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Kasperl, Seppel und Oberwachtmeister Dimpfelmoser haben ein Problem: der Räuber Hotzenplotz ist aus dem Spritzenhaus geflohen und hat zu allem Unglück auch noch die Großmutter entführt. Nun verlangt er Lösegeld. So eine Frechheit! Eine liebevoll inszenierte Räubergeschichte, in der unter anderen Michael Mendl als Räuber Hotzenplotz und Dustin Semmelrogge als Seppel begeistern.…mehr

Produktbeschreibung
Kasperl, Seppel und Oberwachtmeister Dimpfelmoser haben ein Problem: der Räuber Hotzenplotz ist aus dem Spritzenhaus geflohen und hat zu allem Unglück auch noch die Großmutter entführt. Nun verlangt er Lösegeld. So eine Frechheit!
Eine liebevoll inszenierte Räubergeschichte, in der unter anderen Michael Mendl als Räuber Hotzenplotz und Dustin Semmelrogge als Seppel begeistern.
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Audio Verlag, Dav
  • Gesamtlaufzeit: 113 Min.
  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren
  • Erscheinungstermin: Oktober 2005
  • ISBN-13: 9783898134699
  • Artikelnr.: 14453450
Autorenporträt
Otfried Preußler wurde 1923 im nordböhmischen Reichenberg geboren. Er studierte, um später als Pädagoge arbeiten zu können und war lange Zeit (1953-1970) als Volksschullehrer und darauf auch als Rektor tätig. Neben seinem Beruf schrieb Preußler auch kleine Geschichten, die von den Erzählungen seiner Großmutter und den traditionellen Volkssagen aus der böhmischen Region inspiriert sind. Nach einigen Anläufen gelang Otfried Preußler 1956 mit »Der kleine Wassermann« der erste große Erfolg. Es folgten »Die kleine Hexe«, »Der Räuber Hotzenplotz« und »Das kleine Gespenst«, die heute allesamt zu Klassikern der Kinderliteratur zählen. Otfried Preußler hat insgesamt 32 Bücher geschrieben, die in 55 Sprachen übersetzt wurden. Neben dem Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt er auch zahlreiche internationale Auszeichnungen. Die weltweite Gesamtauflage seiner Bücher beträgt rund 50 Millionen Exemplare. Der Audio Verlag veröffentlicht die Vielfalt an spannenden, fröhlichen, märchenhaften und bunten Geschichten von Otfried Preußler als liebevoll inszenierte Hörbücher: Es gibt, u. a. das Hörspiel und die Lesung von »Die kleine Hexe«, die Autorenlesung von »Krabat«, diebisch gute Editionen von »Der Räuber Hotzenplotz« sowie »Das kleine Gespenst« und »Der kleine Wassermann« und viele andere.
Rezensionen
Besprechung von 26.05.2018
Wenn Sie nicht stillhalten, Herr Hotzenplotz, geht es nicht!
Otfried Preußlers jüngste Tochter hat ein Theaterstück ihres Vaters zum Kinderbuch umgeschrieben - leider etwas mutlos

So eine Mondfahrt ist schon eine unruhige Sache: Als Seppel dem Räuber Hotzenplotz diesen sachdienlichen Hinweis gibt, ist der gefährlichste Halunke im ganzen Landkreis, gerade erst aus dem Spritzenhaus entwischt, schon wieder eingefangen. Er weiß es nur noch nicht. Stattdessen glaubt Hotzenplotz, gleich tatsächlich von Kasperl und Seppel auf den Mond geschossen zu werden.

Schließlich hatte er die beiden doch persönlich beim Streit ertappt, wer von ihnen in das selbstgebastelte Geschoss steigen und sich am Mond - der, wie jeder weiß, aus purem Silber ist - bereichern solle. Schließlich hatte er die beiden doch gezwungen, stattdessen ihm den seltsam an einen Kartoffelsack erinnernden Raumanzug überzuziehen, ihn zur Sicherheit festzuschnüren und - "stillhalten!" - in die enge Röhre zu stecken, auf der doch immerhin das Wort "Mondrakete" geschrieben steht. Jetzt wird der alte Räuber langsam ungehalten: Dass er sich nicht gerne "Hopsenklotz" oder "Rotzenkopf" nennen lässt, wissen alle Kinder, die je Otfried Preußlers Kinderbuch aus dem Jahr 1962 und die beiden Folgebände gelesen haben. Und diese alterslosen Klassiker zu lesen kann man jedem Kind nur wünschen. Im vergangenen Jahr war Susanne Preußler-Bitsch, die jüngste Tochter des im Februar 2013 gestorbenen Schriftstellers, auf ein Bühnenstück ihres Vaters gestoßen, ein kurzes Spiel um Hotzenplotz, Kasperl, Seppel und den Wachtmeister Dimpfelmoser, nach Aktenlage unveröffentlicht: Ihr war, jubelte der Thienemann-Verlag Anfang Mai, "sofort klar, welchen Schatz sie in den Händen hielt".

