Es ist ein heißer Sommer, als Dora nach vielen Jahrzehnten in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Stundenlang wandert sie durch die fremdvertrauten Straßen – zu ihrem Elternhaus, aber auch zu dem Fachwerkhaus, in dem einst ihre beste Freundin wohnte. Als sie entdeckt, dass vor diesem Haus Stolpersteine verlegt wurden, ist Dora fassungslos. Denn dort liegen nur vier Steine, doch sie weiß genau, dass es fünf sein müssten: Der ihrer ehemals besten Freundin Fanny fehlt. Was ist damals mit ihr geschehen? Mitreißend liest Maria Hartmann die Geschichte eines Dorfes in dunklen Zeiten.Ungekürzte Lesung mit Maria Hartmann1 mp3-CD | ca. 7 h 33 min
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Chris70
5/5
17.09.2026
eBook (ePUB)
Berührender Roman über eine dunkle Zeit Deutschlands
Im hohen Alter kehrt Dora in ihren Heimatort Hausen zurück. Dort wohnt noch ihr Bruder Heini und ihre Schwägerin Gretel. Sie zieht ins Altenheim „Haus Sonnenschein“ des Ortes.
Täglich wandelt sie durch die altbekannten Straßen. Ihr Elternhaus, Bachkriemers Einkaufsladen und auch das Haus ihrer Freundin Fanny aus Kindertagen stehen noch. Mit jedem Schritt mehr, überfallen sie die Schatten der Vergangenheit.
Als sie bei einen ihrer Erkundungsgängen Pina kennenlernt, die nicht aufhört Fragen zu stellen, muss sie sich ihren Erinnerungen stellen…..
In angenehm kurzen Kapiteln, wird aus Sicht von Dora, abwechselnd aus der Gegenwart und ihren Erinnerungen an die Kindheit und Nazizeit, erzählt.
Ein kleiner Ort, wo jeder jeden kannte und respektierte, greift die braune Saat der Nazis um sich.
Intensiv und ergreifend kann die Autorin ein Bild von Bewohnern zeichnen, die sämtliches Mitgefühl, Menschlichkeit und Respekt gegenüber ihren jüdischen Nachbarn über Bord werfen. Ausgrenzung, Ausgehverbote sind normal. Als die jüdischen Familien aus dem Dorf abgeholt werden, sehen alle zu.
Auch Dora, zwar noch Kind, ist insbesondere von den Gruppen fasziniert und tritt voller Überzeugung in den BDM ein.
„Die Stimmung, die mit einem Mal in der Luft lag. Das Gefühl, es werde nun alles ganz großartig werden.“
„Dora war es damals gewesen, als trügen alle plötzlich die Köpfe höher. Auch sie selbst.“
Ihre beste Freundin Fanny ist auch Jüdin. Dora bedauert zwar, dass diese nicht mehr in die Schule kommen kann, macht sich aber nicht so viele Gedanken darüber.
Sie bemüht sich sogar so sehr, dass sie auf die Lehrerschule gehen kann und Hausen verlässt. Sie hört nie wieder von Fanny.
Das Buch hat mich durchgehend gefordert, zum Nachdenken angeregt, meine Emotionen hochkochen lassen.
Dora wurde mir als Figur nie richtig sympathisch. Vielleicht ist es normal, alle Erinnerungen in den hintersten Teil des Gehirns zu schieben, um die eigene Schuld ertragen zu können?
Fanny kann vor dem Transport fliehen und wird von Gottfried Schomber gerettet und versteckt. Er lässt sich von der Ideologie der Nazis nicht einfangen. Und Dora fragt sich: „Warum hat dieser Gottfried es geschafft, das Richtige zu tun? Was unterscheidet ihn von mir?“
So wie auch ich mich fragte, wie das alles passieren konnte und ob ich damals den Mut gehabt hätte Widerstand zu leisten.
Fazit: Sehr berührende, authentische Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, Schuld und Frieden zu schließen mit seiner eigenen Unzulänglichkeit.
