Jago Trevarno war vierzig Minuten lang klinisch tot. Nun ist sein Leben ein anderes. Sein Kopf funktioniert nicht mehr so wie vorher, er ist schnell überfordert, wenn zu viele Dinge gleichzeitig passieren, lebt maximal im Augenblick, weil es nicht anders geht. Auf dem Hof seines Onkels Jacob an der Küste in Cornwall versucht er, die Teile seines Lebens wieder zusammenzusetzen. Hier gibt es keinen Strom, sondern Öllampen, die Butter wird im Fass gestoßen, auf dem Ofen steht eine große Kupferwanne. In dieser Umgebung findet Jago langsam zur Ruhe. Seine Tage sind bestimmt vom Rhythmus der Natur und der Arbeit. Er melkt die Kühe, repariert Zäune, reitet zum Meer aus und hilft sogar dabei, ein Fohlen zur Welt zu bringen. Alles könnte gut sein, zumindest für den Moment, wenn da nicht der Schurke Bill Sligo wäre, der Jago und seinem Onkel Jacob Ärger macht. Jago muss ihn stoppen, um zu bewahren, was er hat: einen Ort, an dem er weiterleben kann. Patrick Charnleys Roman erzählt anrührend und dabei unsentimental von einem Neuanfang im eigenen Tempo. Der Autor teilt das Schicksal seines Protagonisten - dieses Buch hat er dem Leben abgetrotzt.
Kundinnen und Kunden meinen
4.9/5.0
Sabine
5/5
12.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Bewegend
Was für ein zauberhaftes Cover, ein Gemälde, in das man gerne spazieren würde. In Natura ist es noch schöner. Das Material fühlt sich besonders an. Der Titel ist "greifbar" geprägt.
Die Geschichte hat mich sofort abgeholt. Der Schreibstil ist leise und ruhig, genauso wie der Hauptakteur. Jago "verliert" sein bisheriges Leben, alles verändert sich, nichts ist mehr wie es war. Trotz Schicksalsschlag ist er aber zufrieden,als er bei seinem Onkel ist. Im Einklang mit der Natur, ganz in seinem Tempo lebend.
Auch die Umstände und Umgebung sind gut nachvollziehbar beschrieben.
Man merkt beim Lesen, dass eigene Erfahrungen des Autoren hier einfließen. Es macht das Buch authentisch und es macht auch Mut. Mut nicht aufzugeben, Hoffnung zu haben, trotz eines schweren Schicksalsschlages, der das ganze Leben verändert.
Es ist ein berührendes Buch voller Tiefgang und auch Hoffnung, voller Mut, Vertrauen, aber auch Verzweiflung.
Das Buch hat mich sehr berührt, nachdenklich gemacht, aber auch Hoffnung gegeben. Es ist ein Buch, das man nicht einfach schnell lesen wollte, sondern mit Bedacht. Ein Buch, das ich immer wieder zur Hand nehmen werde.
Sehr gern gebe ich eine klare Leseempfehlung und fünf Sterne.
coala
Thalia Book Circle Community
5/5
12.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wenn das Leben einen neuen Rhythmus bekommt
Jago Trevarno ist gerade einmal 20 Jahre alt, als sein Herz vierzig Minuten lang stehen bleibt. Er überlebt zwar, doch die Folgen der fehlenden Sauerstoffversorgung bleiben, denn seine Konzentration und Belastbarkeit sind eingeschränkt und vieles muss langsamer und Schritt für Schritt geschehen. Auf dem abgelegenen Hof seines Onkels Jacob in Cornwall findet Jago jedoch einen Ort, an dem er sich diesem neuen Leben stellen kann. Die Arbeit mit den Tieren und der Rhythmus der Natur geben ihm Halt, doch der zwielichtige Nachbar Bill Sligo bedroht die Ruhe auf dem Hof.
Weiterleben ist ein ungewöhnlicher und sehr atmosphärischer Roman und der vor allem vor allem seine ruhige Erzählweise wirkt. Das Erzähltempo passt sich ganz selbstverständlich an Jagos neues Leben an und dadurch entsteht eine angenehme Entschleunigung, ohne dass die Geschichte langweilig wird. Es ist sehr berührend zu lesen, wie selbstverständlich Jago mit seinen Einschränkungen umgehen muss und dabei lernt, seine Erwartungen an das Leben neu zu definieren. Die einfache Arbeit auf dem Hof, die Beziehung zu seinem Onkel und die Natur Cornwalls bekommen dadurch eine besondere Bedeutung. Vieles wird dabei nicht dramatisiert, sondern einfach so angenommen, wie es ist und diese Zurückhaltung macht die Geschichte wunderbar glaubwürdig und emotional. Dass der Autor selbst einen Herzstillstand überlebt hat und seine eigene Erfahrungen in den Roman einfließen lässt, verleiht Jagos Geschichte zudem eine besondere Authentizität. Zusätzlich sorgt die Geschichte um den Nachbarn noch für etwas mehr Spannung und bringt vor allem gegen Ende noch einmal deutlich mehr Tempo in die Handlung.
