Produktbild: Rezitativ

Rezitativ Die einzige Erzählung der Nobelpreisträgerin - zum ersten Mal auf Deutsch

7

17,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB 3

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

14.03.2023

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

96 (Printausgabe)

Dateigröße

3271 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Tanja Handels

Sprache

Deutsch

EAN

9783644017191

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Format

ePUB 3

eBooks im ePUB 3-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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  • hoher Kontrast zwischen Text und Hintergrund
  • entspricht der Vorgabe Epub Barrierefreiheit 1.1
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  • Navigation über vorher / nachher Elemente
  • ARIA-Rollen vorhanden
  • entspricht der Vorgabe WCAG v2.1
  • entspricht der Vorgabe WCAG Level AA

Erscheinungsdatum

14.03.2023

Verlag

Rowohlt eBooks

Seitenzahl

96 (Printausgabe)

Dateigröße

3271 KB

Auflage

1. Auflage

Übersetzt von

Tanja Handels

Sprache

Deutsch

EAN

9783644017191

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  • MarieOn

    5/5

    23.10.2023

    eBook (ePUB 3)

    Ein so lehrreiches Buch, dass es an europäischen Schulen Einzug halten sollte.

    Twylas Mutter Mary tanzt die ganze Nacht, Robertas Mutter ist krank. Das ist der Grund warum sich die beiden Mädchen in einem Heim begegnen. Obwohl sie äußerlich unterschiedlich scheinen, eint sie die Erfahrung vernachlässigt, nicht gesehen oder gehört zu werden. Dank einem tiefen Verständnis füreinander freunden sich die beiden an. Die großen Mädchen, Gar-Girls machen den beiden Angst, sie quälen die Jüngeren, stellen Beine, rufen Ausdrücke hinterher. Das Küchenmädchen Maggie wurde auch schon von ihnen zu Fall gebracht und sie kann nicht einmal Schreien. Maggie wird für Twyla die Stellvertreterin ihrer tanzenden Mutter, taub und stumm. Kein Mensch dadrinnen, der hörte, wenn man nachts weinte. Diese außergewöhnliche Kurzerzählung, die einzige, die Toni Morrison schrieb, hat es in sich. Nicht nur des Themas wegen, sondern weil die Autorin die Geschichte einer weißen und einer schwarzen Frau erzählt, jedoch an keiner Stelle preisgibt, wer welche Hautfarbe hat. Sie überlässt die Auseinandersetzung den Leser:innen. Rezitativ war als literarisches Experiment gedacht. Und bei mir hat es wunderbar funktioniert. Während des Lesens habe ich ständig versucht, anhand irgendwelcher Attribute einzuschätzen, wer die “Weiße” ist und welche die “Schwarze”. Ist Twyla die Schwarze, weil sie die Hauptprotagonistin einer schwarzen Ich-Erzählerin ist? S. 51 Das sie sich nie die Haare waschen und komisch riechen. Wie Roberta, also sie roch wirklich komisch. S. 53 Die Geschichte endet auf Seite 43 und dann beginnt das Nachwort, ein Essay von Zadie Smith. (Britische Schriftstellerin) Sie analysiert die Geschichte und findet ganz großartige Worte, die nicht belehren wollen, sondern mit großer Toleranz für beide Seiten einer Schwarz-Weiß-Konstruktion, Lösungen sucht. Geschichte wird nie vollständig wiedergegeben, viele wollen vergessen, dass die Geschichte des afrikanischen Kontinents, eben auch eine Geschichte über die lange, blutige, verworrene Begegnung mit der europäischen Bevölkerung ist. Wenn in der Präsentation eines alten englischen Herrenhauses nicht nur berichtet wird, woher die schönen Gemälde stammen, sondern auch woher das Geld kam, mit dem sie erworben wurden – wer wie und warum leiden musste und ums Leben kam, um dieses Geld zu beschaffen, dann wird Geschichte vollständig erzählt. Wir leben seit vielen hundert Jahren in bewusst rassifizierten, menschengemachten Strukturen – mit anderen Worten, in gesellschaftlich verankerten und mitunter gesetzlich verpflichtenden Fiktionen, die sich als unfähig erweisen, Unterschiede und Gleichberechtigung nebeneinander anzuerkennen. Wie können wir das schmutzige Badewasser “Rassismus” jetzt plötzlich ausschütten, wo wir das Kind race jahrhundertelang so fest ans Herz gedrückt und – selbst wenn wir das ganze Grauen mitrechnen – auch so viel schönes aus ihm erschaffen haben? Fazit: Ein wohltuendes Buch, das mich meinen eigenen Hang zu Vorurteilen erkennen lässt, ohne mich dafür zu verurteilen. Ein Buch, das an europäischen Schulen Einzug halten sollte und Schüler darüber nachdenken lassen könnte, warum wir uns in diesem System zwangsläufig an anderen bereichern, denen es schlechter geht, je besser es uns geht.