Große Leseempfehlung!
Nisl1988
aus Crimmitschau
5/5
17.09.2026
eBook (ePUB)
Geschichte, liebevoll und emotional erzählt
Und mittendrin der Birnenbaum“ ist eine wunderschöne, emotionale Geschichte, die mich auf eine ganz besondere Art berührt hat. Die Charaktere wirken authentisch und die Handlung hat viele kleine Momente, die zum Nachdenken einladen und gleichzeitig das Herz erwärmen.
Besonders gefallen hat mir die liebevolle und gefühlvolle Art, wie die Geschichte erzählt wird. Es geht um das Leben mit all seinen schönen, aber auch schwierigen Seiten – ohne dabei schwer oder bedrückend zu wirken.
Ein Buch zum Lachen, Mitfühlen und vielleicht auch für die ein oder andere Träne. ❤️
Eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten mit Gefühl und ganz viel Herz mögen.
Bewertung
5/5
17.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend und nachdenklich machend
In 'Und mittendrin der Birnbaum' begleiten wir Dora, die als betagte Frau in ihren Heimatort Hausen zurückkehrt. Ein Ort, den sie vor vielen Jahren verlassen hat. Mit der Rückkehr kommen verdrängte Erinnerungen an längst vergangene Zeiten hoch – auch an sehr dunkle.
Ute Mank nimmt uns auf eine sehr berührende Art mit in dieses Erinnern. Sie zeichnet bildhaft, wie Dora mit ihren Erinnerungen kämpft – den Guten und den Schlechten, und sich dabei auch selbst hinterfragt. Hätte sie anders handeln können und müssen. Dabei ist Pina, eine junge Erwachsene, ein gelungener Gegenpart zu Dora. Sie sucht unbelastet nach der Vergangenheit ihres Elternhauses und sticht damit teilweise unbewusst in alte Wunden.
Die kurzen Kapitel sind gut zu lesen und lassen einen tief in die Geschichte eintauchen. Man wird auf eine sanfte Art zur Auseinandersetzung mit dem Leben der Menschen in der Zeit der Judenverfolgung gestoßen. In Zeiten wie diesen ein sehr wichtiges Buch.
Bewertung
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein berührender Appell an die Menschlichkeit
Der sehr berührende Roman von Ute Mank "Und mittendrin der Birnbaum" erzählt die Geschichte von Dora, die nach vielen Jahrzehnten in ihr Heimatdorf Hausen zurückkehrt.
Dora beginnt sich zu erinnern. Sie bewegt sich durch die Straßen und vorbei an all den Plätzen, die sie als Mädchen besuchte. Vorbei an ihrem Elternhaus und dem Haus, in welchem ihre Freundin lebte. Sie erinnert sich an unbeschwerte Zeiten und die ausgelassenen Spiele und Besuche bei ihrer besten Freundin Fanny. Fanny, ein jüdisches Mädchen mit einer jüdischen Familie, so wie es noch weitere jüdische Bewohner in Hausen gab. Alle lebten friedlich miteinander oder auch nebeneinander her, bis der Ton rauher und Feindbilder aufgestellt wurden. Die Meidung und Ausgrenzung der jüdischen Mitbewohner wird auch von Lehrern in der Schule praktiziert, bis hin zu dem Punkt, wo kein jüdisches Kind mehr die Schule besuchen darf. Jüdische Menschen werden auf offener Straße mit Jauche übergossen, verprügelt, ihre Häuser werden beschmiert.
Auch Dora muss als Kind eine Entscheidung treffen, da sie Lehrerin werden möchte. Nur noch ganz heimlich, wenn es bereits dunkel ist und durch die von der Straße abgeschirmte Kellertür, besucht sie hin und wieder Fanny, immer mit dem Gefühl, etwas Verbotenes zu tun.
Als alte Frau schaut Dora nun mit Traurigkeit auf diese Zeit zurück. Vorwürfe beschleichen sie und ihr wird bewusst, wer alles damals weggesehen hat und geschehen ließ, was geschah. Selbst sie.