Man muss kein Kenner der Materie sein, um diese Einschätzung zu teilen: Einige unserer schönsten Kinderbücher stammen von dem 1923 in Böhmen geborenen Schriftsteller, und Hotzenplotz ist seine berühmteste Figur. Jetzt sollte sich die Gelegenheit bieten, die Backlist um ein neues "Original" zu ergänzen und den Räuber, unlängst erst in den Neuauflagen seiner Abenteuer koloriert, mit frischen Illustrationen in die Gegenwart zu holen.

Wenige Tage später versandte Thienemann einen Brief seiner Verlegerin: Die Geschichte finde sich doch schon in einem "Reader's Digest"-Band des Jahres 1969, schrieb Bärbel Dorweiler, dort wiederum sei auf eine Broschurreihe "Puppenspiele" aus dem Jahr 1967 als Ort der Erstveröffentlichung verwiesen: "Hatten wir etwas Entscheidendes übersehen?"Preußler, so schildert es seine Tochter, habe eigentlich auf allen Typoskripten deren Veröffentlichung vermerkt und seine Bibliographie akribisch geführt. Das Theaterstück habe sich ohne Vermerk in einem Ordner mit der Aufschrift "Ideen und Fragmente" gefunden. Es ist nicht dieser Irrtum, der das "erzählte Kasperltheater zwischen zwei Buchdeckeln" etwas matt erscheinen lässt, sondern die versuchte Gratwanderung zwischen Originalbehauptung und -treue auf der einen und der erforderlichen Ausschmückung und Ausweitung auf der anderen Seite.

Die gekonnt plazierten Interaktionsmomente des Kasperletheaterstücks mit dem kindlichen Publikum mussten entfallen. Stattdessen rahmt jetzt die Kochkunst der Großmutter, die im fünfzig Jahre alten Stück nicht vorkommt, die Handlung. Wenn es 1967 mit dem Gefangenen zur Post gehen soll, um Hotzenplotz, wenn schon nicht auf den Mond, dann doch immerhin dahin zu schicken, wo der Pfeffer wächst, geht es heutzutage lieber in die Kreisstadt ins Gefängnis. Das nimmt der Geschichte etwas Ruppigkeit - und ein Motiv vorweg, das in der Abfolge der drei bisherigen Bücher erst vorkommt, als Dimpfelmoser längst Oberwachtmeister ist. Bedauerlicher als diese kleinen Abänderungen ins Betuliche ist, dass Preußler-Bitsch eine selbstgeschaffene Gelegenheit auslässt, dem neuen Abenteuer Schwung zu geben: Ursprünglich sollen die zuschauenden Kinder Dimpfelmoser zur Hilfe rufen, sobald Hotzenplotz sicher verpackt ist. In der Buchfassung indes laden Kasperl und Seppel die Räuberrakete auf ihren altbekannten Handwagen und rumpeln mit ihm vor die Polizeiwache, während Hotzenplotz schimpft, er wolle befreit werden. Wie es klänge, wenn er die wilde Fahrt für den Raketenstart hielte, hätte wohl nur Otfried Preußler zu schreiben gewusst.

FRIDTJOF KÜCHEMANN

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Es gibt diese Mutter, die mir, nachdem sie den "Hotzenplotz" erworben hatte, ihn wenige Tage später zurückbrachte und mich sehr streng kritisierte: "Sie denken doch nicht im Ernst, dass ich diesen ollen Kram meinem Kind vorlese!". Doch ich denke das! Und ich denke das sogar mit allem Ernst, den Leseförderung erfordert. "Der Räuber Hotzenplotz" ist noch immer eine Perle der Kinderliteratur, eben weil er weder modisch, noch oberflächlich hohl, noch langweilig ist. Im Gegenteil: Er ist für kleine Kinder, die noch nicht vollkommen von technischen Medien verdorben sind, ein gigantisches Abenteuer, sprachlich und natürlich zum Thema "Wie kann man dafür sorgen, dass die Welt in Ordnung ist?". Sie ist nämlich nicht in Ordnung, nirgends und zu keiner Zeit. Und Räuber gibt es an jeder Ecke, das weiß jedes Kind, auch wenn Kinder von heute in der Regel weder eine Großmutter kennen, die in Ohnmacht fällt, noch eine leibhaftige Kaffeemühle, die deren ganzes Glück darstellt, weil sie beim Mahlen ihr Lieblingslied "Alles neu macht der Mai" spielt. Aber sie kennen Zauberer, und das sind all die Erwachsenen um sie herum, die Dinge tun, die sie noch nicht verstehen können. Aber sie haben eine Ahnung davon, wie herrlich es ist, diese großen Zauberer zu ärgern und zu verunsichern, so wie der Kasperl, der sich dumm stellt und einfach den wunderbaren Namen des Zauberers Petrosilius Zwackelmann nach allen Regeln der Kunst verwandelt: in Zwackelmann, Zeprodilius Wackelzahn, Reprozilius Fackelspan, und und und... Glücklicherweise weiß der Verlag, welche Schätze diese Texte von Otfried Preußler sind, und er hat die Illustrationen der Originalausgabe neu kolorieren lassen, und es ist ganz wunderbar, was dabei herausgekommen ist. Gabriele Hoffmann (Leanders Leseladen, Heidelberg)…mehr