  • Bewertung

    5/5

    21.12.2025

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Regt zum Nachdenken über die eigenen Vorurteile an .... großartig

    Toni Morrisons „Rezitativ“ ist eine kurze, aber inhaltlich äußerst dichte Erzählung, ergänzt durch ein kluges und einordnendes Nachwort von Zadie Smith. Gerade die Kürze des Textes ist seine Stärke: Ohne Umwege zwingt er Leserinnen und Leser zur aktiven Auseinandersetzung. Die Geschichte von Twyla und Roberta fordert bewusst heraus. Morrison verweigert konsequent die Zuordnung, wer von beiden schwarz oder weiß ist – und genau darin liegt die erzählerische Brillanz. Während des Lesens ertappt man sich immer wieder dabei, eigene Annahmen treffen zu wollen, gespeist aus Sprache, Verhalten oder sozialen Kontexten. Diese innere Suche entlarvt die eigenen Vorurteile in Bezug auf Hautfarbe und Herkunft mit bemerkenswerter Klarheit. Besonders eindrücklich ist die Figur der Maggie, einer behinderten Angestellten im Kinderheim. Ihre stille Präsenz und die Diskriminierung, die sie erfährt, wirken wie ein moralischer Prüfstein der Erzählung. Maggie steht für all jene, die mehrfach marginalisiert werden – durch Behinderung, durch soziale Stellung und durch das Wegsehen anderer. Die spätere Neubewertung ihrer Rolle durch die Protagonistinnen verstärkt die Frage nach Verantwortung, Schuld und verdrängter Mitmenschlichkeit. „Rezitativ“ hält der Gesellschaft – und jedem Einzelnen – einen Spiegel vor. Es zeigt, wie tief Diskriminierung und Rassismus im Denken verankert sind, oft ohne bewusste Absicht. Das Buch regt nachhaltig zum Nachdenken an und wirkt lange über die letzte Seite hinaus. Dieses Werk sollte aus meiner Sicht fester Bestandteil des Schulunterrichts sein. Es bietet eine hervorragende Grundlage, um über Rassismus, Vorurteile, Erinnerung und moralische Verantwortung zu sprechen – klar, zugänglich und dennoch literarisch anspruchsvoll.

  • Klaus Effing

    aus Köln

    5/5

    09.03.2024

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Unsere Scheren im Kopf

    Viel ist bereits über das Büchlein, die einzige Erzählung von Toni Morrison, geschrieben worden. Die nur 44 Seiten, die von einem ebenso langen Nachwort von Zadie Smith begleitet werden, sind eine Offenbarung und zeigen uns, welche Denkmuster wir im Kopf haben. Die Geschichte ist schnell zusammengefasst: Zwei Mädchen kommen ins Kinderheim, verbringen dort eine Zeit gemeinsam, machen Erfahrungen, nicht nur gute. Sie verlieren sich aus den Augen und treffen sich im Laufe ihres Lebens einige Male per Zufall wieder. Toni Morrison hat bereits vor 40 Jahren eine Erzählung geschrieben, die heute noch aktuell ist. Denn: Eines der Mädchen ist schwarz, eines der Mädchen ist weiß. Es ist nicht klar, wer welche Hautfarbe hat. Morrison umschifft diese Erkenntnis gekonnt. Und was passiert? Wohl die meisten Leser:innen versuchen, herauszufinden, wer wer ist. Man arbeitet sich dabei an Namen ab, Verhaltensweisen, Äußerlichkeiten und beruflichem Umfeld. Aber man kann die Frage nicht beantworten. Morrison zeigt uns hier klug auf, welchen Stereotypen wir doch oftmals unterliegen, gewollt oder unbewusst. Eine Erkenntnis, die Augen öffnend ist. Dieses kurze Buch sagt mehr über den oftmals stillen Rassismus oder Voreingenommenheiten aus, als manch wissenschaftliche oder soziologische Erklärung. Lesen bietet Aufklärung!

