Todesfuge, 2 Audio-CD - Celan, Paul
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Paul Celan: Einer der wichtigsten deutschsprachigen Dichter im Originalton
Seine Dichtung ist Weltliteratur voller Musikalität und Formkraft, die das Äußerste an menschlicher Erfahrung ins Wort setzt. Für die ganz besondere Art, seine Gedichte vorzutragen, war Paul Celan berühmt. Zwischen seiner skandalumwitterten Lesung 1952 vor der Gruppe 47 bis zu seinem Tod als gefeierter Lyriker liegen fast zwei Jahrzehnte, in denen Celan seine Gedichte in zahlreichen Rundfunk- und öffentlichen Lesungen vortrug und seinen Stil nach und nach veränderte. In dieser neuen Zusammenstellung sind diese…mehr

Produktbeschreibung
Paul Celan: Einer der wichtigsten deutschsprachigen Dichter im Originalton

Seine Dichtung ist Weltliteratur voller Musikalität und Formkraft, die das Äußerste an menschlicher Erfahrung ins Wort setzt. Für die ganz besondere Art, seine Gedichte vorzutragen, war Paul Celan berühmt. Zwischen seiner skandalumwitterten Lesung 1952 vor der Gruppe 47 bis zu seinem Tod als gefeierter Lyriker liegen fast zwei Jahrzehnte, in denen Celan seine Gedichte in zahlreichen Rundfunk- und öffentlichen Lesungen vortrug und seinen Stil nach und nach veränderte. In dieser neuen Zusammenstellung sind diese Originalaufnahmen erstmals gesammelt zu hören.Ausführlicher Begleittext mit Hintergründen zu Celans Leben, Werk und den Lesungen von Spezialist Hans-Ulrich Wagner.Mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen.Enthält: »Todesfuge«, »Ich zähle die Mandeln«, »Sprachgitter«, »Corona«, »Gespräch im Gebirg« u. v. a.

Lesung/O-Ton mit Paul Celan
2 CDs, 1h 59min

  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • Anzahl: 2 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 119 Min.
  • Erscheinungstermin: 14. September 2020
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783844539196
  • Artikelnr.: 59135796
Autorenporträt
Celan, PaulPaul Celan wurde 1920 geboren und wuchs als einziger Sohn in einer deutschsprachigen jüdischen Familie im damals rumänischen Czernowitz auf. Von 1942 bis 1944 musste Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern Zwangsarbeit leisten. Danach arbeitete er als Lektor in Bukarest und veröffentlichte erste Gedichte. Im Juli 1948 zog er nach Paris, wo er sich 1970 das Leben nahm.Harzer, JensJens Harzer besuchte die Otto-Falckenberg-Schule in München und wurde anschließend Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Seit 2009 ist er fest am Hamburger Thalia Theater engagiert. Aktuell ist er am Schauspielhaus Bochum in Penthesilea zu sehen. Er wurde vielfach ausgezeichnet. Seit 2019 ist er Träger des Iffland-Rings.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Jens Bisky freut sich, dass zum 100. Geburtstag Paul Celans eine vom Dichter selbst gelesene Radioaufnahme von 13 seiner Gedichte erschienen ist. Wurde Celans eigentümliche Vortragsweise auf der berühmten Tagung der Gruppe 47 von 1952 noch kritisch beäugt, erinnert der Kritiker, so überzeugte er in den Funkhäusern umso mehr, weil er das Medium zu nutzen gewusst habe. In dieser Ausgabe könne man nun zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommene Lesungen einzelner Gedichte miteinander vergleichen und beobachten, wie sich die Vortragsweise des Dichters über die Zeit hinweg verändert habe, lobt Bisky. Auch der Begleittext des Medienforschers Hans-Ulrich Wagner sei "klug informiert". 

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 13.10.2020

Stimmen der Stille
Paul Celan liest
Es ist eine der berühmten, immer wieder neu erzählten Szenen der deutschen Literaturgeschichte: Im Mai 1952 liest Paul Celan auf der Tagung der Gruppe 47 in Niendorf an der Ostsee. Sein Vortrag befremdet, verstört das Selbstverständnis der Nachkriegsliteraten. An Gisele Lestrange schreibt Celan: „Um neun Uhr abends war die Reihe an mir. Ich habe laut gelesen, ich hatte den Eindruck über diese Köpfe hinaus – die selten wohlmeinend waren – einen Raum zu erreichen, in dem die ,Stimmen der Stille’ noch vernommen wurden“. Die Wirkung sei eindeutig gewesen. „Aber Hans Werner Richter, der Chef der Gruppe, Initiator eines Realismus, der nicht einmal erste Wahl ist, lehnte sich auf. Diese Stimme, im vorliegenden Falle die meine, die nicht wie die der anderen durch die Wörter hindurchglitt, sondern oft in einer Meditation bei ihnen verweilte, an der ich gar nicht anders konnte, als voll und von ganzem Herzen daran teilzunehmen – diese Stimme mußte angefochten werden, damit die Ohren der Zeitungsleser keine Erinnerung an sie behielten“. Dass er wie Goebbels, in dessen Tonfall lese, soll Hans Werner Richter gesagt haben. Vier Tage später las Paul Celan auf Einladung des NWDR in einem Hamburger Studio dreizehn Gedichte. Diese Aufnahme hat der Hörverlag zum 100. Geburtstag Celans zum ersten Mal vollständig veröffentlicht, neben vielen weiteren aus den Jahren 1952 bis 1968.
Celan war, wie der Medienforscher Hans-Ulrich Wagner im klug informierenden Begleittext schreibt, „ein gern gesehener Gast in den Rundfunkhäusern“, ein Dichter der das Medium bewusst nutzte. Manche seiner Gedichte kann man hier in verschiedenen Aufnahmen hören. Zwei Minuten und 29 Sekunden dauerte 1952 die Rezitation von „Wasser und Feuer“, im Jahr 1963 sprach Celan rascher, nicht so überdeutlich, minderte die Sprechgeschwindigkeit erst gegen Ende des Gedichts, die Aufnahme dauert nur eine Minute und 43 Sekunden. Man hat, obwohl die Wörter dieselben sind, den Eindruck, ein anderes Werk kennenzulernen. Der Dichter habe nicht Vorgegebenes zu Gehör gebracht, erinnerte der Germanist Gerhard Baumann, sondern sein Gedicht wieder geschaffen, „indem er las“.
JBY
Paul Celan: Todesfuge. Gedichte und Prosa 1952-1968. Der Hörverlag, München 2020. 2 CDs, ca. 120 Minuten, 18 Euro.
Er war ein gern gesehener Gast
in den Funkhäusern, wusste
das Medium zu nutzen
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