Die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven, zu denen auch die Sicht des Täters gehört, sorgen für ein hohes Erzähltempo und halten die Spannung aufrecht. Besonders die Einblicke in die Gedanken des Mörders erzeugen eine beklemmende Atmosphäre. Zu Beginn wechseln die Handlungsschauplätze und Zeitebenen allerdings recht schnell, wodurch die Orientierung etwas erschwert wird. Wer aufmerksam liest, findet sich jedoch bald zurecht. Insgesamt entwickelt der Schreibstil einen starken Lesesog und passt sehr gut zur spannenden Jagd nach dem Täter.
Gesamteindruck
Auch mit Four Heads Missing konnte mich Thorsten Schleif wieder in das düstere viktorianische London entführen. Die beklemmende Atmosphäre, der außergewöhnliche Kriminalfall und das sympathische, zugleich eigenwillige Ermittlerduo aus Irene und Will haben mich schnell in ihren Bann gezogen. Besonders gelungen fand ich die Verbindung eines realen historischen Falls mit einer fesselnden und unterhaltsam erzählten Handlung.
Die Geschichte liest sich spannend und kurzweilig, auch wenn die schnellen Perspektiv- und Zeitsprünge gelegentlich etwas Aufmerksamkeit erfordern. Davon abgesehen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt erfahren wollte, wer hinter den kopflosen Leichen steckt.
Wer historische Krimis mit True-Crime-Elementen, einer düsteren Atmosphäre und interessanten Figuren mag, sollte sich diese Reihe nicht entgehen lassen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich freue mich bereits auf den nächsten Fall von Irene und Will.
Bewertung
5/5
11.10.2026
Buch (Taschenbuch)
zweiter Band der Serie
Richter und Krimiautor Thorsten Schleif hält auch mit dem zweiten Band „“Four Heads Missing seine Leser in seinen Bann. Gerade die echten historischen Fälle bereiten eine Gänsehaut und lassen die Handlung wie von selbst unter die Haut gehen.
Wir treffen Irene Adams und William Berger wieder, die es in diesen Fall mit abgetreten Köpfen zu haben. Am Ende kommen sie den Täter näher und geraten selbst in Gefahr. Ein weiterer toll recherchierter Thriller der mich überzeugen konnte.
Das Tempo ist nicht rasant, aber es bleibt dauerhaft spannend, sodass man gerne weiterliest. Der Schreibstil ist trotz historischen Setting modern und flüssig, dabei kann man jederzeit der Handlung gut folgen.
Ich kannte den ersten Band noch nicht, doch kam ich direkt mit den Protagonisten zurecht, da es hier und da bereits wichtige Anmerkungen gab.
Nach dem zweiten Band werde ich auf jeden Fall auch den ersten Band „Killing Red Jack“ lesen, da ich die historischen Kriminalfälle sehr interessant finde.
kleinschorschi
Thalia Book Circle Community
5/5
09.10.2026
Buch (Taschenbuch)
Fesselnd und spannend bis zum Schluss
London 1888 – eine Stadt voller Elend, dunkler Gassen und menschlicher Abgründe. Als im frisch fertiggestellten Tresorraum des neuen Polizeihauptquartiers der Metropolitan Police der kopflose Rumpf einer Frau entdeckt wird, beginnt ein rätselhafter Fall, der die Polizei vor ein grausames Geheimnis stellt. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn hinter den Fassaden der vornehmen Gesellschaft verbirgt sich eine Mauer des Schweigens. Kurz darauf ziehen drei Jungen ein weiteres mysteriöses Paket aus der Themse, in dem sich ein grausam zugerichteter Körper einer Frau befindet. Aber auch von ihrem Kopf fehlt jede Spur. Hat es die Polizei hier wieder mit dem berüchtigtem Jack the Ripper zu tun oder ist es weiterer Serienmörder, der hier sein Unwesen treibt? Aber warum….?