Ein leiser, berührender Roman über einen jungen Menschen, dessen Leben nach einem schweren Schicksalsschlag völlig anders weitergeht und der schön von Akzeptanz und neuen Lebensrhythmen erzählt sowie davon, dass ein gutes Leben nicht unbedingt so aussehen muss wie früher.
sommerlese
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bewegende und bemerkenswerte Geschichte
Im Dumont Verlag erscheint Patrick Charnleys Roman Weiterleben.
Der 20-jährige Jago Trevarno war nach einem Herzstillstand vierzig Minuten klinisch tot und wurde gerettet, doch sein Leben ist ein anderes als vorher. Er hat eine dauerhafte Hirnschädigung erlitten, ist schnell überfordert, muss sich seine Kräfte einteilen und zurück ins Leben finden. Jago zieht auf den Hof seines Onkels Jacob an der Küste in Cornwall, wo er in der einfachen, ländlichen Umgebung zur Ruhe kommt und versucht, wieder im Leben anzukommen. Arbeit gibt es genug und die Natur gibt den Rythmus vor. Jago melkt die Kühe, verteilt das Stroh im Stall, er repariert Zäune und reitet zum Meer. Er fühlt sich wohl bei seinem Onkel, wäre da nicht der böse Bill Sligo, der es auf das Grundstück Jacobs abgesehen hat. Doch genau hier möchte Jago weiterleben und muss Sligo das Handwerk legen.
Der Autor Patrick Charnley hat einen Herzstillstand überlebt und lässt die eigenen Erfahrungen in die Geschichte einfließen.
Bücher mit realem Bezug finde ich immer besonders spannend und nach der Ankündigung auf der Leipziger Buchmesse war ich schon sehr gespannt auf diesen Titel. Ich kann es gleich vorweg nehmen, das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte den ruhigen Erzählstil, der zeigt, wie sich Jago wieder ins Leben zurück kämpft und auf dem Hof seines Onkels Aufgaben übernimmt, sie in seinem eigenen Tempo erledigt und wieder zur Ruhe kommt.
Der Erzählton ist schlicht, einfach und bedächtig und passt damit perfekt zu der Stimme des Ich-Erzählers Jago, der seinen Weg zurück ins Leben beschreibt. Als Folge seiner Krankheit hat Jago Konzentrationsschwierigkeiten und ist nicht mehr multitaskingfähig und emotionslos. Bei Überforderung bekommt er Kopfschmerzen und braucht viel Schlaf, das Sehen, Lesen und Schreiben bereitet ihm Schwierigkeiten. Doch damit muss er von nun an leben und es akzeptieren. Der abgelegene Hof im malerischen Cornwall ist die Chance, um im Rythmus der Natur und bei der täglichen Arbeit mit den Tieren neuen Lebensmut zu entwickeln. Die gegenseitige Fürsorge mit seinem Onkel bestärkt ihn täglich aufs Neue und Jago fühlt sich angekommen und möchte genau so weiterleben. Andere Erwartungen hat er nicht an sein Leben. Doch da kommt der kriminelle Nachbar Bill Sligo ins Spiel.
Dieser Roman hat mich gefesselt und sehr berührt! Das liegt vor allem am hoffnungsvollen Lebensmotto Jagos, der den Augenblick und die Jahreszeiten in der Natur genießen kann und sich auf die wichtigen Dinge im Leben beschränkt.
Wer Schicksalsschläge erleidet und viel durchmachen muss und dann den Mut hat, das neue Leben anzunehmen, dann ist das wahre Stärke!
sommerlese
Thalia Book Circle Community
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine bewegende und bemerkenswerte Geschichte
Im Dumont Verlag erscheint Patrick Charnleys Roman Weiterleben.
Der 20-jährige Jago Trevarno war nach einem Herzstillstand vierzig Minuten klinisch tot und wurde gerettet, doch sein Leben ist ein anderes als vorher. Er hat eine dauerhafte Hirnschädigung erlitten, ist schnell überfordert, muss sich seine Kräfte einteilen und zurück ins Leben finden. Jago zieht auf den Hof seines Onkels Jacob an der Küste in Cornwall, wo er in der einfachen, ländlichen Umgebung zur Ruhe kommt und versucht, wieder im Leben anzukommen. Arbeit gibt es genug und die Natur gibt den Rythmus vor. Jago melkt die Kühe, verteilt das Stroh im Stall, er repariert Zäune und reitet zum Meer. Er fühlt sich wohl bei seinem Onkel, wäre da nicht der böse Bill Sligo, der es auf das Grundstück Jacobs abgesehen hat. Doch genau hier möchte Jago weiterleben und muss Sligo das Handwerk legen.
