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Mehrere Jahre musste der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl in deutschen Konzentrationslagern verbringen. Doch trotz all des Leids, das er dort sah und erlebte, kam er zu dem Schluss, dass es selbst an Orten der größten Unmenschlichkeit möglich ist, einen Sinn im Leben zu sehen. Seine Erinnerungen, die er in diesem Buch festhielt und die über Jahrzehnte Millionen von Menschen bewegten, sollen weder Mitleid erregen noch Anklage erheben. Sie sollen Kraft zum Leben geben.…mehr

Produktbeschreibung
Mehrere Jahre musste der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl in deutschen Konzentrationslagern verbringen. Doch trotz all des Leids, das er dort sah und erlebte, kam er zu dem Schluss, dass es selbst an Orten der größten Unmenschlichkeit möglich ist, einen Sinn im Leben zu sehen. Seine Erinnerungen, die er in diesem Buch festhielt und die über Jahrzehnte Millionen von Menschen bewegten, sollen weder Mitleid erregen noch Anklage erheben. Sie sollen Kraft zum Leben geben.
  • Produktdetails
  • Penguin Taschenbuch .10277
  • Verlag: Penguin Verlag München
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungstermin: 9. Juli 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 119mm x 20mm
  • Gewicht: 204g
  • ISBN-13: 9783328102779
  • ISBN-10: 3328102779
  • Artikelnr.: 49953851
Autorenporträt
Frankl, Viktor E.
Viktor E. Frankl, geboren 1905, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien und Professor für Logotherapie u. a. in San Diego, Kalifornien. Er war Inhaber von 29 Ehrendoktoraten, und seine Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt. Die Erinnerungen an seine Zeit im Konzentrationslager - »... trotzdem Ja zum Leben sagen« - haben seit Erscheinen 1946 Millionen von Lesern bewegt. Viktor E. Frankl starb 1997 in Wien.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.03.2005

Eine Therapie für Sisyphos
Der erste Band von Viktor E. Frankls Gesammelten Werken

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war und die Menschen auch in ihren seelischen Ruinen saßen, erschien ein Buch, das am Sinn des Lebens festhielt und die Menschen mit Goethe dazu ermunterte, der Forderung des Tages zu genügen. Das Buch zur rechten Zeit hieß "Ärztliche Seelsorge", es stammte von Viktor E. Frankl und erschien in Österreich 1946. Es wurde ein großer Erfolg, sein Verfasser wurde berühmt.

Frankl ist der Begründer der Logotherapie und der Existenzanalyse, er wurde am 26. März 1905 in Wien geboren und starb am 2. September 1997. Zu seinem hundertsten Geburtstag erscheint nun der erste Band seiner Gesammelten Werke. Zwölf Bände sind geplant, die halbjährlich erscheinen sollen. Der erste Band enthält den Bericht über das seelische Überleben im Konzentrationslager: ". . . trotzdem Ja zum Leben sagen" sowie Briefe Frankls an Verwandte, Freunde und Kollegen aus den Jahren 1945 bis 1949.

Frankl hatte 1942 das Manuskript der "Ärztlichen Seelsorge" abgeschlossen. Ihn befriedigte eine Psychotherapie nicht, die den Menschen als "geistiges Wesen" nicht ernst nahm. Weder die Weltanschauung noch den Sinn des Lebens wollte der Arzt in der ideologisch explosiven Zeit einfach beiseite legen. Frankl wußte zu helfen. Er gründete Ende der zwanziger Jahren zahlreiche Jugendberatungsstellen und hielt damit Jugendliche vom Selbstmord ab.

Der zentrale Satz seines Buches lautet: "Die Frage nach dem Sinn des Lebens schlechthin ist ,sinnlos', denn sie ist falsch gestellt, wenn sie vage ,das' Leben meint und nicht konkret ,je meine' Existenz. Holen wir zu einer Rückbesinnung auf die ursprüngliche Struktur des Welterlebens aus, dann müssen wir der Frage nach dem Sinn des Lebens eine kopernikanische Wendung geben: Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten - das Leben zu verantworten hat. Die Antworten aber, die der Mensch gibt, können nur konkrete Antworten auf konkrete ,Lebensfragen' sein. In der Verantwortung des Daseins erfolgt ihre Beantwortung, in der Existenz selbst ,vollzieht' der Mensch das Beantworten ihrer eigenen Fragen."