Vor dem Haus, das Fanny mit ihren Eltern bewohnte, hat man zur Erinnerung Stolpersteine gelegt. Es soll an die jüdischen Menschen erinnern, die hier einst lebten. Es sind vier an der Zahl, obwohl die Familie zu fünft waren. Diese Tatsache lässt Dora nicht los. Der Stein mit Fanny`s Namen fehlt und so breitet das dringliche Bedürfnis in ihr aus, herausfinden zu wollen, was mit Fanny geschah.
Mit einem jungen Mädchen Pina erfährt Dora Unterstützung und erlebt couragierte Hilfe und Mut noch einmal genau hinzusehen.
Es geschieht Erstaunliches, was das Leben einiger Menschen enorm umkrempelt.
Mich hat der Roman sehr bewegt, zum Teil auch erschüttert. Der Autorin ist der Sprung zwischen Vergangenheit und Gegenwart von Kapitel zu Kapitel sehr gut gelungen. Sie beschreibt eindrucksvoll, wie das Geschehen von damals die Menschen einholt, gerade wenn sie nicht darüber sprechen möchten.
Es zeigt auch, dass es immer einige mutige Menschen gibt, die sich anderen annehmen und der Tatsache trotzen, sich dabei selbst in Gefahr zu bringen.
Das Buch ist ein Hoffnungsschimmer und ein Appell an uns in unserer heutigen Zeit. Es ruft uns zu Mitmenschlichkeit auf. Wir sollten aus dem Geschehenen lernen und hinsehen und uns einmischen, wenn Ungerechtigkeit geschieht und Hilfe gefragt ist.
Joolte_hoert
5/5
16.09.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
4,5 Sterne
Dora zieht mit über 80 Jahren zurück in ihr altes Heimatdorf Hausen. Als sie vor dem Haus ihrer früheren besten Freundin Fanny steht, entdeckt sie vier Stolpersteine. Sie sollen an die Familie erinnern die während des Nationalsozialismus verfolgt, vertrieben, deport1ert oder ermord3t wurden. Aber die Familie umfasste fünf Menschen,nicht vier. Fanny fehlt. Was ist mit ihr geschehen?
Sie erinnert sich an eine Vergangenheit, die sehr bedrückend war. Zusammen mit ihrer Freundin Fanny ist sie hier aufgewachsen. Jedoch haben beide unterschiedliche Leben gelebt. Dora als gut situierte junge Dame, die in der Schule immer vorbildlich war und vom Lehrer gemocht und unterstützt wurde. Und Fanny als Tochter einer jüdischen Familie. Die, die nicht gewollt sind. Die am besten weg sollten.
Dora blickt zurück auf eine Zeit, in der viele weggesehen haben. Weil sie es entweder nicht besser wussten oder sich nicht getraut haben dagegen anzugehen. In der Gegenwart erhält sie Unterstützung von der Enkelin die jetzt in Fannys Elternhaus wohnt. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was damals mit Fanny passiert sein muss, warum es von ihr keinen Stolperstein gibt.
Der Schreibstil war total klar und sehr anschaulich. Die Rückblicke in die Vergangenheit waren ziemlich bedrückend,aber haben gut deutlich gemacht, wie sich die Menschen gefühlt haben müssen. Wie sie mit dem Antisemitismus umgegangen sind. Das sich Dora mit einem jungen 19 jährigen Mädchen zusammengetan hat um neue Erkenntnisse zu gewinnen, fand ich super. Das machte auch deutlich, dass sich die junge Generation ebenfalls für dieses Thema interessiert und es einfach nicht in Vergessenheit geraten sollte!
Ich habe öfter das Buch weglegen müssen um die gelesenen Dinge erstmal zu verarbeiten.
Ich spreche hier eine unbedingte Leseempfehlung aus, für alle die sich für das Thema interessieren.
⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen
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