Der Autor Patrick Charnley hat einen Herzstillstand überlebt und lässt die eigenen Erfahrungen in die Geschichte einfließen.
Bücher mit realem Bezug finde ich immer besonders spannend und nach der Ankündigung auf der Leipziger Buchmesse war ich schon sehr gespannt auf diesen Titel. Ich kann es gleich vorweg nehmen, das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte den ruhigen Erzählstil, der zeigt, wie sich Jago wieder ins Leben zurück kämpft und auf dem Hof seines Onkels Aufgaben übernimmt, sie in seinem eigenen Tempo erledigt und wieder zur Ruhe kommt.
Der Erzählton ist schlicht, einfach und bedächtig und passt damit perfekt zu der Stimme des Ich-Erzählers Jago, der seinen Weg zurück ins Leben beschreibt. Als Folge seiner Krankheit hat Jago Konzentrationsschwierigkeiten und ist nicht mehr multitaskingfähig und emotionslos. Bei Überforderung bekommt er Kopfschmerzen und braucht viel Schlaf, das Sehen, Lesen und Schreiben bereitet ihm Schwierigkeiten. Doch damit muss er von nun an leben und es akzeptieren. Der abgelegene Hof im malerischen Cornwall ist die Chance, um im Rythmus der Natur und bei der täglichen Arbeit mit den Tieren neuen Lebensmut zu entwickeln. Die gegenseitige Fürsorge mit seinem Onkel bestärkt ihn täglich aufs Neue und Jago fühlt sich angekommen und möchte genau so weiterleben. Andere Erwartungen hat er nicht an sein Leben. Doch da kommt der kriminelle Nachbar Bill Sligo ins Spiel.
Dieser Roman hat mich gefesselt und sehr berührt! Das liegt vor allem am hoffnungsvollen Lebensmotto Jagos, der den Augenblick und die Jahreszeiten in der Natur genießen kann und sich auf die wichtigen Dinge im Leben beschränkt.
Wer Schicksalsschläge erleidet und viel durchmachen muss und dann den Mut hat, das neue Leben anzunehmen, dann ist das wahre Stärke!
buchundbiene
aus NRW
5/5
11.08.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Überzeugendes Lebensmotto
Jago Trevarno ist 20 Jahre alt, lebt in Cornwall, und sein Hirn war 40 Minuten ohne Sauerstoffversorgung. Daher hat er nach seiner Rettung mit Hirnschädigungen zu kämpfen. Im Roman „Weiter leben“ von Patrick Charnley wird mit leisen, mit Bedacht gewählten Worten Jagos Weg zurück ins Leben beschrieben. Der Autor Charnley selbst hat einen solchen Herzstillstand überlebt und lässt seine eigenen Erfahrungen mit sein Erstlingswerk einfließen.
Die Schlichtheit der Worte und die Langsamkeit des Erzähltempos machen für mich diesen Roman zu etwas Besonderem. Der Ich-Erzähler Jago berichtet nämlich in seinem Tempo über sein Leben, ist dabei witzig, intelligent, aber emotionslos, was wiederum zu seinem Krankheitsbild gehört. Jago leidet unter Konzentrationsschwierigkeiten, bekommt schnell aus Überforderung Kopfschmerzen, muss daher viel schlafen und sich ausruhen, kann wegen der Eingrenzung seines Sichtfeldes nicht mehr gut sehen, Lesen und Schreiben fallen ihm schwer. Dies sind einige seiner Einschränkungen, mit denen er fertig werden muss.
Das fiktive, malerische Setting auf einem abgelegenen Hof in Cornwall, die Freundschaft zwischen Jago und seinem Onkel, die tägliche Arbeit mit den Tieren und auf dem Acker alleine wären eine schöne Geschichte. Doch die besondere Art der Beziehung zwischen den beiden, und die Lesenden teilhaben lassen am Weg von Jago, berühren – und das tief. Das Weglassen von Erwartungen an das weitere Leben, an ein Funktionieren und ein schnelles Gesunden, stattdessen das völlig im Jetzt leben und akzeptieren, was ist, hat mich beeindruckt. So ist einfach weiterleben Jagos neues Lebensmotto. Und das macht er sehr überzeugend, und verbreitet damit Hoffnung.
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