Ebenfalls im Jahr 1942 veröffentlichte Albert Camus den "Mythos von Sisyphos". Er stellte Sisyphos als das Inbild einer Existenz vor, die keine weltanschaulichen Ausflüchte kennt. Der "Mythos" lag 1956 auf deutsch vor und machte unter der Jugend des deutschen Wirtschaftswunders, die beim deutschen Wirtschaftswunder nicht mitmachen wollte, rasch Karriere. Erinnern wir uns an den letzten Satz aus dem "Mythos", in dem es heißt, daß wir uns Sisyphos, der den Felsbrocken immer wieder den Berg hochrollt, als einen glücklichen Menschen vorstellen müssen. Wir sehen die Umrisse der Arbeitslager hinter dem unermüdlichen Arbeiter ohne Sinn. Camus hat später in seinem Buch "Der Mensch in der Revolte" Sisyphos verworfen.

Im Jahr des Sisyphos wurden Viktor E. Frankl, seine Frau und seine Eltern nach Theresienstadt deportiert. Er mußte sich von dem Manuskript "Ärztliche Seelsorge" trennen, als er im Oktober 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau kam. Nach der Befreiung hat er das Buch neu geschrieben. Ebenfalls 1946 erschien sein Bericht "Ein Psycholog erlebt das Konzentrationslager", der Jahre später den Titel ". . . trotzdem Ja zum Leben sagen" trug. Der Bericht handelt - wir müssen das so nüchtern sagen, weil darin kein Haß ist und auch nicht alle Kreise der Hölle geschildert werden - von den großen Schwierigkeiten des seelischen Überlebens im Lager: "Wer von denen, die das Konzentrationslager erlebt haben, wüßte nicht von jenen Menschengestalten zu erzählen, die da über die Appellplätze oder durch die Baracken des Lagers gewandelt sind, hier ein gutes Wort, dort den letzten Bissen Brot spendend? Und mögen es auch nur wenige gewesen sein - sie haben Beweiskraft dafür, daß man dem Menschen im Konzentrationslager alles nehmen kann, nur nicht: die letzte menschliche Freiheit, sich zu den gegebenen Verhältnissen so oder so einzustellen. Und es gab ein ,So oder so!'."

Der Bericht war auch eine Botschaft für die Jahre unmittelbar nach dem Krieg: daß der Mensch die Hoffnung auf den anständigen Menschen nicht aufgeben solle. Frankl selbst wird sich mit diesem Buch wieder in den Glauben an die Gemeinschaft der Menschen hineingeschrieben haben. Anders können wir die Ruhe der psychologischen Erläuterungen nicht erklären, die er bei der Schilderung seiner Erfahrungen im Konzentrationslager bewahrte.

Frankl suchte eine "Psychotherapie vom Geistigen her". Noogene Neurose nannte er die Krise, in welche der Mensch durch einen Mangel an Lebenssinn gerät. Der normale Anti-Sisyphos schliddert dabei in ein "existentielles Vakuum", in dem alle Werte ihren Wert verlieren. Frankl studierte Medizin, ließ sich zum Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ausbilden und arbeitete von 1933 bis 1937 am Psychiatrischen Krankenhaus Steinhof. Dort leitete er den sogenannten Selbstmörderinnenpavillon. Nach dem Anschluß Österreichs durfte er nur eingeschränkt als Arzt arbeiten. Er leitete die neurologische Station des Spitals der israelitischen Kultusgemeinde. Sein Amerika-Visum ließ er verfallen, weil er seine Eltern in Österreich nicht im Stich lassen wollte. Sein Vater starb in Theresienstadt im Februar 1943. Der Sohn gab dem an einem Lungenödem leidenden Gefangenen eine Morphiumspritze, um ihm den Todeskampf zu ersparen.

Nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager ging Viktor E. Frankl nach Wien, lehrte an der Wiener Universität Neurologie und Psychiatrie, war von 1946 bis 1970 Vorstand der Wiener neurologischen Politklinik, erhielt zahlreiche Ehrendoktorate und Auszeichnungen. Seine Bücher wurden in 31 Sprachen übersetzt. Was hindert, Frankl heute wieder neu zu entdecken?

EBERHARD RATHGEB

Viktor E. Frankl: ". . . trotzdem Ja zum Leben sagen". Und ausgewählte Briefe (1945-1949). Gesammelte Werke, Band 1. Herausgegeben von Alexander Batthyany, Karlheinz Biller, Eugenio Fizzotti. Böhlau Verlag, Wien 2005. 208 S., 16 S/W-Abb., geb., 29,90 [Euro].

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