  • MarieOn

    5/5

    23.10.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Twylas Mutter Mary tanzt die…

    Twylas Mutter Mary tanzt die ganze Nacht, Robertas Mutter ist krank. Das ist der Grund warum sich die beiden Mädchen in einem Heim begegnen. Obwohl sie äußerlich unterschiedlich scheinen, eint sie die Erfahrung vernachlässigt, nicht gesehen oder gehört zu werden. Dank einem tiefen Verständnis füreinander freunden sich die beiden an. Die großen Mädchen, Gar-Girls machen den beiden Angst, sie quälen die Jüngeren, stellen Beine, rufen Ausdrücke hinterher. Das Küchenmädchen Maggie wurde auch schon von ihnen zu Fall gebracht und sie kann nicht einmal Schreien. Maggie wird für Twyla die Stellvertreterin ihrer tanzenden Mutter, taub und stumm. Kein Mensch dadrinnen, der hörte, wenn man nachts weinte. Diese außergewöhnliche Kurzerzählung, die einzige, die Toni Morrison schrieb, hat es in sich. Nicht nur des Themas wegen, sondern weil die Autorin die Geschichte einer weißen und einer schwarzen Frau erzählt, jedoch an keiner Stelle preisgibt, wer welche Hautfarbe hat. Sie überlässt die Auseinandersetzung den Leser:innen. Rezitativ war als literarisches Experiment gedacht. Und bei mir hat es wunderbar funktioniert. Während des Lesens habe ich ständig versucht, anhand irgendwelcher Attribute einzuschätzen, wer die “Weiße” ist und welche die “Schwarze”. Ist Twyla die Schwarze, weil sie die Hauptprotagonistin einer schwarzen Ich-Erzählerin ist? S. 51 Das sie sich nie die Haare waschen und komisch riechen. Wie Roberta, also sie roch wirklich komisch. S. 53 Die Geschichte endet auf Seite 43 und dann beginnt das Nachwort, ein Essay von Zadie Smith. (Britische Schriftstellerin) Sie analysiert die Geschichte und findet ganz großartige Worte, die nicht belehren wollen, sondern mit großer Toleranz für beide Seiten einer Schwarz-Weiß-Konstruktion, Lösungen sucht. Geschichte wird nie vollständig wiedergegeben, viele wollen vergessen, dass die Geschichte des afrikanischen Kontinents, eben auch eine Geschichte über die lange, blutige, verworrene Begegnung mit der europäischen Bevölkerung ist. Wenn in der Präsentation eines alten englischen Herrenhauses nicht nur berichtet wird, woher die schönen Gemälde stammen, sondern auch woher das Geld kam, mit dem sie erworben wurden – wer wie und warum leiden musste und ums Leben kam, um dieses Geld zu beschaffen, dann wird Geschichte vollständig erzählt. Wir leben seit vielen hundert Jahren in bewusst rassifizierten, menschengemachten Strukturen – mit anderen Worten, in gesellschaftlich verankerten und mitunter gesetzlich verpflichtenden Fiktionen, die sich als unfähig erweisen, Unterschiede und Gleichberechtigung nebeneinander anzuerkennen. Wie können wir das schmutzige Badewasser “Rassismus” jetzt plötzlich ausschütten, wo wir das Kind race jahrhundertelang so fest ans Herz gedrückt und – selbst wenn wir das ganze Grauen mitrechnen – auch so viel schönes aus ihm erschaffen haben? Fazit: Ein wohltuendes Buch, das mich meinen eigenen Hang zu Vorurteilen erkennen lässt, ohne mich dafür zu verurteilen. Ein Buch, das an europäischen Schulen Einzug halten sollte und Schüler darüber nachdenken lassen könnte, warum wir uns in diesem System zwangsläufig an anderen bereichern, denen es schlechter geht, je besser es uns geht.