Fazit / Meinung:
Das Buch hat 336 Seiten und ist mehrere Kapitel, die alle eine Datums-, Orts- und Zeitangabe haben. Die Kapitel sind alle sehr kurz gehalten. Die Erzählweise ist abwechslungsreich, so wird auch das ein oder andere Mal die Perspektive aus Sicht des Täters erzählt. Am Anfang des Buches ist ein Personenverzeichnis, was sehr hilfreich ist und im Bucheinschlag ist eine kleine Karte von London, die die vier Fundstellen zeigen. Es lässt sich prima lesen. Der Schreibstil ist locker, flüssig und es bleibt spannend bis zum Schluss.
Auch wenn ich den ersten Band nicht kenne, hatte ich hier keinerlei Schwierigkeiten ins Buch zu finden. Man kann beide Teile unabhängig voneinander lesen. Ein spannendes, packendes Buch, welches ich kaum aus der Hand legen konnte und es fast in einem Rutsch durchgelesen habe.
Mit Irene Adams, einer gut vernetzten Gesellschaftsdame, und dem wortkargen William Berger schickt der Autor ein ungewöhnliches Ermittlerduo ins Rennen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten versprechen interessante Dynamik und sorgen für Abwechslung bei der Spurensuche. Während weitere kopflose Leichen auftauchen, verdichten sich die Hinweise auf einen Täter, der der Polizei offenbar immer einen Schritt voraus ist.
Besonders reizvoll ist die düstere Atmosphäre des viktorianischen Londons. Die Mischung aus historischen Schauplätzen, gesellschaftlichen Gegensätzen und brutalen Verbrechen verleiht der Geschichte einen besonderen Reiz. Der mysteriöse Täter und die verstörenden Funde sorgen für eine unheimliche Grundstimmung, die neugierig auf die Auflösung macht.
Von mir gibt’s eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne!!
Yvonne
aus Frankfurt am Main
5/5
08.10.2026
eBook (ePUB)
Ein wirklich spannender historischer Kriminalroman im London von 1888
Was für ein großartiges Buch. Ich liebe historische Romane und auch Krimis, und in Kombination, zudem auch noch richtig spannend, klasse. Es fängt die düstere Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters perfekt ein. Die Handlung führt zurück in das London von 1888. Es wird nur der Torso einer Frau in einem Kellergewölbe des gerade im Entstehen befindlichen neuen Polizeiquartiers gefunden. Der zuständige Kommisar Reid kommt nicht weiter und bittet, nachdem noch ein weiterer kopfloser Rumpf am Ufer der Themse gefunden wird, William Berger um Hilfe. Dieser ist gerade von seinem Auftrag als Leibwächter aus Paris zurück. Unterstützung erhält er hierbei von Irene, einer wunderschönen Frau, sehr selbständig, Begleitdame, mit Kontakten in die bessere Gesellschaft. Können die beiden den Mörder, der auch weiterhin keine Ruhe gibt, dingfest machen oder ist gar Jack the Ripper zurückgekehrt?
Der Autor zeigt mit diesem authentischen, gut recherchierten historischen Kriminalroman sein Können. Er schreibt nicht nur flüssig und sehr unterhaltsam, sondern fängt auch sehr gut die damalige Zeit ein. Der Leser wird förmlich in die Geschichte gesogen. Die Protagonisten haben ihre Ecken und Kanten, sind aber sympathisch dargestellt. Gefallen haben mir die relativ kurz gehaltenen Kapitel und auch, dass sogar in einzelnen von ihnen die Sichtweise des Mörders beschrieben wird, ohne dass man weiß, wer es sein könnte. Das war schon teils gruselig in den Kopf des Mörders zu schauen. Da das Buch aber ohne Blut oder heftige Szenen auskommt und alleine durch die Beschreibung der Atmosphäre die Spannung aufrecht erhält, ist es auch für Leser geeignet, die keine heftigen Gewaltszenen mögen. Man braucht nicht unbedingt Vorkenntnisse aus dem ersten Krimi dieser Reihe. Da ich den Vorgängerband aber noch nicht gelesen hatte, war der Einstieg ein wenig schwierig, da ich die Personen nicht kannte. Es gibt zwar ein Personenverzeichnis, dennoch wäre es für mich besser gewesen zunächst den ersten Krimi zu lesen, was ich aber auch nachholen werde. Mir hat das Buch sehr gefallen (ein Lesehighlight in diesem Jahr), so dass ich es sehr gerne weiterempfehle.
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