  • Madita Hofmann

    5/5

    25.08.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Die wohl wichtigste Kurzgeschichte, die je geschrieben wurde

    Twyla und Roberta lernen sich in einem Kinderheim kennen - und können sich anfangs überhaupt nicht leiden, immerhin sind sie ja komplett verschieden, sowohl, was ihren Charakter betrifft, als auch ihrer Hautfarbe. Und man kann ja wohl kaum mit jemandem befreundet sein, der eine andere Hautfarbe hat, oder? Doch allen Widrigkeiten zum Trotz werden die beiden Freundinnen und begegnen sich im Laufe ihres Lebens immer wieder. Auch wenn sie eigentlich ständig auf verschiedenen Seiten stehen und sich in den wichtigsten Fragen uneinig sind, kommen sie nie richtig los voneinander und stellen immer mehr in Frage, was für Menschen sie waren und was sie damals im Kinderheim getan haben und was für Menschen sie geworden sind. Das Cover finde ich enorm stark. Die kräftigen Farben, die Silhouette, kombiniert mit verschiedenen Mustern und "Strukturen" - ist auffallend und macht extrem neugierig! "Rezitativ" ist die einzige Kurzgeschichte, die Toni Morrison je geschrieben hat. Und was für eine! Denn es ist nicht einfach nur eine Geschichte die eine ungewöhnliche Freundschaft und die Auswirkungen von Rassismus, Vorurteilen, Klassenzugehörigkeit und prägenden Beziehungen beschreibt, sondern es ist eine Art Experiment, die dem Leser einen Spiegel vorhält. All das ist Thema: wir erleben durch die Augen von Twyla und Roberta Rassismus, Ungerechtigkeit und Klassengesellschaft; sehen, wie die Küchenhilfe Maggie aufgrund ihrer Behinderung gemobbt und körperlich misshandelt wird; spüren unsere eigenen Vorurteile - und wissen nie, welches der Mädchen Schwarz und welches Weiß ist. Und immer wieder erwischt man sich beim Lesen, wie man nach Hinweisen sucht, diese vermeintlich findet und dann denkt: "Das ist doch jetzt definitiv ein Zeichen für XY!", nur um zwei Seiten weiter wieder alles über den Haufen zu werfen und völlig ratlos zu sein. Und genau das ist der Punkt: Es ist schlichtweg nicht relevant. Denn das Buch zeigt eines ganz deutlich: Man verknüpft gewisse Eigenschaften oder Dinge mit anderen Eigenschaften oder Dingen und erschafft sich somit seine eigenen Vorurteile - ohne daran zu denken, dass das völliger Schwachsinn ist. Ein Name, der Musikgeschmack, der Grad des politischen Interesses, Charaktereigenschaften oder die Umstände, in denen man aufgewachsen ist, sagen rein gar nichts über die Hautfarbe aus. Und genau das zeigt diese Geschichte sehr deutlich. Sie hält uns den Spiegel vor, fordert uns auf, unsere eigenen Gedanken zu überprüfen und nachzufühlen, welche Stereotypen und Vorurteile wir verinnerlicht haben, um diese zu hinterfragen. Ganz sicher ist "Rezitativ" keine einfache Lektüre, im Gegenteil. Aber sie ist wundervoll, um mit sich selbst oder auch anderen zu diskutieren und sich selbst und die eigenen Gedanken zu hinterfragen. Das ist herausfordernd, aber unglaublich wichtig. Den einzigen Kritikpunkt betrifft nicht die Story, sondern den Preis: 20,00€ für 96 Seiten sind schon ganz schön heftig. Aber dafür kann ja Toni Morrison nix. Fazit Die wohl wichtigste Kurzgeschichte, die je geschrieben wurde.

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